| Dokumentenidentifikation |
DE4117049A1 22.10.1992 |
| Titel |
Verfahren zur Eindickung von Ablaugen und zur Rückgewinnung von Kochchemikalien bei Zellstoffherstellung mit alkoholbasierten oder entsprechenden Kochflüssigkeiten |
| Anmelder |
A. Ahlstrom Corp., Noormarkku, FI |
| Erfinder |
Fägerlind, Olof, Föreboda, SE; Ågren, Erik, Saltsjö-Bo, SE |
| Vertreter |
Eitle, W., Dipl.-Ing.; Hoffmann, K., Dipl.-Ing. Dr.rer.nat.; Lehn, W., Dipl.-Ing.; Füchsle, K., Dipl.-Ing.; Hansen, B., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Brauns, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Görg, K., Dipl.-Ing.; Kohlmann, K., Dipl.-Ing.; Ritter und Edler von Fischern, B., Dipl.-Ing.; Kolb, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte; Nette, A., Rechtsanw., 8000 München |
| DE-Anmeldedatum |
24.05.1991 |
| DE-Aktenzeichen |
4117049 |
| Offenlegungstag |
22.10.1992 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
22.10.1992 |
| IPC-Hauptklasse |
D21C 11/10
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| IPC-Nebenklasse |
D21C 3/20
D21C 11/06
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| Zusammenfassung |
Die vorliegende Erfindung sieht ein Verfahren zur mehrstufigen Eindampfung von Ablaugen und Rückgewinnung von leichtflüchtigen Stoffen aus Ablaugen bei der Zellstoffherstellung vor. Die Ausrüstung zur Rückgewinnung von leichtflüchtigen Stoffen wird in die Eindampfung von Ablaugen (10) integriert. Erwärmende Kondensation in jedem einzelnen Apparat (101, 102, 103, 104) findet auf mehreren voneinander getrennten Heizflächen statt. Reines Wasser (11) oder Kondensat kann auf die wärmere Seite von Eindampfungsapparaten (101, 102, 103, 104) zur Erhöhung der Kondensationstemperatur des Dampfes eingespritzt werden. Die leichtflüchtigen Stoffe sind Alkohole oder dergleichen, deren Lösung die hauptsächliche Ligninentfernung beim Kochen bewirkt.
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| Beschreibung[de] |
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren für ein
integriertes System zur Eindampfung von Ablaugen und zur
Rückgewinnung von Alkoholen bei der Zellstoffherstellung
mit auf Alkohol basierenden oder entsprechenden
Kochflüssigkeiten.
Bei der Zellstoffherstellung wird das Kochverfahren an die
gewünschten Eigenschaften und Qualitäten des Endprodukts
angepaßt, bei dem es sich um eine Masse handelt, die
hauptsächlich aus Zellstoff besteht. Eines der
unkonventionellen Kochverfahren ist der Organosolv-Prozeß,
der auf Kochflüssigkeiten beruht, die als wirksame
Bestandteile Alkohole, z. B. Methanol, oder andere
Flüssigkeiten enthalten, deren Siedepunkt niedriger ist als
der von Wasser.
Bei der Zellstoffherstellung mit dem Methanolverfahren
werden die Hackschnitzel zunächst dampfbeheizt und
anschließend der Vorhydrolyse-Stufe zugeführt. Das Kochen
selbst erfolgt in zwei Stufen. In der ersten Stufe werden
die Hackschnitzel mit einer Chemikalienlösung gekocht, die
ungefähr zur Hälfte aus Methanol und zur Hälfe aus Wasser
besteht. Das Kochen erfolgt bei einer Temperatur von 190°C
und dauert 20 bis 50 Minuten. In der zweiten Stufe wird
Natriumhydroxid mit einer Konzentration von 18 bis 22%
beigemischt. Dabei wird die Temperatur ca. 60 Minuten lang
zwischen 165 und 175°C gehalten.
Nach dem Kochen oder teilweise schon während dem Kochen
beginnt das Waschen des Zellstoffs. Die beim Kochen in der
Masse aufgelösten Stoffe, wie z. B. das Lignin sollen
ausgewaschen und gleichzeitig die Rückgewinnung von
Ausschlußchemikalien eingeleitet werden. Die
Waschflüssigkeit, die in diesem Fall als Ablauge bezeichnet
wird, enthält 17 bis 20 Gew.-% Methanol, das teilweise aus
der aufbereiteten Kochlösung stammt, teilweise während des
Kochens neu gebildet wird. Ferner enthält die Ablauge ca.
10 bis 15% Trockensubstanz. Die Ablauge wird auf einen
Trockengehalt von ca. 55 bis 65% derart eingedickt, daß
diese, auch als Dicklauge bezeichnete Lauge im Kessel
verfeuert und die Chemikalien bei gleichzeitiger
Wärmerückgewinnung aus den gelösten organischen Stoffen
zurückgewonnen werden können.
Die Ablauge hat, wenn sie zur Eindampfung gelangt, eine
hohe Temperatur und steht unter hohem Druck, dabei enthält
sie eine solche Menge an leichtflüchtigen Stoffen, daß sie
als feuergefährlich und explosiv eingestuft wird. All das
macht die Zwischenlagerung vor und während der Eindampfung
teuer und aufwendig. Die Ablauge sollte entweder in
druckbeaufschlagten Behältern gelagert oder vor der
Lagerung auf unter 50°C abgekühlt werden. Mit der
vorliegenden Erfindung können die Rückgewinnung von
Chemikalien und die Eindampfung ohne Puffer oder
Zwischenlager durchgeführt werden.
Beim Eintreffen der Ablauge im Eindampfungssystem, das in
der Regel mehrstufig ausgeführt ist, beginnt man, durch
mehrere stufenweise Expansionen Wasser aus der Lauge
abzuscheiden und den Gehalt an leichtflüchtigen Stoffen
herabzusetzen. Dies ermöglicht dann die Eindampfung dieser
sehr zum Schäumen neigenden Lauge in
Eindampfungsvorrichtungen. Hohe Gehalte an leichtflüchtigen
Stoffen senken die Kondensationstemperatur das Dampfes sehr
und verschlechtern darüber hinaus die Wärmeübertragung, was
das konventionelle Kaskadenverfahren zur Eindampfung
weniger ökonomisch macht. Bei der vorliegenden Erfindung
wurde dieses Problem gelöst. Die Wärmeübertragung kann
verbessert werden, wenn bei der Eindampfung abgeteilte
Heizflächen benutzt werden, die reichliche Belüftung und
frühe Abscheidung von leichtflüchtigen Stoffen ermöglichen.
Dabei findet erwärmende Kondensation in jeder einzelnen
Vorrichtung auf mehreren voneinander getrennten Heizflächen
statt. Die Heizfläche der Eindampfungsvorrichtungen kann
aus Rohren oder Lamellen bestehen. Ein Teil der Heizfläche
kondensiert den Verdunstungs- und Expansionslaugendampf,
ein zweiter abgetrennter Teil kondensiert Expansionsdampf
des Frischkondensats. Somit braucht z. B. das
Frischkondensat nicht mit dem methanolhaltigen Kondensat
vermischt werden.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung wird reines Wasser oder Kondensat auf die wärmere
Seite von Eindampfungsvorrichtungen eingespritzt, um die
Kondensationstemperatur des Dampfes zu erhöhen, was
seinerseits die zur Verfügung stehende effektive
Temperaturdifferenz verbessert. Der Zusatz von Wasser zum
Laugendampf bewirkt eine neue Gleichgewichtssituation
zwischen Dampf und Flüssigkeit, wobei die
Methanolkonzentration des Dampfes reduziert wird und die
Kondensationstemperatur des Dampfes ansteigt.
Auf der Laugenseite der Eindampfungsvorrichtungen wird die
Lauge einer oder mehreren Verteilervorrichtungen zugeführt,
die entweder ungeteilt oder unterteilt für die abgeteilten
Heizflächen sind und durch welche die Lauge in einen
ungeteilten Dampfraum eingedampft wird.
Die kennzeichnenden Merkmale der Erfindung gehen aus den
nachfolgenden Patentansprüchen hervor.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von schematischen
Ausführungsbeispielen mit Verweis auf die beiliegende
Zeichnung näher erläutert.
Die Dünnlauge 10 aus der Kocherei expandiert in den ersten
Expansionsgefäßen 109, 111 auf einen niedrigeren Druck und
eine niedrigere Temperatur. Die erste Vorrichtung, der
Endeindicker 101, wird mit Frischdampf 30 betrieben, und
verdunsteter Laugendampf 40 aus dieser Vorrichtung treibt
einen Teil der zweiten Vorrichtung 102 an. Der restliche
Teil der Heizfläche wird mit dem Expansionsdampf 20, 21 aus
der ersten Laugenexpansion 109, 111 angetrieben.
Die Lauge 50, 51 aus den ersten Expansionsgefäßen 109, 111
wird der zweiten Expansion 113 zugeführt, und dieser
Expansionslaugendampf 22 wird in der dritten Stufe 103 im
abgetrennten Teil der Heizfläche kondensiert. Ein Teil der
Heizfläche kondensiert Dampf 41 aus der zweiten Stufe 102.
Ein getrennter Teil der Heizfläche in diesem Apparat kann
zur Abkühlung von Frischdampfkondensat benutzt werden, so
daß es getrennt von der Anlage abgeleitet werden kann.
Von der zweiten Expansion 113 wird die Lauge 52 der dritten
Expansion 116 zugeführt, und dieser dritte Expansionsdampf
23 wird in einem Teil der Heizfläche im Wiederbedampfer 104
kondensiert, der die Kolonne 105 antreibt. Auf den
getrennten Heizflächen des Wiederbedampfers werden der
Laugendampf 42 und die Kondensatexpanionsdämpfe aus den
vorhergehenden Stufen kondensiert. Die Kondensate 70, 71,
72, 73 aus der zweiten und dritten Stufe expandieren in
Expansionsgefäßen 112, 114, 115, 117.
Nach den Expansionen wird die Lauge 53 aus dem
Expansionsgefäß 116 zur dritten Stufe 103 geleitet und
aufwärts einer Verteilervorrichtung zugeführt, die entweder
ungeteilt oder für die verschiedenen Heizflächen unterteilt
ist. Der von den Heizflächen verdunstete Dampf 42 wird
durch den Dampfaustritt in der Vorrichtung 103 abgezogen.
Aus der dritten Stufe 103 wird die Lauge 54 der zweiten
Stufe 102, und aus der zweiten Stufe 102 durch Vorwärmer
107 dem konventionellen Endeindicker 101 zugeführt.
Dieser Vorwärmer 107 kondensiert Expansionsdampf 32 aus
Frischkondensat, kann aber auch Laugenexpansionsdampf 20
(nicht dargestellt) kondensieren und verbessert damit die
Wärmewirtschaft des Systems und begünstigt die
Wärmeübertragung in der ersten Stufe, indem er die
Laugentemperatur vor der Endstufe 101 erhöht, die mit der
dicksten und viskosesten Lauge 56 arbeitet.
Die fertig eingedampfte Dicklauge 57 wird aus dem
Endeindicker 101 abgezogen.
In die Dämpfe 20, 21, 22, 23, 42 wird Wasser 11 oder
Dampfkondensat zur Erhöhung der Temperatur eingespritzt.
In die Anlage wird die Kolonne 105 integriert, die mit
Laugendampf 43 aus dem Wiederbedampfer betrieben wird. Die
Kolonne 105 und der Wiederbedampfer 104 werden zwischen der
letzten Eindampfungsstufe und dem Oberflächenkondensator
106 angeordnet. Dank dieser Anordnung können große und
reine Dampfmengen durch die Kolonne durchgesetzt werden,
wobei Methanol zurückgewonnen wird. Der Dampf 44 aus der
Kolonne und die nichtkondensierten Dämpfe 90, 91, 92, 93,
94, 95, die alle Methanol enthalten, werden im
Oberflächenkondensator 106 zur Rückgewinnung von Methanol
12 kondensiert. Ein Teil der Heizfläche in der Kolonne 106
kühlt aus der Anlage ausströmendes Gas 96.
Mit der vorliegenden Erfindung können ökonomisch
Endprodukte hoher Qualität zurückgewonnen werden, die alle
in derselben Fabrik wie folgt direkt Verwendung finden:
Methanol in der Kocherei, Laugendampfkondensat beim
Waschen, Gase und Dicklauge als Brennstoff in Kesseln.
Die Erfindung ist nicht auf die beschriebene
Ausführungsform beschränkt, sondern kann im Rahmen des
durch die Patentansprüche festgelegten Erfindungsgedankens
modifiziert werden.
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| Anspruch[de] |
- 1. Verfahren zur mehrstufigen Eindampfung von Ablaugen
und zur Rückgewinnung von leichtflüchtigen Stoffen
aus Ablaugen bei der Zellstoffherstellung,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausrüstung zur Rückgewinnung von
leichtflüchtigen Stoffen in der Eindampfung von
Ablaugen integriert wird.
- 2. Verfahren gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
erwärmende Kondensation in jeder einzelnen
Vorrichtung (101, 102, 103, 104) auf mehreren
voneinander getrennten Heizflächen stattfindet.
- 3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
reines Wasser (11), Dampfkondensat (40, 41, 42, 43)
oder Dampf (90, 91, 92, 93, 94, 95) der zu
erwärmenden Laugendampfseite zugeführt wird.
- 4. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kolonne (105) und der Wiederbedampfer (104) nach
der Eindampfungsstufe (103) angeordnet werden.
- 5. Verfahren gemäß Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kolonne (105) durch den Dampf (43) betrieben
wird, der mit dem Wiederbedampfer (104) erzeugt
wird.
- 6. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Lauge (53, 54) auf der Laugenseite dar
Eindampfungsvorrichtungen von oben einer oder
mehreren Verteileranordnungen zugeführt wird, die
entweder ungeteilt oder für die abgeteilten
Heizflächen unterteilt sind, und daß die Lauge (53,
54) in den Dampfraum verdunstet wird, der nicht
geteilt ist.
- 7. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Ablauge (10) vor der Eindampfung in mehreren
Stufen (109, 111, 113, 116) auf einen niedrigeren
Druck und eine niedrigere Temperatur expandiert
wird.
- 8. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Lauge (55) zur Endkonzentrierung in einem
Vorwärmer (107) mittels Expansionsdampf oder Wärme
des Frischdampfes (32) über die Siedetemperatur
erwärmt wird.
- 9. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die leichtflüchtigen Stoffe Alkohole oder
dergleichen sind, deren Lösung die hauptsächliche
Ligninentfernung beim Kochen bewirkt.
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