PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3834400C2 29.10.1992
Titel Lockerungsbläser für Bogenanleger von Bogenrotationsdruckmaschinen
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 6900 Heidelberg, DE
Erfinder Wirz, Arno, 6901 Bammental, DE;
Bergmeier, Dieter, Ing.(grad), 6900 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 10.10.1988
DE-Aktenzeichen 3834400
Offenlegungstag 19.04.1990
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.10.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.10.1992
IPC-Hauptklasse B65H 3/48

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft die Ausbildung der Lockerungsbläser für Bogenanleger von Bogenrotationsdruckmaschinen, die am Gestell des Bogenanlegers hinter und seitlich neben dem Bogenstapel in der Höhe verstellbar und in der Blasleistung regulierbar angeordnet sind.

Bekannt sind Lockerungsbläser aus höhenverstellbar am Saugkopf eines Bogenanlegers neben Bläsern für Tragluft beim Transport des oberen, vom Stapel abgehobenen Bogens in Höhe der oberen Bogen eines Bogenstapels angeordneten und mit Blasluft aus einem Rotationskompressor des Standardluftsystems für die Versorgung des Saugkopfes mit Saugluft und Blasluft versorgten Düsen. Dementsprechend wird den Düsen der Lockerungsbläser Luft mit dem für den Betrieb des Saugkopfes erforderlichen Druck und entsprechend hoher Strömungsgeschwindigkeit zugeführt. Dadurch entstehen Unsicherheiten im Papierlauf des Anlegers, vor allem bei dünnen Papieren, Folien, statisch aufgeladenem Papier und anderen Bedruckstoffen mit vergleichbaren Eigenschaften von der Palette. Lockerungsbläser bekannter Ausbildung aus Düsen, die mit Luft aus dem Standardluftsystem des Saugkopfes versorgt werden, sind aus der Druckschrift "Anlage und Anleger", Heidelberger Nachrichten 4/36, Seiten 7 und 8, der Firma HEIDELBERGER DRUCKMASCHINEN AG, 6900 Heidelberg, beschrieben. Diese Druckschrift zeigt Lockerungsbläser, die in einer horizontalen Reihe nebeneinander in Höhe der oberen Bogen eines Bogenstapels gemeinsam höhenverstellbar angeordnet und gemeinsam an die Standardluftversorgung des Saugkopfes angeschlossen sind. Es wird dadurch eine Auflockerung der oberen 6 bis 10 Bogen des Bogenstapels erreicht. Die bekannten Düsen sind nicht verstellbar und können nur komplett ausgetauscht werden. Da das Standardluftsystem des Saugkopfes auf die optimale Funktion der Sauger und der Tragluftdüsen ausgelegt ist, können zusätzliche Lockerungsbläser nicht vorgesehen werden.

Bekannt sind ferner durch das DE-GM 16 96 324 Vorbläser zum Auflockern der oberen Bogen eines Stapels, gekennzeichnet durch ein in einem Halter verschiebbares mit der Luftzuführung fest verbundenes Luftstück mit einem auf ihm eingeschliffenen Düsenkörper, der schwenkbar mit dem Mundstück so verbunden ist, daß ein Luftstrom die oberen Bogen eines Stapels in jeder Richtung anzublasen vermag. Diese Lockerbläser sind von einem zentralen Luftversorgungssystem abhängig und können somit, was ihre Blaswirkung anbelangt, nicht unabhängig voneinander eingestellt werden.

Aus der DE-AS 12 21 244 sind desweiteren Lockerbläser bekannt, bei denen höhenbewegliche Blasdüsen aus zwei miteinander verbundenen und in Mittelstellung horizontalen, flexiblen Platten bestehen, deren oberste sich zur Auflage auf den Stapel in ein Stapelauflagestück von einer Flächenausdehnung fortsetzt, die zwischen dem obersten Bogen und dem Stapelauflagestück eine Blassogwirkung beim Wirksamwerden der Blasdüse entstehen läßt. Zwar können sich diese Blasdüsen der jeweiligen Höhe bzw. Unebenheit des Anlegestapels anpassen, sie sind jedoch genauso wie die bereits zuvor abgehandelten bekannten Lockerbläser von einem geräuscheverursachenden, zentralen Luftversorgungssystem abhängig und somit individuell nicht einstellbar.

Schließlich ist aus der DE-PS 73 315 bekannt, an der Vorderkante des Anlegestapels Ventilatoren zum Auflockern der oberen Bogen vorzusehen. Diese Ventilatoren haben weiterhin die Aufgabe, den jeweils obersten Bogen an das Mundstück der Saugvorrichtung zu blasen. Aufgrund ihrer Anordnung an der Stapelvorderkante blasen diese Ventilatoren in sehr nachteiliger Weise entgegen der Bogenförderrichtung. Dies und auch das Hochblasen des jeweils obersten Bogens erlauben nur eine äußerst geringe Geschwindigkeit der Bogenzuführvorrichtung. Für moderne Hochgeschwindigkeits- Anleger ist diese bekannte Vorrichtung nicht geeignet.

Aufgabe der Erfindung ist es, durch unabhängig vom Luftversorgungssysstem der Maschine wirkende Lockerungsbläser eine Verbesserung der Auflockerung des Bogenstapels und des Papierlaufs im Anleger, vor allem bei dünnerem Papier von der Palette, Folien und dergleichen zu erreichen.

Diese Aufgabe löst die Erfindung durch Ausbildungsmerkmale nach dem Patentanspruch 1.

Ventilatoren sind vom Standardluftsystem der Maschine unabhängig, weil jeder Ventilator ein eigenes Schaufelrad mit eigenständigem Antrieb durch einen Elektromotor aufweist. Ventilatoren können daher unabhängig voneinander in der Blasluft geregelt werden und sind individuell mit ihrem Blasluftstrom in unterschiedlichen Winkellagen gegen die Seitenflächen des Bogenstapels richtbar. Die Zahl der vorgesehenen Ventilatoren ist von der Standardluftversorgung unabhängig und kann daher beliebig vermehrt werden.

Vorteilhaft ist die Anordnung der Ventilatoren nicht nur an der Hinterkante des Bogenstapels im Bogenanleger, sondern auch an den beiden Seiten des Bogenstapels. Von den seitlich neben dem Bogenstapel vorgesehenen Ventilatoren können die oberen etwa in Höhe der Tragluftbläser an der Hinterkante des Bogenstapels justiert werden und von den Seiten her zusätzlich Tragluft unter den oberen, vom Stapel abgehobenen Bogen bei seinem Transport im Anleger blasen. Dies führt insbesondere bei dünnem Papier, Folien und vergleichbaren Bedruckstoffen zu einer vermehrten Sicherheit im Papierlauf.

Die Zahl der an der Hinterkante und den beiden dazu rechtwinkligen Seiten des Bogenstapels anzuordnenden Ventilatoren, ihre Blasrichtung und ihre Blasleistung werden dem jeweiligen Bedruckstoff angepaßt. Dabei können die Ventilatoren nicht nur nebeneinander, sondern auch in der Höhe übereinander angeordnet sein und Luft gegen den Bogenstapel blasen, um dadurch die Vorlockerungswirkung, insbesondere bei Palettenstapeln, zu verbessern. Durch die Vorlockerung des Stapels in tieferen Bereichen kann auch die Verarbeitung statisch aufgeladener Papiere erleichtert werden.

Eine Verschwenkung, eventuell ebenfalls im Arbeitstakt der Maschine, kann motorisch, zum Beispiel mit einem gesteuerten elektrischen oder pneumatischen Antrieb, vorgesehen sein.

Zum Zwecke der Regelung kann jeder Ventilator eine schlauchförmige Vorsatzdüse aus einem elastischen Werkstoff aufweisen, deren eines Ende mit dem Ventilatorgehäuse fest verbunden ist und deren anderes Ende einen Düsenquerschnitt bildet, der in der Größe und in seiner Lage zur Ventilatorachse verstellbar ist. Diese Vorsatzdüse kann aus einem elastisch verformbaren Schlauch gebildet sein und mit dem freien Ende in eine Klemmvorrichtung hineinragen, die um die Ventilatorachse verdrehbar und zur Regulierung des Düsenquerschnitts verstellbar ist. Dadurch wird eine Schlitzausbildung für den Luftaustritt des Ventilators erreicht, wobei der Schlitz um die Blasrichtung verdrehbar ist. Die Klemmvorrichtung ermöglicht eine Vergrößerung bzw. Verkleinerung des Schlitzes zur Regelung der austretenden Luftgeschwindigkeit in Ergänzung zu der Regelung durch Änderung der Ventilatordrehzahl. Auf diese Weise kann der Luftstrom unter einem beliebigen Winkel gegen die Seitenfläche des Bogenstapels gerichtet werden. In Verbindung mit einer individuell einstellbaren Aufhängung des Ventilators kann der Luftstrom zum Beispiel von unten schräg nach oben oder in Laufrichtung des Bogens von hinten nach vorn gerichtet werden. Zur Erleichterung der Einstellung können mehrere Ventilatoren auf einem gemeinsamen Träger angeordnet sein, der an Führungen des Bogenanlegergestells verstellbar befestigt ist.

Die Verstellung der Ventilatorleistungen kann in Anpassung an Bedürfnisse bestimmter Verwendergruppen, zum Beispiel Etikettendruckereien, Kunststoffdruckereien usw., programmiert und durch ein gemeinsames Verstellorgan vorgenommen werden, wobei Kombinationen solcher Programme mit Programmverstellungen der gesamten Druckmaschine möglich sind.

An sich ist die Anwendung von Ventilatoren bei Bogenrotationsdruckmaschinen bekannt, jedoch wurden Ventilatoren bisher nur benutzt, um den bedruckten Bogen in der Auslage auf den Stapel herunterzudrücken.

Die Zeichnung zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel der Erfindungsmerkmale. Es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht eines Bogenstapels in einem aus Gründen der besseren Übersicht nur teilweise dargestellten Gestell eines Bogenanlegers,

Fig. 2 eine Draufsicht der Darstellung entsprechend Fig. 1,

Fig. 3 einen vergrößerten Längsschnitt durch einen Ventilator mit regelbarer Vorsatzdüse,

Fig. 4 eine Draufsicht auf die Vorsatzdüse mit Klemmvorrichtung im offenen Zustand und

Fig. 5 eine Draufsicht entsprechend Fig. 4 im teilweise geschlossenen Zustand.

Die Zeichnung zeigt in den Fig. 1 und 2 die Anordnung mehrerer Ventilatoren 1 als Lockerungsbläser an der Hinterkante eines Bogenstapels 2 und an den beiden dazu senkrecht verlaufenden Seiten. Mehrere Ventilatoren 1 sind sowohl an der Hinterkante des Bogenstapels 2 als auch an dessen Seiten nebeneinander und gegebenenfalls auch übereinander angeordnet. Vor allem an der Hinterkante des Bogenstapels kann die Anordnung mehrerer Ventilatoren übereinander zu einer erheblichen Verbesserung der Vorlockerung des Bogenstapels 2 auf dem Stapeltisch des Anlegers führen. Zur Halterung der Ventilatoren 1 sind an dem Gestell 3 des Anlegers Führungen 4 vorgesehen, an denen die Ventilatoren 1 mit Trägern 5 individuell einstellbar befestigt sind. Die in den Fig. 1 und 2 dargestellten Pfeile verdeutlichen die individuelle Einstellbarkeit der Ventilatoren 1 in der Höhe, in der Breite und um die horizontale Achse der Ventilatoren 1. Die seitlich neben dem Bogenstapel 2 angeordneten Ventilatoren sind außerdem um eine vertikale und um eine horizontale Achse einstellbar, um den Luftstrom der Ventilatoren zur Unterstützung der Tragluft in Richtung des Bogentransports des oberen Bogens zu lenken. Schematisch ist in den Fig. 1 und 2 der Saugkopf 6 mit den Schleppsaugern 7 und den Hubsaugern 8 dargestellt.

Jeder Ventilator besteht aus einem Schaufelrad 9 mit einem eigenständigen elektromotorischen Antrieb 10 in einem Gehäuse 11, welches auf der Ansaugseite vorteilhaft durch ein Staubfilter 12 verschlossen ist. Auf der gegenüberliegenden Seite ist mit dem Gehäuse 11 eine schlauchförmige Vorsatzdüse 13 um die Ventilatorachse 14 dicht, jedoch drehbar, verbunden. Die Vorsatzdüse 13 besteht aus einem Schlauch eines elastischen Werkstoffes, dessen eines Ende unter Abdichtung mit dem Verbindungsteil 15 am Gehäuse 11 verbunden ist und deren anderes Ende in eine Klemmvorrichtung 16 aus zwei Klemmleisten 17 und 18 eingreift, die durch eine Spannschraube 19 mit auf deren Gewinde verschraubbarer Flügelmutter 20 eingreift. Durch diese Klemmvorrichtung 16 kann der im offenen Zustand runde Querschnitt des Schlauches der Vorsatzdüse 13 auf einen flach zusammengequetschten Öffnungsquerschnitt entsprechend Fig. 5 verringert und gegebenenfalls geschlossen werden. Die drehbare Halterung des Verbindungsteiles 15 mit der Vorsatzdüse 13 ermöglicht die Einstellung eines flachen Luftstroms in einem bestimmten Drehwinkel zur Achse 14 des Ventilators gegen den Bogenstapel.

Die Fig. 3 bis 5 zeigen lediglich schematisch ein Ausführungsbeispiel für die Regelung des Luftstromes aus dem Ventilator. Andere Regelglieder für den Luftstrom aus einem Ventilator sind bekannt und können ebenfalls zur Anwendung kommen.

Bezugszeichenliste:

1 Ventilator

2 Bogenstapel

3 Anlegergestell

4 Führung

5 Träger

6 Saugkopf

7 Schleppsauger

8 Hubsauger

9 Schaufelrad

10 Antrieb

11 Gehäuse

12 Filter

13 Vorsatzdüse

14 Ventilatorachse

15 Verbindungsteil

16 Klemmvorrichtung

17 Klemmleiste

18 Klemmleiste

19 Schraube 10

20 Flügelmutter


Anspruch[de]
  1. 1. Lockerungsbläser für Bogenanleger von Bogenrotationsdruckmaschinen, die am Gestell des Bogenanlegers hinter und seitlich neben dem Bogenstapel in der Höhe verstellbar und in der Blasleistung regulierbar angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einzeln regulierbaren Ventilatoren (1) bestehen, deren gegen eine Seitenfläche des Bogenstapels (2) gerichteter Luftstrom winklig zu dieser Seitenfläche einstellbar ist.
  2. 2. Lockerungsbläser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilatoren (1) eine Vorsatzdüse (13) aus einem elastischen Werkstoff aufweisen, deren Düsenquerschnitt in der Größe und in der Lage zur Ventilatorachse (14) verstellbar ist.
  3. 3. Lockerungsbläser nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorsatzdüse (13) aus einem Schlauch gebildet und mit dem freien Ende in einer Klemmvorrichtung (16) angeordnet ist, die mit dem Schlauch um die Ventilatorachse (14) verdrehbar und zur Regulierung des Düsenquerschnitts verstellbar ist.
  4. 4. Lockerungsbläser nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Ventilatoren (1) auf einem gemeinsamen Träger (5) angeordnet sind, der an Führungen (4) des Bogenanlegergestells (3) verstellbar ist.
  5. 5. Lockerungsbläser nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Ventilatoren (1) in der Höhe übereinander angeordnet sind.
  6. 6. Lockerungsbläser nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilatoren (1) verschwenkbar sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com