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Dokumentenidentifikation DE4114714A1 12.11.1992
Titel Blasinstrument mit Tasten zur Steuerung zumindest eines tonerzeugende Pfeifen beaufschlagenden Luftstroms
Anmelder Raffin, Josef, 7770 Überlingen, DE
Erfinder Raffin, Josef, 7770 Überlingen, DE
Vertreter Hiebsch, G., Dipl.-Ing.; Peege, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 7700 Singen
DE-Anmeldedatum 06.05.1991
DE-Aktenzeichen 4114714
Offenlegungstag 12.11.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.11.1992
IPC-Hauptklasse G10B 3/02
IPC-Nebenklasse G10B 3/12   
Zusammenfassung Bei einem Blasinstrument mit Tasten zur Steuerung zumindest eines tonerzeugende Pfeifen beaufschlagenden Luftstroms, insbesondere eine Orgel mit Klaviatur, die gegebenenfalls einer den Wind auf die Pfeifen verteilenden Windlade vorgeschaltet ist, wird den Tasten (72, 72a; 73, 73a) jeweils ein Druckorgan (70, 70a bis 70c) zugeordnet, das durch ein in Abstand angeordnetes Steuerorgan (62) zu betätigen ist. Dieses liegt im Wirkbereich eines von einem zugeordneten Blasinstrument (24) in Abhängigkeit von dem dort erzeugbaren Tonwerten beaufschlagten Schaltelement (60). Jenes Steuerorgan (62) kann mit einer Leitung (66) an ein Druckorgan (70, 70a bis 70c) angeschlossen oder aber als Sender ausgebildet sein, dem ein Sender des Druckorgans (70, 70a bis 70c) zugeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Blasinstrument mit Tasten zur Steuerung zumindest eines tonerzeugende Pfeifen beaufschlagenden Luftstroms, insbesondere eine Orgel mit Klaviatur, die gegebenenfalls einer den Wind auf die Pfeifen verteilenden Windlade vorgeschaltet ist.

Blasinstrumente dieser Art sind etwa bereits seit den Delphischen Spielen (90 v. Chr.) bekannte Orgeln mit einer Vielzahl von Pfeifen, an die üblicherweise ein Magazinbalg mit elektrisch angetriebener Windturbine als Windlade angeschlossen ist. Die Klaviatur wirkt über Hebel, Winkel, Wellenbrett und dgl. Abstrakten auf die Windlade ein, die davon in Abhängigkeit einzelne Pfeifen zur Tonerzeugung mit verdichteter Luft, dem Wind, versorgt.

Neben den etwa aus Kirchen bekannten Orgeln mit großflächigem Pfeifenwerk gibt es vor allem Handdrehorgeln, die ebenfalls mit Windlade und Pfeifenregister ausgestattet sind.

Der Erfinder hat sich das Ziel gesetzt, die Einsatzmöglichkeiten derartiger Blasinstrumente zu verbessern, insbesondere auch den Spielanreiz zu erhöhen. Dabei soll es keines wesentlichen Umbaus des jeweiligen Blasinstrumentes bedürfen.

Zur Lösung dieser Aufgabe führt die Lehre des unabhängigen Anspruches; den Tasten des Blasinstruments bzw. der Orgel wird jeweils ein Druckorgan zugeordnet, und dieses kann durch ein in Abstand vorgesehenes Steuerorgan betätigt werden, wobei das Steuerorgan im Windbereich eines von einem zugeordneten anderen Blasinstrument in Abhängigkeit von den dort erzeugbaren Tonwerten beaufschlagten Schaltelement liegt.

Man kann so beispielsweise eine Orgel auf einer Kirchenempore an einer in der Apsis befindliche Handdrehorgel anschließen und von dieser betreiben lassen; die auf der Handdrehorgel gespielten Tonwerte werden nicht von deren Pfeifen zum Tönen gebracht, sondern über das Schaltelement den Tasten der großen Orgel über jene Druckorgane mitgeteilt. Für die Erfindung ist es ohne Bedeutung, ob diese Handdrehorgel selbst noch mit Pfeifen versehen ist oder diese gar daraus entfernt worden sind.

Als günstig hat es sich dazu erwiesen, das Steuerorgan mit einer Leitung an einer der Druckorgane anzuschließen, oder aber das Steuerorgan als Sender auszubilden und ihm einen Sender des Druckorgans zuzuordnen, das so ferngesteuert arbeitet.

Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist das Druckorgan ein Steuermagnet mit einem Stößel od. dgl. Finger, der bei Beaufschlagung des Steuerorgans auf die zugeordnete Taste aufgelegt wird und diese abwärts drückt. Vorteilhafterweise soll das Steuerorgan Teil eines Elektrokontakts sein.

Das Schaltelement ist ortsveränderlich ausgebildet und an einem Bewegungselement, beispielsweise an einem Blasebalg der Windlade des steuernden Blasinstruments von diesem bewegbar angebracht. Die Windlade weist dazu mehrere von ihr mit Luft beaufschlagbare und der Anzahl der Töne entsprechende Balge auf.

Im Rahmen der Erfindung liegt es, die Windlade mit einer Klaviatur zur Steuerung der Luftbeaufschlagung zu verbinden oder mit einem Löcher aufweisenden Regierband. Auch kann die Windlade einer mit radialen Mitnehmern versehenen Walze als Steuerelement für die Luftbeaufschlagung nachgeordnet sein.

Insgesamt ergibt sich ein System aus einer großen Orgel und einem entfernt davon stehenden Steuerinstrument, das die Töne vorgibt, welche an der anderen, der regierten Orgel entstehen.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung; deren einzige Figur zeigt skizzenhaft eine erfindungsgemäße Anlage.

In einem in der Zeichnung aus Gründen besserer Übersichtlichkeit vernachlässigten Gehäuse ist eine Windlade 10 mit einem Blasebalg 12 angeordnet, der über ein nicht wiedergegebenes Lenkersystem mit einer Handkurbel 14 verbunden ist. Diese dreht eine Riemenscheibe 16 und über diese mittels eines Treibriemens 18 eine Wickelrolle 20 eines Regierbandes 22. Letzteres ist als Teil eines Regierwerkes 24 mit bei 26 angedeuteten Löchern versehen sowie zwischen der Wickelrolle 20 und einer nicht dargestellten weiteren Rolle aufgespannt.

Das z. B. aus Papier bestehende - in der Zeichnung in Drauf- und Seitenansicht dargestellte - Regierband 22 überfährt beim Drehen der Handkurbel 14 eine Tastenleiste 28 aus Metall, welche eine Vielzahl von etwa rechtwinklig zum Regierband 22 gerichtete Bohrungen 30 besitzt.

In jeder der Bohrungen 30 mündet andernends ein Luftschlauch 32, der an einen Kanal 34 der Windlade 10 angeschlossen ist. Dieser Kanal 34 mündet bei 36 unmittelbar sowie zusätzlich über einen Bypass 38 geringen Querschnittes in einen Innenraum 40 der Windlade 10, in welchem ein Ventilkolben 42 an einer Kolbenstange 44 bewegbar ist. Letzterer trägt zwei Teller 46, 48 in einem Abstand, der größer ist als die Dicke h eines Gehäusebodens 50 mit einer Luftführung 52 in Form eines liegenden T. Dessen Vertikalarm 53 ersteckt sich vom Innenraum 40 der Windlade 10 durch den Gehäuseboden 50 bis zu dessen Unterseite, wohingegen der Horizontalarm 54 der Luftführung 52 an der Windladenfront 11 als Luftauslaß 56 mündet.

Der Windladenfront 11 ist ein Keilbalg 58 vorgeordnet, der ein Schaltelement 60 trägt. Diesem ist in der Zeichnung - unter Begrenzung eines Spaltes 61 - ein Gegenelement 62 eines Elektrokontaktes 64 zugeordnet.

Von diesem führt eine Leitung 66 zu einem entfernt liegenden Steuermagneten 70. Dieser ist einem Pedal 72 einer Orgel zugeordnet, die bei 74 lediglich mit ihren Umrissen und einer vom Pedal 72 angesteuerten Orgelpfeife 76 angedeutet ist. Ein aus dem Steuermagneten 70 ragender Stößel od. dgl. Finger drückt bei Beaufschlagung des entsprechenden Gegenelements 62 auf das/die zugeordnete Pedal bzw. Taste 72 bzw. 73.

Der Steuerweg 58-64-66-70-72-76 ist für einen Ton dargestellt, parallele Steuerwege sind für die anderen Töne vorgesehen; so ist mit 70a ein Steuermagnet an einem weiteren Pedal 72a und mit 70b und 70c sind Steuermagneten an Tasten 73, 73a bezeichnet.

Bei einer in der Zeichnung nicht dargestellten Ausführungsform stehen den Schaltelementen 60 jeweils Sender eines Fernsteuersystems gegenüber, die in Abhängigkeit vom jeweils gewählten Ton Empfänger aktivieren, welche die entsprechenden Tasten 73, 73a betätigen. Bei dieser Ausführung entfallen die Leitungen 66.

10 Windlade

11 Windladenfront

12 Blasebalg an 10

14 Handkurbel

16 Riemenscheibe

18 Treibriemen

20 Wickelrolle

22 Regierband

24 Regierwerk

26 Löcher in 24

28 Tastenleiste

30 Bohrung in 28

32 Luftschlauch an 30

34 Kanal in 10

36 Mündung v. 34

38 Bypass an 34

40 Innenraum v. 10

42 Ventilkolben

44 Kolbenstange v. 42

46 Teller an 44

48 Teller an 44

50 Gehäuseboden

52 Luftführung in 50

53 Ventilarm v. 52

54 Horizontalarm v. 52

56 Luftauslaß von 52 an 11

58 Keilbalg

60 Schaltelement v. 64

61 Spalt 60-62

62 Gegenelement v. 64

64 Elektrokontakt

66 Leitung 64-70

70 Steuermagnet (70a-70c)

72 Pedal v. 74 (72a)

73 Taste (73a)

74 Orgel

76 Orgelpfeife

h = Dicke v. 50

x = Bewegungsrichtung v. 58


Anspruch[de]
  1. 1. Blasinstrument mit Tasten zur Steuerung zumindest eines tonerzeugende Pfeifen beaufschlagenden Luftstroms, insbesondere Orgel mit Klaviatur, die gegebenenfalls einer den Wind auf die Pfeifen verteilenden Windlade vorgeschaltet ist, dadurch gekennzeichnet, daß den Tasten (72, 72a; 73, 73a) jeweils ein Druckorgan (70, 70a bis 70c) zugeordnet und dieses durch ein in Abstand angeordnetes Steuerorgan (62) betätigbar vorgesehen ist, daß das Steuerorgan im Wirkbereich eines von einem zugeordneten Blasinstrument (24) in Abhängigkeit von dem dort erzeugbaren Tonwerten beaufschlagten Schaltelements (60) liegt.
  2. 2. Blasinstrument nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerorgan (62) mit einer Leitung (66) an ein Druckorgan (70, 70a bis 70c) angeschlossen ist.
  3. 3. Blasinstrument nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerorgan (62) als Sender ausgebildet und ihm ein Sender des Druckorgans (70, 70a bis 70c) zugeordnet ist.
  4. 4. Blasinstrument nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckorgan (70, 70a bis 70c) ein Steuermagnet mit einem Stößel od. dgl. ist, der bei Beaufschlagung des Steuerorgans (62) auf die zugeordnete Taste (72, 72a; 73, 73a) unter Druck aufsetzbar ist.
  5. 5. Blasinstrument nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerorgan (62) Teil eines Elektrokontakts (64) ist.
  6. 6. Blasinstrument nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaltelement (60) ortsveränderlich ausgebildet und an einem Bewegungselement (58) von diesem bewegbar angebracht ist.
  7. 7. Blasinstrument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Bewegungselement (58) ein Blasebalg an einer Windlade (10) des gesonderten Blasinstruments (24) ist.
  8. 8. Blasinstrument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Windlade (10) mehrere von ihr mit Luft beaufschlagbare Blasebalge (58) aufweist.
  9. 9. Blasinstrument nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Windlade (10) mit einer Klaviatur zur Steuerung der Luftbeaufschlagung verbunden ist.
  10. 10. Blasinstrument nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Windlade (10) einem Löcher (26) aufweisenden Regierband (22) oder einer mit radialen Mitnehmern versehenen Walze nachgeordnet ist als Steuerelement für die Luftbeaufschlagung.
  11. 11. Blasinstrument nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die weiteren Blasinstrumente (24) eine Handdrehorgel ist.






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