Die Erfindung betrifft ein Blasinstrument mit Tasten zur
Steuerung zumindest eines tonerzeugende Pfeifen
beaufschlagenden Luftstroms, insbesondere eine Orgel mit Klaviatur,
die gegebenenfalls einer den Wind auf die Pfeifen
verteilenden Windlade vorgeschaltet ist.
Blasinstrumente dieser Art sind etwa bereits seit den
Delphischen Spielen (90 v. Chr.) bekannte Orgeln mit einer
Vielzahl von Pfeifen, an die üblicherweise ein Magazinbalg
mit elektrisch angetriebener Windturbine als Windlade
angeschlossen ist. Die Klaviatur wirkt über Hebel, Winkel,
Wellenbrett und dgl. Abstrakten auf die Windlade ein, die
davon in Abhängigkeit einzelne Pfeifen zur Tonerzeugung mit
verdichteter Luft, dem Wind, versorgt.
Neben den etwa aus Kirchen bekannten Orgeln mit
großflächigem Pfeifenwerk gibt es vor allem Handdrehorgeln, die
ebenfalls mit Windlade und Pfeifenregister ausgestattet sind.
Der Erfinder hat sich das Ziel gesetzt, die
Einsatzmöglichkeiten derartiger Blasinstrumente zu verbessern,
insbesondere auch den Spielanreiz zu erhöhen. Dabei soll es keines
wesentlichen Umbaus des jeweiligen Blasinstrumentes
bedürfen.
Zur Lösung dieser Aufgabe führt die Lehre des unabhängigen
Anspruches; den Tasten des Blasinstruments bzw. der Orgel
wird jeweils ein Druckorgan zugeordnet, und dieses kann
durch ein in Abstand vorgesehenes Steuerorgan betätigt
werden, wobei das Steuerorgan im Windbereich eines von einem
zugeordneten anderen Blasinstrument in Abhängigkeit von den
dort erzeugbaren Tonwerten beaufschlagten Schaltelement
liegt.
Man kann so beispielsweise eine Orgel auf einer
Kirchenempore an einer in der Apsis befindliche Handdrehorgel
anschließen und von dieser betreiben lassen; die auf der
Handdrehorgel gespielten Tonwerte werden nicht von deren
Pfeifen zum Tönen gebracht, sondern über das Schaltelement
den Tasten der großen Orgel über jene Druckorgane
mitgeteilt. Für die Erfindung ist es ohne Bedeutung, ob diese
Handdrehorgel selbst noch mit Pfeifen versehen ist oder
diese gar daraus entfernt worden sind.
Als günstig hat es sich dazu erwiesen, das Steuerorgan mit
einer Leitung an einer der Druckorgane anzuschließen, oder
aber das Steuerorgan als Sender auszubilden und ihm einen
Sender des Druckorgans zuzuordnen, das so ferngesteuert
arbeitet.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist das
Druckorgan ein Steuermagnet mit einem Stößel od. dgl. Finger, der
bei Beaufschlagung des Steuerorgans auf die zugeordnete
Taste aufgelegt wird und diese abwärts drückt.
Vorteilhafterweise soll das Steuerorgan Teil eines Elektrokontakts sein.
Das Schaltelement ist ortsveränderlich ausgebildet und an
einem Bewegungselement, beispielsweise an einem Blasebalg
der Windlade des steuernden Blasinstruments von diesem
bewegbar angebracht. Die Windlade weist dazu mehrere von ihr
mit Luft beaufschlagbare und der Anzahl der Töne
entsprechende Balge auf.
Im Rahmen der Erfindung liegt es, die Windlade mit einer
Klaviatur zur Steuerung der Luftbeaufschlagung zu verbinden
oder mit einem Löcher aufweisenden Regierband. Auch kann
die Windlade einer mit radialen Mitnehmern versehenen Walze
als Steuerelement für die Luftbeaufschlagung nachgeordnet
sein.
Insgesamt ergibt sich ein System aus einer großen Orgel und
einem entfernt davon stehenden Steuerinstrument, das die
Töne vorgibt, welche an der anderen, der regierten Orgel
entstehen.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines
bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung;
deren einzige Figur zeigt skizzenhaft eine erfindungsgemäße
Anlage.
In einem in der Zeichnung aus Gründen besserer
Übersichtlichkeit vernachlässigten Gehäuse ist eine Windlade 10 mit
einem Blasebalg 12 angeordnet, der über ein nicht
wiedergegebenes Lenkersystem mit einer Handkurbel 14 verbunden ist.
Diese dreht eine Riemenscheibe 16 und über diese mittels
eines Treibriemens 18 eine Wickelrolle 20 eines
Regierbandes 22. Letzteres ist als Teil eines Regierwerkes 24 mit
bei 26 angedeuteten Löchern versehen sowie zwischen der
Wickelrolle 20 und einer nicht dargestellten weiteren
Rolle aufgespannt.
Das z. B. aus Papier bestehende - in der Zeichnung in
Drauf- und Seitenansicht dargestellte - Regierband 22
überfährt beim Drehen der Handkurbel 14 eine Tastenleiste
28 aus Metall, welche eine Vielzahl von etwa rechtwinklig
zum Regierband 22 gerichtete Bohrungen 30 besitzt.
In jeder der Bohrungen 30 mündet andernends ein
Luftschlauch 32, der an einen Kanal 34 der Windlade 10
angeschlossen ist. Dieser Kanal 34 mündet bei 36 unmittelbar
sowie zusätzlich über einen Bypass 38 geringen
Querschnittes in einen Innenraum 40 der Windlade 10, in welchem ein
Ventilkolben 42 an einer Kolbenstange 44 bewegbar ist.
Letzterer trägt zwei Teller 46, 48 in einem Abstand, der
größer ist als die Dicke h eines Gehäusebodens 50 mit einer
Luftführung 52 in Form eines liegenden T. Dessen
Vertikalarm 53 ersteckt sich vom Innenraum 40 der Windlade 10
durch den Gehäuseboden 50 bis zu dessen Unterseite,
wohingegen der Horizontalarm 54 der Luftführung 52 an der
Windladenfront 11 als Luftauslaß 56 mündet.
Der Windladenfront 11 ist ein Keilbalg 58 vorgeordnet, der
ein Schaltelement 60 trägt. Diesem ist in der Zeichnung
- unter Begrenzung eines Spaltes 61 - ein Gegenelement 62
eines Elektrokontaktes 64 zugeordnet.
Von diesem führt eine Leitung 66 zu einem entfernt
liegenden Steuermagneten 70. Dieser ist einem Pedal 72 einer
Orgel zugeordnet, die bei 74 lediglich mit ihren Umrissen und
einer vom Pedal 72 angesteuerten Orgelpfeife 76 angedeutet
ist. Ein aus dem Steuermagneten 70 ragender Stößel od. dgl.
Finger drückt bei Beaufschlagung des entsprechenden
Gegenelements 62 auf das/die zugeordnete Pedal bzw. Taste 72
bzw. 73.
Der Steuerweg 58-64-66-70-72-76 ist für einen Ton
dargestellt, parallele Steuerwege sind für die anderen Töne
vorgesehen; so ist mit 70a ein Steuermagnet an einem weiteren
Pedal 72a und mit 70b und 70c sind Steuermagneten an Tasten
73, 73a bezeichnet.
Bei einer in der Zeichnung nicht dargestellten
Ausführungsform stehen den Schaltelementen 60 jeweils Sender eines
Fernsteuersystems gegenüber, die in Abhängigkeit vom
jeweils gewählten Ton Empfänger aktivieren, welche die
entsprechenden Tasten 73, 73a betätigen. Bei dieser Ausführung
entfallen die Leitungen 66.
10 Windlade
11 Windladenfront
12 Blasebalg an 10
14 Handkurbel
16 Riemenscheibe
18 Treibriemen
20 Wickelrolle
22 Regierband
24 Regierwerk
26 Löcher in 24
28 Tastenleiste
30 Bohrung in 28
32 Luftschlauch an 30
34 Kanal in 10
36 Mündung v. 34
38 Bypass an 34
40 Innenraum v. 10
42 Ventilkolben
44 Kolbenstange v. 42
46 Teller an 44
48 Teller an 44
50 Gehäuseboden
52 Luftführung in 50
53 Ventilarm v. 52
54 Horizontalarm v. 52
56 Luftauslaß von 52 an 11
58 Keilbalg
60 Schaltelement v. 64
61 Spalt 60-62
62 Gegenelement v. 64
64 Elektrokontakt
66 Leitung 64-70
70 Steuermagnet (70a-70c)
72 Pedal v. 74 (72a)
73 Taste (73a)
74 Orgel
76 Orgelpfeife
h = Dicke v. 50
x = Bewegungsrichtung v. 58