Die Erfindung bezieht sich auf eine Kondensatoranordnung, die aus
einer Parallelschaltung mehrerer Kondensatoren besteht.
Die Kondensatoranordnung läßt sich beispielsweise vorteilhaft als
Ausgangsfilter eines Schaltnetzteils einsetzen. Es ist an sich bekannt, die in
einer solchen Kondensatoranwendung benötigte Kapazität auf mehrere Kondensatoren
aufzuteilen. In "Siemens Forschungs- und Entwicklungsberichte" Band 17, 1988,
Nr. 5, Seite 245 bis 248 ist auf Seite 246 eine solche Anordnung von Filterkondensatoren
beschrieben und in Figur 6 dargestellt. Für solche Anordnungen werden z.B. Becherkondensatoren
mit auf der Oberseite vorhandenen Schraub- oder Lötanschlüssen verwendet. Auch
Anordnungen mit Kondensatoren, die Anschlußdrähte aufweisen, sind bekannt. Außerdem
sind aus der SMD-Technik auflötbare Chipkondensatoren bekannt. Eine Aufteilung
der erforderlichen Filterkapazität auf mehrere Kondensatoren wird beim Stand der
Technik im Hinblick auf die vorgegebene Bauform des Schaltnetzteils vorgenommen.
Bei Schaltnetzteilen gibt es einen Entwicklungstrend zu hohen Schaltfrequenzen,
womit eine deutliche Verkleinerung der Bauteile, insbesondere von Transformatoren
erforderlich ist. Je höher die Schaltfrequenz ist, desto kleiner ist die erforderliche
Filterkapazität. Die relativ geringe Kapazität kann dann mit einem oder wenigen
Kondensatoren realisiert werden.
Die bei Schaltnetzteilen mit hoher Schaltfrequenz an ein Ausgangsfilter
zu stellenden typischen Anforderungen sind: Kapazität im Bereich von 1000 µF bis
10 mF, Spannungsfestigkeit mindestens 7,5 V und Strombelastbarkeit mindestens
30 Ampere. Die Ersatz-Serieninduktivität (ESL) sollte unter 1 nH und der Ersatz-Serienwiderstand
(ESR) unter 0,25 Milliohm liegen.
Die besten handelsüblichen Kondensatoren im angegebenen Kapazitätsbereich
weisen ESR- bzw. ESL-Werte auf, die um einen Faktor 10 über den jeweils zulässigen
Werten liegen. Durch Parallelschaltung einer Vielzahl von Kondensatoren kleiner
Kapazität lassen sich jedoch die Anforderungen an die ESR- bzw. ESL-Werte erfüllen.
Die Montage einer Vielzahl von Kondensatoren und die Herstellung
der elektrischen Anschlüsse ist allerdings bei den Bauweisen bekannter Anordnungen
aufwendig und kaum automatisierbar.
Dies gilt insbesondere auch für eine aus der Druckschrift FR 25 20
921 bekannte Kondensatoranordnung, bei der mehrere speziell geformte Einzelkondensatoren
mit Hilfe einer Vielzahl von Schraubverbindungen in einer Anordnung zwischen parallelen
Stromschienen mechanisch befestigt und elektrisch kontaktiert sind.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte
Anordnung einer Anzahl von elektrisch parallel geschalteten Kondensatoren anzugeben.
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Kondensatoranordnung, insbesondere
zur Verwendung als Ausgangsfilter eines Schaltnetzteils, die aus einer Parallelschaltung
mehrerer Kondensatoren besteht, wobei
- Kondensatoren eingesetzt sind, die elektrische Kontaktflächen auf zwei sich
gegenüberliegenden Hauptflächen aufweisen,
- die Kondensatoren nebeneinander zwischen zwei plattenförmigen Stromschienen
angeordnet sind, wobei die Kontaktflächen parallel zu den Stromschienen angeordnet
sind,
- Mittel vorhanden sind, die die übereinander geschichtete Anordnung von erster
Stromschiene, Chipkondensatoren, und zweiter Stromschiene mit einer Anpreßkraft
beaufschlagen, die zur sicheren Kontaktgabe erforderlich ist,
- als Kondensatoren Chipkondensatoren eingesetzt sind, und
- zwischen den Kontaktflächen der Chipkondensatoren und den Stromschienen jeweils
eine Kontaktmatte angeordnet ist, die einen elektrischen Kontakt zwischen den
Kontaktflächen der Chipkondensatoren und den Stromschienen herstellen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in Unteransprüchen angegeben.
Mit der Erfindung wird eine Kondensatoranordnung mit lötfreier Montagetechnik
vorgeschlagen, wobei in vorteilhafter Weise eine thermische Belastung der Bauelemente
vermieden und damit eine erhöhte Zuverlässigkeit der Gesamtanordnung erzielt wird.
Die Kondensatoranordnung kann von Handhabeautomaten zusammengesetzt werden.
Mittel zur Druckbeaufschlagung können Spannvorrichtungen, wie z.B.
Schrauben oder Nieten sein, die durch die Stromschienen und zwischengefügte Zwischenstücke
greifen, wobei die Zwischenstücke als Abstandsstücke ausgebildet sein können,
mit deren Hilfe ein definierter Anpreßdruck P einstellbar ist.
Zur Positionierung der Chipkondensatoren bzw. zur Positionierung
von Federkontakten der Kontaktmatten gegenüber Kontaktflächen der Chipkondensatoren
können gitterförmige Zwischenstücke dienen, die außerdem als Abstandshalter wirken
können.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann die gesamte Kondensatoranordnung
als Steckkontakt in einem Steckverbinder ausgebildet sein.
Eine ausführlichere Beschreibung der Erfindung erfolgt nachstehend
anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen.
Es zeigt:
- Figur 1
- schematische Darstellung der Kondensatoranordnung,
- Figur 2
- Detaildarstellung einer Anordnung eines Positioniergitters und eines Abstandhalters,
- Figur 3
- Steckverbinderanordnung,
- Figur 4
- Detaildarstellung der Kontaktmatte mit Federkontakten zur Kontaktierung von
Chipkondensatoren.
Figur 1 zeigt in schematischer Darstellung eine Kondensatoranordnung
1, die aus einer Übereinanderschichtung einer ersten Stromschiene 2, einer ersten
Kontaktmatte 4, einer Anzahl von nebeneinander angeordneten Chipkondensatoren 6,
einer zweiten Kontaktmatte 5 und einer zweiten Stromschiene 3 besteht. Die erste
Stromschiene 2 kann z.B. die Minus-Stromschiene sein und die zweite Stromschiene
3 die Plus-Stromschiene. An einer Stromeintrittsstelle 7 kann beispielsweise bei
Verwendung der Kondensatoranordnung 1 als Ausgangsfilter eines Schaltnetzteils
ein Strom I in die Plus-Stromschiene 3 eintreten, um zu einem Verbraucher geleitet
zu werden, um von dort zurück zur Minus-Stromschiene 2 zu fließen. Die Kondensatoranordnung
1 wirkt bei einer solchen Betriebsweise als Vierpolkondensator.
Die Stromschienen 2, 3 können z.B. Kupferplatten sein. Die Chipkondensatoren
6 können z.B. Tantalkondensatoren oder Keramikkondensatoren sein, die unten und
oben Kontaktflächen 9 (siehe Figur 4) für einen Pluspol- bzw. Minuspol-Anschluß
aufweisen. Die Kontaktmatten 4, 5 können unterschiedlich ausgeführt sein, sie
müssen jedoch eine Federwirkung aufweisen, um einen sicheren Kontakt zwischen
den Stromschienen 2, 3 und der Kontaktfläche 9 der Chipkondensatoren 6 zu gewährleisten,
wobei auch Toleranzen in den Abmessungen der Chipkondensatoren 6 ausgeglichen werden
müssen. Die Kontaktmatten 4, 5 können z.B. ein federndes Kupfergeflecht sein oder
aus einem gestanztem Blech bestehen, dessen Stege durch Verdrehen oder durch gepreßte
Wölbungen eine Federwirkung erhalten. Als Material ist dafür eine Beryllium-Bronze-Legierung
geeignet, wobei ein daraus hergestelltes, gestanztes und geprägtes Blech vorteilhaft
versilbert wird.
Die Kondesatoranordnung 1 wird durch eine angepaßte Anpreßkraft P
zusammengehalten und kontaktiert. Die erfindungsgemäße Druckkontaktierung der Kondensatoranordnung
1 ist wesentlich günstiger als eine Lötkontaktierung. Die Stromschienen sind nämlich
in der Praxis bezüglich ihrer Dicke bzw. ihres Querschnittes an den Strom I angepaßt
und daher relativ dick ausgeführt. Würde man eine solche Anordnung z.B. unter
Zwischenfügung von Lotblättchen im Reflow-Verfahren verlöten, so wären lange Lotzeiten
erforderlich. Für derart lange dauernde Temperatureinwirkungen sind die Chipkondensatoren
nicht ausgelegt.
In Figur 2 ist in einem Ausführungsbeispiel gezeigt, wie die erforderliche
Anpreßkraft P eingestellt werden kann. Zwischen den Stromschienen 2, 3 sind Abstandsstücke
10 angeordnet, die mit Schrauben 11 mit den Stromschienen 2, 3 verschraubt sind.
Anstelle mehrerer Abstandsstücke 10 kann z.B. auch ein einziges rahmen- oder gitterförmiges
Abstandsstück 10 vorgesehen werden. Das elektrisch isolierende Abstandstück 10
ist so bemessen, daß sich an den federnden Kontaktmatten 4, 5 der gewünschte Anpreßdruck
P einstellt. Anstelle von Schrauben können selbstverständlich auch andere Mittel
vorgesehen werden, die als Spannvorrichtung oder als Verbindungsmittel die gesamte
Kondensatoranordnung zusammenhalten; beispielsweise können auch Klammern vorgesehen
sein.
In Figur 2 ist außerdem ein Positioniergitter 12 dargestellt, das
als Montagehilfe dient zur exakten Positionierung der Chipkondensatoren 6. Das
Gitter 12 kann vorteilhaft mit dem Abstandshalter 10 zu einem einzigen Bauteil,
das aus elektrisch isolierendem Material besteht, kombiniert werden.
Die Kondensatoranordnung 1 kann z.B. einen Teil eines in der nicht
vorveröffentlichten Patentanmeldung P 40 13 821.6 beschriebenen Leistungsteiles
für ein Schaltnetzteil darstellen. Die Kondensatoranordnung 1 kann die dort dargestellte
Ausgangskapazität 11 mit Stromschienen 14, 15 und Ausgangsklemmen 16, 17 ersetzen.
Die Kondensatoranordnung 1 könnte in einem solchen Leistungsteil ein als Steckkontakt
gestaltetes Ausgangsteil bilden, wobei die Chipkondensatoren im Steckkontakt integriert
sind. Eine solche Anordnung, bei der die Kondensatoranordnung als Steckkontakt
13 einer Steckverbinderanordnung vorgesehen ist, ist in Figur 3 dargestellt, wobei
die auch in dieser Anordnung erforderlichen Abstandstücke zwischen den Stromschienen
2 und 3 in der Zeichnung weggelassen wurden. Der Steckkontakt 13 ist in eine Steckbuchse
eingesteckt, deren erstes Kontaktstück 14 als Pluskontakt und deren zweites Kontaktstück
15 als Minuskontakt dargestellt ist. Die Kontaktstücke 14, 15 sind in der Steckbuchse
voneinander elektrisch isoliert angeordnet. Die auf diese Weise realisierbare Integration
der Ausgangskapazität eines Schaltnetzteils in einem Steckanschluß führt zu einer
Kostensenkung und einer Platzersparnis.
Schließlich ist in Figur 4 eine bereits erwähnte Gestaltungsmöglichkeit
für die Kontaktmatte 5 gezeigt, wobei in einem gestanzten Blechteil durch Pressen
Wölbungen hergestellt sind, die Federkontakte 16 zur Kontaktierung mit Kontaktflächen
9 auf den Chipkondensatoren 6 bilden.