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Dokumentenidentifikation DE4035659C2 26.11.1992
Titel Lösegeschirr
Anmelder Gewerkschaft Auguste Victoria, 4370 Marl, DE
Erfinder Kunkel, Hermann, 4370 Marl, DE;
Morzik, Joachim, 4250 Bottrop, DE
Vertreter Oidtmann, P., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Bockermann, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 4630 Bochum
DE-Anmeldedatum 09.11.1990
DE-Aktenzeichen 4035659
Offenlegungstag 14.05.1992
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.11.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.11.1992
IPC-Hauptklasse E21D 11/40

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Lösegeschirr zum Rauben von rinnenprofilartigen Ausbaubögen des untertägigen Streckenausbaus gemäß den Merkmalen im Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Ein bislang zum Rauben von rinnenprofilartigen Ausbaubögen des untertägigen Streckenausbaus in großem Umfang benutztes Lösegeschirr umfaßt zwei an die Außenkontur zweier ineinandergelegter Rinnenprofilsegmente angepaßte Anschlagklauen, welche im Überlappungsbereich von zwei Rinnenprofilsegmenten die Rinnenprofilsegmente jeweils seitlich umgreifend festgelegt werden. Dazu werden die stoßseitigen hakenförmigen Enden der Anschlagklauen hinter die Flansche des einliegenden Rinnenprofilsegments geschoben und ein Klemmkeil durch Ausnehmungen in den streckenseitigen Endabschnitten der Anschlagklauen getrieben. Auf diese Weise werden die Anschlagklauen am Ausbaubogen festgeklemmt. Zur Sicherung des Klemmkeils gegen ein Lösen von den Anschlagklauen dient ein Sicherungsbolzen, der in eine angepaßte Bohrung im freien Ende des Klemmkeils gesteckt wird.

Abgesehen davon, daß es sich bei diesem Lösegeschirr einschließlich Klemmkeil und Sicherungsbolzen sowie den diese mit den Anschlagklauen kuppelnden Verbindungsketten um einen gewichtsmäßig sehr schweren und zudem aufwendigen Bauteil handelt, ist auch das Anschlagen dieses Lösegeschirrs an einen noch stehenden Ausbaubogen mit nicht unerheblichen Problemen behaftet. Eines dieser Probleme besteht darin, daß die Anschlagklaue in den Bereich zwischen dem Gebirge und dem Ausbaubogen geschoben werden muß, um das Lösegeschirr letztlich mit Hilfe des Klemmkeils an dem Ausbaubogen festlegen zu können. Dazu ist es erforderlich, von Hand Freiräume zwischen dem Ausbaubogen und dem Gebirge zu schaffen. Ein weiterer Nachteil ist die Notwendigkeit, das Lösegeschirr mit mindestens zwei Bergleuten handhaben zu müssen. Da der Klemmkeil durch die Enden der Anschlagklauen getrieben werden muß, hat dieser eine Länge, die ebenfalls zur Erhöhung des Gesamtgewichts des Lösegeschirrs beiträgt. Die Länge des Klemmkeils bedingt wiederum vergleichsweise lange Verbindungsketten zwischen den Anschlagklauen und dem Klemmkeil sowie zwischen dem Sicherungsbolzen und dem Klemmkeil.

Aus der DE-PS 30 19 314 geht ein Lösegeschirr hervor, das zur Verspannung der ineinanderliegenden Rinnenprofilsegmente einen hydraulisch beaufschlagbaren Zylinder verwendet. Dieses Lösegeschirr ist durch ein langes, die Höhe eines Rinnenprofilsegments mehrfach übersteigendes U-Profil mit endseitiger Profilkralle, durch einen das U-Profil versteifenden bogenförmigen Profilstab, durch ein Verbindungsblech zwischen dem Profilstab und dem U-Profil sowie durch den hydraulischen Zylinder gekennzeichnet. Dadurch hat dieses Lösegeschirr ein relativ hohes Gewicht. Bei Beaufschlagung des Zylinders wird ein Schwenkhebel gegen den Boden des umgreifenden Rinnenprofilsegments geschwenkt, wodurch die Rinnenprofilsegmente gegeneinander verspannt werden. Außerdem bedarf dieses Lösegeschirr zur Funktionsfähigkeit der Bereitstellung eines hydraulischen Arbeitsmediums. Seine Handhabung durch nur einen Bergmann erscheint problematisch.

Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, das im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 beschriebene Lösegeschirr bei merklicher Gewichtsersparnis hinsichtlich seiner Handhabung zu vereinfachen.

Die Lösung dieses Problems besteht nach der Erfindung in den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 aufgeführten Merkmalen.

Wesentlich am erfindungsgemäßen Gedanken ist der Sachverhalt, daß nur noch eine Anschlagklaue von der Strecke her an eine Stegseite des Ausbaubogens im Überlappungsbereich zweier Rinnenprofilsegmente angelegt zu werden braucht, wobei der Flanschschenkel mit der Flanschkralle den Flansch des innenliegenden Rinnenprofils hintergreift und der Bodenschenkel den Boden des umfassenden Rinnenprofilsegments im Überlappungsbereich so weit übergreift, daß der Klemmkeil parallel zu der anderen Stegseite des umfassenden Rinnenprofilsegments durch die Klemmkeilaufnahme getrieben werden kann und auf diese Art und Weise das Lösegeschirr am Ausbaubogen festgelegt wird.

Die erfindungsgemäße Ausbildung führt nicht nur zu einer wesentlich einfacheren und leichteren Anschlagklaue, sondern auch zu einem kürzeren Klemmkeil und damit zu einer einzigen und zudem kürzeren Verbindungskette. Ferner entfällt der Sicherungsbolzen mit der diesen an den Klemmkeil koppelnden Verbindungskette. Insgesamt wird das Gewicht so weit verringert, daß das Lösegeschirr jetzt problemlos von einem Bergmann gehandhabt werden kann. Dies erleichtert nicht nur das An- und Abschlagen des Lösegeschirrs an einen Ausbaubogen bzw. von einem Ausbaubogen, sondern auch den Transport des Lösegeschirrs im untertägigen Grubenbetrieb.

Zur einwandfreien Lagefixierung des Klemmkeils sind die Merkmale des Patentanspruchs 2 von Vorteil. Die Aussparung ist so groß bemessen, daß der Klemmkeil von Hand zwischen die Widerlagerfläche und der dieser gegenüberliegenden Außenseite des Rinnenprofilstegs eingeführt und das Lösegeschirr auf diese Weise vorläufig angeschlagen werden kann. Durch Hammerschläge auf den Klemmkeil ist dann die endgültige Arretierung des Lösegeschirrs am Ausbaubogen herstellbar.

Das Längenverhältnis entsprechend Patentanspruch 3 gewährleistet eine ausreichende Verspannung des Klemmkeils.

Nach Patentanspruch 4 kann der außenseitig befindliche Zugbügel bestimmungsgemäß zum Rauben des Ausbaubogens herangezogen werden. Der Zugbügel kann aber gleichzeitig in vorteilhafter Weise zur Befestigung der mit ihrem anderen Ende den Klemmkeil tragenden Verbindungskette herangezogen werden.

Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung veranschaulichten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen

Fig. 1 einen vertikalen Querschnitt durch den Überlappungsbereich von zwei Rinnenprofilsegmenten eines Ausbaubogens mit einem an die Rinnenprofilsegmente angeschlagenen Lösegeschirr und

Fig. 2 eine perspektivische Darstellung des Überlappungsbereichs gemäß Fig. 1.

Mit 1 ist in den Fig. 1 und 2 ein Längenabschnitt eines Streckenausbaubogens bezeichnet. Der Ausbaubogen 1 umfaßt in diesem Längenbereich zwei überlappend ineinandergelegte Rinnenprofilsegmente 2, 3, die in nicht näher veranschaulichter Weise verbunden sind.

Um einen solchen Ausbaubogen 1 rauben zu können, wird ein Lösegeschirr 4 an den Ausbaubogen 1 angeschlagen und durch Aufbringen von Zugkräften an dem Lösegeschirr 4 der Ausbaubogen 1 umgerissen. Anschließend wird die Verbindung der Rinnenprofilsegmente 2, 3 entfernt und danach das Lösegeschirr 4 vom Ausbaubogen 1 wieder abgeschlagen.

Das Lösegeschirr 4 besteht aus einer U-förmigen Anschlagklaue 5 sowie aus einem mit der Anschlagklaue 5 über eine Rundgliederkette 6 unverlierbar verbundenen Klemmkeil 7.

Die Anschlagklaue 5 ist U-förmig ausgebildet und weist einen Flanschschenkel 8 sowie einen Bodenschenkel 9 auf, die durch einen Steg 10 miteinander verbunden sind. Der Flanschschenkel 8 ist mit einer Flanschkralle 11 und der Bodenschenkel 9 mit einer Klemmkeilaufnahme 12 versehen.

Der Flanschschenkel 8 ist an die Kontur der Flansche 13, 14 der beiden ineinanderliegenden Rinnenprofilsegmente 2, 3 angepaßt. Mit der Flanschkralle 11 gelangt er an der Innenseite 15 des Flansches 14 des innenliegenden Rinnenprofilsegments 3 zur Anlage.

Der mit der Klemmkeilaufnahme 12 versehene Bodenschenkel 9 übergreift den Boden 16 des umfassenden Rinnenprofilsegments 2 und besitzt eine Bestandteil einer Aussparung 17 bildende Widerlagerfläche 18 für den Klemmkeil 7. Dabei verhält sich die Länge der Widerlagerfläche 18 zu der Länge des Klemmkeils 7 etwa wie 1 : 3.

Zum Anschlagen des Lösegeschirrs 4 an den Ausbaubogen 1 wird zunächst die Anschlagklaue 5 mit dem Flanschschenkel 8 an den Flansch 14 des innenliegenden Rinnenprofilsegments 3 angesetzt und dann die Anschlagklaue 5 so gegen das umfassende Rinnenprofilsegment 2 geschwenkt, daß der Bodenschenkel 9 mit der Klemmkeilaufnahme 12 den Boden 16 des umfassenden Rinnenprofilsegments 2 übergreift. Danach wird der Klemmkeil 7 durch die Aussparung 17 getrieben, wobei er sich zwischen der Widerlagerfläche 18 und der dieser gegenüberliegenden Außenseite 19 des Stegs 20 des umfassenden Rinnenprofilsegments 2 festklemmt. Das Lösegeschirr 4 ist nunmehr am Ausbaubogen 1 arretiert.

Außenseitig des Bodenschenkels 9 ist ein U-förmiger Zugbügel 21 befestigt. Dieser Zugbügel 21 dient zum Anschlagen eines geeigneten Zuggeräts, mit welchem der Ausbaubogen 1 umgerissen werden kann. Zugleich dient der Zugbügel 21 zum Anschlagen der Rundgliederkette 6 , die an dem anderen Ende 22 in bevorzugt lösbarer Art und Weise den Klemmkeil 7 trägt.

Aus den Fig. 1 und 2 ist noch erkennbar, daß außenseitig des Flanschschenkels 8 und auch des Stegs 10 eine rippenartige Erhöhung 23 vorgesehen ist, die sich wie der Steg 10 der Anschlagklaue 5 von der Aussparung 17 bis hin zum Flanschschenkel 8 gleichmäßig verschmälert. Die Erhöhung 23 dient der Versteifung der Anschlagklaue 5.

Bezugszeichenaufstellung:

1 Ausbaubogen

2 umf. Rinnenprofilsegment

3 einl. Rinnenprofilsegment

4 Lösegeschirr

5 Anschlagklaue

6 Rundgliederkette

7 Klemmkeil

8 Flanschschenkel

9 Bodenschenkel

10 Steg

11 Flanschkralle

12 Klemmkeilaufnahme

13 Flansch von 2

14 Flansch von 3

15 Innenseite von 14

16 Boden von 2

17 Aussparung von 12

18 Widerlagerfläche

19 Außenseite von 20

20 Steg von 2

21 Zugbügel

22 Ende von 6

23 Erhöhung


Anspruch[de]
  1. 1. Lösegeschirr zum Rauben von rinnenprofilartigen Ausbaubögen (1) des untertägigen Streckenausbaus, das eine Anschlagklaue (5) mit Flanschschenkel (8), Klemmkeil (7) und Verbindungskette (6) umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlagklaue (5) U-förmig mit einem den Flanschschenkel (8) mit einem Bodenschenkel (9) verbindenden, sich etwa parallel zu einem Steg (20) des umfassenden Rinnenprofilsegments (2) erstreckenden Steg (10) ausgebildet ist, wobei der Bodenschenkel (9) mit einer Klemmkeilaufnahme (12) für den sich etwa parallel zum anderen Steg (20) des umfassenden Rinnenprofilsegments (2) erstreckenden Klemmkeil (7) versehen sind.
  2. 2. Lösegeschirr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmkeilaufnahme (12) eine Bestandteil einer Aussparung (17) bildende Widerlagerfläche (18) für den Klemmkeil (7) aufweist.
  3. 3. Lösegeschirr nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Widerlagerfläche (18) zu der Länge des Klemmkeils (7) sich etwa wie 1 : 3 verhält.
  4. 4. Lösegeschirr nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß außenseitig des Bodenschenkels (9) ein Zugbügel (21) vorgesehen ist.






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