PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE4117120A1 26.11.1992
Titel Kontaktanordnung für einen elektrischen Schalter
Anmelder ABB Patent GmbH, 6800 Mannheim, DE
Erfinder Muders, Erwin, 6900 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 25.05.1991
DE-Aktenzeichen 4117120
Offenlegungstag 26.11.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.11.1992
IPC-Hauptklasse H01H 1/18
Zusammenfassung Eine Kontaktanordnung für einen elektrischen Schalter besitzt wenigstens eine Kontaktstelle (21, 12; 22, 13) mit einem an einer Kontaktträgeranordnung angebrachten beweglichen und einem festen Kontaktstück (21, 22; 12, 13). Die Kontaktträgeranordnung ist aus einem im wesentlichen starren Halter (17) und einem in Abstand und parallel dazu verlaufenden, am Halter (17) befestigten blattfederartigen Träger (20) zusammengesetzt. An dem freien Ende oder an den freien Enden des Trägers (20) sind die beweglichen Kontaktstücke (21, 22) befestigt, und zwar auf der dem Halter (17) entgegengesetzt liegenden Seite des Trägers (20). Dadurch wird erreicht, daß beim Einschaltvorgang der Träger (20) zumindest im Bereich der beweglichen Kontaktstücke (21, 22) bis zum Anschlag am Halter (17) frei federn kann, wodurch der radiale Abstand der beweglichen Kontaktstücke von der Drehachse bzw. dem Kontaktträger (14) sich geringfügig beim Einschaltvorgang verändert. Dadurch wird eine reibende Bewegung der beweglichen Kontaktstücke (21, 22) auf den festen Kontaktstücken (12, 13) erzielt, so daß evtl. auf den Kontaktstücken gebildete Korrosionsschichten abgerieben werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kontaktanordnung für einen elektrischen Schalter, mit wenigstens einer Kontaktstelle mit einem an einer Kontaktträgeranordnung angebrachten beweglichen und einem festen Kontaktstück.

Die Kontaktstelle eines elektrischen Schalters, die durch ein bewegliches und ein festes Kontaktstück gebildet ist, besitzt einen bestimmten Kontaktübergangswiderstand, der sich aufgrund von Korrosion erhöht, was nachteilig ist. Aus diesem Grunde ist es zweckmäßig, wenn sich das feste Kontaktstück beim Einschaltvorgang gegenüber dem beweglichen Kontaktstück nach Kontaktgabe bewegt, in dem das bewegliche Kontaktstück auf dem festen Kontaktstück um eine bestimmte Strecke verschoben wird, wodurch eine evtl. entstandene Korrosionsschicht durch Reiben entfernt wird.

Bei elektrischen Leitungsschutzschaltern, bei denen das bewegliche Kontaktstück an einem Kontakthebel befestigt ist, wird dies dadurch erreicht, daß der gesamte Kontakthebel nach Kontaktgabe verschoben wird, wobei man ausnutzt, daß das Schaltschloß und der damit verbundene Kontakthebel nach Erreichung einer Totpunktstellung in eine stabile Lage verbracht werden. Bei Leitungsschutzschaltern mit einer einzigen Kontaktstelle ist dies zwar aufwendig, aber erreichbar.

Bei Kontaktanordnungen, bei denen an einer Kontaktbrücke zwei bewegliche Kontaktstücke angebracht sind, die mit zwei Festkontaktstücken zusammenwirken bzw. diese überbrücken, ist eine Verschiebung der beweglichen Kontaktstücke gegenüber den festen Kontaktstücken nicht möglich, wie beispielsweise aus der EP 01 73 193 B1 ersichtlich ist.

Um eine Reibungsbewegung der beweglichen Kontaktstücke auf den festen Kontaktstücken auch bei einer Kontaktbrückenanordnung zu erzielen, ist vorgeschlagen worden, siehe DE-PS 9 57 411, die Kontaktbrücke aus zwei an einem Ende drehbar miteinander verbundenen Kontakthebeln aufzubauen; die beweglichen Kontaktstücke befinden sich an den freien Enden der Kontakthebel. Die beiden Kontakthebel werden durch eine Schraubenfeder scherenartig derart beaufschlagt, daß die Arme durch die Kontaktfeder in Schließrichtung der Schere gedrückt werden. Beim Einschaltvorgang legen sich die beweglichen Kontaktstücke gegen die festen Kontaktstücke an und dadurch werden die Hebel gespreizt, wodurch ein Aufschieben der beweglichen Kontaktstücke auf die festen Kontaktstücke erzeugt wird. Eine derartige Anordnung ist aber kompliziert, da auch Maßnahmen getroffen werden müssen, um zu vermeiden, daß durch die Schraubenfeder die Kontakthebel mit den beweglichen Kontaktstücken scherenartig geschlossen werden.

Aus der DE-AS 10 71 198 ist bekannt geworden, die beweglichen Kontaktstücke an einem Kontaktträger zu befestigen, welcher eine U-Form besitzt, wobei die Kontaktflächen unter einem Winkel zur Bewegungsrichtung der Kontaktbrücke verlaufen. Miteinander bilden die Kontaktflächen eine in Öffnungsrichtung des Schalters offenes V. Dadurch können beim Einschalten gewisse Reibungsbewegungen an den Kontaktstellen erzeugt werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Kontaktanordnung der eingangs genannten Art zu schaffen, mit der eine definierte Reibungsbewegung des bzw. der beweglichen Kontaktstücke auf den entsprechenden festen Kontaktstücken erzielt wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kontaktträgeranordnung aus einem im wesentlichen starren Halter und einem parallel und in Abstand dazu verlaufenden, am Halter befestigten blattfederartigen Träger, an dessen freiem Ende das bewegliche Kontaktstück auf der dem Halter entgegengesetzt liegenden Seite des Trägers befestigt ist, zusammengesetzt ist, dergestalt, daß der Träger zumindest im Bereich des beweglichen Kontaktstückes bis zum Anschlag am Halter frei federn kann.

Wenn ein Schalter mit einer erfindungsgemäßen Kontaktanordnung eingeschaltet wird, dann legt sich das am Träger befestigte bewegliche Kontaktstück an das feste Kontaktstück an und nach Kontaktgabe kann sich der blattfederartig ausgebildete Träger federnd verformen, bis er am Halter anschlägt. Bei diesem Verformungsvorgang dreht sich das bewegliche Kontaktstück relativ zu dem Halter um die Befestigungsstelle bis zum Anschlag am Halter, wodurch der radiale Abstand des beweglichen Kontaktstückes von der Befestigungsstelle geringfügig verändert bzw. verkleinert wird.

Die erfindungsgemäße Ausgestaltung kann bei einer Kontaktanordnung verwendet werden, bei der die Kontaktträgeranordnung eine drehbare Hebelanordnung ist, wobei in bevorzugter Weise der Halter die Drehachse enthält; es besteht auch die Möglichkeit, die Kontaktträgeranordnung als eine Kontaktbrücke mit zwei beweglichen Kontaktstücken auszubilden, wobei der blattfederartige Träger in der Mitte des Halters an diesem befestigt ist.

Um einen Abstand zwischen dem Träger und dem Halter zu erzeugen, können entweder der Halter oder der Träger oder beide im Bereich der Befestigungsstelle des Trägers am Halter jeweils eine Abkröpfung aufweisen.

Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung kann dahin gehen, daß dann, wenn die Kontaktbrücke an einem Kontaktbrückenträger mit einer Kontaktdruckfeder gehaltert ist, die Kontaktdruckfeder als Blattfeder ausgebildet ist, deren freie Enden an den freien Enden des Halters angelenkt sind und deren mittiger Bereich sich an dem Kontaktbrückenträger abstützt. Eine derartige Blattfederanordnung zur Erzeugung eines Kontaktdruckes ist an sich bekannt, siehe DE-AS 10 71 198 oder DE-GM 72 35 751.

Anhand der Zeichnung in der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt ist, sollen die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung näher erläutert und beschrieben werden.

Es zeigen:

Fig. 1 eine erfindungsgemäße Kontaktanordnung in Ausschaltstellung,

Fig. 2 die Kontaktanordnung gemäß Fig. 1 beim Einschalten und

Fig. 3 die Kontaktanordnung nach den Fig. 1 und 2 in Einschaltstellung.

An zwei Anschlußfahnen 10, 11 befinden sich feste Kontaktstücke 12 und 13, die in einem Abstand zueinander innerhalb eines elektrischen Schalters angeordnet sind. Zwischen den beiden Kontaktstücken 12 und 13 befindet sich ein Kontaktbrückenträger 14, der in an sich bekannter Weise ein Fenster 15 aufweist, in das eine Kontaktbrückenanordnung 16 eingesetzt ist. Die Kontaktbrückenanordnung 16 ist zusammengesetzt aus einem Halter 17, der im Bereich seiner Mitte eine Abkröpfung 18 aufweist, deren freie Fläche 19 einen Abstand t zu dem übrigen Bereich des Halters 17 gelegen ist. Auf der freien Fläche 19 der Abkröpfung 18 ist ein Träger 20 befestigt, an dessen freien Enden jeweils ein bewegliches Kontaktstück 21 und 22 befestigt sind. Die freien Enden 23 und 24 sind abgebogen und zwar in gegenüber der Einschaltrichtung E entgegengesetzt verlaufende Richtung. An diesen hochgebogenen Enden 23 und 24 sind die freien Enden einer Blattfeder 25 angelenkt, die den Kontaktdruck erzeugt, wobei sich die Blattfeder im mittleren Bereich an einer oberen Querwand 26 des Fensters 15 im Kontaktbrückenträger 14 abstützt. Im Ausschaltzustand, siehe Fig. 1, stützt sich die Kontaktbrückenanordnung 16 an einer unteren Wandung 27 des Fensters 15 ab, wobei die untere Wandung 27 sich näher an den festen Kontaktstücken 12 und 13 befindet als die obere Wandung 26.

Wenn sich nun der Kontaktbrückenträger 14 in Pfeilrichtung E bewegt, gelangen die beweglichen Kontaktstücke 21, 22 in Berührung mit den festen Kontaktstücken 12 und 13 und dabei werden sich die freien Enden des Trägers 20 verbiegen, so weit, bis die freien Enden des Trägers 20 gegen den Halter 17 zum Anliegen kommen. Die beweglichen Kontaktstücke 21 und 22 führen dabei eine Drehbewegung um die Abkröpfung 18, also um die Befestigungsstelle aus, so daß sich der radiale Abstand der Kontaktstücke 21, 22 zum Mittelpunkt der Kontaktbrücke geringfügig verändert.

Die Fig. 3 zeigt die Kontaktanordnung in Einschaltstellung, wobei die blattfederartige Kontaktdruckfeder 25 zur Erzeugung des Kontaktdruckes noch weiter verformt worden ist. Man erkennt dies an dem Abstand t1 des Trägers 20 von der unteren Wand 27, siehe Fig. 2, bzw. t2 in der Stellung nach Fig. 3.

Durch die wenn auch geringfügige Bewegung der beweglichen Kontaktstücke 21, 22 in radialer Richtung bezogen auf die festen Kontaktstücke 12, 13 wird eine Reibung zwischen den Kontaktstücken erzeugt, wodurch evtl. entstandene Korrosionsschichten abgerieben werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Kontaktanordnung für einen elektrischen Schalter, mit wenigstens einer Kontaktstelle mit einer an einer Kontaktträgeranordnung angebrachten beweglichen und einem festen Kontaktstück, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktträgeranordnung (16) aus einem im wesentlichen starren Halter (17) und einem in Abstand und parallel dazu verlaufenden blattfederartigen Träger (20), an dessen freien Ende das bewegliche Kontaktstück (21, 22) auf der dem Halter (17) entgegengesetzt liegenden Seite des Trägers (20) befestigt ist, zusammengesetzt ist, dergestalt, daß der Träger (20) zumindest im Bereich des wenigstens einen beweglichen Kontaktstückes bis zum Anschlag am Halter (17) frei federn kann.
  2. 2. Kontaktanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktträgeranordnung (16) eine drehbare Hebelanordnung ist, bei der der Halter die Drehachse enthält.
  3. 3. Kontaktanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktträgeranordnung (16) eine Kontaktbrücke mit zwei beweglichen Kontaktstücken (21, 22) ist, und daß der Träger (20) in der Mitte des Halters (17) an diesem befestigt ist.
  4. 4. Kontaktanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Halter (17) und/oder der Träger (20) im Bereich der Befestigungsstelle des Trägers (20) am Halter (17) eine Abkröpfung aufweist, wodurch der Abstand (t) zwischen dem Träger (20) und dem Halter (17) gebildet ist.
  5. 5. Kontaktanordnung nach einem der Ansprüche 1, 3 und 4, mit einem Kontaktbrückenträger in dem die Kontaktbrücke mit einer Kontaktdruckfeder gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktdruckfeder (25) als Blattfeder ausgebildet ist, deren freie Enden an den freien Enden (23, 24) des Halters (17) angelenkt sind und deren mittiger Bereich sich an einer Wandung (26) in dem Kontaktbrückenträger (14) abstützt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche


Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com