Die Erfindung bezieht sich auf ein Halteelement zum vertikalen Positionieren
von im Rahmen eines Kraftfahrzeugs einklebbaren Scheiben gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
Aufklebbare Scheiben, wie z.B. Windschutzscheiben oder Heckscheiben,
werden üblicherweise automatisch mit einem Freiarmroboter eingesetzt bzw. angelegt.
Die Scheiben müssen dabei mit einem konstanten Abstand zum Fensterrahmen plaziert
und bis zum Abbinden bzw. Aushärten des Klebers durch Halteelemente vorübergehend
positioniert und fixiert werden. Hierzu werden im Kraftfahrzeugbau vielfach Halteelemente
mit in der Scheibenebene verstellbaren Stützteilen verwendet, deren Befestigungsschenkel
in dem im unteren Querrahmen einsetzbaren Halteteil in Richtung senkrecht zum
Scheibenrand verschiebbar geführt sind und die einen Halteschenkel aufweisen,
auf dem sich die untere Scheibenkante abstützt.
Ein derartiges Halteelement ist beispielsweise aus der DE 34 42 299
C1 bekannt. Das Stützteil ist hierbei mit einer Rasteinrichtung versehen, durch
welche der Halteschenkel nach dem Andrücken an den Scheibenrand in jeder gewünschten
Höhenlage selbsttätig blockiert ist.
Im Zuge der zunehmenden Automatisierung wird es bei diesem Halteelement
als Nachteil empfunden, daß die Stützteile jeweils von Hand bis an den Scheibenrand
herangedrückt werden müssen, weil dies mit einem zusätzlichen Arbeitsaufwand verbunden
ist.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, das vorgenannte Halteelement
so zu gestalten, daß das Stützteil beim Anlegen der Scheibe ohne manuelles Eingreifen
sich selbsttätig an den unteren Scheibenrand anlegt und dann seine Stützfunktion
so lange ausübt, bis die Scheibe vom Kleber gehalten wird.
Zur Lösung dieser Aufgabe werden die im Anspruch 1 angegebenen Gestaltungsmerkmale
vorgeschlagen, wobei in den Unteransprüchen noch weitere, für die Ausführung der
Erfindung förderliche und zweckmäßige Merkmale angegeben sind, welche bei der nachfolgenden
Beschreibung von mehreren Ausführungsbeispielen der Erfindung näher erläutert
werden sollen.
Es zeigt:
- Fig. 1
- eine rein metallische Ausführungsform des erfindungsgemäßen Halteelements in
Vorderansicht,
- Fig. 2
- das gleiche Halteelement in Seitenansicht,
- Fig. 3
- das gleiche Halteelement in perspektivischer Darstellung mit ungespannter Feder,
- Fig. 4
- das gleiche Halteelement in perspektivischer Darstellung mit gespannter Feder,
- Fig. 5
- einen Schnitt durch das im unteren Fensterrahmen eingesetzte Halteelement mit
gespannter Feder vor dem Anlegen der Scheibe,
- Fig. 6
- die gleiche Montagesituation nach dem Anlegen der Scheibe,
- Fig. 7
- ein anderes aus drei Teilen zusammengesetztes Halteelement in perspektivischer
Darstellung im gespannten Zustand,
- Fig. 8
- das Stützteil hierzu in Unteransicht,
- Fig. 9
- das Stützteil im Querschnitt gemäß Linie IX - IX in Fig. 10,
- Fig. 10
- das Stützteil in Vorderansicht,
- Fig. 11
- das zugehörige Halteteil in Seitenansicht,
- Fig. 12
- das Halteteil in Vorderansicht,
- Fig. 13
- das zusammengebaute und im Fensterrahmen montierte Halteelement mit gespanntem
Stützteil vor dem Anlegen der Scheibe im Querschnitt,
- Fig. 14
- das montierte Halteelement nach Fig. 13 in Draufsicht,
- Fig. 15
- das montierte Halteelement im Querschnitt nach dem Anlegen der Scheibe,
- Fig. 16
- das montierte Halteelement nach Fig. 15 mit Scheibe in Vorderansicht,
- Fig. 17
- ein anderes Stützteil mit Rastnase im Schnitt gemäß Linie XVII - XVII in Fig.
18,
- Fig. 18
- das gleiche Stützteil in Vorderansicht,
- Fig. 19
- das zugehörige Halteteil mit stufenförmigen Rastrillen im Schnitt gemäß Linie
IXX - IXX in Fig. 20,
- Fig. 20
- das gleiche Halteteil in Vorderansicht,
- Fig. 21
- das zusammengebaute und im Fensterrahmen montierte Halteelement mit angelegter
Scheibe im Schnitt und
- Fig. 22
- das montierte Halteelement mit angelegter Scheibe in Vorderansicht.
Das in den Figuren 1 bis 6 dargestellte Halteelement ist einstückig
aus Federstahlblech ausgestanzt und geformt und besteht im wesentlichen aus einem
im unteren Querrahmen 8 einsetzbaren Halteteil 1 und einem gegen den unteren Scheibenrand
3 andrückbaren Stützteil 2, welches durch eine S-förmig gebogene Metallfeder 4
gebildet ist. Das Halteteil 1 besitzt hierbei eine am Querrahmen 8 anlegbare Rückwand
5 und einen an deren unterem Ende rechtwinklig angeformten Stützschenkel 6, der
mit einem nach hinten zurückgebogenen Klemmschenkel 7 zur Befestigung des Halteteiles
1 am unteren Querrahmen 8 versehen ist (Fig. 5 und 6).
Am Stützschenkel 6 ist die S-förmig gebogene Feder 4 derart angeformt,
daß der obere Bogen 4', der sich etwa über die Breite der Rückwand 5 erstreckt,
sich zur Auflage für den Scheibenrand 3 eignet. In der oberen Mitte der Rückwand
5 ist eine elastisch wegdrückbare Sperrklinke 9 so angeformt, daß diese mit ihrem
freien Ende abwärts in den Stützbereich hineinragt und die im Anlieferungszustand
zunächst ungespannte Feder 4 (Fig. 3) im zusammengedrückten Zustand in der unteren
Spannstellung festhält (Fig. 4).
In Fig. 5 ist das Halteelement mit gespannter Feder 4 im unteren
Querrahmen 8 des Fensterrahmens eingesetzt. Die Scheibe 10 wird in Richtung des
Pfeiles "A" an den Fensterrahmen herangeführt und soll in diesem mittels einer
Kleberaupe 11 verklebt werden. Beim Andrücken der Scheibe 10 wird die Sperrklinke
9 vom unteren Scheibenrand 3 weggedrückt, wodurch der obere Stützbogen 4' der
Feder 4 durch die freiwerdende Federkraft in Richtung des Pfeiles "B" gegen den
darüberliegenden Scheibenrand 3 gedrückt wird (Fig. 6). Durch die Anordnung mehrerer
solcher Halteelemente im unteren Querrahmen 8 ist es nun möglich, die Scheibe 10
solange in der vorbestimmten Lage zu fixieren, bis die Kleberaupe 11 ihre volle
Haftwirkung entfaltet hat.
In den Figuren 7 - 12 ist ein aus drei Teilen zusammengesetztes Halteelement
dargestellt, welches nach dem gleichen vorbeschriebenen Prinzip arbeitet. Das in
den Figuren 8 - 10 gezeigte Stützteil 12 ist hierbei ebenso aus Kunststoff hergestellt,
wie das in den Figuren 11 und 12 gezeigte Halteteil 13. Lediglich die zum. Hochdrücken
des Stützteils 12 benötigte Feder 14, die beim zusammengebauten Halteelement sich
im Innern befindet und daher in Fig. 7 gestrichelt dargestellt ist, ist wegen
der erforderlichen Stützkraft aus Federstahl hergestellt.
Das Stützteil 12 besteht hierbei aus einer Deckwand 15 mit zwei daran
rechtwinklig angeformten Seitenwänden 16, welche im Abstand von der Deckwand 15
mit parallel zu dieser verlaufenden, nach innen gerichteten Rastkanten 17 versehen
ist. Am oberen Rand der Deckwand 15 ist eine vorzugsweise dachförmig ausgebildete
Stützwand 18 angeformt, welche einerseits als Auflage für den unteren Scheibenrand
3 dient und andererseits nach innen eine Anlagewand 19 für das Federelement 14
bildet.
Das Halteteil 13 besteht - ähnlich wie das Halteteil 1 in Fig. 1
- aus einer am Fensterrahmen 8 anliegenden Rückwand 20 mit einem am unteren Ende
rechtwinklig angeformten Stützschenkel 21 und einem nach hinten geformten Klemmschenkel
22 sowie zwei zusätzlichen Seitenwänden 23, deren äußerer Abstand "A" etwas kleiner
ist als der lichte Abstand "a" zwischen den Seitenwänden 16 des Stützteils 12.
Diese Seitenwände 23 sind zwar für die Stützfunktion nicht unbedingt erforderlich,
aber für den Zusammenbau des Halteelements hilfreich zum seitlichen Halt der Metallfeder
14. An der rückwärtigen Seite der Rückwand 20 ist längs der beiden Kanten eine
Aussparung 24 eingeformt, welche in Breite und Tiefe den Maßen der Rastkanten 17
entspricht.
In diese beiden Aussparungen 24 können die Rastkanten 17 beim Zusammenbau
von Halteteil 13 und Stützteil 12 einrasten, wobei die Rastkanten 17 zunächst unter
elastischer Aufweitung der Seitenwände 16 über die Seitenwände 23 gedrückt werden
müssen.
Am oberen Ende der Aussparung 24 befindet sich ein Anschlag 25, durch
welchen der Verschiebeweg des Stützteils 12 nach oben begrenzt ist. Nach unten
wird die Begrenzung des Verschiebewegs durch die Vorderkante 26 des Stützschenkels
21 und die Unterkante 27 der Deckwand 15 erreicht.
In der Mitte der Rückwand 20 ist eine Sperrklinke 28 angeordnet,
welche im unteren Bereich über eine filmscharnierartige Verbindungsstelle 29 an
der Rückwand 20 schwenkbar angeformt ist und mit einer auf das Stützdach 18 gerichteten
Rastnase 30 versehen ist, welche in der unteren Stellung des Stützteils 12 in
eine entsprechende Rille oder Kerbe 31 am Rand des Stützdaches 18 einrastbar ist.
Die Sperrklinke 28 ragt mit ihrem oberen Ende schräg in den Stützbereich der Scheibe
10 und läßt sich zwischen den seitlich der Sperrklinke 28 verbliebenen Rückwandteilen
20 elastisch nach hinten wegdrücken.
Beim Zusammenbau des Halteelements wird zunächst die Metallfeder
14 in die vom Stützschenkel 21 und den Seitenwänden 23 gebildete Nische des Halteteils
13 eingelegt. Sodann wird das Stützteil 12 mit den Seitenwänden 16 über die Seitenwände
23 des Halteteils 13 geschoben, wobei das Stützdach 18 über der entspannten Feder
14 positioniert wird. Nach dem Einrasten der Rastkanten 17 in den Aussparungen
24 ist die Feder 14 vollkommen eingeschlossen und die Sperrklinke 28 zwischen
den Rückwandteilen 20 versenkt.
Nun wird das Stützteil 12 gegen den Druck der Feder 14 nach unten
gedrückt, so daß die versenkte Sperrklinke 28 wieder vortreten und mit ihrer Rastnase
30 in die Rille oder Kerbe 31 des Stützdaches 18 einrasten kann.
Das Halteelement ist nunmehr für den bestimmungsgemäßen Einsatz bereit
und kann, wie in den Figuren 13 bis 16 dargestellt, im Fensterrahmen 8 eines Kraftfahrzeuges
eingebaut und zum vorübergehenden Fixieren einer eingelegten Fensterscheibe 10
verwendet werden. Beim Andrücken der Scheibe 10 an die im Fensterrahmen 8 angebrachte
Kleberaupe 11 wird die Sperrklinke 28 nach hinten weggedrückt. Dabei tritt die
Rastnase 30 aus der Rille 31 heraus und das Stützteil 12 wird durch die freiwerdende
Kraft der Feder 14 nach oben "geschossen", und zwar soweit, bis das Stützdach
18 am unteren Scheibenrand 3 anliegt (Fig. 15 und 16). Die Scheibe 10 wird nun
durch die bloße Kraft der Federn 14 in den einzelnen Halteelementen gegen den oberen,
nicht dargestellten Querrahmen angedrückt und solange gehalten, bis die Kleberaupen
11 abgehärtet sind und ihre Haltefunktion voll erfüllen.
Bei dem in den Figuren 17 bis 22 dargestellten, weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung besitzt das Stützteil 12 neben der Rille 31 noch eine zur Sperrklinke
28 weisende, nach unten abgeflachte Rastnase 32, während die Sperrklinke 28 in
ihrem oberen Bereich mit im Querschnitt sägezahnförmigen Querrillen 33 mit nach
oben abgeflachten Rastflächen 34 versehen ist. Beim Hochspringen des Stützteils
12 wird die Rastnase 32 über die Querrillen 33 leicht hinweggleiten und dann in
einer der Höhenlage des Scheibenrandes 3 entsprechenden Querrille 33 sich abstützen,
da die zurückfedernde Sperrklinke 28 für einen sicheren Eingriff der Rastnase 32
in diese Querrille 33 sorgt (Fig. 21).
Diese Ausführungsform hat gegenüber der vorbeschriebenen Ausführungsform
mit glatter Sperrklinke den Vorteil, daß die Feder 14 wesentlich schwächer und
damit leichter ausgebildet sein kann. Die Federkraft muß nicht mehr das Gewicht
der Scheibe 10 halten, sondern nur noch das Stützteil 12 in die Anlageposition
bringen. Von da ab übernimmt die Rastnase 32 des Stützdachs 18 nach dem Einrasten
in die Querrille 33 die Stützfunktion.
Es versteht sich, daß die Rastverbindung zur stufenweisen Positionierung
des Stützteils 12 auch durch andere geeignete Rastmittel am Halteelement bewirkt
werden kann, welche einerseits eine ungehinderte Bewegung des Stützteils 12 nach
oben zulassen und in der entgegengesetzten Richtung durch Federkraft derart ineinandergreifen,
daß das Stützteil in der gewünschten Höhenlage festgehalten wird.