Die Erfindung betrifft neue, phospholipidhaltige
Zusammensetzungen, die neben den entsprechenden Phospholipiden
als Verfestigungsmittel Palatinit enthalten,
gegebenenfalls einen oder mehrere Hilfsstoffe enthalten, sowie ein
Verfahren zu ihrer Herstellung. Die Zusammensetzung kann
als feste orale Darreichungsform verwendet werden.
Die Phospholipide kommen in der Natur in großem Umfang
vor und können aus tierischen und pflanzlichen
Materialien gewonnen werden. Hauptquellen sind Eier
(Eilecithin) und Soja (Sojalecithin), Ölsaaten und Ölfrüchte,
wie z.B. Kokosnuß-Kopra, Palmkerne, Erdnüsse, Raps,
Sonnenblumenkerne, Ölpalmen und Oliven. Die Phospholipide
fallen überwiegend bei der Gewinnung der pflanzlichen Öle
als Nebenprodukt an. Dabei wird durch die sogenannte
Entschleimung des Pflanzenöls, die durch Einleiten von
geringen Mengen Wasserdampf oder von Wasser bei höheren
Temperaturen in das Rohöl erfolgt, eine viskose Masse
gewonnen. Dieser sogenannte Lecithinschlamm hat je nach
Herkunft unterschiedliche Zusammensetzung:
14 - 36 Gew.-% Pflanzenöl
27 - 57 Gew.-% Wasser
59 - 8 Gew. -% Phospholipide.
Durch Trocknung des Lecithinschlamms in einem Verdampfer
bei höheren Temperaturen (80ºC) über einen längeren
Zeitraum (ab 6 - 12 Stunden) oder bei 100ºC im
Dünnschichtverdampfer mit kürzerer Verweilzeit erhält man das
handelsübliche Rohlecithin.
Wichtigstes Rohlecithin ist das Sojalecithin, welches
nach der Trocknung ca.
52 Gew.-% Phospholipide
35 Gew.-% Öle und Fettsäuren
10 Gew.-% Glykolipide und Zucker
2 Gew.-% unverseifbare Anteile
1 Gew.-% Wasser
enthält.
Durch Behandlung mit entsprechenden Lösungsmitteln z.B.
Aceton, kommt man zu den sogenannten entölten
Phospholipiden (bzw. entöltem Rohlecithin, welches nur noch
geringe Mengen an Öl und sonstigen Begleitlipiden enthält).
Die gewonnenen Lecithinfraktionen haben je nach Herkunft
unterschiedliche Phospholipid-Zusammensetzungen:
Soja-Lecithin:
Ca. 30 % Phosphatidylcholin
1 - 2 % Lysophosphatidylcholin
22 % Phosphatidylethanolamin
1 - 2 % Lysophosphatidylethanolamin
3 - 4 % Phosphatidylserin
18 % Phosphatidylinosit
13 % Phytoglykolipide
2 % Phosphatidsäure
8 % Begleitlipide
Ei-Lecithin:
73 % Phosphatidylcholin
5 - 6 % Lysophosphatidylcholin
15 % Phosphatidylethanolamin
2 - 3 % Lysophosphatidylethanolamin
1 % Phosphatidylinosit
2 - 3 % Sphingomyelin
1 % Plasmalogen
Raps-Lecithin:
30 - 32 % Phosphatidylcholin
3 % Lysophosphatidylcholin
30 - 32 % Phosphatidylethanolamin
3 % Lysophosphatidylethanolamin
14 - 18 % Phosphatidylinosit
1 % Lysophosphatidylinosit
10 % Phytoglykolipide
1 % Phosphatidsäure
2 - 3 % Begleitlipide
Saflor-Lecithin:
32 - 39 % Phosphatidylcholin
1 - 2 % Lysophosphatidylcholin
14 - 17 % Phosphatidylethanolamin
2 % Lysophosphatidylethanolamin
21 - 27 % Phosphatidylinosit
1 % Lysophosphatidylinosit
15 - 28 % Begleitlipide
Die einzelnen Lecithine können auch nach bekannten
Verfahren gereinigt werden und die entsprechenden
Phospholipide in die einzelnen Bestandteile, wie
Phosphatidylcholin, Phosphatidylethanolamin, Phosphatidylinosit,
Phosphatidylserin, Phosphatidylglycerol,
Lysophosphatidylcholin, Lysophosphatidylethanolamin, Lysophosphatiylserin,
Lysophosphatidylglycerol, aufgetrennt werden oder auch
olefinische Gemische hergestellt werden.
Die sehr unterschiedlich zusammengesetzten
Phospholipidgemische, angefangen vom Lecithinnaßschlamm, Rohlecithin,
entöltem Lecithin bis zu definierten, zusammengesetzten
Phospholipidgemischen oder sogar den reinen
Phospholipiden, wie z.B. Phosphatidylcholin, besitzen sehr stark
voneinander abweichende physikalische Eigenschaften. Die
Phospholipidgemische besitzen eine sehr unterschiedliche
Konsistenz von flüssig bis zähplastisch. Die Plastizität
des Lecithins steigt mit seinem Reinheitsgrad, d. h. mit
zunehmendem Phosphatidylcholingehalt und abnehmendem
Ölgehalt.
Da Lecithin und in zunehmendem Maße hochreines Lecithin
bekanntlich als sehr stark viskose, pastenähnliche Masse
zur Verfügung steht, bereitet die Bearbeitung wegen der
Zähflüssigkeit des Lecithins erhebliche Schwierigkeiten.
Das Lecithin ist schwer dosierbar und bleibt wegen seiner
zähflüssigen Konsistenz an den Geräten, mit denen es in
Berührung kommt, kleben, so daß die verbleibenden
Rückstände eine häufige und aufwendige Reinigung der Geräte
erfordern.
Vielfach begnügt man sich daher damit, aus dem
Rohlecithin durch Zusatz von Hilfsstoffen dickflüssige oder
pastöse Präparate für die entsprechende Anwendung
herzustellen.
Bei der Verwendung von Reinlecithin bzw. besonders
hochreinem Lecithin tritt insbesondere das Problem auf, daß
die zunehmende Reinheit des Lecithins eine zunehmende
Schwerlöslichkeit des Lecithins zur Folge hat.
Als weiteres Erschwernis kommt die Hygroskopizität des
hochreinen Lecithins hinzu, die eine Vermischung oder
einen Überzug des hochreinen Lecithins mit fettähnlichen,
wachsartigen Substanzen praktisch unmöglich macht.
Es sind daher vielfach Versuche unternommen worden,
Lecithin in Formen zu überführen, die eine einfachere
Verarbeitung gestatten.
So wird in US-A-2 057 695 ein Verfahren zur
Herstellung von gepulverten, ölfreien Phosphatidprodukten
beschrieben, die im Endprodukt einen sehr hohen
Lecithingehalt aufweisen. Hierbei wird Rohphosphatid durch
mehrfache Extraktion mit Aceton entölt, das ölfreie Produkt
mit Wasser versetzt, der Rückstand an gelöstem Material
entfernt und die verbleibene wäßrige Phosphatidemulsion
durch Sprüh- oder Rollentrodcknung weiter getrocknet.
Dabei können Zusätze von Zucker zugegeben werden. Die
ölfreie, wäßrige Lecithinlösung, die einen sehr hohen
Wassergehalt aufweist (etwa 20 bis 50-fache Menge), wird
anschließend direkt mit einem Stabilisator, wie etwa
Salicylsäure, vermischt und kann dann anschließend getrocknet
werden. Bei Zuckerzusatz, etwa Saccharose, kann ein
Phospholipidgehalt von max. 60 % erreicht werden.
In US-A-3 012 888 werden ölfreie Phosphatidprodukte
beschrieben, die 1 - 5 % Monosaccharid enthalten und
erhalten werden, indem man eine 40 %ige Lösung des
entsprechende Monosaccharids zu Rohlecithin gibt, auf 60 -
70º C erhitzt bis eine homogene Masse erhalten wird,
anschließend im Vakuum trocknet und das Öl mit Aceton
entfernt. Zuletzt erfolgt eine Entfernung der
Rückstandslösung im Vakuum. Ziel der Anmeldung ist die Herstellung
von lagerstabilen Phosphatidprodukten, ausgehend von
wäßrigen Lösungssystemen. Bei der Verwendung von
nichtreduzierenden Zuckern werden keine befriedigenden Ergebnisse
erhalten.
In der DE-B-642 932 wird ein technisches Verfahren zum
Trocknen von Lecithin sowie ein anschließender Überzug
mit wachsähnlichen Substanzen beschrieben, wogegen in der
DE-B-973 741 nach Entölen mit Aceton eine Trocknung
durch Wärmezerkleinerung stattfindet.
Die DE-B-508 353 (US-A-1 776 721) enthält
technische Anweisungen für das Vermischen von Lecithin mit
Mehl oder Mehlprodukten.
US-A-1 988 050 beschreibt eine Mischung aus
Phospholipiden (Lecithin) und Getreidekeimen, die mit Alkohol
entölt bzw. getrocknet wird. In US-A-2 632 705 wird
dem Lecithin außer Getreidemehl noch Fettsäureester
Zugesetzt.
In US-A-2 430 553 wird rohes Lecithin mit wäßriger
Zuckerlösung versetzt, in einem Zweibad-Verfahren entölt
und getrocknet. Erhalten werden Produkte, die nur einen
geringen Lecithingehalt aufweisen.
US-A-2 447 726 beschreibt ein Vermengen von Lecithin
mit Gelose, einem reduzierenden Zucker, der aus 'Irish
moss' gewonnen wird und US-A-2 708 631 eine Lösung
von maximal 20 % Lecithin in Dextrose.
US-A-2 973 381 beschreibt eine Zusammensetzung aus
Phospholipid und Tocopherol (Vitamin E), während in US-
A-3 480 544 Phospholipide und SiO&sub2; miteinander
vermengt werden.
In US-A-2 929 723 werden flüssige Aromate mit Hilfe
von Lecithin (0,1 - 5 %) in feste Produkte überführt.
Alle bisherigen Verfahren haben den Nachteil, daß
entweder nur geringe Lecithingehalte im Produkt vorliegen oder
eine aufwendige Produktherstellung notwendig ist. Zudem
ist die Konsistenz des Produktes oft nicht befriedigend.
Chem. Abstr. 109 (19):169028v beschreibt die Verwendung
einer Mischung von α-D-Glucopyranosyl-1,6-mannit und
α-D-Glucopyranosyl-1,6-sorbit als Süßstoff in Bonbons,
Kaugummis und Keksen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, einen
Zusatzstoff und eine Methode zu finden, bei der
Phospholipidgemische unterschiedlicher Ausgangssubstanzen in
Produkte überfuhrt werden, die auch einen hohen
Phosphatidylcholingehalt aufweisen können und deren Konsistenz
durch die Wahl des Zusatzstoffes sowie dessen Menge
gesteuert werden kann.
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine phospholipidhaltige
Zusammensetzung, die Zucker als Verfestigungsmittel und
übliche Hilfsstoffe enthält, dadurch gekennzeichnet, daß
eine 1:1 Mischung von Glucopyranosido-1,6-mannit und
Glycopyranosido-1,6-sorbit in einem Gewichtsverhältnis von
Phospholipid:Mischung von Mannit und Sorbit von 1:20 bis
20:1 als Zucker vorhanden ist.
Überraschenderweise konnte nun gefunden werden, daß es
möglich ist, Palatinit einen nicht-reduzierenden Zucker
mit hochreinem Lecithin zu mischen und dabei Produkte zu
erhalten, die eine äußerst feste Konsistenz aufweisen und
nicht klebrig sind.
Es ist ebenso überraschend, daß die Mischung von Mannit
und Sorbit mit Lecithin ohne die sonst üblichen
Antiklebemittel direkt vermischt werden kann und die
klebrigen Eigenschaften des Lecithins sowie seine große
Hygroskopizität, die ansonsten für eine effektive
Verarbeitung sehr hinderlich ist, mittels des Palatinits
vollständig neutralisieren kann, sodaß in einem
einstufigen Verfahren feste, sehr gut handhabbare und stabile
Produkte entstehen. Dabei kann die Konsistenz des
Produktes über das Verhältnis Palatinit zu Phospholipid von
pastös bis sehr fest gesteuert wenden kann. Das
Verhältnis von Phospholipiden:Palatinit beträgt 1:20 bis 20:1,
vorzugsweise 4:1 bis 20:1.
Palatinit ist ein nicht-reduzierender Zucker und die
Handelsbezeichnung für eine hydrierte Isomaltulose, die
aus einem 1:1-Gemisch von Glucopyranosido-1,6-mannit und
Glucopyranosido-1,6-sorbit besteht und einen
Reinheitsgrad von > 99 % aufweist (J.S. Hoeven, Caries Res., 13
(1979), S. 301).
Die Gemische können natürlich vorkommende oder
synthetische Phospholipide enthalten.
Als phospholipidhaltige Ausgangsgemische können alle
Produkte eingesetzt werden, wobei der Phospholipidgehalt
von 5 - 98 % variieren kann, wie z.B.
Ei-Lecithin (ca. 80 % Phosphatidylcholin, Rest
andere Phospholipide)
oder hochreine Phospholipide mit bis zu 96 %
Phosphatidylcholingehalt. Ebenso können auch Phospholipidgemische
anderer Zusammensetzung eingesetzt werden. Die
Phospholipidfraktionen können nach an sich bekannten Verfahren
gemäß DE-A-30 47 048, DE-A-30 47 012 und DE-A-30 47 011
aus Sojabohnen, Raps, Sonnenblumenkernen und anderen
Ölfrüchten und Ölsaaten, bevorzugt jedoch aus Sojabohnen,
gewonnen werden.
Als Hilfsstoffe, beispielsweise zur
Geschmacksverbesserung, können die üblichen Aromastoffe, wie z.B. Vanillin,
Anis, Karamel, Schokolade, Malz, Pfefferminzöl oder auch
Fruchtaromen, wie etwa Banane, Orange, Himbeere oder
Gemisch derselben, eingesetzt werden.
Ebenso können auch Süßstoffe, beispielsweise
Natriumcyclamat, Saccharin, Xylit, Rohrzucker (Saccharose),
Glucose, Fructose oder Maltose oder andere
Süßstoffderivate benutzt werden. Es ist auch möglich, mehrere der
o.g. Hilfsstoffe zu kombinieren, um so die geschmacklich
gewünschte Zusammensetzung herstellen zu können. Der
Anteil an Hilfsstoffen in der Zusammensetzung kann bis zum
5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht, betragen.
Die Produkte können nach üblichen Methoden zu Körnern,
Granulaten, Riegeln, Kautabletten etc. verarbeitetet oder
in andere Formen überführt werden, die eine problemlose
Weiterverarbeitung erlauben.
Das Gemisch Lecithin bzw. Phospholipide / Palatinit kann
hergestellt werden, indem eine Lecithinlösung erzeugt
wird, diese mit der entsprechenden Menge an Palatinit
oder Palatinitlösung vermischt wird und die Mischung
anschließend im Walzenstuhltrockner oder Sprühtrockner
von anhaftendem Lösungsmittel befreit wird.
Überraschend ist es aber auch möglich die Zusammensetzung
herzustellen, indem man in der Wärme eine Schmelze der Mischung
von Mannit und Sorbit zu Lecithin oder Phospholipiden hinzufügt und
nach üblichen Methoden solange durchmischt, bis eine
homogene Masse entstanden ist. Dieser homogenen Phase
können dann die üblichen Aromastoffe, wie z.B. Vanillin,
Anis, Karamel, Schokolade, Malz, Pfefferminzöl oder auch
Fruchtaromen, wie etwa Banane, Orange, Himbeere oder
Gemische derselben zugesetzt werden.
Ebenso können auch Süßstoffe, etwa Natriumcyclamat,
Saccharin, Xylit, Rohrzucker (Saccharose), Glucose,
Fructose oder andere Süßstoffderivate oder entsprechende
Kombinationen zugesetzt werden.
Die gesamte Masse kann nach ihrer Homogenisierung in der
Wärme plastisch verformt oder nach Abkühlen zu Körnern,
Granulaten, Riegeln, Tabletten etc. verarbeitet oder auch
in andere Formen überführt werden, die eine problemlose
Weiterverarbeitung gestatten.
Die Zusammensetzung ist bei Temperaturen von 50ºC bis
80ºC plastisch, so daß es bevorzugt ist, die
Zusammensetzung bei diesen Temperaturen durch Mischen der
Bestandteile herzustellen, als auch in orale Darreichungsformen
zu überführen. Die Zusammensetzung wird vorzugsweise als
orale Darreichungsform verwendet. Sie kannn dabei auch
als Trägersubstanz für oral zu verabreichende
Arzneimittel, d. h. pharmazeutisch wirksame Substanzen dienen.
Orale Darreichungsformen sind z.B. Granulate, Tabletten,
Kautabletten, Riegel/Bonbons, filmüberzogene Tabletten
und gefüllte harte Gelatinekapseln.
Die Erfindung wird durch die nachstehenden Beispiele
näher beschrieben:
Beispiel 1
Gereinigtes Sojalecithin (ca. 76 % Phosphatidylcholin) 3947 g
Palatinit 2008 g
Vanillin 45 g
Das gereinigte Sojalecithin wird bei 80ºC nach üblicher
Weise geknetet und die 140ºC-heiße Palatinit masse
zugegeben. Nachdem das Gemisch eine Temperatur von 80ºC
erreicht hat, wird Vanillin zugegeben und solange
geknetet, bis eine homogene Masse entstanden ist. Das
Produkt kann in der Wärme plastisch verformt oder nach
Abkühlen zu Körnern, Granulaten, Riegeln, Kautabletten
etc. verarbeitet werden, wobei ggfs. noch pharmazeutisch
wirksame Substanzen eingearbeitet werden können, so daß
die Zusammensetzung als Trägermaterial verwendet wird.
Beispiel 2
Gereinigtes Sojalecithin (ca. 76 % Phosphatidylcholin) 6579 g
Palatinit 3346 g
Vanillin 75 g
Herstellung analog Beispiel 1.
Es entsteht ein festes Produkt.
Beispiel 3
Gereinigtes Sojalecithin (ca. 76 % Phosphatidylcholin) 2831 g
Palatinit 1145 g
Vanillin 24 g
Herstellung analog Beispiel 1.
Es entsteht ein festes Produkt.
Beispiel 4
Gereinigtes Sojalecithin (ca. 76 % Phosphatidylcholin) 3875 g
Palatinit 1078 g
Vanillin 47 g
Herstellung analog Beispiel 1.
Es entsteht ein festes Produkt.
Beispiel 5
Gereinigtes Sojalecithin (ca. 76 % Phosphatidylcholin) 188,5 g
Palatinit 10,0 g
Vanillin 1,5 g
Herstellung analog Beispiel 1.
Es entsteht eine Masse mit sehr zähfließenden, pastösen
Eigenschaften, die jedoch nicht klebrig ist.
Beispiel 6
Hochreine Phospholipide (bis 98 % Phosphatidylcholin) 75,27 g
Palatinit 23,98 g
Vanillin 0,75 g
Herstellung analog Beispiel 1.
Es entsteht ein festes Produkt.
Beispiel 7
Hochreine Phospholipide (bis 98 % Phosphatidylcholin) 57,57 g
Palatinit 41,73 g
Vanillin 0,70 g
Herstellung analog Beispiel 1.
Es entsteht ein festes Produkt.
Beispiel 8
Hochreine Phospholipide (bis 98 % Phosphatidylcholin) 81,41 g
Palatinit 18,11 g
Vanillin 0,48 g
Herstellung analog Beispiel 1.
Es entsteht ein festes Produkt.
Beispiel 9
Hochreine Phospholipide (bis 98 % Phosphatidylcholin) 90,25 g
Palatinit 9,01 g
Vanillin 0,74 g
Herstellung analog Beispiel 1.
Es entsteht ein Produkt. mit sehr zähfließender, pastöser
Konsistenz, das jedoch nicht klebirg ist.
Beispiel 10
Hochreine Phospholipide (bis 98 % Phosphatidylcholin) 92,43 g
Palatinit 7,02 g
Vanillin 0,45 g
Herstellung analog Beispiel 1.
Das Produkte hat die gleichen Eigenschaften wie in
Beispiel 9.
Beispiele 11 bis 15
Diese entsprechen den Beispielen 1 bis 5, in denen das
Vanillin aber durch gleiche Menge an Xylit und Vanillin
im Verhältnis 1 : 1 ersetzt wird. Es werden Produkte mit
den gleichen Eigenschaften wie in den Beispielen 1 bis 5
erhalten.
Beispiele 16 bis 20
Diese entsprechen den Beispielen 6 bis 10. Das Vanillin
wird durch die gleiche Menge an Anis ersetzt. Es
entstehen Produkte mit den Eigenschaften der Beispiele 6 bis
10.
Beispiel 21
Phospholipid-Palatinit -Produkt (z.B. aus Beispiel 2 oder 12) 1440 g
Palatinit pulverisiert 315 g
Siliciumdioxid 45 g
Das fertige, feste Produkt aus Beispiel 2 wird nach
üblichen Verfahren zu einem rieselfähigen Granulat gemahlen
und anschließend mit dem Palatinit -Pulver und dem SiO&sub2;
gemischt. In einer üblichen Tablettenpresse werden
Kautabletten mit 16 mm Durchmesser (Gewicht 1,5 g) und solche
mit 22 mm Durchmesser (Gewicht 2,5 g) gepreßt.
Beispiel 22
Phospholipid-Palatinit -Produkt (z.B. aus Beispiel 2 oder 12) 800 g
Palatinit pulverisiert 160 g
Siliciumdioxid 25 g
Karamel-Aroma 15 g
Herstellung von Kautabletten analog Beispiel 21.
Beispiel 23
Phospholipid-Palatinit -Produkt (z.B. aus Beispiel 2 oder 12) 527 g
Palatinit pulverisiert 160 g
Siliciumdioxid 25 g
Feinpulvriges Glyceridgemisch 15 g
Herstellung von Kautabletten analog Beispiel 21.
Beispiel 24
Phospholipid-Palatinit -Produkt (z.B. aus Beispiel 2 oder 12) 777 g
Pulverisierte Fructose 117 g
Siliciumdioxid 25 g
Kakao pulverisiert 75 g
Vanillin 6 g
Herstellung von Kautabletten analog Beispiel 21.
Beispiel 25
Phospholipid-Palatinit -Produkt (z.B. aus Beispiel 2 oder 12) 777 g
Palatinit pulverisiert 72 g
Pulverisierte Fructose 10 g
Siliciumdioxid 25 g
Sahne-Aroma 20 g
Vanillin 6 g
Herstellung von Kautabletten analog Beispiel 21.
Für die Beispiele 26 - 29 wurde ein Sojalecithin der
folgenden Zusammensetzung verwendet:
35 % Phosphatiylcholin
26 - 33 % sonstige Phospholipide und andere
Begleitstoffe
32 -39 % Öl
Beispiel 26
Lecithin (35 % Phosphatidylcholin) 715 g
Palatinit 1760 g
Vanillin 25 g
Beispiel 27
Lecithin (35 % Phosphatidylcholin) 1072 g
Palatinit 1403 g
Vanillin 25 g
Beispiel 28
Lecithin (35 % Phosphatidylcholin) 3500 g
Palatinit 2440 g
Vanillin 60 g
Beispiel 29
Lecithin (35 % Phosphatidylcholin) 3330 g
Palatinit 630 g
Vanillin 40 g
Die Produkte der Beispiele 26 - 29 sind fest.
In jedem der Beispiele 30 bis 33 wird eine der weiter
unten aufgeführten Mischungen verwendet.
Mischung I
Hochgereinigtes Phospholipid (bis zu 98 % Phosphatidylcholin) 1.400 g
Palatinit 600 g
Mischung II
Gereinigtes Sojalecithin (ca. 76 % Phosphatidylcholin) 1.400 g
Palatinit 600 g
Mischung III
Lecithin (35 % Phosphatidylcholin) 1.400 g
Palatinit 600 g
Beispiel 30(Lecithinhaltige Multivitaminkautabletten)
1. Grundsubstanz (I, II oder III) 1.944,00 mg
2. Vitamin A 500.000 IU/g (Retinolacetat) 4,00 mg
3. Vitamin B&sub1; (Thiaminchlorid x HCl) 0,25 mg
4. Vitamin B&sub2; (Riboflavin) 1,00 mg
5. Vitamin B&sub6; (Pyridoxine x HCl) 1,00 mg
6. Vitamin B&sub1;&sub2; (Cyanocobaltamin) 1,00 ug
Die Substanzen werden zusammengemischt und in biplanare
Kautabletten mit einem Durchmesser von 25 mm und einem
Gewicht von 2,86 g mit Hilfe einer Tablettenpresse
gepreßt.
Beispiel 31(Lecithin- und mineralhaltige Multivitaminkautabletten)
Folgende Substanzen werden der Mischung von Beispiel 1
zugefügt:
1. Kupfer (II) Sulfat 0,50 mg
2. Mangan (II) Sulfat 0,20 mg
3. Eisen (II) Sulfat 20,00 mg
4. Kobalt (II) Sulfat 0,40 mg
5. Magnesiumcarbonat 20,00 mg
6. Zinkoxyd 0,05 mg
7. Calciumhydrogenphosphat 98,85 mg
Die gesamte Mischung wird danach zu biplanaren
Kautabletten mit einem Durchmesser von 25 mm und einem Gewicht von
3,0 g mit Hilfe einer Tablettenpresse gepreßt.
Beispiel 32(Lecithinhaltige säureneutralisierende Kautabletten)
Die Grundsubstanz wird mit dem Alugelgranulat und den
anderen Substanzen vermischt und die Mischung wird dann zu
Kautabletten mit dem Gewicht von 2,5 g gepreßt.
Beispiel 33
1. Grundsubstanz (I, II oder III) 1.000,00 mg
2. Weizenkleje 1.000,00 mg
3. Palatinit PF 500,00 mg
4. Syloid 244 35,00 mg
5. Kollidon 25 150,00 mg
6. Aerosil R 972 25,00 mg
7. Aspartam 0,70 mg
8. Vanillin DAB 8 20,00 mg
9. Stearinsäure 60,00 mg
Riegel verschiedener Größe werden aus dieser Mischung
produziert.
Um die Überlegenheit von Palatinit als
Verfestigungsmittel im Vergleich zu bekannten Zuckern zu demonstrieren,
wurden Vergleichsexperimente durchgeführt.
Tablettierungsexperimente wurden mit Granulaten
durchgefuhrt, die Lecithin und Kohlenhydrate enthielten und durch
Mischen der festen Ausgangssubstanzen erhalten wurden.
Das Granulat wurde mit Hilfe eines AMK Kneters oder eines
Berstorff Extruders erhalten. Nach dem Mischen des
Granulats mit den aufgelisteten Hilfsstoffen werden die
Tabletten in einer biplanaren Stempelform mit einem
Durchmesser von 25 mm in einer Tablettenpresse des Types
Hillian RT 116 gepreßt.
Die folgenden Mengen der Substanzen wurden bei allen
Experimenten verwendet:
Gereinigtes Sojalecithin: (Phosphatidylcholingehalt von ca.76 %) 55,65 g
Kohlenhydrate: Tablettierungshilfsmittel 23,85 g
Avicel PH: 20 g
Aerosil 200: 0,50 g
Stearinsäure (wahlweise): 3 g
(falls Stearinsäure verwendet wird, werden nur 17 g
Avicel PH eingesetzt)
Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 (ohne Zugabe von
Stearinsäure) und in Tabelle 2 (mit Zugabe von Stearinsäure)
aufgeführt:
Tabelle 1
Kohlenhydrate
Effekt
Glukose
Fruktose
Xylit
Mannit
Palatinit
Kleben am Tabulettenstempel
Zerfallen der Tabletten
Möglichkeit des Pressens
Zerfallen der Tabletten bedeutet Zerfallen in zwei flache
(kappenartige) Hälften beim Entnehmen aus der Preßform.
Ein ja in dieser Zeile führt zu einer Abwertung der
Eigenschaften.
Tabelle 2 (mit Zusatz von Stearinsäure) Kohlenhydrate
Effekt
Glukose
Fruktose
Xylit
Mannit
Palatinit
Kleben am Tablettenstempel
Zerfallen der Tabletten
Möglichkeit des Pressens
Diese Ergebnisse zeigen deutlich die Überlegenheit des
Produktes aus Lecithin und Palatinit entsprechend der
Erfindung, da diese Mischung die einzige ist, die zu
nicht klebrigen Formen führt, die gepreßt werden können.
Anspruch[de]
1. Phospholipidhaltige Zusammensetzung, die Zucker als
Verfestigungsmittel und übliche Hilfsstoffe enthält,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine 1:1 Mischung von Glucopyranosido-1,6-mannit und
Glycopyranosido-1,6-sorbit in einem Gewichtsverhältnis
von Phospholipid:Mischung von Mannit und Sorbit von 1:20
bis 20:1 als Zucker vorhanden ist.
2. Phospholipidhaltige Zusammensetzung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie als Phospholipide natürliche oder synthetische
Phospholipide enthält.
3. Phospholipidhaltige Zusammensetzung nach Ansprüchen
1-3,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie als natürliche Phospholipide Soya-Lecithin oder
Ei-Lecithin oder eine hoch gereinigte fraktion derselben
enthält.
4. Verfahren zum Herstellen einer phospholipidhaltigen
Zusammensetzung, die Zucker als Verfestigungsmittel und
übliche Hilfsstoffe enthält,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine 1:1 Mischung von Glucopyranosido-1,6-mannit und
Glycopyranosido-1,6-sorbit in einem Gewichtsverhältnis
Phospholipide:Mischung von Mannit und Sorbit von 1:20 bis
20:1 eingebracht wird, daß die Phospholipide in der Wärme
mit einer Schmelze der Mischung von Mannit und Sorbit bis
zur Homogenität gemischt werden und das Produkt nach dem
Kühlen pulverisiert wird.
5. Verwendung der phospholipidhaltigen Zusammensetzung
nach Ansprüchen 1-4 als orale Darreichungsform.
6. Verwendung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zusammensetzung als Trägermaterial für oral zu
verabreichende pharmazeutisch wirksame Substanzen dient.