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Dokumentenidentifikation EP0377813 17.12.1992
EP-Veröffentlichungsnummer 0377813
Titel Verdeckstoff für Fahrzeuge.
Anmelder Gebr. Happich GmbH, 5600 Wuppertal, DE
Erfinder Cramer, Johannes, W-4422 Ahaus, DE;
Winterberg, Erwin, W-5600 Wuppertal 2, DE;
Nockemann, Hans, W-5600 Wuppertal 1, DE
DE-Aktenzeichen 58902709
Vertragsstaaten AT, CH, DE, ES, FR, GB, IT, LI, NL, SE
Sprache des Dokument De
EP-Anmeldetag 25.11.1989
EP-Aktenzeichen 891217879
EP-Offenlegungsdatum 18.07.1990
EP date of grant 11.11.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.12.1992
IPC-Hauptklasse B32B 25/10

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Verdeckstoff für Fahrzeuge, insbesondere Cabriolets, mit einem Obergewebe, einem Unterstoff und einer dazwischen angeordneten Gummierung.

Verdeckstoffe für Fahrzeuge sind seit Jahrzehnten bekannt. Sie haben einen Standard erreicht, der auch den heutigen Ansprüchen dem Grunde nach gerecht wird. Es hat sich jedoch gezeigt, daß z.B. aggressive Umweltbelastungen auch die herkömmlichen Verdeckstoffe, beispielsweise in bezug auf die von der Abnehmerschaft gewünschte Wetterechtheit, Schmutzempfindlichkeit und Lebensdauer in Mitleidenschaft ziehen können.

Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, einen Verdeckstoff für Fahrzeuge, insbesondere Cabriolets zur Verfügung zu stellen, der den laufend höher werdenden Anforderungen genügt und der sich durch wesentlich verbesserte Gebrauchseigenschaften auszeichnen soll.

Der zur Lösung dieser Aufgabe vorgesehene erfindungsgemäße Verdeckstoff zeichnet sich durch eine Merkmalskombination aus, gemäß der vorgesehen ist, daß das Obergewebe aus aus Polyacrylnitril bestehenden Kett- und Schußfaden gebildet ist, daß zumindest die Kettfäden des Obergewebes aus Endlosfäden (Multifilaments) bestehen, daß das Obergewebe eine zumindest gewebeoberseitige Beschichtung aufweist, daß die Gummierung zwischen Obergewebe und Unterstoff zweischichtig ausgeführt ist und daß zwischen den Gummierungsschichten eine Zwischenlage aus hochfestem Material eingebettet ist.

Durch diese erfindungsgemäßen Merkmale werden wesentliche Vorteile in verschiedener Hinsicht erzielt. So weist der erfindungsgemaße Verdeckstoff eine hohe Licht- und Wetterbeständigkeit auf, wie er sich auch durch eine gute Elastizität und Wärmehaltung auszeichnet. Die Maßnahme, die Kettfäden aus Endlosfäden zu bilden, trägt sowohl zur Verbesserung der Festigkeit als auch zur Verminderung der Dehnung des Verdeckstoffes bei. Durch die Beschichtung des Obergewebes, die aus einem transparenten Kunststoffmaterial bestehen kann, oder für die insbesondere ein Beschichtungsmittel auf der Basis von fluorhaltigen Polymeren, wie TFB-Dispersionen vorgesehen sein kann, ergibt sich für den Verdeckstoff vorteilhafterweise eine besondere Qualitätsverbesserung, und zwar in bezug auf Wetterfestigkeit, geringerer Schmutzanhaftung und besserer Pflegemöglichkeit, zu der insbesondere auch eine Waschstraßenfestigkeit gehört. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist im erhöhten UV-Schutz zu sehen, woraus sich wiederum eine verlängerte Lebensdauer ableitet. Weitere Vorteile sind gute Gleiteigenschaften, Antiadhäsivität, Hydrophobie und hohe Chemikalienbeständigkeit. Die besonderen Vorteile der erfindungsgemäß vorgesehenen Zwischenlage bestehen darin, daß der Verdeckstoff eine hohe Festigkeit bei geringerer Dehnfähigkeit erhält und auch schwieriger, z.B. mit einem Messer aufzuschlitzen ist. Auch wird durch diese Maßnahme der heute noch oftmals zu beobachtenden Ballonbildung bei Cabriolet-Dächern (hervorgerufen durch die Druckdifferenz zwischen Fahrzeugaußen- und -innenluft bei hoher Geschwindigkeit) entgegengewirkt, während die erschwerte Aufschlitzbarkeit des Verdeckstoffs einen verbesserten Diebstahlschutz gewährleistet.

Die vorgenannten Vorteile können noch optimiert werden, wenn gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen wird, daß die Zwischenlage aus Fasern oder Fäden aus hochfestem Material bestehen, wobei insbesondere an Aramid gedacht ist. Die Fasern oder Fäden können aber auch aus Kohlenstoff, Glas, Stahl oder hochverstrecktem Polyäthylen bestehen.

Bevorzugterweise ist vorgesehen, daß die Zwischenlage aus einem Gittergewebe besteht, das aus Fasern oder Fäden aus hochfestem Material, vorzugsweise Aramidfäden gebildet ist. Dabei besteht eine Weiterbildung noch darin, daß die Kett- und Schußfäden des Gittergewebes in einem Winkel zwischen 30 o und 60 o, vorzugsweise 45 o zur Gewebelängsachse verlaufen. Damit wird der Verdeckstoff isotrop, d. h. gleich dehnbar in Längs-, Quer- und Diagonal-Richtung. Ein Zerschneiden des Verdeckstoffes wird damit weiterhin erschwert und zudem wird eine Ermüdung des Verdeckstoffes entgegengewirkt.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Unterstoff aus einem, zumindest überwiegend aus synthetischen Fasern oder Fäden gebildeten Gewebe oder Gewirke besteht. Hierdurch wird der Vorteil einer relativ hohen Scheuerfestigkeit erzielt, was besonders bei automatisch aus- und einfahrenden Cabriolet-Verdecken von enormer Wichtigkeit ist, weil hier eine erhöhte Verschleißbeanspruchung besteht. Durch den Unterstoff ergibt sich auch die Möglichkeit einer farblichen Anpassung des Verdeckstoffs an die jeweilige Fahrzeuginnenausstattung.

Eine Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß im Obergewebe, in der Zwischenlage oder im Unterstoff Fasern, Fäden, Drähte oder Folienstreifen aus elektrisch leitendem Material eingelagert sind. Auf diese Weise wird sichergestellt, daß auch ein Cabriolet als "Faradayischer Käfig" zu wirken vermag. Zudem wird durch diese Maßnahme die Möglichkeit eröffnet, daß der Verdeckstoff mit einer, einen erhöhten Diebstahlschutz bietenden Alarmanlage verbindbar ist.

Vorzugsweise ist das Obergewebe imprägniert (Tauchbeschichtung), und zwar insbesondere mit TF-Dispersionen, die im Handel z.B. unter der Bezeichnung "Hostaflon" erhältlich sind.


Anspruch[de]
  • 1. Verdeckstoff für Fahrzeuge, insbesondere Cabriolets, mit einem Obergewebe, einem Unterstoff und einer dazwischen angeordneten Gummierung, dadurch gekennzeichnet, daß das Obergewebe aus aus Polyacrylnitril bestehenden Kett- und Schußfäden gebildet ist, daß zumindest die Kettfäden des Obergewebes aus Endlosfäden (Multifilaments) bestehen, daß das Obergewebe eine zumindest gewebeoberseitige Beschichtung aufweist, daß die Gummierung zwischen Obergewebe und Unterstoff zweischichtig ausgeführt ist und daß zwischen den Gummierungsschichten eine Zwischenlage aus hochfestem Material eingebettet ist.
  • 2. Verdeckstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Obergewebe zumindest gewebeoberseitig mit transparentem Kunststoffmaterial beschichtet ist.
  • 3. Verdeckstoff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Beschichtung mit Beschichtungsmitteln auf der Basis von fluorhaltigen Polymeren, wie TFB-Dispersionen vorgesehen ist.
  • 4. Verdeckstoff nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenlage aus Fasern oder Fäden aus hochfestem Material besteht.
  • 5. Verdeckstoff nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern oder Fäden aus Aramid bestehen.
  • 6. Verdeckstoff nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern oder Fäden aus Kohlenstoff, Glas, Stahl oder hochverstrecktem Polyäthylen bestehen.
  • 7. Verdeckstoff nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenlage aus einem Gittergewebe besteht, das aus Fasern oder Fäden aus hochfestem Material, vorzugsweise Aramidfäden gebildet ist.
  • 8. Verdeckstoff nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Kett- und Schußfäden des Gittergewebes in einem Winkel zwischen 30 o und 60 o, vorzugsweise 45 o zur Gewebelängsachse verlaufen.
  • 9. Verdeckstoff nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterstoff aus einem, zumindest überwiegend aus synthetischen Fasern oder Fäden gebildeten Gewebe oder Gewirke besteht.
  • 10. Verdeckstoff nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß im Obergewebe, in der Zwischenlage oder im Unterstoff Fasern, Fäden, Drähte oder Folienstreifen aus elektrisch leitendem Material eingelagert sind.
  • 11. Verdeckstoff nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Obergewebe imprägniert ist.






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