Die Erfindung betrifft verbesserte Elektroden zum Einsatz in
elektrolytischen Zellen unter Verwendung alkalischer
Elektrolyte.
In einer elektrochemischen Zelle, die als Basiskomponenten
mindestens eine Anode und eine Kathode und einen Elektrolyten
enthält, kann eine chemische Reaktion, wie etwa die Oxidation
oder Reduktion einer chemischen Verbindung in einer
elektrolytischen Zelle, oder die Umwandlung von chemischer Energie
eines Brennstoffs zu Niederspannungs-Gleichstrom in einer
Brennstoffzelle ablaufen. Wenn die Elektroden in einer
solchen Zelle aus relativ preiswertem Material, wie etwa
beispielsweise Eisen oder Nickel sind, neigen die Elektroden
dazu, eine geringe Aktivität zu besitzen. Das Problem ist
insbesondere bei elektrochemischen Zellen akut, die
beispielsweise bei der Elektrolyse von Wasser zur Erzeugung von
Wasserstoff und Sauerstoff unter Einsatz eines alkalischen
Elektrolyten (z.B. einer 25 %igen wäßrigen Lösung von
Kaliumhydroxid) verwendet werden.
Die Verwendung von Nickel als Anodenmaterial für kommerzielle
Wasserelektrolysegeräte ist unbefriedigend, da die
Überspannung für eine Sauerstoffentwicklung auf Nickel hoch ist und
mit der Anwendungsdauer ansteigt. Elektrodenbeschichtungen
aus gemischten Rutheniuin-Titanoxiden sind zur Herstellung von
Sauerstoff in sauren Lösungen geeignet, aber die chemische
Stabilität solcher Anoden in einer stark alkalischen
Umgebung, wie sie in Wasserelektrolysegeräten verwendet wird, ist
unzureichend. Graphit, der als Elektrode zur Chlorerzeugung
geeignet ist, wird schnell durch Sauerstoff zerstört, wenn
man ihn zur Wasserelektrolyse verwendet.
Im US-Patent Nr. 4,342,729 werden Elektrokatalysatoren
offenbart, die als Überzug über einem Metallelektrodensubstrat
verwendet werden können, um eine Elektrode mit hoher
Aktivität und Stabilität bei Einsatz als Anode in einem stark
alkalischen Elektrolyten bereitzustellen. Solche Anoden werden
durch Beschichten des Elektrodensubstrats mit einer homogenen
Lösung eines Gemisches von (1) mindestens einer Verbindung,
ausgewählt aus Eisen, Kobalt, Nickel und Mangan, (2)
mindestens einer Verbindung, ausgewählt aus Molybdän, Wolfram und
Vanadium und (3) mindestens einem Seltenerdmetall, ausgewählt
aus den Lanthaniden mit einer Atomzahl von 57 bis
einschließlich 71 hergestellt. Wenn solche Verbindungen als
Beschichtung auf ein Elektrodensubstrat aufgebracht werden und falls
solche Verbindungen keine Oxide sind, muß die Verbindung sich
thermisch zum entsprechenden Metalloxid zersetzen können. Das
oxidbeschichtete Substrat wird anschließend in einer
reduzierenden Atmosphäre behandelt.
Im US-Patent Nr. 4,428,805 werden Elektroden zur Herstellung
von Sauerstoff offenbart. Die Elektroden werden hergestellt,
indem ein elektrisch leitfähiges Substrat mit einer ersten
Schicht aus einem oder mehreren Metalloxiden, wobei die
Metalle aus Zinn, Blei, Antimon, Aluminium und Indium
ausgewählt sind, und anschließend mit einer zweiten Schicht eines
Monometall- oder Polymetalloxids mit einer Spinellstruktur
beschichtet werden.
Im US-Patent Nr. 4,464,239 werden lithiumhaltige Kobalt(II)-
Kobalt(III)-Oxide als Beschichtungen für Elektrodensubstrate
als Mittel zur Verringerung der Elektrodenüberspannung in
einer Wasserelektrolysezelle mit einem alkalischen
Elektrolyten verwendet.
In der europäischen Patentveröffentlichung Nr. 0,009,406
werden Elektroden offenbart, die elektrokatalytische
Beschichtungen vom Nickel-Molybdän-Typ einschließlich Gemischen
aus Kobalt und Wolfram aufweisen. Solche Elektroden werden
aus einer Lösung von Verbindungen dieser Metalle als
Beschichtungen auf Elektrodensubstraten, wie etwa Nickel,
Eisen, Kupfer und Titan und ihren Legierungen aufgebracht.
Die verwendeten Verbindungen müssen thermisch zu ihren Oxiden
zersetzbar sein. Anschließend wird das oxidbeschichtete
Substrat in einer reduzierenden Atmosphäre behandelt.
Im US-Patent Nr. 4,142,005 werden Elektroden offenbart, die
besonders zur Verwendung als Anode in elektrolytischen Zellen
geeignet sind. Diese Elektroden werden durch Beschichtung
eines Subtrats mit einer thermisch zersetzbaren,
anorganischen Kobaltverbindung und einer nachfolgenden thermischen
Oxidation der anorganischen Kobaltverbindung unter
Bedingungen, bei denen ein Spinell mit einer einzigen
Metallkomponente gebildet wird, hergestellt.
In der FR-A 2 099 647 werden Elektroden mit einer
Beschichtung eines gemischten Oxids A&sub2;BO&sub6; offenbart, worin A ein
Element, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Co, Cr, Fe,
Mn, Al, Ga, Ir, Rh und V, und B ein Element mit einer Valenz
von 6 und ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Te, W, Mo
und Re ist.
Die vorliegende Erfindung beruht auf einem Verfahren zur
Herstellung von Wasserstoffperoxid in einer elektrolytischen
Zelle zur Elektrolyse eines Gemisches, das eine wäßrige
Lösung eines Alkalimetallhydroxids enthält, um eine wäßrige
alkalische Wasserstoffperoxidlösung zu erzeugen, wobei die
elektrolytische Zelle eine Anode enthält, wobei die Anode ein
Substrat, ausgewählt aus Nickel oder einem
Nickel-beschichteten, elektrisch leitfähigen Substrat und eine
elektrokatalytische Beschichtung, die auf dem Substrat abgeschieden ist,
umfaßt, wobei die elektrokatalytische Beschichtung die Oxide
von Kobalt und Wolfram umfaßt.
Die Elektrode wird durch Beschichtung eines elektrisch
leitfähigen Substrats mit einer wirksamen Menge einer
elektrokatalytisch aktiven Verbindung von Kobalt und Wolfram, wie etwa
den Nitraten und Chloriden hergestellt. Die Beschichtung kann
auf das Substrat aus einer homogenen Lösung eines Gemisches
von Kobalt- und Wolframverbindungen aufgebracht werden. Diese
Verbindungen werden nach der Auftragung der Beschichtung auf
das elektrisch leitfähige Substrat durch thermische
Zersetzung in ihre Oxide umgewandelt. Die Anoden sind gegenüber
einer Auflösung in stark alkalischen Anolytlösungen stabil
und zeigen anfänglich und nach langen Anwendungsdauern eine
geringe Überspannung.
Die Anode, die bei dem Verfahren zur Herstellung von
Wasserstoffperoxid verwendet wird, kann durch ein Verfahren
hergestellt werden, umfassend die Schritte:
A) gemeinsames Abscheiden einer homogenen Lösung von
Kobalt- und Wolframverbindugen auf dem Substrat, wobei jede
dieser Verbindungen, wenn sie kein Oxid ist, thermisch zum
entsprechenden Oxid zersetzt werden kann und
B) thermisches Zersetzen der Verbindungen von Kobalt
und Wolfram, die nicht in der Oxidform vorliegen, zu dem
entsprechenden Oxid.
Die vorliegende Erfindung beruht weiterhin auf dem Einsatz
einer elektrolytischen Zelle zur Erzeugung von
Wasserstoffperoxid, wobei die Zelle mindestens eine Anode und eine
Kathode enthält, wobei ein flüssigkeitsdurchlässiger Separator
zwischen der Anode und der Kathode angeordnet ist, worin die
Kathode in physischem Kontakt mit dem Separator und porös und
selbst-abnehmend (self-draining) ist, wobei die Anode ein
Substrat, ausgewählt aus Nickel oder einem
Nickel-beschichteten, elektrisch leitfähigen Substrat und einer
elektrokatalytischen Beschichtung, die auf dem Substrat abgeschieden ist,
enthält, wobei die Beschichtung die Oxide von Kobalt und
Wolfram enthält.
Nickel ist aufgrund seiner hohen chemischen Stabilität in der
normalerweise verwendeten 25 bis 30 gew.-%igen Konzentration
eines alkalischen Elektrolyten als das
Standard-Anodenmaterial für kommerzielle Wasserelektrolysegeräte bekannt. Mit
der Verwendungsdauer der Nickelelektrode steigt jedoch die
Überspannung zur Sauerstoffentwicklung. Verringerte
Wirksamkeit, die sich durch niedere Werte an Betriebsstromdichte
ausdrückt, ist die Folge. Dies führt zu hohen Kapitalkosten
beim Betrieb der Zelle. Geringe Elektrolytkonzentrationen,
wie etwa 3 bis 5 Gew.-% Alkali, wie sie bei der Herstellung
von alkalischem Wasserstoffperoxid verwendet werden, sind
erheblich korrosiver für eine Nickelelektrode.
Die Spannung oder das Potential, das beim Betrieb einer
elektrochemischen Zelle, wie etwa einer elektrolytischen Zelle
erforderlich ist, umfaßt die Gesamtheit von (1) der
Zersetzungsspannung der elektrolysierten Verbindung, (2) die zur
Überwindung des Widerstandes des Elektrolyten erforderliche
Spannung und (3) die zur Überwindung des Widerstandes der
elektrischen Verbindungen innerhalb der Zelle erforderliche
Spannung. Zusätzlich ist auch ein Potential, das als
"Überspannung" oder "Überpotential" bekannt ist, beim Betrieb der
Zelle erforderlich. Die Anodenüberspannung ist die Differenz
zwischen dem thermodynamischen Potential der
Sauerstoff-entwickelnden Anode (z.B. bei Verwendung zur Wasserelektrolyse
eines stark alkalischen Anolyten), wenn die Anode im
Gleichgewicht ist, und dem Potential einer Anode, auf der sich
Sauerstoff aufgrund eines aufgezwungenen elektrischen Stromes
entwickelt. Die Anodenüberspannung steht mit solchen
Faktoren, wie dem Mechanismus der Sauerstoffentwicklung und
-desorption, der Stromdichte, der Temperatur und der
Zusammensetzung des Elektrolyten, des Anodenmaterials und der
Oberfläche der Anode in Beziehung.
In den letzten Jahren wurde steigende Aufmerksamkeit auf eine
Verbesserung der Sauerstoff-Überspannungseigenschaften von
Anoden einer elektrolytischen Zelle gerichtet, insbesondere
solchen Anoden, die bei der Elektrolyse von Wasser sowie zur
Erzeugung von Wasserstoffperoxid verwendet werden, wobei ein
stark alkalischer Anolyt verwendet wird, z.B. ein Gemisch,
das ein Alkalimetallhalogenid und 3 bis 5 Gew.-% eines
Alkalimetallhydroxids enthält. Elektrolytische Zellen zur
Erzeugung eines alkalischen Wasserstoffperoxids haben vorzugsweise
mindestens zwei Elektroden, eine Anode und eine Kathode, die
durch einen flüssigkeitsdurchlässigen Separator getrennt
sind. Vorzugsweise steht die Kathode in physischem Kontakt
mit dem Separator und ist porös und selbst-abnehmend. Eine
Anode für solche Zwecke sollte, zusätzlich daß sie eine
verringerte Sauerstoffüberspannung aufweist, auch aus
Materialien hergestellt sein, die preiswert, leicht herzustellen,
mechanisch stark und in der Lage sind, den
Umgebungsbedingungen der elektrolytischen Zelle und insbesondere einer
Auflösung im alkalischen Elektrolyten zu widerstehen.
Die Probleme eines gestiegenen Überpotentials bei längerer
Anwendung von Nickelanoden unter sauren Bedingungen wurden
durch die jüngste Verwendung von Beschichtungen aus
Edelmetallen der Gruppe VIII des Periodensystems der Elemente auf
elektrisch leitfähigen Substraten verringert. Die Verwendung
von teuren Metallbeschichtungen wie etwa Rutheniumoxid bei
der Herstellung von Anoden zur Sauerstoffentwicklung steht
jedoch dem Problem der Auflösung der Elektrodenbeschichtung
in einem alkalischen Elektrolyten gegenüber. Diese Metalle,
die als Beschichtung auf elektrisch leitfähigen Substraten
sich nicht bei der Sauerstoffentwicklung in stark
alkalischen Anolyten auflösen, sind im allgemeinen mit einem
Oxidfilm bedeckt und erleiden einen Aktivitätsverlust mit
steigender Anwendungsdauer. Die Elektroden der europäischen
Patentanmeldung 0 009 406 mit
Elektrodenkatalysator-Beschichtungen, etwa vom gemischten Nickel-Molybdän-Typ, die nach dem
Abscheiden durch Erhitzen zu ihren Oxiden zersetzt und danach
einer reduzierenden Atmosphäre bei erhöhter Temperatur
ausgesetzt werden, zeigen eine merkliche Verbesserung der
Überspannung gegenüber solchen, die zuvor offenbart worden sind.
Geeignete elektrisch leitfähige Substrate zum Einsatz bei
solchen Elektrodenkatalysator-Beschichtungen wurden im Stand
der Technik als relativ preisgünstige Materialien, wie etwa
Nickel, Eisen, Kupfer, Titan und Legierungen davon oder
andere metallische Substanzen, die mit einem dieser Materialien
beschichtet worden sind, offenbart.
Es wurde festgestellt, daß die Elektroden gemäß vorliegender
Erfindung wirksamer sind, wenn sie bei der Elektrolyse von
Wasser verwendet werden und daß sie insbesondere wirksam
sind, wenn sie bei der Erzeugung von alkalischem
Wasserstoffperoxid unter Einsatz einer Alkalikonzentration von 3 bis 5
Gew.-% verwendet werden. Solche Elektroden werden unter
Verwendung von Beschichtungen aus Verbindungen von Kobalt und
Wolfram über einem elektrisch leitfähigen Substrat
hergestellt. Vorzugsweise werden die Kobalt- und
Wolframverbindungen als Gemische auf einem elektrisch leitfähigen Substrat
abgeschieden, das aus Nickel oder einem Nickel-beschichteten,
elektrisch leitfähigen Substrat, wie etwa
Nickel-beschichtetem Stahl, besteht. Die Mischungen werden aus einer homogenen
Lösung der Kobalt- und Wolframverbindungen abgeschieden, die
thermisch zu den Oxiden zersetzt werden können. Solche
Verbindungen können z.B. die Nitrate von Kobalt und Wolfram
sein, die bei der Herstellung der erfindungsgemäßen
Elektroden jeweils von 1:1 bis 5:1 eingesetzt werden.
Die homogene Lösung der zur Beschichtung der elektrisch
leitfähigen Substrate bei der Bildung der erfindungsgemäßen
Anoden verwendeten Kobalt- und Metallverbindungen ist als
inniges Gemisch der jeweiligen festen Metallverbindungen in
ihrem feinverteilten Zustand oder als feste Lösung der
Metallverbindung oder als Lösung der Verbindungen in einem
Lösungsmittel definiert. Man kann vorab ein inniges Gemisch
der festen Metallverbindungen herstellen oder man kann die
Verbindungen unmittelbar vor dem Kontakt mit dem zu
beschichtenden, elektrisch leitfähigen Substrat vermischen. Die
Verbindungen von Kobalt und Wolfram können beispielsweise auf
das elektrisch leitfähige Substrat entweder einzeln oder
gleichzeitig aufgebracht werden. Die Verbindungen von Kobalt
und Wolfram können direkt auf das elektrisch leitfähige
Substrat gesprüht werden. Andererseits können die Kobalt- und
Wolframverbindungen in einer homogenen Lösung oder einem
Gemisch eines wäßrigen und organischen Lösungsmittels oder
einer Lösung der Verbindungen in einem organischen
Lösungsmittel vorliegen. Beispielsweise eine niedere
Alkylverbindung, wie etwa Methanol, Ethanol, Propanol, Isopropanol oder
Formamid oder Dimethylformamid. Die Wahl eines bestimmten
Lösungsmittels hängt von der Löslichkeit der gewünschten
Verbindungen von Kobalt und Wolfram ab.
Wenn die homogene Lösung eine Flüssigkeit ist, kann sie auf
das zu beschichtende, elektrisch leitfähige Substrat durch
Eintauchen, Aufrollen, Sprühen oder Einstreichen aufgebracht
werden. Das beschichtete, elektrisch leitfähige Substrat wird
danach an Luft bei einer erhöhten Temperatur erhitzt, um die
Metallverbindungen, sofern sie keine Oxide sind, zu den
entsprechenden Oxiden zu zersetzen. Die Zersetzung wird
günstigerweise bei einer Temperatur von 250ºC bis 1200ºC,
vorzugsweise von 350ºC bis 800ºC, am meisten bevorzugt zwischen
350ºC und 550ºC ausgeführt. Der Vorgang des Aufbringens einer
Beschichtung der homogenen Lösung auf das elektrisch
leitfähige Substrat, gefolgt von der thermischen Zersetzung zu den
Oxiden, kann mehrmals wiederholt werden, um eine ausreichende
Bedeckung des Substrates mit den Metalloxiden
sicherzustellen, so daß sich eine Beschichtungsdicke von 2 bis 200 um
ergibt. Beschichtungsdicken von 10 bis 50 um sind bevorzugt,
während Beschichtungen von weniger als 10 um in der Dicke
üblicherweise keine ausreichende Haltbarkeit aufweisen und
Beschichtungen von mehr als 200 um üblicherweise keine
zusätzlichen Vorteile beim Betrieb mit sich bringen.
Die Konzentrationen und relativen Anteile der in der
homogenen Lösung verwendeten Kobalt- und Wolframverbindungen ist im
allgemeinen jeweils im Bereich von 1:1 bis 5:1, aber höhere
oder geringere Anteile können verwendet werden. Die
Konzentration der Kobalt- und Wolframverbindungen im
Beschichtungsbad ist nicht kritisch. Besonders gute Beschichtungen werden
erzeugt, wenn die Konzentration der Kobaltionen im Bad
innerhalb des Bereichs von 0,5 bis 5 Gew.-% ist und wenn der
relative Anteil von Wolframionen zu Kobaltionen im Bad bei etwa
0,5:1 gehalten wird.
Das Abscheiden der homogenen Lösung von Kobalt- und
Wolframverbindungen oder ihren Oxiden kann durch Verwendung einer
sequenziellen Behandlung eines Gemisches, einer Legierung
oder einer intermetallischen Verbindung, abhängig von den
jeweiligen beim Abscheiden der Beschichtung verwendeten
Bedingungen erreicht werden. Da jede dieser speziellen
Kombinationen von Metallen innerhalb des Umfangs der vorliegenden
Erfindung liegt, umfaßt die Bezeichnung "gemeinsame
Abscheidung" - wie in der vorliegenden Anmeldung verwendet - jede
Form dieser verschiedenen Legierungen, Verbindungen und
intermetallischen Phasen der Kobalt- und Wolframverbindungen
oder Oxide der Verbindungen und impliziert keine besondere
Methode des Auftragens oder des Formulierungsverfahrens
hinsichtlich dieser als Elektrokatalysatoren verwendeten
Metallverbindungen. Obwohl die zu beschichtenden, elektrisch
leitfähigen Substrate besonders bevorzugt aus Nickel oder mit
Nickel-beschichtetem Stahl sind, kann man andere elektrisch
leitfähige Metallsubstrate, wie etwa rostfreien Stahl oder
Titan oder jedes andere elektrisch leitfähige Metallsubstrat,
sofern es mit Nickel beschichtet ist, verwenden.
Die bei der Herstellung der homogenen Lösung mit
Wolframverbindungen verwendeten Kobaltverbindungen können beliebige
thermisch zersetzbare, oxidierbare Verbindungen sein, die bei
Erhitzen in dem oben beschriebenen Wärmebereich ein Oxid von
Kobalt bilden. Die Verbindung kann organisch sein, wie etwa
Kobaltoctoat (Kobalt-2-ethyl-hexanoat), sie ist aber
vorzugsweise eine anorganische Verbindung, wie etwa Kobaltnitrat,
Kobaltchlorid, Kobalthydroxid, Kobaltcarbonat und dgl..
Besonders bevorzugt sind Kobaltnitrat und Kobaltchlorid.
Die bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Anoden
verwendeten Wolframverbindungen können beliebige thermisch
zersetzbare, oxidierbare Verbindungen sein, die bei Erhitzen in dem
oben beschriebenen Temperaturbereich ein oxidisches Wolfram
bilden. Die Verbindung kann organisch sein, wie etwa
Wolframoctoat und dgl., sie ist aber vorzugsweise eine anorganische
Verbindung wie etwa Wolframnitrat, Wolframchlorid,
Wolframhydroxid, Wolframcarbonat, Natriumwolframat und dgl.. Besonders
bevorzugt sind Wolframnitrat oder Wolframchlorid.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die verschiedenen
Gesichtspunkte der Erfindung, sollen aber nicht ihren Umfang
beschränken. Sofern nicht in der Beschreibung und den
Ansprüchen anders angegeben ist, werden die Temperaturen in
Centigrad und die Teile, Prozente und Anteile als Gewicht
angegeben.
Beispiel 1
Es wurden Elektroden gemäß der Erfindung hergestellt, indem
eine homogene Lösung von 5 Gew.-% Kobaltchlorid und 1 Gew.-%
Wolframchlorid WCl&sub6; in Isopropanol hergestellt wurden. Das
ermittelte Gewicht von Kobaltchlorid war 1 %, das ermittelte
Gewicht von Wolframchlorid war 0,5 %. Beide Komponenten
wurden in einer einzigen homogenen Lösung hergestellt, es
konnten aber auch einzelne Lösungen separat hergestellt und
danach zur Bildung der endgültigen Lösung vermischt werden.
Die Verbindungen liefern eine Lösung, die klar und homogen
ist.
Es wurde eine Streckmetallprobe aus Nickel-beschichtetem
Stahl verwendet, die in Trichlorethan entfettet, durch
Eintauchen in Salzsäure (etwa 20 Gew.-% Konzentration) für
einige Sekunden angeätzt und gründlich in destilliertem Wasser
gespült wurde. Vor der Beschichtung wurde das Wasser von der
Probe durch Trocknen an Luft entfernt und die Probe wurde in
einem Ofen bei einer Temperatur von 60ºC bis 90ºC getrocknet.
Eine cokatalytische Beschichtung des obigen Gemisches von
Kobalt- und Wolframverbindungen wurde durch Eintauchen des
Streckmetalls aus Nickel-beschichtetem Stahl in die homogene
Lösung und anschließendes Trocknen des beschichteten Metalles
an erwärmter Luft in einem Ofen bei einer Temperatur von
480ºC für eine Dauer von 10 bis 12 Minuten aufgebracht. Der
Vorgang wurde mehrmals wiederholt, bis sich ein dem
Augenschein nach ausreichender Film der Metalloxide auf dem
Streckmetall aus Nickel-beschichtetem Stahl gebildet hatte.
Nach dem letzten Eintauchvorgang wurde das beschichtete
Streckmetall für 1 Stunde bei einer Temperatur von 480ºC
erhitzt, um die beschichteten Metallverbindungen in ihre
Oxide überzuführen.
Beispiel 2
Die nach dem Verfahren von Beispiel 1 hergestellte Elektrode
wurde als Anode in einer Wasserelektrolysezelle getestet,
wobei als Anolyt eine 4 gew.-%ige wäßrige Lösung von
Natriumhydroxid verwendet wurde. Die Anode zeigte ein
Ausgangspotential bei 0,45 A/in² (0,07 A/cm²) von 0,56 Volt (gegenüber
einer gesättigten Kalomelelektrode). Nach 104 Betriebstagen
war das Potential der Anode 0,645 Volt. Das Anodenpotential
ist einem als Anode verwendeten, elektrisch leitfähigen
Nickel-beschichteten Stahlsubstrat ohne jede cokatalytische
Beschichtung überlegen. Eine Nickel-beschichtete Stahlanode
zeigte bei Verwendung in einer ähnlichen elektrolytischen
Zelle ein Ausgangspotential bei 0,54 A/in² (0,07 A/cm²) von
0,661 Volt und nach 86 Betriebstagen ein Anodenpotential von
0,730 Volt.
Beispiel 3
Die nach dem Verfahren von Beispiel 1 hergestellte Elektrode
wurde auch in einer elektrolytischen Zelle getestet, die zur
Herstellung von alkalischem Wasserstoffperoxid verwendet
wurde, wobei eine wäßrige Lösung, die aus 4 Gew.-%
Natriumhydroxid und 0,6 Gew.-% Natriumchlorid bestand, als alkalischer
Elektrolyt eingesetzt wurde. Die anfängliche Ausgangsspannung
der Zelle war 1,68 Volt für die gemäß der Lehre von Beispiel
1 beschichtete Anode. (Dies ist mit der anfänglichen
Ausgangsspannung für eine Anode aus Nickel-beschichtetem Stahl
von 2,21 Volt zu vergleichen). Die Wirksamkeit der Anode mit
einer cokatalytischen Beschichtung, die gemäß dem Verfahren
von Beispiel 1 hergestellt worden war, bezüglich
Wasserstoffperoxid war 95 % nach 100 Betriebstagen der Zelle. (Dies ist
mit einer Wirksamkeit der Nickel-beschichteten Stahlelektrode
bezüglich Wasserstoffperoxid zu vergleichen, die nur 77 %
nach 82 Betriebstagen der elektrolytischen Zelle war).
Die Wirksamkeit bezüglich Wasserstoffperoxid ist die
tatsächliche Menge an Wasserstoffperoxid, die durch die Stromzufuhr
erzeugt wurde, dividiert durch die theoretische Menge an
Wasserstoffperoxid, deren Erzeugung nach Berechnung durch das
Coulomb'sche Gesetz erwartet werden kann. Wenn beispielsweise
1,21 g Wasserstoffperoxid in 40 Minuten unter Verwendung
eines Stromes von 3 A erzeugt werden, dann wäre das Gewicht
an Wasserstoffperoxid, dessen Erzeugung nach dem
Coulomb'schen Gesetz erwartet werden kann:
Beispiel 4
Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei ein Nickelstreckmetall zur
Herstellung einer beschichteten Anode verwendet wurde. Die
Anode wurde in einer elektrolytischen Zelle zur Erzeugung
eines alkalischen Wasserstoffperoxids eingesetzt. Der in die
Zelle eingeleitete Elektrolyt war eine wäßrige, 4 gew.-%ige
Lösung von Natriumhydroxid mit 0,5 Gew.-% Natriumchlorid. Die
Stromdichte war 0,5 A/in² (0,0775 A/cm²). Die Anode zeigte
bis zu 60 Betriebstagen der Zelle keine Anzeichen von
Korrosion.
Beispiel 5 (Kontrolle - kein Teil dieser Erfindung)
Es wurde eine unbeschichtete Nickelanode in einer
elektrolytischen Zelle unter den in Beispiel 4 beschriebenen
Bedingungen verwendet. Innerhalb von 2 Betriebstagen der Zelle zeigte
die unbeschichtete Anode Anzeichen von Korrosion.
Beispiel 6
Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei ein Streckmetall aus
Nickel-beschichtetem Kupfer zur Herstellung einer
beschichteten Anode verwendet wurde. Die Anode wurde in einer
Wasserelektrolysezelle unter Verwendung einer wäßrigen, 4
gew.-%igen Natriumhydroxidlösung verwendet. Das anfängliche
Anodenpotential war 0,745 Volt (gegenüber einer gesättigten
Kalomelelektrode).
Beispiel 7 (Vergleichsbeispiel)
Es wurde eine Anode hergestellt, indem eine
Kobalt-Molybdänbeschichtung auf ein Nickelsubstrat gemäß der in der
europäischen Patentanmeldung 0,009,406 beschriebenen Prozedur
aufgebracht wurde, außer daß das Oxid-beschichtete Substrat
nicht in einer reduzierenden Atmosphäre bei erhöhter
Temperatur behandelt wurde. Die beschichtete Anode wurde in einer
Wasserelektrolysezelle unter den in Beispiel 2 beschriebenen
Bedingungen getestet. Das anfängliche Anodenpotential
(gegenüber einer gesättigten Kalomelelektrode) war 0,65 Volt bei
0,45 A/in² (0,07 A/cm²). Dies ist mit dem anfänglichen Anoden
(Ausgangs)potential einer mit Kobalt und Wolfram
beschichteten Nickel-beschichteten Stahlelektrode von 0,56 Volt, wie in
Beispiel 2 beschrieben, zu vergleichen.
Beispiel 8 (Vergleichsbeispiel)
Es wurde eine Anode hergestellt, indem eine Nickel-Molybdän-
Cer-Beschichtung gemäß der im US-Patent Nr. 4,342,792
beschriebenen Prozedur auf ein Nickelsubstrat aufgebracht
wurde, außer daß das Oxid-beschichtete Substrat nicht in einer
reduzierenden Atmosphäre bei erhöhter Temperatur behandelt
wurde. Das anfängliche Anodenpotential war bei Test in einer
Wasserelektrolysezelle 0,88 Volt (gegenüber einer gesättigten
Kalomelelektrode). Dies ist mit einem anfänglichen
Anodenpotential von 0,56 Volt, wie in Beispiel 2 für eine Anode mit
einer Kobalt-Wolframbeschichtung auf einem
Nickel-beschichteten Stahlsubstrat beschrieben, zu vergleichen.
Anspruch[de]
1. Verfahren zur Erzeugung von Wasserstoffperoxid in einer
elektrolytischen Zelle zur Elektrolyse eines Gemisches,
das eine wäßrige Lösung eines Alkalimetallhydroxids
enthält, um eine wäßrige alkalische
Wasserstoffperoxidlösung zu erzeugen, wobei die elektrolytische Zelle eine
Anode enthält, wobei die Anode ein Substrat, ausgewählt
aus Nickel oder einem Nickel-beschichteten, elektrisch
leitfähigen Substrat, und eine auf dem Substrat
abgeschiedene, elektrokatalytische Beschichtung umfaßt,
wobei die elektrokatalytische Beschichtung die Oxide von
Kobalt und Wolfram enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, worin das Substrat einen
Nickel-beschichteten Stahl umfaßt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, worin die Beschichtung eine
Dicke von 2 bis 200 um aufweist und das
Gewichtsverhältnis von Kobalt zu Wolfram jeweils von 1:1 bis 5:1 ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, worin die Anode mit einem auf
einem Substrat, ausgewählt aus Nickel oder einem
Nickelbeschichteten, elektrisch leitfähigen Substrat,
abgeschiedenen Elektrokatalysator nach einer Methode
hergestellt wird, umfassend die Schritte:
A) gemeinsames Abscheiden einer homogenen Lösung von
Kobalt- und Wolframverbindungen auf dem Substrat,
wobei jede dieser Verbindungen, sofern sie kein
Oxid ist, thermisch zum entsprechenden Oxid
zersetzt werden kann, und
B) thermisches Zersetzen der Verbindungen von Kobalt
und Wolfram, die nicht in der Oxidform vorliegen,
zum entsprechenden Oxid.
5. Verfahren nach Anspruch 4, worin die homogene Lösung aus
einem Lösungsmittel und Metallverbindungen von Kobalt
und Wolfram in einem Gewichtsverhältnis von jeweils 1:1
bis 5:1 besteht.
6. Verfahren nach Anspruch 5, worin die homogene Lösung aus
den Nitraten oder Chloriden von Kobalt und Wolfram
besteht.
7. Verfahren nach Anspruch 4, 5 oder 6, worin das Substrat
Nickel, Nickel-beschichteter rostfreier Stahl oder ein
Nickel-beschichtetes Metall ist, worin die homogene
Lösung auf dem Substrat durch Einstreichen,
Walzbeschichten oder Eintauchen des Substrats in die homogene
Lösung gemeinsam abgeschieden wird und worin das
Lösungsmittel aus einem wäßrigen Lösungsmittel, einem
gemischten wäßrigen und organischen Lösungsmittel und
einem organischen Lösungsmittel oder einer Kombination
davon ausgewählt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, worin das Lösungsmittel ein
niederer Alkylalkohol ist und das Substrat mit den
Metallverbindungen, die keine Oxide sind, beschichtet und
danach bei einer erhöhten Temperatur erhitzt wird, um
die Verbindungen in die entsprechenden Oxide
überzuführen
9. Verfahren nach Anspruch 4, worin aufeinanderfolgende
Applikationen der homogenen Lösung auf das Substrat
aufgebracht werden, gefolgt von einem sukzessiven
Erhitzen bei der erhöhten Temperatur, um die
Metallverbindungen in ihre entsprechenden Oxide überzuführen.
10. Verwendung einer elektrolytischen Zelle zur Herstellung
von Wasserstoffperoxid, die mindestens eine Anode und
eine Kathode enthält, wobei ein
flüssigkeitsdurchlässiger Separator zwischen der Anode und der Kathode
angeordnet ist, wobei die Kathode in physischem Kontakt mit
dem Separator und porös und selbst-abnehmend ist, worin
die Anode ein Substrat, ausgewählt aus Nickel oder einem
Nickel-beschichteten, elektrisch leitfähigen Substrat
und einer auf dem Substrat abgeschiedenen
elektrokatalytischen Beschichtung umfaßt, wobei die
elektrokatalytische Beschichtung die Oxide von Kobalt und Wolfram
enthält.
11. Verwendung nach Anspruch 10, worin das Substrat Nickel
oder Nickel-beschichteten Stahl umfaßt, wobei die
Beschichtung eine Dicke von 2 bis 200 um aufweist und das
Gewichtsverhältnis von Kobalt und Wolfram jeweils von
1:1 bis 5:1 ist.