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Dokumentenidentifikation DE4126836A1 18.02.1993
Titel Strahlungsempfindliches Aufzeichnungsmaterial aus Schichtträger und positiv arbeitender, strahlungsempfindlicher Schicht mit rauher Oberfläche
Anmelder Hoechst AG, 6230 Frankfurt, DE
Erfinder Fraß, Hans Werner, Dr.;
Hackmann, Ernst-August, Dr., 6200 Wiesbaden, DE;
Jörg, Klaus, Dr., 6507 Ingelheim, DE;
Könneke, Dietmar, Dr., 6204 Taunusstein, DE;
Neubauer, Rudolf, Dr., 6227 Oestrich-Winkel, DE;
Elsäßer, Andreas, Dr., 6270 Idstein, DE
DE-Anmeldedatum 14.08.1991
DE-Aktenzeichen 4126836
Offenlegungstag 18.02.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.02.1993
IPC-Hauptklasse G03F 7/022
IPC additional class // C09B 11/04,23/00,C09D 161/10  
Zusammenfassung Strahlungsempfindliches Aufzeichnungsmaterial insbesondere zur Herstellung von Flachdruckplatten aus einem Schichtträger und einer positiv arbeitenden, strahlungsempfindlichen Schicht mit rauher Oberfläche, die als strahlungsempfindliche Verbindung mindestens ein 1,2-Chinondiazid, und als wasserunlösliches und in wäßrig-alkalischen Lösungen lösliches oder quellbares Bindemittel ein Polykondensat oder Polymerisat, Farbstoff und Füllstoff enthält. Die strahlungsempfindliche Schicht enthält bei einem Schichtgewicht von 3 g/m2 oder weniger als Füllstoff ein Kieselsäureprodukt mit einer mittleren Korngröße im Bereich von 3 bis 5 µm mit einer Ausschlußgrenze von 15 µm in einer Menge, daß sie eine Glätte nach Bekk im Bereich von 20 bis 100 Sekunden (bestimmt nach DIN 53107, Verfahren A) aufweist. Die Schicht enthält zusätzlich ein Tensid mit Polysiloxan-Einheiten. Das Aufzeichnungsmaterial weist gute Kopier- und drucktechnische Eigenschaften, wie günstige Evakuierzeit, Rasterruhe, geringe Anfälligkeit für Lufteinschlüsse, gutes Auflösungsvermögen und gute Beschichtungsstruktur auf.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein strahlungsempfindliches Aufzeichnungsmaterial, insbesondere zur Herstellung von Flachdruckplatten, aus einem Schichtträger und einer positiv arbeitenden, strahlungsempfindlichen Schicht mit rauher Oberfläche, die als strahlungsempfindliche Verbindung mindestens ein 1,2-Chinondiazid und als wasserunlösliches, in wäßrig-alkalischen Lösungen lösliches oder quellbares Bindemittel ein Polykondensat oder Polymerisat, Farbstoff und Füllstoff enthält.

Aufzeichnungsmaterialien der genannten Art sind bekannt. Das Schichtgewicht der strahlungsempfindlichen Schicht dieser Materialien liegt für Flachdruckanwendungen im allgemeinen unter etwa 3 g/m2 und die Verarbeitung umfaßt folgende Prozeßschritte: Man bringt die Filmvorlage und das Aufzeichnungsmaterial in Kontakt durch Evakuieren, man belichtet mittels UV- Licht, entwickelt mit einem alkalischen Entwickler, brennt gegebenenfalls ein und gummiert die hergestellte Flachdruckplatte.

Um zum einen eine schnelle Kontaktierung Filmvorlage- Flachdruckplatte zu gewährleisten, zum anderen Lufteinschlüsse beim Evakuieren zu minimieren bzw. die Stickstoff-Abführung bei der Diazo-Photolyse hinreichend sicherzustellen - das heißt, eine gleichmäßige Kontaktierung, die für eine exakte Rasterpunktübertragung erforderlich ist, herbeizuführen - hat es sich als vorteilhaft erwiesen, Materialien mit rauher Oberfläche einzusetzen.

Eine rauhe Oberfläche kann vom Anwender selbst unmittelbar vor Verarbeitung der Aufzeichnungsmaterials, beispielsweise durch Bestäuben mit einem Pulver, hergestellt werden. Diese Verfahrensweise hat sich jedoch aus unterschiedlichen Gründen, wie ungleichmäßigen Kopierresultaten, nicht durchgesetzt.

Daher wurden von den Herstellern der vorsensibilisierten Flachdruckplatten Anstrengungen unternommen, ihre Produkte bereits beim Herstellungsverfahren mit einer definiert rauhen Oberfläche zu versehen. So wurde bereits das Verprägen der Schichtoberfläche oder das Auswaschen wasserlöslicher Partikel aus der lichtempfindlichen Schicht offenbart (DE-A 18 13 445, entsprechend GB-A 12 93 161). Es ist auch bekannt, die Schicht mit einem Treibmittelzusatz zu versehen, der beim Trocknungsprozeß aktiviert wird (EP-A 00 11 698, entsprechend USA 43 71 602). Es ist auch der Zusatz von Harzen zur lichtempfindlichen Schicht bekannt, die beim Trocknungsprozeß agglomerieren (DE-A 29 48 737, entsprechend GB-A 20 43 281). Keine dieser Verfahrensweisen hat jedoch Eingang in die Flachdruckplattenfertigung gefunden.

Dagegen hat sich das Aufbringen einer Mattierungsschicht auf die strahlungsempfindliche Schicht als gangbarer Weg erwiesen, wie zum Beispiel das Aufbringen gefüllter, Entwickler löslicher Mattierungsschichten (DE-A 30 09 928, entsprechend GB-A 20 46 461). Es ist auch der Antrag nicht gefüllter, diskontinuierlicher Mattierungsschichten, aufgebracht durch Walzen mit rauher Oberfläche (DE-A 26 06 793, entsprechend US-A 42 16 289) bekannt. Schließlich kann man auch Entwickler lösliche Mattierungspulver aufstäuben und fixieren (DE-A 30 03 131, entsprechend US-A 42 88 521). Es ist ferner bekannt, wäßrige Lösungen oder Dispersionen von Entwickler löslichen Harzen aufzusprühen (DE-A 31 31 570, entsprechend GB-A 20 81 919) und zu trocknen. Das Aufsprühen der Mattierungsschichten kann auch auf elektrostatische Weise erfolgen (EP-A 03 44 985). Es ist auch bekannt, Mattierungsschichten aufzusprühen, die im wesentlichen dieselbe Zusammensetzung wie die strahlungsempfindliche Schicht besitzen (DE-A 34 33 247, entsprechend US-A 48 42 982).

Mittels dieser Techniken lassen sich Flachdruckplatten fertigen, welche sich bei der Verarbeitung in Kontaktkopie ausgezeichnet bewähren. Nachteilig stehen dem jedoch gegenüber, daß, selbst bei Verwendung Entwickler löslicher Mattierungsschichten, eine geringere Entwicklungsgeschwindigkeit und ein erhöhter Entwicklerverbrauch festzustellen ist sowie durch die zusätzliche Schicht erhebliche Fertigungsmehrkosten anfallen.

Diese Punkte waren Anlaß für die Suche nach Möglichkeiten, der strahlungsempfindlichen Positivkopierschicht durch Zusätze beim Fertigungsprozeß direkt eine rauhe Oberfläche zu verleihen.

In der DE-A 29 26 236 (entsprechend CA-A 11 48 014) wird für diesen Zweck der Zusatz von anorganischen oder organischen Füllstoffen mit einem mittleren Teilchendurchmesser von 1-20 µm beschrieben.

Es ist auch bekannt, daß man den Vorteil einer leichteren Dispergierbarkeit der in den Beschichtungslösemitteln unlöslichen Füllstoffe entweder dann erhält, wenn man thermisch gehärtetes Phenol-Formaldehyd-Harz als Füllstoff verwendet (DE-A 31 17 702, entsprechend GB-A 20 75 702) oder wenn man Siliciumdioxid-Partikel mit hydrophober Oberfläche zu obigem Füllstoff zusetzt, die einen Partikeldurchmesser von kleiner oder gleich 0,5 µm besitzen (JP-A 75-1 15 548).

Alle diese Maßnahmen führen noch nicht zu optimalen Ergebnissen, da sich mit diesen Materialien die folgenden Anforderungen nicht gleichzeitig erfüllen lassen:

  • a) die Evakuierungszeiten sollen denen vergleichbar sein, die man bei Einsatz von Mattierungsschichten erhält,
  • b) die Anfälligkeit für Lufteinschlüsse soll gering sein und eine gleichmäßige Rasterübertragung (Rasterruhe) soll, wie bei den Materialien mit Mattierungsschichten, gewährleistet sein,
  • c) das Auflösungsvermögen und die damit verbundene Möglichkeit zur Lichtkorrektur, d. h. zur Filmkanteneliminierung mittels Hochbelichtung ohne Verluste in Feinstrich- oder Spitzlichtpartien sollen möglichst unbeeinträchtigt sein und
  • d) Hofbildung um die Füllstoffpartikel herum oder sonstige kosmetische Defekte, die das Funktionsverhalten negativ beeinflussen, sollen vermieden werden.


Es war deshalb Aufgabe der Erfindung, ein strahlungsempfindliches Aufzeichnungsmaterial wie zur Herstellung von Flachdruckplatten zu schaffen, das bei technisch einfacher und kostengünstiger Fertigung die obigen Forderungen erfüllt.

Die Lösung dieser Aufgabe geht von einem strahlungsempfindlichen Aufzeichnungsmaterial der eingangs genannten Art aus und sie ist dadurch gekennzeichnet, daß die strahlungsempfindliche Schicht bei einem Schichtgewicht von 3 g/m2 oder weniger als Füllstoff ein Kieselsäureprodukt mit einer mittleren Korngröße im Bereich von 3 bis 5 µm mit einer Ausschlußgrenze von 15 µm in einer Menge enthält, daß sie eine Glätte nach Bekk im Bereich von 20 bis 100 Sekunden (bestimmt nach DIN 53 107, Verfahren A) aufweist und daß die Schicht zusätzlich ein Tensid mit Polysiloxan- Einheiten enthält. Vorzugsweise besitzt die strahlungsempfindliche Schicht ein Schichtgewicht im Bereich von 1,5 bis 2,5 g/m2. Das Kieselsäureprodukt ist vorzugsweise in einer Menge vorhanden, daß die Glätte der Schicht nach Bekk im Bereich von 20 bis 80 Sekunden liegt. Vorzugsweise ist das Kieselsäureprodukt hydrophobiert, insbesondere mit Wachs oder durch chemische Modifizierung mit Silanen. Das Tensid ist vorzugsweise in einer Menge im Bereich zwischen 0,01 und 2 Gewichtsprozent, bezogen auf das Trockengewicht der Schicht vorhanden.

Als Kieselsäureprodukte werden synthetische Kieselsäuren und Silikate nach DIN 55 921 verwendet. Hiernach kommen sowohl reines SiO2 als auch metalloxidhaltige Kieselsäuren zur Anwendung, auch dann, wenn eine genaue Unterscheidung zwischen beiden nicht möglich ist. Daher nähert sich dieser Begriff Kieselsäureprodukt dem gebräuchlichen Ausdruck "silica", der nicht oder nicht immer zwischen Kieselsäuren und Silicaten unterscheidet. Als Kieselsäureprodukte können beispielsweise Syloid®-Typen der Fa. Grace, Silcron® von Lanco, Gasil® von Crosfield, OK/HK-Typen der Degussa und Satintone® der Engelhard-Chemie, eingesetzt werden.

Unter mittlere Korngröße ist der 50%-Wert der kumulativen Massen- oder Volumenverteilungskurve zu verstehen, wie er in der entsprechenden DIN-Vorschrift 66 141 festgelegt ist. Die Ausschlußgrenze bezeichnet den 100%-Wert.

In dieser Vorschrift sind die Grundlagen zur Darstellung von Korn-(Teilchen)-größenverteilungen dargestellt. Sie gelten für alle körnigen Stoffe, unabhängig von der Art des gemessenen Feinheitsmerkmals.

Zur Bestimmung der Kennwerte liegen verschiedene Verfahren vor, wie Sedimentationsmessungen, bildanalytische Auswertung von elektronenmikroskopischen Aufnahmen, Leitfähigkeitsmessungen, Lichtstreuung.

Die Füllstoffmengen des Kieselsäureproduktes, die zur Regulierung von Glättewerten nach Bekk im Bereich von 20 bis 100 Sekunden, bevorzugt 20 bis 80 Sekunden, erforderlich sind, variieren stark und sind neben der mittleren Korngröße auch vom Schichtgewicht der strahlungsempfindlichen Schicht und von der Rauhigkeit der Schichtträgeroberfläche abhängig.

Die Bestimmung der Glätte nach Bekk erfolgt nach DIN 53 107, Verfahren A, bei dem man die Zeit mißt in der infolge des durchgesaugten Luftvolumens der Druck in dem Vakuumbehälter für die Meßprobe von -507 mbar auf -489 mbar ansteigt.

Das Kieselsäureprodukt ist vorzugsweise in einer Menge im Bereich zwischen 0,01 und 10, insbesondere 0,1 und 5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Trockengewicht der Schicht, vorhanden.

Die als Füllstoffe verwendeten Kieselsäureprodukte werden, um eine leichtere Dispergierbarkeit zu erzielen, vorzugsweise durch Beschichtung beispielsweise mit Wachs oder durch chemische Modifizierung, zum Beispiel mit Silanen, hydrophobiert.

Die verwendeten Tenside sind bevorzugt Dialkylsiloxane, die zusätzlich durch Alkylenoxideinheiten oder Säureeinheiten modifiziert sein können. Die für eine einwandfreie Beschichtung ohne Hofbildung erforderliche Menge hängt von der Füllstoffmenge ab. In der Regel sind 0,01 bis 2, insbesondere 0,05 bis 1 Gewichtsprozent, bezogen auf das Trockengewicht der Schicht, ausreichend.

Als Beispiele für verwendete Tenside werden Produkte wie Tegopren® der Th. Goldschmidt AG, Edaplan® (Münzing), Byk (Byk-Chemie), Baysilon-Typ® (Bayer AG) oder auch verschiedene Siliconöle der Wacker-Chemie genannt.

Als 1,2-Chinondiazid werden vorzugsweise 1,2-Naphthochinon-2-diazid-4- oder -5-sulfonylderivate eingesetzt. Es werden insbesondere die Ester bevorzugt.

Geeignete Naphthochinondiazide sind aus DE-C 9 38 233 (entsprechend US-A 7 39 654) und 28 28 037 (entsprechend US-A 42 66 001) bekannt. Die Menge der Naphthochinondiazidverbindungen in der strahlungsempfindlichen Schicht liegt im allgemeinen zwischen 3 und 50, vorzugsweise zwischen 8 und 25 Gewichtsprozent, bezogen auf den Gehalt ihrer nichtflüchtigen Bestandteile.

Die bei vielen Positiv-Kopiermaterialien auf Basis von 1,2-Chinondiaziden bewährten Novolak-Polykondensate haben sich als Bindemittel auch hier als vorteilhaft erwiesen. Die Novolake können zusätzlich in bekannter Weise durch Umsetzung eines Teils ihrer Hydroxygruppen, zum Beispiel mit Chloressigsäure, Isocyanaten, Epoxiden oder Carbonsäureanhydriden modifiziert sein. Als weitere alkalilösliche bzw. in Alkali quellbare Bindemittel sind Polyhydroxyphenylharze, die durch Kondensation aus Phenolen und Aldehyden oder Ketonen hergestellt werden oder Polymerisate bzw. Mischpolymerisate aus Styrol und Maleinsäureanhydrid oder Polyvinylphenole einsetzbar. Vorteilhaft kann ein Polymerisat bzw. Copolymerisat eines mit einem mehrwertigen Phenol veresterten Acryl- bzw. Methacrylsäureesters eingesetzt werden. Die Art und Menge des alkalilöslichen Harzes kann je nach Anwendungszweck verschieden sein; bevorzugt werden Anteile am Gesamtfeststoff zwischen 90 und 30, insbesondere zwischen 85-55 Gewichtsprozent. Als Bindemittel werden vorzugsweise solche eingesetzt, die einen Gehalt an phenolischen Hydroxylgruppen im Bereich von 1 bis 15 mmol/g und ein Molekulargewicht unter 100 000, insbesondere im Bereich von 5000 bis 100 000, besitzen.

Weiterhin können noch zahlreiche andere Harze mitverwendet werden. Als besonders vorteilhaft hat sich eine Kombination aus einem Kresol-Formaldehyd-Novolak und einem nicht plastifizierten, vorzugsweise alkylveretherten Melamin-Formaldehyd-Harz erwiesen. Ferner können als Harze zusätzlich Epoxyharze und Vinyl- Mischpolymerisate der ihnen zugrundeliegenden Monomeren sowie hydrierte oder teilhydrierte Kolophoniumderivate vorhanden sein. Der günstige Anteil an diesen Harzen richtet sich nach den anwendungstechnischen Erfordernissen und nach dem Einfluß auf die Entwicklungsbedingungen. Er beträgt im allgemeinen nicht mehr als 40, bevorzugt etwa 1 bis 20 Gewichtsprozent, bezogen auf alkalilösliches Bindemittel. In geringen Mengen kann die strahlungsempfindliche Schicht für spezielle Erfordernisse, wie Flexibilität, Haftung, Glanz und Färbung, außerdem noch Substanzen wie Polyglykole, Cellulose-Derivate, wie Ethylcellulose, Netzmittel, Farbstoffe, Haftvermittler und feinteilige Pigmente sowie bei Bedarf UV-Absorber enthalten.

Ferner können der strahlungsempfindlichen Schicht für den Farbumschlag nach dem Belichten noch geringe Mengen von strahlungsempfindlichen Komponenten beigefügt werden, die beim Belichten vorzugsweise starke Säuren bilden bzw. abspalten und in einer Folgereaktion mit einem geeigneten Farbstoff einen Farbumschlag hervorrufen. Derartige strahlungsempfindliche Komponenten sind zum Beispiel 1,2-Naphthochinondiazid-4-sulfonsäurechlorid, chromophor substituierte Halogenmethyl- s-triazine oder Diazoniumverbindungen in Form ihrer Salze mit komplexen Säuren wie Borfluorwasserstoffsäure oder Hexafluorphosphorsäure.

Zur Beschichtung eines geeigneten Schichtträgers, d. h. zur Herstellung des lichtempfindlichen Aufzeichnungsmaterials, wird das Gemisch im allgemeinen in einem Lösungsmittel gelöst. Die Wahl der Lösungsmittel ist auf das vorgesehene Beschichtungsverfahren, die Schichtdicke und die Trocknungsbedingungen abzustimmen. Geeignete Lösungsmittel sind Ketone, wie Methylethylketon, chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie Trichlorethylen und 1,1,1,-Trichlorethan, Alkohole, wie n-Propanol, Ether, wie Tetrahydrofuran, Alkoholether, wie Ethylenglykolmonoalkylether, Propylenglykolmonoalkylether und Ester, wie Butylacetat oder Propylenglykolalkyletheracetat. Es können auch Gemische verwendet werden, die zudem noch für spezielle Zwecke Lösungsmittel wie Acetonitril, Dioxan oder Dimethylformamid enthalten können. Prinzipiell sind alle Lösungsmittel verwendbar, die mit den Schichtkomponenten nicht irreversibel reagieren. Partialether von Glykolen, insbesondere Ethylenglykolmonomethylether und Propylenglykolmethylether werden besonders bevorzugt.

Als Schichtträger werden meist Metalle verwendet. Bevorzugt werden für Offsetdruckplatten eingesetzt: walzblankes, mechanisch oder elektrochemisch aufgerauhtes und gegebenenfalls anodisiertes Aluminium, das zudem noch chemisch, zum Beispiel mit Polyvinylphosphonsäure, Silikaten, Phosphaten, Hexafluorzirkonaten oder mit mit hydrolisierten Tetraethylorthosilikat, vorbehandelt sein kann.

Die Beschichtung des Schichtträgers erfolgt in bekannter Weise durch Aufschleudern, Sprühen, Tauchen, Walzen, mittels Breitschlitzdüsen, Rakeln oder durch Gießer-Antrag. Belichtet wird mit in den in der Technik üblichen Lichtquellen.

Zum Entwickeln werden wäßrig-alkalische Lösungen abgestufter Alkalität verwendet, vorzugsweise mit einem pH im Bereich von 10-14, die auch kleine Mengen organischer Lösungs- oder Netzmittel enthalten können. Zur Herstellung einer Druckform wird das lichtempfindliche Aufzeichnungsmaterial unter einer Positiv- Vorlage im Vakuum-Kontakt-Rahmen bildmäßig belichtet und anschließend mittels eines wäßrig-alkalischen Entwicklers entwickelt. Zur bildmäßigen Belichtung können Röhrenlampen, Xenonimpulslampen, Metallhalogenid dotierte Quecksilberdampflampen oder Kohlenbogenlampen verwendet werden.

Durch die Erfindung wird eine gleichzeitige Erfüllung der Anforderungen der Praxis bezüglich der Evakuierzeiten, der Rasterruhe und der geringen Anfälligkeit für Lufteinschlüsse, für das Auflösevermögen und bezüglich der einwandfreien Beschichtungsstruktur erreicht. Infolge der Tensidanwesenheit tritt keine Hofbildung auf.

Die Erfindung wird anhand der folgenden Beispiele näher erläutert, ohne sie hierauf zu beschränken, Vergleichsbeispiele sind mit einem * gekennzeichnet.

Die verwendeten Abkürzungen stehen für:

D mittlere Korngröße in µm.

A Ausschlußgrenze in µm.

G Glätte-Wert nach Bekk in Sekunden.

T Evakuierzeit in Sekunden zur Kontaktierung Filmvorlage-Flachdruckplatte.

R Rasterruhe. Visuell bewertet wird die Gleichmäßigkeit der Wiedergabe eines großflächigen 60er-Rasters mit 20% Flächendeckung.

+ = keine Ausbrüche,

0 = vereinzelt Ausbrüche, leichte Rasterunruhe.

- = viele Ausbrüche, starke Rasterunruhe.

C Corona = Breite der Zone in mm um einen 300 µm dicken Abstandshalter zwischen Druckplatte und 60er-Rasterfilm mit 20% Flächendeckung in dem die Rasterpunkte nicht wiedergegeben werden. Bei diesem Test wird die Anfälligkeit gegenüber Lufteinschlüssen untersucht.

K Nummer der ersten vollständig wiedergegebenen Linie (von 1 bis 40) in Feld 3 des Kontaktkontrollstreifens der FOGRA.

U Mikrolinienanzeige im UGRA-Offset-Testkeil.

H Hofbildung um Füllstoffe:

+ = nicht vorhanden

- = vorhanden.

Beispiel 1

Eine in Salzsäure elektrolytisch aufgerauhte (Rz-Wert nach DIN 4768: 5,0 µm), in Schwefelsäure zwischengebeizte und in Schwefelsäure eloxierte (Oxidgewicht 4,0 g/m2) Aluminiumfolie der Stärke 0,3 mm wird mit Polyvinylphosphonsäure entsprechend DE-A 16 21 478 (= US-A 41 53 461) hydrophiliert und dann mit folgender Kopierlacklösung beschichtet: (Gewichtsteile = GT)

5,00 GT Kresol-Formaldehyd-Novolakharz mit einer Hydroxylzahl von 420 nach DIN 53 783/53 240 und einem Gewichtsmittelwert nach GPC von 10 000 (Polystyrol-Standard),

1,20 GT Veresterungsprodukt von 3 Mol 1,2- Naphthochinon-2-diazid-5-sulfonylchlorid und 1 Mol 2,3,4-Trihydroxybenzophenon,

0,15 GT 1,2-Naphthochinon-2-diazid-4-sulfonylchlorid,

0,05 GT Victoriareinblau (C.I. 44 045), und

x GT Kieselsäurefüllstoff, Syloid ® der Fa. Grace, entsprechend Tabelle 1

y GT Tensid auf Basis von Dimethylsiloxan- und Alkylenoxideinheiten, Edaplan® LA, Münzing, Heilbronn, Menge entsprechend Tabelle 1, aufgefüllt auf

100 GT mit einem Lösemittelgemisch aus Methylketon und Propylenglykolmonomethylether (40/60).

Der Kopierlackfilm wird 1 Minute bei 125°C getrocknet. Das Schichtgewicht beträgt 2,4 g/m2. Die Verarbeitung der gefertigten Flachdruckplatten erfolgt wie folgt:

Die Platten werden in einem Vakuum-Kontaktkopierrahmen durch Evakuieren mit einer Montage der Testvorlagen kontaktiert, mit einer 5 KW-Metallhalogenid dotierten Quecksilberdampflampe im Abstand von 110 cm so belichtet, daß nach Entwicklung eine offene Stufe 4 im UGRA-Offset-Testkeil resultiert, was einer Hochbelichtung zur Filmkanteneliminierung entspricht. Entwickelt wird 30 Sekunden lang in einem Kaliumsilikat-Entwickler mit einem Gesamtalkaligehalt von 0,95 mol/l.

Die in der beigefügten Tabelle 1 wiedergegebenen Resultate zeigen, daß mit den erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien die gleichzeitige Erfüllung der Anforderungen bezüglich Evakuierzeiten (T), Rasterruhe (R) und geringer Anfälligkeit für Lufteinschlüsse (C, K), Auflösungsvermögen (U) und einwandfreier Beschichtungsstruktur (H) im Gegensatz zu den bekannten Materialien gegeben ist. Tabelle 1

Beispiel 2

Eine in Salzsäure elektrolytisch aufgerauhte (Rz-Wert nach DIN 4768: 3,2 µm), in Schwefelsäure zwischengebeizte und in Schwefelsäure eloxierte (Oxidgewicht 2,0 g/m2) Aluminiumfolie der Stärke 0,3 mm wird mit Polyvinylphosphonsäure entsprechend DE-A 16 21 478 (= US-A 41 53 461) hydrophiliert und dann mit folgender Kopierlacklösung beschichtet: (Gewichtsteile = GT)

4,80 GT Kresol-Formaldehyd-Novolakharz mit einer Hydroxylzahl von 420 nach DIN 53 783/53 240 und einem Gewichtsmittelwert nach GPC von 10 000 (Polystyrol-Standard),

1,05 GT Veresterungsprodukt von 3 Mol 1,2- Naphthochinon-2-diazid-4-sulfonylchlorid und 1 Mol 2,3,4-Trihydroxybenzophenon,

0,05 GT 2-(4-Styrylphenyl)-4,6-bis-trichlormethyl- s-triazin,

0,10 GT Kristallviolett (C.I. 42 555), und

x GT Kieselsäurefüllstoff, (Syloid ® der Fa. Grace, entsprechend Tabelle 2

y GT Tensid auf Basis von Dimethylsiloxan- und Alkylenoxideinheiten, (Tegopren® der Th. Goldschmidt AG), Menge entsprechend Tabelle 2, aufgefüllt auf

100 GT mit einem Lösemittelgemisch aus Tetrahydrofuran und Propylenglykolmonomethylether (55/45).

Der Kopierlackfilm wird 1 Minute bei 125°C getrocknet. Das Schichtgewicht beträgt 1,8 g/m2.

Die Verarbeitung der gefertigten Flachdruckplatten mit einer umkehrbaren Positivschicht erfolgt, wie in Beispiel 1 beschrieben.

Die in Tabelle 2 wiedergegebenen Resultate bestätigen die unter Beispiel 1 beschriebenen Ergebnisse für dieses erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial. Tabelle 2


Anspruch[de]
  1. 1. Strahlungsempfindliches Aufzeichnungsmaterial aus einem Schichtträger und einer positiv arbeitenden, strahlungsempfindlichen Schicht mit rauher Oberfläche, die als strahlungsempfindliche Verbindung mindestens ein 1,2-Chinondiazid und als wasserunlösliches und in wäßrig-alkalischen Lösungen lösliches oder quellbares Bindemittel ein Polykondensat oder Polymerisat sowie Farbstoff und Füllstoff enthält, dadurch gekennzeichnet, daß die strahlungsempfindliche Schicht bei einem Schichtgewicht von 3 g/m2 oder weniger als Füllstoff ein Kieselsäureprodukt mit einer mittleren Korngröße im Bereich von 3 bis 5 µm mit einer Ausschlußgrenze von 15 µm in einer Menge enthält, daß sie eine Glätte nach Bekk im Bereich von 20 bis 100 Sekunden (bestimmt nach DIN 53 107, Verfahren A) aufweist und daß die Schicht zusätzlich ein Tensid mit Polysiloxan- Einheiten enthält.
  2. 2. Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die strahlungsempfindliche Schicht ein Schichtgewicht im Bereich von 1,5 bis 2,5 g/m2 besitzt.
  3. 3. Material nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Kieselsäureprodukt in einer Menge vorhanden ist, daß die Glätte der Schicht im Bereich von 20 bis 80 Sekunden liegt.
  4. 4. Material nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Kieselsäureprodukt in einer Menge im Bereich zwischen 0,01 und 10 Gewichtsprozent, bezogen auf das Trockengewicht der Schicht, vorhanden ist.
  5. 5. Material nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Kieselsäureprodukt hydrophobiert ist.
  6. 6. Material nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Kieselsäureprodukt mit Wachs oder durch chemische Modifizierung mit Silanen hydrophobiert ist.
  7. 7. Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Tensid in einer Menge im Bereich zwischen 0,01 bis 2 Gewichtsprozent, bezogen auf das Trockengewicht der Schicht, vorhanden ist.
  8. 8. Material nach Anspruch 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Tensid ein Dialkylsiloxan ist, das durch Alkylenoxid-Einheiten modifiziert sein kann.
  9. 9. Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als 1,2-Chinondiazid ein 1,2- Naphthochinon-2-diazid-4- oder -5-sulfonylderivat vorhanden ist.
  10. 10. Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel einen Gehalt an phenolischen Hydroxylgruppen im Bereich von 1 bis 15 mmol/g und ein Molekulargewicht unter 100 000 aufweist.
  11. 11. Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff ein kationischer Farbstoff aus der Klasse der Triarylmethan- oder der Methinfarbstoffe ist.
  12. 12. Material nach Anspruch 1 zur Herstellung von Flachdruckplatten.






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