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Dokumentenidentifikation EP0248334 25.02.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0248334
Titel Verfahren zur Herstellung von 2-Nitro-4-sulfamyl-diphenylamin-Farbstoffen.
Anmelder Hoechst AG, 6230 Frankfurt, DE
Erfinder Brodt, Dr., Werner, W-6234 Hattersheim am Main, DE;
Papenfuhs, Dr., Theodor, W-6000 Frankfurt am Main, DE
DE-Aktenzeichen 3783513
Vertragsstaaten BE, CH, DE, ES, FR, GB, IT, LI
Sprache des Dokument De
EP-Anmeldetag 26.05.1987
EP-Aktenzeichen 871076576
EP-Offenlegungsdatum 09.12.1987
EP date of grant 13.01.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.02.1993
IPC-Hauptklasse C09B 51/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrift ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von 2-Nitro-4-sulfamyl-diphenylamin-Farbstoffen, sowie ein verbessertes Verfahren zur Herstellung des bei der Synthese dieser Farbstoffe als Zwischenprodukt eingesetzten 4-Chlor-3-nitro-benzolsulfochlorids.

Die Herstellung von 2-Nitro-4-sulfamyl-diphenylamin-Farbstoffen aus 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid ist an sich bekannt. So wird in der SU-Patentschrift 833 956 die Herstellung des Farbstoffs 2-Nitro-1,1′-diphenylamin-4-sulfanilid durch Umsetzung von 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid mit einem Überschuß von Anilin (6 %) in Gegenwart eines kondensierenden Agens (Calciumcarbonat oder Magnesiumcarbonat) und eines Tensids (Kondensationsprodukt von Naphthalin-2-sulfonsäure mit Formaldehyd) bei Temperaturen von 20-100°C mit anschließender Fällung des Zielprodukts beschrieben. In der genannten Patentschrift wird hervorgehoben, daß die Verwendung von Salzen der Alkalimetalle als Neutralisationsmittel zur Bildung von Nebenprodukten führt, wobei insbesondere der Einsatz von Soda zu einer teilweisen Verseifung von 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid zur Sulfonsäure führt, was Nichtreproduzierbarkeit des Verfahrens und niedrige Farbstoffausbeuten bedingt.

Ferner wird in der CSSR-PS 191 522 ein zum Verfahren der genannten SU-PS analoges Herstellungsverfahren beschrieben, wobei die Verwendung von Carbonaten der Alkalimetalle als basische Kondensationsmittel offenbart wird. Für die Gewinnung der reinen 2-Nitro-4-sulfamyl-diphenylamin-Farbstoffe ist aber deren Reinigung durch Umlösen (Überführung in das Natriumsalz und Ausfällen der stabilen α-Modifikation durch Neutralisieren mit Ammoniumchlorid oder Ammoniumsulfat) bei 70-100°C erforderlich. Dieser Reinigungsschritt hat eine erhöhte Salzbelastung des Abwassers und einen erhöhten Energiebedarf zur Folge, wodurch dieses bekannte Verfahren in ökologischer und ökonomischer Hinsicht Nachteile aufweist. Hinzukommt, daß bei diesem bekannten Verfahren gasförmiges Ammoniak entsteht, das eine technisch aufwendige Abgaswäsche erforderlich macht und toxikologische Probleme hinsichtlich des Abwassers aufwirft.

Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß bei Einsatz von hochreinem 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid die Verwendung basisch reagierender Salze von Alkalimetallen nicht zu den in der zitierten SU-PS beschriebenen Nebenreaktionen mit den damit verbundenen Nachteilen, wie niedrige Farbstoffausbeute und Nichtreproduzierbarkeit des Verfahrens führt. Vielmehr erhält man bei Verwendung von hochreinem 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid (nach dem vorliegenden Verfahren) die 2-Nitro-4-sulfamyl-diphenylamin-Farbstoffe in guten bis sehr guten Ausbeuten mit einem sehr hohen Reingehalt (> 99 %, ermittelt durch HPLC (= high performance liquid chromatography)) in der stabilen α-Modifikation, wodurch die Reinigung des Farbstoffs durch einen Umlöseprozeß, wie er in der zitierten CSSR-PS beschrieben wird, entfällt. Dies bedingt in ökonomischer und ökologischer Hinsicht einen erheblichen Vorteil gegenüber dem Stand der Technik, wie er sich aus der SU-PS 833956 bzw. CSSR-PS 191522 ergibt. So konnte beim erfindungsgemäßen Verfahren die Raum-Zeit-Ausbeute beträchtlich verbessert werden.

Daraus wird ersichtlich, daß es von großer Bedeutung ist, das für die Synthese der genannten Farbstoffe einzusetzende 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid in hochreiner Form herstellen zu können. Die Herstellung von hochreinem 4-Chlor- 3-nitrobenzolsulfochlorid stellt ein Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens dar.

Das aus Chem. Ber. 24, 3185 (1891) bekannte Verfahren zur Herstellung von 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid durch Sulfieren von o-Nitrochlorbenzol und das aus der Britischen Patentschrift 585940 bekannte Verfahren zur Herstellung des genannten Sulfochlorids durch Umsetzen der freien Sulfonsäure bzw. deren Natriumsalz mit Phosphorpentachlorid führen nicht zu dem erforderlichen hochreinen Produkt. In der Britischen Patentschrift 625 757 und in der US-PS 2 511 547 wird zwar ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid durch Umsetzung von o-Nitrochlorbenzol mit der 4-5 molaren Menge Chlorsulfonsäure beschrieben, jedoch liegen die Nachteile dieses Verfahrens im Anfall erheblicher Mengen Abfallschwefelsäure sowie in der anzuwendenden hohen Reaktionstemperatur, wodurch sicherheitstechnische Probleme entstehen.

Es wurde gefunden, daß man das 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid in hochreiner Form herstellen kann, indem man o-Nitrochlorbenzol mit Chlorsulfonsäure bei Temperaturen von 100-110°C sulfoniert und die erhaltene Sulfonsäure mit Thionylchlorid bei 40-80°C, vorzugsweise 65-78°C in das entsprechende Sulfochlorid überführt. Hierbei ist es zweckmäßig, 2,0 bis 3,5 Mol, vorzugsweise 2,5 bis 3,0 Mol Chlorsulfonsäure auf 1 Mol o-Nitrochlorbenzol einwirken zu lassen. Ein größerer Überschuß an Chlorsulfonsäure ist zwar nicht schädlich, beeinträchtigt jedoch die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens. Für die Überführung der Sulfonsäure in das Sulfochlorid setzt man zweckmäßigerweise das Thionylchlorid in höchstens molarer Menge, bezogen auf das o-Nitrochlorbenzol, ein. Im allgemeinen ist es ausreichend, ein Molverhältnis von 1 : 0,5 bis 1 : 1,0 anzuwenden. Bevorzugt wird ein Molverhältnis von 1 : 0,7 - 1 : 0,9, weil hierbei die Reaktion hinreichend rasch und in sehr guten Ausbeuten abläuft. Das erhaltene 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid wird in üblicher Weise auf Eis kristallisiert und technisch feucht, beispielsweise in Form einer 90 %igen Feuchtpaste, isoliert.

Die Ausbeute an 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid (frei von Sulfonsäure) beträgt 94-97 % der Theorie bei einem Reingehalt von >99,5 % (Fp: 59-60°C). Ausbeute und Reinheit des Produktes sind damit wesentlich höher als bei dem in der Britischen Patentschrift 625,757 beschriebenen Verfahren (88 % Rohausbeute, Fp. 50°C).

Durch die hohe Reinheit des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorids ergeben sich unvorhergesehene Vorteile bei der Herstellung von 2-Nitro-4-sulfamyl-diphenylamin-Farbstoffen, insbesondere hinsichtlich Ausbeute und Reinheit.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von 2-Nitro-4-sulfamyl-diphenylamin-Farbstoffen der allgemeinen Formel (1)

in welcher R&sub1; und R&sub2; je ein Wasserstoff-, Chlor- oder Bromatom oder eine Alkyl (C&sub1;-C&sub4;)-oder Alkoxy (C&sub1;-C&sub4;)- gruppe oder eine Phenoxygruppe, welche am Benzolkern durch Chlor- oder Bromatome oder Alkyl (C&sub1;-C&sub4;)-, Alkoxy (C&sub1;-C&sub4;)- oder Trifluormethylgruppen substituiert sein kann, oder eine Naphthyloxygruppe bedeuten, wobei R&sub1; und R&sub2; gleich oder verschieden sein können, und R&sub2; darüber hinaus auch eine -N(Alkyl (C&sub1;-C&sub4;))&sub2;-, -NH (Alkyl (C&sub1;-C&sub4;))-,-NH-Alkyloyl (C&sub1;-C&sub4;)- oder -NH-Benzoylgruppe sein kann, R&sub3; und R&sub4; je ein Wasserstoffatom oder eine Alkyl (C&sub1;-C&sub4;)-, Alkoxy (C&sub1;-C&sub2;)-alkyl (C&sub1;-C&sub4;)- oder Cycloalkyl (C&sub5;-C&sub6;)-gruppe bedeuten, wobei R&sub3; und R&sub4; gleich oder verschieden sein können, und R&sub4; darüber hinaus eine Phenylgruppe sein kann, welche durch Chlor- oder Bromatome oder Alkyl (C&sub1;-C&sub4;)-, Alkoxy (C&sub1;-C&sub4;)-, -N(Alkyl (C&sub1;-C&sub4;))&sub2;-, -NH(Alkyl (C&sub1;-C&sub4;))-, -NH-Alkyloyl (C&sub1;-C&sub4;)-, -NH-Benzoyl-, Phenoxy- oder Naphthyloxygruppen substituiert sein kann, wobei die Phenoxygruppen am Benzolkern durch Chlor- oder Bromatome oder Alkyl (C&sub1;-C&sub4;)-, Alkoxy (C&sub1;-C&sub4;)- oder Trifluormethylgruppen substituiert sein kann, indem man o-Nitrochlorbenzol mit Chlorsulfonsäure bei Temperaturen von etwa 100-110°C sulfoniert zur 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfonsäure der Formel (2)
diese mit Thionylchlorid bei etwa 70-80°C in hochreines 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid überführt, letzteres durch Aufbringen des Reaktionsgemisches auf Eis kristallin abscheidet und das erhaltene 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid zunächst mit einem in einer wäßrigen Lösung eines basischen Kondensationshilfsmittels suspendierten oder gelösten aliphatischen oder aromatischen Amin der allgemeinen Formel
worin R&sub1;, R&sub2;, R&sub3; und R&sub4; die vorstehend genannten Bedeutungen haben, in Gegenwart eines ionischen oder nichtionischen Tensids bei Temperaturen von etwa 5 bis 50°C und bei pH-Werten von 7,5 bis 12,5, dann mit einem in einer wässrigen Lösung eines basischen Kondensationshilfsmittels suspendierten oder gelösten aromatischen Amin der genannten allgemeinen Formel (4) bei Temperaturen von etwa 80 bis 100°C innerhalb des genannten pH-Bereichs in Gegenwart eines Tensids der genannten Art zu den Farbstoffen der genannten Formel (1) kondensiert.

Als basische Kondensationshilfsmittel bei der Umsetzung des hochreinen 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorids mit einem Amin der genannten Formel (3) oder (4) kommen basisch reagierende Alkalimetallsalze, wie beispielsweise Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat, Kaliumcarbonat, Kaliumhydrogencarbonat oder verdünnte wäßrige Lösungen von Lithium-, Natrium- oder Kaliumhydroxid, in Betracht.

Bei der Umsetzung des 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorids reagiert zunächst, d.h. in erster Stufe, das Chloratom der Sulfochloridgruppe mit einem aliphatischen Amin der Formel (3) oder mit einem aromatischen Amin der Formel (4), und anschliessend in zweiter Stufe das aromtisch gebundene Chloratom mit einem aromatischen Amin der Formel (4).

Setzt man auch in erster Stufe mit einem aromatischen Amin um, so können die in erster und zweiter Stufe eingesetzten aromatischen Amine der allgemeinen Formel (4) gleich oder verschieden sein.

Der Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, daß im Zuge einer einfachen Eintropfreaktion 2-Nitro-4-sulfamyl-diphenylamin-Farbstoffe der allgemeinen Formel (1), die am Stickstoffatom der Sulfonamidgruppe durch einen aliphatischen oder cycloaliphatischen bzw. einen ggf. substituierten Phenylrest substituiert sein können, ohne Isolierung einer Zwischenstufe in hoher Ausbeute und in sehr hoher Reinheit zugänglich sind. Farbstoffe dieser Art mußten bisher in mehreren Reaktionsschritten, beispielsweise durch Umsetzung von 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfonsäure mit einem aromatischen Amin, Zwischenisolierung der entstandenen Diphenylaminsulfonsäure und Überführung in das Sulfochlorid sowie nachfolgende Reak tion mit einem aliphatischen bzw. ggf. substituierten aromatischen Amin in technisch nachteiliger Weise hergestellt werden.

Bei der Kondensation des 4-Chlor-3-nitro-benzolsulfochlorids mit einem Amin der genannten Formel (3) und/oder (4) wird zweckmäßigerweise im einzelnen wie folgt verfahren:

Das Amin wird in einer wäßrigen Lösung des basischen Kondensationshilfsmittels suspendiert oder gelöst und ein lösungsvermittelndes Tensid in geringer Menge, zweckmäßigerweise in einer Menge von etwa 1 bis 10 Gewichtsprozent, bezogen auf das Säurechlorid, zugesetzt. Anschließend wird das feuchte 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid in Abhängigkeit von der Art des basischen Kondensationshilfsmittels bei etwa 5 bis 45°C in Anteilen oder kontinuierlich in die wäßrige Suspension der Reaktionspartner eingetragen. Dann wird die Reaktionsmischung auf 35-45°C erwärmt und bei pH 7,5 bis 12,5, vorzugsweise bei pH 8,5 bis 9,5 2 bis 5 Stunden gerührt. Nun wird auf 100°C erwärmt und bei oben genannten pH-Werten 7 bis 10 Stunden gerührt. Anschließend werden im Falle der Anwendung von aromatischen Aminen, welche in einem Überschuß von 1 bis 5 %, vorzugsweise 2,5 %, bezogen auf eingesetztes 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid, verwendet werden, die Amine durch Einleiten von Dampf aus der Reaktionsmischung vollständig entfernt.

Der Farbstoff der allgemeinen Formel (1) kristallisiert bereits während der Wasserdampfdestillation aus und wird nach Abkühlen der Reaktionsmischung durch Filtration als Feuchtprodukt isoliert. Das überschüssig eingesetzte aromatische Amin kann aus dem Wasserdampfdestillat isoliert und für Folgeansätze ohne Nachteile bezüglich Ausbeute und Produktreinheit eingesetzt werden.

Als geeignete Tenside, in deren Gegenwart die Kondensation des 4-Chlor-3-nitro-benzolsulfochlorids mit einem Amin der genannten Formel (3) oder (4) vorgenommen wird, seien bei spielsweise folgende genannt: Alkylsulfonate, Aralkylsulfonate, Alkylnaphthalinsulfonate, Polyglykolether, Alkylphenylpolyglykolether, Alkylnaphthylpolyglykolether und Kondensationsprodukte von Naphthalinsulfonsäuren mit Formaldehyd [vgl. hierzu Lehrbuch der Textilchemie von H. Rath, Springer-Verlag Berlin/Göttingen/Heidelberg (1963), Seiten 656-672].

Das Abwasser sowohl der Verfahrensstufe der Sulfochloridbildung als auch der Kondensation des Sulfochlorids mit dem Amin ist biologisch abbaubar, was aus ökologischen Gründen vorteilhaft ist. Ferner ist beim erfindungsgemäßen Verfahren vorteilhaft, daß durch die Verwendung von Thionylchlorid als Chlorierungsmittel weniger Abfallschwefelsäure anfällt.

Die verfahrensgemäß erhältlichen 2-Nitro-4-sulfamyl-diphenylamin-Farbstoffe sind geeignet zum Färben natürlicher oder synthetischer Fasermaterialien, wie beispielsweise Seide, Polyamidfasern, Polyesterfasern oder Polyetherfasern. Ferner werden sie als Grundkomponente bei der Herstellung wertvoller Farbstoffmischungen verwendet.

Die nachstehenden Beispiele sollen das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutern, ohne es darauf zu beschränken.

Beispiel 1 (4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid)

In einem Rundkolben werden 176,5 g Chlorsulfonsäure unter Stickstoffatmosphäre bei 100°C vorgelegt. Nach Zutropfen von 78,8 g o-Nitrochlorbenzol in ca. 30 Minuten wird 4 Stunden bei 105-110°C nachgerührt. Man läßt auf 70°C abkühlen und tropft 53,6 g Thionylchlorid im Verlaufe einer Stunde zu.

Dann wird 2 Stunden bei 75-80°C nachgerührt, wobei die entstehenden Abgase in 2 hintereinandergeschalteten, mit Was ser bzw. 13 %iger Natronlauge beschickten Waschflaschen absorbiert werden.

Nach Abkühlen auf Raumtemperatur wird das Reaktionsgemisch im Verlaufe einer Stunde auf 1500 g Eis und 1000 g Wasser getropft. Das auskristallisierte farblose 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid wird abfiltriert und mit 2000 g Wasser gewaschen.

Man erhält 138 g wasserfeuchtes 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid mit einem Wassergehalt von ca. 10 % und einem Reingehalt von >99,5 % (nach Trocknen), was einer Ausbeute von 97 % der Theorie entspricht. Der Schmelzpunkt beträgt 59-60°C (nach Trocknen).

Beispiel 2 (4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid)

Man verfährt wie in Beispiel 1 beschrieben, mit dem Unterschied, daß man anstelle von 176,5 g nur 145,6 g Chlorsulfonsäure vorlegt. Man erhält 136 g wasserfeuchtes 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid mit einem Wassergehalt von ca. 11 %, was einer Ausbeute von 94,9 % der Theorie entspricht.

Beispiel 3 (4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid)

Man verfährt wie in Beispiel 1 beschrieben, jedoch mit dem Unterschied, daß man anstelle von 53,6 g Thionylchlorid 41,6 g Thionylchlorid einsetzt. Man erhält 137 g wasserfeuchtes 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid mit einem Wassergehalt von ca. 10 %, was einer Ausbeute von 95,8 % der Theorie entspricht.

Beispiel 4 (2-Nitrodiphenylamin-4-sulfanilid) (C.I. Disperse Yellow 42)

In einer Lösung von 58,3 g Natriumcarbonat in 270 g Wasser werden 97,6 g Anilin und 5,0 g eines Hilfsmittels auf Basis eines Kondensationsproduktes aus Naphthalinsulfonsäure und Formaldehyd suspendiert. Dann trägt man 138 g gemäß Beispiel 1 hergestelltes 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid in 30 Minuten bei 20-25°C unter Außenkühlung ein und rührt anschließend 4 Stunden bei 40°C nach. Anschließend wird auf 100°C geheizt und ca. 9-10 Stunden gerührt. Der Verlauf der Reaktion wird durch HPLC verfolgt. Die Umsetzung wird abgebrochen, wenn die Zwischenstufe 4-Chlor-3-nitrobenzolsulanilid in Anteilen von weniger als 0,3-0,5 % im Raktionsgemisch vorliegt; der Anteil an 2-Nitrodiphenylamin-4-sulfanilid beträgt dann ca. 95-96 % (jeweils HPLC-Flächenprozentwerte, nicht geeicht). Nach Abkühlen auf Raumtemperatur wird der Ansatz mit 65 g Wasser verdünnt und anschließend das überschüssige Anilin durch Einleiten von Wasserdampf abgeblasen. Nach Abkühlen auf ca. 25°C wird das auskristallisierte 2-Nitrodiphenylamin-4-sulfanilid abgesaugt und mit 1000 g Wasser gewaschen. Man erhält 250 g einer 70 %igen Feuchtpaste des Farbstoffes 2-Nitrodiphenylamin-4-sulfanilid (C.I. Disperse Yellow 42) mit einem Reingehalt von 99,5 % (nach Trocknen), entsprechend einer Ausbeute von 94 % der Theorie. Schmelzpunkt (nach Trocknen): 154-155°C.

Beispiel 5 (2-Nitrodiphenylamin-4-sulfanilid)

Man verfährt wie in Beispiel 4 beschrieben, mit dem Unterschied, daß man anstelle von 97,6 g Anilin 102,3 g Anilin einsetzt. Man erhält 270,5 g wasserfeuchtes, 65 %iges 2-Nitrodiphenylamin-4-sulfanilid, was einer Ausbeute von 95,2 % der Theorie entspricht.

Beispiel 6 (2-Nitrodiphenylamin-4-sulfanilid)

Man verfährt wie in Beispiel 4 beschrieben, mit dem Unterschied, daß man anstelle von 58,3 g Natriumcarbonat 92,4 g Natriumhydrogencarbonat einsetzt. Man erhält 251,5 g wasserfeuchtes, 69,4 %iges 2-Nitrodiphenylamin-4-sulfanilid, was einer Ausbeute von 94,5 % der Theorie entspricht.

Beispiel 7 (2-Nitrodiphenylamin-4-sulfanilid)

In einer Lösung von 76,0 g Kaliumcarbonat in 300 g Wasser werden 102,3 g Anilin und 5,0 g eines Tensids auf Basis eines Kondensationsprodukts aus Naphthalinsulfonsäure und Formaldehyd suspendiert. Dann werden unter Außenkühlung mit Eis 138 g nach Beispiel 1 hergestelltes 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid bei maximal 5-10°C eingetragen. Man läßt innerhalb 1 Stunde auf Raumtemperatur erwärmen und rührt dann noch 3 Stunden bei 45°C. Anschließend heizt man auf 100°C und verfährt wie in Beispiel 4 beschrieben. Man erhält 237 g wasserfeuchtes, 69 %iges 2-Nitrodiphenylamin-4-sulfanilid, was einer Ausbeute von 89 % der Theorie entspricht.

Beispiel 8 (2-Nitrodiphenylamin-4-sulf-p-toluidid)

In einer Lösung von 58,3 g Natriumcarbonat in 300 g Wasser werden 27,0 g 4-Aminotoluol und 7 g eines Tensids auf Basis eines Kondensationsprodukts aus Naphthalinsulfonsäure und Formaldehyd suspendiert. Dann werden 138 g nach Beispiel 1 hergestelltes 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid bei max. 20°C eingetragen und danach 4-5 Stunden bei 35°C gerührt. Darauf gibt man 24,0 g Anilin zu und heizt auf 100°C. Nach beendeter Reaktion (HPLC-Endpunktbestimmung) wird, wie in Beispiel 4 beschrieben, aufgearbeitet.

Man erhält 274 g 2-Nitrodiphenylamin-4-sulf-p-toluidid als 65 %ige Feuchtpaste mit einem Reingehalt von 98 % (HPLC), was einer Ausbeute von 91 % der Theorie entspricht.

Beispiel 9 (2-Nitrodiphenylamin-4-(N-butyl-)sulfonamid) (C.I. Disperse Yellow 59)

In einer Lösung von 58,3 g Natriumcarnat in 270 g Wasser werden 18,5 g n-Butylamin und 5 g eines Tensids auf Basis eines Kondensationsprodukts aus Naphthalinsulfonsäure und Formaldehyd suspendiert. Dann werden 138 g gemäß Beispiel 1 hergestelltes 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid bei 15-20°C eingetragen. Anschließend rührt man 6 Stunden bei 30°C nach, gibt 24,0 g Anilin zu und rührt 10 Stunden bei 100°C. Darauf wird, wie in Beispiel 4 beschrieben, aufgearbeitet. Man erhält 196 g 2-Nitrodiphenylamin-4-(N-butyl-)sulfonamid (C.I. Disperse Yellow 59) (R&sub3; = H, R&sub4; = n-C&sub4;H&sub9;) in Form einer 85 %igen Feuchtpaste mit einem Reingehalt von 98,5 %, was einer Ausbeute von 92,8 % der Theorie entspricht. Schmelzpunkt (nach Trocknen): 134°C.


Anspruch[de]
  • 1. Verfahren zur Herstellung von 2-Nitro-4-sulfamyl-diphenylamin-Farbstoffen der allgemeinen Formel (1)
    in welcher R&sub1; und R&sub2; je ein Wasserstoff-, Chlor- oder Bromatom oder eine Alkyl (C&sub1;-C&sub4;)-oder Alkoxy (C&sub1;-C&sub4;)-gruppe oder eine Phenoxygruppe, welche am Benzolkern durch Chlor- oder Bromatome oder Alkyl (C&sub1;-C&sub4;)-, Alkoxy (C&sub1;-C&sub4;)- oder Trifluormethylgruppen substituiert sein kann, oder eine Naphthyloxygruppe bedeuten, wobei R&sub1; und R&sub2; gleich oder verschieden sein können, und R&sub2; darüber hinaus auch eine -N(Alkyl (C&sub1;-C&sub4;))&sub2;-, -NH (Alkyl (C&sub1;-C&sub4;))-, -NH-Alkyloyl (C&sub1;-C&sub4;)- oder -NH-Benzoylgruppe sein kann, R&sub3; und R&sub4; ein Wasserstoffatom oder eine Alkyl (C&sub1;-C&sub4;)-, Alkoxy (C&sub1;-C&sub2;)-alkyl (C&sub1;-C&sub4;)- oder Cycloalkyl (C&sub5;-C&sub6;)- gruppe bedeuten, wobei R&sub3; und R&sub4; gleich oder verschieden sein können, und R&sub4; darüber hinaus eine Phenylgruppe sein kann, welche durch Chlor- oder Bromatome oder Alkyl (C&sub1;-C&sub4;)-, Alkoxy (C&sub1;-C&sub4;)-, -N(alkyl (C&sub1;-C&sub4;))&sub2;-, -NH(Alkyl (C&sub1;-C&sub4;))-, -NH-Alkyloyl (C&sub1;-C&sub4;)-, -NH-Benzoyl-, Phenoxy- oder Naphthyloxygruppen substituiert sein kann, wobei die Phenoxygruppen am Benzolkern durch Chlor- oder Bromatome oder Alkyl (C&sub1;-C&sub4;)-, Alkoxy(C&sub1;-C&sub4;)- oder Trifluormethylgruppen substituiert sein kann, dadurch gekennzeichnet, daß man o-Nitrochlorbenzol mit Chlorsulfonsäure bei Temperaturen von etwa 100-110°C sulfoniert zur 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfonsäure der Formel (2)
    diese mit Thionylchlorid bei etwa 70-80°C in hochreines 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid überführt, letzteres durch Aufbringen des Reaktionsgemisches auf Eis kristallin abscheidet und das erhaltene 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorid zunächst mit einem in einer wäßrigen Lösung eines basischen Kondensationshilfsmittels suspendierten oder gelösten aliphatischen oder aromatischen Amin der allgemeinen Formel
    worin R&sub1;, R&sub2;, R&sub3; und R&sub4; die vorstehend genannten Bedeutungen haben, in Gegenwart eines ionischen oder nichtionischen Tensids zunächst bei Temperaturen von etwa 5 bis 50°C bei pH-Werten von 7,5 bis 12,5, dann mit einem in einer wässrigen Lösung eines basischen Kondensationshilfsmittels suspendierten oder gelösten aromatischen Amin der genannten allgemeinen Formel (4) bei Temperaturen von etwa 80 bis 100°C innerhalb des genannten pH-Bereichs in Genewart eines Tensids der genannten Art zu den Farbstoffen der genannten Formel (1) kondensiert.
  • 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kondensation des 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorids mit einem Amin in Gegenwart eines Alkylsulfonats, Aralkylsulfonats, Alkylnaphthalinsulfonats, Polyglykolethers, Alkyl-phenylpolyglykolethers, Alkylnaphtylpolyglykolethers oder eines Kondensationsprodukts einer Naphthalinsulfonsäure mit Formaldehyd als Tensid durchführt.
  • 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als basisches Kondensationshilfsmittel bei der Umsetzung des 4-Chlor-3-nitrobenzolsulfochlorids mit einem Amin Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat, Kaliumcarbonat, Kaliumhydrogencarbonat oder eine verdünnte wäßrige Lösung von Lithium-, Natrium- oder Kaliumhydroxid verwendet.






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