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Dokumentenidentifikation DE3872881T2 04.03.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0378549
Titel ARZNEIMITTELZUSAMMENSETZUNG ZUR VORBEUGUNG UND BEHANDLUNG BAKTERIELLER UND VIRALER KRANKHEITEN.
Anmelder Besnouin, Didier, Exmes, FR
Erfinder Besnouin, Didier, Exmes, FR
Vertreter Eitle, W., Dipl.-Ing.; Hoffmann, K., Dipl.-Ing. Dr.rer.nat.; Lehn, W., Dipl.-Ing.; Füchsle, K., Dipl.-Ing.; Hansen, B., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Brauns, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Görg, K., Dipl.-Ing.; Kohlmann, K., Dipl.-Ing.; Kolb, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Ritter und Edler von Fischern, B., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte; Nette, A., Rechtsanw., 8000 München
DE-Aktenzeichen 3872881
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, FR, GB, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 29.07.1988
EP-Aktenzeichen 889070207
WO-Anmeldetag 29.07.1988
PCT-Aktenzeichen FR8800393
WO-Veröffentlichungsnummer 8900858
WO-Veröffentlichungsdatum 09.02.1989
EP-Offenlegungsdatum 25.07.1990
EP date of grant 15.07.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.03.1993
IPC-Hauptklasse A61K 35/64
IPC-Nebenklasse A61K 33/18   A61K 33/42   A61K 35/78   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine neue pharmazeutische Zusammensetzung, insbesondere zur Verhinderung und Behandlung nicht spezifischer bakterieller oder viraler Krankheiten.

In klassischem Sinne unterscheidet man seit Pasteur zwei Grundtypen der Prävention von Ansteckungskrankheiten bakteriellen oder viralen Ursprungs.

Die sanitäre Prophylaxe, die darauf abzielt, die gesunden Subjekte zu schützen, indem man sie von den kranken isoliert, sogar indem man die kranken Tiere schlachtet, und indem man die Mikroben in den verschiedenen Ansteckungsquellen, die möglich sind, durch alle Desinfektionsverfahren, die ins Auge zu fassen sind, abtötet.

Die Bewerkstelligung dieses Typs der Prophylaxe ist besonders zufällig denn man muß ohne Unterlaß allen Möglichkeiten einer Ansteckung mißtrauen Insekten, belebten oder unbelebten Vektoren, übertragungsmitteln, der Möglichkeit von chronischen exkretierenden Trägern oder von zukünftigen Krankheiten in der Inkubationsperiode usw.

Die medizinische Prophylaxe besteht darin, die gesunden Individuen gegenüber einer eventuellen Ansteckung zu schützen. Bezüglich der Antibiotherapie und der Chemo-Prävention im kontaminierten Milieu besteht sie vor allem in der Impfung, ausgehend von inaktivierten oder künstlich im Labor erhaltenen bakteriellen oder viralen Stämmen. Die systematischen Impfungen des Viehs haben ihre große Wirksamkeit bei Pferdekrankheiten erwiesen, wie bei Grippe, Thetanus, Tollwut oder auch Botulismus und Räude.

Dagegen ist es besonders schwierig, gegen virale Krankheiten zu impfen, die auf schwach immunogene Viren zurückzuführen sind, weil sie von einer cytoplasmischen Membran umgeben sind, die von der befallenen Gastzelle stammt, was der Fall ist bei viraler Rhinopneumonie, viraler Artheritis und weiterer Virosen, die auf eingehüllte Viren zurückzuführen sind.

Der Anmelder hat nun eine neue Zusammensetzung herausgefunden, die es ermöglicht, direkt auf die Ansteckungsmittel, Bakterien oder Viren einzuwirken, um in situ den Organismus zu stimulieren und sich von den Ansteckungsmitteln zu befreien, indem die natürlichen Abwehrkräfte des Organismus verstärkt und die Immunreaktion stimuliert werden, und zwar entweder lokal oder serisch.

Die erfindungsgemäße Zusammensetzung ermöglicht im wesentlichen eine Dekontaminationsprophylaxe mit Selbstimpfungseffekt.

Die erfindungsgemäße Zusammensetzung behindert insbesondere die Entwicklung von Ansteckungskrankheiten nach Kontamination eines gesunden Subjekts und ermöglicht es, eine Immunität entweder lokal oder allgemein gegen Kontaminationskeime sich entwickeln zu lassen, sie hindert das angesteckte Lebewesen daran, seine Krankheit zu übertragen und ermöglicht es, die klinisch kranken Subjekte mit lokalen oder gegebenenfalls systemischen Verabreichungsformen zu behandeln.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher eine neue pharmazeutische Zusammensetzung zur Prävention und Behandlung von Krankheiten, bakteriellen oder viralen Ursprungs.

Weitere Gegenstände der vorliegenden Erfindung werden bei der Lektüre der Beschreibung und der folgenden Beispiele ersichtlich.

Die pharmazeutische Zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, daß sie in einem alkoholischen physiologisch verträglichen und antiseptischen Milieu mindestens ein Mittel mit phlogistischer Wirkung, ausgewählt aus Kantharidenpulver, Causticum Hahnemann und/oder Jod, in homöopatischen Dosen, mindestens ein Mittel mit einer Stimulationswirkung auf cytoplasmische eukariote Membranen, ausgewählt unter Spurenelementen und/oder Phosphor, in homöopathischen Dosen und mindestens ein Mittel mit Eindämmungs- und Inhibierungswirkung auf virale Kerne und bakterielle Membranen, bestehend aus Phenol, enthält.

Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann gemäß einer bevorzugten Ausgestaltungsform auch aktive Substanzen mit Blutandrangseffekt auf die Blutgefäße Leukozytenmobilisierungseffekt, Fluidisierungswirkung auf Sekretionen und Inhibierungswirkung auf Eiterungen enthalten, ausgewählt insbesondere aus Kieselsäure, Arnika montana, Hepar sulfuris, und zwar angewandt in homöopathischen Dosen.

Die Zusammensetzung kann auch in einer weiteren bevorzugten Ausgestaltungsform Mittel mit Antientzündungswirkung wie wilden Indigo, Bryone enthalten.

Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können auch zusätzlich zu den oben angegebenen Mitteln Salpetersäure, Kalziumcarbonat, insbesondere von Austern, nordamerikanischen Seeigel Tintenfischtinte, Thuyenblättertinktur, Anemone pulsatilla und Wasserfenchel enthalten.

Der bevorzugte Alkohol ist Ethylalkohol. Die erfindungsgemäß verwendeten Bestandteile sind im wesentlichen in den folgenden Mengen vorhanden:

Ethylalkohol 20 bis 50%

Phenol 1 bis 3%.

Die weiteren Bestandteile werden in homöopathischen Dosen angewandt, ausgedrückt in Hahnemann-Einheiten (CH).

Jod 10 bis 100 CH

Salpetersäure 5 bis 40 CH

Kantaridenpulver 5 bis 60 CH

Causticum Hahnemann 20 bis 80 CH

Kalziumcarbonat 20 bis 60 CH

Spurenelemente 10 bis 80 ppm

nordamerikanischer Seeigel 8 bis 20 ppm

Phosphor 6 bis 15 CH

Tintenfischtinte 20 bis 60 CH

Thuyenblättertinktur 25 bis 60 CH

Kieselsäure 20 bis 60 CH

Arnika montana 8 bis 20 CH

Anemone pulsatilla 20 bis 60 CH

Bryone 8 bis 20 CH

Wasserfenchel 8 bis 20 CH

Hepar sulfuris 20 bis 80 CH

wilder Indigo 5 bis 35 CH.

Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann auch zusätzlich zu den oben angegebenen aktiven Substanzen klassische Exzipienten enthalten, die in geeigneter Form ausgewählt sind.

Die Zusammensetzung kann auch insbesondere in Aerosolbehältnissen unter einem Druck von Stickstoffprotoxid zur Zerstäubung auf dem Luftwege zubereitet sein.

Ebenso ist es möglich, daß die Zusammensetzung in Form von Pastillen oder Kaugummi zum Schutz der Mundhöhle, von gynäkologischen Gegenständen für weibliche Tiere oder Frauen, von Cremes zum Schutz männlicher Lebewesen, von Suppositoren für anale Kontaminationen vorliegt.

Ohne daß diese Erläuterung eine Einschränkung bedeuten soll, wirkt die erfindungsgemäße Zusammensetzung, die allopathische Medizin und homöopathische Medizin vereinigt, direkt auf die Ansteckungsmittel ein und stimuliert die natürlichen Abwehrkräfte des Organismus.

Zuerst tritt eine Inhibierung der Bakterien oder Viren und dann deren Markierung durch einen Gerbvorgang durch Phenol ein, wodurch es ermöglicht wird, virale oder bakterielle Impfpartikel in situ herzustellen.

Diese sich in Kontakt mit einer Schleimhaut befindlichen Partikel, deren Immunabwehrkräfte durch Hyperhämie, Steigerung der sekretorischen Aktivität und Leukozytenmobilisierung gedopt worden sein werden, entwickeln eine lokale Oberflächenimmunität mit einem Impfeffekt gegenüber einer neuen Infektion.

Die erfindungsgemäße Zusammensetzung ermöglicht es auch, durch ihre phlogistische Wirkung, die in eine cytoplasmische Membran aus der Gastzelle eingehüllten Viren zu vertreiben, wie das Herpes Virus (ADN) oder die Toga-Viren (ARN).

Der Anmelder hat insbesondere festgestellt, daß es möglich war, einen Erinnerungseffekt wie bei allen Impfungen mit einer Anwendung durch Zerstäubung der Zusammensetzung zu erhalten, und zwar zur Zeit neuerlicher ansteckender Kontakte, was insbesondere festgestellt wurde für Genitalherpes beim Pferd aufgrund Pferdeherpesvirus 111.

Die Zusammensetzung ist besonders wirksam bei der Behandlung lokalisierter Infektionen wie Rhinitis, Tracheitis, Sinusitis, Vaginitis, Balanoposthitis.

Die Zusammensetzung hat sich als besonders wirksam erwiesen für die Behandlung von Erkrankungen der Atemwege oder von Genitalerkrankungen beim Pferd und insbesondere der viralen Rhinopneumonie beim Pferd, der viralen Arterienentzündung beim Pferd, des Genitalherpes beim Pferd.

Es ist selbstverständlich, daß die festgestellte Wirkung es auch erlaubt, die Zusammensetzung bei der Behandlung oder Prävention von bakteriellen oder viralen Erkrankungen bei weiteren Säugetieren, einschließlich des Menschen, anzuwenden.

Das nachfolgende Beispiel dient der Verdeutlichung einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung.

Die folgende Zusammensetzung ist hergestellt worden:

Rezeptur von Equibion

Kieselsäure 30 CH

Salpetersäure 12 CH

Anemone pulsatilla 30 CH

Arnika montana 12 CH

wilder Indigo 12 CH

Bryone 12 CH

Kantaridenpulver 12 CH

Hahnemann 30 CH

Carbonat von Kalk (Auster) 30 CH

nordamerik. Seeigel 12 CH

Tintenfischtinte 30 CH

Wasserfenchel 12 CH

Hepar Sulfuris 30 CH

Jod 30 CH

Phosphor, weiß 12 CH

Thujenblättertinktur 30 CH

Phenol 2%

Alkohol 47,50400 CM³

Wasser 440 CM³

Diese Zusammensetzung hat sich als besonders wirksam bei der Behandlung eines Genitalherpes beim Pferd erwiesen, der eine virale chronische Erkrankung im wesentlichen aufgrund von Pferdeherpesvirus III ist.

Die oben beschriebene Zusammensetzung ist zu der Lösung verdünnt und dann unter Stickstoffprotoxid gesetzt worden. Diese Zusammensetzung ist auf Genitalschleimhäute aufgebracht worden, und zwar durch eine 20 Sekunden lange Zerstäubung nach Ausbringung.

Im übrigen läßt sich auch ein bakteriostatischer Effekt der Zusammensetzung auf die folgenden Bakterien beobachten:

Escherichia Coli

Listeria Monocytogenes

Proteus Mirabilis

Staphylococcus Aureus

Staphylococcus Bovin.

Die Zusammensetzung zeigt keinerlei toxischen Effekt, z. B. hat die Verabreichung eines Liters der Lösung mit der Magensonde kein größeres Problem beim Tier hervorgerufen.


Anspruch[de]

1. Arzneimittelszusammensetzung, dadurch gekennzeichnet, daß sie im physiologischen und antiseptischen Milieu wenigstens einen Wirkstoff mit phlogistischer Wirksamkeit, ausgewählt unter Kantharidenpulver, Causticum Hahnemann und/oder Jod in homöopathischen Dosen, wenigstens einen Wirkstoff mit einer stimulierenden Wirkung auf die eukaryotischen Zytoplasmamembranen, ausgewählt unter den Spurenelementen und/oder Phosphor in homöopathischen Dosen, und wenigstens einen Wirkstoff aus Phenol mit Gerb- und Hemmwirkung auf Virenkerne und Bakterienmembranen enthält.

2. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Alkohol Ethylalkohol (Ethanol) ist, der im Verhältnis 20 bis 50% enthalten ist, und Phenol im Verhältnis l bis 3% enthalten ist.

3. Zusammensetzung gemäß einem beliebigen der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung ferner Wirkstoffe enthält, die Hyperämie in den Blutgefäßen, Mobilisierung der Leukozyten, Verflüssigung der Sekrete und Inhibition der Eiterabsonderung bewirken, ausgewählt unter Kieselsäure, Arnica montana, Hepar sulfuris in homöopathischen Dosen.

4. Zusammensetzung gemäß einem beliebigen der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung ferner entzündungshemmende Wirkstoffe enthält, ausgewählt unter wildem Indigo, Bryone in homöopathischen Dosen.

5. Zusammensetzung gemäß einem beliebigen der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung auch Salpetersäure, aus Austern gewonnenes Calciumcarbonat, nordamerikanischen Seeigel, Tintenfischtinte, Thujenblättertinktur, Anemone pulsatilla und Wasserfenchel in homöopatischen Dosen enthält.

6. Zusammensetzung gemäß einem beliebigen der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die in homöopathischen Dosen eingesetzten Wirkstoffe in den folgenden Verhältnissen gebraucht werden:

Jod 10 bis 100 CH

Salpetersäure 5 bis 40 CH

Kantaridenpulver 5 bis 60 CH

Causticum Hahnemann 20 bis 80 CH

Kalziumcarbonat 20 bis 60 CH

Spurenelemente 10 bis 80 ppm

nordamerikanischer Seeigel 8 bis 20 ppm

Phosphor 6 bis 15 CH

Tintenfischtinte 20 bis 60 CH

Thuyenblättertinktur 25 bis 60 CH

Kieselsäure 20 bis 60 CH

Arnika montana 8 bis 20 CH

Anemone pulsatilla 20 bis 60 CH

Bryone 8 bis 20 CH

Wasserfenchel 8 bis 20 CH

Hepar sulfuris 20 bis 80 CH

Wilder Indigo 5 bis 35 CH.

7. Zusammensetzung gemäß einem beliebigen der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung in Aerosolbomben unter Stickstoffoxydul für die Luftzerstäubung konditioniert wird.

8. Zusammensetzung gemäß einem beliebigen der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung in der Form von gynäkologischen Pessaren, Cremes, Zäpfchen oder Pastillen dargestellt wird.

9. Anwendung der Zusammensetzung gemäß einem beliebigen der Ansprüche l bis 8 zur Zubereitung eines Heilmittels für die Behandlung der Erkrankungen der Atemwege oder der Genitalien viralen oder bakteriellen Ursprungs auf dem Luftweg oder auf genitalem Weg bei Säugetieren, einschließlich des Menschen.

10. Anwendung gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Heilmittel zur Behandlung des Genitalherpes beim Pferd, der viralen Rhinopneumonien beim Pferd, der viralen Arterienentzündung beim Pferd eingesetzt wird.







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