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Zusammensetzung zur Hemmung oder Vernichtung mindestens eines einzelligen Lebewesens, enthaltend ein quaternäres Ammoniumfluorid, und Verfahren zur Herstellung dieses Salzes. - Dokument DE3780638T2
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3780638T2 11.03.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0308564
Titel Zusammensetzung zur Hemmung oder Vernichtung mindestens eines einzelligen Lebewesens, enthaltend ein quaternäres Ammoniumfluorid, und Verfahren zur Herstellung dieses Salzes.
Anmelder Atlantic Pharmaceutical Products Ltd., Dunaghcumper, Kildare, IE
Erfinder Bourbon, Pierre, 31000 Toulouse, FR;
Billot, Pierre, 92200 Neuilly sur Seine, FR;
Lagny, Pierre, Celbridge, c/o Kildare, IE
Vertreter Dreiss, U., Dipl.-Ing. Dr.jur.; Hosenthien, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Fuhlendorf, J., Dipl.-Ing.; Leitner, W., Dipl.-Ing. Dr.techn.; Steimle, J., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 7000 Stuttgart
DE-Aktenzeichen 3780638
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, ES, FR, GB, GR, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 23.11.1987
EP-Aktenzeichen 874026321
EP-Offenlegungsdatum 29.03.1989
EP date of grant 22.07.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.03.1993
IPC-Hauptklasse A61K 31/14

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft die Inhibierung oder Zerstörung von einzelligen Lebewesen, wie Protozoen, Mikroben, Bakterien, Gameten, Pilzen, Hefen oder anderen, sowie von Viren. Sie zielt insbesondere auf die technischen Bereiche der lokalen Empfängnisverhütung, der Antibiotherapie, der Antiseptik, der Bekämpfung von sexuell übertragbaren Krankheiten, unter denen sich auch die Mykosen befinden, sowie der Bekämpfung von Viruskrankheiten, und all das im Bereich der Pharmazie zur Verwendung am Menschen oder in der Veterinärmedizin oder in der Kosmetik. Die Erfindung kann auch mit Vorteil im Bereich der Desinfektion von Oberflächen oder auch in der Landwirtschaft, beispielsweise im Kampf gegen Fungi und Baktieren, eingesetzt werden.

Es sind bereits zahlreiche Substanzen bekannt, die einzellige Lebewesen inhibieren oder zerstören, und unter diesen sind oberflächenaktive Mittel, wie die quaternären Ammoniumsalze. Insbesondere ist es bekannt, daß die quaternären Ammoniumhalogenide, wie das Benzalkoniumchlorid (oder Dimethylbenzylammoniumchlorid) allein oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen vorteilhaft für diese Anwendungsbereiche sind (vgl. z. B. die GB-PS 1 554 615, FR-PS 2 431 859, 2 483 177, 2 379 508, 2 384 497, 2 457 641, 2 573 624, 2 418 221, 2 562 888, die EP-PS 0 243 713, 0 175 338, 0 132 963, 0 127 131, 0 094 562, 0 076 136, 0 068 399, 0 037 593, die nicht veröffentlichte europäische Patentanmeldung Nr. 86 402 716.4, die am 8.12.1986 eingereicht wurde, und die internationalen Anmeldungen WO 84/00877 und WO 84/02649).

Man weiß außerdem auch, daß die am leichtesten herzustellenden und für diese Anwendungen sowie für andere übliche Anwendungszwecke am besten bekannten quaternären Ammoniumhalogenide die Chloride, Jodide, Bromide und die Chloriodite sind (vgl. die oben erwähnten Patente sowie die FR-PS 2 002 945, 2 185 717, 2 267 092, 2 366 260, 2 366 261, 2 391 991, 2 418 220, 2 419 024, 2 482 090, 2 505 325, 2 517 672, 2 562 799 und die europäische Patentschrift 0 191 236).

Außerdem hat der Stand der Technik bereits zahlreiche Verfahren zur Herstellung dieser quaternären Ammoniumsalze angeboten, die jedoch bei den quaternären Ammoniumhalogeniden nur auf die Chloride und/oder Jodide und/oder Bromide und/oder Chloriodite direkt anzuwenden sind (vgl. die oben genannten Patente sowie auch die FR-PS 2 472 558, 2 033 044 sowie die EP-PS 0 094 552 und 0 012 296).

Bekannt ist auch das Ammoniumfluorid und seine Herstellungs- und Reinigungsverfahren (vgl. z. B. die FR-PS 2 244 713, 2 253 710 und die EP-PS 0 002 016), sowie quaternäre perfluorierte oder polyfluorierte Ammoniumsalze (z. B. FR-PS 2 038 421, 2 051 095, 2 153 489 sowie die EP-PS 0 073 760, 0 100 478, 0 100 477, 0 149 172).

Das ionische Fluor ist übrigens wegen seiner Antikaries-Eigenschaften im Bereich der Dentalanwendungen bekannt (z. B. US-PS 4 473 547; Lexikon VIDAL, 1985, Seite 582, O.V.P., Paris, "Fluor-Monal"), das gegebenenfalls mit einem kationischen quaternären Ammonium verbunden ist (vgl. FR-PS 1 486 676 und 1 297 708). In diesen letztgenannten Veröffentlichungen wird bewiesen, daß es vorteilhaft ist, in ein und derselben Verbindung einerseits das wegen seiner Antikaries-Eigenschaften wohl bekannte Fluor und andererseits die wegen ihrer bakteriziden Eigenschaften bekannten, oberflächenaktiven quaternären Ammoniumsalze miteinander zu kombinieren. Im Bereich der Anwendungen als Zahnreinigungsmittel hat sich jedoch keine wirklich synergistische Wirkung bei den untersuchten quaternären Ammoniumfluoriden, weder im Vergleich zu den Antikaries-Eigenschaften, noch im Vergleich zu den bakteriziden Eigenschaften erwiesen.

Die FR-PS 1 297 708 beschreibt insbesondere das Lauryl-benzyl-dimethyl-ammoniumfluorid, ein Verfahren zur Herstellung dieses Fluorids und seine Anwendung in einer Zahnpaste.

Schließlich beschreibt die italienische Patentschrift 1 153 530 ein Verfahren zur Herstellung von quaternären Ammoniumcarbonaten sowie, ausgehend von diesen Carbonaten, die Herstellung von quaternären Ammoniumhalogeniden durch Anionenaustausch mit der entsprechenden Säure, die stärker als die Carbonsäure ist. Diese Patentschrift erwähnt jedoch nicht, wie dieses Verfahren auf die Herstellung von Fluoriden anwendbar sein könnte. Wenn außerdem die nach diesem Verfahren erhaltenen Verbindungen für die Anwendung in der Oberflächendesinfektion und in der Industrie eingesetzt werden, so können sie nicht direkt am Menschen oder Tier, beispielsweise in pharmazeutischen Zusammensetzungen, in denen die Verbindungen eine große Reinheit besitzen müssen, verwendet werden.

Bezugnehmend auf diesen allgemeinen Stand der Technik stellt sich für die Erfindung das Problem, eine gänzlich inhibierende oder zerstörende Zusammensetzung für einzellige Lebewesen zu liefern, die gleichzeitig auf Menschen, Tiere oder Pflanzen anwendbar sein soll, ohne dabei schädliche Nebenreaktionen hervorzurufen. Tatsächlich ist es heutzutage schwierig, fast unmöglich, eine derartige Zusammensetzung mit Hilfe quaternärer Ammoniumhalogenide herzustellen, ohne dabei entweder Nebenwirkungen (Irritationen, Allergien, Rötungen . . . ) oder eine unzureichende Wirkung hervorzurufen. Das Problem stellt sich insbesondere bei den bekannten spermiziden Zusammensetzungen auf der Basis von Benzalkoniumchlorid oder bei der Bekämpfung von Viren oder Retroviren, wie Herpes oder LAV, der für AIDS verantwortlich ist.

Die Erfindung betrifft insbesondere eine Vervollständigung der Erfindung, die Gegenstand der nicht veröffentlichten Europäischen Patentanmeldung Nr. 86 402 716.4 ist.

Die Erfinder konnten beweisen, daß unter den bekannten quaternären Ammoniumhalogeniden das Benzalkoniumfluorid der allgemeinen Formel

in welcher R für einen Alkylrest steht, der zwischen C&sub8;H&sub1;&sub7; und C&sub1;&sub8;H&sub3;&sub7; variieren kann, eine deutlich bessere und unerwartete Wirkung auf dem Gebiet der Zerstörung oder Inhibition einzelliger Lebewesen aufweist. Insbesondere liegen die Ergebnisse deutlich über jenen, die aufgrund der bekannten Eigenschaften jeweils des ionischen Fluors und des Benzalkoniumkations zu erwarten waren, insbesondere über jenen, die in der nicht veröffentlichten Europäischen Patentanmeldung Nr. 86 402 716.4 angekündigt waren.

Die Erfindung betrifft somit die Verwendung zumindest eines gereinigten quaternären Ammoniumfluorids der oben angegebenen allgemeinen Formel, in welcher R für einen zwischen C&sub8;H&sub1;&sub7; und C&sub1;&sub8;H&sub3;&sub7; variierenden Alkylrest steht, zur Gewinnung einer Verbindung, die zur Inhibition oder zur Zerstörung mindestens eines Virus oder eines einzelligen Lebewesens, wie Protozoon, Mikrobe, Bakterium, Gamete, Pilz, Hefe oder dergleichen, außerhalb der Dentalsphäre bestimmt ist.

Die Erfindung betrifft auch die Anwendung dieses gleichen, gereinigten, quaternären Ammoniumfluorids zur Gewinnung einer viriziden Zusammensetzung oder einer fungiziden Zusammensetzung oder einer pharmazeutischen, bakteriziden Zusammensetzung, die außerhalb der Dentalsphäre anzuwenden ist, oder einer Zusammensetzung, die auf den Genitalorganen aufgebrach- werden soll, um gegen sexuell übertragbare Krankheiten zu wirken, oder zur Gewinnung einer lokal kontrazeptiven, insbesondere spermizid wirkenden Zusammensetzung, oder zur Gewinnung einer kosmetischen Zusammensetzung oder einer solchen für die Körperhygiene, die außerhalb der Dentalsphäre anzuwenden ist, oder zur Gewinnung einer Zusammensetzung für die lokale Desinfektion des menschlichen Körpers oder von Oberflächen außerhalb der Dentalsphäre oder zur Gewinnung einer antibiotischen, pharmazeutischen Zusammensetzung, die auf allgemeinem Weg anwendbar ist, oder zur Gewinnung einer topischen, antibiotischen Zusammensetzung oder zur Gewinnung einer topischen Zusammensetzung, die zur Bekämpfung von Viruskrankheiten, insbesondere von Viruskrankheiten der Haut und der Genitalorgane bestimmt ist, oder zur Gewinnung einer pharmazeutischen Zusammensetzung, die auf allgemeinem Weg oder parenteral anwendbar ist und zur Bekämpfung von Viren oder Retroviren, insbesondere von Herpes oder LVA (oder HIV), der für die Erregung von AIDS verantwortlich sind, bestimmt sind, oder zur Gewinnung einer Zusammensetzung, die zur Bekämpfung von mykotischen Erkrankungen bestimmt ist.

Erfindungsgemäß liegt R zwischen C&sub1;&sub2;H&sub2;&sub5; und C&sub1;&sub4;H&sub2;&sub9;. Man verwendet zwischen 0,05 Gew.% und 7 Gew.-%, insbesondere einen Größenordnungsbereich von 1 %, eines solchen gereinigten quaternären Ammoniumsalzes. Erfindungsgemäß verwendet man auch ein anderes Wirkstoffprinzip, das in Abhängigkeit von der Bestimmung der Zusammensetzung ausgewählt wird, insbesondere ein Antibiotikum, in Kombination mit dem quaternären Ammoniumfluorid. Erfindungsgemäß verwendet man außerdem auch ein Metallfluorid. Erfindungsgemäß verwendet man Lithiumfluorid. Und erfindungsgemäß verwendet man außerdem das Konservierungsmittel Kathon (hinterlegte Marke).

Die Erfindung betrifft auch die Verwendung eines solchen quaternären Ammoniumfluorids als lokales Empfängnisverhütungsmittel, insbesondere als Spermizid.

Die Erfindung betrifft auch eine Zusammensetzung, die inhibierend oder zerstörend auf mindestens ein Virus oder mindestens ein einzelliges Lebewesen, wie Protozoon, Mikrobe, Bakterium, Gamete, Pilz, Hefe oder andere, wirkt und dadurch gekennzeichnet ist, daß sie zumindest ein derartiges quaternäres Ammoniumfluorid umfaßt. Erfindungsgemäß liegt R zwischen C&sub1;&sub2;H&sub2;&sub5; und C&sub1;&sub4;H&sub2;&sub9;. Erfindungsgemäß umfaßt die Zusammensetzung zwischen 0,05 Gew.-% und 7 Gew.-%, insbesondere eine Größenordnung von 1 %, eines derartigen quaternären Ammoniumsalzes, das ausreichend gereinigt ist, um für ein menschliches Lebewesen oder ein Tier verwendet werden zu können.

Schließlich betrifft die Erfindung eine antibiotische Zusammensetzung, die dadurch gekennzeichnet ist, daß sie einen antibiotischen Wirkstoff und ein derartiges quaternäres Ammoniumfluorid enthält. Erfindungsgemäß liegt R zwischen C&sub1;&sub2;H&sub2;&sub5; und C&sub1;&sub4;H&sub2;&sub9;.

Herstellungsbeispiel für ein C&sub1;&sub2;-Benzalkoniumfluorid:

3 Kilogramm C&sub1;&sub2;-Dimethyl-benzyl-ammonium methylcarbonat werden mit 6,3 Liter 1,25N in Methanol gelöster HF behandelt.

Es entsteht eine starke CO&sub2;-Entwicklung. Am Ende der Reaktion liegt der pH-Wert zwischen 5 und 6. Nach dem Abdampfen des Methanols im Vakuum erhält man eine durchscheinende, bernsteingelbe, pastöse Masse.

Die Reinigung dieser pastösen Masse erfolgt durch Auflösen in der durchscheinenden Masse in der Hitze in heißem Aceton. Nach langsamen Abkühlen trennt man den pastösen Rückstand ab, den man dann im Vakuum von dem verbleibenden Lösungsmittel befreit.

Die Reinheit des erhaltenen Benzalkoniumfluorids wird durch Bestimmung des F&supmin;-Ions mit einer Spezialelektrode und durch HPLC (Hochdruck-Flüssigchromatografie)-Bestimmung des quaternären Ammoniums kontrolliert. Bei diesem Beispiel ist die Reinheit des erhaltenen Produktes 99 %.

Herstellungsbeispiel für ein C&sub1;&sub2;-Benzalkoniumfluorid mit vorangehender Reinigung:

1 Kilogramm C&sub1;&sub2;-Dimethyl-benzyl-ammonium-methylcarbonat wird auf seinem Schmelzpunkt erhitzt, mit Petrolether gewaschen und im Vakuum getrocknet.

Anschließend wird es in geschmolzenem Zustand mit 2,76 Liter 1,5N HF umgesetzt. Es entsteht eine starke CO&sub2;-Entwicklung. Am Ende der Reaktion liegt der pH-Wert zwischen 5 und 6. Nach dem Abdampfen des Methanols im Vakuum erhält man eine durchscheinende, bernsteingelbe, pastöse Masse. Die Reinigung erfolgt durch Auflösen der durchscheinenden Masse in der Hitze in heißem Aceton. Nach langsamen Abkühlen wird der pastöse Rückstand abgetrennt und anschließend im Vakuum von dem verbleibenden Lösungsmittel befreit.

Die Reinheit des Produkts, die auf die gleiche Weise wie im vorhergehende Beispiel kontrolliert wird, liegt bei 99%.

Herstellungsbeispiel eines C&sub1;&sub4;-Benzalkoniumfluorids:

Es wurden die gleichen Herstellungsverfahren wie in den beiden vorhergehenden Beispielen verwendet, wobei anstelle des C&sub1;&sub2;-Dimethyl-benzyl-ammonium-methylcarbonats das C&sub1;&sub4;-Dimethyl-benzyl-ammonium-methylcarbonat eingesetzt wurde.

Das erhaltene Benzalkoniumfluorid liegt ebenfalls in Form einer pastösen, bernsteingelben Masse vor.

Nach der Reinigung lag die Reinheit bei jeweils 98 % und 99 %

Die nach obigen Angaben hergestellten Benzalkoniumfluoride wurden in den im folgenden beschriebenen Versuchen eingesetzt, die die Messung ihrer Wirksamkeit gestatten.

Wenn nicht anders angegeben, sind die eingesetzten Methoden jene, die in der Europäischen Patentanmeldung 86 402 416.4 mit dem Hinterlegungsdatum 8.12.1986 bereits beschrieben sind. Die Lehre dieser europäischen Patentanmeldung wird in der folgenden Beschreibung als bekannt vorausgesetzt.

Versuch Nr. 1: Spermizide Wirkung der Zusammensetzungen in vitro:

Es wurden die Untersuchungen nach SANDERS-CRAMER nach den IPPF-Normen (F d ration Internationale Pour le Planning Familial) eingesetzt, um die minimale Inhibitionskonzentration des Benzalkoniumfluorids zu bestimmen. Es wurde auf diese Weise eine minimale Inhibitionskonzentration (CMI) des C&sub1;&sub2;-Benzalkoniumfluorids von 2mg/l, das sind 0,002 %, erhalten. Dieser Wert wird mit der CMI des Bezalkoniumchlorids allein verglichen, der bei 0,063 % liegt, sowie mit der CMI des Benzalkoniumchlorids in Gegenwart des F&supmin;-Anions in der Menge von 1 ug/ml, die bei 0,003 % liegt. Wie man somit feststellt, weist das Benzalkoniumfluorid eine größere Wirksamkeit als das Benzalkoniumchlorid allein auf, ist jedoch auch der Kombination von Benzalkoniumchlorid mit dem F&supmin;-Fluoridanion, beispielsweise in Form des Natriumfluorids, überlegen.

Versuch Nr. 2: Wirksamkeitsvergleiche für galenische spermizide Zubereitungen:

Dieser in vitro-Versuch wurde mit galenischen Zubereitungen durchgeführt, in denen als Wirkstoff entweder das Benzalkoniumchlorid allein oder das Benzalkoniumchlorid mit 0,45 Gew.-% F&supmin;-Fluoridanion in Form von Natriumfluorid oder das Benzalkoniumfluorid vorliegt. Die CMI werden nach einer in vitro-Simulation der tatsächlichen in vivo-Bedingungen (Extraktion, Solubilisierung, . . . ) bestimmt. Der SANDERS-CRAMER-Test des IPPF wird anschließend in vitro durchgeführt. Die erhaltenen Ergebnisse sind in den folgenden Tabellen zusammengefaßt

GALENISCHE FORM Gewichtsanteile des Benzalkoniumchlorids allein i. d. galenischen Form CMI (Gew.-%) Benzalkoniumchlorid Ovulum Creme Tampon Tablette Löslicher Film Gelee

Man stellt somit fest, daß das Benzalkoniumfluorid eine minimale Inhibitionskonzentration besitzt, die deutlich unterhalb jener des Benzalkoniumchlorids und selbst unterhalb jener des Benzalkoniumchlorids in Gegenwart des F&supmin;-Anions liegt. Ein überraschender synergistischer Effekt ist somit auf das Benzalkoniumfluorid zurückzuführen.

Versuch Nr. 3: Vergleiche hinsichtlich der fungiziden Wirksamkeit:

Die fungiziden Wirkungen wurden an 3 Schimmelpilzstämmen gemäß der Norm AFNOR T72-201 untersucht. Die 3 Schimmelpilzstämme waren die folgenden: - Aspergillus versicolor CNCM 1187-79, - Cladosporium cladosporioides CNCM 1185-79, - Penicillium virrucosum var. cylopium CNCM 1186-79.

Der Versuch wurde ebenso an einem Hefestamm durchgeführt: Candida albicans (ATCC 2091) CNCM 1180-79.

Die Versuche wurden mit einer Kontaktzeit von 15 min bei 20ºC durchgeführt.

Es wurden zwei Versuchsarten vorgenommen: beim ersten Versuch wurde die fungizide Wirkung des Benzalkoniumchlorids allein mit der vom Benzalkoniumfluorid allein verglichen und bei dem zweiten Versuch wurde die fungizide Wirkung des Benzalkoniumchlorids in Kombination mit Lithiumfluorid und dem Konservierungsmittel KATHONR mit der fungiziden Wirkung des Benzalkoniumfluorids in Kombination mit Lithiumfluorid und dem gleichen Konservierungsmittel KATHONR verglichen.

Die Ergebnisse sind in den folgenden Tabellen zusammengefaßt:

Fungizide Konzentration nach der AFNOR-Norm in ug/ml (ppm) Benzalkoniumchlorid Benzalkoniumfluorid Aspergillus versicolor Cladosporium Penicillium Candida Albicans
Fungizide Konzentration nach der AFNOR-Norm in ug/ml (ppm) Benzalkoniumchlorid Benzalkoniumfluorid Aspergillus versicolor Cladosporium Penicillium Candida Albicans

Man stellt somit fest, daß die Kombination von Benzalkoniumfluorid mit Lithiumfluorid und dem Konservierungsmittel KathonR in bestimmten Fällen besser ist als die Kombination von Benzalkoniumchlorid mit Lithiumfluorid und selbst mit dem Konservierungsmittel KathonR.

Versuch Nr. 4: Wirkung auf Pathogene, die für sexuell übertragbare Krankheiten verantwortlich sind:

Die Versuche wurden an Stämmen von Gonokokken, Trichomonas, Chlamydia, Gardnerella und Ducrey-Bazillen vorgenommen. Die erhaltenen Ergebnisse sind in den folgenden Tabellen zusammengefaßt:

Stämme: Minimale Inhibitionskonzentration (C.M.I.) Benzalkoniumchlorid allein Benzalkoniumchlorid + F&supmin; 1 Mikrogramm/ml Benzalkoniumfluorid Gonokokken Trichomonas Chlamydia Gardnerella Bac.Ducrey

Man stellt somit eine starke Herabsetzung der minimalen Inhibitionskonzentration für das Benzalkoniumfluorid fest.

Versuch Nr. 5: Bakterizide Wirkung auf normalisierte Stämme:

Dieser Versuch wurde nach der Norm AFNOR NFT 72-150, März 1981, durchgeführt. Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefaßt:

Stämme: Minimale Inhibitionskonzentration (C.M.I.) Benzalkoniumchlorid Benzalkoniumchlorid + F&supmin; 1 Mikrogramm/ml Benzalkoniumfluorid Pseukdomonas aeruginosa Escherichia coli Staphylococcus aureus Souche Oxforf Staphylococcus faecalis Mycobacterium smegmatis

Auch hier stellt man eine deutliche Verbesserung für das Benzalkoniumfluorid fest.

Versuch Nr. 6: Virizide Wirkung

Dieser Versuch wurde nach der Filtrationsmethode über Gel SEPHADEXR LH 20 durchgeführt.

Die verwendeten Antiseptika waren das C&sub1;&sub4;-Benzalkoniumchlorid in Pulverform, das C&sub1;&sub2;-Benzalkoniumfluorid in Form von Kristallen, Lithiumfluorid in Pulverform. Die Verdünnungsbereiche im geometrischen Verhältnis 2 wurden in sterilem, doppelt destillierten Wasser durchgeführt und die Versuche erfolgten mit 10, 30, 50, 80, 100, 200, 500 mg/Liter Benzalkoniumchlorid und mit Benzalkoniumfluorid mit und ohne Zusatz von 1 bis 1,70 mg/Liter Lithiumfluorid.

Die eingesetzten Zellkulturen waren Zellen VERO (Stämme ATCC CCL 81), die auf dem Medium DMEM (EUROBIOR) mit einem Zusatz von 5 % fötalem Kalbsserum und von Antibiotika (Streptomycin mit 50 Mikrogramm pro Milliliter und Penicillin mit 200.000 u/l) aufrecht erhalten wurden.

Das untersuchte Virus war das Poliovirus SABINR Type I. Es wird auf VERO-Zellen im ROUX-Gefäß kultiviert. Die Bestimmung das Infektionstiters wurde nach dem Verfahren von REED und MUENCH mit Hilfe der Umwandlungstafel von WYSHAK und DETRE durchgeführt.

Der Versuch wurde in 3 Stufen vorgenommen, wobei zuerst die Bestimmung der Zytotoxizitätsschwelle der Antiseptika, dann die Untersuchung der Kapazität der mit den Antiseptika behandelten Zellen zur Entwicklung einer Infektion und schließlich die Bestimmung der viriziden Wirkungen dieser Antiseptika erfolgte.

1-Bestimmung der Zytotoxizitätsschwelle der Antiseptika:

Vor jeder Untersuchung der viriziden Wirkungen muß die für eine zytotoxische Wirkung verantwortliche Verdünnung der Antiseptika bestimmt werden, und zwar vor und nach der Filtration.

Vor der Filtration werden die VERO-Zellen in Filtrations-Mikroplaques mit 96 Vertiefungen gezüchtet. Dann werden die Antiseptika in zunehmender Verdünnung in geometrischem Verhältnis in einer Menge von 0,1ml pro Kapsel und von 8 Kapseln pro Verdünnung auf den Zellteppichen aufgebracht. Die Zellen und die Verdünnungen der viriziden Substanzen werden 1 Stunde bei 37ºC in Berührung gelassen, worauf die antiseptischen Substanzen entfernt und durch das Kulturmedium ohne Serum ersetzt werden. Auf diese Weise ist es möglich, die DLO (Verdünnung der Antiseptika, die die gezüchteten Zellen nicht verändert) nach einer Inkubation von 48 Stunden zu berechnen.

Nach der Filtration in der Filtriervorrichtung werden 30ml einer Suspension des Gels SEPHADEXR LH 20 eingebracht. An diesen Vorgang schließt ein Zentrifugiervorgang an, worauf die antiseptische Lösung in eine Menge von 2ml auf die SEPHADEXR-Säule aufgebracht wird. Es erfolgt ein neuerliches Zentrifugieren vor der Bestimmung der DLO.

2- Fähigkeit der mit Antiseptikum behandelten Zellen zur Entwicklung der Virusinfektion:

Die VERO-Zellen werden auf Mikroplaques mit 96 Vertiefungen gezüchtet. Das Antiseptikum wird mit seiner DLO eingesetzt und 1 Stunde einwirken gelassen, worauf es durch zunehmende Poliovirus-Verdünnungen im Verhältnis 10 ersetzt wird. Nach der Einwirkungszeit von 1 Stunde wird die Virussuspension abgetrennt und durch ein Kulturmedium ohne Serum ersetzt. Die Messung der zytopathischen Wirkung erfolgt nach einer Inkubation von 48 Stunden bei 37ºC.

3- Bestimmung der viriziden Wirksamkeit der Antiseptika:

Alle verwendeten Dosierungen der Antiseptika liegen ganz selbstverständlich unterhalb der oben festgestellten Zytotoxizitätsschwelle. Aus den Mischungen, die ein gleiches Volumen Virussuspension und Antiseptikum enthalten, wird 1ml bei 30, 60, 120 und 180 Minuten entnommen. Diese Entnahmen werden anschließend auf SEPHADEXR-Säulen aufgebracht und schließlich zentrifugiert. Parallel dazu wird eine Virussuspension zum Vergleich ohne Antiseptikum unter den gleichen Bedingungen behandelt.

Die Resultate sind in den folgenden Tabellen angegeben: CBK : Benzalkoniumchlorid

FBK : Benzalkoniumfluorid

LiF : Lithiumfluorid

Studium der Zytotoxizitätsschwelle (DLO)
Antiseptikum Vor der Filtration Nach der Filtration CBK CBK + LiF FBK FBK + LiF
Fähigkeit der Zellen zur Entwicklung einer Virusinfektion Gehalt der V irussuspensionen (UFP/ml)
Vergleichsvirus

UFP = Plaque-bildende Einheit (UFP/ml)

Virizide Wirkung der Antiseptika auf das Polio-Virus nach der Filtration über Gel in Abhängigkeit von Zeit und Konzentration
Antiseptikum Endkonzentration Virustiter, ausgedrückt n UFP/ml Kontaktzeit Virus/Antiseptikum Benzalkoniumchlorid Benzalkoniumchlorid + Lithiumfluorid
Antiseptikum Endkonzentration Virustiter, ausgedrückt in UFP/ml Kontaktzeit Virus/Antiseptikum Benzalkoniumfluorid Benzalkoniumfluorid + Lithiumfluorid

Die virizide Aktivität in Abhängigkeit von der Kontaktzeit Virus-Antiseptikum zeigt somit, daß für alle eingesetzten Konzentrationen das erhaltene Ergebnis, d. h. die Virusinhibition, gleich oder besser als jene ist, die von der Agence pour 1a Protection de 1'Environnement (vgl. SS.BLOCK: Desinfektion, Sterilisation und Konservierung "Editions Lea et Febiger", Philadelphia, U.S.A., 1977) gefordert wird.

Das Benzalkoniumchlorid ist bei 0,01 % in 30 Minuten Kontaktzeit wirksam. Dasselbe gilt für das Benzalkoniumfluorid. Jedoch wird für niedrigere Konzentrationen, wie von 0,85 % und 0,82 %, die Virusinhibition für das Benzalkoniumfluorid ab 120 Minuten festgestellt, während es bei Benzalkoniumchlorid notwendig ist, mindestens 180 Minuten zu warten.

Versuch Nr. 7: Virizide Wirkung nach der AFNOR-Norm:

Die virizide Wirkung des Benzalkoniumfluorids wurde gemäß der Norm AFNOR T72-180 bestimmt. Es wurden die folgenden Ergebnisse erhalten:

1/ Bei Herpes Simplex-Virus Typ 2:
Inhibitionskonzentration Zelltoxizität Benzalkoniumchlorid
2/ Bei Zytomegalovirus:
Inhibitionskonzentration Zelltoxizität Benzalkoniumchlorid

Die bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung für deren Anwendung als lokales Empfängnisverhütungsmittel sind die folgenden:

OVULI:

Benzalkoniumfluorid 1,00 %

Träger: halbsynthetische Glyzeride oder Kakaobutter oder Gelatine, Glyzerin und gereinigtes Wasser, Antioxidantien, Antiseptika.

CREMEN:

Benzalkoniumfluorid 1,00 %

Träger: Destilliertes oder gereinigtes Wasser, Feuchthaltemittel, Geliermittel, Emulgatoren, Stabilisatoren, Antioxidantien, Antiseptika. (In Abhängigkeit von der Viskosität in verschiedenen Mengen zuzusetzen). pH-Wert zwischen 4,5 und 6, 5 (vorzugsweise Zitronensäure).

SALBEN und POMADEN:

Benzalkoniumfluorid 1,00 %

Träger: Destilliertes oder gereinigtes Wasser, Emulgatoren, Träger vom Typ Fettstoffe (Vaseline, Lanolin, Lanovaseline, Stearovaseline), Stabilisator, Antioxidans, Antiseptikum. (In Abhängigkeit von der Viskosität in verschiedenen Mengen zuzusetzen). pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5 (vorzugsweise Zitronensäure).

GELEE:

Benzalkoniumfluorid 1,00 %

Träger: Verschiedene lösliche Zelluloseprodukte, die mit den kationischen oberflächenaktiven Mitteln verträglich sind, destilliertes oder gereinigtes Wasser, Glyzerin, Sorbit, Antioxidans, Antiseptikum. (In Abhängigkeit von der Viskosität in verschiedenen Mengen zuzusetzen). pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5 (vorzugsweise Zitronensäure).

LÖSLICHER FILM:

Benzalkoniumfluorid 1,00 %

Träger: Polyvinylalkohol, Glyzerin, Sorbit, Propylenglykol, destilliertes oder gereinigtes Wasser, Antioxidans. pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5 (vorzugsweise Zitronensäure).

TABLETTEN:

Benzalkoniumfluorid 20mg pro Tablette

Träger: Lactose, Magnesiumstearat, Zellulose, Stärke, Zitronensäure, Natriumbicarbonat.

SYNTHETISCHE SEIFEN IN STÜCKEN ODER ALS PASTE:

Benzalkoniumfluorid 2 %

Träger: Schäumende und benetzende Produkte, die mit den quaternären Ammoniumverbindungen kompatibel sind (beispielsweise oberflächenaktive Amphotere des Typs Betain oder Amino-betain), Weichmacher, Stabilisatoren, Antioxidantien, Antiseptika. pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5 (vorzugsweise Zitronensäure).

GEBRAUCHSFERTIGE LÖSUNGEN:

Benzalkoniumfluorid 0,40 %

Träger: Destilliertes oder gereinigtes Wasser, Ethanol, Antioxidans, Glyzerin, Sorbit, Antiseptikum. pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5 (vorzugsweise Zitronensäure).

ZU VERDÜNNENDE LÖSUNGEN:

Benzalkoniumfluorid 10 %

Träger: Destilliertes oder gereinigtes Wasser, Ethanol, Antioxidans, Glyzerin, Sorbit, Antiseptikum. pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5 (vorzugsweise Zitronensäure).

Anwendung der Erfindung, in dem Bereich der Antiseptik, der Antibiotherapie . . . und insbesondere zur Bekämpfung von MST:

Die bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung, beispielsweise für ihre Anwendung in der Dermatologie und Venerologie als Antiseptika, sind die folgenden:

CREMEN und MILCHEN:

Benzalkoniumfluorid 1,00 %

Träger: Destilliertes oder gereinigtes Wasser, Feuchthaltemittel, Emulgator, Stabilisator, Antioxidans, Antiseptikum. (In Abhängigkeit von der Viskosität in verschiedenen Mengen zuzusetzen). pH-Wert 4,5 bis 6,5 (vorzugsweise Zitronensäure).

SALBEN und POMADEN:

Benzalkoniumfluorid 1,00 %

Träger: Destilliertes oder gereinigtes Wasser, Emulgator, Träger des Typs Fettstoff (Vaseline, Lanolin, Lanovaseline, Stearovaseline), Stabilisator, Antioxidans, Antiseptikum. (In Abhängigkeit von der Viskosität in verschiedenen Mengen zuzusetzen). pH-Wert 4,5 bis 6,5 (vorzugsweise Zitronensäure).

SYNTHETISCHE SEIFEN IN STÜCKEN ODER ALS PASTEN:

Benzalkoniumfluorid 1,8 % bis 2 %

Träger: Schäumende und benetzende Produkte, die mit den quaternären Ammoniumverbindungen kompatibel sind (beispielsweise amphotere oberflächenaktive Substanzen vom Typ Betain oder Amino-betain), Weichmacher, Stabilisator, Antioxidans, Antiseptikum, pH-Regulator: Zitronensäure.

LÖSUNGEN:

Benzalkoniumfluorid 1,00 %

Träger: Destilliertes oder gereinigtes Wasser, Ethanol, Antioxidans, Glyzerin, Sorbit, Antiseptikum. PH-Wert 4,5 bis 6,5 (vorzugsweise Zitronensäure).

Die bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung, beispielsweise für deren Anwendung in der Dermatologie als lokales Antibiotikum, sind die folgenden:

LÖSUNGEN:

Erythromycin-Base 4%

Benzalkoniumfluorid von 0, 2 % bis 0,8 %

Träger: Ethylalkohol, Propylenglykol, destilliertes Wasser.

GELE:

Erythromycin-Base 4%

Benzalkoniumfluorid von 0,2 % bis 0,8 %

Träger: Ethylalkohol, Hydroxypropylzellulose, destilliertes Wasser, Glyzerin.

POMADEN:

Neomycin-Base 0,35 %

Benzalkoniumfluorid von 0,2 % bis 0,8 % oder

Bacitracin 50 000 IE %

Benzalkoniumfluorid von 0,2 % bis 0,8 % oder

Oxytetracyclin-Chlorhydrat 3 %

Benzalkoniumfluorid von 0,2 % bis 0,8 % oder

Aureomycin-Chlorhydrat 3 %

Benzalkoniumfluorid von 0,2 % bis 0,8 %

Träger: Vaseline, Vaselineöl, Lanolin.

CREME:

Soframycinsulfat 2,5 %

Benzalkoniumfluorid von 0,2 % bis 0,8 %

Träger: Propylenglykol, Polyoxyethylenglykol, destilliertes Wasser.

Die bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung, beispielsweise für deren Anwendung in der Oto-Rhino-Laryngologie, als lokal es Antibiotikum sind die folgenden:

OPHTALMISCHE POMADEN:

Aureomycin 1%

Benzalkoniumfluorid von 0,2 % bis 0,8 % oder

Oxytetracycl in 0,50 %

Benzalkoniumfluorid von 0,2 % bis 0,5 %

Träger: Vaseline, Vaselineöl, Lanolin.

NASALLÖSUNG:

Soframycinsulfat 1,25 %

Benzalkoniumfluorid von 0,50 % bis 1 %

Träger: Destilliertes Wasser, Zitronensäure, Natriumchlorid.

Anwendung der Erfindung im Bereich der Desinfektion:

Dieser Bereich betrifft die Behandlung von Böden, Oberflächen, Instrumenten . . . mit bakteriziden Kontaktprodukten.

Die bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung für diese Anwendung sind die folgenden:

Verwendung Benzalkoniumfluorid Träger Hände Epidermis Gereinigtes Wasser oder Alkohol auf 100% Instrumente zu sterilisieren zur Desinfektion Textilien
Verwendung Benzalkoniumfluorid Träger Instrumente z. B. Thermometer 10% Ethanol Gereinigtes Wasser auf 100% Oberflächenwaschungen (Räume, Decken, Böden)

Die Versuche wurden gemäß der Norm AFNOR NFT 72-150, März 81, mit Benzalkoniumfluorid als Wirkstoff durchgeführt. Das verwendete Neutralisationsmittel war das folgende: 3 % TweenR80 (V/V) und 0,3 % Lecithin (M/V). Der pH-Wert des Mediums war bei 7,2.

Anwendung der Erfindung in der Kosmetik:

Die bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung in der Kosmetik werden im Folgenden beschrieben.

Die folgenden galenischen Formen können in der Kosmetik vorliegen: Cremen, Milchen, Pomaden, Lösungen, Schaumbäder, synthetische Seifen, Shampoos, Intimlotionen, Desinfektionslotionen.

Die Trägerformulierungen sind die gleichen wie für die pharmazeutischen Zusammensetzungen, jedoch sind die Konzentrationen an Benzalkoniumfluorid unterschiedlich.

Diese Konzentrationen sind die folgenden: 1,8 % bis 2 % für Produkte, die abgespült werden (von der Art synthetischer Seifen) 0,1 % bis 0,2 % für nicht abgespülte Produkte.

Zu diesen Wirkstofformulierungen können in gleicher Weise auch chemische Wirkstoffe oder solche natürlichen Ursprungs in Konzentrationen und Dosierungen eingesetzt werden, die in der Kosmetik erlaubt sind.

Die Cremen und Milchen können in kontinuierlicher wässeriger Phase vorliegen (Emulsion Öl/Wasser oder Wasser/Öl) oder sie können pastenförmig mit heißem Wasser verdünnbar sein.

Die verschiedenen als Beispiele genannten Träger entsprechen den folgenden Produkten in beispielhafter, nicht einschränkender Weise:

* Feuchthaltemittel : Glyzerin, Propylenglykol, Diethylenglykol, Polyoxyethylenglykol.

* Emulgiermittel : Natriumstearat, Bienenwachs, Sorbitester, Polyoxyethylenglykolester, Fettsäurealkohol, Triethanolamin- Lanolin, Tween, Glykolstearat und Polyglykole.

* Stabilisatoren : Glykolstearat, Cetylalkoholalginat, Pectin, Gummi, Polyol-Fettester, lösliche Zelluloseester.

* Antioxidantien : Weinsäure, Zitronensäure und Ascorbinsäure.

* Antiseptika : Borsäure, Benzoesäure, Parabenzoesäure und deren Methyl- oder Propylester, als Natriumsalze oder nicht.

* pH : alle diese Formulierungen sind bei einem pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5 besonders wirksam. Um diesen Bereich zu erhalten, verwendet man hauptsächlich Zitronensäure.


Anspruch[de]

1. Verwendung mindestens eines gereinigten, quaternären Ammoniumfluorids der allgemeinen Formel

in welcher R für einen Alkylrest steht, der zwischen C&sub8;H&sub1;&sub7; und C&sub1;&sub8;H&sub3;&sub7; variieren kann, zur Herstellung einer Zusammensetzung, die zur Inhibition oder Zerstörung mindestens eines Virus oder eines einzelligen Lebewesens, wie Protozoon, Mikrobe, Bakterium, Gamete, Pilz, einer Hefe oder anderem außerhalb der Dentalsphäre bestimmt ist.

2. Verwendung nach Anspruch 1 zur Gewinnung einer viriziden Zusammensetzung.

3. Verwendung nach Anspruch 1 zur Gewinnung einer fungiziden Zusammensetzung.

4. Verwendung nach Anspruch 1 zur Gewinnung einer pharmazeutischen, bakteriziden Zusammensetzung, die zur Anwendung außerhalb der Dentalsphäre bestimmt ist.

5. Verwendung nach Anspruch 1 zur Gewinnung einer Zusammensetzung, die zur Anwendung auf den Genitalorganen zur Bekämpfung sexuell übertragbarer Krankheiten bestimmt ist.

6. Verwendung nach Anspruch 1 zur Gewinnung einer lokal wirkenden, kontrazeptiven - insbesondere spermiziden - Zusammensetzung.

7. Verwendung nach Anspruch 1 zur Gewinnung einer Zusammensetzung für Kosmetik oder Körperhygiene, die zur Anwendung außerhalb der Dentalsphäre bestimmt ist.

8. Verwendung nach Anspruch 1 zur Gewinnung einer Zusammensetzung für die lokale Desinfektion des menschlichen Körpers oder von Oberflächen außerhalb der Dentalsphäre.

9. Verwendung nach Anspruch 1 zur Gewinnung einer pharmazeutischen, antibiotischen Zusammensetzung, die auf allgemeinem Wege verabreichbar ist.

10. Verwendung nach Anspruch 1 zur Gewinnung einer topisch anwendbaren, antibiotischen Zusammensetzung.

11. Verwendung nach Anspruch 1 zur Gewinnung einer topisch anwendbaren Zusammensetzung, die zur Bekämpfung von Viruskrankheiten, insbesondere von Viruskrankheiten der Haut und der Genitalorgane bestimmt ist.

12. Verwendung nach Anspruch 1 zur Gewinnung einer pharmazeutischen Zusammensetzung, die aufallgemeinem Wege oder parenteral verabreichbar und zur Bekämpfung von Viren oder Retroviren, insbesondere von Herpes oder LVA (oder HIV), der für AIDS verantwortlich ist, bestimmt ist.

13. Verwendung nach Anspruch 1 zur Gewinnung einer Zusammensetzung, die zur Bekämpfung von Mycosekrankheiten bestimmt ist.

14. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß R zwischen C&sub1;&sub2;H&sub2;&sub5; und C&sub1;&sub4;H&sub2;&sub9; liegt.

15. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß man zwischen 0,05 Gew.-% und 7 Gew.-%, insbesondere etwa 1 %, eines derartigen gereinigten, quaternären Ammoniumsalzes verwendet.

16. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß man in Abhängigkeit vom Zweck der Zusammensetzung einen weiteren Wirkstoff, insbesondere ein Antibiotikum, in Kombination mit dem quaternären Ammoniumfluorid verwendet.

17. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß man außerdem mindestens ein Metallfluorid verwendet.

18. Verwendung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß man Lithiumfluorid verwendet.

19. Verwendung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß man außerdem das Konservierungsmittel Kathon (eingetragene Marke) auf der Basis von 2-Octyl-4-isothiazolin-3-on verwendet.

20. Verwendung eines quaternären Ammoniumfluorids gemäß der in Anspruch 1 angegebenen allgemeinen Formel als lokal wirkendes Empfängnisverhütungsmittel, insbesondere als Spermizid.

21. Zusammensetzung, die inhibierend oder zerstörend auf mindestens ein Virus oder mindestens ein einzelliges Lebewesen, wie Protozoon, Mikrobe, Bakterie, Gamete, Pilz, Hefe oder dergl. wirkt, dadurch gekennzeichnet, daß sie mindestens ein quaternäres Ammoniumfluorid der Formel

in welcher R für einen Alkylrest steht, der zwischen C&sub6;H&sub1;&sub7; und C&sub1;&sub6;H&sub3;&sub7; variieren kann, sowie ein Lithiumfluorid enthält.

22. Galenische Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 20 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß sie zwischen 0,05 Gew.-% und 7 Gew.-%, insbesondere etwa 1 %, eines derartigen quaternären Ammoniumsalzes enthält, das ausreichend gereinigt ist, um für ein menschliches Wesen oder ein Tier verwendbar zu sein.

24. Antibiotische Zusammensetzung, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen antibiotischen Wirkstoff und ein quaternäres Ammoniumfluorid der allgemeinen, in Anspruch 1 angegebenen Formel enthält.

25. Zusammensetzung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß R zwischen C&sub1;&sub2;H&sub2;&sub5; und C&sub1;&sub4;H&sub2;&sub9; liegt.







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