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Dokumentenidentifikation DE4129608A1 11.03.1993
Titel Thermische Desodorierung von Abluft und/oder Brüden aus einer indirekt dampfbeheizten Klärschlammtrocknung
Anmelder Walther & Cie AG, 5000 Köln, DE
Erfinder Belting, Karl-Wilhem, Dipl.-Ing., 4150 Krefeld, DE
DE-Anmeldedatum 06.09.1991
DE-Aktenzeichen 4129608
Offenlegungstag 11.03.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.03.1993
IPC-Hauptklasse A61L 9/16
IPC-Nebenklasse B01D 53/00   B01D 5/00   C02F 11/12   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine thermische Desodorierung von Abluft und/oder Brüden aus einer indirekt dampfbeheizten Klärschlammtrocknung. Die bei der Klärschlammtrocknung entstehenden Brüden werden einem Kondensator zugeführt, aus dem die kondensierbaren Teile weitergeleitet und die nicht kondensierbaren Teile in die Feuerung der Kesselanlage zur indirekten Beheizung des Trockners zurückgeführt werden. Bei Ausfall des Trockners und/oder Schwachlast des Kessels wird der im Kessel erzeugte Dampf ganz oder teilweise vor dem Trockner abgezweigt und dem Kondensator direkt zugeführt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur thermischen Desodorierung von Abluft und/oder Brüden aus einer indirekt dampfbeheizten Klärschlammtrocknung.

Bei Trocknung von Klärschlamm entstehen Aromate, die zu Geruchsbelästigungen führen. Um Geruchsemissionen zu vermeiden, werden derartige Verfahren mit einem leichten Unterdruck betrieben, wodurch eine bestimmte Luftmenge in das Trocknungssystem eingesaugt wird. Die Brüden mit Aromaten und Luft werden in einen Kondensator geführt, wobei die kondensierbaren Teile zur weiteren Entsorgung dem Kläranlagenzulauf und die nicht kondensierbaren Teile über ein Gebläse zur thermischen Nachverbrennung der Feuerung der Kesselanlage zugeführt werden.

Die Feuerung der Dampfkesselanlage erzeugt den Dampf für die indirekte Trocknung des Klärschlammes. Durch entsprechende Auslegung der Feuerung zur Kessel-Anlage wird sichergestellt daß die Aromate thermisch nachverbrannt, also desodoriert werden. Dieser Vorgang setzt eine stabile Fahrweise voraus. In den Lastfällen und/oder Störfällen, bei denen der Trockner ausfällt und somit keinen Dampf benötigt oder der Brenner aus Gründen zu geringer Dampfabnahme ausschaltet, ist die thermische Nachverbrennung des inerten Brüdenanteiles nicht gewährleistet. Auch in solchen instationären Betriebszuständen wird aus dem Trocknerraum und aus den produktgefüllten Förderanlagen Luft abgesaugt, um sicherzustellen, daß keine Geruchsemission eintreten kann.

Bekannt ist die Verwendung eines Aktivkohlefilters, das für den Fall, das die Feuerung ausgeschaltet ist, die Abgase adsorptiv von Geruchsstoffen reinigt. Diese Lösung hat den Nachteil, daß die Aktivkohle nach Beladung ausgetauscht und somit entsorgt werden muß.

Damit die thermische Nachverbrennung des inerten Brüdenanteiles gewährleistet ist, wird die fehlende Dampfabnahme im Trockner durch eine Ersatzlast simuliert. Dazu eignet sich der installierte Kondensator in der Weise, daß der Dampf, der sonst zu dem Trockner geleitet wird, ganz oder teilweise in den Kondensator eingeleitet wird und dort mittels Aufrechterhaltung des zur Kondensation notwendigen Wasserstromes kondensiert wird. Die Ersatzlast, also der Dampf der Kesselanlage, wird zu diesem Zweck auf Atmosphärendruck entspannt und strömt in den Kondensator ein, wo er kondensiert. Die Dampfmenge liegt oberhalb der kleinsten Dampfentnahmemenge, die eine sichere Aufrechterhaltung des Brennerbetriebes der Feuerung ermöglicht. Im gleichen Moment, wenn der Trockner wieder in Betrieb geht und Dampf zur Verdampfung des Produktwassers benötigt, wird umgeschaltet auf Beheizung des Trockners, so daß dann wieder der übliche installierte Brüdenweg realisiert wird.

Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens wird anhand der Zeichnung nachfolgend beschrieben.

Ein Trockner 2 mit Schlammaufgabe 1 und Entnahme 23 für getrockneten Schlamm wird mittels einer Beheizung 3 indirekt mittels Dampf beheizt. Hierzu ist die Beheizung 3 mit einer von einem Kessel 4 mit Feuerung 5 ausgehenden Dampfleitung 6 verbunden. Am Ende der Beheizung 3 ist eine Kondensatleitung 7 mit Kondensationsgefäß 24 vorgesehen, wobei die Leitung 7 in den Kessel 4 zurückgeführt ist.

Der Trockner 2 ist fernerhin mit einer Brüdenleitung 8 versehen, die zu einem Kondensator 9 geführt ist. Für die nicht kondensierbaren Teile ist eine Leitung 10 mit Gebläse 11 vorgesehen, die zur Feuerung 5 geführt ist. Fernerhin ist der Kondensator mit einer Kondensatleitung 12 und einer Wasserzuführung 13 versehen.

Für den Störfall ist eine Leitung 14 vorgesehen, die von der Leitung 6 abzweigt und in den Kondensator 9 eingeführt ist. Die Leitung 6 ist mit einem Ventil 15 mit Regelung 17 versehen, von der eine Regelleitung 18 zu einem Ventil 16 in der Leitung 14 geführt ist. Fernerhin ist die Leitung 14 mit einer Entspannungsvorrichtung versehen, bestehend aus einem Ventil 19, einer Regelleitung 21 mit Einrichtung 20. Zur Aspiration ist noch eine an die Brüdenleitung 8 angeschlossene Leitung 22 vorgesehen, an die all zu aspirierenden Bauelemente angeschlossen sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur thermischen Desodorierung von Abluft und/oder Brüden aus einer unter leichtem Unterdruck gehaltenen, indirekt dampfbeheizten Klärschlammtrocknung, aus der die aus verdampftem Wasser und bei der Trocknung entstehenden Aromate bestehenden Brüden abgesaugt und gemeinsam mit einer bestimmten in das System eingesaugten Luftmenge einem Kondensator zugeführt werden, wobei der kondensierbare Teil zur weitergehenden Entsorgung dem Kläranlagenzulauf und der nicht kondensierbare Brüdenanteil zur thermischen Nachverbrennung in die Feuerung einer Kesselanlage zurückgeführt wird, und daß im Falle schwankender Last- und/oder Störfälle, bei der der Trockner ausfällt, zur Aufrechterhaltung einer stabilen Fahrweise der Dampf der Kesselanlage auf Atmosphärendruck entspannt und unter Umgehung des Trockners in den Kondensator geleitet und mittels eines zusätzlichen Wasserstromes kondensiert wird, und daß nach Beseitigung des Störfalles der Dampf der Kesselanlage wieder dem Trockner zugeführt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die nicht kondensierbaren Brüdenanteile mittels eines Gebläses aus dem Kondensator abgesaugt und der Feuerung des Kessels zugeführt werden.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der in der Feuerung des Kessels erzeugte Dampf für die indirekte Trocknung des Klärschlammes bei Ausfall des Trockners mittels einer Regelung vor dem Trockner abgezweigt und in den Kondensator eingeleitet wird.
  4. 4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Trockner (2) mit einer von einem Kessel (4) mit Feuerung (5) gespeisten, indirekten Beheizung (3) und einer Brüdenleitung (8) versehen ist, die zu einem Kondensator (9) geführt ist, von dem eine Leitung (10) mit Gebläse (11) für die nicht kondensierbaren Brüdenanteile zur Feuerung (5) und eine Kondensatleitung (12) abgeht.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß von der zur indirekten Beheizung (3) geführten Leitung (6) eine Zweigleitung (14) zum Kondensator (9) geführt ist, und daß die Leitungen (6, 14) jeweils mit einem Ventil (15, 16) versehen sind.
  6. 6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (15) mit einer Regelung (17) versehen ist, von der eine Regelleitung (18) zum Ventil (16) geführt ist.
  7. 7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitung (14) vor dem Kondensator (9) mit einer Entspannungseinrichtung (20) versehen ist, die mittels einer Regelleitung (21) und einem Ventil (19) in der Leitung (14) verbunden ist.






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