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Dokumentenidentifikation EP0374523 01.04.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0374523
Titel Kontrollverfahren an Maschinenaggregaten mit Zentralschmierung.
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 6900 Heidelberg, DE
Erfinder Krambs, Werner, W-6915 Dossenheim, DE
DE-Aktenzeichen 58903609
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT, SE
Sprache des Dokument De
EP-Anmeldetag 24.11.1989
EP-Aktenzeichen 891217424
EP-Offenlegungsdatum 27.06.1990
EP date of grant 24.02.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.04.1993
IPC-Hauptklasse F16N 29/04
IPC-Nebenklasse F16N 7/38   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Kontrollverfahren an Maschinenaggregaten mit Zentralschmierung von Rotationsdruckmaschinen, bei denen es sich beispielsweise um Druckwerke handeln kann. Bei derartigen Maschinenaggregaten sind eine Vielzahl von Lagerstellen, Zahneingriffen, Kurvengetriebe und dergleichen vorhanden, die während des Maschinenlaufs nach einem individuellen Schmierplan mit der benötigten Menge Schmieröl versorgt werden. Durch die gezielte Versorgung der einzelnen Schmierstellen muß nur eine relativ geringe Menge Schmieröl den sich bewegenden Teilen zugeführt werden.

Normalerweise ist das Angebot an Schmiermittel immer um ein geringes Maß größer als der Bedarf, wobei es sich je nach Schmierstelle um wenige Tropfen von Schmieröl handeln kann. Diese geringe Menge an Ölüberangebot tropft oder fließt nun von den einzelnen Schmierstellen ab und wird in Ölrinnen oder sonstigen Ölauffangbehältern aufgefangen. Nachdem aber bei bestimmten Maschinenaggregaten von Rotationsdruckmaschinen, z.B. bei Druckwerken, eine Kühlung von Walzen im Farbwerk vorgesehen sein kann, ist es nicht auszuschließen, daß an den Zuführleitungen für das Kühlmittel Leckverluste auftreten. Wird als Kühlmittel Wasser benutzt, so ist nicht mit Sicherheit auszuschließen, daß z.B. an einer Drehkupplung für die Kühlmittelzufuhr nach einer größeren Laufzeit der Maschine wenige Tropfen Wasser austreten. Diese gelangen, soweit sie nicht verdunsten können, in Tropfenform in das abfließende, bzw. abtropfende Schmieröl und werden gemeinsam mit diesem gesammelt.

Es besteht nun die Gefahr, daß beim Einfüllen des aufgefangenen Öls in den Vorratsbehälter der Zentralschmierung auch die Wassertropfen einer Schmierstelle zugeführt werden. In diesem Falle kann das zu schmierende Maschinenteil durch das zugeführte Wasser während des Maschinenbetriebs beschädigt werden. Bisher konnte dies nur mit Sicherheit vermieden werden, wenn das aufgefangene Öl entweder gereinigt wurde oder als Altöl entfernt wurde. Diese Ölverluste, die sich auch durch Ölmangel in der Zentralschmierung bemerkbar machen können, oder die Reinigung des Öls stellen einen erheblichen Kostenfaktor für den Betrieb einer Rotationsdruckmaschine dar.

Ausgehend von diesen Gegebenheiten ist es die Aufgabe vorliegender Erfindung, das von den Schmierstellen aufgefangene, durch die Zentralschmierung zugeführte Schmieröl auf einen Wasseranteil zu kontrollieren und nur Öl ohne Wasseranteil einer Wiederverwendung zuzuführen, ohne daß hohe Kosten entstehen und ohne daß die Gefahr von Lagerschäden und dergleichen zu befürchten ist.

Die Lösung der gestellten Aufgabe ist dadurch gekennzeichnet, daß das von einer zentralen Ölversorgung zugeführte und aus den Lagerstellen entweichende Schmieröl an den Maschinenaggregaten aufgefangen und über Verbindungsleitungen einem Ölsammelbehälter zugeleitet wird, daß das über die Verbindungsleitungen dem Ölsammelbehälter zugeleitete Öl zunächst in einen kleineren Ölbehälter geleitet wird, nach dessen Füllung es in den Ölsammelbehälter überläuft, daß in dem kleineren Ölbehälter ein Sensor vorgesehen ist, der beim Auftreten von Wasser im zugeleiteten Öl ein Signal abgibt und daß das in den Ölsammelbehälter übergelaufene Öl von einer Pumpe der zentralen Ölversorgung über eine Verbindungsleitung zugeführt wird. Ein derartiges Kontrollverfahren mit zentralem Ölsammelbehälter hat den Vorteil, daß der Drucker nicht an vielen Stellen Schmieröl einsammeln muß, sondern daß die Ableitung des Öls in den Ölsammelbehälter automatisch erfolgt. Die Einleitung des Öls zunächst in einen kleineren Ölbehälter, in dem ein Sensor vorgesehen ist, hat den Vorteil, daß beim Auftreten von Wasser im Schmieröl ein Signal abgegeben wird, so daß dieses nicht der zentralen Ölversorgung zur weiteren Verwendung zugeleitet wird. Nach dieser Zwischenkontrolle wird gemäß der Erfindung weiterhin das im Ölsammelbehälter gesammelte Öl über eine Pumpe dem Ölbehälter der Zentralschmierung zugeführt, so daß dieses gefahrlos für die Versorgung von Schmierstellen benutzt werden kann.

Die Unteransprüche kennzeichnen vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung. So wird das herausnehmbare Einhängen des kleinen Ölbehälters in den Ölsammelbehälter beim Auftreten von Wasser im Schmieröl nur eine kleine Menge Öl der Altölverwertung zugeführt werden müssen. Nachdem sich das Wasser im unteren Teil des kleineren Ölbehälters sammelt und durch die Schwerkraft das Öl immer auf dem Wasser schwimmt, wird gewährleistet, daß kein Wasser aus dem kleineren Ölbehälter austreten kann.

Durch das von dem Sensor im kleineren Ölbehälter abgegebene Signal kann vorteilhaft die Pumpe blockiert werden, so daß aus dem Ölsammelbehälter der Zentralschmierung kein Öl mehr zugeleitet wird und außerdem kann ein Warnsignal für die Bedienungsperson erzeugt werden, so daß die Leckstelle in der Kühlmittelleitung abgedichtet werden kann. Durch den in dem Ölsammelbehälter vorgesehene Schwimmer ist es möglich, die Pumpe nur dann für kurze Zeit einzuschalten, wenn der Ölstand in dem Ölsammelbehälter eine bestimmte Höchstmarke erreicht hat.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt.

Der Ölsammelbehälter 1 ist beispielsweise auf der Bedienseite einer Rotationsdruckmaschine im Bereich der Druckwerke vorgesehen und erhält über die Verbindungsleitung 2 das aus den Lagerstellen entweichende Schmieröl zugeführt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist innerhalb des Ölsammelbehälters 1 ein kleinerer Ölbehälter 3 vorgesehen, in den das über die Verbindungsleitung 2 zugeführte Öl einläuft. Der kleine Ölbehälter 3 ist aus dem Ölsammelbehälter 1 herausnehmbar, wofür ein Deckel 4 vorgesehen ist, an dem die Verbindungsleitung 2 über eine Muffe 5 befestigt ist. Nach Entfernen des Deckels 4 mit der Verbindungsleitung 2 kann der kleinere Ölbehälter 3 entnommen werden, um z.B. eine Reinigung desselben durchzuführen.

Das über die Verbindungsleitung 2 zugeführte Öl füllt nun den kleinen Ölbehälter 3, bis dieser überläuft, wobei das übergelaufene Öl von dem Ölsammelbehälter 1 aufgefangen wird. In der Abdeckung 6 des Ölsammelbehälters 1 ist ein Schwimmer 7 gelagert, der eine obere Schaltstellung 8 und eine untere Schaltstellung 9 aufweist. Steigt das Öl in dem Ölsammelbehälter 1, so wird bei Berührung des Schwimmers 7 mit der oberen Schaltstellung 8 ein elektrisches Signal erzeugt, das über eine Signalableitung 10 einer Steuerstelle zugeführt wird. Diese Steuerstelle schaltet einen Motor 11 ein, der eine Pumpe 12 antreibt, die über eine Saugleitung 13 das Öl aus dem Ölsammelbehälter solange abpumpt, bis der Schwimmer 7 die untere Schaltstellung 9 berührt und somit über ein weiteres Signal der Motor 11 abgeschaltet wird. Über die Verbindungsleitung 14 wird das abgepumpte Öl einer zentralen Ölversorgung zugeleitet.

Sollte in dem über die Verbindungsleitung 2 zugeführten Schmieröl ein Wasseranteil enthalten sein, der z.B. durch eine Leckstelle in einer Kühlwasserleitung entstehen könnte, so sammelt sich das Wasser im unteren Bereich des Ölbehälters 3 an. Handelt es sich hierbei um wenige Wassertropfen, so können diese über längere Zeit in dem Ölbehälter 3 verbleiben, ohne daß eine Beeinträchtigung der Anlage erfolgt. Steigt jedoch die Wassermenge in dem Ölbehälter 3 an, so wird bei Erreichen eines bestimmten Wasserstandes über einen Sensor 15 ein Signal erzeugt, das das Einschalten der Pumpe 11 blockiert und gleichzeitig ein Warnsignal z.B. im Bereich der Maschinenbedienung erzeugt, so daß der Drucker den Schaden an der Wasserversorgung feststellen und beheben kann und nach Entleeren des kleinen Ölbehälters 3 die Anlage ihre Funktion wieder übernimmt.

Der Sensor 15 kann an einem Halter 16 befestigt sein, der wiederum über einen Zapfen 17 am Ölstandsbehälter 1 angeordnet ist und in den der Halter 16 mit dem Sensor 15 einzuhängen ist. Hiermit kann der Sensor 15 leicht entnommen werden, um ihn z.B. zu reinigen.

TEILELISTE

  • 1 Ölsammelbehälter
  • 2 Verbindungsleitung
  • 3 Ölbehälter
  • 4 Deckel
  • 5 Muffe
  • 6 Abdeckung
  • 7 Schwimmer
  • 8 Schaltstellung
  • 9 Schaltstellung
  • 10 Signalabteilung
  • 11 Motor
  • 12 Pumpe
  • 13 Saugleitung
  • 14 Verbindungsleitung
  • 15 Sensor
  • 16 Halter
  • 17 Zapfen


Anspruch[de]
  • 1. Kontrollverfahren an Maschinenaggregaten mit Zentralschmierung von Rotationsdruckmaschinen, dadurch gekennzeichnet,

    daß das von einer zentralen Ölversorgung zugeführte und aus den Lagerstellen entweichende Schmieröl an den Maschinenaggregaten aufgefangen und über Verbindungsleitungen (2) einem Ölsammelbehälter (1) zugeleitet wird, daß das über die Verbindungsleitungen dem Ölsammelbehälter (1) zugeleitete Öl zunächst in einen kleineren Ölbehälter (3) geleitet wird, nach dessen Füllung es in den Ölsammelbehälter (1) überläuft, daß in dem kleineren Ölbehälter (3) ein Mittel vorgesehen ist, das beim Auftreten von Wasser im zugeleiteten Öl ein Signal abgibt

    und daß das in den Ölsammelbehälter (1) übergelaufene Öl der zentralen Ölversorgung über eine Verbindungsleitung (14) zugeführt wird.
  • 2. Maschinenaggregate, insbesondere zur Durchführung des Kontrollverfahrens, nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß ein zentraler Ösammelbehälter der Rotationsdruckmaschine zugeordent ist,

    daß in dem Ösammelbehälter ein kleinerer Ölbehälter (3) für die Ölzuleitung vorgesehen ist,

    daß der kleinere Ölbehälter (3) in dem Ölsammelbehälter (1) herausnehmbar eingehängt ist,

    daß in dem kleineren Ölbehälter (3) ein Sensor (15) zur Wassererkennung vorgesehen ist

    und daß dem Ölsammelbehälter (1) eine Pumpe (12) zugeordnet ist.
  • 3. Maschinenaggregate nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Sensor (15) erst bei Erreichen eines bestimmten Wasserstandes in dem kleinen Ölbehälter (3) ein Signal abgibt, das das Einschalten der Pumpe (12) blockiert und gleichzeitig ein Warnsignal für die Bedienungsperson erzeugt.
  • 4. Maschinenaggregate nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß in dem Ölsammelbehälter (1) ein Schwimmer (7) vorgesehen ist, der bei bestimmtem Ölstand die Pumpe (12) einschaltet.






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