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Dokumentenidentifikation DE3819945C2 08.04.1993
Titel Filtertrockner
Anmelder Geisenhof, Heinz, 8995 Weißensberg, DE
Erfinder Meißner, Dietrich, Dipl.-Ing., 1000 Berlin, DE;
Geisenhof, Heinz, 8995 Weißensberg, DE
Vertreter Riebling, P., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anw., 8990 Lindau
DE-Anmeldedatum 11.06.1988
DE-Aktenzeichen 3819945
Offenlegungstag 21.12.1989
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 08.04.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.04.1993
IPC-Hauptklasse F26B 11/12
IPC-Nebenklasse F26B 3/06   B01D 33/27   B01D 29/11   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Filtertrockner zum Filtern und/oder Trocknen von wasser- oder lösemittelfeuchten Produkten.

Derartige Filtertrockner werden vor allem in der Pharmaindustrie oder in anderen chemischen Industriebereichen eingesetzt, wo es darauf ankommt, giftige oder explosionsgefährdete Substanzen zu trocknen.

Die DE 25 28 049 C2 beschreibt einen stationär angeordneten Filtertrockner mit einem Mischorgan innerhalb eines gasdichten Substanzbehälters. Das Mischorgan besteht aus einem auf Drehung angetriebenen Rührflügel.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Filtertrockner so weiterzubilden, daß giftige und explosionsgefährliche Substanzen mit hoher Betriebssicherheit getrocknet werden können.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Patentanspruchs 1.

Mit der gegebenen technischen Lehre wird ein wesentlicher Fortschritt bei der Trocknung giftiger und explosionsgefährdeter Substanzen erreicht, denn erfindungsgemäß ist nun ein Mischbehälter vorgesehen, in dem die Substanz eingefüllt wird, und zwar unter Abschluß der Umgebungsatmosphäre, wobei an dem Substanzbehälter entsprechende Kupplungsanschlüsse für das Einfüllen der zu trocknenden Substanz vorgesehen sein müssen. Damit wird erreicht, daß die zu trocknende Substanz praktisch überhaupt nicht mit der Umgebungsatmosphäre in Berührung kommt, denn beispielsweise wird diese Substanz in einer Zentrifuge vorgetrocknet und über einen Ablauf an der Zentrifuge abgedichtet und geschützt von der Atmosphäre über eine entsprechende Kupplung in den Substanzbehälter eingeleitet.

Der Substanzbehälter ist in seinem Mischraum vollständig hermetisch dicht von der Umgebungsatmosphäre abgeschlossen und es befindet sich im Substanzbehälter ein Mischorgan, welches ständig im Substanzbehälter verbleibt.

Damit besteht der wesentliche Vorteil, daß der Behälter niemals geöffnet zu werden braucht, weil das Mischorgan ständig im Behälter verbleibt.

Die im Behälter befindliche Substanz kommt also niemals mit der Außenatmosphäre in Berührung und wird auch nicht durch ein aus dem Behälter zu entfernendes Mischorgan vergiftet, weil eben dieses Mischorgan selbst ständig im Behälter verbleibt.

Weiteres Merkmal ist, daß auch am Auslauf des Behälters ein entsprechendes Ventil mit einer Schnellkupplung angeordnet ist, so daß auch das getrocknete Produkt nach einem Öffnen des Ventils in eine hermetisch dichte Abgabestation eingefüllt werden kann.

Wichtig hierbei ist, daß der Substanzbehälter auf Rollen, Rädern oder Schienen verfahrbar ist und schnellkuppelbar mit einem stationären Antrieb ist, damit man ständig einem zu trocknenden Produkt einen einzigen Behälter zuordnen kann. Das heißt also der Substanzbehälter nimmt das Produkt auf; dort wird das Produkt unter Abschluß der Umgebungsatmosphäre getrocknet und unter Beibehaltung des hermetischen Abschlusses wird das Produkt dann in weitere Stationen abgegeben.

Hierzu ist es wichtig, daß der Behälter verfahrbar ist, denn hierdurch werden wesentliche Kosten eingespart, weil für jeweils mehrere Behälter nur ein stationärer Antrieb mit einer Luftaufbereitung notwendig ist.

Erfindungsgemäß wird die Trocknung des Produktes im Behälter über Luft durchgeführt, wobei bevorzugt ein Konus-Schneckenmischer verwendet wird, über dessen Mischwelle gleichzeitig die Trocknungsluft eingeführt wird.

Damit ergibt sich der Vorteil, daß ein unterer, zentraler Luftauslaß am Unterteil der Mischwelle erreicht wird, so daß die erwärmte Luft im Behälter nach oben steigt und gleichzeitig das Mischorgan das Produkt an den Seitenwänden des Behälters nach oben transportiert und dann oben in Richtung zur Mischwelle umwendet, so daß dieses Produkt im freien Fall in den warmen Luftstrom gelangt, der aus dem zentralen Luftauslaß der Mischwelle entströmt.

Damit wird eine optimale Durchtrocknung, d.h. also unter geringstem Zeitaufwand mit geringem Energieaufwand erreicht.

Weiteres wesentliches Merkmal der Erfindung ist, daß die Trocknungsluft im Kreislauf geführt wird, so daß auch diese Trocknungsluft nicht mit der Umgebungsatmosphäre in Berührung kommt. Hierbei ist wesentlich, daß man wahlweise auch den Trocknungsluftstrom an die Umgebung ableiten kann, sofern es sich nicht um giftige oder explosionsgefährdende Substanzen handelt.

Wichtig hierbei ist ferner, daß im Luftauslaß ein Filter vorhanden ist, der dafür sorgt, daß keine Stäube aus dem Inneren des Behälters in die Umgebungsatmosphäre geblasen werden.

Statt eines Konus-Schneckenmischers kann man auch einen Taumelmischer verwenden oder einen Doppel-Konusmischer, der einen oberen und einen unteren konischen Teil hat und in Taumelbewegungen versetzt wird, so daß das Produkt von dem einen konischen Teil in den anderen fällt.

In vorteilhafter Ausgestaltung ist es vorgesehen, daß der Substanzbehälter nach Schwenkung um 180° und Einlage eines Filters als Einschichtendruckfilter betrieben werden kann, wobei der Filterkuchen nachfolgend im gleichen Behälter getrocknet wird.

In weiterer Ausgestaltung ist es vorgesehen, daß der gasdichte Substanzbehälter an der Trocknungsstation in eine gasdichte Kammer gefahren wird, wobei der Zwischenraum von Substanzbehälter und Kammerwand als Sicherheitsraum überwacht wird.

Hierbei ist in erhöhtem Maße gewährleistet, daß giftige oder explosionsgefährdete Substanzen nicht in die den Behälter umgebende Atmosphäre gelangen können.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellende Zeichnungen näher erläutert.

Fig. 1 zeigt schematisiert im Schnitt die Seitenansicht eines mobilen Filtertrockners nach der Erfindung,

Fig. 2 zeigt eine um 90° gedrehte Seitenansicht und

Fig. 3 zeigt die Draufsicht auf die Anlage.

Der Substanzbehälter 1 besteht im vorliegenden Fall aus einem konusförmigen Mischbehälter, der einen Heizmantel 2 aufweist.

In nicht näher dargestellter Weise wird der Heizmantel 2 über ein Heizmedium beheizt.

Der Substanzbehälter 1 weist einen Deckel 3 auf, der über eine Flanschverbindung 4 mit dem unteren Teil des Substanzbehälters 1 verbunden ist. Diese Flanschverbindung ist gasdicht.

Durch den Deckel 3 greift eine Lagerung 38, die fest mit dem Deckel 3 verbunden ist, in welcher drehend die Mischwelle 7 hermetisch dicht (gasdicht) gelagert ist. Es wird hierbei eine einfache Gleitringdichtung oder Teflonlippenringe zur Abdichtung der Mischwelle 7 in der Lagerung 38 verwendet.

Die Mischwelle 7 ragt zentrisch in den Substanzbehälter 1 bis in die Nähe des Bodenauslaufs und weist dort einen zentrischen Luftauslaß 9 auf, der korb- oder siebförmig ausgebildet ist. Merkmal dieses Luftauslasses 9 ist, daß zwar die Luft radial ausströmen kann; daß aber kein Produkt in den Luftauslaß 9 eintreten kann.

Die Mischwelle 7 ist über nicht näher dargestellte Stege mit einem schneckenförmigen Mischorgan 8 verbunden, welches sich an der Innenseite des Substanzbehälters 1 dreht.

Hierdurch wird das im Substanbehälter 1 befindliche Produkt an den Innenwänden entlang nach oben transportiert und fällt dann in Pfeilrichtung 37 zur Mischwelle 7 hin, wo es in den Luftstrom aus dem Luftauslaß 9 gerät und hierdurch optimal durchgetrocknet wird.

Durch die Drehung des Mischorgans 8 wird das Produkt ferner an der Innenseite des Substanzbehälters 1 hochgefördert (wie vorhin beschrieben) und nimmt dadurch auch Wärme vom Heizmantel 2 auf.

Wichtig ist ferner, daß der Substanzbehälter 1 über Streben auf einem Transportgestell 5 sitzt, so daß er leicht verfahrbar ist.

Die Kupplung der Mischwelle 7 an einen stationären Antrieb erfolgt über einen Wellenstumpf 12 der Mischwelle 7 , der über ein Ventil 35 mit einer Schnellkupplung 32 verbunden ist.

Um den hermetischen Abschluß der Luftführung in der in sich hohlen Mischwelle 7 zu erreichen, ist ein Ventil 35 unterhalb der Schnellkupplung 32 angeordnet, welches nur dann geöffnet ist, wenn die hohle Mischwelle über den Wellenstumpf 12 mit der Schnellkupplung 32 verbunden ist.

Die Schnellkupplung 32 ist ihrerseits mit einem in sich hohlen Faltenbalg 11 verbunden. Dieser Faltenbalg 11 dient einerseits der Luftführung und andererseits der Kupplung mit einem stationären Antrieb. Die Verwendung eines Faltenbalges 11 hat den Vorteil, daß hiermit ein Ausgleich des axialen Spiels gewährleistet ist.

Der Faltenbalg 11 ist hierbei in nicht näher dargestellter Weise über einen weiteren Wellenstumpf 13 mit einer Antriebswelle gekuppelt, die ihrerseits drehfest mit einem Zahnrad 14 verbunden ist. Das Zahnrad 14 ist Teil eines Antriebsgehäuses 15 und dieses Antriebsgehäuse setzt sich zur Seite hin in ein Verbindungsgehäuse 16 fort. Gemäß Fig. 3 ist das Zahnrad 14 über eine Kette, einen Zahnriemen oder ein sonstiges Übertragungsorgan mit einem Zahnrad 17 formschlüssig verbunden, welches in einem Gehäuse 39 (Fig. 3) gelagert ist.

An dem Gehäuse 39 ist die eine Seite eines Winkelgetriebes 18 angeflanscht an deren andere Seite ein Motor 20 ansetzt.

Die Drehzahl des Winkelgetriebes kann über eine Handverstellung 19 verändert werden.

Statt einer Handverstellung 19 könnte selbstverständlich auch eine elektromotorische Verstellung vorgesehen sein.

Wichtig ist also, daß die gesamte Lagereinheit 6 im gekuppelten Zustand gleichzeitig Luftführungsorgan ist, so daß die Luft über einen Zuluftstutzen 21 in Pfeilrichtung 22 über das Antriebsgehäuse 15, den hohlen Faltenbalg 11, den Wellenstumpf 12, die Lagerung 38 und die Mischwelle 7 in das Innere des Substanzbehälters 1 eingeführt werden kann.

Die Luft entströmt aus dem Behälter 1 über einen Stutzen 31, an dessen Unterseite wiederum eine Schnellkupplung 33 mit einem Ventil 34 angebracht ist. Sobald der stationäre Teil der Luftführung vom Behälter abgekuppelt wird, schließt sich das Ventil 34, so daß auch hier stets dafür gesorgt ist, daß die Behälteratmosphäre hermetisch dicht von der Umgebungsatmosphäre abgeschlossen ist.

Der Stutzen 31 setzt an der Unterseite eines stationären Luftfilters 27 an, in dem ein Filtereinsatz 28 angeordnet ist.

Nach dem Durchtritt der Luft durch den Luftfilter 27, wo Stäube aus dem Substanzbehälter 1 zurückgehalten werden, tritt die Luft aus einem Stutzen 23 in Pfeilrichtung 24 aus, und gelangt dann in den Energieteil 30 der Anlage, wo die Luftaufbereitung und Luftheizung stattfindet. In diesem Energieteil erfolgt sowohl eine Entfeuchtung der Luft als auch eine Aufheizung der Luft.

Dem Energieteil 30 ist eine Steuereinheit 29 (Fig. 2) zugeordnet.

Die von dem Energieteil 30 entfeuchtete und erwärmte Luft gelangt dann über einen nicht näher dargestellten Anschlußstutzen in den Zuluftstutzen 21.

Damit wird also die Luft im Kreislauf geführt und es ist damit eine hermetisch dichte Luftführung für das im Behälter befindliche Substrat gewährleistet.

Bei nicht gefährlichen oder unkritischen Substanzen kann die Luft auch aus dem Freien angesaugt werden, im Energieteil entfeuchtet und getrocknet werden und dann in die Atmosphäre abgeblasen werden. Hierzu ist der Abluftstutzen 25 vorgesehen, über den dann die Luft in Pfeilrichtung 26 abgegeben wird.

Nach der Trocknung des Produkts kann das Produkt hermetisch dicht über ein Auslauforgan 10 an weitere nachgeschaltete Stationen abgegeben werden. Hierbei ist wichtig, daß dem Auslauforgan 10 einerseits eine Schnellkupplung 40 und andererseits wiederum ein Ventil 36 zugeordnet ist, so daß gewährleistet ist, daß das abgegebene Substrat hermetisch dicht in weitere, nachgeschaltete Stationen abgegeben wird.

Das hier beschriebene modular aufgebaute Trocknungssystem eignet sich besonders zur Trocknung von wasser- und lösungsmittelfeuchten Produkten, welche die Umwelt belasten, wobei diese Produkte möglichst nicht mit Mensch und Umwelt in Kontakt kommen sollen. Ebenso ist dieses vorliegende Trocknungssystem prädestiniert zur Trocknung von Produkten, die besonderen Reinheitsanforderungen unterworfen sind. Durch dieses hier beschriebene universell einsetzbare Trocknungssystem werden die Anforderungen, die an Trocknungssysteme zu stellen sind, nicht nur voll erfüllt sondern weit unterschritten.

Durch die Modularbauweise kann der mobile Trocknungsbehälter bzw. der Substanzbehälter mittels einer Zwischenplatte auch als Einschichten- Druckfilter eingesetzt werden mit nachfolgendem Trocknungsvorgang.

Der besondere Vorteil dieses hier beschriebenen mobilen Trocknungssystems liegt darin, daß der mobile Behälter direkt an den Trennapparat (Filter, Zentrifuge) oder an den Rührwerksbehälter adaptiert werden kann, wobei dann die nachfolgende Weiterverarbeitung gemäß Filtern, Trocknen, Zwischenlagern, Abfüllen innerhalb des mobilen Trocknungsbehälters (ohne Produktumfüllung) stattfindet.

Hierbei ergibt sich vorteilhaft eine Produktkapselung des zu trocknenden Produkts.

Der mobile Filtertrockner besteht hierbei aus folgenden Baugruppen:

  • 1. Fahrbarer, konischer Behälter 1 mit Heizmantel 2 um 180° schwenkbar, mit integriertem Mischorgan 8,
  • 2. stationäre Trocknungsstation mit Steuereinheit 29 und Energieteil 30, mit aufgebautem Rührantrieb mit Motor 20 und mit der Wärmeanlage zur Beheizung des Doppelmantels sowie mit Lösungsmittelrückgewinnungssystem und Luftführungssystem,
  • 3. entsprechend dem vorhandenen Trennungsapparat (z.B. oben Entleerzentrifuge) kann das Trocknungssystem mit einer Vakuum-Sauganlage zur Befüllung des Behälters ausgerüstet werden, wobei der Behälter um 180° geschwenkt wird und über das Auslauforgan 10 mit Ventil 36 und Schnellkupplung 40 erfüllt wird,
  • 4. Steuereinheit 29 zur Regelung und Bedienung des Systems.


Der mobile Trocknungsbehälter bzw. Substanzbehälter 1 besteht aus einem zylindrischen Heizmantel 2, der nach unten konisch zuläuft und mit einem Auslauforgan 10 bzw. Absperrorgan endet. Am Oberteil befindet sich eine Flanschverbindung 4 mit einem abnehmbaren Deckel 3. In dem Deckel 3befindet sich zugleich der zentrische Rührwerkstutzen, der die Lagerung 38 und Abdichtung der Mischwelle 7 aufnimmt. Die Mischwelle 7 selbst ist hohl und nach unten und oben offen, so daß hier eine Luftführung zentrisch in dem Behälter 1 vorhanden ist. Um eine Verschmutzung des Innendurchmessers der Mischwelle 7 zu verhindern, ist an der Unterseite am Luftauslaß 9 ein Metallfilter angeschraubt. An der Mischwelle ist das Mischorgan 8 selbst über Stege angeschweißt. Die Ausführung des Mischorgans 8 ist hierbei produktabhängig.

Der Behälter 1 ist mit je zwei elektrisch leitfähigen Lenk- und Bodenrollen ausgerüstet und kann somit leicht zwischen Trennapparat/Trocknungsstation/Zwischenlager verfahren werden.

Durch die im Schwerpunkt angebrachten, hier nicht weiter dargestellten, Lagerzapfen kann der Behälter 1 um 90° oder 180° geschwenkt werden.

An der stationären Trocknungsstation sind sämtliche Energieeinheiten angebracht, die für das Filtern und Trocknen erforderlich sind:

  • a) Kondensationssystem zur Rückgewinnung des in der Umluft befindlichen Lösungsmittels.

    Der Gasstrom wird hierzu über einen gut zugänglichen Wärmetauscher geführt, an dem durch Taupunkt-Unterschreitung das Lösungsmittel kondensiert, kontinuierlich abgeführt und dann in einem Auffangbehälter gesammelt wird. Durch eine Temperaturregelung des Wärmetauschers kann die Kondensationsleistung den produktspezifischen Erfordernissen angepaßt werden.
  • b) Luftführungssystem mit Radial-Ventilator, welcher die Luft durch den Behälter 1 über das Produkt führt. Entsprechend der Trocknungsart kann die Luft im geschlossenen Kreislauf geführt werden oder als Teil- oder Vollfrischluft nach außen geführt werden.
  • c) Inertgassystem für Exbetrieb, mit dem die gesamte Anlage zum Beispiel mit Stickstoff gespült wird.
  • d) CIP-System zur Reinigung der Anlage.


Der mobile Filtertrockner funktioniert wie folgt:

1. Befüllung

Für die Befüllung des mobilen Substanzbehälters 1 wird dieser von Hand direkt an den Trennapparat geschoben.

Das Befüllen ist dann von der Bauweise des Trennapparates abhängig.

  • a) Entweder kann der mobile Substanzbehälter 1 direkt unter den Auslaß der Zentrifuge (unten Entleerungszentrifuge) geschoben werden oder
  • b) das Befüllen erfolgt mit einem integrierten Vakuum-Saugsystem (Ex), wobei das Produkt manuell mit einem Saugrüssel oder über eine Schäl- Saugeinheit direkt in den Behälter gesaugt wird.


Zur Befüllung wird der Behälter um 180° geschwenkt, so daß das Auslauforgan 10 nach oben gerichtet ist.

Nach dem Befüllen wird der Behälter dicht verschlossen und kann zur Trocknungsstation gefahren werden, je nach Entfernung von Hand oder mit Stapler.

Da der Behälter 1 dicht verschlossen ist, kann bei Kapazitäts-Problemen an der Trocknungsstation das Produkt zwischengelagert werden.

Bereits beim Befüllen kann ein Stickstoffpolster aufgelegt werden.

2. Trocknen

Der mobile Substanzbehälter 1 wird in das stationäre Trocknungssystem eingeschoben und verriegelt. Die Mischwelle 7 wird an den Antrieb und zugleich an das Luftführungssystem gasdicht angeschlossen, ebenso wie der Filterstutzen mit dem Filtereinsatz 28.

Nachdem die Energien angekoppelt sind, ist der Trockner betriebsbereit.

Bei lösungsmittelfeuchtem Produkt erfolgt nun die Inertisierung des gesamten Systems. Da nur kleine Volumina vorhanden sind, wird entsprechend wenig Stickstoff verbraucht.

Mit Hilfe des Ventilators wird nun der Gasstrom im Kreislauf durch den Behälter geführt. Der Gasstrom tritt unten im Behälter 1 zentral ein und oben durch einen Filter 28 wieder aus. Durch das Rührorgan bzw. Mischorgan 8 wird das Produkt von unten nach oben entlang der beheizten Wand befördert. Durch Schwerkraft in Pfeilrichtung 37 fällt das Produkt nach unten und kreuzt sich mit dem aufsteigenden erwärmten Gasstrom.

Durch das langsam angetriebene Rührwerk erfolgt eine dauernde Umwälzung und eine gleichmäßige Trocknung. Da auch die Mischwelle 7 indirekt durch den Luftstrom erwärmt wird, befinden sich keine kalten Zonen im Behälter 1, Verkrustungen sind ausgeschlossen.

Da die Mischwelle 7 ausschließlich oben gelagert wird, wird das Produkt mechanisch nicht belastet und wird somit nicht beschädigt.

Nach dem Erreichen der gewünschten Restfeuchte wird der mobile Substanzbehälter 1 abgekoppelt und an seinen endgültigen Bestimmungsort gefahren.

Da der Behälter 1 wieder dicht verschlossen ist, kann auch eine Zwischenlagerung erfolgen.

3. Entleeren

Der Behälter 1 kann direkt auf die Abfüllstation gesetzt werden. Durch den Auslaufkonus ist im Bereich des Auslauforgans 10 ein sicheres Entleeren möglich. Bei extrem stark brüchenbildenden Produkten kann auch die Mischwelle zugeschaltet werden. Die Entleerung erfolgt unten, für den Druckausgleich wird der Filterstutzen 31 angeschlossen.

4. Reinigung

Das stationäre Trocknungssystem kann im Kreislauf gereinigt werden. Alle Luftführungsleitungen sind inspizierbar.

Der Behälter 1 wird separat gereinigt über Reinigungskugeln. Zur Inspektion kann der Behälter um 90° gekippt und der Deckel 3 abgenommen werden.

5. Filtern

Zum Filtern wird der Behälter 1 um 180° gedreht, wobei das Trennen über eine eingelegte Einschichtenfilterschicht erfolgt.

Wichtig bei der vorliegenden Erfindung ist also die Tatsache, daß man nun gefährdete und gefährliche Substrate schnell mit geringem Energieaufwand hermetisch dicht in einem Behälter trocknen kann, ohne daß es hierfür einer Hordentrocknung bedarf. Hiermit werden wesentlich schnellere Durchlaufzeiten bei geringerem Energieaufwand erreicht, weil das umständliche Befüllen und Entleeren entsprechender Hordenschränke über entsprechende Hordenwaagen entfällt.


Anspruch[de]
  1. 1. Filtertrockner zum Filtern und/oder Trocknen von wasser- oder lösemittelfeuchten Produkten mit einem beheizten Substanzbehälter, in den die zu trocknenden Produkte eingebracht werden, wobei

    - am Behälter Zuluft- und Abluftstutzen für die Trocknungsluft vorgesehen sind,

    - innerhalb des Substanzbehälters ein Mischorgan angeordnet ist,

    - der Substanzbehälter (1) gasdicht verschlossen und kuppelbar ausgebildet ist,

    - an den Substanzbehälter (1) gasdichte Kupplungsanschlüsse (32, 33) vorgesehen sind, über welche einerseits die Mischwelle (7) des Mischorgans (8) in Verbindung mit der Zuluft mit einem stationären Antrieb kuppelbar ist und über welche andererseits der Substanzbehälter (1) mit einem Stutzen (31) für Abluft in Verbindung steht, und

    - der Substanzbehälter (1) auf Rollen verfahrbar ausgebildet ist.
  2. 2. Filtertrockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Mischorgan (8) als Konusschneckenmischer ausgebildet ist und daß über die gasdichte Mischwelle (7) gleichzeitig die Trocknungsluft eingeführt wird.
  3. 3. Filtertrockner nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Trocknungsluft über die hohl ausgeführte Mischwelle (7) zentrisch im unteren Drittel des Behälters einströmt.
  4. 4. Filtertrockner nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß durch den durchgeführten, erwärmten Gasstrom die Mischwelle (7) indirekt beheizt wird.
  5. 5. Filtertrockner nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Substanzbehälter (1) an die Trocknungsluft über eine Lagereinheit (6) kuppelbar ist , wobei die Trocknungsluft über einen Zuluftstutzen (21), das Antriebsgehäuse (15) für die Mischwelle (7), einen Faltenbalg (11) mit Schnellkupplung (32) und Ventil (35), einen Wellenstumpf (12) und eine Lagerung (38) über die Mischwelle (7) in das Innere des Substanzbehälters (1) strömt.
  6. 6. Filtertrockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trocknungsluft im Kreislauf geführt wird, wobei im Luftauslaß ein Filtereinsatz (28) eingeordnet ist.
  7. 7. Filtertrockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Substanzbehälter (1) im angekuppelten Zustand an die Trocknungsstation ein Teil der Gesamtanlage ist und mit dieser eine funktionsfähige Trocknereinheit bildet.
  8. 8. Filtertrockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Substanzbehälter (1) nach dem Abkuppeln mobil und als selbständiger Behälter nutzbar ist und mit anderen Anlagen gasdicht gekoppelt werden kann.
  9. 9. Filtertrockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Substanzbehälter (1) nach Schwenkung um 180° und Einlage eines Filters als Einschichten-Druckfilter betrieben werden kann, wobei der Filterkuchen nachfolgend im gleichen Behälter getrocknet wird.
  10. 10. Filtertrockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der gasdichte Substanzbehälter (1) an der Trocknungsstation in eine gasdichte Kammer gefahren werden kann, wobei der Zwischenraum von Substanzbehälter und Kammerwand als Sicherheitsraum überwacht wird.
  11. 11. Filtertrockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am Auslauf des Behälters ein Auslauforgan (10) als gasdichtes Ventil (36) mit einer Schnellkupplung (40) vorgesehen ist.
  12. 12. Filtertrockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trocknungsluft hermetisch dicht im Kreislauf geführt wird, wobei die Abluft über einen Filter (27) zur Luftaufbereitung in einen Energieteil (30) gelangt und von dort aus dem Zuluftstutzen (21) der Trocknungsanlage wieder zugeführt wird.






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