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Dokumentenidentifikation DE3026635C2 29.04.1993
Titel Luftführende Fassade
Anmelder Josef Gartner & Co, 8883 Gundelfingen, DE
Erfinder Schmidt, Friedrich-Harald;
Reuter, Fritz, 5000 Köln, DE;
Radtke, Wolfgang, 5063 Steinenbrück, DE
Vertreter von Kreisler, A., Dipl.-Chem.; Selting, G., Dipl.-Ing.; Werner, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Schönwald, K., Dr.-Ing.; Fues, J., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Böckmann gen. Dallmeyer, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 5000 Köln
DE-Anmeldedatum 14.07.1980
DE-Aktenzeichen 3026635
Offenlegungstag 11.02.1982
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.04.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.04.1993
IPC-Hauptklasse E06B 7/12
IPC-Nebenklasse E06B 7/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Bauteil mit Fenster für eine Fassade, nach dem Hauptpatent DE 27 06 968, gemäß dem Oberbegriff des Patenanspruchs 1.

Bei der luftführenden Fassade nach dem Hauptpatent DE 27 06 68 wird der Luftstrom durch eine verstellbare Luftleitvorrichtung an der Innen- oder Außenschale entlanggeführt. Die Luft wird durch einen an der Unterseite des Bauteils angeordneten Zuluftkanal in das Bauteil geleitet und über einen sich an der Bauteiloberseite zwischen Innen- und Außenschale befindenden Abluftkanal fortgeführt. Die Luftleitvorrichtung besteht aus einer verstellbaren Klappe an der Bauteilunterseite, die den in das Bauteil geleiteten Luftstrom entweder auf die Innen- oder Außenschale richtet.

Nachteilig ist, daß die einströmende Luft zwar im unteren Bereich des Bauteils gegen eine der Schalen gerichtet ist, sich aber in Richtung zur Bauteiloberseite hin verteilt, um an der Bauteiloberseite durch den Abluftkanal, der sich in der Mitte zwischen den beiden Schalen befindet, abgeführt zu werden. Die Verteilung der Luft in Richtung zur Bauteiloberseite hin führt zu einer Vermischung der an der Innen- und Außenschale angrenzenden Luftschichten, so daß eine eventuelle Kondenswasserbildung nicht vermieden werden kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bauteil mit Fenster für eine Fassade zu schaffen, bei dem die jeweils eingestellte Luftführung entlang der Innenbzw. Außenschale besser beibehalten wird.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen.

Die in das Bauteil strömende Luft wird bei geöffnetem Wärmeschirm ausschließlich an der Außenschale entlanggeführt und über den von dem Verschlußelement nicht verschlossenen Abluftanschluß aus dem Bauteil geleitet. Eine Vermischung der an der Innen- und Außenschale angrenzenden Luftschichten wird somit vermieden, so daß die Gefahr einer Kondenswasserbildung gering ist.

Durch die erfindungsgemäße Lösung wird erreicht, daß mit einfachen Mitteln in einem Bauteil mit Fenster für eine Fassade einerseits genügend hohe Scheibentemperaturen an der kritischen Innenseite der Außenscheibe erzielt werden können, so daß dort kein Schwitzwasser abgeschieden wird. Das gleiche Fenster hat auf der anderen Seite eine gute Isolierfähigkeit.

Im Sommer wird durch die Fensterkonstruktion in Verbindung mit der Innenscheibe eine möglichst kleine Wärmemenge in den Raum gelangen.

der Wärmeschirm kann verschiedene Ausbildungen und räumliche Anordnungen haben. So kann der Wärmeschirm in an sich bekannter Weise aus nebeneinander angeordneten vertikal gerichteten Leisten bestehen, die einzeln um ihre Längsachse schwenkbar sind und abhängig von ihrer Drehstellung einen offenen oder geschlossenen Wärmeschirm bilden. Der Wärmeschirm kann aber auch in an sich bekannter Weise aus übereinander angeordneten horizontal verlaufenden Leisten bestehen, die um ihre Längsachse schwenkbar sind und abhängig von ihrer Drehstellung einen offenen oder geschlossenen Wärmeschirm bilden. Weiterhin kann der Wärmeschirm in an sich bekannter Weise aus einer in vertikaler Ebene angeordneten, aufwickelbaren Bahn bestehen.

Der Wärmeschirm kann aus Kunststoff, insbesondere aus Schaumkunststoff mit offenen oder geschlossenen Zellen, Textilstoff oder aus einer Metallfolie, beispielsweise einer Aluminiumfolie, bestehen. Dazu kann er auch starr und anhebbar und absenkbar sein.

Die Erfindung ist in den Zeichnungen anhand einiger Ausführungsbeispiele näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 einen vertikalen Schnitt durch die luftführende Fassade, und

Fig. 2 einen vertikalen Schnitt durch den unteren Teil einer abgewandelten Fassade.

Fig. 1 zeigt einen vertikalen Schnitt durch das Bauteil mit Fenster für eine Fassade.

Die Außenscheibe besteht aus den beiden Scheiben 10 und 10a, die in den Profilen 12 gelagert sind. Die Innenscheibe 11 ist in einem Rahmen 13 gelagert. Oberhalb des Scheibenzwischenraumes ist die Rolle 16 für den aufwickelbaren und somit hochziehbaren oder absenkbaren Wärmeschirm 17 vorhanden. Mit 32 ist ein Luftabsaugstutzen an dem Rollkasten 33 bezeichnet. Der Wärmeschirm 17 hat an seinem unteren Ende ein Verschlußelement 18, das an seinem unteren Ende gekrümmte Leitflächen 18a und 18b aufweist, so daß in der angehobenen Stellung das Verschlußelement 18 den Luftdurchtritt durch die Öffnung, durch die der Wärmeschirm 17 geführt ist, absperrt und die durch den Lufteinlaß 34 eintretende Luft dann entlang dem Leitelement 35, das in wärmeleitender Verbindung mit dem Profil 12 ist, entsprechend dem Coanda- Effekt in angegebener Pfeilrichtung entlang der Innenseite der Außenscheibe 10 zur Auslaßöffnung 36 strömt und über den Luftabsaugstutzen 32 abgezogen wird. Wird jedoch, wie in gestrichelter Linie dargestellt, der Wärmeschirm 17 mit dem Verschlußelement 18 nach unten abgelassen, so daß dieser auf dem Leitelement 35 aufliegt, dann wandert die Luft 20 in angegebener Pfeilrichtung innerhalb des Bereiches zwischen Innenscheibe 11 und Wärmeschirm 17 nach oben durch die dann oben offene Abflußöffnung 37.

Mit 38&min; und 39 sind noch die seitlichen Führungen des Wärmeschirmes dargestellt.

Besonders die in Fig. 1 dargestellte Lösung zeigt, daß beim angesaugten Luftstrom dieser von innen nach außen gelenkt wird, wobei er durch den Coanda-Effekt entlang des Leitelements 35 verläuft. Eine Anpassung oder Rundung 38&min; lenkt den Luftstrom dann an die Innenseite der äußeren Scheibe 10 um, so daß dort eine genügend große Bewegung zur Schwitzwasservermeidung erzielt wird.

Wird nun zum Beispiel im Sommer ein Sonnenschutz betätigt, so wird dieser so gestaltet, daß die Unterkante des Wärmeschirmes 17 in den Luftstrom dringt und diesen umlenkt, so daß der Luftstrom nicht an die Außenscheibe 10, sondern entlang der Innenscheibe 11 im Fenster geführt wird. Dadurch wird die Innenscheibe 11 von dem dann kühlen Luftstrom besser gekühlt. Der Luftstrom strömt entgegen der Wärmestrahlrichtung durch Fugen um den Wärmeschirm 17 herum in den Luftraum vor der Außenscheibe 10 und wird dort abgesaugt. Bei luftdurchlässigem Wärmeschirm 17, beispielsweise in Gestalt von Stores, erfolgt so die bestmögliche Kühlung des Stores und der Innenscheibe 11, so daß der Sonnendurchlaßfaktor um mindestens 30% besser ist als bei üblichen Abluftfenstern. Die erfindungsgemäße Luftführung im Abluftfenster besteht im wesentlichen aus einer offenen, in der Wärmeschirm-Ebene nicht im Kanal geführten Zuluftführung, welche die aus dem Raum angesaugte Abluft im Fenster vom Raum weg an die Außenscheibe richtet und dort umlenkt entlang der Innenseite der äußeren Isolierglasscheibe 10, sowie der Abluftlenkprofile. Bei der Luftführung von unten nach oben erfolgt die Abluftansaugung im Bereich der wärmsten Abluft, beiderseits des Wärmeschirmes, bei der umgekehrten Luftrichtung in einem Spalt vor der Außenscheibe 10.

Die offene Zuluftführung nutzt den Coanda-Effekt, so daß der beschleunigte Luftstrahl am Luftlenkprofil anliegt. Beim Betätigen des Wärmeschirmes, vorzugsweise im Sommerbetrieb, wird der Luftstrom dann automatisch von dem am Wärmeschirm 17 befestigten Verschlußelement 18 bzw. vom Wärmeschirm 17 selbst umgelenkt. Er erreicht dadurch die Außenscheibe 10 im wesentlichen nicht mehr, sondern strömt durch den Luftkanal zwischen Innenscheibe 11 und Wärmeschirm 17 und kühlt diesen Bereich bevorzugt.

Fig. 2 zeigt die weitere Lösung, daß an dem Wärmeschirm 17 an der zur Innenscheibe 11 gerichteten Scheibe eine konkave Fläche 18c vorhanden ist, die den durch den Einlaß 24 einströmenden Luftstrahl bei abgelassenem Wärmeschirm an die Innenseite der Innenscheibe 11 lenkt. Wird das Verschlußelement 18 jedoch ein geringes Maß angehoben, dann wird in Verbindung mit einer zur Außenscheibe 10 weisenden Umlenkeinrichtung 40 mit einer konkaven Fläche 41 in Verbindung mit dem Leitelement 35 nach dem Coanda-Effekt die Luft an die Innenseite der Außenscheibe 10 gelenkt.

An dem Verschlußelement 18 ist noch eine Stellschraube 42 vorhanden. Praktisch sind in einem Abstand mehrere solcher Stellschrauben vorhanden, um den Abstand der Unterkante des Verschlußelements 18 zu dem Leitelement 35 einzustellen und somit auch die Luftmenge, die zufolge des Coanda-Effektes an die Innenseite der Außenscheibe 10 gelangen soll.

Aus den Zeichnungen geht hervor, daß die Umschalteinrichtung auch in Verbindung mit anderen Wärmeschirmen arbeiten kann, zum Beispiel mit Wärmeschutzfolien im Scheibenzwischenraum, bei denen zeitweilig der Luftstrom an der Außenscheibe entlanggeführt werden soll, um dort Schwitzwasser zu vermeiden und/oder entstandenes Schwitzwasser abzuführen.

Die Zeichnungen zeigen auch, daß die Luftführung entweder im Bereich zwischen Wärmeschirm und Außenscheibe oder Wärmeschirm und Innenscheibe zu einer Klimatisierung des Aufenthaltsraumes beiträgt, damit im Winter die im Bereich der Außenscheibe vorhandene Kälte nicht in den Bereich der Innenscheibe gelangt und im Sommer die durch die Sonne oder dergleichen erhitzte Außenscheibe die Hitze nicht an die Innenscheibe abgibt, sondern bei heruntergelassenem bzw. geschlossenem Wärmeschirm oder Store die Hitze im Bereich der Außenscheibe abgeführt wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Bauteil mit Fenster für eine Fassade, bei dem zwischen einer Außenschale (10) und einer Innenschale (11) ein durch ein Gebläse geförderter Luftstrom mit einer Luftleitvorrichtung geführt und die Luftleitvorrichtung so verstellbar ist, daß der einen Wärmetauscher druchlaufende Luftstrom entweder an der Außenschale (10) oder an der Innenschale (11) entlanggeführt ist, wobei die Luftleitvorrichtung ein den Zwischenraum zwischen der Außenschale (10) und der Innenschale (11) vertikal unterteilender bewegbarer Wärmeschirm (38, 39) ist, nach Patent DE 27 06 968, dadurch gekennzeichnet,

    daß ein im Bereich der Innenschale (11) angeordneter Zuluftanschluß (34), ein im Bereich der Innenschale (11) angeordneter erster (37) und ein im Bereich der Außenschale (10) angeordneter zweiter Abluftanschluß (36) vorgesehen sind,

    daß ein die Zuluft bei geöffnetem Wärmeschirm (38, 39) zur Außenschale (10) führendes Leitelement (35) vorgesehen ist und

    daß ein Verschlußelement (18) zum Verschließen des ersten Abluftanschlusses (37) mit dem Wärmeschirm (17) in der Weise gekoppelt ist, daß bei geschlossenem Wärmeschirm (38, 39) der Luftstrom entlang der Innenschale (11) und bei geöffnetem Wärmeschirm (17) entlang der Außenschale (10) geführt wird.
  2. 2. Bauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuluftanschluß (34) an der Unterseite des Bauteils und die Abluftanschlüsse (36,37) an der Oberseite des Bauteils (10) angeordnet sind.
  3. 3. Bauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmeschirm (17) aufwickelbar ist und daß ein Verschlußelement (18) an dem unteren Ende des Wärmeschirms angebracht ist.
  4. 4. Bauteil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußelement (18) ein luftlenkendes Profil ist, das bei geschlossenem Wärmeschirm (17) den Luftstrom in den Zwischenraum zwischen Innenschale (11) und Wärmeschirm (17) lenkt.
  5. 5. Bauteil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Position des Verschlußelements (18) durch eine Einstellvorrichtung (42) zur Bestimmung der Spaltbreite für den Luftdurchtritt in den Zwischenraum zwischen Außenschale (11) und Wärmeschirm (17) einstellbar ist.
  6. 6. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Leitelement (35) ein metallisches Umlenkprofil hoher Wärmeleitfähigkeit ist, das mit der Außenschale (10) wärmeleitend verbunden ist.






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