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Dokumentenidentifikation DE3308424C2 29.04.1993
Titel Vorrichtung und Verfahren zur Dekontamination von Reinraumkleidung
Anmelder Sirch, Edgar, Dipl.-Ing., 5090 Leverkusen, DE
Erfinder Kubin, Hermann, Dr.;
Sirch, Edgar, Dipl.-Ing., 5090 Leverkusen, DE;
Ude, Günter, Dr., 5067 Kürten, DE;
Vockel, Heinz, Dipl.-Ing., 4190 Kleve, DE;
Brehm, Manfred, Dr., 1000 Berlin, DE;
Dörstelmann, Georg, 5042 Erftstadt, DE
DE-Anmeldedatum 09.03.1983
DE-Aktenzeichen 3308424
Offenlegungstag 13.09.1984
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.04.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.04.1993
IPC-Hauptklasse D06F 41/00
IPC-Nebenklasse D06F 33/00   D06F 35/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung geht aus von einer Trommelwaschmaschine mit einem Wasserzulauf, einer Waschmitteleinspülvorrichtung, einem Abwasserablauf am Boden des Laugenbehälters sowie einem Überlauf und einem unterhalb des Überlaufes angeordneten Zulauf für die Spülflüssigkeit. Eine Vorrichtung dieser Art wird z. B. in der österreichischen Patentschrift 2 05 444 beschrieben. Außerdem betrifft die Erfindung ein spezielles Verfahren zum Betrieb der Waschvorrichtung.

In der pharmazeutischen und der elektronischen Industrie muß die Produktion vielfach unter Steril- und/oder Reinraumbedingungen erfolgen. Ein besonderes Problem stellt dabei die Bereitstellung von partikelarmer Arbeitskleidung für die in solchen Betrieben beschäftigten Personen dar. Zur Reinigung von gebrauchter Kleidung, z. B. Overalls und Kopfhauben, wurden bisher konventionelle Haushaltswaschmaschinen benutzt, wobei die Wäsche den üblichen Behandlungsstufen, Vorwäsche, Hauptwäsche, Spülen und Schleudern, unterzogen wird. Anschließend wird die Wäsche in einem Trockenraum aufgehängt und nach erfolgter Trocknung in Kunststoffbeutel eingetütet und darin gegebenenfalls sterilisiert.

Bei systematischen Untersuchungen hat sich gezeigt, daß die solchermaßen behandelte Wäsche nicht dem ASTM-Standard (American Society for Testing and Materials) bezüglich der Partikel- und Faserzahl genügt. Es bestand daher die Aufgabe, die Dekontaminationswäsche so zu verbessern, daß eine wesentliche Verminderung der Partikel- und Faserzahl der gewaschenen Reinraumkleidung erreicht wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine Trommelwaschmaschine mit einem Wasserzulauf, einer Waschmitteleinspülvorrichtung, einem Abwasserablauf am Boden des Laugenbehalters sowie einem Überlauf unter einem unterhalb des Überlaufes angeordneten Zulauf für die Spülflüssigkeit zur Dekontamination von Reinraumkleidung verwendet wird. Vorzugsweise ist die zur Dekontamination verwendete Trommelwaschmaschine mit einem im Spülflüssigkeitszulauf angeordneten Durchflußmengenregler versehen. Auf diese Weise kann eine bestimmte Durchflußrate während des Spülvorganges eingehalten werden.

Die zu reinigende Kleidung wird in der Waschmaschine zunächst der üblichen Waschsequenz, Vorwäsche, Hauptwäsche, Spülen, Schleudern unterzogen. Erfindungsgemäß erfolgt anschließend bei langsamer Trommelbewegung eine gesonderte Dekontaminationsspülung mit voll entsalztem und partikelfreiem Spülwasser, wobei die Durchflußrate des Spülwassers auf einen Wert im Bereich von 2 bis 5 l/min, bezogen auf 1 kg Kleidung, eingestellt wird. Vorzugsweise wird dabei die Trommel nur bis zu einem Füllgrad von 6 bis 9 kg, bezogen auf ein Trommelvolumen von 100 l, mit der zu waschenden Reinraumkleidung beschickt.

Mit der Erfindung werden folgende Vorteile erzielt:

Aufgrund der neu eingeführten abschließenden Spülung mit speziell aufbereitetem Spülwasser wird eine hochwirksame Abscheidung von Partikeln und Fasern aus der Wäsche erreicht. Wichtig ist dabei, daß die Wäsche von unten her langsam geflutet wird (Flotation bei stillstehender oder sich leicht bewegender Trommel), so daß kein neuer Abrieb entstehen kann. Im gleichen Sinne wirkt sich der oben angesprochene niedrige Füllgrad der Maschine aus. Betreibt man die Waschmaschine wie üblich mit einem hohen Füllgrad ( ≤ 60%), so ergäben sich deutlich höhere Partikelzahlen. Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, daß die erforderlichen Umrüstungen an vorhandenen Gewerbe-Waschmaschinen durchgeführt werden können und sich in vertretbaren Grenzen halten.

Darüber hinaus ist das erfindungsgemäße Verfahren von vornherein auf die betriebliche Praxis zugeschnitten. Die einzelnen Schritte sind so aufeinander abgestimmt, daß auch unter ergonomischen Gesichtspunkten ein optimaler Arbeitsablauf gewährleistet ist.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles erläutert.

In einem Gehäuse 1 befindet sich ein Laugenbottich 2 mit einer drehbaren Waschtrommel 3. Das in einem Einspülbehälter 6 befindliche Waschmittel wird zu Beginn des Waschvorganges durch Leitungen 7 und 8 in den Laugenbottich 2 eingespült. Zu diesem Zweck ist die Leitung 7 über Ventile 9 und 11 an einen Wasserzulauf 10 angeschlossen. Von dem Wasserzulauf 10 zweigt über das Ventil 11 eine weitere Leitung 12 (Spülflüssigkeitszulauf) zum Boden des Laugenbottichs 2 ab. Der Spülflüssigkeitszulauf 12 kann durch ein Ventil 13 geschlossen werden. Etwa in halber Höhe, d. h. ungefähr in der Mitte der Trommel 3, ist ein Überlauf 14 für die Spülflüssigkeit angeordnet, der über eine Leitung 15 mit einem Ausguß verbunden ist. Zum Abpumpen der Waschlauge aus dem Laugenbottich 2 ist noch eine Verbindung zur Abflußleitung 15 vorgesehen. In diesem Verbindungsstück liegt ein Ventil 16 und eine Laugenpumpe 17. Durch den Spülflüssigkeitszulauf kann die Waschtrommel mit der darin befindlichen Wäsche von unten her langsam mit voll entsalztem partikelfreiem Spülwasser geflutet werden. Eine (nicht gezeichnete) Regelvorrichtung in der Leitung 12 sorgt dafür, daß die Durchflußrate während der Spülung konstant bleibt. Bei dieser Spülung sind die Ventile 9 und 16 geschlossen, die Ventile 11 und 13 offen. Durch den Überlauf 14 und den Ablauf 15 wird die Spülflüssigkeit abgezogen.

Verfahrensbeispiel

Die 100 l fassende Waschtrommel 3 wurde mit 7 kg kontaminierter Wäsche gefüllt. Dann wurde die Maschine in Gang gesetzt und das übliche Waschprogramm mit Vorwäsche, Hauptwäsche, Spülen und Schleudern durchgeführt. Anschließend erfolgte in einem gesonderten Arbeitsgang eine Dekontaminationsspülung mit voll entsalztem, partikelfreiem Spülwasser, wobei die Waschtrommel, wie oben beschrieben, von unten her langsam geflutet wurde. Die Spülwasserdurchflußrate betrug 2,5 l/min und kg Kleidung. Insgesamt wurden 25 l Spülwasser pro kg Kleidung bei der Dekontaminationsspülung verbraucht. Die Temperatur des Spülwassers betrug 15°C. Die gereinigte feuchte Wäsche wurde anschließend unter einem Laminar-Flow-Zelt unter einer gelinden Rüttelbewegung mit einer Frequenz im Schall- oder Ultraschallbereich getrocknet. Nach der Trocknung wurden Partikelmessungen durchgeführt. Die gereinigte und getrocknete Wäsche entsprach voll den Reinheitsanforderungen des ASTM-Standards.


Anspruch[de]
  1. 1. Verwendung einer Trommelwaschmaschine mit einem Wasserzulauf, einer Waschmitteleinspülvorrichtung, einem Abwasserablauf am Boden des Laugenbehälters sowie einem Überlauf und einem unterhalb des Überlaufes angeordneten Zulauf für Spülflüssigkeit zur Dekontamination von Reinraumkleidung.
  2. 2. Trommelwaschmaschine nach Anspruch 1 zur Dekontamination von Reinraumkleidung, dadurch gekennzeichnet, daß im Spülflüssigkeitszulauf (12) ein Durchflußmengenregler angeordnet ist.
  3. 3. Verfahren zum Betrieb der Trommelwaschmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem in üblicher Weise durchgeführten Vorwaschen, Klarwaschen, Spülen und Schleudern über den Spülflüssigkeitszulauf (12) und den Überlauf (14) eine gesonderte Dekontaminationsspülung unter langsamer Trommelbewegung mit voll entsalztem, partikelfreiem Spülwasser durchgeführt wird, wobei die Durchflußrate des Spülwassers auf einen Wert im Bereich von 2 bis 5 l/min, bezogen auf 1 kg Kleidung, eingestellt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Trommel nur bis zu einem Füllgrad von 6 bis 9 kg, bezogen auf ein Trommelvolumen von 100 l, mit der zu waschenden Reinraumkleidung beschickt wird.






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