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Dokumentenidentifikation DE3875525T2 06.05.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0294309
Titel Stabilisierungsmittel zur Verbesserung der Farbechtheit.
Anmelder The Goodyear Tire & Rubber Co., Akron, Ohio, US
Erfinder Rollick, Kevin Louis;
Kuczkowski, Joseph Andrew, Munroe Falls Ohio 44262, US
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 3875525
Vertragsstaaten BE, DE, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 03.06.1988
EP-Aktenzeichen 886301050
EP-Offenlegungsdatum 07.12.1988
EP date of grant 28.10.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.05.1993
IPC-Hauptklasse D06P 1/642
IPC-Nebenklasse D06P 5/06   D06P 3/24   D06M 13/322   D01F 1/02   

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur Verbesserung der Echtheit von Farbstoffen durch die Verwendung von Oxadiazinthionen und Triazinthionen. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Behandlung gefärbter Fasern mit substituierten Oxadiazinthionen und substituierten Triazinthionen, so daß die gefärbte Faser minimiertes oder reduziertes Ozon bedingtes Ausbleichen ohne ein Nachlassen der Lichtechtheit aufweist.

Stand der Technik

Die Textilindustrie, insbesondere die Teppichindustrie, ist an der Reduzierung oder Verhinderung des durch Ozonverursachten Ausbleichens gefärbter Textilien interessiert. Mit Ausbleichen ist der Verlust der Echtheit des Farbstoffs gemeint; beispielsweise wird der Farbstoff weniger leuchtend, verändert die Farbe oder wird unansehnlicher. Zum Beispiel verändert sich ein dunkelblauer Farbstoff zu hellem Blau.

Ozon ist eine allotrope Form des Sauerstoffs. Das Molekül des Ozons besteht aus drei Sauerstoffatomen, während ein Sauerstoffmolekül nur zwei Sauerstoffatome enthält. Ozon ist im allgemeinen in der Luft in Konzentrationen von etwa 1 bis 5 Teilen pro hundert Millionen (TphM) anwesend.

Ozon ist ein instabiles Gas mit einem beißendem Geruch, das sich zu normalem Sauerstoff abbaut. Ozon besitzt eine starke Bleichwirkung und oxidiert Stoffe schneller als Sauerstoff und fördert die spontane Entzündung vieler Stoffe. Es ist bekannt, daß seine Anwesenheit in der Luft zu den charakteristischen Eigenschaften des Smogs beiträgt. Die Versprödung von Kautschukverbindungen wird durch das Vorhandensein von Ozonspuren in der Luft beschleunigt.

Ozon wird in der oberen Atmosphäre durch die Einwirkung energiereicher Strahlung von der Sonne, die Sauerstoffmoleküle in zwei Sauerstoffatome spaltet, gebildet. Diese Atome verbinden sich dann mit Sauerstoffatomen, um Ozon (O&sub3;) zu bilden. Es ist bekannt, daß unter den Bedingungen starken Smogs, bei denen das Sonnenlicht auf eine Kombination von unverbrannten Kohlenwasserstoffen von Benzin und Oxiden des Stickstoffs einwirkt, die Konzentration 10 Teile pro hundert Millionen übersteigt. Jedoch tritt bekanntermaßen selbst bei geringen Ozonkonzentrationen Ozon-Fading auf, wenn die Feuchtigkeit hoch genug ist. Außerdem kann Ozon durch die elektronische Bestrahlung der Luft oder des Sauerstoffs wie diejenige, die in Gegenwart elektrischer Motoren und elektronischer Geräte auftritt, erzeugt werden.

Ozon ist ein elektrophiles Reagens, das heißt, es spürt Elektronenpaare wie diejenigen, die in Kohlenstoff- Kohlenstoff-Doppelbindungen vorliegen, auf und greift sie an. Farbstoffe weisen eine Vielzahl von Doppelbindungen auf und sind vielleicht aus diesem Grund gegenüber Ozon empfindlich. Die Farbstoffe, die angegriffen werden, sind meist dispergierte Farbstoffe vom Anthrachinon-Typ, obwohl man annimmt, daß unter strengen Bedingungen fast alle Farbstoffe durch Ozon beeinträchtigt werden. Die Farbstoffe in einer synthetischen Faser wie Nylon werden am stärksten angegriffen, wenn die Farbstoffe in der synthetischen Faser beweglich sind. Kationische Farbstoffe sind auch empfindlich. Die empfindlichsten dispergierten Farbstoffe sind für gewöhnlich blaue Farbstoffe vom Anthrachinon-Typ.

Hohe Feuchtigkeit verstärkt das wahrnehmbare Ozon-Fading. Anscheinend verleiht die Feuchtigkeit dem Farbstoff genügend Mobilität, um an die Oberfläche des Garns zu diffundieren, wo die Zerstörung des Farbstoffes stattfindet.

Das Ozon-bedingte Ausbleichen kann durch die Reduktion der spezifischen Oberfläche des Garns vermindert werden. Das Ozon-Fading kann auch durch Veränderungen der Polymermorphologie und -ausrichtung verringert werden, aber diese Verfahren sind von Natur aus kostspielig.

Eine ganze Ahzahl von Chemikalien wurden in der Literatur als Ozonschutzmittel, die Kautschuk vor Ozon schützen, bezeichnet. Beispiele sind die para-Phenylendiamin-Derivate und die Dihydrochinolin-Derivate. Bei Nylon und anderen synthetischen Fasern entfärben diese Chemikalien das Garn insbesondere nach Lichteinwirkung stark und beschränken dadurch die Verwendung solcher Chemikalien erheblich.

Die US-Patente 3 822 996 und 4 105 404 offenbaren und beanspruchen jeweils ein Verfahren zur Verbesserung der Echtheit von Farbstoffen bei mit Anthrachinonfarbstoffen gefärbten Fasern. Das Verfahren besteht in der Ummantelung der gefärbten Faser mit einer Verbindung, ausgewählt aus der Gruppe, die aus Thioharnstoff und mit gesättigtem Alkyl substituiertem Thioharnstoff besteht, so daß etwa 0,2 bis etwa 5% der Verbindung, bezogen auf das Gewicht der Faser, auf der Faser verbleiben. Diese Patente behaupten, den Abbau des Farbstoffs durch Ozon durch die Verwendung dieser wasserlöslichen Thioharnstoffe zu reduzieren.

Das US-Patent 3 844 713 offenbart Alkyl- und Arylphosphite, die bei der Verhinderung Ozon-bedingten Ausbleichens gefärbter Polyamide nützlich sind. Dieses Patent offenbart, daß, wenn etwa 0,7% bis etwa 3% organischer Phosphite um eine Nylonfaser gehüllt oder dem Polymer vor dem Spinnen zugegeben werden, im Vergleich zu einer unbehandelten gefärbten Nylonfaser verbesserte Farbstoffechtheit erzielt wird.

Das US-Patent 3 859 045 offenbart die Verwendung ethoxylierter aliphatischer tertiärer Amine, um den Ozonangriff auf Farbstoffe in Polyamidfasern zu vermindern. Im speziellen betrifft dieses Patent die Verwendung von etwa 0,1% bis etwa 8% tertiärer Amine wie N,N-Bis-(2- hydroxyethyl)-2-aminooctadecan. Dieses Patent offenbart, daß etwa 0,1 bis etwa 8%, bezogen auf das Gewicht der Faser, der offenbarten Verbindungen das Ausbleichen gefärbter Polycarbonamid-Textilien verringert.

Das US-Patent 4 304 568 offenbart ein Verfahren zur Minimierung des Ozon-Fadings in gefärbten Polyamiden durch Behandeln des gefärbten Polyamids mit einem substituierten Piperidin-Thioharnstoff.

Das US-Patent 4 613 334 beschreibt ein Verfahren zur Verbesserung der Lichtechtheit von Färbungen, die mit sauren Farbstoffen und/oder Metallkomplex-Farbstoffen auf Polyamid-Fasergut erhalten wurden, durch Behandlung der Textilie mit einem Kupferhydroxamat vor, während oder nach dem Färben.

Das US-Patent 4 631 066 offenbart, daß lichtbeständige aromatische Polyamidfasern duch Wärmebehandlung der aromatischen Polyamidfasern in Gegenwart von Harnstoff oder Thioharnstoff verbessert werden können.

Keines dieser Patente legt die Verwendung von Verbindungen wie Oxadiazin-4-thionen und Triazinthionen zur Verhinderung des Abbaus von Farbstoffen durch Ozon nahe oder offenbart sie.

Offenbarung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, das bei der Verbesserung der Echtheit von Farbstoffen nützlich ist, wenn diese Ozon ausgesetzt werden. Das Verfahren besteht in der Ozon-Aussetzung von gefärbten Fasern in Gegenwart von Oxadiazin-4-thionen und/oder Triazinthionen.

Es wird ein Verfahren zur Verbesserung der Farbechtheit von Färbungen synthetischer oder natürlicher textiler Materialien durch Behandlung der Textilie vor, während oder nach dem Färben mit mindestens einer Verbindung der Formel:

worin X ein zweiwertiger Rest, ausgewählt aus

-O-

und

ist;

worin R' und R unabhängig ausgewählt sind aus der Gruppe der Reste, die Wasserstoff, den Rest -CH&sub2;-(CH&sub2;)x-OR", Alkylreste mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, Cycloalkylreste mit 3 bis 8 Kohlenstoffatomen, Arylalkylreste mit 7 bis 9 Kohlenstoffatomen, Phenylreste und substituierte Phenylreste, worin bis zu drei Substituenten an dem Phenylrest anwesend sein können, umfaßt;

worin x 0, 1 oder 2 ist und worin R" Wasserstoff, Methyloder Ethylreste darstellt;

so daß 0,05 bis 3% der Verbindung, bezogen auf das Gewicht der Faser, auf der Faser anwesend sind,

offenbart.

Repräsentativ für die Verbindungen der Strukturformel (I) sind Tetrahydro-3,5-dibutyl-1,3,5-oxadiazin-4-thion;

-Tetrahydro-5-(2-butyl)-(S)-triazinthion;

Tetrahydro-1,3,5-tributyl-(S)-triazinthion;

Tetrahydro-5-(2-hydroxyethyl)-(S)-triazinthion;

Tetrahydro-5-cyclohexyl-(S)-triazinthion;

Tetrahydro-1,3-dimethyl-5-butyl-(S)-triazinthion;

Tetrahydro-1,3-diethyl-5-cyclohexyl-(S)-triazinthion;

Tetrahydro-3,5-dicyclohexyl-1,3,5-oxadiazin-4-thion;

Tetrahydro-3,5-di-(methoxymethyl)-1,3,5-oxadiazin-4-thion;

und Tetrahydro-1,3-dibutyl-5-(2-phenylethyl)-(S)- triazinthion.

In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird mindestens eine Verbindung der Strukturformel (I) vor dem oder anschließend an das Färben auf eine synthetische Faser in Mengen von 0,05% bis 3%, bezogen auf das Fasergewicht, aufgebracht. Alternativ können die Verbindungen der Strukturformel (I) dem Polymer zugegeben werden, so daß die daraus hergestellten Garne 0,05 Gew.-% bis 3 Gew.-% der hierin aufgezählten Verbindungen enthalten. Die Ausbleichgeschwindigkeit des Farbstoffs wird durch das Einarbeiten in die oder das Beschichten der Faser mit den erfindungsgemäßen Verbindungen wesentlich verringert. Es ist möglich, die Faser vor dem Färben zu behandeln und das resultierende Produkt als Zwischenmaterial für das endgültige Färben, das eine eingebaute Resistenz gegen Ozon-Fading besitzt, zu verwenden. Die erfindungsgemäßen Verbindungen können in das Spinn-Finish, das Trockenofen-Finish vor dem Färben inkorporiert oder in Lösungen gesprüht oder als Schaum auf eine gefärbte Faser aufgetragen werden.

Die vorliegende Erfindung kann auf jede Art von Faser angewendet werden, aber die Vorteile der Erfindung zeigen sich am signifikantesten, wenn das gefärbte Fasermaterial aus einer synthetischen Faser wie z.B. Nylonfasern, Polyesterfasern, Acrylfasern, Polypropylenfasern, Celluloseacetatfasern, Polyvinylalkoholfasern und dergleichen hergestellt ist. Die Form der Faser, des Gewebes oder Teppichs, je nachdem, ist nicht besonders einschränkend. Webstoffe, einschließlich gestrickter Textilien und Vliesstoffe, sowie Fäden und Garne profitieren von der Verwendung der vorliegenden Erfindung. Diese textilen Materialien können aus zwei oder mehr Arten von Fasern einschließlich natürlicher Fasern hergestellt sein. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird die Faser oder das Gewebe geformt und gefärbt, bevor sie dem erfindungsgemäßen Verfahren unterzogen wird. Die Art des verwendeten Farbstoffs ist nicht besonders beschränkend und schließt alle zum Färben verwendeten handelsüblichen Farbstoffe ein, obwohl angemerkt werden sollte, daß die Wirkung der vorliegenden Erfindung zur Erhöhung der Ozonresistenz eines Farbstoffs am stärksten auftritt, wenn das Fasermaterial blau gefärbt wird.

Die Ausbleichgeschwindigkeit des Farbstoffs in Fasern, insbesondere in mit dispersen oder kationischen Farbstoffen gefärbten Nylonfasern, wird durch die Verwendung der Verbindungen der obigen Formel, die wirksam sind, ohne das Garn oder die Faser zu entfärben, wesentlich verringert.

Beste Art und Weise zur Durchführung der Erfindung

Einige der bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind in den folgenden Beispielen dargelegt. Das Testverfahren für das Ozon-Fading war dem AATCC Testverfahren 129-1975, wie es auf Seite 146 des "American Association of Textile Chemists and Colorists Technical Manual" dargelegt ist, ähnlich.

Herstellung von Verbindungen der Strukturformel (I) Beispiel 1 Herstellung von Tetrahydro-5-(2-butyl)-(S)-triazinthion

Ein 1l-Dreihals-Rundkolben wurde mit Thioharnstoff (152,2 g; 2,0 Mol) und wäßrigem Formalin (328 g; 4,0 Mol) beschickt. Der Kolben wurde mit einem mechanischen Rührer, Kühler und einem Zugabetrichter, der sek-Butylamin (146,3 g; 2,0 Mol) enthielt, ausgestattet. Der Kolben wurde auf etwa 60ºC erwärmt, und die Zugabe des Amins begann. Die Zugabegeschwindigkeit wurde so gesteuert, daß ein schwacher Rückfluß aufrechterhalten wurde. Als die Zugabe beendet war, wurde das Gemisch weitere drei Stunden am Rückfluß erhitzt, dann in ein Becherglas gefüllt und kristallisieren gelassen. Die feste Masse wurde zerkleinert, filtriert, in 1500 ml Wasser wieder aufgeschlämmt, nochmals filtriert und getrocknet. Ausbeute 290 g (84% bezogen auf den vorgelegten Thioharnstoff) mit Fp. 145-7ºC und durch NMR als Tetrahydro-5-(2-butyl)-(S)-triazinthion charakterisiert.

Beispiel 2 Tetrahydro-1,3,5-tributyl-(S)-triazinthion

Ein 2l-Dreihals-Rundkolben wurde mit N,N'- Dibutylthioharnstoff (470 g; 2,5 Mol), wäßrigem Formalin (410 g; 5,0 Mol) und 300 ml Toluol beschickt. Der Kolben wurde mit einem mechanischen Rührer, Zugabetrichter, Claisen-Adaptor, Thermometer, Dean-Stark-Abscheider und Kühler ausgestattet. Butylamin (183 g; 2,5 Mol) wurde eine Stunde lang über den Zugabetrichter zugegeben und das Gemisch dann gerade so erhitzt, daß es eine weitere Stunde refluxierte. Danach wurde die Erwärmung verstärkt, um das Lösungs- und Reaktionswasser als Toluolazeotrop nach oben zu treiben. Als die theoretische Wassermenge gesammelt worden war, wurden der Dean-Stark-Abscheider und der Kühler durch einen Destillierkopf ersetzt und das Toluol wurde unter Vakuum (30 mm Hg) bis zu einer Topftemperatur von 100ºC abdestilliert. Das Produkt, ein hellgelbes öl, wurde dann mit einem Saugfilter abgesaugt und in Flaschen gefüllt. Ausbeute 683 g einer Füssigkeit, die durch NMR (96%) charakterisiert wurde.

Beispiel 3 Herstellung von Tetrahydro-3,5- dibutyl-1,3,5-oxadiazin-4-thion

18 g Formalin (37 Gew.-% wäßrige Formaldehydlösung), 18,8 g N,N'-Dibutylthioharnstoff, 0,5 g Toluolsulfonsäure und 50 ml Toluol wurden in einen 250ml-Dreihals-Kolben, der mit Dean-Stark-Abscheider, einem Rührer und einem Thermometer ausgestattet war, gefüllt. Das Gemisch wurde dann zum Rückfluß erhitzt, und das Wasser/Toluol-Azeotrop wurde nach oben befördert und das Toluol durch den Dean-Stark- Abscheider zum Reaktionskolben zurückgebracht. Das Gemisch wurde am Rückfluß erhitzt, bis die theoretische Wassermenge der Lösung und der Reaktion gesammelt worden war.

Das Toluol wurde unter Vakuum (30 mm Hg und Topftemperatur 100ºC) abgezogen. Das Produkt wurde filtriert, um unlösliche Nebenprodukte zu entfernen, und zur späteren Verwendung gelagert. Die Umsetzung erbrachte 22 g eines flüssigen Produkts für eine 96%ige Ausbeute, bezogen auf vorgelegten Thioharnstoff, das durch NMR charakterisiert wurde.

Beispiel 4 Testen der Verbindungen der Strukturformel (I)

Die in Beispielen 1-3 hergestellten und andere Verbindungen wurden vor ihrer lokalen Anwendung auf eine zuvor gefärbte Teppichprobe zu Emulsionen formuliert. Die Emulsionen wurden unter Verwendung eines Eppenbach-Mischers, der ein Homogenisierapparat mit hoher Scherkraft ist, hergestellt. 25 g der betreffenden Verbindung wurden mit 25 g Toluol und 2,5 g des Tensids Calsoft LAS-99 (ein lineares Alkylsulfonat, das von der Calgon Corporation vertrieben wird) kombiniert. Das Rühren wurde begonnen und dann wurden 46,5 g Wasser, die 1 g KOH enthielten, der Toluol/Tensid- Lösung zugegeben. Nach kräftigem Rühren für einige Minuten war die Emulsion fertig und die Probe zum Auftragen bereit.

Die hergestellten Emulsionen wurden dann auf einen Teppich- Musterabschnitt aufgetragen, der aus Nylon 66-Garn zusammengesetzt war, das mit Säureblau Nummer 277 gefärbt worden war. Die Teppichproben wurden dann mit den hergestellten Emulsionen besprüht und getrocknet. Zwei oder mehr Anwendungen der Emulsionen wurden durchgeführt, um nach dem Trocknen 0,2% Gewichtszuwachs, bezogen auf das Gewicht des Trägers oder der Teppichprobe, zu erhalten. Die Teststücke und Kontrollproben wurden dann gleichzeitig Ozon in einer Atmosphäre ausgesetzt, die bei 85 ± 5% relativer Feuchtigkeit und bei einer Temperatur von 40 ± 5ºC gehalten wurde, bis die Kontrollprobe von einer Farbveränderung zeugte, die der eines Standard-Ausbleichens entsprach. Die Zyklen wurden zweimal wiederholt.

Dieser Versuch ist zur Bestimmung der Beständigkeit der Farbe gegen Ozoneinwirkung in einer Atmosphäre erhöhter Temperaturen und hoher Feuchtigkeit gedacht. Das Ausbleichen bestimmter Farbstoffe findet bei Feuchtigkeiten unter 80% nicht leicht statt. Ein Test bei hohen Feuchtigkeiten ist erforderlich, um eine Farbveränderung herbeizuführen, die das Ausbleichen im Gebrauch unter warmen, feuchten Bedingungen vorhersagt.

Außer der unbehandelten Kontrollprobe, die dem Ozon ausgesetzt wurde, wurde auch eine unbehandelte, dem Ozon nicht ausgesetzte Kontrolle hergestellt.

Die behandelte Probe und die auszusetzende Kontrolle wurden in der Ozonkammer, die bei 85 ± 5% relativer Feuchtigkeit und einer Temperatur von 40 ± 5ºC gehalten wurde, ausgebreitet. Ozon lag in einer Konzentration vor, die von 10 bis 35 Teile pro hundert Millionen reichte, was meist einen Ausbleichzyklus in 3 bis 28 Teststunden erzeugte.

Am Ende von zwei Zyklen wurden die Proben aus der Versuchskammer entfernt und unmittelbar mit der unbehandelten, nicht ausgesetzten Kontrolle verglichen.

Die in der folgenden Tabelle vorgelegten Daten sind ein Maß der Farbveränderung. Δ E ist ein Maß der Farbveränderung, wobei ein kleineres Δ E geringeres Ausbleichen bedeutet. Genauer entspricht der Farbunterschied Δ E der Quadratwurzel von (Δ L)² + (Δ a)² + (Δ b)². Die Ablesungen wurden auf einem Gardner Colorimeter XL-20 vorgenommen. Dem Fachmann wird bewußt sein, wie die Zahlen erhalten wurden und was sie bedeuten.

Tabelle I Ozonuntersuchung der Verbindungen bei 0,2 Gew.-%, bezogen auf das Teppichgewicht.
Verbindung Original Gealtert Kontrolle Quinozo 133*

* Quinozo 133 ist ein von Wi-Chem Inc. hergestelltes Material, das als Teppich-Ozonausbleichungs- Schutzmittel vertrieben wird.

+ Kontrolle - keine Behandlung

TBTT = Tetrahydro-1,3,5-tributyl-(S)-triazinthion

DBOXT = Tetrahydro-3,5-dibutyl-1,3,5-oxadiazin-4-thion

HETT = Tetrahydro-5-(2-hydroxyethyl)-(S)-triazinthion

DMOXT = Tetrahydro-3,5-dimethyl-1,3,5-oxadiazin-4-thion

SBTT = Tetrahydro-5-(2-butyl)-(S)-triazinthion

Die Daten zeigen an, daß die erfindungsgemäßen Verbindungen bei der Verringerung des Abbaus des Farbstoffs durch Ozon wirksam sind.

Wie zuvor erwähnt, sind zahlreiche bekannte Materialien wirksame Ozonschutzmittel, jedoch sind viele dieser Verbindungen für das fertige Produkt, wenn es UV-Licht ausgesetzt wird, schädlich, da sie Farbkörper bilden oder das Ausbleichen des Farbstof fs nicht verhindern (sogar fördern) können.

Auf ähnliche Weise wie für die Ozonuntersuchung wurden die Kontrollen und die erfindungsgemäßen Verbindungen auf Farbechtheit nach Belichtung mit UV-Licht untersucht. Es war überraschend, daß die erfindungsgemäßen Verbindungen nicht nur den Abbau durch Ozon verringern, sondern auch keine Farbkörper bildeten und das Ausbleichen des Farbstoffs bei Belichtung mit UV-Licht verminderten.

Dem Fachmann sollte bewußt sein, daß die erfindungsgemäßen Verbindungen in die Faser einverleibt, in Verbindung mit dem Färbeverfahren aufgetragen oder nach dem Färben durch Tauchen und Quetschen, durch Sprühen mit Düsen oder durch Einsatz eines Durchzugs, der die Verbindung aufträgt, während der Teppich sich fortbewegt, oder als Schaum aufgetragen werden können.

Das folgende sind Beispiele für die vorliegenden Additive und ihr Verhalten, wenn sie dem Nylonpolymer-Spinngranulat zugesetzt, zu Garn versponnen, gefärbt und Ozon ausgesetzt werden.

Das Polymer ist ein Polycaprolactam mit einem Zahlenmittel des Molekulargewichts von etwa 20 000, von DuPont Chemical Company als Nylon 6 vertrieben, das etwa 10 ppm Mangan als Manganchlorid, etwa 25 ppm Phosphor als unterphosphorige Säure und etwa 0,13% TiO&sub2; als Entglänzungsmittel enthält. Die Additive werden dem Nylonpolymer unmittelbar vor dem Spinnen zugesetzt.

Das Polymer wird zu 16 Spinnfäden mit einem Gesamt-Denier von etwa 230 bei einer Spinntemperatur von etwa 260 bis 265ºC gesponnen. Das Garn wird mit einem Verhältnis von 3,2 gestreckt. Das Garn wird zu Schläuchen gestrickt und mit Säureblau Nr. 277 gefärbt.

Die Schläuche werden dann zwei Zyklen lang einer Ozonatmosphäre von etwa 35 TphM (Teile pro hundert Millionen) Ozon bei einer Temperatur von 40ºC bei einer relativen Feuchtigkeit von mindestens 80% ausgesetzt. Ein Zyklus ist das Maß der Einwirkung, die stattfindet, wenn eine Kontrolle eine bestimmte Farbveränderung, gemessen mit einem Farbenmesser, zeigt. Es wird darauf verwiesen, daß die erfindungsgemäßen Verbindungen bei Ozoneinwirkung den Abbau des Farbstoffs verringern.

Industrielle Anwendbarkeit

Die Verbindungen und das Verfahren der vorliegenden Erfindung haben ihre Brauchbarkeit als Stabilisierungsmittel für Farbstoffe gezeigt. Die Zusammensetzungen und das Verfahren der vorliegenden Erfindung vermindern die abbauenden Wirkungen des Ozons. Die vorliegende Erfindung würde für den Fachmann auf dem Gebiet der Textilienfärbung eine naheliegende Anwendbarkeit aufweisen. Eine besonders vorteilhafte Eigenschaft ist die nicht fleckende Eigenschaft dieser Verbindungen, bei denen die Verbindungen nach Ozoneinwirkung dem gefärbten Material keine schädliche Farbe verleihen.

Dem Textilfärbungs-Fachmann sind die vorteilhaften Eigenschaften, die die Verbindungen der vorliegenden Erfindung Textilien, die mit Stoffen gefärbt sind, die dem Abbau durch Ozon unterliegen, verleihen können, leicht verständlich.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Verbesserung der Farbechtheit von Farbstoffen auf synthetischen oder natürlichen textilen Materialien, gekennzeichnet durch die Behandlung der Textilie vor, während oder nach dem Färben mit mindestens einer Verbindung der Formel

worin X ein zweiwertiger Rest, ausgewählt aus

-O-

und

ist;

worin R' und R unabhängig ausgewählt sind aus der Gruppe der Reste, die Wasserstoff, den Rest -CH&sub2;-(CH&sub2;)x-OR", Alkylreste mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, Cycloalkylreste mit 3 bis 8 Kohlenstoffatomen, Arylalkylreste mit 7 bis 9 Kohlenstoffatomen, Phenylreste und substituierte Phenylreste, worin bis zu drei Substituenten am Phenylrest anwesend sein können, umfaßt; worin x 0, 1 oder 2 ist und worin R" Wasserstoff, Methyloder Ethylreste darstellt;

so daß 0,05 bis 3% des Gewichts der Faser von der Verbindung nach dem Färben auf der Faser zurückbleiben.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R ein Butylrest und X der Rest -O- oder der Rest > N-C&sub4;H&sub9; ist.

3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R Wasserstoff und X der Rest

ist.

4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das textile Material eine gefärbte Polyamidfaser ist.

5. Gefärbtes Polyamid, das gemäß dem Verfahren nach Anspruch 1 behandelt worden ist.







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