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Dokumentenidentifikation DE4136236A1 06.05.1993
Titel Einrichtung zur Ausrichteüberwachung an Rotationsdruckmaschinen
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 6900 Heidelberg, DE
Erfinder Haller, Ralf, 6836 Oftersheim, DE
DE-Anmeldedatum 02.11.1991
DE-Aktenzeichen 4136236
Offenlegungstag 06.05.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.05.1993
IPC-Hauptklasse B41F 33/02
IPC-Nebenklasse G01C 9/24   
Zusammenfassung Es wird eine Einrichtung zur Ausrichteüberwachung einer aus mehreren Ausrichtekomponenten bestehenden Rotationsdruckmaschine vorgeschlagen. Folgende Merkmale sind dabei charakteristisch. Jede der Aufstellkomponenten (1) ist mit mindestens einer Ausrichteanzeige (4) versehen. Die Ausrichteanzeige (4) gibt die zulässigen Toleranzen für Lageabweichungen der jeweiligen Aufstellkomponente (1) an. Sich einstellende Lageabweichungen der Aufstellkomponenten (1) werden durch die Ausrichteanzeigen (4) angezeigt, welche gegen Manipulationen geschützt sind.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Ausrichteüberwachung an Rotationsdruckmaschinen.

Die Aufstellung und die Ausrichtung einzelner Maschinenkomponenten einer Rotationsdruckmaschine erfolgt beim Kunden mittels Feinstwasserwaagen und Einstellschrauben. Nach der Aufstellung werden die Meßinstrumente entfernt, der Kunde nimmt die Maschine ab, welche dann den Betrieb beim Kunden aufnimmt. Durch während des Maschinenbetriebs auftretende dynamische Lastanteile, wird das kundenseits zu stellende Fundament oder der Boden unter dem Fundament verformt.

Setzerscheinungen und unerwünschte Schrägstellungen einzelner Maschinenkomponenten zueinander sind die Folge. Die hochwertigen Zahnräder, mit denen die Maschinenkomponenten antriebsseitig miteinander verbunden sind und deren Lagerungen vertragen jedoch nur eine geringe Lageabweichung. Eine zu starke Lageabweichung verändert das Tragbild eines der Zahnradpaare. Im Schadensfalle ist eine Ursachenermittlung mit einer Maschinenvermessung verbunden, die zum einen sehr zeitaufwendig und zum anderen sehr teuer ist. Maschinenstillstandzeiten bis zu einer Woche und länger sind nicht selten.

Ausgehend vom skizzierten Sachverhalt, liegt der Erfindung die Problemstellung zugrunde, Abweichungen von einer genauen Erstaufstellposition einzelner Maschinenkomponenten objektiv zu erfassen, und lange Stillstandszeiten zu vermeiden.

Erfindungsgemäß wird dies dadurch gelöst, daß eine Einrichtung zur Ausrichteüberwachung an Rotationsdruckmaschinen, die aus mehreren Aufstellkomponenten besteht, die folgenden Merkmale aufweist:

  • - jede Aufstellkomponente ist mit mindestens einer Ausrichteanzeige versehen,
  • - die Ausrichteanzeige gibt die zulässigen Toleranzen für Lageabweichungen der jeweiligen Aufstellkomponente an,
  • - sich einstellende Lageabweichungen der Aufstellkomponenten werden durch die Ausrichteanzeigen angegeben, und
  • - die Ausrichteanzeigen sind gegen Manipulationen geschützt.


Die Vorteile dieser Lösung liegen darin, daß durch Erfassung der Anzeigewerte und Vergleich mit den jeweils zulässigen Toleranzen eine zeitraubende Maschinenvermessung eingespart werden kann. Die Sicherung gegen Manipulation durch Unbefugte, erlaubt eine schnelle Ermittlung der tatsächlich aufgetretenen Relativbewegungen einzelner Aufstellkomponenten zueinander, was eine zügige Klärung der Gewährleistungsfrage erlaubt.

In Weiterbildung des der Erfindung zugrundeliegenden Gedankens ist vorgesehen, daß sowohl zulässige Toleranzen als auch Lageabweichungen durch die Ausrichteanzeigen in mindestens zwei Ebenen angezeigt werden. Dies erlaubt eine schnelle Erfassung der Lageabweichungen einzelner Maschinenkomponenten zueinander.

Eine Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß als Ausrichteanzeigen sowohl Ringwasserwaagen, als auch gerade Wasserwaagen verwendet werden. Diese bieten neben einer preiswerten Ausführung ein Höchstmaß an Anzeigegenauigkeit.

In Weiterbildung des Erfindungsgedankens lösen Ausrichteanzeigen, die sowohl als Ringwasserwaagen als auch als gerade Wasserwaagen ausgebildet sind, bei Überschreitung der zulässigen Toleranzen der Lageabweichungen elektrische Impulse an der Maschinensteuerung aus.

Somit kann einer Maschinenbeschädigung vorgebeugt werden, da Lageabweichungen frühzeitig festgestellt werden.

Anhand einer Zeichnung sei die Erfindung im folgenden eingehend erläutert, wobei

Fig. 1 die Seitenansicht einer Rollenrotationsdruckmaschine,

Fig. 2 eine Aufstellkomponente,

Fig. 3 eine Frontansicht auf eine Ausrichteanzeige,

Fig. 3a, b, c Schnitte durch die Ausrichteanzeige,

Fig. 4a, b, c und d Ausführungsformen der Ausrichteanzeigen mit Ringwasserwaagen und

Fig. 5a, b Ausführungsformen mit geraden Wasserwaagen darstellen.

Fig. 1 gibt die Seitenansicht einer Rollendruckmaschine wieder. Mit dem Bezugstuch 4 sind diejenigen Ausrichteanzeigen bezeichnet, die an einzelnen Aufstellkomponenten 1 angebracht sind und Aufschluß über Lageabweichungen einzelner Aufstellkomponenten zueinander geben. Einziehwerk und Rollenwechsler verfügen über eine Ausrichteanzeige 4, wie auch die einzelnen Druckwerke. Am Bahnaustrittsende aus dem Trockner befindet sich eine Ausrichteanzeige 4 an der Kühlwalzengruppe und am Wendestangenüberbau. Ferner sind sowohl das Falzapparatzylinderteil wie auch ein der Maschine nachgeordneter Planoausleger mit je einer Ausrichteanzeige 4 versehen.

In Fig. 2 ist eine Aufstellkomponente 1 gezeigt, an der seitlich eine Ausrichteanzeige 4 angebracht ist. Die Erstausrichtung der Aufstellkomponente 1 erfolgt mittels Präzisionswasserwaagen 3, die beispielsweise bezogen auf die Lage eines Farbduktors 2, eine genaue Erstausrichtung der Aufstellkomponenten 1 gestatten.

Ist eine Erstausrichtung mehrerer Aufstellkomponenten 1 erfolgt und für in Ordnung befunden worden, wird diese Ausrichtungskonstellation durch eine Ausrichteanzeige 4, wie sie in den Fig. 2, 2a, 2b und 2c abgebildet ist, gesichert. Dies bedeutet, daß die Ausrichteanzeigen 4 an den jeweiligen Aufstellkomponenten 1 so einjustiert werden, daß als Referenzposition der jeweiligen Aufstellkomponente 1 die für in Ordnung befundene Erstausrichteposition dient. Dazu befinden sich bei der Verwendung von Wasserwaagen die eingeschlossenen Luftblasen beispielsweise mittig zur ringförmigen oder strichförmigen Skalierung.

Wie in Fig. 3 erkennbar, ist eine Ringwasserwaage 6 auf einen Tragwinkel 5 über Schrauben 14 befestigt. Der an einer Seitenwand 13 der betreffenden Aufstellkomponente 1 angebrachte Tragwinkel 5, ist sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung justierbar. Der Tragwinkel 5 wird über zwei Befestigungsschrauben 10, unter Zwischenlage von Distanzscheiben 9 mit der Seitenwand 13 der Aufstellkomponente 1 verbunden. Im Bereich der Befestigungsschraube 8 ist keine Distanzscheibe 9 vorgesehen, um eine Justage des Tragwinkels 5 entgegen dem Uhrzeigersinn zur Seitenwand 13 hin zu ermöglichen.

Mittels einer sich auf der Seitenwand 13 abstützenden Stellschraube 11 kann die Position des Tragwinkels 5 zum einen senkrecht zur Seitenwand 13 festgelegt und zum anderen eine Justage im Uhrzeigersinn erfolgen. Der Exzenterbolzen 7 ist drehbar mit der Seitenwand 13 verbunden. Sind die Befestigungsschrauben 8 und 10 gelöst, kann bei Verdrehen des Exzenterbolzens 7 eine Verdrehung des Tragwinkels 5 um den Paßstift 12 erzeugt werden.

Nach erfolgter Justage des Tragwinkels 5 werden die Befestigungsschrauben 10 angezogen, die Position des Tragwinkels 5 nochmals kontrolliert. Damit ist die Erstausrichteposition als Bezugspunkt in den Ausrichteanzeigen 4 "gespeichert".

Ein Kippen der Aufstellkomponente 1 um die Querachse kann festgestellt werden; eine Absenkung einer Seitenwand 13 in vertikaler Richtung ebenfalls. Ein "wandern" einer Aufstellkomponente 1 um die Hochachse der Aufstellkomponente 1 ist durch den Vergleich zweier einander gegenüberliegenden Ausrichteanzeigen 4 nachweisbar. Einer Manipulation an den Einstellvorrichtungen der Ausrichtemarken 4 kann zum einen dadurch vorgebeugt werden, daß diese nur an Stellen angebracht sind, die dem Maschinenhersteller während der Erstaufstellung der Maschine zugänglich sind. Zum anderen können die Position von Stellschraube 11 und Exzenterbuchse 7 nach der Justage und nach Speicherung der für in Ordnung befundenen Referenzposition versiegelt werden; eine Plombierung wäre auch möglich.

Die Fig. 4a und b zeigen Ausführungsformen von Ausrichteanzeigen 4, bei denen Ringwasserwaagen 6 durch Schrauben 14 auf einen Tragwinkel 5 befestigt sind. In Fig. 4b ist gestrichelt die Toleranzgrenze 17 eingezeichnet, bis zu welcher Ausrichteabweichungen der Aufstellkomponente 1 tolerierbar sind. In Fig. 4c und 4d ist demgegenüber eine in einem Tragwinkel 5 eingelassene Ringwasserwaage 6 zu erkennen. Dies bietet den zusätzlichen Vorteil, daß keine Relativbewegungen zwischen Tragwinkel 5 und Ringwasserwaage 6 auftreten können.

Die Fig. 5a und 5b schließlich zeigen Konfigurationen, die anstelle einer Ringwasserwaage 6 eine Kombination 16 eingesetzt wird, oder zwei rechtwinklig zueinander orientierte Röhren 15 auf dem Tragwinkel 5 aufgeschraubt sind.

Eine Einbindung in ein Frühwarnsystem, bei dem Ausrichteabweichungen einzelner Aufstellkomponenten 1 vor Auftreten eines Schadens entdeckt werden, kann eine Abtastung der Stellung der Luftblase 18 der Ringwasserwaage 6 der Röhren 15 oder der Kombination 16 beinhalten. Dazu ist eine elektrische, optische oder ähnliche Abtastung der Schaugläser erforderlich, um eine Auslenkung der Luftblase über die Toleranzgrenze 17 hinaus sofort zu erfassen.

Bezeichnungsliste

1 Aufstellkomponente

2 Farbduktor

3 Präzisionswasserwaage

4 Ausrichteanzeige

5 Tragwinkel

6 Ringwasserwaage

7 Exzenterbolzen

8 Befestigungsschraube

9 Distanzscheibe

10 Befestigungsschraube

11 Stellschraube

12 Paßstift

13 Seitenwand

14 Schrauben

15 Röhren

16 Kombiröhren

17 Toleranzgrenze

18 Luftblase


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zur Ausrichteüberwachung an Rotationsdruckmaschinen, die aus mehreren Aufstellkomponenten besteht und folgende Merkmale aufweist,
    1. - jede Aufstellkomponente (1) ist mit mindestens einer Ausrichteanzeige (4) versehen,
    2. - die Ausrichteanzeige (4) gibt die zulässigen Toleranzen für Lageabweichungen der jeweiligen Aufstellkomponente (1) an,
    3. - sich einstellende Lageabweichungen der Aufstellkomponenten (1) werden durch die Ausrichteanzeigen (4) angezeigt und
    4. - die Ausrichteanzeigen (4) sind gegen Manipulationen geschützt.
  2. 2. Einrichtung zur Ausrichteüberwachung gemäß Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß sowohl zulässige Toleranzen als auch Lageabweichungen durch die Ausrichteanzeigen (4) in mindestens zwei Ebenen angezeigt werden.
  3. 3. Einrichtung zur Ausrichteüberwachung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausrichteanzeigen (4) sowohl Ringwasserwaagen (6) als auch gerade Wasserwaagen (15, 16) verwendet werden.
  4. 4. Einrichtung zur Ausrichteüberwachung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl durch Ringwasserwaagen (6) als auch durch gerade Wasserwaagen (15, 16) elektrische Impulse an die Maschinensteuerung ausgelöst werden.






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