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Dokumentenidentifikation DE3119704C2 19.05.1993
Titel Verdrängungskörper
Anmelder Kirchner-Carl, Angelika, 8644 Pressig, DE
Erfinder Carl, Heinz, Ing.(grad.), 8644 Pressig, DE
Vertreter Grünecker, A., Dipl.-Ing.; Kinkeldey, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Stockmair, W., Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Ae.E. Cal Tech; Schumann, K., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Jakob, P., Dipl.-Ing.; Bezold, G., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Meister, W., Dipl.-Ing.; Hilgers, H., Dipl.-Ing.; Meyer-Plath, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Ehnold, A., Dipl.-Ing.; Schuster, T., Dipl.-Phys.; Goldbach, K., Dipl.-Ing.Dr.-Ing.; Aufenanger, M., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 18.05.1981
DE-Aktenzeichen 3119704
Offenlegungstag 02.12.1982
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.05.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1993
IPC-Hauptklasse E04B 5/19
IPC-Nebenklasse E04G 11/40   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Verdrängungskörper zum Erzeugen von Ausnehmungen in Betonteilen der im Oberbegriff von Anspruch 1 erläuterten Art.

Ein derartiger Verdrängungskörper ist aus der DE-OS 14 34 471 bekannt.

Der bekannte Verdrängungskörper besteht aus einer Mehrzahl nebeneinander liegender Hohlkörper, die jeweils aus einem einzigen Stück einer Drahtmatte gebogen wurden. Jeder der Hohlkörper ist zum Erzeugen einer einzigen Ausnehmung im Beton gedacht. Beispielsweise zum Herstellen einer Rippendecke werden die erforderliche Anzahl von Hohlkörpern nebeneinander auf einen Schalungsbogen gestellt. Zwischen jeweils zwei Hohlkörpern sorgt eine Nagelleiste aus Holz für den notwendigen Abstand. Darüber hinaus ist zwischen der Nagelleiste und dem Hohlkörper jeweils eine hochkant stehende Abstandsleiste vorgesehen, die sich an den Fuß des Hohlkörpers anlegt.

Zum Herstellen einer Schalung müssen zunächst auf der Baustelle die Hohlkörper in benötigter Anzahl gebogen werden. Dann wird der erste Hohlkörper auf den Schalungsboden gelegt und an den Hohlkörper entlang seiner beiden Längsseiten jeweils eine Anschlagleiste angelegt. Dann wird eine Kunststoffolie derart aufgelegt, daß sie die Anschlagleisten und den Hohlkörper überdeckt.

Anschließend wird die Folie mit Hilfe einer Nagelleiste auf der Schalung befestigt. Soll sich eine weitere Ausnehmung anschließen, so wird zunächst ein weiterer Hohlkörper mit seiner Anschlagleiste an die Nagelleiste gedrückt und auch auf der gegenüberliegenden Seite mit einer Anschlagleiste versehen. Die Kunststoffolie wird straff gezogen und jenseits des Hohlkörpers mit einer weiteren Nagelleiste befestigt. Dieses Verfahren wird weitergeführt, bis die Schalung für die gesamte Rippendecke fertig ist.

Die Schalung für die Rippendecke besteht somit aus einer Mehrzahl nebeneinander gesetzter Hohlprofile, die durch die darüber gespannte Kunststoffolie miteinander verbunden und durch eine aufwendige Konstruktion aus Anschlag- und Nagelleisten zueinander in Abstand gehalten werden. Durch diese Ausgestaltung wird das Erstellen einer Schalung sehr zeit- und arbeitsaufwendig, da alle Arbeiten von Hand durchgeführt werden müssen und nicht zu mechanisieren sind.

Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen kostengünstig herzustellenden Verdrängungskörper aufzuzeigen, mit dem die Herstellung einer kompletten Schalung wesentlich erleichtert und beschleunigt werden kann.

Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale im Anspruch 1 gelöst.

Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung wird ein besonders kostengünstig herzustellender Verdrängungskörper geschaffen, der in der Lage ist, mehrere Ausnehmungen gleichzeitig zu formen.

Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung ist es möglich, einen Verdrängungskörper zu schaffen, der auf einfache Weise maschinell vorgefertigt werden kann und somit umfangreiche Handarbeit auf der Baustelle einspart. Durch die Verwendung einer Schrumpffolie und ihr Aufschrumpfen auf den Hohlkörpern wird die Kunststoffolie so fest auf dem Verdrängungskörper befestigt, daß dieser ohne weiteres transportiert und gelagert werden kann. Schrumpffolien sind durch ein spezielles Verfahren vorbehandelte, insbesondere gereckte Kunststoffolien, die nach Erweichung während einer Wärmebehandlung in ihre ursprünglichen Dimensionen zurückkehren und den mit ihnen in Kontakt gebrachten Gegenstand fest einschließen. Schrumpffolien wurden bislang lediglich für Verpackungszwecke verwendet. Eine konstruktive Verwendung dieser Folien ist nicht bekannt.

Da das Gitterwerk nunmehr maschinell gebogen werden kann, kann ein wesentlich steiferes Gitterwerk verwendet werden, das in der Lage ist, auch ohne komplizierte Faltungen dem Betondruck zu widerstehen. Darüber hinaus wird die Bauzeit einer Schalung durch die Aneinanderreihung mehrerer Hohlprofile und ihre Verbindung untereinander durch Zwischenstücke des Gitterwerkes sowie die bereits vorher auf dem Gitterwerk zu befestigende Folie entscheidend verringert.

Anspruch 2 beschreibt eine besonders vorteilhafte Ausführungsform zur Herstellung von Betonrippenteilen.

Durch die Verwendung einer Baustahlmatte nach Anspruch 3 kann die Stabilität weiter erhöht werden.

Durch den folienfreien Fußbereich der nach unten offenen Hohlprofile gemäß Anspruch 4 wird eine noch bessere Verankerung erreicht. Außerdem werden dadurch die folienfreien Zwischenstücke tiefer im Beton versenkt, und können somit bei weniger belasteten Bauteilen schon als Bewehrung wirken.

Die annähernd rechtwinklig nach oben weisenden Randbereiche nach Anspruch 5 tragen entweder, wenn sie von Beton umschlossen werden, zu einer weiter verbesserten Verankerung bei, oder bilden eine Fugenbewehrung.

Die bei Bedarf leicht zerstörbare Folie gemäß Unteranspruch 6, beispielsweise eine brenn- bzw. schmelzbare Kunststoffolie, kann auf einfache Weise entfernt werden, wenn die Ausnehmung nachträglich mit Beton ausgegossen werden soll.

Der weitgehend geschlossene Verdrängungskörper nach Unteranspruch 7 ist besonders einfach und kostengünstig herstellbar.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Vorderansicht eines Ausführungsbeispieles des erfindungsgemäßen Verdrängungskörpers und

Fig. 2 eine Draufsicht auf den Verdrängungskörper nach Fig. 2 und

Fig. 3 ein Verdrängungskörper aus kastenförmigen Hohlprofilen.

In den Fig. 1 und 2 ist ein Verdrängungskörper ersichtlich, wie er z. B. zum Herstellen von Betonrippenteilen verwendet wird. Der Verdrängungskörper besteht aus einer Reihe von parallel liegenden, nach unten offenen Rinnenkörpern aus Gitterwerk 1, das mit einer Folie 2 so bedeckt ist, daß an den unteren Langseiten der Hohlkörper ein Fußbereich 3 frei bleibt. Die Fußbereiche 3 zweier nebeneinander liegender Rinnenkörper werden durch Stege 4 miteinander verbunden. Der längsseitige Randbereich 5 des Gitterwerks 1 ist annähernd rechtwinklig nach oben gebogen. Quer über die untere, offene Seite der Hohlkörper können Verstärkungsstreben 6 angebracht sein.

Das Gitterwerk 1 wird hier durch eine verformte Baustahlmatte gebildet; es kann jedoch auch aus anderen Werkstoffen z. B. Kunststoff bestehen. Die in den Figuren gezeichneten geradlinig verlaufenden Zwischenstege können zur Verbesserung der Stabilität auch als Bogen oder Höcker ausgeführt bzw. mit Sicken versehen sein.

Ein erfindungsgemäßer Verdrängungskörper wird hergestellt, indem auf eine ebene Gittermatte im gewünschten Abstand Folienstücke einer Schrumpffolie in Größe des Umfangs der Ausnehmung aufgelegt und befestigt werden. Die Befestigung erfolgt durch Schrumpfen unter Wärmeeinwirkung. Wenn gewährleistet ist, daß sich die Folie straff über das Gitterwerk spannt, ist es ausreichend, nur die Ränder der Folie in einer der angegebenen Weisen zu befestigen. Danach wird das Gitterwerk mitsamt der daraufliegenden Folie in die gewünschte Form gebracht. Anschließend können die Verstärkungsstreben z. B. aufgeschweißt werden.

Es hat sich gezeigt, daß es bei langgestreckten, schmalen Hohlkörpern, die auch an den Schmalseiten 7 geschlossen werden sollen, durchaus genügt, die Wandung an diesen Schmalseiten 7 nur aus Folie 2 ohne das verstärkende Gitterwerk 1 auszuführen. Ein derartiger Verdrängungskörper ist aus Fig. 3 ersichtlich. Dadurch kann, in einem zweiten Herstellungsverfahren das Gitterwerk 1 aus einer Baustahlmatte ohne weitere Schweiß- oder andere Verbindungsarbeit an den Begrenzungskanten der Schmalseiten nur durch z. B. Pressen oder Biegen hergestellt werden. Die Folie kann dann entweder als schlauchförmige Schrumpffolie kappenartig übergezogen oder aus einem flachen Folienstück gefaltet und unter Wärmeeinwirkung befestigt werden, wobei sich die Schnittkanten miteinander verschweißen.

Wenn die Ausnehmungen im Beton später ausgegossen werden sollen, kann es zweckmäßig sein, einen unter Normalbedingungen festen aber leicht zerstörbaren Folienwerkstoff zu verwenden, so daß im fertigen Betonteil keine Trennwand verbleibt. Für diese Zwecke bieten sich besonders brenn- bzw. schmelzbare Kunststoffolien an, die nach dem Vergießen der äußeren Schicht beispielsweise mit einer gewöhnlichen Lötlampe ausgebrannt werden können.

Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel des Verdrängungskörpers beschränkt. Es dürfte jedem Fachmann klar sein, daß z. B. die Umrißform der Hohlkörper beliebig variiert werden kann. Auch der folienfreie Fußbereich und die rechtwinklig nach oben gebogenen Randbereiche sind nicht unbedingt erforderlich.


Anspruch[de]
  1. 1. Verdrängungskörper zum Erzeugen von Ausnehmungen in Betonteilen, wobei die Umrißformen der Ausnehmungen durch die Wandungen von Hohlkörpern aus einem Gitterwerk und einer dieses auf der dem Beton zugewandten Seite überdeckenden, die Gitteröffnungen schließenden Kunststoffolie bestimmt sind, dadurch gekennzeichnet, daß zum gleichzeitigen Erzeugen mehrerer Ausnehmungen eine Mehrzahl von Hohlkörpern vorgesehen sind, die durch folienfreie Zwischenstücke (4) aus Gitterwerk miteinander verbunden sind, und daß die Kunststoffolie eine auf das Gitterwerk (1) aufgeschrumpfte Schrumpffolie (2) ist.
  2. 2. Verdrängungskörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Herstellen von Betonrippenteilen die Hohlkörper die Form parallel liegender Rinnen aufweisen, die durch folienfreie, stegförmige Zwischenstücke (4) miteinander verbunden sind.
  3. 3. Verdrängungskörper nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gitterwerk (1) aus einer verformten Baustahlmatte besteht.
  4. 4. Verdrängungskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Fußbereich (3) eines nach unten offenen Hohlkörpers frei von Kunststoffolie (2) ist.
  5. 5. Verdrängungskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Gitterwerk (1) annähernd rechtwinklig nach oben weisende, folienfreie Randbereiche (5) aufweist.
  6. 6. Verdrängungskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffolie (2) aus einem bei Bedarf leicht zerstörbaren, insbesondere brennbaren Werkstoff besteht.
  7. 7. Verdrängungskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei weitgehend geschlossenen Hohlkörpern mit stark unterschiedlichen Abmessungen der Wandungsabschnitte, insbesondere bei langen, schmalen Kastenprofilen, die Schmalseiten (7) mit kleiner Fläche nur aus Folie (2) ohne Gitterwerk (1) bestehen.






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