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Dokumentenidentifikation DE3313991C2 19.05.1993
Titel Vorrichtung zum Avivieren von Chemiefaserkabeln mit einer Pflatscheinrichtung
Anmelder Fleissner Maschinenfabrik AG, Rebstein, St. Gallen, CH
Vertreter Haischmann, H., Dr., Rechtsanw., 6072 Dreieich
DE-Anmeldedatum 18.04.1983
DE-Aktenzeichen 3313991
Offenlegungstag 18.10.1984
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.05.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1993
IPC-Hauptklasse D06B 1/14
IPC-Nebenklasse B05C 1/12   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Avivieren von Chemiefaserkabeln mit einer Pflatscheinrichtung, bestehend aus zwei in ein Bad eingetauchten, drehbar gelagerten Pflatschwalzen, die die Avivierflüssigkeit bei ihrer Umdrehung auf das an der jeweiligen Pflaschwalze anliegende Endlosgut überträgt, wobei die Pflatscheinrichtungen beiden Seiten des Endlosgutes zugeordnet sind.

Eine Vorrichtung dieser Art ist aus der DE-OS 21 01 756 bekannt. Zum beidseitigen Netzen der Kohlenstoffaserstränge sind dort die beiden Pflatscheinrichtungen lotrecht übereinander angeordnet und werden die Faserstränge über die jeweilige obere Fläche der Pflatschwalzen geführt. Der Vorteil von solchen Pflatscheinrichtungen ist zwar das Auftragen von exakt definierbaren Flüssigkeitsmengen auf das Endlosgut, jedoch ist bei dieser Vorrichtung die Einwirkung der Erdanziehung nicht berücksichtigt, so daß letztlich auch ein gleichmäßiger Auftrag keine gleichmäßige Netzung der Fasern bewirkt.

Es liegt deshalb der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu entwickeln, mit der jede Länge des Chemiefaserkabels gleichmäßig mit einer pro Längeneinheit stets gleichbleibenden, exakt definierten Menge an Avivierflüssigkeit durchdrungen werden kann auch deshalb, damit die ggf. später aufeinandergelegten Kabel, also das Kabelpaket gleichmäßig über den Querschnitt von der Avivierflüssigkeit genetzt ist.

Ausgehend von der Vorrichtung eingangs genannter Art besteht die Erfindung zur Lösung der gestellten Aufgabe darin, daß zur mäanderförmigen Umlenkung des Kabels zwei Umlenkwalzen derart angeordnet sind, daß das Kabel zwischen diesen genau lotrecht geführt ist und zwischen den Umlenkwalzen die zwei Pflatscheinrichtungen übereinander angeordnet und die Pflatschwalzen sowohl der dann linken als auch rechten Fläche des gestreckt geführten Kabels zugeordnet sind. Das beidseitige Netzen des Kabels mit einer jeweils definierten Flüssigkeitsmenge bei lotrechter Kabelführung hat den Vorteil, daß jetzt die Erdanziehung auf die Flüssigkeit bei der Durchdringung des Kabels keine nachteilige Wirkung mehr ausüben kann. Zwar ist der lotrechte Transport eines Endlosgutes beim Pflatschen durch das DE-GM 71 09 244 oder die DE 25 37 323 A1 bekannt, jedoch erfolgt dort der Auftrag nur einseitig. Der beidseitige Auftrag ist aber für die Avivierung von Chemiefaserkabel besonders wichtig, weil das Faserpaket aus mehreren übereinander gelegten Kabeln zum Kräuseln gleichmäßig und vollständig von der Flüssigkeit durchdrungen sein muß.

Mit Vorteil sind die Pflatschwalzen in einer Breite ausgebildet, daß mehrere Kabel nebeneinander zur gleichen Zeit an den Pflatschwalzen zur Anlage kommen können. Werden nunmehr diese Kabel nach der Umlenkung an der folgenden Umlenkwalze mittels einer dazu noch extra vorzusehenden Kabelzusammenführung übereinandergelegt, bedingt dieses eine gleichmäßige Verteilung der Avivage über den Querschnitt des jetzt dickeren Kabelpakets.

Die beiden Pflatschwalzen für die Vor- und Rückseite des Kabels sollten über einen gemeinsamen Antrieb miteinander verbunden sein und in Kabeltransportrichtung angetrieben umlaufen. Auf diese Weise ist ein gleichmäßiger Auftrag von Avivierflüssigkeit auf beide Seiten des Kabels gewährleistet. Zusätzlich ist es ein besonderer Vorteil der Vorrichtung nach der Erfindung, wenn die Antriebsgeschwindigkeit der Pflatschwalzen in Abhängigkeit der Kabelgeschwindigkeit geregelt ist. Dies ist insofern günstig, damit immer eine gleiche Auftragsmenge an Avivierflüssigkeit pro Längeneinheit gewährleistet ist gleichgültig mit welcher Geschwindigkeit die Chemiefaserkabel zur Pflatscheinrichtung laufen. Die Auftragsmenge an Avivierflüssigkeit ist also stets proportional der Kabelgeschwindigkeit und damit über eine definierte Länge immer gleich. Eine Änderung der Geschwindigkeit ist beispielsweise beim Anlaufen der Vorrichtung oder nach einem Unterbruch oder bei einer sonstigen betriebsbedingten Änderung der Produktionsgeschwindigkeit erforderlich. Die Durchführung dieser Bedingungen ist einfach dadurch möglich gemacht, indem die Geschwindigkeit des Kabels am vorgeordneten Aggregat in der Behandlungsstraße gemessen und dem zum Antrieb der Pflatschwalzen erforderlichen Gleichstrommotor weitergegeben wird. Zusätzlich kann dem Gleichstrommotor für den Antrieb der Pflatschwalzen eine positive oder negative Geschwindigkeit überlagert werden, so daß jedes Geschwindigkeitsverhältnis: Pflatschwalze zur Kabelgeschwindigkeit einstellbar ist.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Ansprüchen 2 und 7 zu entnehmen.

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung nach der Erfindung dargestellt. Es zeigt

Fig. 1 die Seitenansicht eines Ständers mit übereinander angeordneten Pflatscheinrichtungen und

Fig. 2 die Vorrichtung nach Fig. 1 in der Seitenansicht.

Mit 1 ist ein Ständer bezeichnet, an dem zwei ggf. angetriebene Umlenkwalzen 2 und 3 übereinanderliegend drehbar gelagert sind, und zwar derart, daß das mäanderförmige um sie laufende Kabel 4 exakt lotrecht geführt ist. Zwischen der unteren Umlenkwalze 2 und der oberen Umlenkwalze 3 sind auf beiden Seiten des Kabels je eine Pflatschrichtung 5 und 6 angeordnet. Diese besteht jeweils aus einer Wanne 7, in die die Pflatschwalze 8 eintaucht. Beim Umlaufen der Pflatschwalzen 8 in Richtung des Kabeltransportes gemäß dem Pfeil 9 wird von diesen an das exakt tangential an den Walzen entlang geführte Kabel Avivierflüssigkeit ggf. aufgrund ggf. einer Differenzgeschwindigkeit zwischen der Pflatschwalze 8 und dem Kabel 4 abgestreift. Da eine Pflatscheinrichtung sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite angeordnet ist, werden auf beiden Seiten des Kabels 4 gleiche Mengen an Avivierflüssigkeit an das Kabel 4 gleichmäßig über die Fläche abgestreift werden. Gemäß Fig. 2 sind über die Länge der Umlenkwalzen 2, 3 eine größere Anzahl von Kabeln 4 geführt. Die hier angedeuteten vier Kabel können im Anschluß daran insgesamt übereinandergelegt werden oder auch zu jeweils zwei Gesamtkabeln für zwei Kräuselvorrichtungen vorgesehen sein. Aus der Fig. 2 geht die fliegende Lagerung der Umlenkwalzen 2, 3 jedoch die beidseitig abgestützte Lagerung der Pflatschwalzen 8 hervor. Zu dieser Lagerung ist dann ein besonderer Tragrahmen 10 für die Pflatschwalzen 8 vorgesehen.

Die Umlenkwalzen 2, 3 sind angetrieben. Der Antrieb ist in der Zeichnung nicht dargestellt. Dagegen ist der Antrieb der beiden Pflatschwalzen 8 aus der Zeichnung ersichtlich. Es dient dazu der Gleichstrommotor 11, der über einen Kettenantrieb 12 sowohl mit der Pflatscheinrichtung 6 als auch mit der Pflatscheinrichtung 5 verbunden ist. Die aus der Zeichnung ersichtliche Antriebsrichtung erfolgt derart, daß eine gleiche Drehrichtung der Pflatschwalzen, nämlich in Richtung des Kabeltransports 9 gewährleistet ist. Der Grundantrieb des Gleichstrommotors 11 wird in Abhängigkeit der Kabeltansportgeschwindigkeit 9 an dem vorgeordneten Aggregat abgenommen und dem Antrieb 11 über die elektrische Leitung aufgegeben. Eine Differenzgeschwindigkeit kann an dem Motor selbst durch ein dort vorgesehenes Potentiometer überlagert werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Avivieren von Chemiefaserkabeln mit einer Pflatscheinrichtung, bestehend aus zwei in ein Bad eingetauchten, drehbar gelagerten Pflatschwalzen, die die Avivierflüssigkeit bei ihrer Umdrehung auf das an der jeweiligen Pflatschwalze anliegende Endlosgut überträgt, wobei die Pflatscheinrichtungen beiden Seiten des Endlosgutes zugeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß zur mäanderförmigen Umlenkung des Kabels (4) zwei Umlenkwalzen (2, 3) derart angeordnet sind, daß das Kabel (4) zwischen diesen genau lotrecht geführt ist und zwischen den Umlenkwalzen (2, 3) die zwei Pflatscheinrichtungen (5, 6) übereinander angeordnet und die Pflatschwalzen (8) sowohl der dann linken als auch rechten Fläche des gestreckt geführten Kabels (4) zugeordnet sind.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Pflatschwalzen (8) bzw. die Umlenkwalzen (2, 3) in einer Breite ausgebildet sind, daß mehrere Kabel (4) nebeneinander zur Anlage kommen können.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkwalzen (2, 3) angetrieben sind.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Pflatschwalzen (8) über einen gemeinsamen Antrieb (11) miteinander verbunden sind.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Pflatschwalzen (8) in Kabeltransportrichtung (9) angetrieben umlaufen.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsgeschwindigkeit der Pflatschwalzen (8) in Abhängigkeit der Kabelgeschwindigkeit geregelt ist.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkwalzen (2, 3) und die Pflatscheinrichtungen (5, 6) an einem Ständer (1) angeordnet sind.






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