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Dokumentenidentifikation DE3417288C2 19.05.1993
Titel Vorrichtung zum Aufbringen einer Flächenpressung auf fortschreitende Werkstücke
Anmelder Fa. Theodor Hymmen, 4800 Bielefeld, DE
Vertreter Stracke, A., Dipl.-Ing.; Loesenbeck, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 4800 Bielefeld
DE-Anmeldedatum 10.05.1984
DE-Aktenzeichen 3417288
Offenlegungstag 14.11.1985
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.05.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1993
IPC-Hauptklasse B27D 3/04

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Flächenpressung auf fortschreitende Werkstücke, wie Holzwerkstoffplatten o. dgl., bei der mindestens ein umlaufendes Preßband an das Werkstück von einem in eine Druckkammer einleitbaren Druckmittel anpreßbar und die Druckkammer durch einen Teil eines Trums des Preßbandes, an der dem Trum gegenüberliegenden Seite durch eine rechteckförmige Druckplatte und an den in bezug auf die Laufrichtung des Preßbandes Längs- und Querrändern der Druckplatte durch eine am Rand der Druckplatte vorgesehene, sich am Preßband abstützende Dichtung begrenzt ist.

Es ist eine Vorrichtung dieser Art bekannt (EP 00 26 396), bei der die die Dichtung an den Längs- und Querrändern der Druckplatte bildenden Dichtungsstreifen geradlinig verlaufen und an der Druckplatte eine rechteckförmig umlaufende Dichtung bilden.

Sofern man ein Schmiermittel auf das Preßband aufgibt, und zwar in Laufrichtung des Preßbandes gesehen, vor den rechteckförmig umlaufend an der Druckplatte befestigten Dichtungsstreifen, so wird der die Querdichtung bildende Dichtungsstreifen im Einlaufbereich intensiv mit dem Schmiermittel versorgt, während die Schmierung der Querdichtung im Auslaufbereich des Preßbandes schlechter ist. Die geraden Dichtungsstreifen, die als Längsdichtung vorgesehen sind, erhalten nur im Einlaufbereich des Preßbandes das Schmiermittel und laufen über den übrigen Teil ihrer Länge trocken.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so zu gestalten, daß eine möglichst gleichmäßige Versorgung der die Längsdichtung bildenden Dichtungsleisten über ihre gesamte Länge mit einem Schmiermittel gewährleistet ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.

Die Zuführung des Schmiermittels kann innerhalb der durch die Dichtungsleisten gebildeten Ausbuchtungen der Druckkammer oder aber außerhalb der Druckkammer im Bereich der Ausbuchtungsbegrenzungen erfolgen.

Die Dichtungsleisten können wellenförmig oder zickzackförmig ausgebildet sein oder eine andere geometrische Form aufweisen, durch die sichergestellt wird, daß das dem Preßband zugeführt Schmiermittel von dem Preßband in den Bereich der Dichtungsflächen der Dichtungsleisten transportiert und möglichst gleichmäßig über diese Dichtungsflächen verteilt wird. Hierdurch wird die Lebensdauer der Gleitdichtung wesentlich gesteigert.

Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen. Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Unteransicht eines Eckteiles einer rechteckigen Druckplatte von der Seite des Preßbandes aus gesehen,

Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1,

Fig. 3 eine Seitenansicht einer Vorrichtung mit oberem und unterem Preßband,

Fig. 4 eine von der Preßbandseite gesehene Ansicht der an der Druckplatte angeordneten, in einem Fassungsrahmen festgelegten umlaufenden Dichtung,

Fig. 5 und 6 Abwandlungsformen zu der in der Fig. 4 dargestellten Dichtung.

Die Vorrichtung 1 weist einen unteren Rahmen 2 und einen oberen Rahmen 3 auf, in die jeweils endlose Preßbänder 4 eingebaut sind. Die Preßbänder 4 umlaufen Umlenkrollen 5 und werden von diesen angetrieben. Sie sind mit einem Spalt zueinander angeordnet, der der Breite eines zu bearbeitenden Werkstückes 6 entspricht. Während die Preßbänder 4 mit ihren das Werkstück 6 berührenden Oberflächen eine waagerechte Bewegung ausführen, wird das Werkstück 6 in die Vorrichtung, und zwar in den Spalt, der zwischen den Oberflächen besteht, hineingezogen und dort von den Oberflächen der Preßbänder mit Druck beaufschlagt. Beim Durchlauf des Werkstückes 6 durch die Vorrichtung erfolgt somit seine Bearbeitung, so daß es als fertig bearbeitetes Werkstück den Spalt zwischen den Preßbändern 4 verläßt.

Im in der Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel werden auf die Ober- und Unterseite des Werkstückes 6 Folien 7 aufgepreßt, die von Vorratsrollen 8 abgezogen werden. Der Preßvorgang kann bei Raumtemperatur oder bei höheren Temperaturen erfolgen, die auf das Werkstück im Bearbeitungsbereich aufgebracht werden. Zur Erzeugung des gewünschten Druckes kann der obere Rahmen 3 insgesamt gegen den unteren Rahmen 2 gepreßt werden oder es kann nach einer Grobeinstellung des Abstandes zwischen dem oberen Rahmen 3 und dem unteren Rahmen 2 der erforderliche Druck mittels eines Luftdruckes ausgeübt werden, der in Druckkammern 9 aufgebaut wird, die jeweils an der Rückseite des Preßbandes 4 in bezug auf das Werkstück 6 angeordnet sind.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind für die Grobeinstellung Führungsschlitten 10 vorgesehen, die an dem unteren Rahmen 2 fest angeordnet sind und an denen der obere Rahmen 3 in senkrechter Richtung verschiebbar ist. Für die Verschiebung sind Hydraulikzylinder 11 vorgesehen. Die Druckkammern 9 werden an der dem Arbeitstrum des Preßbandes abgewandten Seite durch Druckplatten 12 begrenzt, die gegenüber den Rahmen 2 und 3 geführt sind und deren Bewegung durch Hydraulikzylinder 13 vorgenommen wird.

Die Druckplatte 12 weist an ihrer dem Preßband 4 zugewandten Seite eine umlaufende Nut 14 zur Befestigung einer Dichtung 15 auf. Im eingebauten Zustand liegt die Dichtung 15 an dem Preßband 4 an, welches im Betrieb an der Dichtung entlanggleitet. Die Druckkammer 9 wird somit von der Druckplatte 12, von dem Arbeitstrum des Preßbandes 4 und von der umlaufenden Dichtung 15 begrenzt. Über in der Druckplatte 12 vorgesehene Kanäle 16 wird das Druckmittel, z. B. Druckluft, der Druckkammer 9 und in dem dargestellten Ausführungsbeispiel nach der Fig. 2 über einen Zweigkanal 17 der Nut 14 zugeführt. Die leistenförmige Dichtung 15 wird in der Nut 14 durch eine als Rahmen ausgebildete Fassung gehalten, die ebenfalls eine umlaufende und zum Preßband 4 offene Nut aufweist, in die die im Querschnitt rechteckige Dichtung eingesteckt ist. Die Fassung 18 ist senkrecht zum Preßband innerhalb der Nut 14 verschiebbar angeordnet, während die Dichtung 15 innerhalb der Fassung festsitzt. Die Breite der Fassung 18 ist kleiner ausgeführt als die Breite der Nut 14, so daß zwischen der Nut und der Fassung ein Abstand 19 bestehenbleibt. Die Fassung 18 ist an einer gummielastischen Dichtung in Form einer Membran 20 befestigt, die mit ihren beiden längsseitigen Rändern an der Druckplatte gas- und flüssigkeitsdicht festgelegt ist.

Die elastische Membran 20 ist randseitig an der Druckplatte 12 mittels Schrauben 21 lösbar befestigt. Mittels der Schrauben 21 werden die Membranränder zwischen Halteleisten 22 und der Druckplatte 12 eingespannt.

Durch die Fassung 18 erstrecken sich Schrauben 23, die mit ihrem Gewindeschaft in einen Druckmittelschlauch 24 eingeschraubt sind, der an der der Fassung gegenüberliegenden Seite der Membran 20 angeordnet ist.

Bei dem Ausführungsbeispiel nach der Fig. 4 setzt sich die umlaufende Dichtung 15 aus den die Querdichtung bildenden Dichtungsleisten 25 und 26 sowie als den die Längsdichtung bildenden Dichtungsleisten 27 und 28 zusammen.

Die im Einlauf- und im Auslaufbereich des Preßbandes vorgesehenen Dichtungsleisten 25 und 26 sind geradlinig ausgeführt, während die Dichtungsleisten 27 und 28 wellenförmig ausgebildet sind. Durch diese wellenförmige Ausbildung der Dichtungsleisten 27, 28 erhält die Druckkammer im Bereich der Längsseiten Ausbuchtungen 29, die in dem dargestellten Ausführungsbeispiel über den gesamten Längenbereich der Dichtungsleisten 27, 28 vorgesehen sind.

Die Zuführung des Schmiermittels, z. B. Öl, erfolgt in der Nähe der durch die Dichtungsleisten 27, 28 gebildeten Ausbuchtungsbegrenzungen, und zwar innerhalb oder außerhalb der Druckkammer 9.

Es besteht die Möglichkeit, den von der Membran 20 begrenzten oberen Teil der Nut 14 mit Öl zu füllen und diese Ölfüllung mit Druckluft zu beaufschlagen. Die Schrauben 23 im Bereich der Druckkammer und/oder die Schrauben 30 außerhalb der Druckkammer werden mit Schmierdüsen 31 ausgerüstet, durch die dann das Schmiermittel dem Preßband 4 zugeführt wird, so daß das Preßband das Schmiermittel zur Dichtungsleiste transportiert. Die Schmierdüsen weisen an der der Druckkammer 9 zugewandten Seite eine Drosselbohrung auf, die von einer Bohrung größeren Durchmessers ausgeht, wobei die Bohrung in die Nut 14 einmündet.

Es besteht auch die Möglichkeit, der Druckluft, mit der in der Druckkammer 9 der erforderliche Druck aufgebaut wird, Ölpartikelchen zuzusetzen, so daß sich ein Ölnebel an den Dichtungsleisten und an dem Arbeitstrum des Preßbandes absetzen kann.

Während in dem Ausführungsbeispiel nach der Fig. 4 die Dichtungsleisten 27 und 28 im Grundriß wellenförmig ausgebildet sind, können diese Dichtungsleisten auch zickzackförmig gestaltet sein oder Raum formen aufweisen, die in den Fig. 5 und 6 aufgezeigt sind.

Bei der Ausführungsform nach der Fig. 5 sind die an den Längsrändern der Druckplatte angeordneten Dichtungsleisten 32 so gestaltet, daß die Ausbuchtungen 29 der Druckkammer im Bereich der Längsränder rechteckförmig begrenzt sind.

In der Fig. 6 sind Dichtungsleisten 33 aufgezeigt, durch die die Ausbuchtungen 29 der Druckkammer 9 kreissegmentförmig begrenzt sind.

Die Querprofilierungen der Dichtungsleisten 27, 28, 32, 33 erstrecken sich nahezu über die gesamte Breite der Fassung 18.

Während in den Zeichnungen Ausführungsbeispiele dargestellt sind, bei denen die die Querdichtung bildenden Dichtungsleisten 25, 26 geradlinig verlaufen, besteht auch die Möglichkeit, die Dichtungsleisten 25, 26 quer zu ihrer Längsrichtung, z. B. wellenförmig oder zickzackförmig, zu profilieren.

Der Dichtungsleiste 25 können außerhalb der Druckkammer 9 und der Dichtungsleiste 26 innerhalb der Druckkammer 9 vorgesehene Einrichtungen zum Zuführen eines Schmiermittels zugeordnet sein.

Bezugszeichen

1 Vorrichtung

2 unterer Rahmen

3 oberer Rahmen

4 Preßband

5 Umlenkrolle

6 Werkstück

7 Folie

8 Vorratsrolle

9 Druckkammer

10 Führungsschlitten

11 Hydraulikzylinder

12 Druckplatte

13 Hydraulikzylinder

14 Preßband

15 Dichtung

16 Kanal

17 Zweigkanal

18 Fassung

19 Abstand

20 Membran

21 Schraube

22 Halteleiste

23 Schraube

24 Druckmittelschlauch

25 querverlaufende Dichtungsleiste

26 querverlaufende Dichtungsleiste

27 längsverlaufende Dichtungsleiste

28 längsverlaufende Dichtungsleiste

29 Ausbuchtung

30 Schraube

31 Schmierdüse

32 längsverlaufende Dichtungsleiste

33 längsverlaufende Dichtungsleiste


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Aufbringen einer Flächenpressung auf fortschreitende Werkstücke, wie Holzwerkstoffplatten o. dgl., bei der mindestens ein umlaufendes Preßband an das Werkstück von einem in eine Druckkammer einleitbaren Druckmittel anpreßbar und die Druckkammer durch einen Teil eines Trums des Preßbandes, an der dem Trum gegenüberliegenden Seite durch eine rechteckförmige Druckplatte und an den in bezug auf die Laufrichtung des Preßbandes Längs- und Querrändern der Druckplatte durch eine am Rand der Druckplatte vorgesehene, sich am Preßband abstützende Dichtung begrenzt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die an den beiden Längsrändern der Druckplatte (12) vorgesehene Dichtungsleiste (27, 28; 32, 33) einen von der geraden Linie abweichenden periodischen Verlauf hat und Ausbuchtungen (29) der Druckkammer (9) begrenzt und ein Schmiermittel benachbart den Ausbuchtungsbegrenzungen zuführbar ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbuchtungen (29) der Druckkammer (9) über den gesamten Längenbereich der an den Längsrändern der Druckplatte (12) vorgesehenen Dichtungsleisten (27, 28, 32, 33) verteilt vorgesehen sind.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtungsleisten (27, 28) an den Längsrändern der Druckplatte (12) im Grundriß wellenförmig oder zickzackförmig ausgebildet sind.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtungsleisten (32, 33) an den Längsrändern der Druckplatte (12) Ausbuchtungen (29) der Druckkammer (9) begrenzen, die rechteckförmig oder kreissegmentförmig ausgebildet sind.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtungsleisten in einer einen Rahmen bildenden Fassung (18) angeordnet sind und der periodische Verlauf der Dichtungsleisten sich nahezu über die gesamte Breite der Fassung (18) erstrecken.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Fassung (18) an einer Membran (20) befestigt ist, deren Ränder flüssigkeits- und gasdicht an der Druckplatte (12) festgelegt sind, die Membran mit der Druckplatte einen Raum zur Aufnahme eines Druck- und Schmiermittels bildet und in der Fassung (18) mit dem Druck- und Schmiermittel beaufschlagte Schmierdüsen vorgesehen sind.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmierdüsen (31) in Befestigungsschrauben angeordnet sind, die die Fassung (18) an der Membran (20) festlegen.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Druckmittel zum Aufbau des Druckes in der Druckkammer (9) mit Ölpartikeln versetzte Druckluft verwendet wird.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die die Querdichtung bildenden Dichtungsleisten (25, 26) einen von der geraden Linie abweichenden periodischen Verlauf, vorzugsweise einen wellenförmigen oder zickzackförmigen Verlauf aufweisen.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtungsleiste (25) außerhalb der Druckkammer (9) und der Dichtungsleiste (26) innerhalb der Druckkammer (9) vorgesehene Einrichtungen zum Zuführen eines Schmiermittels zugeordnet sind.






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