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Dokumentenidentifikation DE3440264C2 19.05.1993
Titel Aufziehbares Uhrwerk für ein Metronom
Anmelder Rudolf Wittner GmbH u. Co, 7972 Isny, DE
Erfinder Härle, Fritz, 7972 Isny, DE
Vertreter Stellrecht, W., Dipl.-Ing. M.Sc.; Grießbach, D., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Haecker, W., Dipl.-Phys.; Böhme, U., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 7000 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 03.11.1984
DE-Aktenzeichen 3440264
Offenlegungstag 15.05.1986
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.05.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1993
IPC-Hauptklasse G04F 5/02
IPC-Nebenklasse G04B 11/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein aufziehbares Uhrwerk für ein Metronom nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Ein solches Uhrwerk ist aus DE-30 45 534 C2 bekannt.

Dabei umfaßt das Gesperre des bekannten Uhrwerks eine einseitig am Gestell befestigte, die Aufzugswelle umgebende und auf dieser schleifende Schraubenfeder, die durch Reibschluß die Aufzugswelle an einer unerwünschten Rückverdrehung hindert. Solche Gesperre sind in der Herstellung teuer, erfordern einen beträchtlichen Montageaufwand und haben nur eine begrenzte Lebenszeit. Die bekannten Gesperre sind ferner insbesondere für einen automatischen Einbau in das Metronom-Uhrwerk ungeeignet.

Es ist Aufgabe der Erfindung, ein gattungsgemäßes Uhrwerk so auszubilden, daß sein Gesperre einfach herstellbar und leicht - insbesondere automatisch - montierbar ist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 stehenden Merkmale gelöst.

Aus dem "Lexikon der Uhrentechnik" Verlag Wilhelm Kempter KG, Ulm, 1974 sind Gesperre für Uhren bekannt, bei denen federnde Sperrklinken in ein Sperrad eingreifen, wobei die Sperrklinke auch als Innenklinke ausgebildet und in Zähne am Innenumfang eines Sperrades eingreifen kann. Die Sperrklinke ist jedoch separat von der Aufzugswelle an einem Gestellteil des Uhrwerks angeordnet und nicht an einem Teil, das koaxial zum Sperrad gemeinsam mit diesem auf einer Aufzugswelle des Uhrwerkes angeordnet ist. Infolgedessen kann das Gesperre nicht in einfacher Weise vormontiert und in das Uhrwerk eingebaut werden.

Die nachstehende Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dient im Zusammenhang mit beiliegender Zeichnung der weiteren Erläuterung. Es zeigen:

Fig. 1 eine Schnittansicht eines (halbfertigen) Metronom-Uhrwerks mit Gesperre;

Fig. 2 eine Ansicht einer Rastscheibe;

Fig. 3 eine Schnittansicht der Rastscheibe entlang der Linie 3-3 in Fig. 3;

Fig. 4 eine Ansicht einer Federscheibe und

Fig. 5 eine Schnittansicht der Federscheibe entlang der Linie 5-5 in Fig. 4.

Die Fig. 1 zeigt ein halbfertiges, aufziehbares Uhrwerk für ein Metronom mit einem Uhrwerksgestell 1, in dem eine Aufzugswelle 2 mit Griffknopf 3 drehbar gelagert ist. Eine koaxial zur Welle 2 liegende Spiralfeder 4 ist mit ihrem innenliegenden Ende 5 über eine Nabe 6 fest mit der Aufzugswelle 2 verbunden. Das außenliegende Ende 7 ist an der Innenwand 8 eines zweiteiligen Gehäuses 9 festgelegt, welches eine Außenverzahnung 11 trägt und auf der Aufzugswelle 2 drehbar ist. Die Außenverzahnung 11 kämmt (in nicht dargestellter u. üblicher Weise) mit weiteren Zahnrädern des Uhrwerks, die von der Feder 4 und der Außenverzahnung 11 angetrieben werden.

Beim Aufziehen des Uhrwerks wird die Aufzugswelle 2 über den Griffknopf 3 (bei feststehendem Gehäuse 9) verdreht, wodurch sich die Spiralfeder 4 spannt und Antriebskraft für das Uhrwerk speichert. Beim Entspannen der Feder dreht sich (bei feststehender Aufzugswelle 2) das Gehäuse 9 entgegen der Aufzugsrichtung und treibt das Uhrwerk über die Außenverzahnung 11 in an sich bekannter Weise an.

Um beim Aufziehen des Uhrwerks, d. h. beim Verdrehen der Aufzugswelle 2, diese Welle und damit die Feder 4 an einem Rücklauf zu hindern, ist ein Gesperre 12 vorgesehen. Dieses Gesperre gestattet eine Verdrehung der Aufzugswelle 2 in Aufziehrichtung, hindert jedoch eine Verdrehung der Welle in entgegengesetzter Richtung, so daß insbesondere während des Laufes des Uhrwerks die Aufzugswelle stillsteht und als Achse für das Gehäuse 9 dient.

Das Gesperre 12 umfaßt zwei Teile 13, 14, deren Aufbau im einzelnen noch beschrieben wird. Das als Rastscheibe ausgebildete Teil 13 ist drehfest mit der Aufzugswelle 2 verbunden, das als Federscheibe ausgebildete Teil 14 ist durch einen Zapfen 15 unverdrehbar am Gestell 1 festgelegt. Beim Verdrehen der Aufzugswelle 2 dreht sich das Teil 13 relativ zum ortsfesten Teil 14. Ein Rücklauf der Welle 2 ist durch eine besondere, noch zu beschreibende Ausbildung der Teile 13, 14 als Rast- bzw. Federscheibe verhindert.

Die Fig. 2 und 3 zeigen das als Rastscheibe dienende Teil 13 in Draufsicht und Schnittansicht. Die Rastscheibe 13 hat die Gestalt eines napfartigen Gehäuses mit Boden 16 und äußerer Umfangswand 17. Mittels einer zentralen Nabe 18, deren aus Fig. 2 ersichtliche Innenquerschnittsform von der Kreisform abweicht, wird die Rastscheibe 13 auf die entsprechend abgeflachte Aufzugswelle 2 drehfest aufgesteckt. Die koaxial zur Nabe 18 verlaufende, in sich geschlossene Umfangswand 17 der Rastscheibe 13 weist an ihrer Innenseite als Anschläge dienende, einwärts gerichtete Zähne 19 auf.

In die gehäuseartige Rastscheibe 13 wird die Federscheibe 14 koaxial eingesetzt, die in Fig. 4 und 5 in Drauf- bzw. Schnittansicht dargestellt ist. Von einem scheibenartigen Boden 21 der Federscheibe 14, der auch den bereits im Zusammenhang mit Fig. 1 erwähnten Feststellzapfen 15 trägt, stehen freitragend zwei Federzungen 22, 23 ab, die mit ihrem vorderen, freien Ende radial elastisch nachgeben können. Die Aufzugswelle 2 Bodens 21 beim Aufziehen des Uhrwerks frei drehen.

Wie sich aus der strichpunktierten Darstellung in Fig 2 ergibt, liegt das freie Ende jeder der Federn 22 an der von den Zähnen 19 gebildeten Innenverzahnung der Spannscheibe 13 an. Wird die mit der Aufzugswelle 2 festverbundene Spannscheibe 13 in Aufzugsrichtung, d. h. in Richtung des Pfeiles A in Fig. 2 verdreht, so gleiten die freien Enden 25 der Federzungen 22, 23 frei über die Zähne hinweg. Eine Verdrehung der Spannscheibe 13 entgegen der Richtung des Pfeiles A, d. h. in Rücklaufrichtung der Aufzugswelle 2 und der Spiralfeder 4 ist jedoch dadurch verhindert, daß die freien Enden 25 der Federzungen 22, 23 dann hinter die entsprechenden Flanken der Zähne 19 einschnappen und diesen Rücklauf sperren.

Rast- und Federscheibe 13 bzw. 14 werden jeweils einstückig aus Kunststoff gefertigt. Grundsätzlich genügt als Anschlag ein einziger Zahn 19 an der Rastscheibe 13 und eine einzige Federzunge 22 an der Federscheibe 14. Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden jedoch mehrere, fortlaufend aneinanderschließende Zähne gemäß Fig. 2 sowie zwei Federzungen 22, 23 gemäß Fig. 4 verwendet.

Bei der dargestellten Ausführungsform ist die Spannscheibe 13 drehfest mit der Aufzugswelle 2 verbunden, während die Federscheibe 14 über den Zapfen 15 am Gestell 1 festgelegt ist. Die Bauweise könnte auch umgekehrt vorgenommen werden, wobei die Spannscheibe 13 gestellfest ausgebildet und die Federscheibe 14 drehschlüssig mit der Aufzugswelle 2 verbunden werden.

Die Federscheibe 14 und die Rastscheibe 13, welche die Federscheibe 14 gehäuseartig überdeckt, sind drehbar miteinander verbunden, und zwar über eine Verrastung, welche von einer ringförmigen Nase 27 an der freien Stirnseite der Umfangswand 17 und einer entsprechenden Stufe 28 an der Federscheibe 14 (Fig. 1, 3 und 5) gebildet wird. Die Stufe 28 kann hinter die Nase 27 eingerastet werden, wodurch die beiden Teile 13, 14 drehbar miteinander verbunden sind. Der eigentliche Gesperrmechanismus, nämlich die Federzungen 22, 23 und die Zähne 19 sind hierdurch gegen Umwelteinflüsse vollkommen abgeschirmt.

Wie prinzipiell aus Fig. 2 ersichtlich, sind die eigentlichen Sperr- oder Raststellungen des beschriebenen Gesperres nur dort gegeben, wo die Kante des freien Endes 25 der Federzungen 22, 23 unmittelbar hinter die entsprechenden Flanken der Zähne 19 einschnappen. Wird der Aufziehvorgang zwischen diesen Positionen, also zwischen den Flanken der Zähne 19 unterbrochen, so kann sich das Gesperre unter der Einwirkung der von der Spiralfeder 4 ausgehenden Kraft wieder so weit zurückdrehen, bis das freie Ende 25 der Federzunge an der zugewandten Flanke des nächsten Zahnes 19 anschlägt. Dieser geringfügige, auf einen bestimmten Winkelweg begrenzte Rücklauf ist erwünscht, da hierdurch ein Blockaufzug der Spiralfeder 4, d. h. ein gegenseitiges Anliegen der einzelnen Federwindungen verhindert ist. Dieser erwünschte Rücklauf ist umso größer, je größer der Abstand der erwähnten, als Anschläge für die Federzungen wirkenden Zahnflanken ist. Durch entsprechende Auswahl der Anzahl und Ausbildung der Zähne kann dieser erwünschte Rücklauf passend eingestellt werden.

Die Hauptvorteile der Erfindung liegen im folgenden: Das Gesperre läßt sich, da die beiden Teile 13, 14 einstückig aus Kunststoff geformt werden können, einfach und rasch montieren, wobei auch eine automatische Fertigung durchführbar ist. Das Gesperre ist bei Herstellung aus passendem Kunststoff praktisch verschleißfrei und hat somit eine erheblich längere Lebensdauer als bekannte Gesperre mit Reibungs-Schraubenfeder. Die Montage kann im übrigen, wiederum im Gegensatz zu dem bekannten Schraubenfeder-Gesperre ohne besonderes Werkzeug erfolgen. Durch entsprechende Zahnungsteilung kann, wie bereits gesagt, die Spiralfeder 4 von einem Blockaufzug entlastet werden. Die gehäuseartige Abdeckung des Gesperres läßt einen unfachmännischen Eingriff nicht zu. Die elastischen Federzungen 22, 23 können leichtgängig gehalten werden, weil sie bei Belastung durch die gehäuseartige Spannscheibe mit Bezug auf radialen Druck abgefangen werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Aufziehbares Uhrwerk für ein Metronom mit einem Uhrwerksgestell, einer im Gestell drehbar gelagerten Aufzugswelle, einer mit der Welle verbundenen Spiralfeder, einem die Feder umschließenden Gehäuse und mit einem Gesperre, welches die Aufzugswelle und Feder während des Aufziehens gegen Rücklauf sperrt, dadurch gekennzeichnet,

    daß das Gesperre (12) zwei koaxial zueinander angeordnete Teile aus Kunststoff, nämlich eine Rastscheibe (13) und eine Federscheibe (14) umfaßt;

    daß einer dieser Teile (13, 14) durch einen abstehenden Zapfen (15) am Gestell (1) festgelegt und der anders durch eine einstückig angeformte Nabe (18) drehfest mit der Aufzugswelle (2) verbunden ist;

    daß die Rastscheibe (13) eine koaxiale, in sich geschlossene Umfangswand aufweist, und an dieser Umfangswand als Anschläge wenigstens zwei einwärts gerichtete Zähne (19) vorgesehen sind;

    daß die koaxial zur Rastscheibe (13) angeordnete Federscheibe (14) wenigstens eine ebenfalls einstückig angeformte, federnde Zunge (22, 23) trägt, die in der einen Drehrichtung der Aufzugswelle elastisch am Anschlag vorbeigleitet, in der entgegengesetzten Drehrichtung dagegen an einem der Anschläge anliegt und den Rücklauf von Aufzugswelle (2) und Feder (4) sperrt; und

    daß die mit der Umfangswand (14) versehene Rastscheibe (13) die Federscheibe (14) gehäuseartig überdeckt.
  2. 2. Uhrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mehr als zwei Zähne (19) vorgesehen sind und diese Zähne einen in sich geschlossenen Innenzahnkranz bilden.
  3. 3. Uhrwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Federscheibe (14) zwei freitragende, in Umfangsrichtung gekrümmte Federzungen (22, 23) aufweist.
  4. 4. Uhrwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Rastscheibe (13) und Federscheibe (14) durch Rastmittel (27, 28) drehbar miteinander verbunden sind.






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