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Dokumentenidentifikation DE3542990C2 19.05.1993
Titel Schlauchfördergut aus Gummi oder gummiähnlichen Kunststoffen
Anmelder Continental Aktiengesellschaft, 3000 Hannover, DE
Erfinder Rickert, Klaus, 3410 Northeim, DE
DE-Anmeldedatum 05.12.1985
DE-Aktenzeichen 3542990
Offenlegungstag 11.06.1987
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.05.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1993
IPC-Hauptklasse B65G 15/08

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Schlauchfördergurt aus Gummi oder gummiähnlichen Kunststoffen mit ausschließlich in seinen Randbereichen in Längsrichtung durchlaufenden, fadenförmigen Festigkeitsträgern und mit mindestens einer in Querrichtung über die Gurtbreite verlaufenden Verstärkungseinlage, die die Festigkeitsträger nicht berührt und außerhalb der horizontalen Gurtmitte eingebettet ist.

Schlauchfördergurte sind in Schüttgutförderanlagen endlos umlaufende spezielle Fördergurte, die wechselweise von einem flachen oder muldenförmigen Abschnitt zu einem im Querschnitt kreisförmigen, geschlossenen Schlauch mit in dem Überlappungsbereich fest aufeinanderliegenden Randkanten geformt werden. Die einen geschlossenen Schlauch darstellenden Gurtabschnitte werden jeweils über den gesamten Umfang von Mehrfach-Tragrollengirlanden umfaßt und geführt. Es gelingt damit, den ständig einer hohen Zugkraft unterliegenden und mit Transportgut in wechselnder Schütthöhe beaufschlagten Schlauchfördergurt unter Wahrung eines ausreichenden Bewegungsspielraumes in der Gurtführung im Schließzustand als Hohlkörper statisch wie auch dynamisch gegen unerwünschte Formänderung zu stabilisieren und die Gefahr von Relativbewegungen der aufeinanderliegenden Randkanten vor allem in Krümmungsbereichen der Förderstrecke auszuschließen. Das wechselweise Umformen des Fördergurtes von der Schlauchform in die flache Form und umgekehrt wird im wesentlichen durch die mechanischen Führungsmittel, wie z. B. Rollenanordnungen und Tragrollengirlanden, erzwungen.

Aus der DE 33 19 862 A1 ist ein die Gattung bildender Fördergurt bekannt, der als an seinen Rändern aufgehängter, oben offener, im Querschnitt gesehen trogförmiger Schlauch geführt wird. Die Zugkraft wird über die Aufhängung in den Gurträndern eingeleitet. Daher weist der Fördergurt in den Randbereichen eingebettete Verstärkungseinlagen auf, die berührungsfrei parallel zueinander in Bandlängsrichtung verlaufen. Eine geschlossene Schlauchform dieses Fördergurtes ist nicht vorhanden. Die im Gurtquerschnitt eingebetteten Verstärkungseinlagen liegen in zwei Lagen symmetrisch zur horizontalen Gurtmitte und reichen bis kurz vor die Verstärkungseinlagen in den Randbereichen. Der Fördergurt ist in beiden Richtungen muldbar.

Aus der DE-AS 12 29 449 ist ein Schlauchfördergurt bekannt, bei dem das wechselweise Umformen des Fördergurtes von der flachen Form in die Schlauchform und umgekehrt durch verjüngte Randzonen und besonders durch die Anordnung von Stahllitzen nur in der mittleren Zone erleichtert werden soll.

Aus der DE-AS 19 18 292 ist ein hitzebeständiger Fördergurt bekannt, der zum Bilden einer Mulde geeignet ist. In Querrichtung des Fördergurtes erstrecken sich Verstärkungselemente zur Querverstärkung des Fördergurtes. In den seitlichen Bereichen des Fördergurtes sind Stahlseile in Längsrichtung eingebettet.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schlauchfördergurt der eingangs geschilderten Art derart auszugestalten, daß der Wechsel vom flach oder gemuldet geführten offenen Zustand zu der geschlossenen Schlauchkörperform schonend und ohne die Notwendigkeit starker mechanischer Einwirkungen durchgeführt und darüber hinaus die Formbeständigkeit des geschlossenen Schlauchfördergurtes unabhängig vom Bewegungszustand mit geringen Mitteln gesichert werden kann.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Verstärkungseinlage ein vom Schrumpfverhalten des elastomeren Gurtwerkstoffes unterschiedliches Schrumpfverhalten aufweist, das aufgrund der Temperatureinflüsse beim Vulkanisieren über den Gurtquerschnitt wirkende Schrumpfkräfte erzeugt, die das konkave Aufkrümmen der Gurtränder und das Einrollen zur geschlossenen Schlauchform mit sich überlappenden Rändern begünstigen.

Die unterschiedliche Schrumpffähigkeit von Verstärkungseinlage und elastomerem Gurtwerkstoff führt nach der Vulkanisation zu im Gurt auftretenden Schrumpfkräften, die im Gurtkörper Spannungen wirksam werden lassen. Da die Spannungen sich stets auszugleichen suchen, erzeugen sie aufgrund ihrer außermittigen Einflußsphäre innerhalb des Gurtquerschnittes ein Moment, das das konkave Aufkrümmen der Gurtränder und das Einrollen zur Schlauchform begünstigt. Man hat es dabei je nach Anordnung der Quereinlagen in der Hand, diese in ihrem Schrumpfverhalten auf den elastomeren Gurtwerkstoff oder im Falle paariger Anordnung aufeinander so abzustimmen, daß sich der gewünschte Einrolleffekt mit Sicherheit einstellt.

Es ist ohne Schwierigkeiten möglich, den Schlauchfördergurt in den waagerechten Abschnitten der Förderstrecke und auch auf den Umlenk- und Antriebstrommeln entgegen dieser latenten Krümmungsneigung flachgestreckt zu führen. In den Übergangsbereichen hin zu den geschlossenen Schlauchabschnitten wirkt sich das gleichmäßig über die gesamte Gurtlänge vorhandene Spannungsfeld in einem beschleunigten, glatten Einrollen der Schlauchfördergurte zu geschlossenen Schläuchen aus, so daß die mechanischen Führungsmittel gerade in den kritischen Verformungszonen eine deutliche Unterstützung erfahren, was sich andererseits wieder in einer schonenden Behandlung der Gurte selbst auswirkt. Ebenso bleibt auch die einmal angenommene Schlauchform mit geringerem mechanischem Aufwand besser erhalten.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen 2 bis 5 gekennzeichnet.

Zum Verdeutlichen der Erfindung sind drei Ausführungsformen in der Zeichnung schematisch dargestellt. Die Zeichnung zeigt gleichartige Querschnitte durch Teilstücke neuartiger Schlauchfördergurte, und zwar in

Fig. 1 mit einer Querverstärkungseinlage unterhalb der horizontalen Querschnittsmitte,

Fig. 2 mit einer Querverstärkungseinlage oberhalb der horizontalen Querschnittsmitte und

Fig. 3 mit zwei Querverstärkungseinlagen beiderseits der horizontalen Querschnittsmitte.

Der in Fig. 1 gezeigte Schlauchfördergurt 1 ist in seiner flachen Querschnittsgestalt aus einem synthetischen Kautschuk mit ausschließlich in seinen Randbereichen ohne gegenseitige Berührung in Längsrichtung durchlaufenden eingebetteten Stahldrahtseilen 2 hergestellt. In einer der unteren Laufseite, in der Fig. 1 die untenliegende Oberfläche des Schlauchfördergurtes, angenäherten Horizontalebene unterhalb der Drahtseile 2 ist eine über die ganze Gurtbreite durchlaufende zusätzliche Verstärkungseinlage 6 eingebettet. Diese Verstärkungseinlage 6 kann wahlweise entweder aus unverwebten Cordfäden oder aus einem Gewebe oder ähnlichem Fadenverband bestehen, wobei die Einzelfäden wie auch die Fadensysteme unter einem Winkel von 90° oder nur wenig davon abweichend gegen die Gurtlängskanten ausgerichtet sind.

In der Ausführungsform gemäß Fig. 1 ist die Verstärkungseinlage 6 deutlich unterhalb der mittleren, horizontalen Symmetrieebene des Gurtquerschnittes und unterhalb der Festigkeitsträger 2 in den Gurtkörper eingebettet. In ihrer Zusammensetzung und ihrem Aufbau ist sie dabei so eingestellt, daß sie nach Abschluß der Vulkanisation nicht oder nur in vernachlässigbarem Ausmaß schrumpft, so daß die in dem Gummi der Tragseite, in der Fig. 1 die obenliegende Oberfläche, wirksam werdenden Schrumpfkräfte nach dem Abkühlen die beabsichtigte Neigung zum Einrollen der Randkanten im Sinne der Pfeile hervorrufen.

Ein ähnlich asymmetrischer Querschnittsbau ergibt sich für die Ausführungsform gemäß Fig. 2 durch Einbetten der Verstärkungseinlage 6 oberhalb der horizontalen Querschnittsmitte. In diesem Falle sind die Einlagen aber auf ein gegenüber dem Gummi der Laufseite (der unteren Oberfläche) stärkeres Schrumpfen ausgelegt.

Die in Fig. 3 gezeichnete weitere Variante der Erfindung vereinigt die in den Fig. 1 und 2 angedeuteten beiden Möglichkeiten in einer Kombination, wobei die der Tragseite benachbarte Einlage im Vergleich zu der der Laufseite benachbarten Einlage das größte Schrumpfmaß aufweist.


Anspruch[de]
  1. 1. Schlauchfördergut aus Gummi oder gummiähnlichen Kunststoffen mit ausschließlich in seinen Randbereichen in Längsrichtung durchlaufenden, fadenförmigen Festigkeitsträgern (2) und mit mindestens einer in Querrichtung über die Gurtbreite verlaufenden Verstärkungseinlage (6), die die Festigkeitsträger (2) nicht berührt und außerhalb der horizontalen Gurtmitte eingebettet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungseinlage (6) ein vom Schrumpfverhalten des elastomeren Gurtwerkstoffes unterschiedliches Schrumpfverhalten aufweist, das aufgrund der Temperatureinflüsse beim Vulkanisieren über den Gurtquerschnitt wirkende Schrumpfkräfte erzeugt, die das konkave Aufkrümmen der Gurtränder und das Einrollen zur geschlossenen Schlauchform mit sich überlappenden Rändern begünstigen.
  2. 2. Fördergurt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verstärkungseinlage (6) in einer zwischen der horizontalen Gurtmitte und der Gurttragseite gelegenen Ebene angeordnet ist.
  3. 3. Fördergurt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beidseits der horizontalen Gurtmitte je eine Verstärkungseinlage (6) angeordnet ist.
  4. 4. Fördergurt nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungseinlage (6) von Gurtkante zu Gurtkante des Fördergurtes verläuft.
  5. 5. Schlauchfördergurt nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Festigkeitsträger (2) örtlich zwischen den Verstärkungseinlagen (6) angeordnet sind.






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