PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3700990C2 19.05.1993
Titel Kantenhobel
Anmelder Ernst Dünnemann GmbH & Co KG, 2841 Wagenfeld, DE
Vertreter Eisenführ, G., Dipl.-Ing.; Speiser, D., Dipl.-Ing.; Rabus, W., Dr.-Ing.; Brügge, J., Dipl.-Ing.; Klinghardt, J., Dipl.-Ing.; Heun, T., Dipl.-Ing.Univ., Pat.-Anwälte, 2800 Bremen
DE-Anmeldedatum 15.01.1987
DE-Aktenzeichen 3700990
Offenlegungstag 28.07.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.05.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1993
IPC-Hauptklasse B27G 17/02

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Kantenhobel zum Abschneiden von Umleimern oder dergleichen, bestehend aus einem Griffkörper mit glatter Hobelsohle und einem Hobelmesser in der Schnittebene sowie aus im Winkel von 90° zueinander angeordneten Führungsanschlagflächen zur Führung des Griffkörpers und des Hobelmessers gegenüber der Grundfläche und der Kantenfläche eines zu bearbeitenden Werkstückes in bestimmtem Abstand und Winkel.

Es ist bereits ein Kantenhobel der Anmelderin dieser Art bekannt (DE-GM 18 45 597), der in seiner Grundausstattung mittels seiner glatten Hobelsohle über die Grundfläche eines zu bearbeitenden Werkstückes, zum Beispiel einer mit einem Umleimer versehenen Platte geführt wird und die Umleimerkante genau in der Ebene der Grundfläche abschneidet. An diese Grundausstattung können Zusatzbacken mit verschiedenen Winkeln angeschraubt werden, um auch das Abschneiden des Umleimers unter einem von 0° abweichenden Winkel, zum Beispiel 45°, vornehmen zu können. Mit einem solchen Satz Zusatzbacken kann ein Abschneiden jedoch nur in einem festen Winkel erfolgen, so daß zur Darstellung verschiedener Abschneidewinkel jeweils verschiedene Zusatzbacken angeschraubt werden müssen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kantenhobel der eingangs genannten Art derart zu verbessern, daß ein Abschneiden von Umleimern oder dergleichen unter praktisch beliebigen Winkeln genau erfolgen kann, ohne daß hierzu Zusatzteile entsprechend dem gewünschten Winkel montiert oder ausgewechselt werden müssen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Kantenhobel der eingangs genannten Art gelöst, der dadurch gekennzeichnet ist, daß die Führungsanschlagflächen an einer gemeinsamen Führungsschiene angeordnet und an dem Griffkörper um eine in der Nähe der Schnittebene in Schnittrichtung verlaufende Schwenkachse gemeinsam schwenkbar gelagert sind.

Bei diesem erfindungsgemäßen Kantenhobel ist es möglich, durch einfache Verstellung der Führungsschiene und den zugeordneten Führungsanschlagflächen praktisch jeden beliebigen Winkel zwischen der Grundfläche des zu bearbeitenden Werkstückes und der Schnittebene einzustellen, vorzugsweise ist der Winkel im Bereich von 0° und etwa 60° verstellbar.

Um einen genauen Schnitt über den gesamten Winkelbereich zu ermöglichen, ist die Schwenklagerung der Führungsschiene vorzugsweise derart ausgebildet, daß die Schnittlinie zwischen den Führungsanschlagflächen bei einem Winkel von 0° durch die Schnittebene und bei einem davon abweichenden Winkel jedoch geringfügig oberhalb der Schnittebene verläuft.

Eine vorteilhafte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenklagerung der Führungsschiene in der Form von zwei zu beiden Seiten des Hobelmessers in Lagerbohrungen des Griffkörpers gelagerten Ringsegmenten besteht, an denen die Führungsanschlagflächen befestigt sind. Eine solche Lagerung hat den Vorteil, daß der Bereich im Griffkörper, in dem die Hobelspäne anfallen, frei von Lagerteilen bleibt, so daß eine entsprechende Aussparung zum Herausführen der Hobelspäne vorgesehen werden kann. Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform enthält Klemmlaschen zum Festklemmen der Ringsegmente in den Lagerbohrungen, welche Klemmlaschen durch Befestigungsschrauben lösbar befestigt sind. Durch einfaches Lösen der Befestigungsschrauben kann der erfindungsgemäße Kantenhobel dann auf jeden beliebigen Winkel eingestellt und in dieser Stellung fixiert werden. Die Klemmlaschen weisen vorzugsweise eine in Richtung auf die Schwenkachse gerichtete Umbördelung auf, und die Ringsegmente der Führungsschiene sind zwischen der Umfangsfläche der Lagerbohrungen und dieser Umbördelung geführt.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht des Kantenhobels in der Winkelstellung 0°;

Fig. 2 einen Schnitt durch den Kantenhobel nach Fig. 1 entlang der Schnittlinie II-II;

Fig. 3 eine Ansicht von unten unter den Kantenhobel nach Fig. 1;

Fig. 4 eine Seitenansicht eines an einem Werkstück angesetzten Kantenhobels in der Winkelstellung 45°;

Fig. 5 eine schematische Darstellung des an einem Werkstück angesetzten Kantenhobels in der Stellung 0°;

Fig. 6 eine schematische Darstellung des an einem Werkstück angesetzten Kantenhobels in der Stellung 45°; und

Fig. 7 eine vergrößerte Teilansicht einer weiteren Ausführungsform.

Der in den Fig. 1 bis 3 in der Grundstellung 0° dargestellte Kantenhobel besteht aus einem Griffkörper 1, der zweckmäßigerweise im Aluminiumguß hergestellt und mit einer plangeschliffenen Hobelsohle 11 versehen ist. In dieser Hobelsohle 11 ist mittels Schrauben 14 ein Hobelmesser 4 befestigt, das zweckmäßigerweise beidseitig mit Schneiden versehen ist, um den Kantenhobel von zwei Seiten aus zum Abschneiden ansetzen zu können. Die Schnittebene fällt genau mit der Hobelsohle 11 und den Schneidkanten des Hobelmessers 4 zusammen. Die Befestigung des Hobelmessers 4 erfolgt in einem Langloch 17 im Griffkörper 1 mittels einer in einer Nut 18 des Griffkörpers 1 verschiebbar gelagerten Halteplatte 13, die mit Gewinde zur Aufnahme von Schrauben 14 versehen ist.

Um den beim Abschneiden eines Umleimers 7 oder dergleichen entstehenden Hobelspan aus der Schnittebene abführen zu können, ist ein in Schnittrichtung verlaufender Spankanal 12 vorgesehen.

Der Griffkörper 1 ist zu beiden Seiten des Hobelmessers 4 an seinen Seitenflächen mit je einer Lagerbohrung 15 versehen, in denen je ein Ringsegment 23 einer Führungsschiene 2 gelagert ist. Diese Ringsegmente 23 sind über einen Bügel 24 miteinander verbunden, und dieser Bügel 24 bildet gleichzeitig eine erste Führungsanschlagfläche 21. An den Seitenflächen des Griffkörpers 1 sind Ausnehmungen 16 vorgesehen, in die die Seitenarme des Bügels 24 in der Grundstellung hineingeklappt werden können, ohne über die Hobelsohle 11 vorzustehen. Am anderen Ende der Ringsegmente 23 ist eine Verbindungsplatte mit einer zweiten Führungsanschlagfläche 22 befestigt. Diese beiden Führungsanschlagflächen 21 und 22 schließen einen Winkel von 90° ein und dienen zur Führung des Kantenhobels auf einer Grundfläche eines zu bearbeitenden Werkstückes 5 in Form einer Platte mit einem abzuschneidenden Umleimer 7.

Die Lagerung der Ringsegmente 23 der Führungsschiene 2 in den Lagerbohrungen 15 ist derart, daß die Führungsschiene 2 mit ihren beiden Führungsanschlagflächen 21 und 22 gegenüber der Hobelsohle 11 verschwenkt werden kann. Eine Festsetzung der Führungsschiene 2 gegenüber dem Griffkörper 1 erfolgt durch Klemmlaschen 3, die mittels Befestigungsschrauben 32 an dem Griffkörper 1 angeschraubt sind und die Ringsegmente 23 niederdrücken. Zur besseren Führung sind die Klemmlaschen 3 mit einer Umbördelung 31 versehen, so daß die Ringsegmente 23 zwischen der Umfangsfläche der Lagerbohrungen 15 und dieser Umbördelung 31 sicher geführt werden. Die Befestigungsschrauben 32 können zum Verstellen oder Neueinstellen des Winkels 8 gelöst und wieder festgesetzt werden.

Es ist jedoch auch möglich, anstelle der Lagerbohrungen 15 Ringnuten vorzusehen, in denen die Ringsegmente 23 geführt werden. In diesem Fall könnten die Umbördelungen 31 an den Klemmlaschen 3 entfallen.

In den Darstellungen nach den Fig. 1 bis 3 wird der Kantenhobel zum Abschneiden eines Umleimers 7 in der Ebene der Grundfläche einer Platte oder dergleichen gezeigt. Diese Situation ist in Fig. 5 schematisch dargestellt und wird später noch im einzelnen beschrieben. Fig. 4 zeigt nun die Anwendung des Kantenhobels in der Anwendung eines Winkels 8 von 45°, d. h., ein Umleimer 7 soll nicht in der Ebene einer Grundfläche 6 eines Werkstücks 5, sondern mit einer 45°-Fase abgeschnitten werden (diese Situation ist außerdem in Fig. 6 schematisch dargestellt). Es ist zu sehen, daß die Führungsschiene 2 mit ihren beiden einen Winkel 8 von 90° bildenden Führungsanschlagflächen 21 und 22 auf der Grundfläche 6 bzw. an dem Umleimer 7 geführt werden und daß der Schnittwinkel durch den Winkel 8 zwischen der Führungsschiene 2 und dem Griffkörper 1 gebildet wird. Die strichpunktierte Linie zeigt die Schnittebene 10.

In den Fig. 5 und 6 ist nun schematisch dargestellt, wie die gedachte Schnittlinie 20 zwischen den Führungsanschlagflächen 21 und 22 gegenüber der Schnittebene 10 liegen muß, um ein einwandfreies Abschneiden der Umleimerkante zu gewährleisten. In der Fig. 5 sind die Verhältnisse bei einem Schwenkwinkel von 0° (siehe auch Fig. 1 bis 3) gezeigt, d. h., die Schnittebene 10 liegt in der Ebene der Grundfläche 6 des Werkstücks 5. Dies bedeutet, daß die gedachte Schnittlinie 20 zwischen den Führungsanschlagflächen 21 und 22 genau in der Schnittebene 10 liegen muß. Soll nun ein Schnitt im Winkel von 45° erfolgen (siehe Fig. 6), so darf die Schnittebene 10 nicht durch die gedachte Schnittlinie 20 gehen, weil sonst der Umleimer 7 über die Grundfläche 6 des Werkstücks 5 überstehen würde. Die Schnittebene 10 muß vielmehr genau durch den Schnittpunkt zwischen der Grundfläche 6 und der inneren Fläche des Umleimers 7 verlaufen, um eine saubere Abschnittkante zu erhalten. Wie aus Fig. 6 hervorgeht, liegt die gedachte Schnittlinie 20 also geringfügig oberhalb der Schnittebene 10 (von der Hobelsohle 11 und der Schnittebene 10 in Richtung auf den Handgriff des Griffkörpers 1 gesehen).

Der Abstand zwischen der Schnittlinie 20 und der Schnittebene 10 hängt vom eingestellten Winkel 8 (siehe Fig. 4) ab, und die Schwenklagerung der Führungsschiene 2 an dem Griffkörper 1 muß so ausgebildet sein, daß bei einem Schwenkwinkel von 0° sich die Verhältnisse nach Fig. 5 einstellen, die Schnittlinie 20 also in der Schnittebene liegt, während bei von 0° abweichenden Winkeln 8 die Schnittlinie 20 im Abstand von der Schnittebene 10 verlaufen muß.

Um ein genaues Feineinstellen der Schnittebene 10 gegenüber der inneren Fläche des Umleimers 7 zu ermöglichen, kann die auf der Kantenfläche des Werkstücks 5 aufliegende Führungsanschlagfläche 22 gegenüber der Schwenklagerung justierbar ausgeführt sein, um ein optimales und genaues Abschneiden des Umleimers 7 zu ermöglichen. Eine solche Ausführung ist in Fig. 7 gezeigt, in der eine die Führungsanschlagfläche 22 tragende Führungsplatte 28 gegenüber den Enden 25 der Ringsegmente 23 verstellbar befestigt ist. In der Führungsplatte 28 ist für jedes Ringsegment eine unter einem Winkel von z. B. 45° gesenkte Bohrung vorgesehen, in die eine Senkkopfschraube 26 eingesetzt ist. Diese Senkkopfschraube 26 weist eine axiale Innenbohrung 30 sowie einen Schlitz 29 auf. Durch Aufschrauben einer Spannmutter 27 kann das Ende 25 des Ringsegmentes 23 festgeklemmt werden und ist nach Lösen der Spannmutter 27 um z. B. 1 bis 2 mm in Axialrichtung justierbar.


Anspruch[de]
  1. 1. Kantenhobel zum Abschneiden von Umleimern oder dergleichen, bestehend aus einem Griffkörper mit glatter Hobelsohle und einem Hobelmesser in der Schnittebene sowie aus im Winkel von 90° zueinander angeordneten Führungsanschlagflächen zur Führung des Griffkörpers und des Hobelmessers gegenüber der Grundfläche und der Kantenfläche eines zu bearbeitenden Werkstückes in bestimmtem Abstand und Winkel, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsanschlagflächen (21, 22) an einer gemeinsamen Führungsschiene (2) angeordnet und an dem Griffkörper (1) um eine in der Nähe der Schnittebene (10) in Schnittrichtung verlaufende Schwenkachse gemeinsam schwenkbar gelagert sind.
  2. 2. Kantenhobel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (8) zwischen der auf der Grundfläche (6) zu führenden Führungsanschlagfläche (21) und der Schnittebene (10) im Bereich von 0° und etwa 60° verstellbar ist.
  3. 3. Kantenhobel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenklagerung der Führungsschiene (2) derart ausgebildet ist, daß die Schnittlinie (20) zwischen den Führungsanschlagflächen (21, 22) bei einem Winkel (8) von 0° durch die Schnittebene (10) und bei einem davon abweichenden Winkel (8) jedoch geringfügig oberhalb der Schnittebene (10) verläuft.
  4. 4. Kantenhobel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenklagerung der Führungsschiene (2) in der Form von zwei zu beiden Seiten des Hobelmessers (4) in Lagerbohrungen (15) des Griffkörpers (1) gelagerten Ringsegmenten (23) besteht, an denen die Führungsanschlagflächen (21, 22) befestigt sind.
  5. 5. Kantenhobel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der Grundfläche (6) zu führende Führungsanschlagfläche (21) aus einem Bügel (24) besteht, der in seiner einen Endstellung in seitliche Ausnehmungen (16) beiderseits des Hobelmessers (4) derart einschwenkbar ist, daß er gegenüber der Hobelsohle (11) nicht vorsteht.
  6. 6. Kantenhobel nach Anspruch 4 oder 5, gekennzeichnet durch Klemmlaschen (3) zum Festklemmen der Ringsegmente (23) in den Lagerbohrungen (15), welche Klemmlaschen (3) durch Befestigungsschrauben (32) lösbar befestigt sind.
  7. 7. Kantenhobel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmlaschen (3) eine in Richtung auf die Schwenkachse gerichtete Umbördelung (31) aufweisen und daß die Ringsegmente (23) zwischen der Umfangsfläche der Lagerbohrungen (15) und dieser Umbördelung (31) geführt sind.
  8. 8. Kantenhobel nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der Kantenfläche des Werkstücks (5) zu führende Führungsanschlagfläche (22) senkrecht zu dieser Kantenfläche in einem begrenzten Bereich verstellbar ist.
  9. 9. Kantenhobel nach den Ansprüchen 4 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden (25) der Ringsegmente (23) mittels axial verstellbarer Klemmschraubverbindungen (26, 27, 29) an einer die Führungsanschlagfläche (22) tragenden Führungsplatte (28) befestigt sind.
  10. 10. Kantenhobel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmschraubverbindung (26, 27, 29) aus einer in einer schräg abgesenkten Bohrung der Führungsplatte (28) gehalterten, mit einem Schlitz (29) versehenen Senkkopfschraube (26) besteht, die in einer Innenbohrung (30) das Ende (25) des Ringsegmentes (23) aufnimmt und mit einer Spannmutter (27) versehen ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com