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Dokumentenidentifikation DE3780456T2 19.05.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0300106
Titel Silo zur Einlagerung von Schüttgut, insbesondere Getreide.
Anmelder Poncet, Jean-Claude, Arbois, FR
Erfinder Poncet, Jean-Claude, Arbois, FR
Vertreter May, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 8000 München
DE-Aktenzeichen 3780456
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, ES, FR, GB, GR, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 21.07.1987
EP-Aktenzeichen 874017007
EP-Offenlegungsdatum 25.01.1989
EP date of grant 15.07.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1993
IPC-Hauptklasse B65G 65/44

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Silieranlage für Getreide als Schüttgut oder für andere fein verteilte oder pulverförmige Produkte, welche gegenüber den gegenwärtig in der Technik bekannten Ausführungen bei gleichem Nutzvolumen beträchtlich verbesserte Nutzungsbedingungen bietet.

Die verschiedenen Typen von Getreidesilos können nach ihrer Entleerungsart in Silos mit Entleerung durch Schwerkraft, Silos mit Teilentleerung durch die Schwerkraft und mechanischer Aufnahme der Restschüttung und Silos mit nicht automatisierter Aufnahme eingeteilt werden.

Silos mit Schwerkraftentleerung erfordern vertikale Bauwerke von großer Höhe, deren Baukosten im allgemeinen sehr hoch sind.

Bei gleichem Inhalt sind Silos von geringerer Höhe, die eine ausgedehntere Bodenfläche einnehmen, von der Konstruktion her billiger. In diesem Fall, da die Entleerung nicht vollständig durch die Schwerkraft stattfindet, ist es angebracht, die übrigbleibende Schüttung entweder durch pulsierende Luft zu evakuieren, oder durch drehbare oder andere mechanische Vorrichtungen wie Schnecken, Förderband oder Abstreifer. Alle diese derzeit gebräuchlichen Systeme weisen indessen gröbere Unzulänglichkeiten auf.

Wegen ihres hohen Energieverbrauchs sind die Betriebskosten der mit pulsierender Luft arbeitenden Systeme hoch. Die diesen Systemen eigenen Verluste an Beladungsgut schränken notwendigerweise ihren Wirkungsradius ein und als Folge davon die Ausmaße des Silos und seine Lagerkapazität. Im Fall von rotierenden Förderbändern muß eine Kehrung des Silobodens vorgesehen sein, welche die Betriebskosten empfindlich erhöht. In diesem System kann das Lagervolumen nicht abgeteilt werden, was die Möglichkeiten, Produkte verschiedener Art einzulagern, einschränkt.

Außerdem wächst der Anteil an Kornbruch, wodurch die Qualität des Bestands beeinträchtigt wird.

Die Entleerung durch Abstreifer ist teuer im Betrieb, da sie die Anwesenheit von Bedienungspersonal erforderlich macht, ebenso wie eine Reinigung des Silos. Dieses wenig praktische System steht oft in Konflikt mit den Wandverankerungen und den Belüftungsschläuchen. Andererseits verwenden alle gebräuchlichen Entleerungsarten drehende Maschinen und mechanische Elemente, die, abgesehen davon, daß ihre Effizienz mit der Zeit abnimmt, periodisch Wartungsarbeiten benötigen.

Das deutsche Patent DE-A-30 39362 beschreibt eine andere Ausführung eines Lagersilos, bei dem der Siloboden aus einer aus mehreren Teil bestehenden metallischen Platte gebildet wird. Man bemerkt jedoch, daß diese Plattenteile sich nur in ihrer Ebene, jeweils eine gegen die andere, verschieben können, und keiner eigentlichen Vibration mit variabler Amplitude unterworfen sind, die senkrecht auf die Ebene jedes Teils ausgeübt wird. Außerdem ist die so ausgebildete Platte Teil eines Aufbaus, der aus einem Komplex von Balken und Traversen gebildet wird, welche notwendigerweise eine große Trägheit aufweist, da dieser Aufbau die Gesamtheit der Silo-Beladung tragen muß. Die starre Platte ist auf Rollen montiert und durch doppeltwirkende Kolben einer abwechselnden Vor-Rückwärts-Bewegung unterworfen, wodurch keine befriedigende Entleerung des Silos erfolgen kann. Außerdem umfaßt in dieser bekannten Ausführungsform der Silo mehrere Stockwerke mit in ihren Ebenen oszillierenden Platten, welche die Körner von einem Stock in den nächsten schütten, wodurch die Schnelligkeit, mit der der Silo entleert werden kann, eingeschränkt wird.

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Silo zur Einlagerung von Körnern, der die Nachteile der früheren Lösungen behebt, speziell indem er es ermöglicht, für das Lagergebäude irgendeine beliebige Form auszuwählen, insbesondere eine solche, die unter Berücksichtigung sowohl der Grundstücks- als auch der Baukosten des Silos die geringsten Kosten verursacht, indem er keine drehenden Teile aufweist und indem er weder Staub noch Kornbruch erzeugt.

Ziel der Erfindung ist es, eine einfache und unmittelbare Anpassung der Umstände der Silo-Entleerung an die Besonderheiten jeder Art von Körnern, die er enthält, zu gewährleisten, insbesondere als Funktion des spezifischen Gewichts der Körner, des- Feuchtigkeitsgrads, des Reibungskoeffizienten zwischen den Körnern und dem Siloboden, usw.

Zu diesem Zweck ist der betrachtete Silo, der von einem Gebäude zur Einlagerung von Körnern gebildet wird, das sich am Boden auf einem Fundamentsystem abstützt, das eine Bodenplatte, die eine geringe Neigung zur Horizontalen aufweist und auf der eine Metallplatte ruht, und einen mit dem tiefsten Teil der Bodenplatte zur Entleerung der im Lagergebäude enthaltenen Körner in Verbindung stehenden Kanal umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der Bodenplatte ruhende Metallplatte eine Vielzahl von Vibratoren trägt, um diese Platte mit einer bestimmten Frequenz und einer bestimmten Amplitude in Schwingung zu versetzen, wobei diese Vibratoren über die Fläche der Platte gemäß einem festgelegten Netz verteilt sind und ihr Verschiebungen in einer zur Ebene der Platte senkrechten Richtung aufzwingen.

Es ist von Vorteil, wenn die Metallplatte aus Seite an Seite nebeneinander angeordneten ebenen oder gerippten koplanaren dünnen Blechen besteht, von denen wenigstens einige eine Vibrator tragen. Vorzugsweise sind die Vibratoren mit ihrem jeweiligen Blech mittels eines als Platte oder Profil ausgebildeten Trägerelements fest verbunden, das, gleichgültig ob oberhalb oder unterhalb des Bleches, an diesem angeschweißt, angeschraubt oder angenietet ist. In einer Variante sind die Vibratoren jeder mit zwei benachbarten Blechen mittels eines quer zu den zwei Blechen unterhalb derselben angeschraubten oder angenieteten Profilstahlsträgers fest verbunden.

Je nach Ausführungsform können die Vibratoren elektromagnetische, mechanische, hydraulische, elektrische, elektro-mechanische mit Unwucht, oder pneumatische Vibratoren, die mit Stoß, Kugel, Walze, Turbine oder Kolben arbeiten, sein.

In einer bevorzugten, jedoch an sich nicht ausschließlich der Erfindung zugeordneten, Ausführungsform der Erfindung weist das auf einer rechteckigen Grundfläche aufgebaute Lagergebäude ein polygones, symmetrisches Profil auf. Das Innenvolumen wird durch vier vertikale Wände, von denen zwei in der longitudinalen Symmetrieebene des Silos und zwei in der transversalen Symmetrieebene liegen, in vier gleich große Abteilungen geteilt. Die Bodenplatte besteht aus zwei aneinander angrenzenden Teilen mit entgegengesetzter Neigung, deren jeder zwei benachbarten Abteilungen gemeinsam ist.

Gemäß einem besonderen Merkmal erstreckt sich der Entleerungskanal entlang der longitudinalen Symmetrieachse des Gebäudes und trennt die beiden Teile der Bodenplatte.

Vorzugsweise sind die in jedem Teil der Bodenplatte von dünnen Blechen getragenen Vibratoren in Reihen längs Linien angeordnet, die in gleichen Abständen voneinander und parallel zum Entleerungskanal verlaufen.

Ebenfalls bevorzugt ist es, wenn jede Reihe von Vibratoren einem Zentralsteuerungskasten zugeordnet ist, der mit einem Membranschalter oder dergleichen verbunden ist. Außerdem ist es von Vorteil, wenn jeder Vibrator im Inneren eines Gehäuses angeordnet ist, welches auf einem dünnen Blech der Metallplatte ruht und die Form einer Pyramide oder eine andere Form aufweist, durch die der Abfluß der Körner auf der Platte so wenig wie möglich gestört wird.

Gemäß einem anderen besonderen Merkmal der Erfindung besitzt der Kanal zur Entleerung der Körner einen Trog, der zwei seitliche Öffnungen zu jedem der beiden Teile der Bodenplatte aufweist und Schiebeklappen zur zeitweiligen Verschließung dieser Öffnungen.

Bevorzugt enthält der Trog des Entleerungskanals einen Kettenförderer zur Entleerung der von den beiden Teilen der Bodenplatte kommenden und im Inneren des Troges aufgefangenen Körner.

Ebenfalls nach einem anderen Merkmal besitzt das Lagerbäude an seinem oberen Ende ein von einem Becherelevator beschicktes Transportband und einen Schüttwagen, durch den eine beliebige Abteilung beladen werden kann.

Nach einem weiteren Merkmal liegen auf der Bodenplatte, zwischen den die Metallplatte bildenden Blechen und senkrecht zum Zentralkanal, Belüftungskanale.

Jeder Belüftungskanal hat einen dreieckigen, kreisförmigen oder anderen Querschnitt und weist seitlich für den Austritt der zugeführten Luft Luftlöcher oder -schlitze auf.

Vorzugsweise kann jeder der Belüftungskanäle mit dem Zentralkanal in Verbindung gebracht werden, welcher an einen Ventilator angeschlossen ist.

Andere Merkmale eines erfindungsgemäßen Silos zur Lagerung von Getreide oder ähnlichem werden noch aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels hervorgehen, welches zur Illustration ohne einschränkenden Charakter angeführt wird, unter Bezugnahme auf die Zeichnungen, wobei:

- Fig. 1 eine schematische perspektivische Ansicht des betrachteten Silos darstellt.

- Fig. 2 eine Teildraufsicht auf eine im Inneren des Lagergebäudes der Fig. 1 abgegrenzte Abteilung darstellt.

- Fig. 3 eine partielle Ansicht eines Schnitts entlang der Linie II-II der Fig. 2 darstellt.

- Fig. 4 eine Ansicht in größerem Maßstab ist, die verschiedene Details der Fig. 3 wiedergibt.

- Fig. 5 einen Querschnitt mit teilweiser perspektivischer Ansicht der Zentralgalerie darstellt.

- Fig. 6 ein anderes Detail der Ausführung der am Boden des Silos befindlichen Metallplatte darstellt, als Schnitt entlang der Linie I-I der Fig. 2.

In dem in diesen Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiel besteht der betrachtete Silo aus einem Lagergebäude für Körner oder ähnlichem Material bzw. Produkten, dessen Wände im allgemeinen aus Beton oder eine Metallkonstruktion sind, welches in seiner Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet wird. Dieses Gebäude 1 wird durch zwei Seitenflächen 2a, zwei Längsflächen 2b und zwei Dachflächen 2c begrenzt und ruht auf einem aus Langschwellen 3 zusammengesetzten Fundamentsystem, an dem das Gebäude 1 auf eine der bei der Herstellung von derartigen Bauwerken üblichen Arten verankert wird.

Das im Inneren des Bauwerks 1 abgegrenzte Volumen ist vorzugsweise durch vier Wände 4, 5, 6 und 7 in vier Abteilungen gleichen Rauminhalts unterteilt, wobei sich die Wände 4 und 5 in der longitudinalen Symmetrieebene und die Wände 6 und 7 in der transversalen Symmetrieebene erstrecken. In diesen, je zu zweien zusammengefaßten, Abteilungen, ist der Boden in zwei entsprechenden Teilen 8 und 9 ausgeführt, deren jeder zwei benachbarten Abteilungen gemeinsam ist und eine leichte Neigung gegen die Horizontale aufweist, so daß die tiefsten Bereiche der Teile 8 und 9 zu beiden Seiten einer zentralen Galerie oder eines zentralen Kanals 10 liegen, dessen detaillierte Ausführung weiter unten beschrieben wird.

Das Gebäude 1 besitzt an seinem oberen Teil eine Erhöhung 11, die mit einem Becherelevator 12 in Verbindung steht und in dem ein Förderband und ein Schüttwagen 13 zur Beladung des Silos untergebracht sind.

Insbesondere in den Fig. 3 bis 5 ist zu sehen, daß der Boden des Gebäudes 1 aus einer Betonplatte 18 besteht, die sich zwischen den Langschwellen 3 des Fundaments der Wände 2b und dem Fundamentkanal 14 des Entleerungskanals 10 erstreckt. Erfindungsgemäß ruht auf der Bodenplatte 18 eine Metallplatte 19, die am jeweils hochgelegenen Ende jedes ihrer Teile 8 und 9 mittels Federn 20 auf dieser Bodenplatte befestigt ist, wobei diese Federn an Zapfen 21, die an die Platte 19 angeschweißt sind, und an einem Winkeleisen 22, das am Gefüge der Wand 2b befestigt ist, angehängt sind. Eine Ablenkplatte 15 ist vorteilhafterweise an der Wand 2b befestigt und gegen die Platte 19 geneigt, um zu verhindern, daß die im Silo enthaltenen Körner in die Ecke zwischen der Platte 18 und der Wand 2b und von dort unter die Platte 19 gelangen. Die Bodenplatte 18 wird seitlich so begrenzt, daß ein beschränkter Raum 23 zwischen ihrem äußeren Rand und der Innenfläche der Langschwelle 3 zur Verfügung steht, wobei der Raum 23 insbesondere für die Unterbringung eines vorgeformten Zwischenelements 24, das um den Umfang der Platte 18 läuft, vorgesehen ist, und weiters oberhalb des Zwischenelements 24 mit einem geeigneten Mastix-artigen Material 25, welches die nötigen Dichtungseigenschaften aufweist, gefüllt wird.

Weiters ist gemäß einem besonderen Merkmal des betrachteten Silos die Metallplatte 19 in jedem ihrer Teile 8 und 9 als eine Vielzahl dünner metallischer Bleche wie bei 26 ausgeführt, die, wie insbesondere die Fig. 2 und 6 zeigen, nebeneinander liegen, und paarweise so angeordnet sind, daß zwischen ihnen ein begrenztes seitliches Spiel 27 frei bleibt, unter dem eine Verbindungsplatte 28 angebracht ist, die mit den zwei angrenzenden Blechen 26 mittels Fixierbolzen 29 oder jedem anderen geeigneten analogen Mittel befestigt ist.

Erfindungsgemäß werden an wenigstens gewissen der beschriebenen Bleche und nach einem festgelegten Netz, dessen Merkmale weiter unten beschrieben werden, Elemente 31 angeordnet, die dazu geeignet sind, die Platte 19 in Schwingung zu versetzen, wobei jedes dieser Elemente einen Vibrator 32 an sich bekannter Art aufweist, zum Beispiel einen elektromagnetischen, mechanischen, hydraulischen, elektro-mechanischen mit Unwucht oder pneumatischen Vibrator mit Stoß, Kugel, Walze, Turbine oder Kolben, oder jede andere Art. Jeder Vibrator 32 ist durch Bolzen 30 an einer starren, an das entsprechende Blech 26 geschweißten, Fixierplatte 33 befestigt. Jeder Vibrator ist außerdem im Inneren eines Schutzgehäuses oder einer Schutzhaube 35 angebracht, welche im betrachteten Beispiel Pyramidenform aufweist, um, wie weiter unten dargelegt wird, dem Abfluß der Körner nur einen beschränkten Widerstand entgegenzusetzen. Jede der Schutzhauben 35 ist durch Schrauben 36 am Blech 26 fixiert.

Es ist von Vorteil, wenn, wie in Fig. 3 gezeigt, die Vibratoren 32 auf den die Metallplatte 19 bildenden Blechen 26 vorzugsweise längs Linien angeordnet sind, die sich parallel zur Richtung des Zentralkanals 10 erstrecken.

Außerdem sind in der Umgebung der Reihen von Vibratoren 32, quer zur Richtung des Kanals 10, die Bleche 26 so ausgebildet, daß sie sich, wie in Fig. 4 gezeigt, überlappen, wobei sich das untere Blech zwischen das obere Blech und eine an das obere Blech geschweißte Ausfalzung einpaßt und die Verbindung zwischen den Blechen durch Federn 16 hergestellt wird, die an ihren Enden an den Köpfen der an die Bleche angeschweißten Zapfen 17 aufgehängt sind. Diese Anordnung erlaubt den Blechen, ein Maximum an Freiheitsgraden zu bewahren, so daß sich die Vibrationsenergie, deren Sitz sie sind, hauptsächlich durch die in diesen Blechen hervorgerufenen Verformungen und nicht durch ihre Verbindungen ausbreitet. Die Federn 16 und verleihen der so ausgeführten Konstruktion die größte Flexibilität.

Die mit 37, 38,39, 40 bezeichneten Reihen von Vibratoren 32 sind bevorzugt in drei Viertel, der Hälfte, einem Viertel und dem untersten Teil der Metallplatte, so nah als möglich beim Zentralkanal 10, angeordnet. Es versteht sich jedoch von selbst, daß je nach den Ausmaßen des Gebäudes 1 und je nach der Art des zu lagernden Produktes, die Vibratoren auf andere Weise auf der Fläche der Platte 19 verteilt sein könnten, so daß sich für das fortschreitende Abfließen der Körner in Richtung zum Kanal 10 die bestmögliche Effizienz ergibt.

Außerdem sind vorteilhafterweise Belüftungskanäle 41 durch herkömmliche Verankerungen 42 an der Bodenplatte 18 fixiert und erstrecken sich senkrecht zum Zentralkanal 10, zwischen zwei benachbarten Reihen von Blechen 26. Wie in Fig. 6 zu sehen ist, werden seitliche Anschläge 44, die durch Nieten 45 oder andere geeignete Mittel mit den Blechen 26 verbunden sind, von Bändern 43 aus biegsamem kautschukartigem Material, die am Belüftungskanal 41 fixiert sind, überdeckt. Die Belüftungskanale 41 weisen an ihren Seitenflächen eine Vielzahl von Perforationen 46 auf, durch die gepulste Luft aus dem Inneren der Kanäle 41 nach außen in die entsprechenden Abteilungen treten kann. Die Luftzufuhr zu den Kanälen 41 wird weiter unten beschrieben.

Fig. 5 veranschaulicht detaillierter die Ausführung des Zentralkanals 10, welcher einen Fundamentkanal 14 aus Beton, mit einer horizontalen Bodenplatte 47 und zwei Seitenmauern 48, und zwei Wände 49 aufweist. Jede Wand 49 besteht aus einer an der Mauer 48 verankerten vertikalen Mauerfläche 50 und einer geneigten Mauerfläche 51, wobei die beiden Mauerflächen 51 an ihrem oberen Ende verbunden sind, um die Wände 4 und 5 der longitudinalen Abtrennung des Gebäudes 1 zu tragen. Ein aus einem Boden 53, zwei Seiten 54 und einem Deckel 55 gebildeter Metalltrog 52 ruht auf der Bodenplatte 47. Die Seitenwände 54 des Trogs 52 besitzen längliche Öffnungen 56. Ähnliche Öffnungen 57 sind an der Basis der vertikalen Mauerflächen 50 der Wände 49 angebracht, und die Öffnungen 56 sind mit den Öffnungen 57 durch Rinnen 58 verbunden. Durch die Rinnen 58 kann somit jede der abgegrenzten Abteilungen über den Teilen 8 und 9 mit dem Inneren des Trogs 52 kommunizieren, in welchem sich zur Entleerung der Körner ein hier nicht dargestellter Umlaufförderer 65 befindet. Jede Rinne 58 ist mit einem Gleitschieber 59 versehen, der den Durchtritt der Körner durch die Rinne 58 ermöglicht oder verhindert. Eine mit einer Mastixfüllung 61 überzogene Abdichtung 60 liegt zwischen den Mauern 48 und der Bodenplatte 18. Zwischen den rechteckigen Öffnungen 57 sind halbkreisförmige Öffnungen 62 in der Basis der vertikalen Mauerstücke 50 der Wände 49 ausgeführt, welche über Übergangselemente 63 mit den an der Bodenplatte 18 fixierten Belüftungskanälen 41 kommunizieren. Jede Öffnung 62 ist mit einer nicht dargestellten Tür versehen, durch die das Innenvolumen des Kanals 10 mit dem zugehörigen Belüftungskanal 41 in Verbindung treten kann.

In jeder im Inneren des Gebäudes 1 abgegrenzten Abteilung sind auf einem Belüftungskanal 41 Membranschalter 64 vorgesehen, welche, vorzugsweise zentral gesteuert, die Vibratoren 32 für die weiter oben beschriebenen Reihen 40, 39, 38 und 37 nacheinander in Bewegung setzen, und zwar in dieser Reihenfolge.

Die Funktionsweise des im obigen Beispiel dargelegten Silos für die Lagerung von Getreide ist die folgende:

Nachdem zuvor die im Inneren des Gebäudes 1 zwischen seinen Außenwänden 2a, 2b, 2c und den über den Teilen 8 und 9 der Bodenplatte 18 befindlichen Innenwänden 4 und 7 abgegrenzten Abteilungen teilweise oder völlig mittels dem Schüttwagen 13 gefüllt worden sind, beginnt man mit der gleichzeitigen oder getrennten Entleerung jeder der Abteilungen, indem einer oder mehrerer der in den Rinnen 58 befindlichen Schieber 59 geöffnet werden.

Wegen der Schwerkraft rinnen die im Inneren jedes Abteils enthaltenen Körner in den Trog 52, wo sie durch den Kettenförderer 65 kontinuierlich entleert werden können.

Wenn jedoch die durch das Abrutschen gegebene natürliche Neigung von jedem der Getreideinhalte im Inneren der Abteilungen so gering wird, daß aufgrund der Reibung der Körner untereinander oder an den Wänden ihr Abfluß schwieriger wird oder sogar aufhört, setzt erfindungsgemäß der am tiefsten gelegene Membranschalter, der auf die Druckverminderung anspricht, die Vibratoren 32 in Bewegung, welche entlang der Reihe 40 auf den Metallblechen 26 der Platten 19 angebracht sind.

Es entsteht eine Destabilisierung des Fußes der durch die Körner gebildeten Böschung und damit der Abfluß dieser Böschung in aufeinanderfolgenden Schichten in Richtung Entleerungstrog, worauf die Entleerung durch den Kettenförderer folgt. Wenn vom Membranschalter, der relativ zur Neigung der Platte 19 direkt oberhalb vom vorhergehenden liegt, eine genügende Druckverminderung registriert wird, so setzen sich die Vibratoren der Reihe 39 in Bewegung, wodurch die Destabilisierung des Fußes der Böschung, und damit die Entleerung der Körner, fortgesetzt wird. Auf diese Weise wird nach und nach die völlige Entleerung der Restböschung durchgeführt. Die zu jeder Reihe von Vibratoren 32 gehörenden Schichten sind in Fig. 3 schematisch durch strich-punktierte Linien abgegrenzt.

Die Amplitude und Frequenz der Vibratoren 32 kann mittels eines Steuerungselements (nicht dargestellt) geregelt werden, wobei die Frequenz zwischen 5 und 60 Hertz variieren kann; es könnten aber im Rahmen der Erfindung auch andere Frequenzen gewählt werden. Tatsächlich wird die am besten angepaßte Kombination Amplitude-Frequenz jedesmal in Abhängigkeit von der Natur der im Silo enthaltenen Körner bestimmt, insbesondere in Abhängigkeit vom spezifischen Gewicht dieser Körner, von ihrem Feuchtigkeitsgehalt und ihrem inneren Reibungswinkel. Andere Parameter können ebenfalls eine Rolle spielen, wie die Form der Körner, ihre Stärke und der Gehalt an zerbrochenen Körnern, Staub oder Verunreinigungen.

Im Fall eines Lagergebäudes von Polygonform der Art, wie es näher in Fig. 1 veranschaulicht wird, lehrt die Erfahrung, daß, je nachdem die Schieber 59 der Rinnen 58 offenstehen, ungefähr 57% des gesamten im Inneren des Silos enthaltenen Volumens durch die Schwerkraft abrinnen kann. Die Entleerung der restlichen Böschung, die ungefähr 43% des Gesamtinhalts ausmacht, kann wie vorstehend beschrieben durchgeführt werden, oder indem die Vibratoren in aufeinanderfolgenden Umläufen, programmiert oder nicht, in Betrieb gesetzt werden, oder auf jede andere Art.

Die spezielle Form der die Vibratoren bedeckenden Hauben wird bevorzugt so gewählt, daß sie den Abfluß der Körner so wenig wie möglich behindert. Es können jedoch im Rahmen der Erfindung die Vibratoren 32 auch unterhalb der Bleche 26 in hierfür vorgesehenen Nischen der Bodenplatte 18 angebracht sein.

Da die Galerie 10 mit einem Ventilator verbunden ist, ist es möglich, das Korn, das sich in der Einflußzone eines Belüftungskanals 41 befindet, zu durchlüften, indem die entsprechende Tür der Öffnung 62 geöffnet wird. Es können auf diese Weise mehrere Belüftungskanäle 41 mit dem Innenvolumen des Kanals 10 in Verbindung gebracht werden, wenn sich dieses für die gute Konservierung der Körner als notwendig erweist. Um die Entleerung der letzten Körner zu beschleunigen, kann schließlich auch vorgesehen werden, die Belüftungskanäle so einzusetzen, daß diese Körner ebenfalls in der Richtung der Neigung der Metallplatten zum Entleerungstrog geblasen werden.

Selbstverständlich beschränkt sich die Erfindung nicht auf die eine näher beschriebene und dargestellte Ausführungsform; sie umfaßt im Gegenteil alle Varianten.

Insbesondere ist klar, daß die Polygonform des Lagergebäudes nicht die einzig mögliche ist, sondern daß jedes andere Profil oder Volumen in Betracht kommen kann, zylindrisch mit flachem oder konischem Dach, als halbkugelförmige Kuppel, quaderförmig, usw...

Ebenso muß beachtet werden, daß die Neigung der Bodenplatte in jedem Fall so bestimmt wird, daß dadurch das Fassungsvermögen des Silos so wenig wie möglich verringert wird, jedoch gleichzeitig eine vorgegebene Entleerungsrate möglich ist. Als allgemeine Regel wird eine Neigung zwischen 7 und 10% gewählt werden.

Das Material der in Vibration versetzten Metallplatte ist Stahl oder jedes andere geeignete Metall oder eine Legierung, die einen schwachen Reibungskoeffizienten für die Körner und einen hohen Widerstand gegen Abrieb durch das Getreide aufweisen, wobei die diese Platte bildenden nebeneinanderliegenden Bleche eine Stärke, die im allgemeinen zwischen 10 und 25 Zehntel Millimeter liegt, aufweisen, so daß ein annehmbarer Kompromiß zwischen dem Gewicht der Platte und der für die Übertragung der Schwingungen und die mechanische Resistenz der Platte notwendigen Starrheit erzielt wird. Die die Metallplatte bildenden Bleche können plan oder gerippt sein, mit oder ohne Versteifung. Die Fig. 2, 3 und 4 zeigen eine alternative Art des Aufbaus der Metailplatte 19, die als Beispiel in dem Bereich zwischen der Reihe 37 und der Wand 2b dargestellt ist. In diesem Fall besteht die Platte 19 aus über dem Blech 26 liegenden Blechen 66, die durch konische Druckfedern 67 in Abstand voneinander gehalten werden. Wenn der Silo beladen wird, berühren durch den Druck die Bleche 66 das Blech 26. Im rufe der Entleerung nimmt der Druck auf die Bleche 66 ab, und die Federn 67 entspannen sich. Die Platte 19 besteht dann aus einem mehrstöckigen Blech, auf dem das Korn in mehreren Schichten ausrinnen kann, was zur Erhöhung der Abflußrate beiträgt. Dieses System des mehrstöckigen Bleches kann für die gesamte Platte 19 realisiert werden. Außerdem können die Bleche 26 und 66 einen kunststoffartigen Oberflächenbelag aufweisen, der wegen seines sehr niedrigen Reibungskoeffizienten und seines Abriebwiderstands auf die Bleche aufgebracht wird.

Auf diese Weise wird ein Silo mit komplett automatischer Entleerung erhalten, der bei beschränkter Höhe ein bedeutendes Volumen aufweisen kann, der weder Staub noch Kornbruch erzeugt, der selbstreinigend ist, dessen Entleerung dem Inhalt angepaßt werden kann und der nur eine minimale Wartung erfordert.


Anspruch[de]

1. Silo zur Einlagerung von Getreide als Schüttgut mit einem Gebäude (1) zur Einlagerung von Körnern, das sich am Boden auf einem Fundamentsystem abstützt, das eine Bodenplatte (18), die eine geringe Neigung zur Horizontalen aufweist und auf der eine Metallplatte (19) ruht, und einen mit dem tiefsten Teil der Bodenplatte zur Auslagerung der im Lagergebäude enthaltenen Körner in Verbindung stehenden Kanal (14) umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der Bodenplatte ruhende Metallplatte (19) eine Mehrzahl von Vibratoren (32) trägt, um diese Platte mit einer bestimmten Frequenz und bestimmten Amplitude in Schwingung zu versetzen, wobei diese Vibratoren über die Fläche der Platte gemäß einem festgelegten Netz verteilt sind und ihr Verschiebungen in einer zur Ebene der Platte senkrechten Richtung aufzwingen.

2. Lagersilo nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallpatte aus Seite an Seite nebeneinander angeordneten ebenen oder gerippten koplanaren dünnen Blechen (26) besteht, von denen wenigstens einige einen Vibrator (32) tragen.

3. Lagersilo nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Vibratoren (32) mit ihrem jeweiligen Blech (26) mittels eines als Platte oder Profil ausgebildeten Trägerelements fest verbunden sind, das gleichgültig ob oberhalb oder unterhalb des Bleches an diesem angeschweißt, angeschraubt oder angenietet ist.

4. Lagersilo nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Vibratoren (32) jeder mit zwei benachbarten Blechen (26) mittels eines quer zu den zwei Blechen unterhalb derselben angeschraubten oder angenieteten Profilstahlträgers (33) fest verbunden sind.

5. Lagersilo nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Vibratoren (32) elektromagnetische, mechanische, hydraulische, elektrische, elektro-mechanische mit Unwucht, pneumatische mit Stoß, Kugel, Walze, Turbine oder Kolben arbeitende sind.

6. Lagersilo nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die von den dünnen Blechen (26) getragenen Vibratoren (32) in Reihen längs Linien angeordnet sind, die in gleichen Abständen voneinander und parallel zum Entleerungskanal verlaufen.

7. Lagersilo nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß jede Reihe von Vibratoren mittels eines Membranschalters (64) oder dergleichen, der mit einem Zentralsteuerungselement verbunden ist, eingeschaltet wird.

8. Lagersilo nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß Belüftungskanäle (41) senkrecht zur Richtung des Entleerungskanals zwischen zwei Blechen (26) an der Bodenplatte (18) befestigt sind und mit einem zentralen Belüftungskanal (10) in Verbindung stehen.

9. Lagersilo nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die dünnen Bleche (26) andere dünne Bleche (66) tragen, die durch Druckfedern (67) in Abstand voneinander und übereinander gehalten sind, wobei die Gesamtanordnung eine mehrstöckige Metallplatte (19) bildet.

10. Lagersilo nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (28) ein längs in jedes der zwei benachbarten Bleche (26) eingesetztes Dichtungsprofil ist.







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