PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE4137398A1 19.05.1993
Titel Presse
Anmelder L. Schuler GmbH, 7320 Göppingen, DE
Erfinder Hofele, Hans, Dipl.-Ing. (TU), 7320 Göppingen, DE
DE-Anmeldedatum 14.11.1991
DE-Aktenzeichen 4137398
Offenlegungstag 19.05.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1993
IPC-Hauptklasse B21D 24/08
Zusammenfassung Eine Presse mit Werkzeugen zum Ziehen und einem Ziehapparat ermöglicht aufgrund von Stößelspiel, Fertigungsungenauigkeiten und Deformationen bei ungleicher Stößelbelastung beim Umformen eine nicht vermeidbare Kippung des Stößels. Zur Übertragung der Kräfte und Bewegungen des Ziehapparats sind Druckbolzen (14) erforderlich, die mehrteilig ausgebildet sind und mit Elementen (20) für eine Rückstellung nach der Umformung zusammenwirken.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Presse der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Art.

Trotz geringem Führungsspiel zwischen Pressenständer und Stößel besteht die Möglichkeit der Stößelkippung und somit eines Werkzeugversatzes bei ungleichmäßigen auf den Stößel rückwirkenden Umformkräften.

Die DE 40 08 377 A1 zeigt eine Presse mit einer Tiefzieheinrichtung. Für die Gegenhaltung sind die Druckzylinder des auf den Blechhalter wirkenden Ziehapparats senkrecht angeordnet und weisen Distanzhaltestifte (Druckbolzen) auf, die auf die Druckzylinderkolben der Druckzylinder aufgesteckt sind.

In der Presse nach der EP 1 73 755 B1 wirken die Kolbenstangen der Ziehzylinder direkt auf den Blechhalter. Die Zeitpunkte sind einzeln steuerbar.

In der DE 40 32 338 A1 ist eine Presse mit einem Ziehapparat beschrieben, bei der eine Druckwange von dem eigentlichen Ziehapparat in auf- bzw. abgehender Weise beaufschlagt wird. Oberhalb der Druckwange sind Spannbolzen (Druckbolzen) in senkrechter Richtung abgestützt, die von unten gegen einen mehrteiligen Blechhalter gelegt sind.

Unabhängig von der möglichen Anordnung des Ziehapparats im Pressentisch oder im Schiebetisch für den Werkzeugwechsel oder im Werkzeugunterteil ist es Aufgabe der Erfindung, den unvermeidbaren, sich auf die Druckbolzen auswirkenden Werkzeugversatz während des Umformens aufzufangen, um so den Ziehapparat auch bei diskreter Drucksteuerung der Ziehpunkte bzw. bei einer feldweisen Ansteuerung des Blechhalters druckgenau auf den Blechhalter wirken zu lassen.

Diese Aufgabe ist gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1. Die Merkmale der weitbildenden Ansprüche stellen vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung dar.

Anhand eines in der Zeichnung gezeigten Ausführungsbeispiels wird die Erfindung im folgenden beschrieben.

In der Zeichnung ist dargestellt in:

Fig. 1 der schematische Aufbau einer Presse zur Darstellung der Stößelkippung,

Fig. 2 der Werkzeugeinbauraum der Presse mit einem in einem verfahrbaren Schiebetisch eingesetzten Ziehapparat bei einsetzendem Ziehvorgang,

Fig. 2b die gleiche Einrichtung bei Beendigung des Ziehvorgangs und

Fig. 3 ein mehrteiliger Druckbolzen nach der Erfindung.

Einerseits ermöglichen das Führungsspiel 3 einer Presse 1, andererseits Fertigungsungenauigkeiten und Deformierungen der Pressenteile während des Umformvorgangs eine Stößelkippung 4 des Pressenstößels 2, die zu einem Versatz 5 des Werkzeugs bzw. in diesem führen.

Das auf dem Pressentisch 6 direkt oder auf einem aus der Presse verfahrbaren Schiebetisch 7 aufgesetzte Werkzeug aus einem Werkzeugoberteil 10 und einem Werkzeugunterteil 8 weist einen Blechhalter 9 auf, der von Kolbenstangen 13 einer Anzahl an Druckzylindern 12 von unten beaufschlagt wird. Zwischen den Kolbenstangen und dem Blechhalter sind Druckbolzen 14 eingesetzt, die gemäß Fig. 3 an der Kolbenstange 13 von Druckzylindern 12 angeformt sind. Auf dem Blechhalter ist ein Blechteil 11 aufgelegt, das entsprechend Fig. 2b zu formen ist. Die Umformung erfolgt unter Pressung des Blechteils vermittels Blechhalter gegen Anlageflächen am Werkzeugoberteil.

Der Druckbolzen ist mehrteilig ausgeführt und weist einen Aufnahmebolzen 15 auf, der in das Ende der aus dem Druckzylinder herausgeführten Kolbenstange eingearbeitet und so mit der Kolbenstange einstückig sein kann. In der axialen Verlängerung von Kolbenstange und Aufnahmebolzen ist ein Abschlußbolzen 16 vorgesehen. Aufnahmebolzen und Abschlußbolzen sind mit einem z. B. zylindrischen Hohlraum 17 versehen. In den Boden dieser sog. Sacklöcher sind je eine Druckplatte 21 eingelassen mit ebenen Auflage-(Stirn-)flächen 22. In axialer Erstreckung ist in die Hohlräume ein Druckstift 18 eingesetzt, dessen Länge derart bestimmt ist, daß bei Aufeinanderpressung von Aufnahmebolzen und Abschlußbolzen ein Spalt 19 zwischen deren einander gegenüber befindlichen Stirnseiten verbleibt. Der Druckstift ist lose durch Paßstifte 24 in den Bolzen gehalten. Der Durchmesser des Druckstifts ist geringer gehalten als der Durchmesser der Hohlräume. Zwischen der Außenfläche des Druckstifts und der Innenwandung der Bolzen sind nachgebbare, sich nach Verformung zurückbildende Elemente 20, z. B. gummielastische Ringe eingesetzt, die die Rückstellung des Druckstifts nach der Belastung bewirken. Die Stirnflächen des Druckstifts sind ballig 23 angeformt für eine gute Abrollbewegung während der Umformung bei Versatz des Werkzeugs auf den anliegenden Stirnflächen der Druckstifte.


Anspruch[de]
  1. 1. Presse mit auf und ab verfahrbarem Stößel, Werkzeugen zum Umformen wie Ziehen oder Tiefziehen von Blechteilen und einteiligem, ggf. mehrteiligem Blechhalter, der von einem unterhalb der Ziehebene angeordnetem Ziehapparat über Druckbolzen beaufschlagt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckbolzen (14) mehrteilig ausgeführt sind, aus einem gehäuseartigen, hohlen Aufnahmebolzen (15) und einem gehäuseartigen, hohlen Abschlußbolzen (16) bestehen und daß in jeden Hohlraum (17) in Längsstreckung von Aufnahme- und Abschlußbolzen ein Druckstift (18) eingesetzt ist von einer Länge, die einen Spalt (19) zwischen den einander gegenüber befindlichen Enden von Aufnahme- und Abschlußbolzen bildet und der über gummiartige, elastische Elemente (20) zwischen der Außenfläche des Druckstifts und der Innenwandung des Hohlraums abgestützt ist.
  2. 2. Druckbolzen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den Boden jedes der Hohlräume (17) von Aufnahmebolzen (15) und Abschlußbolzen (16) je eine Druckplatte (21) mit ebenen Stirnflächen (22) eingesetzt ist und die beiden Stirnflächen des Druckstifts (18) ballig (23) angeformt ist.
  3. 3. Druckbolzen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der einen Teil des Druckbolzens (4) bildende Aufnahmebolzen (15) mit der Kolbenstange (13) des zugeordneten Druckzylinders (12) integral ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com