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Dokumentenidentifikation DE4244504A1 19.05.1993
Titel Probenahmehandzange
Anmelder Mönicke, Rolf, Dr.sc., O-7127 Taucha, DE;
Schwotzer, Wolfgang, O-7124 Holzhausen, DE
Erfinder Mönicke, Rolf, Dr.sc., O-7127 Taucha, DE;
Schwotzer, Wolfgang, O-7124 Holzhausen, DE
DE-Anmeldedatum 30.12.1992
DE-Aktenzeichen 4244504
Offenlegungstag 19.05.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1993
IPC-Hauptklasse G01N 1/02
IPC-Nebenklasse G01N 33/48   B26B 27/00   
Zusammenfassung Die Entnahme von Pflanzenproben und das Herstellen des Pflanzenpreßsaftes zur inhaltlichen Stickstoffbestimmung zwecks Ableitung nachfolgender Düngungsmaßnahmen ist bisher an ein umfangreiches Instrumentarium und die Verwendung gefährlicher Substanzen bei teilweiser Verfälschung des Meßergebnisses gebunden. Durch Einsatz der Probenahmehandzange werden diese Nachteile beseitigt.
Die Probenahmehandzange besteht aus zwei parallel geführten Backen (1, 2), die seitlich auskragend sind. Die untere Backe (2) ist ein Sammel- und Preßraum (7) mit Gegenschneiden (8), seitlichem Gutschieber (10), abklappbarer Seitenwand (11) und Tupfrinne (13). Die obere Backe (1) bildet ein passender Kolben (4) mit Schneidkanten. Die Bewegung beider Backen (1, 2) zueinander wird wahlweise durch einen Arretierbolzen (6) begrenzt.
Die Vorrichtung dient vorrangig zur Ermittlung der zur zweiten Stickstoffgabe zu Getreide erforderlichen Aufwandmenge.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Probenahmehandzange, die vorzugsweise zur Entnahme von Pflanzenproben auf dem Feld, insbesondere Getreideproben, dem Bilden einer repräsentativen Sammelprobe, dem Auspressen und Sammeln des Preßsaftes und die quantitative Ermittlung ausgewählter Inhaltsstoffe, z. B. Stickstoff, mittels bekannter Teststreifen zur Ableitung von Düngungsmaßnahmen - z. B. zweite Stickstoffgabe zu Getreide - verwendet werden kann.

Nach dem bekannten Stand der Probenahme werden die einzelnen Pflanzenteile per Hand beim Gang über das Feld abgeschnitten und eingesammelt. Bestenfalls am Feldrand werden sie auf eine Glasplatte gelegt, die Enden nachgeschnitten, mit Diphenylaminoschwefelsäure betropft und mit einer zweiten darüber gelegten Glasplatte mittels Flügelmuttern ausgepreßt. Die Intensität der entstehenden Blaufärbung ist ein Maß für den Stickstoffgehalt des Pflanzensaftes. Diese Methode ist an einen speziellen Prüfkoffer gebunden, umständlich und zeitaufwendig handhabbar und durch die Verwendung der Schwefelsäure nicht ungefährlich.

Bekannt ist weiterhin die Verwendung von Teststäbchen bei der Analyse des Pflanzenpreßsaftes, der unter Benutzung bekannter Knoblauchpressen o. ä. erzeugt wird. Auch hier sind Abschneiden der Pflanzenproben auf dem Feld und Pressen voneinander getrennt. Besonders nachteilig ist jedoch, daß die zu pressenden Pflanzenteile mehrfach unkontrolliert geknickt werden, so daß der Preßsaft mit Chlorophyll angereichert und eine genaue Beurteilung des Farbwertes des Preßsaftes auf dem Teststreifen nicht mehr möglich ist. Außerdem ist die Reinigung dieser Pressen ungelöst.

Der im Patentanspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, die Probenahme, die Bildung einer repräsentativen Sammelprobe, das Auspressen und Sammeln des Preßsaftes sowie die Bestimmung ausgewählter Inhaltsstoffe in einem handlichen, kostengünstigen und leicht zu reinigenden Gerät zu vereinigen, ohne daß die Farbe des Preßsaftes durch übermäßigen Chlorophyllanteil beeinträchtigt und die Verwendung gefährlicher Chemikalien erforderlich wird.

Erfindungsgemäß wird das Problem dadurch gelöst, daß eine Probenahmehandzange mit den im Patentanspruch 1 aufgeführten Merkmalen verwendet wird. Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß ohne die Verwendung gefährlicher Chemikalien alle Arbeitsschritte von der Probenahme bis zur Ergebnisermittlung in einem kostengünstigen und handlichen Gerät, das auch leicht zu reinigen ist, vereinigt sind und ein Verfälschen des Ergebnisses durch unbekannt hohen Chlorophyllgehalt des Preßsaftes nicht zu befürchten ist. Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Patentanspruch 2 angegeben. Durch die Verwendung einer auswechselbaren Platte kann ein Material hoher Standzeit und das dauerhaft sichere Schneiden der Pflanzenteile bei gewünschter Schnittbildung erreicht werden.

Die Erfindung wird nachstehend an einem bevorzugten Ausführungsbeispiel näher beschrieben. In den Zeichnungen zeigen:

Fig. 1 Probenahmehandzange - Draufsicht,

Fig. 2 Probenahmehandzange - Seitenansicht,

Fig. 3 Probenahmehandzange Längsschnitt.

Gemäß Fig. 1 besteht die Probenahmehandzange aus der oberen und unteren Backe (1, 2) und den dazugehörenden Handgriffen (3). Die obere Backe (1) ist im vorderen Teil ein seitlich auskragender Kolben (4) mit auswechselbarer Platte (5), die vorn und hinten Schneidkanten hat, und weist im mittleren und hinteren Teil außer der Bohrung und dem Führungsschlitz für die Bolzenschrauben der Handgriffe (3) den vertikal stehenden einschwenkbaren Arretierbolzen (6) auf die untere Backe (2) ist im vorderen Teil ein zum Kolben (4) passender Sammel- und Preßraum (7), der vom und hinten - meist auswechselbare - Gegenschneiden (8) hat, dessen linke Seitenwand (9) durch einen federbelasteten Gutschieber (10) ergänzt und dessen rechte Seitenwand (11) aufklappbar ist. Am Boden des Sammel- und Preßraumes (7) können meist vorn und hinten Sammelrinnen (12) mit nach außen gehender Bohrung, die in eine seitlich angebrachte Tupfrinne (13) münden, eingearbeitet sein. Ein Haltebügel (14) für den Teststreifenbehälter komplettiert die Vorrichtung.

Zur Probenahme wird die Probenahmehandzange mit den Backen (1, 2) nach unten parallel zu dem zu beprobenden Pflanzenstengel gehalten. Der Arretierbolzen (6) ist auf Stellung "Schneiden", bei der die Backen (1, 2) nur bis kurz unterhalb der Schneidkanten zusammengeführt werden können, eingestellt. Mit dem auskragenden Teil der Probenahmehandzange wird ein Probestück aus dem Pflanzenstengel herausgeschnitten und im Sammel- und Preßraum (7) abgelegt. Weitere Probestücke kommen dazu und werden bedarfsweise mit dem Gutschieber (10) über den Sammel- und Preßraum (7) verteilt. Nach dem Abschneiden und Sammeln einer genügend großen Anzahl von Probestücken werden der Arretierbolzen (6) gelöst und die Backen (1, 2) vollständig zusammengedrückt. Der bei Schräghaltung der Probenahmezange über die Sammelrinnen (12) und die Bohrungen in die Tupfrinne (13) gelangende Preßsaft wird mit einem handelsüblichen Teststreifen aufgetupft und nach einer vorgegebenen Zeit die eingetretene Färbung mit den Farbmustern auf der Teststreifenpackung verglichen. Anhand einer mitgelieferten Tabelle kann die auszubringende Düngermenge sofort ermittelt werden. Die Entnahme der Teststreifen und der Vergleich der Farbwerte werden erleichtert, wenn die Teststreifenpackung in den Haltebügel (14) der Zange geklemmt ist. Letztlich werden die ausgepreßten Pflanzenteile mittels des Gutschiebers (10) bei geöffneter rechter Seitenwand (11) herausgeschoben und die Probenahmehandzange ist wieder einsatzbereit.

Bezugszeichen

1 obere Backe

2 untere Backe

3 Handgriff

4 Kolben

5 Platte

6 Arretierbolzen

7 Sammel- und Preßraum

8 Gegenschneide

9 linke Seitenwand

10 Gutschieber

11 rechte Seitenwand

12 Sammelrinne

13 Tupfrinne

14 Haltebügel


Anspruch[de]
  1. 1. Probenahmehandzange, vorzugsweise zur Entnahme von Pflanzenproben auf dem Feld und sofortigen Bestimmung des aktuellen Ernährungszustandes insbesondere des Stickstoffgehaltes der Pflanzen zur Ableitung nachfolgender Düngungsmaßnahmen bzw. als Bestandteil der Probenvorbereitung zur Bereitstellung von Pflanzenpreßsaft oder dgl., dadurch gekennzeichnet, daß die parallel geführten Backen (1, 2) seitlich auskragend sind, die untere Backe (2) aus einem Sammel- und Preßraum (7) mit vorn und hinten angeordneten Gegenschneiden (8), seitlich angebrachtem Gutschieber (10) bzw. abklappbarer Seitenwand (11) und Tupfrinne (13) und die obere Backe (1) ein in den Sammel- und Preßraum (7) passender Kolben (4) mit Schneidkanten vorn und hinten besteht und im Bewegungsbereich der Backen zueinander ein einschwenkbarer Arretierbolzen (6) angeordnet ist.
  2. 2. Probenahmehandzange nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterfläche des Kolbens (4) der oberen Backe (1) wahlweise eine auswechselbare Platte (5) mit Schneidkanten vorn und hinten ist.
  3. 3. Probenahmehandzange nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sammel- und Preßraum (7) der unteren Backe (2) am Boden wahlweise Sammelrinnen (12) mit nach außen gehender Bohrung oder Schlitz hat, die in die seitlich angebrachte Tupfrinne (13) münden.
  4. 4. Probenahmehandzange nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie wahlweise einen Haltebügel (14) für den Teststreifenbehälter besitzt.
  5. 5. Probenahmehandzange nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sammelrinne (12) auch als Schlitz zur Aufnahme eines Teststreifens ausgebildet sein kann.






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