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Dokumentenidentifikation DE68903973T2 19.05.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0334086
Titel Darmbezügliches Ernährungssystem unter Verwendung von gastrointestinaler Muskelelektrographie.
Anmelder Abbott Laboratories, Abbott Park, Ill., US
Erfinder Danis, Roger G., Westerville Ohio 43081, US;
Puryear, Jr., Harry A., Dublin Ohio 43017, US;
Isaac, Ronald M., Worthington Ohio 43085, US
Vertreter Abitz, W., Dipl.-Ing.Dr.-Ing.; Morf, D., Dr.; Gritschneder, M., Dipl.-Phys.; Frhr. von Wittgenstein, A., Dipl.-Chem. Dr.phil.nat., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Aktenzeichen 68903973
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, ES, FR, GB, IT, LI, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 06.03.1989
EP-Aktenzeichen 891038622
EP-Offenlegungsdatum 27.09.1989
EP date of grant 23.12.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1993
IPC-Hauptklasse A61J 15/00
IPC-Nebenklasse A61B 5/00   

Beschreibung[de]

Bei vielen Patienten ist die Ernährung über den Magen-Darm- Trakt der bevorzugte Weg der Nahrungsmittelabgabe, wobei entweder der Magen oder der obere Teil des Dünndarms die beiden Orte größerer Bedeutung sind. Die richtige Anordnung des Nährmittelaustritts eines enteralen Ernährungsschlauches am gewünschten Ort des Magen-Darm-Trakts war immer ein Problem. Selbst nach der richtigen Positionierung des Nahrungsmittelaustritts eines Ernährungsschlauches in entweder dem Magen oder dem Dünndarm ist es möglich, daß sich der Nahrungsmittelaustritt des Schlauches unerkannt vom ausgewählten Ort wegbewegt, worauf der Patient in eine riskante Ernährungssituation geraten kann. Ein übliches Verfahren zur Anfangspositionierung und danach zur Verifizierung der richtigen Anordnung des Nahrungsmittelaustritts eines solchen Magen-Darm-Ernährungsschlauches bedient sich der Röntgenstrahlen. Die wiederholte Verifizierung der richtigen Anordnung auf diese Weise ist nicht nur mühsam und teuer, sondern legt dem Patienten auch eine unnötige Röntgenbelastung auf.

Ein Versuch zur Verbesserung dieser Situation ist in USPatent 4 381 011 von Somers vom 26. April 1983 beschrieben, worin der pH-Wert oder die Azidität bestimmter Teile des Magen- Darm-Trakts durch eine am Ende des Ernährungsschlauches angeordnete pH-Meßvorrichtung verfolgt werden. Da der pH-Wert sich mit dem Fortschritt des Ernährungsvorgangs verändern kann und auch durch externe Faktoren beeinflußt werden kann, kann es den übertragenen Ergebnissen jedoch sehr an der gewünschten Genauigkeit fehlen. Röntgenstrahlen etc. wären wahrscheinlich aus Gründen der Sicherstellung notwendig.

Was Somers und die Beschreibung der Erfindung anbetrifft, sind die Basisfunktionen des Magen-Darm-Systems, dessen primäre Organe der Esophagus, der Magen und der Dünndarm sind, der mechanische Transport von Nahrung, die chemische Zersetzung von komplexen Nahrungsmittelbestandteilen und die Aufnahme verarbeiteter Nahrung in das Blut. Jedes der genannten primären Organe besitzt eine Muskelschicht, die sich zusammenzieht und die Nahrung durch das System vortreibt (Peristaltik). Diese Muskelkontraktion wird durch Nervengewebe über die Bewegung von Calcium- und anderen Ionen aus dem Inneren der Zelle in das Zelläußere und vice versa gesteuert. Dieser Effekt beginnt in einer spezifischen anatomischen Region, die als Schrittmacher bezeichnet wird und wird über die Muskelmasse dieses Organs propargiert. Der komplette Zyklus besteht in der Depolarisation, Hyperpolarisation und Repolarisation der Zellwand. Die Ionenkonzentrationen gehen während des Zyklus Zunahmen und Abnahmen ein, wobei jedes der vorgenannten Organe durch seine eigene zyklische Frequenz gekennzeichnet ist.

Ein Ziel der Erfindung ist die Verwendung dieser Ionenbewegung zur Anfangspositionierung und Bewertung oder Bestimmung der richtigen Position des Nahrungsmittelaustritts des erwähnten Magen-Darm-Ernährungsschlauches.

Dieses Ziel wird mit einer Vorrichtung erreicht, wie sie in Anspruch 1 definiert ist. Die Ionenbewegung in der Muskelmasse des Magen-Darm-Systems bewirkt eine chemische Wechselwirkung an der Oberfläche der Elektroden des Ernährungsschlauches gemäß der Erfindung, wodurch elektrische Potentiale erzeugt werden, und wobei die Spannung die Meßgröße für die Differenz zwischen den zwei Quellen des elektrischen Potentials an den Elektroden ist.

Die Elektroden des Ernährungsschlauches gemäß der Erfindung weisen daher jeden zyklischen Wechsel der elektrischen Spannung an ihrem Ort in dem Magen-Darm-Trakt eines Patienten nach.

Andererseits beruht Somers auf der Verdauungsaktivität im Magen, wo Nahrung chemisch durch Pepsin und Salzsäure zersetzt wird. Die Säure wird im Magen produziert, der daher im Vergleich zum Esophagus und zum Dünndarm wegen der Esophagus- und Pförtnerschließmuskeln jeweils am Eingang zum und Ausgang vom Magen normalerweise eine Zone hoher Säurekonzentration ist. Die Azidität wird in pH-Einheiten gemessen, die die Konzentration der Wasserstoffionen wiedergibt. Somit unterliegt die pH-Elektrode einer Reaktion, die von der Konzentration der angrenzenden Wasserstoffionen abhängig ist, wobei die Reaktion ein elektrisches Potential erzeugt. In pH-Systemen muß jedoch die zur Messung einer Spannung erforderliche zweite Potentialquelle von einer Referenzelektrode gebildet werden. Es ist daher offensichtlich, daß das pH-Wert- System von Somers in einem viel größeren Ausmaß vom Magen-Darm-Inhalt beeinflußt wird, als das erfindungsgemäße myoelektrographische System, weshalb das myoelektrographische System viel genauere Ergebnisse liefert.

Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung, die bei der anfänglichen Positionierung eines Ernährungsschlauches an einem erwünschten Ort im Magen-Darm-Trakt eines Patienten hilft und die eine kontinuierliche Gewähr dafür bietet, daß die Nahrung an diesem ausgewählten Ort abgegeben wird. Diese Vorrichtung stellt somit einen neuen fortgeschrittenen Grad der klinischen Patientenfürsorge dar. Falls ein automatisches Ernährungssystem, etwa eine Pumpe oder eine flußregulierende Klammer, im Betrieb mit dem erfindungsgemäßen Nahrungsmittelschlauch verbunden ist, wird jede Wanderungsbewegung seines Nahrungsmittelaustritts aus der gewünschten Position im Magen-Darm-Trakt automatisch festgestellt und übermittelt, worauf das Ernährungs-System automatisch abgestellt wird, bis der Nahrungsmittelaustritt des Ernährungsschlauches erneut an seinen richtigen Ort im Magen-Darm-Trakt des Patienten gebracht wurde.

Es wurde bestimmt, daß bestimmte Orte in des Menschen Anatomie unter Einschluß des Magen-Darm-Trakts sich durch elektrische Signale verschiedener Frequenzen auszeichnen, die durch die Muskelaktivität an diesen Orten erzeugt werden, wobei solche muskelgenerierten Signale als myoelektrische Signale bekannt sind. Beispielsweise ist bekannt, daß im normalen Menschen myoelektrische Signale im Magenbereich mit einer Rate von drei pro Minute erzeugt werden und im Duodenum des Dünndarms mit einer Rate von elf pro Minute. Andere Bereiche des Magen-Darm-Trakts, wie der Esophagus, der dem Pförtner nachgeordnete am meisten distale Bereich des Dünndarms und der Colon erzeugen anders frequente Signale. Der kontinuierliche Nachweis und die Verfolgung dieser myoelektrischen Depolarisationssignale am distalen Nahrungsmittelaustritt eines Ernährungsschlauches, eine als Myoelektrographie des Magen-Darm-Trakts bekannte Technologie, ergibt einen unmittelbaren Hinweis auf Veränderungen in seiner Positionierung. Weiterhin kann die Myoelektrographie des Magen-Darm-Trakts Veränderungen in der Funktion eines jeden dieser Bereiche des Magen- Darm-Trakts durch Bestimmung geringer Variationen der zuvor angesprochenen Frequenzen der Depolarisationssignale nachweisen, beispielsweise um automatisch die Betriebsgeschwindigkeit eines Ernährungssystems zu bestimmen und zu steuern und auch, um automatisch geeignete ausgewählte Nährmittel einzuführen, um automatisch die Rückkehr der Magen-Darm-Aktivität bei postoperativen Patienten zu verfolgen und/oder um zwischen Absorptionsstörungen und Rhythmusstörungen während diagnostischer Prozeduren zu unterscheiden.

Die Erfindung umfaßt einen Ernährungsschlauch, der an seinem distalen Ende, seinem Nährmittelaustritt, mit einer oder mehreren Elektroden ausgestattet ist, die solche myoelektrischen Signale nachweisen. Die Erfindung kann auch durch ein Verstärker/Filtermodul gekennzeichnet sein, dem die ermittelten Signale zugeführt werden, durch einen Monitor, der die Signale vom Modul empfängt, und durch ein Einspeisungssystem, das über den Monitor gesteuert werden kann.

Ein weiteres Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung eines neuen und verbesserten Systems zur Anfangspositionierung und danach Überwachung der Position eines Ernährungsschlauches im Magen-Darm-Trakt eines Patienten durch Nachweis und Uberwachung der darin erzeugten myoelektrischen Signale, die auch dazu verwandt werden können, ein enterales Nährmitteleinspeisungssystem zu steuern.

Ein weiteres Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung eines neuen und verbesserten Ernährungsschlauches des Typs, der einen Bolus an seinem distalen Ende und einen Y-Verbinder an seinem äußeren Ende aufweist, worin der Bolus eine oder mehrere im Abstand zueinander angeordnete und mit Drähten versehene Elektroden an sich aufweist, die von den Elektroden durch den Ernährungsschlauch zu einem Monitor führen.

Weitere Merkmale und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung. Die Erfindung wird hier lediglich als Beispiel mit Bezug auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben, von denen

Fig. 1 eine diagrammatischeAnsicht eines Lokalisierungs/Ernährungssystems ist, das die Erfindung verkörpert, mit einem nasal-enteralen Ernährungsschlauch mit einem im Dünndarm eines Patienten angeordneten Bolus, als ausgezogene Linie gezeigt, und mit einem abdominalen Stoma-Ernährungsschlauch mit einem im Magen angeordneten Bolus, als gestrichelte Linie dargestellt;

Fig. 2 eine vergrößerte Frontansicht, teilweise im Längsschnitt, einer Ernährungsschlauch/Bolus/Y-Verbinder-Anordnung ist, die die Erfindung verkörpert;

Fig. 3 eine diagrammatischeAnsicht einer Nasalkathederanordnung mit drei Elektrodeneinrichtungen ist, die jeweils im Esophagus, Magen und im Dünndarm angeordnet sind;

Fig. 4 eine weitere vergrößerte Seitenansicht, teilweise im Längsschnitt, eines Bolus mit einer modifizierten Anordnung der Elektroden darauf ist;

Fig. 5 ein vergrößerter Querschnitt entlang der Linie 5-5 von Fig. 4 ist; und

Fig. 6 eine Querschnittsdarstellung generell entlang der Linie 6-6 von Fig. 4 ist.

Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform

Wenn man jetzt auf die Zeichnungen Bezug nimmt, so sind in Fig. 1 zwei mögliche Formen eines Magen-Darm-Positionierungs/Ernährungssystems 10 gemäß der Erfindung zur Einspeisung von flüssigen Nährmitteln in vorgewählte Bereiche des Magen-Darm- Trakts dargestellt. Das System 10 schließt einen länglichen, flexiblen Ernährungsschlauch 12, 12a mit einem geeigneten Y-Verbinder 14, 14a an seinem proximalen Ende und einem Bolus 16, 16a an seinem distalen Nährmittelaustritt ein, wobei der Bolus 16, 16a mit spannungsmessenden (myoelektrische Signale) Elektroden 18' und 18" (Fig. 2 und 4) ausgestattet ist; ein Modul 20 zur Stärkung der nachgewiesenen myoelektrischen Signale und zum Ausfiltern unerwünschter Frequenzen; einen Monitor 22, der die nachgewiesenen Signale verarbeiten kann; sowie, in bestimmten Fällen, eine steuerbare Einspeisungsvorrichtung 24, wie eine Infusionspumpe oder eine flußregulierende Klammer.

Zwei von mehreren möglichen Formen des Systems 10 sind in Fig. 1 erläutert. Eine nasal-enterale Einspeisungsanordnung in den oberen Teil oder das Duodenum 26 des Dünndarms 28 eines Patienten, ausgezogen dargestellt, ist durch den Ernährungsschlauch 12 gekennzeichnet, der sich durch den Esophagus 30 des Patienten und durch des Patienten Magen 32 erstreckt, wobei der Bolus 16 im Duodenum 26 des Patienten angeordnet ist. Der Y-Verbinder 14 ist am proximalen Ende des Ernährungsschlauches 12 angeordnet und umhüllte Drähte 34' und 34", die mit den Elektroden 18' und 18" durch einen Verbinder 19' und einen Verbinder für Draht 34", der in Fig. 2 nicht sichtbar ist, verbunden sind, erstrecken sich durch den Ernährungsschlauch 12 (Fig. 2 und 3) und aus dem Y-Verbinder 14 durch dessen Arm 36 heraus zur Verbindung mit dem Verstärker/Filtermodul 20. Wie am besten in Fig. 5 dargestellt ist, kann ein separater Durchgang oder Kanal 60 im Ernährungsschlauch 12, 12a für die Elektrodendrähte 34' und 34" vorhanden sein. Eine abdominale Stoma-Ernährungsanordnung, die transkutan in den Magen 32 des Patienten führt, wie gestrichelt in Fig. 1 dargestellt, ist durch den Ernährungsschlauch 12a gekennzeichnet, der sich durch eine Stoma 46 in der Magenwand 48 erstreckt, wobei der Bolus 16a im Magen 32 angeordnet ist. Einstellbare Rückhalteglieder 50 und 52 sind am Ernährungsschlauch 12a jeweils am internen und externen Ende der Stoma 46 zur Verhinderung einer unerwünschten Bewegung des Ernährungsschlauches 12a in Relation dazu vorhanden. Der Y-Verbinder 14a ist am proximalen Ende des Ernährungsschlauches 12a vorgesehen und umhüllte Elektrodendrähte 34a' und 34a" erstrecken sich aus dem Y-Verbinder 12a durch seinen Arm 36a heraus zur Verbindung zum Verstärker/Filtermodul 20.

Obwohl in den Zeichnungen nicht dargestellt, ist festzuhalten, daß der Bolus 16 des nasal-enteralen Ernährungsschlauches 12 im Magen 32 angeordnet sein kann, falls erwünscht, im verbleibenden Dünndarm oder im Colon (nicht gezeigt), falls die myoelektrischen Signale dieser Bereiche des Magen-Darm-Trakts eines Patienten überwacht werden sollen. Desgleichen ist festzuhalten, daß der Bolus 16a eines abdominalen Stoma-Ernährungsschlauches 12a im Duodenum 26 oder selbst im verbleibenden Teil des Dünndarms oder im Colon eines Patienten angeordnet sein kann. Wie in Fig. 3 erläutert, gibt es Fälle, in denen aus diagnostischen oder Behandlungsgründen ein Ernährungsschlauch 12 wünschenswert ist, der sich durch den Nasendurchgang 62 eines Patienten erstreckt und der drei im Abstand zueinander angeordnete Elektrodeneinrichtungen an sich aufweist, eine Esophagus-Elektrodeneinrichtung 64, eine Magen-Elektrodeneinrichtung 66 und eine Dünndarm-Elektrodeneinrichtung 68.

Das Verstärker/Filtermodul 20, das alle Frequenzen außerhalb des Bereiches des physiologischen Interesses wie auch das 60 Hertz-Geräusch ausfiltert, verstärkt das nachgewiesene Signal auf eine für den Monitor 22 annehmbare Größenordnung und nimmt auch die Impedanzabstimmung zwischen den Elektroden 18' und 18" des Ernährungsschlauches und dem Monitor 22 vor. Das Modul 20 ist in geeigneter Weise mit dem Monitor 22 verbunden, wie bei 38, und der Monitor 22 kann in geeigneter Weise mit der Einspeisungsvorrichtung 24 verbunden sein, wie bei 40. Der Monitor 22 ist eine elektronische Vorrichtung, die dazu geeignet ist, die nachgewiesenen elektrophysiologischen oder myoelektrischen Signale, die vom Modul 20 empfangen werden, auf eine Weise zu verarbeiten, daß die Eigenheiten der verschiedenen Segmente der elektrischen Aktivität des enteralen Trakts schnell identifiziert werden können. Sobald die Parameter der Signale bestimmt sind, können sie durch die Programmierung des Monitors 22 mit ausgewählten Standards verglichen werden. Das Monitorprogramm enthält auch einen logischen Weg, so daß die Ergebnisse des Vergleichs zur Kontrolle der Einspeisungsvorrichtung 24 verwandt werden können, wodurch die Einspeisungsvorrichtung 24 dahingehend gesteuert werden können, daß sie die gegenwärtige Einstellung der Einspeisungsrate beibehält oder erhöht/vermindert oder selbst ein anderes Nährmittel auswählt. Dieses einzigartige System 10 ergibt somit eine Lösung für das Problem der Überbelastung des Magen-Darm-Trakts eines Patienten. Die Ernährung wird normalerweise mit geringer Infusionsgeschwindigkeit begonnen, die periodisch erhöht wird, bis der Nährmittelbedarf des Patienten getroffen ist oder der Patient Unwohlsein oder andere Symptome zeigt. Gleichwohl erlaubt es das System 10, Verdauungsprobleme zu erkennen und ihnen durch Regulierung der Ernährungsgeschwindigkeit vorzubeugen, bevor es zu einer gastrischen Überbelastung und dem Beginn von gefährlicheren physischen Symptomen, wie Krämpfen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, gastrischem Rückfluß oder Bronchopneumoniä kommt. Die Einspeisungsvorrichtung 24 kann mit einem anderen Arm 42, 42a des Y-Verbinders 14, 14a über ein Schlauchset 44, 44a verbunden sein.

Ein anderes größeres Problem der Ernährung über den Magen-Darm-Trakt ist das der anfänglichen Positionierung des Nährmittelaustritts des Schlauches 12, 12a oder des Bolus 16, 16a am erwünschten Ort im Magen-Darm-Trakt während der Intubierung und der späteren Verifizierung des noch richtigen Sitzes. Die bisherige und gegenwärtige Praxis ist die Verwendung von Röntgenstrahlen, die Ansaugung und die Askultation zur Lokalisierung des Bolus, von denen alle schwere Nachteile aufweisen. Das gegenwärtige System 10 ergibt eine direkte kontinuierliche und verläßliche Methode zur Überwindung dieses Problems, da der Monitor 22 nicht nur zur Regulierung der Einspeisungsgeschwindigkeit programmiert werden kann, sondern auch zur Abgabe eines Alarmtons oder zur anderweitigen Alarmierung eines Beobachters, während es simultan die Einspeisung unterbrechen kann, sollte der Bolus 16, 16a von seiner richtigen Einspeisungsposition fortwandern oder sollte eine Krankheit, wie Dysrythmie auftreten. Der Monitor 22 kann auch eine Anzeige und Speichervorrichtungen aufweisen, etwa eine CRT-Anzeige, einen Schreiber und/oder einen Magnetbandaufzeichner, um die nachgewiesenen Signale aufzuzeichnen.

Mit Bezug auf Fig. 2 und 4 ist festzuhalten, daß die Elektorden 18' und 18" der bevorzugten Ausführungsform in Form von Spulen aus feinem Metalldraht vorliegen, der um den Bolus 16 im Abstand und benachbart zu den Nährmittelaustritten 44 und 56 im Bolus 16 gewickelt sind. Der Metalldraht für die Elektroden 18' und 18" sollte gute elektrische Leitfähigkeit aufweisen, wie beispielsweise bei Gold-, Silber- und Platindraht. Eine andere geeignete Elektrode mit Spulenwicklung wäre eine Silber/Silberchloridelektrode aus mit Chloridsalz von Silber beschichtetem Silberdraht. Die Konfiguration in Form einer gewickelten Spule ergibt eine leitende Oberfläche um den Umfang des Bolus 16 herum, wobei Flexibilität dadurch gewährleistet ist, daß sich die einzelnen Spulen in Einklang mit Veränderungen in der Form des Bolus 16 deformieren und verbiegen können, etwa während des Intubierungsverfahrens.

Gleichwohl ist festzuhalten, daß viele andere Elektrodenformen neben Elektroden in Wickelspulenform im erfindungsgemässen Positionierungs/Einspeisungssystem 10 für den Magen-Darm- Trakt verwandt werden können.

Die vielkanalige Ernährungsschlauchanordnung, wie sie am besten in Fig. 4 und 5 erläutert ist, ergibt eine Einrichtung zum Nachweis myoelektrischer Signale an erwünschten Orten des Magen-Darm-Trakts eines Patienten, während gleichzeitig flüssige Nährmittel am Nachweisort eingeführt werden. Zwei Wege werden im Schlauch 12 bereitgestellt, ein Flüssigkanal 58, der über die Länge des Schlauches 12 verläuft und ein Mittel für das flüssige Nährmittel bereitstellt, von seiner Quelle, der Einspeisungsvorrichtung 24, zu den Nahrungsmittelaustritten 54 und 56 des Bolus zu gelangen, sowie ein getrennter Kanal oder Durchgang 60, der vom Flüssigweg 58 getrennt ist, sich jedoch immer noch im Inneren des Schlauches 12 befindet und ein Mittel für die elektrische Kommunikation zwischen den Elektroden 18' und 18" und dem Modul 20 mittels Durchgang der erhöhten Drähte 34' und 34" bereitstellt.

Obwohl mehrere mögliche Ausführungsformen der Erfindung gezeigt und beschrieben wurden, ist es für den Fachmann offensichtlich, daß Aenderungen und Modifizierungen vorgenommen werden können, ohne von der Erfindung abzuweichen, und die nachfolgenden Ansprüche sollen alle Veränderungen und Modifikationen als in den eigentlichen Gedanken und den Bereich der Erfindung fallend abdecken.

Wo in einem Anspruch erwähnte technische Merkmale von Bezugszeichen begleitet werden, wurden diese Bezugszeichen aus dem alleinigen Grund hinzugenommen, die Lesbarkeit der Ansprüche zu erhöhen, so daß solche Bezugszeichen keinen beschränkenden Effekt auf den Schutzbereich eines jeden Elements ausüben, das beispielhaft durch solche Bezugszeichen identifiziert ist.


Anspruch[de]

1. Vorrichtung (10) zur Bestimmung des Orts eines Nährmittelaustritts eines Ernährungsschlauches zur Einführung von flüssigem Nährmittel in den Magen-Darm-Trakt eines Patienten und/oder zur Bestimmung von Veränderungen in der Funktion verschiedener Bereiche des Magen-Darm-Trakts, worin

der Ernährungsschlauch (12, 12a) ein distales und ein proximales Ende (14, 14a; 16, 16a) und wenigstens einen Nährmittelaustritt (54, 56) am distalen Ende (14, 14a) aufweist und die Vorrichtung (10)

am distalen Ende (14, 14a) eine Sonde (18', 18") zur Bestimmung und Weiterleitung von Signalen umfaßt, die für deren Ort im Magen-Darm-Trakt repräsentativ sind, sowie eine Monitoreinrichtung (22) für diese Signale, dadurch gekennzeichnet, daß die Sonde wenigstens eine spannungsempfindliche Elektrode (18', 18") zur Aufnahme von myoelektrischen Signalen umfaßt, die von dem umgebenden Bereich des Magen-Darin-Trakts in dem das distale Ende (14, 14a) und die entsprechende Elektrode (18', 18") lokalisiert ist, entwickelt werden.

2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das distale Ende des Ernährungsschlauches (12) mit einem Bolus (16, 16a) mit wenigstens einem Nährmittelaustritt (54, 56) versehen ist und daß die Sonde ein oder mehrere Drahtelektroden (18', 18") um zueinander im Abstand angeordnete Teile des Bolus (16,16a), vorzugsweise benachbart zum Nährmittelaustritt (54, 56), aufweist.

13. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrode (18', l8") Kabel (34', 34") aufweist, die sich durch den Ernährungsschlauch (12) erstrecken und an die Monitoreinrichtung (22) anschließbar sind.

4. Vorrichtung (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Drahtelektroden (18', 18") aus Golddraht, Silberdraht, Platindraht oder Silber/Silberchloriddraht ausgebildet sind.

5. Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das proximale Ende des Ernährungsschlauches (12) mit einem Y-Verbinder (14) ausgestattet ist und daß die Vorrichtung (10) weiterhin eine Einspeisungsvorrichtung (24) aufweist, die zur Abgabe von flüssigem Nährmittel durch den Ernährungsschlauch (12) an vorbestimmte Teile des Magen-Darm-Trakts betreibbar mit dem Y-Verbinder (14) verbunden ist, sowie eine Monitoreinrichtung (22) zur selektiven Steuerung der Einspeisungs-Vorrichtung (24) in Abhängigkeit von den von der Sonde (18', 18") gelieferten Signalen.

6. Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (10) weiterhin Sonden aufweist, die eine Vielzahl von Elektroden (64, 66, 68) an zueinander im Abstand angeordneten Teilen des Ernährungsschlauches (12) aufweist, die vorzugsweise im Esophagus, dem Magen und im Dünndarm zur Bestimmung von in diesem Teil des Magen-Darm-Trakts entwickelten myoelektrischen Signalen angeordnet sind, sowie eine Monitoreinrichtung (22) für diese weiteren Signale.

7. Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Ernährungsschlauch (12) vom Typ mit mehreren Durchgängen ist und einen Flüssigkeitskanal (58) über die Länge des Schlauches (12) aufweist, der es dem flüssigen Nährmittel erlaubt, von der Einspeisevorrichtung (24) zum Nährmittelaustritt (54, 56) zu gelangen, sowie einen vom Flüssigkeitskanal (58) getrennten, jedoch innerhalb des Schlauchs (12) angeordneten Kanal (60) der die elektrische Kommunikation zwischen den Elektroden (18', 18") und den jeweiligen Enden der Elektrodenkabel (34', 34"), die an die Monitoreinrichtung (22) anschließbar sind, erlaubt.

8. Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (10) weiterhin ein Verstärker/Filtermodul (20), das elektrisch mit der Monitoreinrichtung (22) und mit den jeweiligen Enden der Elektrodenkabel (34a', 34a") zur Verstärkung der aufgespürten myoelektrischen Signale von den Elektroden (18', 18") und zur Ausfilterung unerwünschter Frequenzen verbunden ist, aufweist.

9. Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Monitoreinrichtung (20) vom progammierbaren Typ ist und Anzeige- und Speichereinrichtungen aufweisen kann, um eine Aufzeichnung der aufgespürten Signale zu ermöglichen, und dahingehend programmierbar ist, daß sie nicht nur die Einspeisungsrate des flüssigen Nährmittels aus der Einspeisungsvorrichtung (24) reguliert, sondern auch zur Verarbeitung der elektrophysiologischen oder myoelektrischen Signale geeignet ist, die von der einen oder mehreren Sonden (18', 18", 64, 66, 68) empfangen werden, so daß die einzelnen Eigenschaften der verschiedenen Segmente der elektrischen Aktivität des enteralen Trakts einfach identifiziert und mit ausgewählten Standardwerten verglichen werden können, und die Ergebnisse des Vergleichs dazu verwandt werden können, die Einspeisungsvorrichtung (24) zu steuern und/oder einen Alarm auszulösen oder einen Beobachter auf andere Weise zu aktivieren, während gleichzeitig die Einspeisung von flüssigem Nährmittel beendet werden kann, wenn der Bolus (16, 16a) des Ernährungsschlauches (12) von seiner richtigen Einspeisungsposition wegwandern oder eine Krankheit, wie Dysrythmien, auftreten sollte.

10. Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Ernährungsschlauch (12) vom Typ mit nasal-enteraler Einführung oder vom Typ der Einführung durch die Bauchdecke in den Magen ist.







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