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Dokumentenidentifikation DE69000757T2 19.05.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0399924
Titel Werkzeuge zur Präzisionsbearbeitung von zum Beispiel Ventilsitzen.
Anmelder Société d'Etude et de Réalisation et de Diffusion Industrielles - SERDI, Annecy, FR
Erfinder Leroux, Jacques, F-74940 Annecy-le-Vieux, FR;
Gallez, Francois, F-74000 Annecy, FR
Vertreter Witte, A., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Weller, W., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Gahlert, S., Dipl.-Wirtsch.-Ing.Dr.-Ing.; Otten, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anwälte, 7000 Stuttgart
DE-Aktenzeichen 69000757
Vertragsstaaten CH, DE, ES, FR, GB, IT, LI, SE
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 15.05.1990
EP-Aktenzeichen 904202272
EP-Offenlegungsdatum 28.11.1990
EP date of grant 13.01.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1993
IPC-Hauptklasse B23C 3/05

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Arbeitsgerät zur Präzisionsbearbeitung. Unter Präzisionsbearbeitung versteht man jedes Arbeiten an einem Metallteil mit einem Schneidwerkzeug, wie es beispielsweise beim Ausbohren, Fräsen, Gewindeschneiden, Schleifen oder jeder anderen Form der spanabhebenden Metallbearbeitung geschieht, oder wie es bei einem Schleifwerkzeug zum Abheben von metallischen Partikeln geschieht.

Die vorliegende Erfindung ist unter Bezug auf das Schleifen von Ventilsitzen von Verbrennungsmotoren dargestellt und beschrieben.

Aus dem Dokument FR-A-1 555 211 sowie auf dem Gebiet des Schleifens von Ventilsitzen kennt man ein leichtes Arbeitsgerät zum Schleifen, das umfaßt:

- einen Träger, der Mittel zur magnetischen Befestigung auf dem zu bearbeitenden Stück, d.h. auf dem Zylinderkopf des Verbrennungsmotors, umfaßt,

- eine Hülse, die mit einer kugelförmigen Ausrichtnuß versehen ist, welche auf einem magnetischen Trägerarm montiert ist; die Hülse weist eine Durchgangsbohrung auf, deren Achse durch die Mitte der kugelförmigen Nuß geht,

- eine bezüglich Rotation und Translation in der Durchgangsbohrung der Hülse frei beweglich montierte Welle,

- eine zu der Achse der Welle koaxiale Führungsstange, welche die letztere zu einem Ende verlängert, das dazu vorgesehen ist, auf abgestimmte Weise in eine Referenzbohrung, d.h. in die Führung einer Ventilspindel, einzugreifen,

- eine Schraube oder Mittel zum Festklemmen der Hülse in ihrer Ausrichtung, die an dem Ende vor dem magnetischen Trägerarm vorgesehen sind,

- ein Werkzeug zur Drehbearbeitung, das an dem Ende der Welle auf der Seite der Führungsstange mittels einer Werkzeughaltevorrichtung montiert ist,

- Mittel zur Höhenverstellung der mit der Führungsstange versehenen Welle bezogen auf die Hülse, die "Abgriff des Durchganges" genannt werden; diese Mittel bestehen aus einer auf der Hülse gegenüber von dem Bearbeitungswerkzeug montierten Kappe, die nach oben durch eine Feder rückgestellt wird und nach unten durch einen Hebel manipuliert werden kann,

- gegenüber von dem Bearbeitungswerkzeug Mittel vom manuellen Typ für den Drehantrieb.

Neuerdings hat man ein Arbeitsgerät zum Schleifen vorgeschlagen und auf den Markt gebracht, das sich von dem vorstehend beschriebenen Arbeitsgerät in den folgenden Punkten unterscheidet:

- es umfaßt ein Gehäuse auf dem zu bearbeitenden Teil, das auf geeignete Weise auf dem zu bearbeitenden Teil befestigt ist,

- dieses Gehäuse enthält zwei zu der kugelförmigen Nuß komplementär konkav gestaltete Aufnahmen, die beidseits der Nuß angeordnet sind; das Gehäuse umfaßt weiter zwei Öffnungen, welche den Durchgang und die Verschiebung der Hülse und der Welle erlauben,

- und die Mittel zum Festklemmen der Hülse in ihrer Ausrichtung bestehen aus mechanischen Klemmitteln für die beiden komplementär ausgestalteten Aufnahmen.

Die vorliegende Erfindung hat ein Werkzeug vom vorstehend definierten Typ zum Gegenstand, welches zum Schleifen von Ventilsitzen von Verbrennungsmotoren mit geringer Leistung eingerichtet ist, wie die von Rasenmähern oder tragbaren Stromerzeugern. Erfindungsgemäß und in Kombination:

a) die Welle und die Führungsstange sind in einstückiger Weise längs einer einzigen austauschbaren Arbeitsspindel ausgebildet, die längs ihrer Höhe einen ersten Abschnitt oder eine Nabe aufweist, welche(r) eine Welle mit einem Nenndurchmesser bildet, und die einen eine Führungsstange bildenden zweiten Abschnitt mit geringerem Durchmesser umfaßt,

b) das oder die Teile des Arbeitsgerätes, die außerhalb des Gehäuses und an der Seite gegenüber von dem Bearbeitungswerkzeug gelegen sind, z.B. die Mittel zur Höheneinstellung der Arbeitsspindel, bestimmen zusammen für die Arbeitsspindel eine Herausnahmeöffnung, die längs der Achse der Durchgangsbohrung der Hülse ausgerichtet ist und einen wenigstens dem Nenndurchmesser entsprechenden Durchmesser aufweist,

c) ein das Bearbeitungswerkzeug tragendes Adapterteil ist verschiebbar auf der Nabe oder Welle der Arbeitsspindel montiert und auf dem auf der Seite der Führungsstange gelegenen Ende der Arbeitsspindel wenigstens mittels reversibler Blockiermittel festgeklemmt, die für den Anwender über die Einrichtung zum Befestigen des Gehäuses zugänglich sind, was das Herausnehmen der auswechselbaren Arbeitsspindel aus der außerhalb des Gehäuses gelegenen Herausnahmeöffnung ermöglicht,

d) die Mittel zur Höheneinstellung der Arbeitsspindel umfassen einerseits eine bezogen auf die Hülse in Translationsrichtung bewegbare Muffe zur Kupplung mit der Nabe der Arbeitsspindel in Drehrichtung und andererseits für eine Manipulation durch den Anwender von außen zugängliche reversible Mittel, wie eine Schraube, zur Blockierung der Muffe gegenüber der Nabe in Drehrichtung.

Bei einem ausgeführten Arbeitsgerät wird es Dank der Erfindung ermöglicht, die Arbeitsspindel und dementsprechend die Führungsstange auszuwechseln, während man das Arbeitsgerät auf dem Zylinderkopf beläßt. Dafür reicht es aus, Zugang zu den Mitteln zum Blockieren der Drehbewegung der Muffe und des Adapterteiles gegenüber der Nabe zu haben und die Drehblockierung dieser Elemente aufzuheben, dann die Arbeitsspindel aus dem Gehäuse durch die zylindrische Öffnung herauszuziehen, welche durch die Ausrichtung der Durchgangsbohrung der Muffe und der Herausnahmeöffnung der außerhalb des Gehäuses gelegenen Teile gebildet ist.

Eine derartige Funktion erweist sich insbesondere für den Fall der Bearbeitung von kleinen Verbrennungsmotoren als nützlich, bei denen es sich als nötig erweist, das Arbeitsgerät auf dem Zylinderkopf zu fixieren.

Indem erfindungsgemäß ein Satz von Arbeitsspindeln hergerichtet wird, die jeweils eine Nabe mit dem Nenndurchmesser der Querbohrung der Hülse sowie Abschnitte umfassen, welche Führungsstangen mit jeweils unterschiedlichen Durchmessern bilden, kann der Fachmann jedenfalls ohne Schwierigkeit die Arbeitsspindel und dementsprechend die Führungsstange in der Führung der Ventilspindel auswechseln und justieren, bezogen auf welche er den Sitz abschleifen muß.

Dank der Erfindung erlaubt die Translationsfreiheit längs der Höhe der Arbeitsspindel nicht nur dessen vollständige Herausnahme aus dem Arbeitsgerät, sondern ebenfalls dessen Höhenjustierung bezogen auf das zu bearbeitende Teil; dafür genügt es, die Arbeitsspindel bezogen auf die Kupplungsmuffe freizugeben. Die Arbeitsspindel ist dann bezogen auf den Rest des Arbeitsgerätes frei verschiebbar und kann durch den Anwender auf eine Höhe eingestellt werden, die, was die Führung angeht, mit der Position der Führung des zu schleifenden Sitzes, und was das Werkzeug angeht, mit der Position des Sitzes kompatibel ist.

Ein erfindungsgemäßes Arbeitsgerät erweist sich insbesondere als einfach anzuwenden oder handzuhaben, insbesondere Dank der Möglichkeit der Herausnahme und der Auswechselbarkeit der Arbeitsspindel und dementsprechend der Führungsstange, wobei man das Arbeitsgerät an Ort und Stelle so wie zum Beispiel auf der Fläche der Zylinderkopfdichtung des Verbrennungsmotors oder auf dem Zylinderkopf befestigt läßt.

Die "Durchgangsabgriff" genannten Mittel zur Höheneinstellung erlauben insbesondere das progressive Absenken des Bearbeitungswerkzeuges in Übereinstimmung mit dem Schleifvorgang. Und sein Höhenhub kann völlig unzureichend sein, um das Werkzeug vor oder während der Bearbeitung in der Höhe zu positionieren. Wenn dieser Hub unzureichend ist, kann folglich die Arbeitsspindel bezogen auf die Rotationsverbindung gelöst, in der Höhe justiert und auf neue mit der Kupplungsmuffe verbunden werden.

Diese verschiedenen Justierungen werden u.a. dadurch ermöglicht, daß die Arbeitsspindel, welche auf einstückige Weise die Führungsstange und die Welle umfaßt, für den Anwender einerseits in der Höhe und andererseits quer durch die Befestigungsmittel oder den Fuß des Arbeitsgerätes hindurch zugänglich ist.

Die vorliegende Erfindung wird nun unter Bezug auf die beigefügte Zeichnung beschrieben, in der:

- Fig. 1 eine Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Arbeitsgerätes darstellt, mit teilweisen Schnitten längs einer durch die Achse der Welle gehenden Ebene,

- Fig. 2 eine Schnittdarstellung des oberen Abschnittes des Arbeitsgerätes darstellt, welche eine Justierung in der untersten Position der Arbeitsspindel und dementsprechend der Welle zeigt,

- Fig. 3 eine Schnittdarstellung desselben Arbeitsgerätes längs der Linie II-II aus Fig. 1 darstellt,

- Fig. 4 eine Schnittdarstellung desselben Arbeitsgerätes längs der Linie III-III aus Fig. 1 darstellt, und

- Fig. 5 eine Draufsicht auf zu dem Arbeitsgerät aus den Fig. 1 bis 4 gehörende Befestigungsmittel oder Trägermittel zeigt.

Gemäß Fig. 1 wird mit dem Bezugszeichen 1 ein Zylinderkopf eines Verbrennungsmotors gezeigt, welcher einen koaxial zu einer Führung (1b) der Ventilspindel zu formenden oder zu schleifenden Ventilsitz (1a) aufweist.

Ein erfindungsgemäßes Arbeitsgerät umfaßt die folgenden prinzipiellen Teile:

- ein Gehäuse (2),

- eine Einrichtung zum Befestigen (63) oder Tragen des Gehäuses (2) an dem zu bearbeitenden Zylinderkopf (1),

- eine Hülse (3), die mit einer in dem Inneren des Gehäuses (2) montierten kugelförmigen Ausrichtnuß (3a) versehen ist, wobei diese Hülse eine Durchgangsbohrung (3b) aufweist, deren Achse durch die Mitte der Nuß (3a) geht,

- zwei in dem Inneren des Gehäuses beidseits der Nuß angeordnete, zu der kugelförmigen Nuß (3a) komplementär konkav gestaltete Aufnahmen (4) und (5),

- eine einstückige Arbeitsspindel (6), welche längs ihrer Höhe einen ersten Abschnitt (6a) oder eine Nabe aufweist, welche eine Welle bildet, die einen vorbestimmten Nenndurchmesser hat, und die einen eine Führungsstange bildenden zweiten Abschnitt (6b) mit geringerem Durchmesser umfaßt,

- Mittel (7) um die Hülse (3), wie nachstehend beschrieben, in ihrer Ausrichtung und Position zu blockieren,

- ein Werkzeug (8) zur Drehbearbeitung, das an dem Ende der Welle (6a) auf der Seite der Führungsstange (6b) montiert ist, und zwar einerseits mittels eines Adapterteiles (9), das auf der Nabe oder Welle (6a) an dem Ende der letzteren auf der Seite der Führungsstange (6b) montiert und drehfest gesichert ist, und andererseits mittels einer vertikal zu dem Adapterteil (9) montierten Werkzeughaltevorrichtung (10), welche, wie gesagt, das Werkzeug (8) trägt,

- Mittel (11) zur Höhenverstellung der Arbeitsspindel (6) und dementsprechend der Welle (6a) bezogen auf die Hülse (3); diese Mittel (11) sind auf der Hülse (3) außerhalb des Gehäuses (2) gegenüber von dem Bearbeitungswerkzeug (8) montiert,

- Mittel (12) für den Drehantrieb der Arbeitsspindel (6), völlig außerhalb des Gehäuses (2) oberhalb der Mittel (11) zur Höhenverstellung und gegenüber von dem Arbeitswerkzeug (8).

Das Gehäuse (2), das die Form eines Zylinders aufweist, dessen Achse durch die Mitte der kugelförmigen Nuß (3a) geht, umfaßt zwei übereinander angeordnete Abschnitte, und zwar einen Topf (13) mit einem Außengewinde (13a) sowie eine Kappe (14) in Form einer auf einstellbare Weise auf den Topf (13) schraubbaren Mutter. Beidseits der kugelförmigen Nuß (3a) oder Spindelmuffe weist das Gehäuse jeweils eine Öffnung auf, und zwar (14a) in der Kappe (14) und (13a) in dem Topf (13); jede dieser Öffnungen erlaubt den Durchgang der Welle (6a) mit Winkelverstellbarkeit, wie nachstehend beschrieben wird. Die beiden Aufnahmen (4 und 5) weisen außerhalb ihrer konkaven sphärischen Kontaktfläche mit der Nuß (3a) jede die Form einer zylindrischen Platte auf. Die untere Platte (5) ist in einer Referenzebene auf der Innenfläche (13b) bewegbar, die eben ist und in dem Inneren des Topfes (13) und dementsprechend des Gehäuses (2) angeordnet ist. Die obere Aufnahme (4) ruht frei auf der kugelförmigen Nuß (3a). Die Kappe oder Mutter umfaßt übrigens einen kreisförmigen Bereich (14b), der in dem Inneren des Gehäuses (2) gelegen ist und sich während der Verschraubung auf der oberen Aufnahme (4) mittels eines Nadellagers (15) abstützt.

Die Mittel zur Höheneinstellung (11), oder der Schraubentrieb der Arbeitsspindel (6) umfassen einerseits eine Stellmutter (16), die auf eine zu der Hülse (3) gehörende Gewindemuffe (3c) aufgeschraubt ist, und andererseits eine frei drehbar auf der Mutter (16) montierte Muffe (17) zur Drehkupplung mit der Nabe (6a) der Arbeitsspindel. Diese Drehfreiheit wird mittels einer zu der Kupplungsmuffe (17) gehörenden Radialverrippung (17a) und zweier Reibringe (18) beidseits der Rippe (17a) in einer zu diesem Zweck in der Mutter (16) vorgesehenen Aufnahme erreicht. Die Radialverrippung (17a) umfaßt ein Innengewinde für den Durchgang einer Schraube (19) zur Drehblockierung der Kupplungsmuffe (17) gegenüber der Nabe (6a). Die Mutter (16) umfaßt eine Radialbohrung (16a), welche auf die die Rippe (17a) der Kupplungsmuffe (17) enthaltende Aufnahme zugreift; durch Drehung der Mutter (16) gegenuber der Rippe (17a) ist es möglich, die Bohrung (16a) mit dem Kopf der Schraube (19) in Übereinstimmung zu bringen und als Folge die letztere auf reversible Weise zu blockieren oder zu lösen, um die Nabe (6a) bezogen auf die Muffe (17) freizugeben oder zu blockieren.

Die Mittel (12) für den Drehantrieb bestehen aus einer Kurbel, deren Kopf (20) fest und Dank einer nicht gezeigten Abflachung in Drehrichtung blockiert auf der Kupplungsmuffe (17) montiert ist. Der Kopf (20) umfaßt eine Durchgangsbohrung (20a), welche das Herausnehmen der Arbeitsspindel (6) erlaubt, wie nachstehend beschrieben wird.

Wie die Fig. 1 zeigt, bestimmen die außerhalb des Gehäuses (2) und auf der Seite gegenüber von dem Bearbeitungswerkzeug (8) gelegenen Teile des Arbeitsgerätes, insbesondere die zu den Mitteln (11) für die Höheneinstellung der Arbeitsspindel (6) gehörende Kupplungsmuffe (17) und der Kopf der Kurbel (20) zusammen eine Herausnahmeöffnung für die Spindel (6), welche durch die Ausrichtung der Bohrung (17b) der Muffe (17) und die Bohrung (20a) des Kopfes (20) gebildet ist, und zwar längs der Achse der Durchgangsbohrung (3b) der Hülse (3); dabei ist der Durchmesser dieser verschiedenen Bohrungen wenigstens gleich dem der Nabe (6a) außerhalb der Hülse (3).

Um zu Beginn eines Bearbeitungsvorganges die kugelförmige Nuß (3a) zu zentrieren, umfaßt das Gehäuse (2) und genauer gesagt der Topf (13) einerseits drei Zentrierstifte (21) für den beweglichen Sitz (5), welche zueinander radial unter 120º angeordnet und bezogen auf das Gehäuse (2) in Translationsrichtung beweglich sind, und andererseits einen konzentrisch außerhalb des Gehäuses (2) angeordneten Betätigungsring (22), der drei innere Rampen (22a) umfaßt, welcher durch Drehung in einer vorbestimmten Richtung einen radialen Druck der drei Stifte (22) gegen die Mitte des Gehäuses sicherstellen kann.

Was die Einrichtung (63) zum Befestigen des Gehäuses (2) angeht, so besteht sie aus einem bezogen auf das letztere demontierbaren Träger. Dieser Träger umfaßt auf der einen Seite einen Fuß (63a) mit Bohrungen (63b) für Stiftschrauben zur Installation auf dem zu bearbeitenden Zylinderkopf (1) und auf der anderen Seite einen Tisch (63c) zur Aufnahme und Befestigung des Gehäuses (2) mittels Schrauben (65). Auf diese Weise ist es möglich, für verschiedene Zylinderköpfe oder Motoren das selbe Arbeitsgerät und genauer gesagt bis auf den Träger (63) die verschiedenen Teile zu verwenden, in dem jeweils der Träger (63) adaptiert wird.

Die Funktion eines erfindungsgemäßen Arbeitsgerätes ergibt sich aus der vorstehenden Beschreibung und kann kurz im Zusammenhang mit den folgenden Bedienungsphasen zusammengefaßt werden:

- durch Losschrauben der Kappe (14) lockert man die Aufnahmen (4, 5) zueinander und gibt die aus der in Kontakt mit den beiden Aufnahmen (4, 5) befindlichen kugelförmigen Nuß (3a) bestehende Anordnung bezogen auf die Gleitfläche (13b) frei,

- durch Drehung des Ringes (22) gegen den Uhrzeigersinn zentriert man die Aufnahme (5) und in der Folge die Nuß (3a) und die auf der letzteren ruhende obere Aufnahme (4); durch Drehung des Ringes in die andere Richtung gibt man die zentrierte Aufnahme (5) frei,

- bei auf dem Zylinderkopf (1) mittels des Trägers (63) fixiertem Arbeitsgerät, positioniert man die Führungsstange (6b) in der Führung (1b), was die Ausrichtung der Nuß (3a) und inre Position bezogen auf die Gleitebene (13b) bestimmt,

- durch Schrauben der Kappe (14) klemmt das Widerlager (14b) gleichzeitig die beiden Aufnahmen (4) und (5) gegen die Nuß (3a) und gegen die Innenfläche (13b),

- ausgehend von der so erhaltenen blockierten Position, bringt man das Bearbeitungswerkzeug (8) durch Einstellung der Schraube (16) in Kontakt mit der abzuschleifenden Fläche (1a),

- durch Drehung der Kurbel ist es dann möglich, den Sitz (1a) zu bearbeiten.

Das Adapterteil (9) hat die Form eines Bügels mit zwei Schenkeln (9c, 9d) oder kreisförmigen Platten, die senkrecht zu der Arbeitsspindel (6) angeordnet sind und untereinander mittels eines Steges (9e) oder steifen Bereiches verbunden sind. Diese beiden Schenkel umfassen zwei durchgehende Zentrierbohrungen mit Gewinde (9a, 9b), die jeweils radial zu der Achse der Arbeitsspindel (6) angeordnet sind, untereinander einen Winkel von 180º begrenzen, in der Höhe zueinander versetzt sind und jeweils mit einer Schraube (80) zur Drehblockierung versehen sind.

Die Möglichkeit der relativen Verschiebung zwischen dem Adapterteil (9) und der Spindel (6a) ermöglicht bezogen auf den Sitz (1a) eine Justierung, die unabhängig von oder komplementär zu dem Bearbeitungswerkzeug (8) ist.

Diese Anordnung des Adapterteiles (9) erlaubt es, die Bearbeitungskräfte abzugleichen, indem eine reversible Befestigung bezogen auf die Spindel zugelassen wird.


Anspruch[de]

1. Arbeitsgerät zur Präzisionsbearbeitung, zum Beispiel zum Schleifen von Ventilsitzen (1a) von Verbrennungsmotoren, enthaltend:

- ein Gehäuse (2),

- eine Einrichtung (63) zum Befestigen des Gehäuses an dem zu bearbeitenden Teil (1), zum Beispiel dem Zylinderkopf des Verbrennungsmotors,

- eine Hülse (3), die mit einer in dem Inneren des Gehäuses montierten kugelförmigen Ausrichtnuß (3a) versehen ist,

- zwei in dem Inneren des Gehäuses beidseits der Nuß angeordnete, zu der kugelförmigen Nuß komplementär konkav gestaltete Aufnahmen (4, 5),

- eine bezüglich Rotation und Translation in der Durchgangsbohrung der Hülse frei beweglich montierte Welle (6a), wobei das Gehäuse (2) beidseits der kugelförmigen Nuß insgesamt zwei Öffnungen (13a, 14a) umfaßt, welche jeweils den Durchtritt der Welle mit Verschiebbarkeit derselben erlauben,

- eine zu der Achse der Welle koaxiale Führungsstange (6b), welche die letztere zu einem Ende verlängert, das dazu vorgesehen ist, auf abgestimmte Weise in eine Referenzbohrung (1b), zum Beispiel die Führung einer Ventilspindel, einzugreifen,

- Mittel (14) zum Festklemmen der Hülse in ihrer Ausrichtung,

- ein Werkzeug (8) zur Drehbearbeitung, das an dem Ende der Welle auf der Seite der Führungsstange, ggf. mittels einer Werkzeughaltevorrichtung (10), montiert ist,

- Mittel (11) zur Höheneinstellung der mit der Führungsstange versehenen Welle bezogen auf die Hülse, wobei die Mittel auf der letzteren außerhalb des Gehäuses und gegenüber von dem Bearbeitungswerkzeug montiert sind,

- Mittel (12) für den Drehantrieb der mit der Führungsstange versehenen Welle, die an dem Ende des Gehäuses und gegenüber von dem Bearbeitungswerkzeug angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß

a) die Welle (6a) und die Führungsstange (6b) in einstückiger Weise längs einer einzigen austauschbaren Arbeitsspindel (6) ausgebildet sind, die längs ihrer Höhe einen ersten Abschnitt (6a) oder eine Nabe aufweist, welche(r) eine Welle mit einem Nenndurchmesser bildet, und die einen eine Führungsstange bildenden zweiten Abschnitt (6b) mit geringerem Durchmesser umfaßt,

b) das oder die Teile (17, 20) des Arbeitsgerätes, die außerhalb des Gehäuses (2) und an der Seite gegenüber von dem Bearbeitungswerkzeug (8) gelegen sind, und insbesondere die Mittel zur Höheneinstellung der Arbeitsspindel, zusammen für die Arbeitsspindel eine Herausnahmeöffnung (17b, 20a) bestimmen, die längs der Achse der Durchgangsbohrung (3b) der Hülse (3) ausgerichtet ist und einen wenigstens dem Nenndurchmesser entsprechenden Durchmesser aufweist,

c) ein das Bearbeitungswerkzeug (8) tragendes Adapterteil (9) verschiebbar auf der Nabe oder Welle (6a) der Arbeitsspindel (6) montiert und auf dem auf der Seite der Führungsstange (6b) gelegenen Ende der Arbeitsspindel wenigstens mittels reversibler Blockiermittel (80) festgeklemmt ist, die für den Anwender durch die Einrichtung (63) zum Befestigen des Gehäuses zugänglich sind, was das Herausnehmen der auswechselbaren Arbeitsspindel aus der außerhalb des Gehäuses (2) gelegenen Herausnahmeöffnung (17b, 20a) ermöglicht,

d) die Mittel (11) zur Höheneinstellung der Arbeitsspindel einerseits eine bezogen auf die Hülse in Translationsrichtung bewegbare Muffe (17) zur Kupplung mit der Nabe (6a) der Arbeitsspindel in Drehrichtung und andererseits für eine Manipulation durch den Anwender von außen zugängliche (16a) reversible Mittel (19) zur Blockierung der Muffe gegenüber der Nabe in Drehrichtung umfaßt.

2. Arbeitsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es einem Satz von Arbeitsspindel (6) zugeordnet ist, die jeweils eine Nabe (6a) mit Nenndurchmesser und Abschnitte (6b) umfassen, welche Führungsstangen mit jeweils unterschiedlichen Durchmessern bilden.

3. Arbeitsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (11) zur Höheneinstellung eine Stellmutter (16) umfassen, die auf eine zu der Hülse (3) gehörende Gewindemuffe (3c) aufgeschraubt ist, wobei die Kupplungsmuffe (17) frei drehbar auf dieser Mutter montiert ist und die letztere eine Radialbohrung (16c) als Zugang zu reversiblen Mitteln (19), wie eine Schraube, zur Blockierung der Drehbewegung der Muffe gegenüber diesen Mitteln umfaßt.

4. Arbeitsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel für den Drehantrieb der Arbeitsspindel aus einer Kurbel bestehen, deren Kopf (20) fest und in Drehrichtung blockiert auf der Kupplungsmuffe (17) montiert ist und eine Durchgangsbohrung (20a) zur Herausnahme der Arbeitsspindel (6) umfaßt.

5. Arbeitsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung (63) zum Befestigen des Gehäuses (2) aus einem bezogen auf das Gehäuse demontierbaren Träger besteht, der einerseits einen Fuß (63a) mit Bohrungen für Stiftschrauben zur Installation auf dem zu bearbeitenden Teil (1) und andererseits einen Tisch (63c) zur Aufnahme und Befestigung des Gehäuses aufweist.

6. Arbeitsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (2) einerseits drei Zentrierstifte (21) für die bewegliche Aufnanme (5) umfaßt, die zueinander radial unter 120º angeordnet und bezogen auf das Gehäuse in Translationsrichtung beweglich sind, und andererseits einen konzentrisch außerhalb des Gehäuses angeordneten Betätigungsring (22) umfaßt, der drei jeweils in Verbindung mit den drei Stiften stehende innere Rampen (22a) für radialen Druck gegen die Mitte des Gehäuses aufweist.

7. Arbeitsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse einerseits einen Topf (13) umfaßt, der die Innenfläche (13b) für das Gleiten einer (5) der Aufnahmen in seiner Ebene aufweist, und andererseits eine auf das Gehäuse schraubbare Kappe (14) umfaßt, die einen inneren kreisförmigen Bereich (14b) aufweist, der sich durch Verschraubung gegen die andere Aufnahme (4) abstützt, insbesondere mittels eines Nadellagers (15).

8. Werkzeug zur Präzisionsbearbeitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Adapterteil (9) zwei Durchgangslöcher mit Gewinde (9a, 9b) umfaßt, die radial zu der Achse der Arbeitsspindel (6) angeordnet sind, zwischen sich einen Winkel von 180º begrenzen, zueinander in der Höhe abgesetzt sind und jeweils mit einer Schraube (80) versehen sind, um die Drehbewegung zu der Nabe der Arbeitsspindel (6) zu blockieren.

9. Arbeitsgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Adapterteil (9) die Form eines Bügels mit zwei senkrecht zu der Arbeitsspindel (6) angeordneten Schenkeln (9c, 9d) aufweist, die untereinander mit einem Steg verbunden sind, wobei jeder der Schenkel eines der beiden Durchgangslöcher (9a, 9b) mit Gewinde umfaßt.







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