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Dokumentenidentifikation DE4140651A1 17.06.1993
Titel Feuchtauftragwalzenantrieb in Druckmaschinen
Anmelder KBA-Planeta AG, O-8122 Radebeul, DE
Erfinder Jentzsch, Arndt, O-8270 Coswig, DE;
Becker, Uwe, O-8122 Radebeul, DE
DE-Anmeldedatum 10.12.1991
DE-Aktenzeichen 4140651
Offenlegungstag 17.06.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.06.1993
IPC-Hauptklasse B41F 7/24
IPC-Nebenklasse B41F 13/24   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Feuchtauftragwalzenantrieb in Druckmaschinen zum Übertragen von Feuchtmittel auf einen mit einer Druckplatte versehenen Plattenzylinder. Die Aufgabe, Schaffung eines Feuchtauftragwalzenantriebes, welcher zur Beseitigung von Axial- wie auch Umfangsschablonen auf dem Plattenzylinder beiträgt, wird dadurch gelöst, daß die Feuchtauftragwalze in Umfangs- wie auch in Achsrichtung gegenüber dem Plattenzylinder eine Relativbewegung ausführbar angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Feuchtauftragwalzenantrieb in Druckmaschinen zum Übertragen von Feuchtmittel auf einen mit einer Druckplatte versehenen Plattenzylinder.

Bei den bekannten Auftragwalzenantrieben wird die Feuchtauftragwalze entweder durch Formschluß oder durch Friktion vom Plattenzylinder aus angetrieben.

Die formschlüssigen Antriebsverhältnisse werden in den letzten Jahren dabei so gewählt, daß im eingekuppelten Zustand die Oberflächengeschwindigkeit der Feuchtauftragwalze geringfügig langsamer ist, als die der Druckplatte, was einmal einen Wischeffekt (Delta-Effekt) auf der Druckplatte zur Folge hat, wodurch Schmutzteilchen von dieser entfernt werden und zum anderen werden Umfangsschablonen auf der Platte vermieden.

Ein Vertreter dieser Gattung ist in der DE 34 16 845 offenbart. Der Nachteil dieses Feuchtwerkes besteht darin, daß zwar eine Reinigung der Druckplatte sowie eine Beseitigung der Umfangsschablonen erreichbar ist, jedoch die Schablonen in Axialrichtung nach wie vor das Druckergebnis negativ beeinflussen.

Diesen Nachteil versucht die DE 31 46 223 u. a. zu beseitigen, indem der Feuchtauftragwalze (hier Farbauftragwalze, da das Feuchtwerk über eine Zwischenwalze mit dem Farbwerk verbunden ist) eine mit Differenzgeschwindigkeit angetriebene Feuchtreibwalze zugeordnet ist. Nachteilig bei dieser Anordnung ist einmal der nicht in jedem Fall vorhandene Platzbedarf für die zusätzliche Walze und zum anderen der dafür notwendige hohe Aufwand an Kosten sowie Material.

Demzufolge besteht die Aufgabe der Erfindung darin, einen Feuchtauftragwalzenantrieb in Druckmaschinen zu schaffen, welcher zur Beseitigung von Axial- wie auch Umfangsschablonen auf dem Plattenzylinder beiträgt, bei weiterer Erhaltung des Reinigungseffektes auf der Druckplatte. Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche gelöst.

Durch die Kombination dieser beiden Einzelmerkmale wird in überraschender Weise eine optimale Schablonenbeseitigung sowie eine hervorragende Einarbeitung des Feuchtmittels in den Farbfilm auf der Druckplatte erreicht.

Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert werden.

In den zugehörigen Zeichnungen zeigt

Fig. 1 Feuchtwerk in schematischer Darstellung,

Fig. 2 erfindungsgemäßer Feuchtauftragwalzenantrieb im Schnitt.

Entsprechend Fig. 1 besteht das Feuchtwerk aus einem Dreiwalzensystem.

Eine Tauchwalze 1 ist so angeordnet, daß ihre Oberfläche im Betriebszustand mit Feuchtflüssigkeit benetzt wird, da sich diese in einem unterhalb der Tauchwalze 1 angeordneten Feuchtmittelkasten 2 befindet.

Über ein geeignetes Übertragungselement z. B. einen Zahnriemen ist die Tauchwalze 1 mit einem stufenlos regelbaren Elektromotor verbunden.

Eine nahezu senkrecht über der Tauchwalze 1 angeorndete Übertragungswalze 3, welche formschlüssig mit der Tauchwalze 1 verbunden ist, steht über eine Feuchtauftragwalze 4 mit einem Plattenzylinder 5 in Körperkontakt.

Über der Feuchtauftragwalze 4 ist eine schaltbare Brückenwalze 6 angeordnet, die die Feuchtauftragwalze 4 mit der ersten Farbauftragwalze 7 verbinden kann. Des weiteren kann die Brückenwalze 6 als Reiterwalze auf die Feuchtauftragwalze 4 oder die Farbauftragwalze 7 angestellt bzw. von beiden Walzen 4, 7 ganz abgestellt werden.

Der Plattenzylinder 5 ist formschlüssig mit dem Hauptantrieb der Maschine verbunden.

Die Feuchtauftragwalze 4 besteht im wesentlichen aus einer im Maschinengestell mittels Wälzlagern 8 gelagerten Welle 9 auf der verdreh- und verschiebbar ein gummierter Walzenkörper 10 angeordnet ist.

Dazu ist der Walzenkörper 10 beiseitig auf Nadellagern 11 mit z. B. verlängerten Innenringen auf der Welle 9 gelagert.

Jeweils an den Stirnflächen des Walzenkörpers 10 ist einmal zentrisch ein Zahnrad 12 und auf der anderen Seite ein Führungsbolzen 13 befestigt, der in eine auf der Welle 9 befestigte Nut einer Nutkurve 14 eingreift.

Ein weiteres Zahnrad 15 ist auf der Antriebsseite der Welle 9 fest mit dieser verbunden, wobei der Bund 16 des Zahnrades 15 drehbar in der Ausdrehung 17 des Zahnrades 12 angeordnet ist und ein axiales Spiel mindestens in Größe der Exzentrizität aufweist. Die Zahnräder 12, 15 sind innerhalb der möglichen Zahnkorrektur mit unterschiedlichen Zähnen ausgestattet, d. h. Zahndifferenz ca. zwei Zähne.

Über ein doppelt Breites, drehbar im Gestell gelagertes Übertragungszahnrad 18 sind beide Zahnräder 12, 15 mit einem Antriebszahnrad 19 verbunden.

Das Antriebszahnrad 19 ist einmal mit Maschinengeschwindigkeit antreibbar und zum anderen mit geringfügig geringerer Geschwindigkeit, so daß die Feuchtauftragwalze 4 langsamer als der Plattenzylinder 5 umläuft.

Getriebe zum realisieren der beiden Geschwindigkeiten für das Antriebszahnrad 18 sind Stand der Technik und sollen hier nicht näher erläutert werden.

Die Wirkungsweise des Feuchtauftragwalzenantriebes ist folgende:

Ausgehend von Antriebszahnrad 19 werden die Zahnräder 12, 15 im ersten Fall über das Übertragungszahnrad 18 mit geringerer Umfangsgeschwindigkeit als der Plattenzylinder 5 angetrieben. Durch die unterschiedlichen Zähnezahlen der Zahnräder 12, 15 rotieren die Welle 9 und der Walzenkörper 10 auch mit unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten, wodurch über den Führungsbolzen 13 und die Nutkurve 14 eine axiale Bewegung des Walzenkörpers 10 gegenüber der Welle 9, entsprechend der Größe der Exzentrizität e bzw. des Hubes der Nutkurve 14, erreicht wird.

Somit wird neben der geringeren Umfangsgeschwindigkeit der Feuchtauftragwalze 4 auch eine axiale Verreibung dieser gegenüber dem Plattenzylinder 5 erreicht und damit ist ein wirkungsvoller Abbau von Störschablonen in Umfangs- wie auch in Achsrichtung mittels der Feuchtauftragwalze 4 auf der Druckplatte zu verzeichnen. Weiterhin wird die Einarbeitung des Feuchtmittels in die Farbe günstig beeinflußt.

Im zweiten Fall, d. h. Drehzahl des Antriebszahnrades 19 synchron zum Plattenzylinder rollt der Walzenkörper 10 der Feuchtauftragwalze 4 mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit auf den Plattenzylinder ab und es erfolgt nur Bewegung der Feuchtauftragwalze 4 in Achsrichtung. Somit können in vorteilhafter Weise mit relativ geringem Aufwand zwei Betriebszustände einer Feuchtauftragwalze 4 realisiert werden, um einen wirkungsvollen Abbau von Längs- wie Querschablonen auf den Plattenzylinder 5 ohne zusätzliche Walze zu realisieren.

Bezugszeichenaufstellung

1 Tauchwalze

2 Feuchtmittelkasten

3 Übertragungswalze

4 Feuchtauftragwalze

5 Plattenzylinder

6 Brückenwalze

7 Farbauftragwalze

8 Wälzlager

9 Welle

10 Walzenkörper

11 Nadellager

12 Zahnrad

13 Führungsbolzen

14 Nutkurve

15 Zahnrad

16 Bund

17 Ausdrehung

18 Übertragungszahnrad

19 Antriebszahnrad


Anspruch[de]
  1. 1. Feuchtauftragwalzenantrieb in Druckmaschinen zum Übertragen von Feuchtmittel auf einen mit einer Druckplatte versehenen Plattenzylinder, wobei das Feuchtwerk aus einem Dreiwalzensystem besteht und über eine Brückenwalze mit dem Farbwerk verbunden ist und die Feuchtauftragwalze mit geringerer Umfangsgeschwindigkeit als der Plattenzylinder antreibbar ist, gekennzeichnet dadurch, daß die Feuchtauftragwalze (4) in Umfangs- wie auch in Achsrichtung gegenüber dem Plattenzylinder (5) eine Relativbewegung ausführbar angeordnet ist.
  2. 2. Feuchtauftragwalzenantrieb nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß der axiale Antrieb der Feuchtauftragwalze (4) über zwei, eine Differenzzähnezahl aufweisende, Zahnräder (12, 15) sowie eine Nutkurve (14) mit Führungsbolzen (13) erfolgt.






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