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Dokumentenidentifikation DE4142514A1 24.06.1993
Titel Verfahren zur Bekämpfung von Pilzen
Anmelder BASF AG, 6700 Ludwigshafen, DE
Erfinder Müller, Thomas,Dr., 6717 Heßheim, DE;
Janssen, Bernd, Dr., 6700 Ludwigshafen, DE;
Zierke, Thomas, Dr., 6737 Böhl-Iggelheim, DE;
Eicken, Karl, Dr., 6706 Wachenheim, DE;
Ammermann, Eberhard, Dr., 6700 Ludwigshafen, DE;
Lorenz, Gisela, Dr., 6730 Neustadt, DE
DE-Anmeldedatum 21.12.1991
DE-Aktenzeichen 4142514
Offenlegungstag 24.06.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.06.1993
IPC-Hauptklasse A01N 37/10
IPC-Nebenklasse A01N 43/653   A01N 43/84   A01N 43/40   
Zusammenfassung Verfahren zur Bekämpfung von Pilzen, wobei man eine fungizid wirksame Menge eines Diphenylheteroalkyl-Derivates der Formel I
<formula>
in der die Substituenten die folgenden Bedeutungen haben
A eine CH2 oder O oder S enthaltende Gruppe
R1, R2, R3, R4, R5 unabhängig voneinander Wasserstoff, Halogen, eine Alkyl-, eine Phenyl-, eine Halogenalkyl- oder eine OR7-Gruppe
oder
R2 und R3 gemeinsam unter Ausbildung eines Ringes eine -CH=CH-CH=CH-Gruppe
oder
R4 und R5 gemeinsam unter Ausbildung eines Ringes eine -CH2-CH2-CH2-CH2-Gruppe, eine -CH2-CH2-CH2-Gruppe, eine -CH=CH-CH=CH-Gruppe oder eine -O-CH2-O-Gruppe,
R6 eine COOR11-Gruppe, die in o-, m- oder p-Position zu A stehen kann,
R11 Wasserstoff oder Alkylgruppe bedeuten,
oder dessen pflanzenverträglichen Salzes auf Pilze, vom Pilzbefall bedrohte Pflanzen, deren Lebensraum, deren Saatgut oder auf Materialien einwirken läßt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bekämpfung von Pilzen mit Diphenylheteroalkyl-Derivaten.

Es ist bekannt, daß einige Diphenylheteroalkyl-Verbindungen pharmakologische (vgl. DE 24 39 458 und EP 3 86 452), wachstumsregulatorische (vgl. DE 22 52 818) oder herbizide (vgl. C.A. 98:71709x) Wirkungen besitzen.

Überraschend wurde nun gefunden, daß Diphenylheteroalkyl-Derivate der Formel I



in der die Substituenten die folgenden Bedeutungen haben

A eine -X-CH2-, eine -X-CH(CH3)-, eine -CH2-X- oder eine -CH(CH3)-X-Gruppe, wobei X für ein Sauerstoffatom oder eine S(O)n-Gruppe steht (mit n in der Bedeutung von 0, 1 oder 2)

R1, R2, R3, R4, R5 unabhängig voneinander Wasserstoff oder Halogen, eine C11-C12-Alkyl-, eine gegebenenfalls substituierte Phenyl-, eine C1-C3 -Halogenalkyl- oder eine OR7-Gruppe mit der Maßgabe, daß nur vier der Substituenten R1, R2, R3, R4 und R5 Wasserstoff sein können

oder

R2 und R3 gemeinsam unter Ausbildung eines Ringes eine -CH=CH-CH=CH-Gruppe

oder

R4 und R5 gemeinsam unter Ausbildung eines Ringes eine -CH2-B-CH2-Gruppe (mit B in der Bedeutung -CH2- oder -(CH2)2-), eine -C(CH3)(CH2R8-D- C(CH3)2-Gruppe (mit D in der Bedeutung von -(CH2)2-, -CH2-CH(CH3)- oder -CHR9-), eine -O- C(CH3) (Z)-CH2-CH2-Gruppe (mit Z = Methyl oder Ethyl, die jeweils durch den Rest OR10 substituiert sein können), eine -CH=CH-CH=CH- Gruppe oder eine -O-CH2-O-Gruppe,

R6 eine COOR11-Gruppe, die in o-, m- oder p-Position zu A stehen kann,

R7 Wasserstoff, eine C1-C12-Alkyl-, eine C3-C6-Alkenyl-, eine C3-C6-Alkinyl-, eine C1-C6-Alkanoyl-, eine gegebenenfalls substituierte Benzyl- oder eine gegebenenfalls substituierte Phenylgruppe,

R8 Wasserstoff oder eine C1-C6-Alkylgruppe,

R9 Wasserstoff oder eine C1-C4-Alkylgruppe,

R10 Wasserstoff, eine C1-C6-Alkyl- oder eine C1-C6-Alkanoylgruppe,

R11 Wasserstoff oder eine C1-C4-Alkylgruppe,

sowie ihre pflanzenverträglichen Salze eine ausgezeichnete fungizide Wirkung gegen phytopathogene Pilze besitzen.

Im Hinblick auf ihre fungizide Wirkung werden diejenigen Verbindungen der Formel I bevorzugt, in denen R1, R2, R3, R4, R5 Wasserstoff, mit der Maßgabe, daß mindestens einer der Substituenten verschieden von Wasserstoff ist;

Halogen, insbesondere Fluor und Chlor;

C1-C12-Alkyl, insbesondere Methyl, Ethyl, Propyl, 1-Methylethyl, Butyl, 1-Methylpropyl, 2-Methylpropyl, 1,1-Dimethylethyl, n-Pentyl, 1-Methylbutyl, 2-Methylbutyl, 3-Methylbutyl, 1,2-Dimethylpropyl, 1,1-Dimethylpropyl, 2,2-Dimethylpropyl, 1-Ethylpropyl, n-Hexyl, 1-Methylpentyl, 2-Methylpentyl, 3-Methylpentyl, 4-Methylpentyl, 1,2-Dimethylbutyl, 1,3-Dimethylbutyl, 2,3-Dimethylbutyl, 1,1-Dimethylbutyl, 2,2-Dimethylbutyl, 3,3-Dimethylbutyl, 1,1,2-Trimethylpropyl, 1,2,2-Trimethylpropyl, 1-Ethylbutyl, 2-Ethylbutyl, 1-Ethyl-2-methylpropyl, n-Heptyl, 1-Methylhexyl, 2-Methylhexyl, 3-Methylhexyl, 4-Methylhexyl, 5-Methylhexyl, 1-Ethylpentyl, 2-Ethylpentyl, 1-Propylbutyl, Octyl und 1,1,3,3-Tetramethylbutyl;

Phenyl;

C1-C3-Halogenalkyl, insbesondere Trifluormethyl;

Hydroxy;

C1-C12-Alkoxy, insbesondere Methoxy, Ethoxy, Propyloxy, 1-Methylethoxy, Butyloxy, 1-Methylpropyloxy, 2-Methylpropyloxy, 1,1-Dimethylethoxy, n-Pentyloxy, Octyloxy und Decyloxy;

C1-C6-Alkanoyloxy, insbesondere Methylcarbonyloxy (Acetyloxy, CH3COO-) Ethylcarbonyloxy und 1,1-Dimethylethylcarbonyloxy;

Benzyloxy;

Phenoxy, wobei diese Gruppe bis zu drei Halogenatome, insbesondere Fluor und Chlor, tragen kann;

R2 und R3 gemeinsam unter Ausbildung eines Ringes eine -CH=CH-CH=CH-Gruppe;

R4 und R5 gemeinsam unter Ausbildung eines Ringes eine -CH2-B-CH2-Gruppe (mit B in der Bedeutung -CH2- oder -(CH2)2-),

eine -C(CH3)(CH2R8)-D-C(CH3)2-Gruppe (mit D in der Bedeutung von -(CH2)2-, -CH2-CH(CH3)- oder -CHR9-), wobei R8 für ein Wasserstoffatom oder C1-C6-Alkyl, insbesondere Methyl, Ethyl, Propyl, 1-Methylethyl, Butyl, 1-Methylpropyl, 2-Methylpropyl, 1,1-Dimethylethyl und n- Pentyl steht und R9 für ein Wasserstoffatom oder C1-C4-Alkyl, insbesondere Methyl und Ethyl, steht,

eine -O-C(CH3)(Z)-CH2-CH2-Gruppe (mit Z = Methyl, das mit Hydroxy substituiert sein kann),

eine -CH=CH-CH=CH-Gruppe oder ein -O-CH2-O-Gruppe;

R11 Wasserstoff und

X Sauerstoff

bedeuten und R6 in ortho- oder para-Position zu A steht.

Diphenylheteroalkyl-Derivate der Formel I mit R6=COOH können mit Basen in üblicher Weise in pflanzenverträgliche, wasserlösliche Salze übergeführt werden. Geeignete Salze sind beispielsweise Anmonium- und Alkalimetallsalze, insbesondere des Natriums, Kaliums und Lithiums, oder Erdalkalimetallsalze, insbesondere des Calciums oder Magnesiums, sowie Salze mit geeigneten organischen Basen, wie mit niederen Aklylaminen, z. B. Methylamin, Ethylamin oder Cyclohexylamin, oder mit substituierten niederen Alkylaminen, insbesondere hydroxysubstituierten Alkylaminen, wie Diethanolamin, Triethanolamin oder Tris-(hydroxymethyl)aminomethan sowie mit Piperidin oder Morpholin.

Die Verbindungen der Formel I enthalten teilweise chirale Zentren und fallen im allgemeinen als Diastereomerengemische bzw. Racemate an. Die so erhaltenen Diastereomeren lassen sich beispielsweise durch Löslichkeitsunterschiede oder durch Säulenchromatographie trennen und in reiner Form isolieren. Aus den Enantiomerenpaaren kann man nach bekannten Methoden einheitliche Enantiomere erhalten. Sowohl diese als auch ihre Gemische (Racemate) sind für die vorliegende Erfindung geeignet. Zur Bekämpfung von phytopathogenen Pilzerkrankungen kann man sowohl die einheitlichen Diastereomeren bzw. Enantiomeren wie auch deren Gemische verwenden.

Die Diphenylheteroalkyl-Derivate I sind teilweise bekannt oder können nach bekannten Methoden dargestellt werden (vgl. EP 3 86 452, DE 24 39 458, DE 22 52 818 oder C.A. 98:71709x).

Beispielsweise kann die Herstellung durch Umsetzung der Verbindung II mit der Verbindung III in Gegenwart von Alkali erfolgen.



Beispielsweise ist auch die Umsetzung der Verbindungen IV und V in Gegenwart von Alkali möglich.



Die Verbindungen der Formel I und ihre pflanzenverträglichen Salze eignen sich als Fungizide, insbesondere gegenüber Phycomyceten, bei guter Pflanzenverträglichkeit.

Beispiele Herstellungsbeispiel (4-Carboxybenzyl)-(2-methyl-4-t-butyl-phenyl)ether (Verbindung 16a)

Zu einer Suspension von 1,44 g (60 mmol) NaH in 50 ml DMF (Dimethylformamid) wird unter N2-Atmosphäre eine Lösung von 8,2 g (50 mmol) 2-Methyl-4-t-butyl-phenol in 50 m DMF bei Raumtemperatur zugetropft und man läßt 40 Minuten nachrühren. Danach tropft man eine Lösung von 13,3 g (50 mmol) 4-Carbethoxybenzylbrom d in 50 m DMF bei Raumtemperatur zu und läßt weitere 60 Minuten nachrühren. Der Reaktionsansatz wird auf 300 m einer Eis-Kochsalz-Mischung gegossen und mit Diethylether extrahiert. Nach Trocknen der vereinigten Etherphasen über MgSO4 und Abdestillieren des Lösungsmittels im Vakuum bleiben 16,3 g eines farblosen Festkörpers zurück. Der Feststoff wird zusammen mit 80 m Ethanol, 10 m DMSO (Dimethylsulfoxyd), 40 ml Wasser und 6 g KOH 30 Minuten unter Rückfluß erhitzt. Anschließend gießt man den Reaktionsansatz auf eine Eis-Kochsalz-Mischung und säuert mit konzentrierter HCl an. Der ausgefallene farblose Festkörper wird abgesaugt, mit Wasser säurefrei gewaschen und getrocknet.

Ausbeute: 8,5 g; Schmelzpunkt: 193-198°C.

Die erfindungsgemäß zu verwendenden Verbindungen bzw. die sie enthaltenden Mittel können beispielsweise in Form von direkt versprühbaren Lösungen, Pulvern, Suspensionen, auch hochprozentigen wäßrigen, öligen oder sonstigen Suspensionen oder Dispersionen, Emulsionen, Öldispersionen, Pasten, Stäubemitteln, Streumitteln oder Granulaten durch Versprühen, Vernebeln, Verstäuben, Verstreuen oder Gießen angewendet werden. Die Anwendungformen richten sich nach den Verwendungszwecken; sie sollten in jedem Fall möglichst die feinste Verteilung der Wirkstoffe gewährleisten.

Normalerweise werden die Pflanzen mit den Wirkstoffen besprüht oder bestäubt oder die Samen der Pflanzen mit den Wirkstoffen behandelt.

Die Formulierungen werden in bekannter Weise hergestellt, z. B. durch Verstrecken des Wirkstoffs mit Lösungsmitteln und/oder Trägerstoffen, gewünschtenfalls unter Verwendung von Emulgiermitteln und Dispergiermitteln, wobei im Falle von Wasser als Verdünnungsmittel auch andere organische Lösungsmittel als Hilfslösungsmittel verwendet werden können. Als Hilfsstoffe kommen dafür im wesentlichen in Betracht: Lösungsmittel wie Aromaten (z. B. Xylol), chlorierte Aromaten (z. B. Chlorbenzole), Paraffine (z. B. Erdölfraktionen), Alkohole (z. B. Methanol, Butanol), Ketone (z. B. Cyclohexanon), Amine (z. B. Ethanolamin, Dimethylformamid) und Wasser; Trägerstoffe wie natürliche Gesteinsmehle (z. B. Kaoline, Tonerden, Talkum, Kreide) und synthetische Gesteinsmehle (z. B. hochdisperse Kieselsäure, Silikate); Emulgiermittel wie nichtionogene und anionische Emulgatoren (z. B. Polyoxyethylen-Fettalkohol-Ether, Alkylsulfonate und Arylsulfonate) und Dispergiermittel wie Ligninsulfitablaugen und Methylcellulose.

Als oberflächenaktive Stoffe kommnen die Alkali-, Erdalkali-, Ammoniumsalze von aromatischen Sulfonsäuren, z. B. Lignin-, Phenol-, Naphthalin- und Dibutylnaphthalinsulfonsäure, sowie von Fettsäuren, Alkyl- und Alkylarylsulfonaten, Alkyl-, Laurylether- und Fettalkoholsulfaten, sowie Salze sulfatierter Hexa-, Hepta- und Octadecanolen, sowie von Fettalkoholglykolether, Kondensationsprodukte von sulfoniertem Naphthalin und seiner Derivate mit Formaldehyd, Kondensationsprodukte des Naphthalins bzw. der Naphthalinsulfonsäuren mit Phenol und Formaldehyd, Polyoxyethylenoctylphenolether, ethoxyliertes Isooctyl-, Octyl- oder Nonylphenol, Alkylphenol-, Tributylphenylpolyglykolether, Alkylarylpolyetheralkohole, Isotridecylalkohol, Fettalkoholethylenoxid-Kondensate, ethoxyliertes Rizinusöl, Polyoxyethylenalkylether oder Polyoxypropylen, Laurylalkoholpolyglykoletheracetat, Sorbitester, Lignin-Sulfitablaugen oder Methylcellulose in Betracht.

Pulver-, Streu- und Stäubemittel können durch Mischen oder gemeinsames Vermahlen der wirksamen Substanzen mit einem festen Trägerstoff hergestellt werden.

Granulate, z. B. Umhüllungs-, Imprägnierungs- und Homogengranulate können durch Bindung der Wirkstoffe an feste Trägerstoffe hergestellt werden. Feste Trägerstoffe sind Mineralerden wie Silicagel, Kieselsäuren, Kieselgele, Silikate, Talkum, Kaolin, Kalkstein, Kalk, Kreide, Bolus, Löß, Ton, Dolomit, Diatomeenerde, Calcium- und Magnesiumsulfat, Magnesiumoxid, gemahlene Kunststoffe, Düngemittel, wie Ammoniumsulfat, Ammoniumphosphat, Ammoniumnitrat, Harnstoffe und pflanzliche Produkte, wie Getreidemehl, Baumrinden-, Holz- und Nußschalenmehl, Cellulosepulver oder andere feste Trägerstoffe.

Beispiele für solche Zubereitungen sind:

  • I. eine Lösung aus 90 Gew.-Teilen der Verbindung 2a und 10 Gew.-Teilen N-Methyl-a-pyrrolidon, die zur Anwendung in Form kleinster Tropfen geeignet ist;
  • II. eine Mischung aus 20 Gew.-Teilen der Verbindung 3a, 80 Gew.Teilen Xylol, 10 Gew.-Teilen des Anlagerungsproduktes von 8 bis 10 Mol Ethylenoxid an 1 Mol Olsäure-N-monoethanolamid, 5 Gew.-Teilen Calciumsalz der Dodecylbenzolsulfonsäure, 5 Gew.- Teilen des Anlagerungsproduktes von 40 Mol Ethylenoxid an 1 Mol Ricinusöl; durch feines Verteilen der Lösung in Wasser erhält man eine Dispersion.
  • III. eine wäßrige Dispersion aus 20 Gew.-Teilen der Verbindung 4a, 40 Gew.-Teilen Cyclohexanon, 30 Gew.-Teilen Isobutanol, 20 Gew.-Teilen des Anlagerungsproduktes von 40 mol Ethylenoxid an 1 mol Ricinusol;
  • IV. eine wäßrige Dispersion aus 20 Gew.-Teilen der Verbindung 5a, 25 Gew.-Teilen Cyclohexanol, 65 Gew.-Teilen einer Mineralölfraktion vom Siedepunkt 210 bis 280°C und 10 Gew.-Teilen des Anlagerungsproduktes von 40 mol Ethylenoxid an 1 mol Ricinusöl;
  • V. eine in einer Hammermühle vermahlene Mischung aus 80 Gew.-Teilen der Verbindung 6a, 3 Gew.-Teilen des Natriumsalzes der Diisobutylnaphtalin-a-sulfonsäure, 10 Gew.-Teilen des Natriumsalzes einer Ligninsulfonsäure aus einer Sulfitablauge und 7 Gew.-Teilen pulverförmigem Kieselsäuregel; durch feines Verteilen der Mischung in Wasser erhält man eine Spritzbrühe;
  • VI. eine innige Mischung aus 3 Gew.-Teilen der Verbindung 7a und 97 Gew.-Teilen feinteiligem Kaolin; dieses Stäubemittel enthält 3 Gew.-% Wirkstoff;
  • VII. eine innige Mischung aus 30 Gew.-Teilen der Verbindung 8a, 92 Gew.-Teilen pulverförmigem Kieselsäuregel und 8 Gew.-Teilen Paraffinöl, das auf die Oberfläche dieses Kieselsäuregels gesprüht wurde; diese Aufbereitung gibt dem Wirkstoff eine gute Haftfähigkeit;
  • VIII. eine stabile wäßrige Dispersion aus 40 Gew.-Teilen der Verbindung 9a, 10 Gew.-Teilen des Natriumsalzes eines Phenolsulfonsäure-harnstoff-fornmaldehyd-Kondensates, 2 Gew.-Teilen Kieselgel und 48 Gew.-Teilen Wasser, die weiter verdünnt werden kann;
  • IX. eine stabile ölige Dispersion aus 20 Gew.-Teilen der Verbindung 10a, 2 Gew.-Teilen des Calciumsalzes der Dodecylbenzolsulfonsäure, 8 Gew.-Teilen Fettalkohol-polyglykolether, 20 Gew.-Teilen des Natriumsalzes eines Phenolsulfonsäure-harnstoff-formaldehyd-Kondensates und 68 Gew.-Teilen eines paraffinischen Mineralöls.


Die Verbindungen zeichnen sich durch eine hervorragende Wirksamkeit gegen ein breites Spektrum von pflanzenpathogenen Pilzen, insbesondere aus der Klasse der Phycomyceten, der Ascomyceten und Basidiomyceten, aus. Sie sind zum Teil systemisch wirksam und können als Blatt- und Bodenfungizide eingesetzt werden.

Besondere Bedeutung haben sie für die Bekämpfung einer Vielzahl von Pilzen an verschiedenen Kulturpflanzen wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Reis, Mais, Gras, Baumwolle, Soja, Kaffee, Zuckerrohr, Wein, Obst- und Zierpflanzen und Gemüsepflanzen wie Gurken, Bohnen und Kürbisgewächsen, sowie an den Samen dieser Pflanzen.

Die Verbindungen werden angewendet, indem man die Pilze oder die vor Pilzbefall zu schützenden Saatgüter, Pflanzen, Materialien oder den Erdboden mit einer fungizid wirksamen Menge der Wirkstoffe behandelt.

Die Anwendung erfolgt vor oder nach der Infektion der Materialien, Pflanzen oder Samen durch die Pilze.

Speziell eignen sich die Verbindungen I zur Bekämpfung folgender Pflanzenkrankheiten:

Erysiphe graminis (echter Mehltau) in Getreide,

Erysiphe cichoracearum und Sphaerotheca fuliginea an Kürbisgewächsen,

Podosphaera leucotricha an Äpfeln,

Uncinula necator an Reben,

Puccinia-Arten an Getreide,

Rhizoctonia-Arten an Baumwolle und Rasen,

Ustilago-Arten an Getreide und Zuckerrohr,

Venturia inaequalis (Schorf) an Äpfeln,

Helminthosporium-Arten an Getreide,

Septoria nodorum an Weizen,

Botrytis cinerea (Grauschimmel) an Erdbeeren, Reben,

Cercospora arachidicola an Erdnüssen,

Pseudocercosporella herpotrichoides an Weizen, Gerste,

Pyricularia oryzae an Reis,

Phytophthora infestans an Kartoffeln und Tomaten,

Fusarium- und Verticillium-Arten an verschiedenen Pflanzen,

Plasmopara viticola an Reben,

Alternaria-Arten an Gemüse und Obst.

Die neuen Verbindungen können auch im Materialschutz (Holzschutz) eingesetzt werden, z. B. gegen Paecilomyces variotii.

Die fungiziden Mittel enthalten im allgemeinen zwischen 0,1 und 95, vorzugsweise zwischen 0,5 und 90 Gew.-% Wirkstoff.

Die Aufwandmengen liegen je nach Art des gewünschten Effektes zwischen 0,02 und 3 kg Wirkstoff pro ha.

Bei der Saatgutbehandlung werden im allgemeinen Wirkstoffmengen von 0,001 bis 50 g, vorzugsweise 0,01 bis 10 g je Kilogramm Saatgut benötigt.

Die erfindungsgemäßen Mittel können in der Anwendungsform als Fungizide auch zusammen mit anderen Wirkstoffen vorliegen, der z. B. mit Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsregulatoren, Fungiziden oder auch mit Düngemitteln.

Beim Vermischen mit Fungiziden erhält man dabei in vielen Fällen eine Vergrößerung des fungiziden Wirkungsspektrums.

Die folgende Liste von Fungiziden, mit denen die erfindungsgemäßen Verbindungen gemeinsanm angewendet werden können, soll die Kombinationsmöglichkeiten erläutern, nicht aber einschränken:

Schwefel,

Dithiocarbamate und deren Derivate, wie

Ferridimethyldithiocarbamat,

Zinkdimethyldithiocarbamat,

Zinkethylenbisdithiocarbamat,

Manganethylenbisdithiocarbamat,

Mangan-Zink-ethylendiamin-bis-dithiocarbamat,

Tetramethylthiurammdisulfide,

Ammoniak-Komplex von Zink-(N,N-ethylen-bis-dithiocarbamat),

Ammoniak-Komplex von Zink-(N,N&min;-propylen-bis-dithiocarbamat),

Zink-(N,N&min;-propylen-bis-dithiocarbamat),

N,N-Polypropylen-bis-(thiocarbamoyl)-disulfid; Nitroderivate, wie

Dinitro-(1-methylheptyl)-phenylcrotonat,

2-sec-Butyl-4,6-dinitrophenyl-3,3-dimethylacrylat,

2-sec-Butyl-4,6-dinitrophenyl-isopropylcarbonat,

5-Nitro-isophthalsäure-di-isopropylester; heterocyclische Substanzen, wie

2-Heptadecyl-2-imidazolin-acetat,

2,4-Dichlor-6-(o-chloranilino)-s-triazin,

0,0-Diethyl-phthalimidophosphonothioat,

5-Amino-1-bis-(dimethylamino)-phosphinyl&min;-3-phenyl-1,2,4-triazol,

2,3-Dicyano-1,4-dithioanthrachinon,

2-Thio-1,3-dithiolo-4,5-b&min;chinoxalin,

1-(Butylcarbamoyl)-2-benzimidazol-carbaminsäuremethylester,

2-Methoxycarbonylamino-benzimidazol,

2-(Furyl-(2))-benzimidazol,

2-(Thiazolyl-(4))-benzimidazol,

N-(1,1,2,2-Tetrachlorethylthio)-tetrahydrophthalimid,

N-Trichlormethylthio-tetrahydrophthalimid,

N-Trichlormethylthio-phthalimid,

N-Dichlorfluormethylthio-N&min;,N&min;-dimethyl-N-phenyl-schwefelsäurediamid,

5-Ethoxy-3-trichlormethyl-1,2,3-thiadiazol,

2-Rhodamethylthiobenzthiazol,

1,4-Dichlor-2,5-dimethoxybenzol,

4-(2-Chlorphenylhydrazono)-3-methyl-5-isoxazolon,

Pyridin-2-thio-1-oxid,

8-Hydroxychinolin bzw. dessen Kupfersalz,

2,3-Dihydro-5-carboxanilido-6-methyl-1,4-oxathiin,

2,3-Dihydro-5-carboxanilido-6-methyl-1,4-oxathiin-4,4-dioxid,

2-Methyl-5,6-dihydro-4H-pyran-3-carbonsäure-anilid,

2-Methyl-furan-3-carbonsäureanilid,

2,5-Dimethyl-furan-3-carbonsäureanilid,

2,4,5-Trimethyl-furan-3-carbonsäureanilid,

2,5-Dimethyl-furan-3-carbonsäurecyclohexylamid,

N-Cyclohexyl-N-methoxy-2,5-dimethyl-furan-3-carbonsäureamid,

2-Methyl-benzoesäure-anilid,

2-Iod-benzoesäure-anilid,

N-Formyl-N-morpholin-2,2,2-trichlorethylacetal,

Piperazin-1,4-diylbis-(1-(2,2,2-trichlor-ethyl)-formamid,

1-(3,4-Dichloranilino)-1-formylamino-2,2,2-trichlorethan,

2,6-Dimethyl-N-tridecyl-morpholin bzw. dessen Salze,

2,6-Dimethyl-N-cyclododecyl-morpholin bzw. dessen Salze, N-(3-(p-tert.-Butylphenyl)-2-methylpropyl)-cis-2,6-dimethylmorpholin,

N-(3-(p-tert.-Butylphenyl)-2-methylpropyl)-piperidin,

1-(2-(2,4-Dichlorphenyl)-4-ethyl-1,3-dioxolan-2-ylethyl)-1H-1,2,4-triazol

1-(2-(2,4-Dichlorphenyl)-4-n-propyl-1,3-dioxolan-2-ylethyl)-1H-1,2,4-triazol

N-(n-Propyl)-N-(2,4,6-trichlorphenoxyethyl)-N&min;-imidazol-ylharnstoff,

1-(4-Chlorphenoxy)-3,3-dimethyl-1-(1H-1,2,4-triazol-1-yl)-2-butanon,

α-(2-Chlorphenyl)-α-(4-chlorphenyl)-5-pyrimidin -methanol,

5-Butyl-2-dimethylamino-4-hydroxy-6-methyl-pyrimidin,

Bis-(p-chlorphenyl)-3-pyridinmethanol,

1,2-Bis-(3-ethoxycarbonyl-2-thioureido)-benzol,

1,2-Bis-83-methoxycarbonyl-2-thioureido)-benzol, sowie verschiedene Fungizide, wie

Dodecylguanidinacetat,

3-(3-(3,5-Dimethyl-2-oxycyclohexyl)-2-hydroxyethyl))glutarimid,

Hexachlorbenzol,

DL-Methyl-N-(2,6-dimethyl-phenyl)-N-furoyl(2)-alaninat,

DL-N-(2,6-Dimethyl-phenyl)-N-(2&min;-methoxyacetyl)-alanin-methylester,

N(2,6-Dimethylphenyl)-N-chloracetyl-D,L-2-aminobutyrolacton,

DL-N-(2,6-Dimethylphenyl)-N-(phenylacetyl)-alaninmethylester,

5-Methyl-5-vinyl-3-(3,5-dichlorphenyl)-2,4-dioxo-1,3-oxazolidin,

3-(3,5-Dichlorphenyl(-5-methyl-5-methoxymethyl)1,3-oxazolidin-2,4-dion,

3-(3,5-Dichlorhenyl)-1-isopropylcarbamoylhydantoin,

N-(3,5-Dichlorphenyl)-1,2-dimethylcyclopropan-1,2-dicarbonsäureimid,

2-Cyano-(N-(ethylaminocarbonyl)-2-methoximino)-acetamid,

1-(2-(2,4-Dichlorphenyl)-pentyl)-1H-1,2,4-triazol,

2,4-Difluor-α-(1H-1,2,4-triazolyl-1-methyl)-benzhydrylalkohol,

N-(3-Chlor-2,6-dinitro-4-trifluormethyl-phenyl)-5-trifluormethyl -3-chlor-2-aminopyridin,

1-((bis-(4-Fluorphenyl)-methylsilyl)-methyl)-1H-1,2,4-triazol.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Bekämpfung von Pilzen, dadurch gekennzeichnet, daß man eine fungizid wirksame Menge eines Diphenylheteroalkyl-Derivates der Formel I



    in der die Substituenten die folgenden Bedeutungen haben

    A eine -X-CH2-, eine -X-CH(CH3)-, eine -CH2-X- oder eine -CH(CH3)-X-Gruppe, wobei X für ein Sauerstoffatom oder eine S(O)n-Gruppe steht (mit n in der Bedeutung von 0, 1 oder 2)

    R1, R2, R3, R4, R5 unabhängig voneinander Wasserstoff oder Halogen, eine C1-C12-Alkyl-, eine gegebenenfalls substituierte Phenyl-, eine C1-C3-Halogenalkyl- oder eine OR7-Gruppe mit der Maßgabe, daß nur vier der Substituenten R1, R2, R3, R4 und R5 Wasserstoff sein können

    oder

    R2 und R3 gemeinsam unter Ausbildung eines Ringes eine -CH=CH-CH=CH-Gruppe

    oder

    R4 und R5 gemeinsam unter Ausbildung eines Ringes eine -CH2-B-CH2-Gruppe (mit B in der Bedeutung -CH2- oder -(CH2)2-), eine -C(CH3)(CH2R8)-D-C(CH3)2-Gruppe (mit D in der Bedeutung von -(CH2)2-, -CH2-CH(CH3)- oder -CHR9-), eine -O-C(CH3)(Z)-CH2-CH2-Gruppe (mit Z= Methyl oder Ethyl, die jeweils durch den Rest OR10 substituiert sein können), eine -CH=CH-CH=CH-Gruppe oder eine -O-CH2-O- Gruppe,

    R6 eine COOR11-Gruppe, die in o-, m- oder p-Position zu A stehen kann,

    R7 Wasserstoff, eine C1-C12-Alkyl-, eine C3-C6-Alkenyl-, eine C3-C6-Alkinyl-, eine C1-C6-Alkanoyl-, eine gegebenenfalls substituierte Benzyl- oder eine gegebenenfalls substituierte Phenylgruppe,

    R8 Wasserstoff oder eine C1-C6-Alkylgruppe,

    R9 Wasserstoff oder eine C1-C4-Alkylgruppe,

    R10 Wasserstoff, eine C1-C6-Alkyl- oder eine C1-C6-Alkanoylgruppe,

    R Wasserstoff oder eine C1-C4-Alkylgruppe,

    oder dessen pflanzenverträglichen Salzes auf Pilze, vom Pilzbefall bedrohte Pflanzen, deren Lebensraum, deren Saatgut oder auf Materialien einwirken läßt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Diphenylheteroalkylderivat der Formel I verwendet, in der R6 in para-Position zu A steht.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Diphenylheteroalkylderivat der Formel I verwendet, in der R6 in ortho-Position zu A steht.






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