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Dokumentenidentifikation DE4143003A1 01.07.1993
Titel Vorrichtung zum Querfalten von Bahnen oder Bahnabschnitten aus Papier, Tissue, Nonwoven oder dergleichen
Anmelder Hobema Maschinenfabrik Hermann H. Raths GmbH & Co KG, 4000 Düsseldorf, DE
Erfinder Fehst, Jürgen, 4006 Erkrath, DE;
Raths, Hermann Josef, 4000 Düsseldorf, DE;
Vomberg, Rainer, 5144 Wegberg, DE
Vertreter Sroka, P., Dipl.-Ing.; Feder, H., Dr.; Feder, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 4000 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 24.12.1991
DE-Aktenzeichen 4143003
Offenlegungstag 01.07.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.07.1993
IPC-Hauptklasse B65H 45/16
IPC-Nebenklasse B31D 1/04   B65H 45/10   
Zusammenfassung Eine Vorrichtung zum Querfalten von Bahnen oder Bahnabschnitten aus Papier, Tissue, Nonwoven oder dergleichen. Die Bahn wird zwischen zwei Falzzylindern (1, 1A) hindurchgeführt, die an ihrer Oberfläche, in Längsnuten angeordnet, jeweils ein Falzmesser (5) und eine an einen Amboß anschwenkbare Falzklappe (3.2) aufweisen. Im Betrieb taucht jedes Falzmesser (5) des einen Falzzylinders in vorgegebenen Zeitabständen zwischen eine Falzklappe (3.2A) und einen Amboß des anderen Falzzylinders und drückt die Bahn in diesen Zwischenraum, die darauf zwischen Falzklappe und Amboß festgeklemmt wird und bis zur Öffnung der Falzklappe mitgeführt wird. Die Steuerung der auf einer Steuerwelle (6) angeordneten Falzklappen 3.1-3.5) erfolgt mittels eines Steuerhebels (7), der an einer Kurvenscheibe (8, 9) geführt ist. Die Führungsstelle des Steuerhebels liegt in Drehrichtung gesehen hinter der Falzklappe (3.1-3.5), so daß die Schließbewegung zwangsgesteuert gegen die Federkraft erfolgt. Die Falzklappe ist in mehrere, in Längsrichtung nebeneinander angeordnete Falzklappenabschnitte (3.1-3.5) unterteilt, die entgegen der Schließrichtung um ein vorgegebenes Spiel gegen die Kraftwirkung eines elastischen Elements bewegbar an der Steuerwelle (6) angeordnet sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Querfalten von Bahnen oder Bahnabschnitten aus Papier, Tissue, Nonwoven oder dergleichen, mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise in DE-OS 19 52 449 beschrieben. Vorrichtungen dieser Art bilden haufig den Bestandteil von größeren Einrichtungen zur Herstellung von Papiererzeugnissen, beispielsweise von Handtüchern, Taschentüchern, Servietten oder Putztüchern aus Papier, Tissuematerial oder Nonwoven.

Die Forderung nach immer höheren Produktionsgeschwindigkeiten und damit auch immer höheren Bahnlaufgeschwindigkeiten durch die Einrichtungen hat zur Folge, daß die an den bewegten Bauteilen wirksamen Kräfte und Momente immer sorgfältiger aufeinander abgestimmt werden müssen, um einerseits einen sauberen Faltvorgang zu erzielen und Beschädigungen der Bahn zu vermeiden und andererseits den Verschleiß an den Einrichtungen in Grenzen zu halten.

Die bekannte Vorrichtung ist so aufgebaut, daß die Führungsstelle des Steuerhebels an der Kurvenscheibe in Drehrichtung gesehen vor der Falzklappe liegt und die Falzklappe bei der Schließbewegung von der Führung auf der Kurvenscheibe lediglich freigegeben wird und unter Federkraft schließt. Dies hat zur Folge, daß durch die gegenüber der Falzklappe voreilende Führung vom Steuerhebel erhebliche Kräfte aufgenommen werden müssen. Weiterhin ist bei hohen Bahnlaufgeschwindigkeiten ein lediglich durch die Entspannungskraft einer Feder bewirkter Schließvorgang nicht sicher beherrschbar.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 so auszubilden, daß auch bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten ein sauberer Faltvorgang ohne Beschädigungen der Bahn erreicht werden kann und die an den bewegten Teilen auftretenden Kräfte und Momente dabei innerhalb vorgegebener Grenzen bleiben.

Die Lösung dieser Aufgabe geschieht erfindungsgemäß mit den Merkmalen aus dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, die Führungsstelle des Steuerhebels an der Kurvenscheibe nicht vorlaufen, sondern nachlaufen zu lassen, wodurch die Kräfte am Steuerhebel begrenzt werden, dabei aber die Schließbewegung der Falzklappen in Bewegungsrichtung der Bahn beizubehalten, weil sich dies bei hohen Geschwindigkeiten als vorteilhaft erwiesen hat. Diese Anordnung hat zur Folge, daß die Falzklappe nicht unter Federkraft, sondern zwangsgesteuert gegen Federkraft schließt. Da bei einem derartigen zwangsgesteuerten Schließen der Falzklappen Justierungsprobleme auftreten können, wenn die Achsen der Falzzylinder nicht streng parallel zueinander liegen und außerdem kleine Verunreinigungen oder Verdickungen der Bahn, die zwischen Falzklappe und Amboß geraten, zu einem ungenügenden Schließen der gesamten Falzklappe führen könnten, wurde die Falzklappe in mehrere in Längsrichtung nebeneinander angeordnete Falzklappenabschnitte aufgeteilt, die jeweils entgegen der Schließrichtung um ein vorgegebenes Spiel gegen Federkraft ausweichen können. Durch diese elastische Lagerung der Falzklappen wird ein Ausgleich erzielt, so daß eine Verdickung oder Verunreinigung an einer Stelle nicht zum ungenügenden Schließen der gesamten Falzklappe führen kann.

Um den Öffnungs- und Schließvorgang der Falzklappen sehr genau und unabhängig voneinander einstellen zu können, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der Steuerhebel jeder Falzklappe an zwei gegeneinander verdrehbaren Kurvenscheiben geführt ist, von denen eine die Öffnungsbewegung und die andere die Schließbewegung steuert. Wie weiter unten anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert, können diese beiden Kurvenscheiben unmittelbar nebeneinander angeordnet sein, so daß der Steuerhebel über eine gemeinsame Führungsrolle an beiden Kurvenscheiben geführt ist. Dies eröffnet die Möglichkeit, die Kurven für die Öffnungsbewegung und die Schließbewegung gemeinsam herzustellen und vor allem in den Übergangsbereichen gut aneinander anzupassen, was bei hohen Geschwindigkeiten eine große Laufruhe sicherstellt. Es hat sich weiterhin als vorteilhaft erwiesen, wenn im Gegensatz zu bekannten Einrichtungen die Schließbewegung der Falzklappe durch entsprechende Ausgestaltung der einen Kurvenscheibe über einen größeren Drehwinkelbereich des Falzzylinders erfolgt als die Öffnungsbewegung. So kann beispielsweise die Schließbewegung über einen Drehwinkel von 30°-50° erfolgen, während die Öffnungsbewegung nur über einen Drehwinkel von 15°- 30° erfolgt. Durch die Anordnung der Kurvenscheiben nebeneinander an einer Seite des Falzzylinders wird die Möglichkeit geschaffen, an der anderen Seite an der Steuerwelle eine Einstellhilfe für den Falzklappenspalt vorzusehen.

Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn der Steuerhebel beim Rücklauf mittels eines zusätzlichen Kurvensegmentes, an dem eine weitere Führungsrolle anliegt, geführt ist.

Im folgenden wird anhand der beigefügten Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel für eine Vorrichtung nach der Erfindung näher erläutert.

In den Zeichnungen zeigen:

Fig. 1 in einer teilweise geschnittenen Ansicht entgegen der Bahnlaufrichtung eine Vorrichtung zum Querfalten von Bahnen mit zwei Falzzylindern;

Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1;

Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 1;

Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 1;

Fig. 5 einen leicht vergrößerten Schnitt nach der Linie V-V in Fig. 1.

Fig. 6 einen Schnitt nach der Linie VI-VI in Fig. 1.

In den Fig. 1 bis 6 sind lediglich die wichtigsten Teile einer Falzmaschine dargestellt, die für die Beschreibung der Funktionsweise und des Falzvorgangs von Bedeutung sind, während der Maschinenständer, die Antriebsvorrichtungen und dergleichen nicht dargestellt sind.

Die Falzmaschine besitzt zwei Falzzylinder 1 und 1A, die um ihre zueinander parallelen Drehachsen D und DA drehbar sind und von einer nicht dargestellten Antriebsvorrichtung mit gleicher Drehzahl und entgegengesetzter Drehrichtung angetrieben werden. Zwischen den Falzzylindern 1 und 1A hindurch wird in Pfeilrichtung "Bahnlaufrichtung" eine Bahn B aus Papier, Tissue, Nonwoven oder dergleichen hindurchgeführt.

Der Falzzylinder 1 weist in seiner Oberfläche zwei jeweils längs einer Mantellinie verlaufende Nuten 2.1 und 2.2 auf (siehe Fig. 2). Im Falzzylinder 1A sind die entsprechenden Nuten mit 2.1A und 2.2A bezeichnet. In der Nut 2.1 ist in Längsrichtung drehbar eine Welle 6 angeordnet, an der ein Lagerstück 13 einstückig mit ihr verbunden angeordnet ist, auf dem die die Falzklappe bildenden Falzklappenabschnitte 3.1 bis 3.5 angeordnet sind. Die so mit der Welle 6 verbundenen Falzklappenabschnitte 3.1 bis 3.5 liegen einem am Außenrand der Nut 2.1 angeordneten Amboß 4 gegenüber, an den in weiter unten beschriebener Weise die Falzklappenabschnitte 3.1 bis 3.5 bei der Schließbewegung der Falzklappe anschwenkbar sind. Die Anordnung ist dabei derart, daß der Amboß 4 bzw. 4A in Drehrichtung der Falzzylinder gesehen vor den Falzklappenabschnitten 3.1 bis 3.5 bzw. 3.1A bis 3.5A liegt, so daß, wie aus Fig. 2 zu entnehmen, die Schließbewegung der Falzklappe in Bahnlaufrichtung erfolgt.

In der Nut 2.2 bzw. 2.2A ist ein Falzmesser 5 bzw. 5A fest angeordnet. Dieses Falzmesser 5 bzw. 5A überragt die Oberfläche des Falzzylinders um einen vorgegebenen Betrag, so daß es, wie aus Fig. 2 zu entnehmen, beim Zusammentreffen des Falzmessers 5 am Falzzylinder 1 mit der Falzklappe 3.1A bis 3.5A am Falzzylinder 1A in den Raum zwischen Falzklappe und Amboß eintaucht und dabei die zwischen den Falzzylindern durchlaufende Bahn B in diesem Bereich hineindrückt. Kurz vor Beendigung der Schließbewegung der Falzklappe wird das Falzmesser wieder aus diesem Bereich herausgeführt und die Bahn zwischen Falzklappe und Amboß eingeklemmt und so am Umfang des sich weiter drehenden Falzzylinders solange mitgeführt bis sie infolge der Öffnungsbewegung der Falzklappe wieder freigegeben wird. Gemäß der an sich gut bekannten Funktion einer derartigen Falzmaschine hat sich inzwischen das Falzmesser 5A am Falzzylinder 1A der Falzklappe 3.1 bis 3.5 am Falzzylinder 1 genähert und der Vorgang wiederholt sich am Falzzylinder 1. Auf diese Weise entsteht in Bahnlaufrichtung ein Stapel einer zickzackförmig gefalteten Bahn.

Im folgenden wird die Ansteuerung der Schließ- und Öffnungsbewegung der Falzklappen näher erläutert.

Die Steuerwelle 6 bzw. 6A trägt an einem Ende einen Steuerhebel 7 bzw. 7A, der als zweiarmiger Hebel ausgebildet ist. An dem einen Ende 7.1 bzw. 7.1A ist eine Führungsrolle 10 bzw. 10A angeordnet. Wie aus Fig. 1 und 6 zu entnehmen läuft die Führungsrolle 10 auf Führungsflächen 8.1 und 9.1 zweier Kurvenscheiben 8 und 9 bzw. 8A und 9A, die unmittelbar nebeneinander und koaxial zur Drehachse des Falzzylinders, aber fest mit dem Maschinenständer verbunden angeordnet sind. Am anderen Ende 7.2bzw. 7.2A des Steuerhebels 7 bzw. 7A ist ein Federwiderlager angeordnet, über das sich der Steuerhebel auf einer Druckfeder 14 bzw. 14A abstützt. Das jeweils andere Ende der Feder wird durch ein mit dem Falzzylinder fest verbundenes Widerlager 15 bzw. 15A abgestützt. Diese Anordnung hat zur Folge, daß die Führung des Steuerhebels 7 bzw. 7A auf den Führungsflächen der Kurvenscheiben 8 und 9 bzw. 8A und 9A entgegen der Kraftwirkung der Druckfedern 14 bzw. 14A erfolgt. Fig. 6 ist zu entnehmen, daß die Führungsrollen 10 bzw. 10A in Bezog auf die Drehrichtung der Falzzylinder den Falzklappen 3.1 bis 3.5 bzw. 3.1A bis 3.5A nacheilen, was zur Folge hat, daß entsprechend der Anordnung von Falzklappe und Amboß die Falzklappen zwangsgesteuert entgegen der Kraftwirkung der Federn 14 bzw. 14A schließen und bei Freigabe des Steuerhebels unter der Wirkung der Federkraft wieder öffnen.

Die Drehwinkelbereiche, über welche der Schließvorgang und der Öffnungsvorgang erfolgen, sind durch die entsprechende Ausgestaltung der Kurvenscheiben 8 und 9 bzw. 8A und 9A bestimmt. Durch Verdrehung der Kurvenscheiben 8 und 9 gegeneinander können der Schließbereich und der Öffnungsbereich gegeneinander verstellt werden.

Um einen sicheren Rücklauf des unter Federwirkung auf der Kurvenscheibe zurückgeführten Steuerhebels 7 bzw. 7A zu erreichen, ist an der Kurvenscheibenaufnahme 12.2 außerhalb der Führungsflächen 8.1 und 9.1 der Kurvenscheiben 8 und 9 ein Kurvensegment 12 angeordnet, das sich über einen vorgegebenen Winkelbereich der Umlaufbahn der Führungsrolle 10 am Steuerhebel 7 erstreckt und an dem eine weitere mit dem Steuerhebel 7 verbundene Führungsrolle 11 geführt ist. Das Kurvensegment 12 ist an der Kurvenscheibenaufnahme 12.2 mittels Paßschrauben 12.1, 12.1A auswechselbar befestigt, so daß es bei Verschleiß leicht ausgetauscht werden kann.

Die Falzklappenabschnitte 3.1 bis 3.5 bzw. 3.1A bis 3.5A sind auf dem Lagerstück 13 bzw. 13A elastisch und mit einem vorgegebenen Spiel entgegen der Schließrichtung gelagert. Diese Art der Lagerung ist in Fig. 5 genauer dargestellt. Das Lagerstück 13 trägt eine Hohlkehle, die einer entsprechenden Hohlkehle an der ihm zugewandten Seite des Falzklappenabschnitts 3.5 gegenüberliegt und in dem sich beim Aufeinandersetzen der beiden Teile bildenden Kanal ist ein Halterungs- und Führungsstab 16 eingeschoben. Der Falzklappenabschnitt 3.5 ist mittels eines Schraubenbolzens 17 mit dem Lagerstück 13 verschraubt, wobei zwischen dem Kopf 17.1 des Schraubenbolzens 17 und dem Lagerstück 13 eine durch die Durchgangsbohrung im Falzklappenabschnitt 3.5 geführte Führungshülse 19 angeordnet ist. Um diese Führungshülse 19 herum ist zwischen Schraubenkopf 17.1 und einem Absatz innerhalb des Falzklappenabschnittes 3.5 eine Schraubendruckfeder 18 angeordnet. Es läßt sich aus Fig. 5 leicht ablesen, daß somit zwischen dem Lagerstück 13 und dem Falzklappenabschnitt 3.5 eine durch das vorgegebene Spiel zwischen der Bohrung im Falzklappenabschnitt 3.5 und der Führungshülse 19 gegebene Verschwenkung entgegen der Kraft der Schraubendruckfeder 18 möglich ist. Diese begrenzte Schwenkbewegung erfolgt nur entgegen der Schließrichtung, so daß, wenn beim Schließvorgang zwischen den Amboß und eine der Falzklappen 3.1 bis 3.5 eine Verunreinigung, eine Verdickungsstelle in der Bahn oder dergleichen gerät, die betreffende Falzklappe ausweichen kann und die Schließbewegung der übrigen Falzklappen nicht gestört wird, so daß die Bahn weiterhin sicher erfaßt wird, ohne daß Beschädigungen auftreten. In Schließrichtung ist die Lage der Falzklappe durch die Anlage am Lagerstück 13 genau festgelegt. Das äußere Ende des Falzklappenabschnitts 3.5 weist einen abgerundeten Bereich 3.51 auf, um Beschädigungen der Bahn auszuschließen.

Wie aus Fig. 3 zu entnehmen, ist das Falzmesser 5 in der Nut 2.2 in seiner Lage justierbar angeordnet. Hierzu dienen Halterungsschrauben 20.1 und 20.2, mittels der das Falzmesser 5 quer zur Längsrichtung der Nut 2.2 bewegbar ist. Hiermit ist eine äußerst genaue Justierung des Falzmessers möglich, derart, daß das Falzmesser beim Eintauchen weder die Falzklappe noch den Amboß des anderen Falzzylinders berührt. In analoger Weise ist auch das Falzmesser 5A lagejustierbar gehaltert.

Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Führungsrollen 10 bzw. 10A und 11 bzw. 11A mit einem Schmiermittel versehen werden, um den sonst hohen Verschleiß an dieser Stelle zu vermeiden. Eine Kapselung an dieser Stelle, um die Führungsrollen in Öl zu führen, ist konstruktiv aufwendig und führt bei Undichtigkeiten zur Gefahr einer Verschmutzung der zu faltenden Bahn, zumal dann, wenn die Kurvenscheiben oberhalb der Bahn angeordnet sind. Eine Schmierung mittels hochviskoser Schmiermittel ist nur bedingt wirksam, da das Schmiermittel sehr schnell abgerieben wird und sich dadurch bedingt an bestimmten Stellen ansammelt.

Aus diesem Grund ist im Bereich der Führungsrollen 10, 11 bzw. 10A, 11A eine Schmiervorrichtung vorgesehen, mit der es möglich ist, die Führungsrollen fortlaufend mit geringen Mengen eines niedrigviskosen Schmiermittels zu benetzen.

Wie Fig. 6 zu entnehmen, besitzt die Schmiervorrichtung ein im wesentlichen radial zur Umlaufbahn der Führungsrolle 10 angeordnetes stabförmiges Schmierelement 23.1 bzw. 23.1A aus einem flüssigkeitsdurchlässigem Material, beispielsweise einem Filz. Das innere Ende des Schmierelements ist innerhalb der Umlaufbahn der Führungsrolle 10 so angeordnet, daß es bei jedem Umlauf einmal gestreift wird. Dem äußeren Ende des Schmierelements wird durch eine Schmiermittelzugabevorrichtung 23.2-23.3 bzw. 23.2A-23.3A in vorgegebenen Zeitabständen eine vorgegebene Menge eines flüssigen Schmiermittels zugeführt. Die Schmiermittelzugabevorrichtung enthält beispielsweise eine nicht dargestellte elektrisch betriebene Dosiervorrichtung, von der aus über eine Austrittsdüse das über einen Schlauch 23.3, 23.3A zugeführte Schmiermittel dem äußeren Ende des Schmierelements zugeführt wird. Um zu vermeiden, daß das Schmiermittel an anderen Stellen als dem inneren Ende des Schmierelements austritt, sind die Seitenflächen des Schmierelements 23.1, 23.1A flüssigkeitsdicht ausgebildet, also beispielsweise mit einem Kunstharz versiegelt.

Anhand der Fig. 1, 2 und 4 wird im folgenden eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der beschriebenen Vorrichtung näher erläutert, mittels der die Freigabe der Bahn beim Beginn der Öffnungsbewegung der Falzklappen unterstützt wird.

Es ist bei Vorrichtungen zum Querfalten allgemein bekannt (s. beispielsweise DE-AS 12 35 125), an jedem Falzzylinder eine Abdrückgabel vorzusehen, durch die die Bahn nach der Freigabe bei Öffnung der Falzklappe vom Falzzylinder weggedrückt wird und insbesondere bei dem gerade nichtarbeitenden Falzzylinder die Bahn in einem Abstand vom Falzzylinder zu halten, der der Höhe des Falzmessers über der Oberfläche des Falzzylinders entspricht.

Wie beispielsweise aus Fig. 1 und 4 zu ersehen, sind die im wesentlichen kreisbogenförmigen Spitzen 22 bzw. 22A der um Achsen parallel zu den Achsen der Falzzylinder schwenkbaren Abdrückgabeln in Nuten 21 bzw. 21A angeordnet, welche in Umfangsrichtung am Falzzylinder verlaufen. In Fig. 4 ist die Gabelspitze 22A im eingeschwenkten und die Gabelspitze 22 im herausgeschwenkten Zustand dargestellt. Fig. 4 zeigt einen Betriebszustand, in dem die Falzklappe 3.2A des Falzzylinders 1A öffnet, so daß die zwischen ihr und dem Amboß 4A mit einer Bahnfalte BF festgehaltene Bahn B freigegeben wird. In diesem Betriebszustand kann es bei sehr schnellaufenden Vorrichtungen dazu kommen, daß die Bahnfalte BF sich nicht rasch genug vom Falzzylinder 1A ablöst. Dies führt zu einem unkontrollierten "Überziehen" der Bahn, bei dem sich die Bahnfalte BF weiter nach außen bewegt. Hierdurch entstehen Ungleichmäßigkeiten in der Stapelkante.

Um diesen Effekt auszuschließen, sind die Spitzen 22A bzw. 22 der Abdrückgabeln an der in Fig. 4 dargestellten Stelle, die im Betrieb bei Beginn der Öffnungsbewegung der Falzklappen im wesentlichen im Bereich zwischen den Falzklappen liegt, mit einer nach außen weisenden Abdrücknase 22.1A bzw. 22.1 versehen. Mittels dieser Abdrücknase 22.1A wird die Bahnfalte BF bei der Schwenkbewegung der Gabelspitze 22A aus dem Spalt zwischen der Falzklappe 3.2A und dem Amboß 4A herausgeschoben. Auf diese Weise ist ein sehr rasches Ablösen der Bahnfalte BF vom Falzzylinder 1A möglich und es entstehen in dem erzeugten Stapel millimetergenau ausgerichtete Stapelkanten.

Es wird darauf hingewiesen, daß das Herausschieben der Bahnfalte BF auch erzielt werden kann, indem die Abdrückgabel nicht mit einer Abdrücknase versehen wird, sondern indem ihr eine Bewegung erteilt wird, die keine reine Schwenkbewegung ist, sondern die eine stärkere Komponente in einer Richtung radial zur Falzzylinderachse aufweist. Eine solche Bewegung der Abdrückgabeln kann, allerdings nur mit erhöhtem technischem Aufwand, über Parallelschwingen erzeugt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Querfalten von Bahnen oder Bahnabschnitten aus Papier, Tissue, Nonwoven oder dergleichen, mit zwei achsenparallel angeordneten in einander entgegengesetzten Drehrichtungen mit gleicher Drehzahl antreibbaren Falzzylindern, deren einander zugewandte Mantelflächenabschnitte einen Durchtrittsspalt für die Bahn begrenzen und die jeweils in ihrer Oberfläche mindestens eine längs einer Mantellinie verlaufende Nut aufweisen, in der eine an einen Amboß anschwenkbare Falzklappe oder ein Falzmesser angeordnet ist, wobei die Anordnung der Falzklappen und Falzmesser auf dem Umfang der Falzzylinder derart ist, daß im Betrieb jedes an einem Falzzylinder fest angeordnete Falzmesser in vorgegebenen Zeitabständen zwischen eine Falzklappe und einen Amboß des anderen Falzzylinders eintaucht und dabei die zwischen den Falzzylindern durchlaufende Bahn in den Bereich zwischen einer Falzklappe und einen Amboß des anderen Falzzylinders drückt und der Amboß jeweils in Drehrichtung der Falzzylinder gesehen vor der Falzklappe liegt, welche an einer in Längsrichtung der Nut verlaufenden Steuerwelle angeordnet ist, die einen Steuerhebel trägt, dessen Ende an einer koaxial zum Falzzylinder angeordneten Kurvenscheibe geführt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsstelle des Steuerhebels (7) an der Kurvenscheibe (8, 9) in Drehrichtung gesehen hinter der Falzklappe (3.1-3.5) liegt, so daß die Schließbewegung zwangsgesteuert gegen Federkraft (14) erfolgt und das Falzmesser (5) lagejustierbar angeordnet ist, während die Falzklappe in mehrere, in Längsrichtung nebeneinander angeordnete Falzklappenabschnitte (3.1-3.5) unterteilt ist, die jeweils entgegen der Schließrichtung um ein vorgegebenes Spiel gegen die Kraftwirkung eines elastischen Elements (18) bewegbar an der Steuerwelle (6) angeordnet sind.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der oder die Steuerhebel (7) jedes Falzzylinders (1) an zwei unmittelbar nebeneinander angeordneten, gegeneinander verdrehbaren Kurvenscheiben (8, 9) geführt sind, von denen eine die Öffnungsbewegung und die andere die Schließbewegung der Falzklappe (3.1-3.5) steuert.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kurvenscheiben (8, 9) so ausgebildet sind, daß die Schließbewegung der Falzklappe (3.1-3.5) über einen größeren Drehwinkelbereich erfolgt als die Öffnungsbewegung.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Kurvenscheiben (8, 9) jedes Falzzylinders (1) jeweils an einem Ende des Falzzylinders koaxial zueinander angeordnet sind, wobei der Steuerhebel (7) über eine gemeinsame Führungsrolle (10) an beiden Kurvenscheiben (8, 9) geführt ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerhebel (7) über eine zusätzliche Führungsrolle (11) an einem gegenüber den Führungsflächen (8.1, 9.1) der Kurvenscheiben (8, 9) angeordneten auswechselbaren Kurvensegment (12) zur Sicherung beim Rücklauf geführt ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß an einem vorgegebenen Punkt der Umlaufbahn der Führungsrolle (10, 11) eine Schmiervorrichtung angeordnet ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmiervorrichtung ein im wesentlichen radial zur Umlaufbahn der Führungsrolle (10, 11) angeordnetes, mit seinem inneren Ende die Führungsrolle beim Durchgang berührendes Schmierelement aus flüssigkeitsdurchlässigem Material aufweist, dessen äußeres Ende über eine Schmiermittelzugabevorrichtung in vorgegebenen Zeitabständen eine vorgegebene Menge eines flüssigen Schmiermittels zugeführt wird.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Schmierelement im wesentlichen stabförmig ausgebildet ist, wobei die Stirnflächen flüssigkeitsdurchlässig und die Seitenflächen flüssigkeitsdicht ausgebildet sind.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei der in jedem Falzzylinder (1, 1A) mehrere in Umfangsrichtung verlaufende Nuten (21, 21A) angeordnet sind, zur Aufnahme der im wesentlichen kreisbogenförmigen Spitzen (22, 22A) der um Achsen parallel zu den Achsen der Falzzylinder schwenkbaren Abdrückgabeln, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdrückgabeln jeweils an einer vorgegebenen Stelle ihrer Spitzen (22, 22A) , welche im Betrieb bei Beginn der Öffnungsbewegung der Falzklappen (3. 2A) im wesentlichen im Bereich zwischen den Falzklappen liegt, eine nach außen weisende Abdrücknase (22.1, 22.1A) besitzen.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Falzmesser (5) mittels Justierschrauben (20.1, 20.2) quer zur Längsrichtung der Nut (2.2) bewegbar ist.






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