| Dokumentenidentifikation |
DE4041884C2 22.07.1993 |
| Titel |
Verfahren zum Abtragen und/oder Strukturieren von Polymeroberflächen mit einer UV-Strahlungsquelle |
| Anmelder |
ABB Patent GmbH, 6800 Mannheim, DE |
| Erfinder |
Esrom, Hilmar, Dipl.-Phys. Dr., 6803 Edingen-Neckarhausen, DE; Kogelschatz, Ulrich, Dipl.-Phys. Dr., Hausen b. Brugg, CH |
| DE-Anmeldedatum |
27.12.1990 |
| DE-Aktenzeichen |
4041884 |
| Offenlegungstag |
02.07.1992 |
| Veröffentlichungstag der Patenterteilung |
22.07.1993 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
22.07.1993 |
| IPC-Hauptklasse |
B29C 59/16
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| IPC-Nebenklasse |
B29C 71/04
C08J 7/00
C08L 79/08
C08L 77/00
C08L 69/00
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| Beschreibung[de] |
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Aus der US-PS 48 57 382 sind ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum photochemischen Ätzen von Polymeren in Form
von Polyimiden, Polyamiden und Polycarbonaten
beschrieben. Hierfür wird eine Lichtquelle in Form einer
Quecksilberlampe verwendet, die kontinuierliches UV-Licht
aussendet. Weniger als 10% dieser UV-Strahlung weist
eine Wellenlänge kleiner 200 nm auf. Hierdurch ist nur
eine sehr kleine Materialabtragungsrate möglich.
Komplexe geometrische Strukturen können auf der Oberfläche mit
dieser Lichtquelle nicht ausgebildet werden. Da ein
erheblicher Strahlungsanteil im Infrarotbereich liegt, ist
eine zusätzliche Kühlung der Einrichtung und des
Substrats erforderlich, was die Vorrichtung und das
Verfahren wiederum erschwert und verteuert.
In der DE-A 38 09 211 ist ein Verfahren zur Ablation von
Fluorkunststoffen mittels Laserstrahlung im Wellenlängenbereich
zwischen 150 und 350 nm beschrieben. Für die Abtragung
werden Excimerlaserimpulse mit einer Dauer von 300 fs und einer
Wellenlänge von 248 nm mit einer Fluenz bis herunter zu
500 mJ/cm² zum Abtragen einer vorher mit Methanol gereinigten
und polierten Oberfläche eines Körpers aus im wesentlichen
reinem Polytetrafluorethylen verwendet.
Aus der Informationsschrift Kunststoffe 79, 1989, Heft 6,
Seiten 485 bis 489, Excimerlaser-Anwendungen in der Chemie-
und Kunststoffindustrie ist die Verwendung von Excimerlasern
für die Strukturierung von Substraten aus Polymeren bekannt.
Bevorzugt werden Excimerlaser mit einer Gasfüllung aus Xenonfluorid
verwendet, die UV-Strahlung mit einer Wellenlänge von
308 nm aussenden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren aufzuzeigen,
mit denen die Strukturierung von Oberflächen von
Substraten aus Polyimid, Polyamid und Polycarbonat leichter
und kostengünstiger durchgeführt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1
gelöst.
Erfindungsgemäß wird die Oberfläche eines Substrats aus
Polyimid, Polyamid oder Polycarbonat, die vollständig oder partiell
abgetragen werden soll, mit UV-Strahlung bestrahlt, die
eine Wellenlänge von 170 nm aufweist. Die Bestrahlung der
Substratoberflächen erfolgt im Vakuum während einer Zeit von
1 bis 30 min. Als Strahlungsquelle wird bevorzugt ein UV-Hochleistungsstrahler
verwendet, der nachfolgend auch kurz
als Excimerstrahler bezeichnet wird. Mit einem solchen Strahler
kann die gesamte
Substratfläche bestrahlt werden. Erfindungsgemäß besteht
die Möglichkeit, anstelle eines Strahlers auch mehrere
Strahler zu verwenden. Mit Erhöhung der UV-Leistung der
Excimerstrahler kann die Abtragrate erheblich gesteigert
werden.
Weitere erfindungswesentliche Merkmale sind in den
Unteransprüchen gekennzeichnet.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von schematischen
Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 die Behandlung einer Substratoberfläche,
Fig. 2 das durch die Behandlung gemäß Fig. 1
hergestellte Substrat.
Fig. 1 zeigt ein flächiges Substrat 1, mit einem
rechteckigen Querschnitt, das aus einem Polymer gefertigt
ist. Es wird davon ausgegangen, daß es sich bei dem
Polymer um Polyimid handelt. Substrate aus Polycarbonat
können ebenfalls so behandelt werden. In definiertem
Abstand von der Oberfläche 1S des Substrats 1 ist ein
Excimerstrahler 3 angeordnet. Dieser ist in Fig. 1 nur
schematisch dargestellt. Eine detaillierte Beschreibung
eines solchen Excimerstrahlers 3 kann der EP-OS 02 54 111
entnommen werden. Der Excimerstrahler 3 besteht aus
einem durch eine einseitig gekühlte Metallelektrode
(hier nicht dargestellt) und ein Dielektrikum oder durch
zwei Dielektrika (hier ebenfalls nicht dargestellt)
begrenzten und mit einem Edelgas oder Gasgemisch
gefüllten Entladungsraum (hier nicht dargestellt). Das
Dielektrikum und die auf der dem Entladungsraum abgewandten
Oberfläche des Dielektrikums liegende zweite Elektrode
sind für die durch stille elektrische Entladung erzeugte
Strahlung transparent. Durch diese Konstruktion und
durch eine geeignete Wahl der Gasfüllung wird ein
großflächiger UV-Hochleistungsstrahler 3 mit hohem
Wirkungsgrad geschaffen. Mit Hilfe der jeweiligen Gasfüllung
kann UV-Strahlung mit einem Wellenlängenbereich zwischen
60 und 400 nm erzeugt werden. Das wichtigste Merkmal
dieses Entladungstyps ist die Existenz einer
dielektrischen Barriere, also eines Isolators im Strompfad
zwischen den Elektroden. Da dieser Isolator keinen
Gleichstrom durchläßt, kann die Entladung nur mit Wechselstrom
betrieben werden. Dabei speist der dielektrische
Verschiebungsstrom die Entladung oder anders ausgedrückt,
bewirkt das Dielektrikum eine kapazitive Kopplung
zwischen der treibenden elektrischen Quelle und dem
Entladungsplasma. Wird die stille Entladung bei einem Druck
oberhalb von ca. 0,1 bar betrieben, so bilden sich sehr
viele dünne Stromfäden aus. Diese Mikroentladungen
bestehen jeweils aus einer annähernd zylindrischen
Plasmasäule und münden beim Übergang auf das Dielektrikum in
eine Oberflächenentladung.
Die UV-Strahlung wird durch Excimerbildung in den
Mikroentladungen erzeugt.
Soll nun beispielsweise das aus Polyimid hergestellte
Substrat 1 mit einer Oberflächenstruktur versehen
werden, so wird, wie in Fig. 1 dargestellt, auf die
Oberfläche des Substrats 1 eine Maske 4 aufgelegt. Diese ist
mit Durchlässen 4D versehen. Durch diese Durchlässe 4D
kann das von dem Excimerstrahler 3 kommende Licht auf
die Oberfläche des Substrates 1 gelangen. Es hat sich
gezeigt, daß durch Verwendung von UV-Strahlung mit einer
Wellenlänge von 172 nm ein Abätzen des Polymers möglich
ist. Um mit Hilfe des Hochleistungsstrahlers 3 eine
solche UV-Strahlung erzeugen zu können, erhält dieser eine
Gasfüllung aus Xenon. Die Xenonentladung führt durch
Elektronenstoß zur Bildung angeregter Xenonatome Xe* und
im Anschluß daran zur Excimerbildung.
In der Entladung laufen zusätzliche Reaktionen zwischen
weiteren angeregten Reaktionspartnern Xe**, Xe2** sowie
positiven Ionen Xe&spplus;, Xe2&spplus; und Elektronen ab. Die
gebildeten Me2*-Excimere zerfallen innerhalb weniger
Nanosekunden und geben ihrer Bindungsenergie in Form von VUV-Strahlung
ab. Der Hochleistungsstrahler 3 wird mit einer
Wechselspannung gespeist, deren Frequenz zwischen 50 Hz
und 1 MHz liegt, und deren Amplitude einige Kilovolt
beträgt. Durch geeignete Wahl des Fülldrucks und der
Entladungsparameter entsteht ein Spektrum, in dem nur
das zweite Kontinuum des Xe2*-Excimers erscheint. Es
handelt sich um eine relativ schmalbandige Emmission,
deren Maximum bei 172 nm im Vakuumultraviolett liegt und
deren Halbwertsbreite etwa 12 nm beträgt. Diese
Strahlung entspricht einer Photonenenergie von 7.2 eV und ist
damit energetisch in der Lage, diverse chemische
Molekülverbindungen direkt zu spalten. Zu diesen
Molekülverbindungen gehören auch die von Polyimid, aus dem das
Substrat 1 hergestellt ist. Die mit dem
Hochleistungsstrahler erreichbaren Photonenflüsse liegen bei 1016 bis
1017 Photonen pro Sekunde und pro cm2 Elektrodenfläche
(Größenordnung: 100 mW/cm2). Durch Vergrößerung der
Elektrodenfläche oder durch die Parallelschaltung
mehrerer solcher Hochleistungsstrahler lassen sich sehr hohe
VUV-Leistungen erzielen. Die Oberfläche 1S des in Fig. 1
dargestellten Substrats 1 wird nun durch die Maske 4 mit
einem solchen Hochleistungsstrahler 3, der UV-Strahlung
mit einer Wellenlänge von 172 nm aussendet, bestrahlt.
Es entsteht nach einer Belichtungszeit von 30 Minuten,
wobei die ganze Anordnung im Vakuum angeordnet ist, das
in Fig. 2 dargestellte Substrat, mit der gezeigten
Oberflächenstrukturierung. Im Bereich der Durchlässe 4D ist
die Oberflächenschicht 1S bis zu einer Tiefe von 1.5 µm
abgeätzt. Die von der Maske 2 geschützten Flächen sind
nicht abgeätzt. Erfindungsgemäß besteht die Möglichkeit,
mit Hilfe des Hochleistungsstrahlers 3 auch die gesamte
Oberfläche 1S des Substrates 1 um 1,5 µm abzutragen.
Hierfür wird auf die Anordnung der Maske 4 vollständig
verzichtet, so daß eine ganzflächige Bestrahlung möglich
ist. In gleicher Weise können Substrate 1 aus
Polycarbonat mit einer strukturierten Oberfläche 1S versehen
werden.
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| Anspruch[de] |
- 1. Verfahren zum Abtragen und/oder Strukturieren von
Oberflächen (1S) von Substraten (1) aus Polymeren durch Bestrahlen
mit einer UV-Strahlungsquelle, dadurch gekennzeichnet,
daß die Oberfläche (1S) eines Substrats aus Polyimid,
Polyamid und Polycarbonat partiell oder vollständig mit UV-Strahlung
der Wellenlänge 172 nm 1 bis 30 Minuten lang im
Vakuum bestrahlt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Abtragung und/oder partiellen Strukturierung die
Oberfläche (1S) eines Substrats (1) aus Polyimid, Polyamid
oder Polycarbonat mit UV-Strahlung der Wellenlänge 172 nm
eines Hochleistungsstrahlers (3), der eine Xenongasfüllung
aufweist, 1 bis 30 Minuten lang im Vakuum bestrahlt wird.
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