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Dokumentenidentifikation DE4201481A1 22.07.1993
Titel Einrichtung zur Handhabung von Materialbahnen in Verarbeitungsmaschinen
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 6900 Heidelberg, DE
Erfinder Haller, Ralf, 6836 Oftersheim, DE
DE-Anmeldedatum 21.01.1992
DE-Aktenzeichen 4201481
Offenlegungstag 22.07.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.07.1993
IPC-Hauptklasse B41F 13/02
IPC-Nebenklasse B41F 33/06   
Zusammenfassung Es wird eine Einrichtung zur Handhabung von Materialbahnen vorgeschlagen, um Druckwerkschäden in einer Rotationsdruckmaschine zu verhindern. Eine separat antreibbare Walze (8) und Andrückelemente (9) sind nach einem letzten Druckwerk (1) angeordnet, um im Bedarfsfall eine Materialbahn (6) sowohl zu fangen, als auch in einen Trockner (5) einzuführen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Handhabung von Materialbahnen in Verarbeitungsmaschinen.

Die DE-OS 39 29 227 zeigt eine Papierbahntrenneinrichtung und Papierbahnhalteeinrichtung für eine Rollenrotationsdruckmaschine. Die Papierbahnhalteeinrichtung besteht aus zwei Klemmkörpern, die aus elastischem, deformierbarem Material bestehen. Einer der Klemmkörper ist relativ zum anderen Klemmkörper verschiebbar. Die Anstellkraft wird durch Arbeitszylinder aufgebracht. Bei dieser Lösung ist pro Druckwerk eine Papierbahnhalteeinrichtung installiert, sowie jedem Druckwerk eine Kontrolleinrichtung nachgeordnet.

Die DE-PS 33 09 558 zeigt eine Bedruckstoffbahnfangvorrichtung, die hinter einem letzten Druckwerk und vor einem thermischen Trockner angeordnet ist. Diese weist zwei Zylinder auf, die beide angetrieben werden und mit einem Überzug versehen sind. Die Zylinder haben dieselbe Dimensionierung wie die Druckwerkzylinder der vorhergehenden Druckwerke. Da der obere der beiden Zylinder der Bedruckstoffbahnfangeinrichtung jedoch vertikal verschiebbar ausgeführt ist, führt dies zwangsläufig zu einer sehr aufwendigen Antriebskonfiguration.

Ausgehend vom skizzierten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zur Handhabung von Materialbahnen dahingehend zu optimieren, daß die im Falle eines Bahnrisses ergriffene Materialbahnvorderkante unmittelbar in einen nachgeschalteten Trockner einzufädeln ist, um ein rasches Wiederanlaufen der Verarbeitungsmaschine zu ermöglichen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß eine separat antreibbare Walze und Andrückelemente nach einem letzten Druckwerk angeordnet sind, um im Bedarfsfall eine Materialbahn sowohl zu fangen als auch in einen Trockner einzuführen.

Der Vorteil dieser Lösung ist darin zu sehen, daß bei einem auftretenden Bahnriß hinter einem letzten Druckwerk, der in den davorliegenden Druckwerken befindliche Bahnrest aufgewickelt werden kann, dieser abgetrennt wird und die neue Vorderkante der Materialbahn in einen nachgeschalteten Trockner eingefädelt wird. Dazu bedarf es keiner weiteren zusätzlichen Vorrichtungen. Nach Beseitigung des aufgewickelten Bahnrestes kann die Maschine wieder anlaufen und in den Fortdruckzustand übergehen, ohne daß es zu langen Stillstandzeiten kommt.

In Weiterbildung des der Erfindung zugrundeliegenden Gedankens werden ein Antrieb für die Walze und eine Stelleinheit für die Andrückelemente durch eine Steuereinheit gesteuert. Die Steuereinheit wird mit Signalen von Sensoren beaufschlagt.

Die von den Sensoren der Steuereinheit übermittelten Signale bewirken eine Aktivierung der Stelleinheit und damit der Andrückelemente zum Ergreifen der Materialbahn. Die Andrückelemente werden gegen die angetriebene Walze gedrückt. Die Materialbahn verbleibt in einer definierten Lage und kann anschließend aufgewickelt werden.

Eine weitere Ausgestaltungsmöglichkeit der Erfindung liegt darin, daß der Betriebsmodus der Steuereinheit durch einen Wahlschalter zwischen dem Modus "Fortdruck" und dem Modus "Einfädeln" umschaltbar ist. Dadurch kann in vorteilhafter Weise erreicht werden, daß während des Fortdruckzustandes der Verarbeitungsmaschine die Sensorik aktiviert bleibt, die einen Materialbahnriß erkennt, während im falle eines Risses der Materialbahn unmittelbar auf den Modus "Einfädeln" umzuschalten ist, somit also dieselbe Steuereinheit verwendet wird, jedoch mit einer anderen aktivierten Erkennungssensorik.

In weiterer Ausgestaltung dieses der Erfindung zugrundeliegenden Gedankens wird die Steuereinheit im Betriebsmodus "Einfädeln" von Signalen einer Sensorik hinter dem Trockner beaufschlagt. Dadurch bleiben die Operationen beim Einfädeln solange aktiviert, bis hinter dem Trockner eine aus diesem austretende Materialbahn registriert wird. Während des Fortdrucks hingegen wird die Steuereinheit mit Signalen einer Sensorik vor und hinter dem Trockner beaufschlagt, um sofort auf einen Riß der Materialbahn reagieren zu können.

Eine Variante der Erfindung besteht darin, daß die Walze, die Andrückelemente, der Antrieb sowie die Stelleinheit in einer Materialbahnhandhabungseinheit zusammengefaßt sind. Diese kann sehr nah am Eingang des Trockners und entsprechend individuellen Anforderungen und Platzverhältnissen aufgestellt werden.

Schließlich ist vorgesehen, daß der Trockner über eine pneumatische Einziehvorrichtung verfügt. Im Betriebsmodus "Einfädeln" ist diese über den Wahlschalter an der Steuereinheit beim Einfädeln einer Materialbahn in den Trockner automatisch aktiviert.

Abschließend ist in einer Variante vorgesehen, daß die Walze, die Andrückelemente sowie die Stelleinheit am Trocknereingang angeordnet sind.

Im weiteren wird die Erfindung anhand einer Zeichnung genauer beschrieben, wobei in

Fig. 1 eine Variante der Einrichtung zur Handhabung einer Materialbahn am Trocknereingang und in

Fig. 2 eine erfindungsgemäße Einrichtung mit allen Komponenten innerhalb einer geschlossenen Materialbahnhandhabungseinheit gezeigt sind.

Fig. 1 zeigt eine Variante der Einrichtung zur Handhabung einer Materialbahn am Eingang eines Trockners. In einem Druckwerk 1 einer Rotationsdruckmaschine sind Druckwerkzylinder 2 angeordnet, die eine Materialbahn 6 beidseitig bedrucken. Die aus dem Druckwerk 1 herauslaufende bedruckte Materialbahn 6 wird in einem Trockner 5 getrocknet und gelangt von dort nach Passage einer Kühlwalzengruppe in eine Weiterverarbeitungseinheit, die hier nicht dargestellt ist.

Über einen Tachogenerator 3, der sich am Druckwerk 1 befindet, werden Impulse an eine Steuereinheit 4 übermittelt. Anhand der übermittelten Impulse steuert die Steuereinheit 4 die Drehzahl eines Antriebs 10, der eine Walze 8 antreibt. Oberhalb der angetriebenen Walze 8 sind Andrückelemente 9 angebracht, die von einer Stelleinheit 11 betätigt werden. Die Stelleinheit 11 wirkt auf einen Hebel 12 ein, der am Trockner 5 drehbar gelagert ist und an seinem freien Ende die Andrückelemente 9 trägt. Die Andrückelemente 9 können beispielsweise als nebeneinander drehbar gelagerte individuelle Rollen oder als eine sich über die Breite der Materialbahn 6 erstreckende Walze ausgeführt sein. Die angetriebene Walze 8 ist durch einen Walzenträger 13 am Gehäuse des Trockners 5 befestigt. Innerhalb des Trockners 5 ist eine pneumatische Einziehvorrichtung 5a untergebracht. Durch die Einziehvorrichtung 5a können die Materialbahnen 6 solange durch den Trockner 5 transportiert werden, bis eine Sensorik 14b ein Signal über das Vorhandensein einer Materialbahn am Trocknerende an die Steuereinheit 4 übermittelt. Im Falle eines Bahnbruches der Materialbahn 6 wird dies durch die Sensorik 14a, hier unterhalb einer Materialbahn 6 angeordnet, an die Steuereinheit 4 übermittelt. Diese aktiviert die Stelleinheit 11, die Andrückelemente 9 werden auf die Walze 8 gedrückt. So wird die Materialbahn 6 beidseitig ergriffen und kann auf der Walze 8 aufgewickelt werden. Dies kann beispielsweise dann erforderlich sein, wenn durch abruptes störungsbedingtes Abbremsen der Maschine, die in den Druckwerken zwischen den jeweiligen Druckwerkzylindern 2 befindliche Materialbahn 6 unvollständig bedruckt ist und entfernt werden soll. Der zu entfernende Rest kann dann auf die Walze 8, die dann als Wickelwalze dient, aufgewickelt und abgetrennt werden. Der neu entstandene Anfang der Materialbahn 6 wird zwischen Andrückelementen 9 und der angetriebenen Walze 8 ergriffen, dann mittels der pneumatischen Einziehvorrichtung 5a durch den Trockner 5 geführt, bis die Sensorik 14b eine Rückmeldung erzeugt, daß die Materialbahn 6 am Trocknerende zugänglich ist. Die kombinierte Bahnfang/Einfädeleinheit erleichtert den Transport der Materialbahn 6 erheblich und verkürzt die Rüstzeiten, bis die Maschine wieder den Fortdruck aufnehmen kann auf ein unvermeindliches Minimum.

Fig. 2 zeigt eine modifizierte Variante einer Materialbahnhandhabungseinheit. Im Unterschied zur in Fig. 1 gezeigten Variante sind dort die Komponenten Walze 8, Andrückelemente 9, Stelleinheit 11 sowie Antrieb 10 in einer geschlossenen Handhabungseinheit 16 untergebracht. Beim Betriebszustand "Fortdruck" ist die Steuereinheit 4 über den Wahlschalter 4a so geschaltet, daß die Sensorik 15a bei Bahnbruch sofort Signale an die Steuereinheit 4 übermittelt. Die Steuereinheit 4 steuert die Stelleinheit 11 an. Die Andrückelemente 9 werden an den Umfang der Walze 8 angestellt, die Materialbahn 6 ist somit ergriffen. In diesem Betriebsmodus - die Druckmaschine ist jetzt gestoppt - kann der in dem vorhergehenden Druckwerken befindliche unvollständig bedruckte Rest aufgewickelt und anschließend entnommen werden. Das Aufwickeln der verbliebenen Materialbahn 6 erfolgt durch eine Anwahl am Wahlschalter 4a. Das Aufwickeln wird zudem durch die frische Druckfarbe auf der Materialbahn 6 begünstigt.

Nachdem der aufgewickelte Rest der Materialbahn 6 abgetrennt und entnommen ist, kann eine Einfädelung der Materialbahn 6 in den Trockner 5 erfolgen. Dieser ist - wie in Fig. 1 - mit einer pneumatischen Einziehvorrichtung 5a ausgestattet, welche die Materialbahn 6 durch den Trockner 5 bewegt. Eine Sensorik 15b erkennt den Abschluß der Einfädeloperationen in den Trockner 5 und meldet dies an die Steuereinheit 4 zurück.

Die erfindungsgemäße Einrichtung erlaubt mithin ein Einfangen der Materialbahn 6 bei Bahnriß und eine unmittelbare Einfädelung der Materialbahn 6 in den Trockner 5, nachdem ein Bahnrest aus der Maschine entfernt wurde. Dadurch kann die Stillstandszeit der Anlage beträchtlich verringert werden, die Produktion kann erheblich schneller wieder aufgenommen werden.

Bezugszeichenliste

1 Druckwerk

2 Druckwerkzylinder

3 Tachowerkzylinder

4 Steuereinheit

4a Wahlschalter

5 Trockner

5a pneumatische Einziehvorrichtung

6 Materialbahn

7 Kühlwalzengruppe

8 Walze

9 Andrückelemente

10 Antrieb

11 Stelleinheit

12 Hebel

13 Walzenträger

14a Sensorik

14b Sensorik

15a Sensorik

15b Sensorik

16 Handhabungseinheit


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zur Handhabung von Materialbahnen, eine Walze umfassend, die etwa mit Maschinengeschwindigkeit angetrieben wird, zur Verhinderung von Druckwerkschäden in einer Rotationsdruckmaschine, dadurch gekennzeichnet, daß eine separat antreibbare Walze (8) und Andrückelemente (9) nach einem letzten Druckwerk (1) angeordnet sind, um im Bedarfsfall eine Materialbahn (6) sowohl zu fangen als auch in einen Trockner (5) einzuführen.
  2. 2. Einrichtung zur Handhabung von Materialbahnen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Antrieb (10) der Walze (8) und eine Stelleinheit (4) für die Andrückelemente (9) durch eine Steuereinheit (4) gesteuert werden.
  3. 3. Einrichtung zur Handhabung von Materialbahnen gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (4) mit Signalen von Sensoriken (14a, 14b; 15a, 15) beaufschlagt wird.
  4. 4. Einrichtung zur Handhabung von Materialbahnen gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Betriebsmodus der Steuereinheit (4) durch einen Wahlschalter (4a) zwischen dem Modus "Einfädeln" und dem Modus "Fortdruck" wählbar ist.
  5. 5. Einrichtung zur Handhabung von Materialbahnen gemäß der Ansprüche 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (4) mit Signalen der Sensoriken (15a, 15b) am Trockner (5) während des Betriebsmodus "Fortdruck" beaufschlagt wird.
  6. 6. Einrichtung zur Handhabung von Materialbahnen gemäß der Ansprüche 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (4) im Betriebsmodus "Einfädeln" mit Signalen der Sensoriken (14a, 14b) am Trockner (5) beaufschlagt wird.
  7. 7. Einrichtung zur Handhabung von Materialbahnen gemäß der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Walze (8) die Andrückelemente (9), der Antrieb (10) sowie die Stelleinheit (11) in einer Bahnhandhabungseinheit (16) zusammengefaßt sind.
  8. 8. Einrichtung zur Handhabung von Materialbahnen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Trockner (5) über eine pneumatische Einziehvorrichtung (5a) verfügt.
  9. 9. Einrichtung zur Handhabung von Materialbahnen gemäß der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Walze (8), die Andrückelemente (9) sowie die Stelleinheit (11) am Eingang des Trockners (5) vorgesehen sind.






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