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Dokumentenidentifikation DE4301093A1 22.07.1993
Titel Einrichtung zur Entnahme von Probeexemplaren in einem Falzapparat
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 6900 Heidelberg, DE
Erfinder Breton, Richard Edward, Rochester, N.H., US
DE-Anmeldedatum 18.01.1993
DE-Aktenzeichen 4301093
Offenlegungstag 22.07.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.07.1993
IPC-Hauptklasse B65H 35/08
IPC-Nebenklasse B65H 5/08   B65H 7/16   B65H 29/24   B65H 29/58   B41F 13/56   B41F 21/08   
Zusammenfassung Es wird eine Einrichtung zur Entnahme von Probeexemplaren in einem Falzapparat vorgeschlagen, die nachfolgende Merkmale aufweist. Ein Schneidzylinderpaar (3) besteht aus einem Messerzylinder (4) und einem Nutenzylinder (5). Auf dem Umfang des Messerzylinders (4) sind mindestens zwei Schneidmesser (7) montiert. Der Nutenzylinder (5) weist eine der Anzahl der Schneidmesser (7) entsprechende Anzahl Nutenbalken (6) sowie eine je einem Nutenbalken (6) zugeordnete Haltevorrichtung (9) für Druckprodukte (64) auf. Die aus dem Spalt des Schneidzylinderpaares (3) austretenden Druckprodukte (64) sind Förderbändern (13) zur Produktauslage und einer dem Schneidzylinderpaar (3) zugeordneten Transporteinheit (10) zuführbar. Die Haltevorrichtungen (9) für Druckprodukte (64) in dem Schneidzylinderpaar (3) sind ferngesteuert von dem Maschinenleitstand aus bedienbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Entnahme von Probeexemplaren in einem Falzapparat einer Druckmaschine.

Aus der DE-PS 37 21 515 ist eine Vorrichtung zum Ablenken oder Verteilen von Druckexemplaren bekannt. Auf einem Schneidzylinderpaar als Ablenkelemente angeordnete Flügelpaare weisen jeweils unterschiedliche Elastizität bzw. Steifigkeit auf. Durch Einwirken des jeweils steiferen Flügels auf ein Druckexemplar wird dieses in einen von zwei Transportpfaden abgelenkt. Diese bekannte Vorrichtung dient mithin dem Aufteilen eines Druckproduktstromes auf unterschiedliche Transportpfade durch Ablenkung der Vorderkante der jeweiligen Druckexemplare.

Aus der US-PS 35 93 606 ist zu entnehmen, daß in dem Nutenzylinder eines Schneidzylinderpaares Punkturnadeln angeordnet sind, die eine in das Schneidzylinderpaar einlaufende Papierbahn fixieren. Die Punkturen sind in einem bestimmten Winkelbereich in bezug auf die Papierbahn angeordnet und sorgen dafür, daß bei der durch den Schneidvorgang verursachten Bewegung der Papierbahn in Richtung des Nutenzylinders die Punkturlöcher nicht zu Längsschlitzen vergrößert werden, was eine nachfolgende Weiterverarbeitung erschweren würde. Die Punkturnadeln wirken auf jeden in das Schneidzylinderpaar einlaufenden Papierbahnabschnitt ein und ergreifen diesen. Mit dieser bekannten Vorrichtung ist lediglich ein Ergreifen der zu verarbeitenden Papierbahn möglich, ein Aussondern einzelner Druckexemplare ist nicht gegeben.

Ausgehend von dem hier beschriebenen Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ohne Beeinträchtigung des normalen Maschinenbetriebes von dem Falzapparat Probeexemplare entnehmen zu können.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß eine Einrichtung zur Entnahme von Probeexemplaren in einem Falzapparat die folgenden Merkmale aufweist: ein Schneidzylinderpaar besteht aus einem Messerzylinder und einem Nutenzylinder; an dem Umfang des Messerzylinders sind mindestens zwei Schneidmesser montiert; der Nutenzylinder weist eine der Anzahl der Schneidmesser entsprechende Anzahl Nutenbalken sowie eine je einem Nutenbalken zugeordnete Haltevorrichtung für Druckprodukte auf; die aus dem Spalt des Schneidzylinderpaares austretenden Druckprodukte sind Förderbändern zur Druckproduktauslage und einer dem Schneidzylinderpaar zugeordneten Transporteinheit zuführbar; und die Haltevorrichtungen für Druckprodukte in dem Schneidzylinderpaar sind von dem Maschinenleitstand aus fernsteuerbar.

Die Vorteile dieser Konstruktion sind darin zu sehen, daß die Entnahme von Probeexemplaren aus dem laufenden Produktstrom ferngesteuert ohne Verminderung der Maschinengeschwindigkeit veranlaßt werden kann. An den Probeexemplaren können Qualitätskontrollen vorgenommen werden. Die Probeexemplare sind in eine separate Transporteinheit einleitbar. Durch diese Konstruktion ist eine Kapselung des Falzapparates möglich, die Weiterverarbeitungsstationen, wie Stapeleinrichtungen, Hefter u. ä. umfassen kann. Durch die Probeexemplarentnahme und die Kontrolle dieser Druckprodukte können Korrekturen frühzeitig, insbesondere während der Anlaufphase vorgenommen werden, was zur Makulaturverringerung beiträgt. Die Fernsteuerbarkeit der Einrichtung zur Entnahme von Probeexemplaren erlaubt eine weitere Automatisierung des Falzapparats.

Zudem ist es nun möglich, bei Unregelmäßigkeiten im Betrieb oder bei Exemplarstau die laufende Produktion durch die dem Schneidzylinderpaar zugeordnete Transporteinheit aus der Maschine zu leiten, ohne die Produktion anhalten zu müssen. Die sich auf der Druckform und den Zylinderaufzügen befindliche diffizile Farb-/Feuchtmittelemulsion bleibt erhalten, es kann nach Beseitigung der Störung sofort zu normaler Produktionsgeschwindigkeit übergegangen werden.

In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Haltevorrichtungen für Druckprodukte durch den Spulenkern einer Magnetspule elektromagnetisch ver- und entriegelbar sind.

Dadurch ist eine gezielte fernsteuerbare Betätigung der Haltevorrichtungen möglich. Während der Anlaufphase können in wählbaren und speicherbaren zeitlichen Intervallen Probeexemplare dem laufenden Produktstrom entnommen und auf ihre Qualität hin überprüft werden. Bei längerer Betätigung der Magnetspule kann durch die Haltevorrichtungen der gesamte Produktstrom durch die dem Schneidzylinderpaar zugeordnete Transporteinheit geleitet werden.

Nach einer weiteren Ausführungsart der Erfindung ist eine der Anzahl der Schneidmesser entsprechende Anzahl von Haltevorrichtungen für Druckprodukte in den Messerzylinder eingebaut, und einem Schneidzylinder ist je eine Haltevorrichtung zugeordnet.

Diese Ausführungsart erlaubt die Berücksichtigung beengter Platzverhältnisse an dem Falzapparat sowie eine individuelle Nachrüstmöglichkeit für bereits ausgelieferte Druckmaschinen.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind an dem Umfang des mit Haltevorrichtungen ausgestatteten Nutenzylinders des Schneidzylinderpaares in axialer Richtung gleichmäßig voneinander beabstandete ringförmige Beläge befestigt.

Dies hat den günstigen Effekt, daß die Druckprodukte, welche dem laufenden Produktstrom entnommen werden sollen, durch die ausfahrbaren Punkturen so tief durchstoßen werden, daß sie auf dem Umfang des entsprechenden Zylinders des Schneidzylinderpaares fixiert bleiben, bis sie in die Transporteinheit einlaufen. Ein Lösen der Vorlaufkante der Probeexemplare ist somit nicht möglich und es ist sichergestellt, daß die ergriffenen Probeexemplare in die Transporteinheit an dem Schneidzylinderpaar einlaufen.

In einer weiteren Ausgestaltungsform der Erfindung sind die Haltevorrichtungen für Druckprodukte in dem Nutenzylinder als Punkturen ausgeführt, die sich axial darin erstrecken und zwischen einer ersten Position in dem Nutenzylinder und einer zweiten Position über dessen Mantelfläche hinaus bewegbar sind. Die Punkturen werden in ihre erste und zweite Position bewegt durch eine elektromagnetisch betätigbare Steuerung, welche die folgenden Merkmale aufweist:

eine Steuerkurve, eine auf der Steuerkurve geführte Steuerrolle, einen die Steuerrolle tragenden, im Einklang mit der Führung der Steuerrolle schwingbaren Steuerhebel, eine mit dem Steuerhebel verbundene Druckfeder, um die Steuerrolle in Kontakt mit der Steuerkurve zu halten, und ein Element, welches die Punkturen mit dem schwingbaren Steuerhebel verbindet und diese entsprechend der Führung der Steuerrolle durch die Steuerkurve in die erste und zweite Position bewegt.

In einer weiteren vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Haltevorrichtungen für Druckprodukte als Saugöffnungen in der Mantelfläche des Nutenzylinders gestaltet sind, deren Luftkanal zur Druckproduktentnahme mit einem Vakuumanschluß und zum Transfer des Druckproduktes mit einem Blasluftanschluß verbindbar ist.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist eine in dem Nutenzylinder gelagerte Steuerwelle vorgesehen, welche die Punkturen trägt, und ein an einer Stirnseite des Nutenzylinders gelagerter pneumatisch aktivierter Stellzylinder weist einen Druckkolben auf, der mit der Steuerwelle zum pneumatischen Ausfahren und Einziehen der Punkturen in deren erste und zweite Position verbunden ist.

Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung besteht die elektromagnetisch aktivierbare Steuereinrichtung aus einem Paar Magnetspulen mit einem jeweiligen aktivierbaren Spulenkern für das Einziehen der Punkturen in deren erste Position, welche in der Nähe des jeweiligen Nutenbalkens liegt, und für das Ausfahren der Punkturen über die Mantelfläche des Nutenzylinders hinaus zum Entnehmen eines Probeexemplars.

Diese und andere Merkmale der Erfindung werden durch die folgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele im Zusammenhang mit den beigefügten, nachstehend erläuterten Zeichnungen weiter verdeutlicht.

Fig. 1 ist eine schematische Vorderansicht der Einrichtung zur Entnahme von Probeexemplaren in einem Falzapparat mit Transport- und Auslageeinheit;

Fig. 1a ist eine schematische Ansicht einer Steuerkurve zum Halten eines eine Vorrichtung bildenden Teils der Erfindung nach Fig. 1;

Fig. 1b ist eine vergrößerte Teilansicht der Fig. 1, welche die Steuerung der Haltevorrichtung durch die Steuerkurve der Fig. 1a zeigt;

Fig. 1c ist eine vergrößerte Seitenansicht der Fig. 1 mit einem Nutenzylinder als Teil eines erfindungsgemäßen Schneidzylinderpaares;

Fig. 2 ist eine der Fig. 1 entsprechende Ansicht eines anderen Ausführungsbeispiels der Erfindung, worin die Probeexemplar-Entnahmeeinrichtung mit einem Nutenzylinder mit Saugöffnungen in dessen Mantelfläche versehen ist;

Fig. 2a ist eine abschnittweise seitliche Teilansicht der Fig. 2 mit dem darin gezeigten Nutenzylinder;

Fig. 2b ist eine Ansicht der Fig. 2a mit nur einem Teil des Nutenzylinders, an welchem Luftverbindungen angebracht sind;

Fig. 3 ist eine minimal geänderte vergrößerte Teilansicht der Fig. 1, welche das Schneidzylinderpaar im Detail zeigt, zusammen mit der diesem zugeordneten Transporteinheit für die Probeexemplare;

Fig. 3a ist ein vergrößerter Querriß der Fig. 3 in Richtung der Pfeile IIIa IIIa;

Fig. 4a und 4b sind jeweils Seiten- und Endansichten des Nutenzylinders mit pneumatisch aktivierten Stellzylindern;

Fig. 5a ist eine vergrößerte Teilansicht der Fig. 3, welche das Schneidzylinderpaar mit dem Nutenzylinder und Elektromagneten für die Aktivierung der daran befindlichen Haltevorrichtungen zeigt;

Fig. 5b ist eine Teilansicht des Nutenzylinders der Fig. 5a;

Fig. 5c ist eine Draufsicht des Nutenzylinders der Fig. 5a und 5b.

Fig. 1 zeigt schematisch den Aufbau eines Falzapparates mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Entnahme von Probeexemplaren. Nach der Passage einer Papierbahn 2 durch ein Zugwalzenpaar 1 gelangt diese in ein Schneidzylinderpaar 3. Das Schneidzylinderpaar 3 besteht aus einem Messerzylinder 4 und einem Nutenzylinder 5. Wie in Fig. 1 gezeigt, sind an dem Umfang des Messerzylinders 4 zwei Schneidmesser 7 montiert. Es ist selbstverständlich auch möglich, mehr als zwei Schneidmesser 7 auf dem Messerzylinder 4 anzuordnen. Der Messerzylinder 4 arbeitet mit einem Nutenzylinder 5 zusammen, in dessen Mantelfläche zwei Nutenbalken 6 eingelassen sind. Zur Darstellung der Lagerung der Schneidmesser 7 wird auf die Fig. 3 und 5a verwiesen.

In dem Nutenzylinder 5 sind zwei Haltevorrichtungen 9 enthalten, die einander gegenüberliegend angeordnet sind. Die Haltevorrichtungen 9 können bei Betätigung aus der Mantelfläche des Nutenzylinders 5 ausfahren, das vordere Ende der Papierbahn 2 erfassen und auf der Mantelfläche des Nutenzylinders 5 fixieren. Der auf dem Nutenzylinder 5 fixierte Bahnabschnitt wird durch den nächsten Schneidvorgang im Spalt des Schneidzylinderpaares 3 von der Papierbahn 2 abgetrennt. Der auf dem Nutenzylinder 5 fixierte Bahnabschnitt wird an seiner vorlaufenden Kante von einem Abstreifer 8 vom Umfang des Nutenzylinders 5 abgenommen und gelangt in die Transportbänder 11 und 12 der dem Schneidzylinderpaar 3 zugeordneten Transporteinheit 10. Zur Führung des abgetrennten und am Umfang des Nutenzylinders 5 fixierten Bahnabschnitts umgibt das Transportband 12 einen Sektor der Mantelfläche des Nutenzylinders 5.

Es ist natürlich auch möglich, mehrere Bahnabschnitte, d. h. Druckprodukte hintereinander durch Betätigung der Haltevorrichtungen 9 in die Transporteinheit 10 zu leiten. Werden keine Druckprodukte in die Transporteinheit 10 geführt, so bleiben die Druckprodukte 64 in ihrer ursprünglichen Bahn und gelangen in die Förderbänder 13, von welchen diese in die in Fig. 1 gezeigten herkömmlichen Schaufelräder 14 und 15 transportiert werden.

Wie aus Fig. 1 erkennbar ist, überschneiden sich die mit 16 und 17 bezeichneten Hüllenkurven der Schaufelräder 14 und 15. Dies bedeutet, daß die die Schaufelräder 14 und 15 bildenden einzelnen Schaufelradscheiben versetzt zueinander auf den Trägerwellen angeordnet sind und sich deshalb eine Überlappung der beiden Hüllenkurven 16 und 17 ergibt. Die Förderbänder 13 führen die Druckprodukte 64 in den durch die Hüllenkurven 16 und 17 beschriebenen Schnittbereich und je nachdem auf welche Schaufelradtasche die Druckprodukte 64 treffen, gelangen diese in das Schaufelrad 14 oder das Schaufelrad 15.

In den Fig. 1a, 1b und 1c sind Einzelheiten des Betätigungsmechanismus für die Haltevorrichtung 9 gezeigt. Fig. 1a zeigt die Konturen einer Steuerkurve 18, die im wesentlichen zwei Kurvensegmente 18a und 18b aufweist, durch welche eine Steuerrolle 20 auf und ab bewegt werden kann. Das Zusammenspiel der Kurvensegmente 18a und 18b geht aus Fig. 1b hervor, worin gezeigt wird, wie eine auf den Kurvensegmenten 18a und 18b ablaufende Steuerrolle 20 einen Steuerhebel 22 um eine Drehachse 19 bewegt. Die Anstellung der Steuerrolle 20 an die Kurve 18 erfolgt durch eine Druckfeder 21, die den Steuerhebel 22 zwingt, sich um die Drehachse 19 im Kontakt mit der Steuerkurve 18 zu bewegen. Dadurch folgt die Steuerrolle 20 dem Profil der Steuerkurve 18. Ist der Steuerhebel 22 durch den Spulenkern 23 einer Magnetspule 24 (siehe Fig. 1c) verriegelt, so ist die Steuerrolle 20 von einem Teil der Steuerkurve 18 abgestellt. Demgemäß ist der Steuerhebel 22 in der in Fig. 1b gezeigten Position verriegelt. Der Spulenkern 23 kann nur ausgefahren werden, wenn sich die Steuerrolle 20 auf dem Teil 18A der Steuerkurve 18 befindet. Die Haltevorrichtung 9 bleibt im Inneren des Nutenzylinders 5 eingefahren.

Wie aus Fig. 1c zu ersehen ist, wird der Spulenkern 23 durch entsprechende Erregung der Magnetspule 24 aus- und eingefahren. Ist der Spulenkern 23 in die Magnetspule 24 eingefahren, so ist der Steuerhebel 22 entriegelt und folgt der durch die Kontur der Kurve 18 erzwungenen Bewegung. Die Elemente der Haltevorrichtung 9 fahren aus, sobald die Steuerrolle 20 das Kurvensegment 18b durchläuft, und geben das Druckprodukt 64 unmittelbar vor Erreichen des Abstreifers 8 wieder frei, indem durch das Kurvensegment 18a wieder eine Drehung des Steuerhebels 22 bewirkt wird und die Elemente 9 wieder in das Innere des Nutenzylinders 5 einfahren. Die räumliche Anordnung des Mechanismus zur Betätigung der Haltevorrichtung 9 geht aus der Fig. 1c hervor. Die Haltevorrichtung 9 kann aus mehreren nebeneinander auf der Drehachse 19 gelagerten ausfahrbaren Punkturen bestehen, die über einen durch eine Steuerrolle 20 drehbaren Steuerhebel ein- und ausgefahren werden.

Fig. 2 zeigt eine Einrichtung zur Entnahme von Probeexemplaren, bei der Saugöffnungen in der Mantelfläche eines Zylinders 5 eines Schneidzylinderpaares 3 vorgesehen sind. Unterhalb eines Zugwalzenpaares 1 befindet sich ein Schneidzylinderpaar 3, das aus Messerzylinder 4 und Nutenzylinder 5 besteht. In dem Nutenzylinder 5 sind Nutenbalken 6 gelagert, während in dem Messerzylinder 4 Schneidmesser 7 eingebaut sind. Unterhalb des Schneidzylinderpaares 3 sind Förderbänder 13 vorgesehen, die den aus dem Schneidzylinderpaar 3 austretenden Produktstrom den Schaufelrädern 14 und 15 zuleiten.

In dem Nutenzylinder 5 sind Saugöffnungen 26 angebracht, die mit einem den Nutenzylinder 5 axial durchlaufenden Luftkanal 28 in Verbindung stehen. Die Saugöffnungen 26 sind in dem Nutenzylinder 5 im Bereich des Nutenbalkens 6 angeordnet, wie in Fig. 2a gezeigt. Ferner ist der Nutenzylinder 5 mit einem Belag 27 versehen. Der Saugluftkanal 28 ist in einem Flansch 29 ausgebildet, der gleichzeitig als Lagerzapfen für den Nutenzylinder 5 dient. Wie in Fig. 2b zu erkennen ist, wird der Lagerzapfen des Nutenzylinders 5 in einem Zylinderlager 33 aufgenommen. An dem Lagerzapfen 29 sind ein Vakuumanschluß 30 sowie ein Blasluftanschluß 31 montiert, über welche der Luftkanal 28 mit Vakuum oder mit Blasluft beaufschlagt werden kann. Der Vakuumanschluß 30 und der Blasluftanschluß 31 liegen über Dichtungsringe 34 an den Öffnungen des Saugluftkanals 28 an. Anstelle des Blasluftanschlusses 31 kann ein entsprechender mechanischer Abstreifer 31 zum Abstreifen der Druckprodukte von dem Nutenzylinder 5 und Befördern zu den Förderbändern 13 vorgesehen sein (siehe Fig. 2). Das Ansaugen eines Probeexemplars sowie dessen Weitergabe an einen Transportzylinder 35 wird nach Bedarf eingeleitet. Der Transportzylinder 35, dessen Mantelfläche ebenfalls mit Saugluftöffnungen versehen ist, ist ebenfalls mit einem Vakuumanschluß verbunden.

Die Blasluft, die in dem Nutenzylinder 5 zugeführt werden kann, ermöglicht die Übergabe eines Probeexemplars an den Transportzylinder 35, der zu diesem Zeitpunkt mit dem Vakuumsystem der Maschine verbunden ist, um das Probeexemplar zu übernehmen. Das Probeexemplar wird auf der Umfangsfläche des Transportzylinders 35 transportiert, bis es durch einen Abstreifer 36 von diesem abgenommen und in die Transporteinheit 10 weitergeleitet wird. Diese Möglichkeit der Entnahme eines Probeexemplars kann mit den hier oben beschriebenen Haltevorrichtungen kombiniert werden.

Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht eines Schneidzylinderpaares 3 mit zugeordneter Transporteinheit 10 für Probeexemplare. Die Schneidmesser 7 werden von zwei Klemmleisten 67 fixiert, die in einer Ausnehmung 43 des Messerzylinders 4 mit Klemmschrauben 38 befestigt sind, welche gleichzeitig zusammenpreßbare Wangenstücke 37 in der Ausnehmung 43 festhalten, wie in Fig. 3a gezeigt.

Im Nutenzylinder 5 sind im Bereich der einander gegenüberliegenden Nutenbalken 6 Punkturen 40 eingebaut, die mit Hebel 44 durch eine jeweilige Stellwelle 41 drehbar sind. Die Hebel 44 sind durch je eine Klemmschraube 42 auf den Stellwellen 41 fixierbar. Ferner kann durch entsprechende Drehung des jeweiligen Hebels 44 auf der Welle 41 die Punktiertiefe der Punkturen 40 verändert werden. Bei der Betätigung der Einrichtung zur Entnahme von Probeexemplaren nach der vorliegenden Erfindung wird nach erfolgtem Schnitt der Papierbahn 2 zwischen Nutenbalken 6 und Schneidmesser 7 der Vorderabschnitt des entstandenen Druckproduktes 64 punktiert, so auf der Mantelfläche 39 des Nutenzylinders 5 fixiert, vom Abstreifer 8 abgenommen und in die Transporteinheit 10 geführt. Durch den nächsten Kontakt zwischen Nutenbalken 6 und Schneidmessern 7, z. B. nach einer halben Umdrehung des Messerzylinders 4 und des Nutenzylinders 5, wird der Vorderabschnitt der Papierbahn 2 abgetrennt und bei Bedarf ein weiterer Vorderabschnitt der Papierbahn 2 von den Punkturen 40 punktiert und als Probeexemplar entnommen.

Fig. 4a und 4b sind eine Seitenansicht und eine Draufsicht eines Nutenzylinders 5 mit pneumatisch betätigten Stellzylindern 47.

In dem Nutenzylinder 5 wird die Stellwelle 41 von einem Stellwellenlager 45 aufgenommen. Die Stellwelle 41 trägt die Hebel 44, welche mit je einer Klemmschraube 46 auf der Stellwelle 41 befestigt sind. Am vorderen Teil der Hebel 44sind Punkturen 40 befestigt. An der Stirnfläche 50 des Nutenzylinders 5 ist in einem Halter 49 ein Stellzylinder 47 aufgenommen, der über einen Stellhebel 48 auf die Stellwelle 41 einwirkt. In einem Zapfen des Nutenzylinders 5 sind Stellzylinderanschlüsse 55 und 56 ausgeführt, mit denen die Stellzylinder 47 verbindbar sind. Die schematisch wiedergegebenen Luftanschlüsse 51 und 52 sind durch einen Deckel 54 geführt und über Dichtringe 53 mit den Stellzylinderanschlüssen 55 und 56 verbunden.

Fig. 4b zeigt eine Ansicht der Stirnseite 50 des Nutenzylinders 5. Aus dieser Ansicht geht die räumliche Anordnung aller Komponenten hervor. Die Punkturen 40 durchstoßen beim Ausfahren die Mantelfläche des Nutenzylinders 5 im Bereich der Nutenbalken 6. Der Belag 27 wird mit Hilfe von nicht gezeigten Klemmschrauben auf der Mantelfläche des Nutenzylinders 5 fixiert. Durch die lösbare Verbindung zwischen den Punkturen 40 und den Hebeln 44 ist es möglich, auch Punkturen größerer oder kleinerer Länge in die Hebel 44 einzubauen. Die Stellzylinder 47 sind in den Haltern 49 zum Bewegungsausgleich beim Stellvorgang beweglich gelagert.

Die Fig. 5a, 5b und 5c zeigen einen Nutenzylinder 5 mit elektromagnetisch betätigbaren Haltevorrichtungen. Dazu ist in Fig. 5a ein Schneidzylinderpaar 3 gezeigt. Der Belag 27 auf der Umfangsfläche des Messerzylinders 4 wird mittels Klemmschrauben 59 befestigt. Die Klemmschrauben 38 dienen der Befestigung der Klemmleisten 67, so daß dabei die zusammenpreßbaren Wangenstücke 37 festgehalten werden, wie in dem Ausführungsbeispiel der Fig. 3 und 3a dargestellt ist. In dem Nutenzylinder 5 sind einem Drehstück 60 je zwei Elektromagnete 57 zugeordnet. Jeder dieser Elektromagnete 57 nimmt einen Stift 58 auf, der an einem der Drehstücke 60 anliegt. Das Drehstück 60 sitzt außen an der Welle 41 und leitet die Drehbewegung, ausgelöst durch ein Ein- bzw. Ausfahren der Stifte 58 in den Elektromagneten 57, über eine Paßfeder 61 in die Stellwelle 41, an der die einzelnen Hebel 44 gelagert sind.

In Fig. 5b ist ein Schnitt durch den Nutenzylinder 5 gezeigt. Die Stellwelle 41 trägt die Hebel 44, die mit Klemmschrauben 46 befestigt sind. Die Stellwelle 41 wird in ein Schalenlager aufgenommen, welches aus dem Nutenzylinder 5 und einem Deckel 62 besteht. Der Deckel 62 wird mit Schrauben 63 in dem Nutenzylinder 5 befestigt.

Fig. 5c zeigt eine Draufsicht eines mit Elektromagneten betätigbaren Nutenzylinders. Die Stellwelle 41 ist in Stellwellenlagern 45 in dem Nutenzylinder 5 gelagert und trägt die einzelnen Hebel 44 mit den Punkturen 40. Die Punkturen 40 treten zwischen den Belägen 27 über den Nutenbalken 6 durch die Mantelfläche des Nutenzylinders 5. Außen, im Bereich des Zylinderlagers 33, sind Elektromagneten 57 befestigt, die auf das Drehstück 60 an der Stellwelle 41 einwirken. Hinter dem Nutenzylinder 5 ist ein Druckprodukt 64 angedeutet. Die Anschlußleitungen 65 werden in den Lagerzapfen des Nutenzylinders 5 geführt und durch einen Kanal 66 bis zu den Elektromagneten 57 verlegt. Auf der Umfangsfläche des Nutenzylinders 5 sind ferner die einzelnen Deckel 62 und deren Schrauben 63 sowie die Klemmschrauben 46 der Hebel 44 erkennbar.

Mit den beschriebenen Fernsteuerungssystemen ist bei Bedarf eine von dem Maschinenleitstand aus betätigbare Probeexemplarentnahme zur Qualitätskontrolle während des Maschinenlaufs möglich. Die Entnahme von Probeexemplaren ist besonders während der Anlaufphase von großer Bedeutung, um eventuell zu diesem Zeitpunkt noch Korrekturen vornehmen zu können.

Bezugszeichenliste

1 Zugwalzenpaar

2 Papierbahn

3 Schneidzylinderpaar

4 Messerzylinder

5 Nutenzylinder

6 Nutenbalken

7 Schneidmesser

8 Abstreifer

9 Haltevorrichtungen

10 Transporteinheit

11 Transportband

12 Transportband

13 Förderbänder

14 Schaufelrad

15 Schaufelrad

16 Hüllenkurve

17 Hüllenkurve

18 Steuerkurve

18a Kurvensegment

18b Kurvensegment

19 Drehachse

20 Steuerrolle

21 Druckfeder

22 Steuerhebel

23 Spulenkern

24 Magnetspule

25 Seitenwand

26 Saugöffnungen

27 Belag

28 Luftkanal

29 Flansch/Lagerzapfen

30 Vakuumanschluß

31 Blasluftanschluß/mechanischer Abstreifer

32 Verschlußschraube

33 Zylinderlager

34 Dichtungsringe

35 Transportzylinder

36 Abstreifer

37 Wangenstücke

38 Klemmschrauben

39 Mantelfläche des Nutenzylinders 5

40 Punkturen

41 Stellwelle

42 Klemmschraube

43 Ausnehmung

44 Hebel

45 Stellwellenlager

46 Klemmschraube

47 Stellzylinder

48 Stellhebel

49 Halter

50 Stirnfläche des Nutenzylinders 5

51 Luftanschluß

52 Luftanschluß

53 Dichtring

54 Deckel

55 Stellzylinderanschluß

56 Stellzylinderanschluß

57 Elektromagnet

58 Stift

59 Klemmschrauben

60 Drehstück

61 Paßfeder

62 Deckel

63 Schrauben

64 Druckprodukt

65 Anschlußleitungen

66 Kanal

67 Klemmleisten


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zur Entnahme von Probeexemplaren in einem Falzapparat, welche folgende Merkmale aufweist:
    1. - ein Schneidzylinderpaar (3) besteht aus einem Messerzylinder (4) und einem Nutenzylinder (5);
    2. - auf dem Umfang des genannten Messerzylinders (4) sind mindestens zwei Schneidmesser (7) montiert;
    3. - der genannte Nutenzylinder (5) weist eine der Anzahl der genannten Schneidmesser (7) entsprechende Anzahl Nutenbalken (6) sowie eine je einem Nutenbalken (6) zugeordnete Haltevorrichtung (9) für Druckprodukte (64) auf;
    4. - die aus dem Spalt zwischen dem genannten Messerzylinder (4) und dem genannten Nutenzylinder (5) des genannten Schneidzylinderpaares (3) austretenden Druckprodukte (64) sind Förderbändern (13) zur Druckproduktauslage und einer dem genannten Schneidzylinderpaar (3) zugeordneten Transporteinheit (10) zuführbar; und
    5. - die genannten Haltevorrichtungen (9) für Druckprodukte (64) in dem genannten Schneidzylinderpaar (3) sind ferngesteuert bedienbar.
  2. 2. Einrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Magnetspule (24) und ein Spulenkern (23) operativ in und aus dem Kontakt mit der genannten Haltevorrichtung (9) für Druckprodukte gebracht werden können zum elektromagnetischen Ver- und Entriegeln derselben.
  3. 3. Einrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Anzahl der Schneidmesser (7) entsprechende Anzahl Haltevorrichtungen (9) für Druckprodukte (64) in dem Messerzylinder (4) eingebaut ist und je eine Haltevorrichtung (9) einem Schneidmesser (7) zugeordnet ist.
  4. 4. Einrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Umfang des mit Haltevorrichtungen (9) ausgestatteten Zylinders des Schneidzylinderpaares (3) in axialer Richtung gleichmäßig voneinander beabstandete, ringförmige Beläge (27) befestigt sind.
  5. 5. Einrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtungen (9) aus einer Vielzahl von in axialer Richtung des Nutenzylinders (5) voneinander beabstandeten Punkturen (40) bestehen und zwischen einer ersten Position innerhalb des Nutenzylinders (5) und einer zweiten Position oberhalb der Mantelfläche des genannten Nutenzylinders (5) bewegbar sind.
  6. 6. Einrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Fernsteuerung aus einer elektromagnetisch betätigbaren Steuerung für das Steuern der Bewegung der genannten Vielzahl von Punkturen (40) zwischen deren genannter erster und zweiter Position besteht.
  7. 7. Einrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die als Punkturen (40) ausgeführten Haltevorrichtungen (9) für Druckprodukte (64) im Nutenzylinder (5) über Stellzylinder (47) an der Stirnseite (50) über eine Stellwelle (41) pneumatisch ein- und ausgefahren werden.
  8. 8. Einrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Haltevorrichtung (9) eine Vielzahl von in der Mantelfläche des genannten Nutenzylinders (5) gebildeten Öffnungen aufweist, welche verbindbar sind mit einer Vakuumquelle (30), um ein jeweiliges Druckprodukt (64) durch Saugkraft auf dem genannten Nutenzylinder (5) zu halten, und verbindbar sind mit einer Blasluftquelle für das Lösen und Befördern der genannten Druckprodukte (64).
  9. 9. Einrichtung gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Haltevorrichtung (9) eine Vielzahl von in der Mantelfläche des genannten Nutenzylinders (5) gebildeten Öffnungen aufweist, welche verbindbar sind mit einer Vakuumquelle (30), um ein jeweiliges Druckprodukt (64) durch Saugkraft auf dem genannten Nutenzylinder (5) zu halten, und einen Abstreifer (8) zum Abstreifen des jeweiligen Druckproduktes (64) von dem genannten Nutenzylinder (5).
  10. 10. Einrichtung gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Haltevorrichtung (9) eine in dem genannten Nutenzylinder (5) montierte Stellwelle (41) aufweist und die Punkturen (40) von dieser beweglich getragen werden, und daß ein pneumatisch betriebener Stellzylinder (47) an einer Stirnseite des genannten Nutenzylinders (5) montiert ist, welcher einen mit der genannten Stellwelle (41) verbundenen Druckkolben zum pneumatischen Ausfahren und Einfahren der genannten Punkturen (40) aufweist.
  11. 11. Einrichtung gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Haltevorrichtung (9) eine in dem genannten Nutenzylinder (5) montierte Stellwelle (41) aufweist und die Punkturen (40) von dieser beweglich getragen werden, und die elektromagnetisch aktivierbare Steuereinrichtung eine Magnetspule (24) mit einem aktivierbaren Spulenkern (23) aufweist, wodurch sich die genannten Punkturen (40) in ihre genannte erste Position in der Nähe der genannten Nutenbalken (6) zurückziehen und über die Mantelfläche des genannten Nutenzylinders (5) ausfahren, um ein Probeexemplar zu entnehmen.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
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