Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und einen
Apparat zur Rückgewinnung von Wärme aus Feststoff, der
aus heißen Prozessen wie etwa Verbrennungs- oder
Vergaßungsprozessen und/oder Heißgas-Reinigungsprozessen entfernt
ist. Insbesondere betriftt die Erfindung die
Wiederverwertung der rückgewonnenen Wärme in heißen Prozessen, und
eignet sich speziell zur Wärmerückgewinnung aus der Asche
von Vergasungs- oder Verbrennungsprozessen.
Die Handhabung der von Verbrennungs- und Vergasungsprozessen
stammenden Aschen ist problematisch. Erstens soll die
heiße Asche vor der Lagerung abgekühlt werden und zweitens
bringt die Ausbreitung der Asche und insbesondere der
feinsten Aschepartikeln nach dem Abkühlen eine
Umweltgefährdung mit sich.
Man hat versucht, die feine Asche durch loszuwerden, indem
sie durch Erhitzung entweder in einer Brennkammer oder
einer getrennten Agglomerationsvorrichtung agglomeriert
wird, wobei die aus dem Prozeß freigesetzte Asche besser
für Lagerung geeignet wird.
Man hat auch vorgeschlagen, Asche zur Trockung von
Brennstoff einzusetzen. Zum Beispiel die schwedische
Patentanmeldung Nr. 8501563-4 zeigt die Vermischung von heißer Asche
mit Brennstoff, bevor der Brennstoff in eine Brennkammer
eingegeben wird. In diesem Fall wird die im Brennstoff
möglicherweise enthaltene Feuchtigkeit entweder in die
Asche absorbiert oder aber sie verdampft. Der Brennstoff
wird trockener und es wird leichter, ihn in der zur
Behandlung von konventionellem Trockengut konstruierten
Vorrichtung zu behandeln ist. Gleichzeitig wird die im Prozeß
umlaufende Aschemenge jedoch größer, was für die
Energiewirtschaftlichkeit weniger wünschenswert ist.
Man hat sich auch bemüht, Asche durch Beimischung von Wasser
abzukühlen, um für Lagerung besser geeignete Asche zu
erhalten, wie in der Patentspezifikation DE-34 01 847
dargestellt ist. Hierbei bildet das Kühlwasser ein Problem,
und weil die Temperatur des Wassers niedrig ist, ist es
schwierig dessen Wärme auszunutzen. Je nach dem
Abkühlverfahren und den Wassermengen ist die Temperatur des
Kühlwassers für Asche im allgemeinen unter 200 ºC. Das Wasser
ist zu kalt, um dein Dampfkreislauf zugesetzt zu werden.
Anderseits weicht die Kühlwassertemperatur nicht sehr
viel von der Kesselwassertemperatur ab. Deshalb kann das
Kühlwasser bei Vorrichtungen angemessener Größe nicht zur
Aufheizung von Kesselwasser benutzt werden. Die Ableitung
von Wasser ohne seine Wärme zu verwerten ist auch in
hinsicht auf die Warmewirtschaftlichkeit keine gute Lösung.
Aus dem US-Patent Nr. 4,244,706 ist ein Vergasungsprozeß
bekannt, wo sowohl gasförmige als auch feste Produkte aus
der Vergasung gleichzeitig durch direkten Wärmetausch mit
Wasser in einer Kohle-Kühlworrichtung abgekühlt werden.
Das so abgekühlte Produktgas und verdampftes Wasser werden
aus den Feststoffen abgetrennt und weiter abgekühlt, um
Wasser und organische Substanzen wie etwas Phenole und
andere Aromaten zu kondensieren, die rezirkuliert werden
sollen. Die Abkühlung erfolgt durch indirekten Wärmetausch
in einem Wärmetauscher. Das abgekühlte Kondensat wird mit
frischem Ersatzwasser vermischt und anschließend mit Kohle
in einem Mischbehälter vermischt. Das sich ergebende Gemisch
wird vorgewärmt, bevor es in den Vergaser eingegeben wird.
Aus dem US-Patent Nr. 4,111,159 ist ein Verfahren zur
Abkühlung von aus einem Wirbelschichtreaktor ausgetragenem
Bettmaterial, um die Bettemperatur in der Wirbelschicht zu
kontrollieren. Das Bettmaterial wird aus dem Reaktor in
einen Wärmetausch ausgetragen, wo das Material indirekt
abgekühlt wird. Das abgekühlte Bettmaterial wird danach
zurück in den Wirbelschichtreaktor geführt.
Die zur Vergasung und Verbrennung benötigten Feststoffe
sollen in die Brennkammer ungestört und in solcher Weise
eingegeben werden, daß die verschiedenen Substanzen
möglichst gleichmäßig über die Querschnittsfläche der gesamten
Brennkammer verteilt werden. Die Eingabe von trockenem
Feingut z.B. in eine druckbeaufschlafte Brennkammer setzt
eine ziemlich komplizierte Anlage voraus. Die Beförderung
von Trockengut im Rohrleitungsnetz vor der Eingabe in die
Brennkammer ist sowohl energieaufwendig als auch
schwierig. So verursacht z.B. die Beförderung von Feinkohle
Stauben, und die Feinkohle selbst ist eindeutig explosiv.
Um die obengenannten Nachteile zu vermeiden, hat man ein
Befeuchten der Kohle vor der Eingabe in die Brennkammer
vorgeschlagen. Die finnische Patentanmeldung Nr. 865217
zeigt ein Verfahren zur Vermischung von Wasser mit
Gruskohle. Wasser wird mit Gruskohle in solchen Ausmaß vermischt,
daß eine pumpbare Masse entsteht. Diese Kohlepaste kann mit
einer Pumpe ohne zusätzliche Behandlung direkt zur
Verbrennungsstufe gepumpt werden.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein
gegenüber den oben beschrieben Verfahren wärmewirtschaftlich
besseres Verfahren zur Wärmerückgewinnung aus aus heißen
Prozessen abgeschiedenen Feststoffen vorzusehen. Eine
andere Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein
vorteilhaftes Verfahren vorzusehen, um die abgeschiedenen Feststoffe
in eine für Weiterbehandlung geeignete Form zu bringen.
Eine noch weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht
darin, ein verbessertes Verfahren zur Behandlung von
Eingabegut des Vergasungs- oder Verbrennungsprozesses
vorzusehen, bevor es in einen Verbrennungs- oder
Vergasungsreaktor eingegeben wird.
Um die obigen Aufgaben zu erfüllen, umfaßt das
erfindungsgemale Verfahren, bei dem Wärme aus heißen aus heißen
Prozessen ausgetragenen Feststoffen rückgewonnen wird, folgende
Schritte:
- festes Eingabegut, wie fester Brennstoff oder
Zusatzmittel des Prozesses, und Fluidisierungsgas, wie etwa Luft
werden in die Brennkammer eingegeben,
- in der Brennkammer gebildetes Prozeßgas wird aus dem
oberen Teil der Brennkammer abgezogen und
- heißer Feststoff, wie etwa in der Brennkammer gebildete
Asche oder anderes festes in der Brennkammer fluidisiertes
Bettmaterial wird
- vom Bodenabschnitt der Brennkammer durch eine
Austragsvorrichtung ausgetragen oder
- vom Prozeßgas abgeschieden und in einer
Heißgasreinigungsvorrichtung aus dem Prozeß abgeschieden, und durch
einen Kanal in einen Wärmetauscher geleitet, wo der
heiße Feststoff in indirekten Wärmetauschkontakt mit
durch einen Kanal im Wärmetauscher fließendem Wasser
gebracht wird, um Wärme aus dem heißen Feststoff ins
Wasser abzuführen, wobei heißes Wasser entsteht,
- dadurch, in indirektem Wärmetauschkontakt hauptsächlich
nur mit dem ausgetragenen heißen Feststoff gebildetes
Heißwasser wird durch einen Kanal ungekühlt vom
Wärmetauscher in eine Mischkammer geleitet und in der Mischkammer
mit festem Eingabegut vermischt;
- das feste Eingabegut wird gleichzeitig erhitzt und
befeuchtet, indem es mit dem Heißwasser in der Mischkammer
vermischt wird und
- das erhitzte und befeuchtete feste Eingabegut wird durch
einen Kanal aus der Mischkammer in die Verbrennungkammer
befördert.
Der Apparat zur Wärmerückgewinnung gemäß der Erfindung
besteht aus
- einem Kanal für festes Eingabegut zur Einführung von
Feststoffen in die Brennkammer,
- Fluidisierungsgasöffnungen im Bodenabschnitt der
Brennkammer zur Fluidisierung von Feststoff in der Brennkammer,
- einem Austragsrohr im oberen Teil der Brennkammer für
den Abzug von Prozeßgas aus der Brennkammer,
- einer Austragsvorrichtung im Bodenabschnitt der
Brennkammer zur Austragung von heißem Feststoff aus der Brennkammer
und/oder einer Austragsvorrichtung zur Austragung von
heißem in einer Heißgasreinigungsvorrichtung aus den heißen
Prozeßgasen abgeschiedenem Feststoff,
- einem Wärmetauscher, der mit der Austragsvorrichtung
zur Aufnahme der ausgetragenen heißen Feststoffes verbunden
ist,
- einem Kanal im Wärmetauscher zur Leitung von Wasser
durch den Wärmetauscher in indirektem Wärmetauschkontakt
mit dem ausgetragenen heißen Feststoff und zur Abführung
von Wärme aus dem heißen Feststoff ins Wasser,
- einer Vorrichtung zur Austragung von abgekühltem
Feststoff aus dem wärmetauscher,
- einer Mischkammer, die mit dem Kanal für festes
Eingabegut verbunden ist,
- einer Vorrichtung zur Einführung von festem Eingabegut
in die Mischkammer und
- einem Stutzen, der den Wärmetauscher direkt mit der
Mischkammer verbindet zur Einführung von heißem
ungekühltem Wasser aus dem Wärmetauscher in die Mischkammer zur
Befeuchtung und Aufheizung des festen Eingabeguts in der
Mischkammer.
Die vorliegende Erfindung ist geeignet zur
Wärmerückgewinnung aus der Asche von Vergasungs- oder
Verbrennungsprozessen, wie etwa aus in der Gasreinigungsvorrichtung
kontinuierlich abgeschieden Flugasche. Die Erfindung ist
auch geeignet zur Rückgewinnung von Wärme aus aus den
Brennkammern von Wirbelschichtreaktoren ausgetragenen
Bettmaterialien. Das Bettmaterial enthält in der Regel
Asche und inerten Feststoff wie Sand. Das Bettmaterial kann
auch dem Prozeß zugeführtes Zusatzmittel wie Schwefel
bindende Kalziumverbindungen enthalten. Bettmaterial wird
entwerder kontinuierlich oder intermittierend ausgetragen,
um geeignete Prozeßbedingungen im Reaktor
aufrechtzuerhalten. Weil das ausgetragene Material heiß ist, soll es vor
der weiteren Behandlung desselben abgekühlt werden.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren handelt es sich bei der als
Wärmeträger eingesetzten Flüssigkeit vorzugsweise um Wasser.
Vermischt mit dem Eingabegut eignet es sich gut dafür, um
in den heißen Prozeß eingegeben zu werden. Je nach dem
Prozeß und den Temperaturen kann auch eine andere
Flüssigkeit verwendet werden.
Der Erfindung zufolge kann der heiße Feststoff entweder in
einen offenen Flüssigkeitsbehälter, wie etwa einen
Wasserbehälter unter der Brennkammer des Reaktors oder einen
geschlossenen Wasserbehälter eingegeben werden. In einem
geschlossenen Wasserbehälter bewirkt der heiße Feststoff
Verdampfung von Wasser, und es kann dampfförmig
weitergeleitet werden. Wasserdampf kann leicht über lange
Entfernungen befördert werden. Wenn der Wasserdampf mit kälterem
Eingabegut, wie etwa Gruskohle, in Kontakt gebracht wird,
kondensiert es auf der Oberfläche der Kohlepartikeln und
wärmt somit die Kohle auf und bildet eine Kohlepaste, die
zur Eingabe in die Brennkammer geeignet ist.
Ggemäß der Erfindung wird Flüssigkeit in einen indirekten
Wärmetauschkontakt mit dem ausgetragenem Feststoff gebracht.
Wenn die Erfindung in Vergasern oder Kesseln angewendet
wird, wo Kohle vergast oder verfeuert wird, wird erwärmte
Flüssigkeit oder eventuell Dampf mit Kohle vorzugsweise in
solchem Ausmaß vermischt, daß eine Kohlepaste entsteht,
die leicht zu behandeln und handzuhaben ist. Eine Erhöhung
der Feuchtigkeit von Kohle auf 15 bis 50 % erleichtert
deren Transport durch Pumpen über lange Strecken und
ermöglicht leichte eine Eingabe derselben auch in eine
druckbeaufschlafte Brennkammer. Die Eingabe kann durch
einfache Vorrichtungen stattfinden. Eine Erhöhung des
euchtigkeitsgehalts verhindert ein stauben der Kohle und
vermindert erheblich ihre Explosionsanfälligkeit
Die Erfindung wird nachstehend anhand der beigefügten
Zeichnungen detaillierter beschrieben. Es zeigt dabei
Fig. 1 schematisch eine Ausführungsform der Erfindung, und
Fig. 2 schematisch eine zweite Ausführungsform der
Erfindung.
Die Ausführungsform gemäß Fig. 1 ist bei der
Wärmerückgewinnung aus Asche, die aus der druckbeaufschlagten Brennkammer
2 eines Wirbelschichtreaktors 1 ausgetragen worden ist,
und bei der Wärmerückgewinnung aus anderem möglichen
Bettmaterial angewendet worden. Bei dieser Ausführungsform
wird Wasser als Wärmerückgewinnungsmittel verwendet. Das
aufgeheizte Wasser wird ferner zur Einstellung der
Temperatur und Zusammensetzung des Brennstoffs im
Wirbelschichtreaktor benutzt.
In der Brennkammer 2 des Wirbelschichtreaktors 1 wird eine
Wirbelschicht aufrechterhalten, indem Fluidisierungsgas
wie etwa Luft durch öffnungen in einem Bodenrost 4 in die
Brennkammer eingeführt wird. Fluidisierungsgas kann
selbstverständlich auch durch andere am Boden der Brennkammer
angeordnete allgemein benutzte Lufteingabevorrichtungen,
wie Luftdüsen eingegeben werden. Das Prozeßgas wird aus
dem oberen Teil der Brennkammer durch einen Gasabzugskanal
5 entfernt. Brennstoff, wie z.B. Kohle wird durch einen
Stutzen 3 in die Brennkammer eingegeben. Die Brennkammer
kann bei Bedarf mit mehreren Eingabekanälen versehen sein.
Darüber hinaus kann die Brennkammer mit verschiedenen, in
der Fig. nicht gezeigten Stutzen zur Einführung von
Bettmaterial oder Zusätzen in den Prozeß versehen sein.
Asche und anderer eventuell aus dem Bett entfernter
Feststoff werden durch eine Austragsvorrichtung 6 aus dem
Bodenabschnitt der Brennkammer ausgetragen. Die aus der
Brennkammer aus getragene Asche wird durch Kanal 7 in einen
Wärmetauscher 8 geleitet, der eine Kammer 9 aufweist. In
der Kammer bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 wird die
Asche in indirekten Wärmetauschkontakt mit der durch den
Kanal 10 fließenden Flüssigkeit gebracht, welche Flüssigkeit
z.B. Wasser sein kann. Die abgekühlte Asche wird aus der
Kammer 9 durch einen Stutzen 11 und über ein
Druckreduzierventil in einen Lagerbehälter 12 befördert.
Das im Wärmetauscher erwärmte Wasser wird durch einen
Stutzen 13 in eine Mischkammer 14 geleitet, wo Wasser mit
Brennstoff 15 vermischt wird. Beim Brennstoff kann es sich
um pulverisierte Kohle oder Gruskohle handeln. Erwärmtes
Wasser wird in vorzugsweise solchem Ausmaß dem Brennstoff
beigemischt, daß der Feuchtigkeitsgehalt des Brennstoffs
auf 15 bis 20 % steigt, wobei z.B. aus Kohle eine leicht
pumpbare Paste gebildet wird. Die Mischkammer ist über den
Stutzen 3 mit dem Wirbelschichtreaktor verbunden.
Die Erfindung kann sowohl bei nicht druckbeaufschlagten als
druckbeaufschlagten Verbrennungs- oder Vergasungsprozessen
angewendet werden. Die Eingabe von Asche aus einer
druckbeaufschlagten Kammer kann in einem druckbeauf schlagten
Zustand leicht in einen druckbeauf schlagten Wärmetauscher
erfolgen. Nach dem Abkühlen kann die Asche über das
Druckreduzierventil leicht in einen Lagerbehälter 12 geleitet
werden.
Bei einigen Applikationen kann es vorteilhaft sein, das
Druckreduzierventil zwischen der Brennkammer und dem
Wärmetauscher anzuordnen und die Abkühlung von Asche unter
atmosphärischem Druck stattfinden zu lassen.
Beim Verfahren gemäß Fig. 2 wird die Erfindung zur
Wärmerückgewinnung aus Flugasche angewendet. Das Gas aus dem
Wirbelschichtreaktor 2 wird in einer Vorrichtung 16
gereinigt. Die Flugasche wird dem Wärmetauscher 8 durch
Stutzen zugeführt. Wie bei der vorhergehenden
Ausführungsform wird die Wärme der Asche in eine Flüssigkeit
rückgewonnen, die in die Mischkammer 14 zur Befeuchtung und
Vorwärmung des in den Prozeß einzugebenden Brennstoffs geleitet
wird.
Es kann schwierig sein, insbesondere die in der Flugasche
enthaltene Wärme zu verwerten, weil die Flugaschemengen
gering sind und der Wärmegehalt von Flugasche niedriger
ist als z.B. der von Bodenasche des Reaktors. Das
erfindungsgemäße Verfahren macht es jetzt möglich, auch die
Wärme von Flugasche zu auszunutzen.