Die Erfindung bezieht sich auf eine Isolierkühldose zum
Abführen der Verlustwärme von Halbleiterbauelementen gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und kann beispielsweise zum
Abführen der Verlustwärme von Halbleiterbauelementen in
Elektro-Schienenfahrzeugen verwendet werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiele erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Isolierkühldose in
geschnittener Darstellung,
Fig. 2 einen Kühlkörper der Isolierkühldose im Detail,
Fig. 3 eine Aufsicht auf eine Isolierkühldose in
geschnittener Darstellung,
Fig. 4 einen Spannverband,
Fig. 5 eine alternative Anordnung des
Kühlflüssigkeits-Eintritts und -Austritts,
Fig. 6 eine alternative Ausbildung eines
Kühlflüssigkeits-Eintritts oder -Austritts,
Fig. 7 eine alternative Ausbildung des äußeren
Isoliergehäuses,
Fig. 8 eine alternative Ausbildung der Kühlkorper.
In Fig. 1 ist eine Seitenansicht einer Isolierkühldose in
geschnittener Darstellung gezeigt. Im Zentrum der
Isolierkühldose befinden sich zwei spiegelsymmetrisch
ausgebildete, halbschalenförmige, sich direkt gegenüberliegende und
gegeneinander gepreßte Kühlkörper 1, 2 aus Kupfer oder
einem anderen gut wärmeleitenden Material. Die Kühlkörper 1,
2 bestehen jeweils aus einer Kreisscheibe 3 (siehe Fig. 2)
mit einer Vielzahl von runden, viereckigen oder
rechteckigen Kühlnoppen 4, wobei die Kühlnoppen 4 der beiden
Kühlkörper gegeneinander gepreßt sind. Auf diese Weise werden
zahlreiche, zur Durchströmung einer Kühlflüssigkeit
geeignete Zwischenräume 22 gebildet und die in die Kühlkörper
eingeleitete Wärmeleistung kann über eine große wirksame
Oberfläche (= Kühlnoppen und Innenflächen der Kreisscheibe
3) an die strömende Kühlflüssigkeit abgegeben werden.
Gegen die planebenen, nach außen gerichteten Hauptflächen
der Kühlkörper 1 bzw. 2 sind elektrisch gut isolierende und
thermisch gut leitfähige Keramikscheiben 5 bzw. 6 gepreßt.
Die Keramikscheiben 5, 6 bestehen vorzugsweise aus
Aluminiumnitrid und sind kreisscheibenförmig ausgebildet, wobei
die Außenkanten mit Anfasungen 7 zu beiden Hauptflächen
versehen sind. Der Durchmesser der Keramikscheiben 5, 6 ist
größer als der Durchmesser der Kühlkörper 1, 2. Die Stärke
einer Keramikscheibe 5, 6 ist mit a bezeichnet.
Der derart gebildete Sandwich-Aufbau Keramikscheibe 5 -
Kühlkörper 1 - Kühlkörper 2 - Keramikscheibe 6 wird an
seiner zylinderförmigen Außenfläche mittels eines
hohlzylinderförmigen äußeren Isoliergehäuses 12 zusammengehalten.
Das vorzugsweise aus Duroplast bestehende und auf den
vorstehend beschriebenen Sandwich-Aufbau "aufgeschrumpfte"
äußere Isoliergehäuse 12 preßt die Einzelbauteile des
Sandwich-Aufbaus gegeneinander, indem es kraftschlüssig über
die Anfasungen 7 der Keramikscheiben 5, 6 greift. Trotzdem
ist eine relativ weiche Einbettung der Keramikscheiben 5, 6
in das äußere Isoliergehäuse 12 gewährleistet.
Zur elektrischen Isolierung und hydraulischen Abdichtung
sind eine Reihe von Dichtungen 9, 10 sowie ein inneres
Isoliergehäuse 8 zwischen Kühlkörper/Keramikscheibe einerseits
und äußerem Isoliergehäuse 12 andererseits vorgesehen. Ein
im Querschnitt U-förmiges, elektrisch isolierendes inneres
Isoliergehäuse 8 umkleidet vollständig den randseitigen,
kreisringförmigen Bereich zwischen den Kühlkörpern 1, 2,
den Keramikscheiben 5, 6 und dem äußeren Isoliergehäuse 12.
Das innere Isoliergehäuse 8 besteht aus einem elastischen
Material mit sehr guten elektrisch isolierenden
Eigenschaften, das in sehr hohem Maße wasserdampfundurchlässig ist.
Als Material eignet sich z. B. ein Thermoplast, z. B.
glasfaserverstärktes Polyamid oder glasfaserverstärktes Polyester
oder auch PPS Polyphenylensulfid.
Eine hydraulische Abdichtung erfolgt durch zwei ringförmige
hydraulische Dichtungen 9, wobei die Dichtungen 9 die
Verbindungsflächen zwischen Kühlkörpern 1, 2, Keramikscheiben
5, 6 sowie innerem Isoliergehäuse 8 abdichten. Elektrische
Dichtungen 10 sind an den Verbindungsflächen zwischen
Keramikscheiben 5, 6, innerem Isoliergehäuse 8 und äußerem
Isoliergehäuse 12 angeordnet und greifen auch in den
spitzwinkligen Bereich zwischen Anfasung 7 und äußerem
Isoliergehäuse 12 ein. Die hydraulischen Dichtungen 9, 10 bestehen
aus einem in sehr hohem Maß absolut
wasserdampfundurchlässigen Material, z. B. FKM Fluor Elastomer, wobei keinesfalls
elektrisch leitfähige Additive (z. B. Ruß) beigemengt werden
dürfen, um eine hohe elektrische Isolierfähigkeit
sicherzustellen. Die elektrisch isolierenden Eigenschaften der
hydraulischen Dichtungen 9 sind insofern von Bedeutung, da
sie eine elektrische Fußpunktisolierung darstellen
(abgedeckter möglicher Lichtbogenfußpunkt für die Kühlkörper 1,
2).
Im Unterschied zu den hydraulischen Dichtungen 9 sind die
elektrisch sehr gut isolierenden elektrischen Dichtungen 10
wasserdampfundurchlässig. Als Material eignet sich z. B.
EPDM Athylen, Propylen oder VMQ Silikon. Die elektrischen
Dichtungen realisieren aufgrund ihrer "Flächendichtung"
eine hohe Durchschlagspannung.
Die derart gestaltete Isolierkühldose ist durch das
stabile, sehr kriechstromfeste äußere Isoliergehäuse 12 gegen
mechanische Beanspruchungen geschützt, wobei die
erforderlichen Kriechwege zu beachten sind (siehe auch Fig. 7).
Zur Herstellung des äußeren Isoliergehäuses 12 wird das
innere Isoliergehäuse z. B. mit Duroplast umgossen oder mit
Polyester umspritzt.
Da durch das äußere Isoliergehäuse 12 eine radiale
Zusammenpressung der Bauteile erzielt wird, ist es nicht
möglich, daß sich eventuell während des Betriebes der
Isolierkühldose ausbildende Risse in den Keramikscheiben
verbreitern. Derartige Risse können deshalb lediglich in Form
feiner Haarrisse entstehen. Unter Fig. 8 wird eine
Möglichkeit angeführt, wie derartige Risse "geheilt" werden
können.
Wie aus Fig. 1 zu erkennen ist, ergibt sich durch Einsatz
der beiden Isoliergehäuse 8, 12 eine
Verbundwerkstoffkühldose in Zweischalentechnik, d. h. aus zwei
Kunststoffgehäusen ineinander. Zweckmäßig weist das äußere Isoliergehäuse
12 zwei, drei oder vier am Umfang verteilte randseitige
Haltenoppen 13 zur Arretierung von mit den Keramikscheiben
5 bzw. 6 in Kontakt tretenden Stromführungsblechen 14, 15
auf. Diese Stromführungsbleche 14, 15 wiederum treten in
direkten Kontakt mit den zu kühlenden
Halbleiterbauelementen, so daß der vom Halbleiterbauelement produzierte
Wärmestrom über das thermisch gut leitfähige Stromführungsblech,
die Keramikscheibe und den Kühlkörper zur durch die
Isolierkühldose strömenden Kühlflüssigkeit fließt. Zur
Arretierung der Halbleiterbauelemente sind die
Stromführungsbleche vorteilhaft mit Zentrierschubstanzungen versehen,
die in entsprechende Ausnehmungen der Halbleiterbauelemente
eingreifen (siehe auch Fig. 4).
In Fig. 2 ist ein Kühlkörper der Isolierkühldose im Detail
dargestellt. Es ist die mit einer Vielzahl von Kühlnoppen 4
versehene Kreisscheibe 3 zu erkennen.
Fig. 3 zeigt eine Aufsicht auf eine Isolierkühldose in
geschnittener Darstellung. Dabei sind insbesondere
Kühlflüssigkeits-Eintritt 16 und -Austritt 17 zu erkennen. Der
rohrförmig ausgebildete Eintritt 16 und der ebenfalls
rohrförmige Austritt 17 münden direkt in den von den
Kühlkörpern 1, 2 und dem inneren Isoliergehäuse 8 begrenzten
Innenraum der Isolierkühldose. Der Kühlflüssigkeitsstrom ist
mit Pfeilen gekennzeichnet.
In Fig. 3 ist zu erkennen, daß das innere Isoliergehäuse 8
den Eintritt 16 sowie den Austritt 17 bildet, die teilweise
vom äußeren Isoliergehäuse 12 umhüllt sind, was zum Schutz
gegen Beschädigungen und zur Festigkeit beiträgt. Zum
hydraulischen Anschluß der Isolierkühldose werden
Anschlußrohre 19 oder Adapter jeweils auf die mittels der inneren
Isoliergehäuse 8 gebildeten Stutzen von Eintritt 16 und
Austritt 17 geschoben, wobei einer oder mehrere
hydraulische Dichtringe 20, 21 zwischen Stutzen und Anschlußrohr 19
vorgesehen sind.
Aus der vorstehenden Beschreibung ergibt sich, daß eine
elektrisch leitfähige Kühlflüssigkeit, insbesondere
Brauchwasser, auch dann verwendet werden kann, wenn die
Stromführungsbleche 14, 15 mit potentialbehafteten
Halbleiterbauelementen kontaktiert werden. Durch die Keramikscheiben 5,
6 und das innere Isoliergehäuse 8 wird eine lückenlose
elektrische Isolation gewährleistet. Durch die in sehr
hohem Maße wasserdampfundurchlässigen hydraulischen
Dichtungen 9 und das innere Isoliergehäuse wird unter anderem
sichergestellt, daß die Kühlflüssigkeit nicht zu den
potentialbehafteten Stromführungsblechen 14, 15 gelangen kann. Da
die elektrischen Dichtungen 10 wasserdampfdurchlässig sind,
wird verhindert, daß sich dennoch eingedrungene
Kühlflüssigkeit im Bereich zwischen den Dichtungen 9, 10 und dem
inneren Isoliergehäuse 8 ansammeln kann. Die zwischen
innerem Isoliergehäuse 8, äußerem Isoliergehäuse 12 und
Keramikscheiben 5, 6 eindringende Kühlflüssigkeit kann durch
die elektrische Dichtung 10 und die Grenzflächen zwischen
äußerem Isoliergehäuse 12 und Keramikscheiben 5, 6 nach
außen "ausdunsten".
Auch wenn die Keramikscheiben 5, 6 Risse aufweisen sollten,
ist die elektrische Isolation zuverlässig gewährleistet. Da
zwischen jeder Keramikscheibe und der Kühlflüssigkeit ein
Kühlkörper bzw. die hydraulische Dichtung 9 angeordnet
sind, kann auch bei einem Riß in der Keramikscheibe keine
Kühlflüssigkeit zum Stromführungsblech hin gelangen. Die
Stärke a einer Keramikscheibe ist in Abhängigkeit des
zwischen einem Stromführungsblech und der Kühlflüssigkeit
anstehenden elektrischen Potentials derart zu bemessen, daß
die elektrische Feldstärke im durch einen Riß gebildeten
Luftspalt unterhalb der kritischen Feldstärke bleibt, bei
der ein "Glimmen" möglich ist und bei der die Gefahr eines
elektrischen Durchschlages zwischen Stromführungsblech und
Kühlkörper besteht. Bei einem Potential von z. B. 3000 V und
einer Stärke a der Keramikscheibe von z. B. 0,4 cm beträgt
die Feldstärke im Luftspalt 7,5 kV/cm und liegt damit
wesentlich unter der kritischen Feldstärke von 18 . . . 20 kV/cm,
bei der ein "Glimmen" beginnt.
Um einen guten Wärmeübergang von den Keramikscheiben 5, 6
zu den Kühlkörpern 1, 2 zu ermöglichen, sollte die
Keramikscheibe mit einer relativ hohen Kraft gegen die Kühlkörper
drücken, wie vorstehend bereits erwähnt ist. Dabei ist es
von Vorteil, wenn die als Weichrohling gepreßten und
anschließend gesinterten Keramikscheiben absolut planeben
geschliffen werden. Die Anfasungen 7 erleichtern dabei
vorteilhaft den Schleifvorgang, da sie die Fixierung und
Anpressung der Keramikscheibe an die Schleifeinrichtung
erleichtern. Durch den Schleifvorgang werden feine
Unebenheiten der Keramikscheiben beseitigt, wodurch hohe,
punktförmige mechanische Spannungen vermieden werden, die bei
Einsatz einer ungeschliffenen Keramikscheibe im Spannverband
der Isolierkühldose mit Halbleiterbauelementen entstehen
können. Dies wirkt sich günstig auf die Wärmeübertragung,
die Rüttelfestigkeit und Langzeitfestigkeit der
Isolierkühldose aus.
In Fig. 4 ist ein Spannverband dargestellt, bestehend aus
drei Isolierkühldosen 23 und drei Halbleiterbauelementen
24. Die schematisch gezeigten Kühlflüssigkeits-Eintritte
sind mit 16 bezeichnet und können z. B. aus einem
gemeinsamen Behälter (Wasserverteiler) oder einer gemeinsamen
Rohrzuführung gespeist werden. Die beispielsweise jeweils nach
einer Seite geführten Stromzuführungsbleche 14, 15 sind
frei zugänglich. Da die einzelnen Isolierkühldosen 23 die
elektrische Isolierung zwischen den Stromzuführungsblechen
14, 15 und zur Kühlflüssigkeit hin gewährleisten, können
die Stromzuführungsbleche 14, 15 jeweils unterschiedliche
Potentiale aufweisen. Die den Spannverband
zusammenpressende, nicht dargestellte Spannvorrichtung ist, wie üblich,
unter Einsatz von Spannstäben und Federelementen aufgebaut.
In Fig. 4 ist desweiteren skizziert, wie eine in der Mitte
eines Stromführungsbleches 15 angeordnete
Zentrierschubstanzung 30 in eine entsprechende Ausnehmung 31 eines
Halbleiterbauelementes 24 eingreift.
In Fig. 5 ist eine alternative Anordnung des
Kühlflüssigkeits-Eintritts und -Austritts dargestellt. Eintritt 16 und
Austritt 17 der Isolierkühldose 23 weisen V-förmig zur
gleichen Seite hin. Je nach konstruktiver Gestaltung der
externen Kühlflüssigkeitsführung (Rohrleitungen,
Wasserverteiler) sind weitere alternative Ausgestaltungen möglich.
In Fig. 6 ist eine alternative Ausbildung eines
Kühlflüssigkeits-Eintritts oder -Austritts dargestellt. Der
gezeigte Austritt 17 ist dabei als Flansch ausgebildet und
eignet sich deshalb besonders zum Anschluß an einen
Wasserverteiler. Das innere Isoliergehäuse 8 ist einstückig mit
einer Flanschplatte 25 verbunden. Zur Abdichtung weist die
Flanschplatte 25 eine umlaufende Nut auf, in die eine
Dichtung 26 eingelegt ist. Bohrungen 27 in der Flanschplatte 25
dienen zur Befestigung. Zur Erhöhung der Stabilität des
Flansches (Rüttelfestigkeit) sind vorteilhaft
Verstärkungsrippen 28 vorgesehen.
In Fig. 7 ist eine alternative Ausbildung des äußeren
Isoliergehäuses dargestellt. Es ist zu erkennen, daß das
äußere Isoliergehäuse 12 mit umlaufenden Rippen 29 versehen
ist. Durch diese Rippen 29 wird der Kriechweg zwischen den
Stromführungsblechen 14, 15 verlängert und die
Potentialdifferenz zwischen beiden Stromführungsblechen kann bis
4000 V betragen. Somit eignet sich die Isolierkühldose auch
zum Einsatz bei einer fortgeschrittenen GTO-Technik mit
integrierten Dioden oder bei direkter phasenweiser
Aneinanderschaltung der einzelnen Halbleiterbauelemente.
Hierdurch ergeben sich vorteilhaft wesentlich kürzere
Spannverbände und es werden zusätzlich Isolatoren
eingespart.
In Fig. 8 ist eine alternative Ausbildung der Kühlkörper
dargestellt. Dabei sind die Oberflächen der mit den
Keramikscheiben 5, 6 kontaktierten Kühlkörper 1, 2 (= nach
außen gerichtete Flächen der Kreisscheibe 2 gemäß Fig. 2)
mit schmalen Nuten 32 versehen, in die vor der
Kontaktierung mit den Keramikscheiben ein Isolieröl - vorzugsweise
ein Dielektrika-Öl für Kondensatoren - eingebracht wird.
Falls während des Betriebes der Isolierkühldose Haarrisse
in den Keramikscheiben auftreten sollten, tritt das
Isolieröl aufgrund seiner guten "Kriecheigenschaften" in
derartige Haarrisse ein, wodurch eine "selbstheilende" Wirkung
erzielt wird. Zusätzlich verbessert das Isolieröl den
Wärmeübergang zwischen Keramikscheiben und Kühlkörpern, da es
eventuelle feine Unebenheiten der Kontaktflächen ausfüllt
und damit ausgleicht. Die schmalen Nuten 32 sind
vorzugsweise als konzentrische Ringe angeordnet, können jedoch
auch in Form anderer Strukturen ausgeführt sein.