| Dokumentenidentifikation |
DE4205139A1 26.08.1993 |
| Titel |
Verfahren zum Steuern von Schalterantrieben |
| Anmelder |
ABB Patent GmbH, 6800 Mannheim, DE |
| Erfinder |
Fick, Hans, Ing.(grad.), 6836 Oftersheim, DE; Plettner, Horst, Ing.(grad.), 6450 Hanau, DE |
| DE-Anmeldedatum |
20.02.1992 |
| DE-Aktenzeichen |
4205139 |
| Offenlegungstag |
26.08.1993 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
26.08.1993 |
| IPC-Hauptklasse |
H01H 33/30
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| IPC-Nebenklasse |
H01H 3/24
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| Zusammenfassung |
Es wird ein Verfahren zum Steuern von Antrieben mit einem Fluidspeicher abgehandelt, die für Leistungsschalter in einer Schaltanlage bestimmt sind. Die voll geladenen Speicher sind dann OCO-zyklusfähig. Um nach einer Ausschaltung von mehreren oder allen Schaltern Prioritäten für die Wiedereinschaltung setzen zu können und um das Einschaltprozedere abzukürzen, wird ein Verfahren vorgeschlagen, nach dem die Antriebe nach einer Ausschaltung mit einem voll aufgeladenen Speicher ohne weiteres einschaltfähig gehalten werden und ein zwangsweises Nachladen erst nach einem Wiedereinschalten, bzw. nach Abfall des Speicherdruckes auf einen Wert erfolgt ist, bei dem noch eine Ein- und eine Ausschaltung (sog. CD-Blockierwert) möglich ist.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern von
Fluidantrieben bei Leistungsschaltern gemäß Oberbegriff
des Anspruches 1.
Bei bekannten hydraulischen Antrieben wird bei einer Ein-
oder Ausschaltung des zugehörigen Leistungsschalters die
Ladepumpe des Antriebes sofort nach der Schalthandlung
angesteuert, und es wird bis zu einem Druckwert oberhalb
der OCO-Fähigkeit nachgeladen.
Dieses Verfahren soll anhand einer anliegenden
vereinfacht dargestellten Ladedruckkurve LK eines hydraulischen
Schalterantriebes erklärt werden.
Dargestellt ist der Ladedruck P des Antriebsspeichers
über den Hub H des Antriebes. PA markiert den höchst
zulässigen Druck, bei dem die Ladepumpe abgeschaltet
wird. Wenn der Druck - durch Leckagen bedingt - auf den
Wert PE abfällt, wird die Ladepumpe wieder aktiviert, um
den Druck PA wieder herzustellen. OCO markiert den sog.
OCO-Blockierdruck, d. h. oberhalb dieser Druckmarke ist
der Antrieb fähig den Aus-Ein-Aus-Zyklus zu schalten.
Fällt der Druck unter diese Marke ab, so wird der Antrieb
für diesen Schaltzyklus gesperrt.
Oberhalb der Position CO kann der Antrieb nur noch eine
Ein-Aus-Schaltung vollziehen; sie markiert den
CO-Blockierdruck, unterhalb dessen der CO-Zyklus nicht mehr
geschaltet werden kann und eine entsprechende Blockierung
eingreift.
Gleiches gilt für den O-Punkt, oberhalb dessen nur noch
eine Ausschaltung möglich ist. Unterhalb dieses
Druckwertes ist eine Schalthandlung nicht mehr möglich.
Bei bekannten hydraulischen Antrieben war es bislang so,
daß, wenn von einem Ladedruck PA aus eine Ausschaltung
erfolgte, und der Druck bis auf den Wert SA, der zwischen
der OCO- sowie der CO-Position liegt, abfiel, die
Ladepumpe sofort angesteuert wurde, um wieder auf den Wert PA
aufzuladen. Danach war der Antrieb wieder einschaltbereit
und OCO-schaltzyklusfähig.
Handelte es sich dabei um eine definierte Abschaltung,
z. B. eine Rundumauslösung, bei der sämtliche
Leistungsschalter einer Schaltanlage abschalten, so war es
nicht möglich, gleichzeitig alle Ladepumpen, die aus
Batterienetzen gespeist werden, anzusteuern, da die
Speisenetze dies nicht aushalten. Vielmehr wurden nach einem
fest vorgegebenem Programm die Pumpen selektiv, also
nacheinander, angesteuert. Dieses bekannte Verfahren
hatte den Nachteil, daß Schalter von Abzweigen, die man
als zuschaltfähig erkannte, nicht bedient werden konnten,
da das Nachladeprogramm Antriebe anderer Schalter
bevorzugte. Dies führte zu über Gebühr langen
Netzunterbrechungen.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, bei einer Abschaltung
einer größeren Anzahl von Leistungsschaltern einer
Schaltanlage, insbesondere bei Rundumabschaltungen, die
Wiedereinschaltung für einen größeren Zeitraum
beeinflußbar zu gestalten.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruches 1.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren werden die Speicher
der Schalterantriebe nunmehr ohne vorheriges Nachladen
einschaltbereit gehalten. Somit kann rasch mit Priorität
entschieden werden, welche(r) Abzweig(e) wieder
zugeschaltet werden können. Wird entschieden, daß mehrere
Abzweige zugeschaltet werden können, so wird dies selektiv
von Hand oder durch eine rechnergesteuerte Elektronik
geschehen. Jedenfalls wird nach einer Wiedereinschaltung
der Speicherdruck so weit abgesunken sein, daß ein
zwangsweises Auffüllen durch Ansteuern der Ladepumpe bis
zur OCO-Fähigkeit erfolgen wird. Im anderen Falle
geschieht das Nachladen erst dann, wenn der Speicherdruck
sich dem CO-Blockierdruck, bei dem noch eine Ein- und
Ausschaltung möglich ist, angenähert oder erreicht hat.
Das Abfallen des Druckes wird durch nicht zu vermeidende
Leckverluste der Speicher hervorgerufen. Die Erfindung
macht sich hier die Tatsache zunutze, daß die Speicher
aufgrund von Fertigungstoleranzen unterschiedliche
Leckraten aufweisen. Dies bedingt, daß die Speicherdrücke
sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten (die bis zu
mehreren Tagen reichen können) dem CO-Blockierdruck von oben
her annähern oder ihn erreichen, und das Anlaufen der
Ladepumpen wird zu entsprechenden unterschiedlichen Zeiten
erfolgen.
Das erfindungsgemäße Verfahren soll noch einmal anhand
der beiliegenden Ladedruckkurve verdeutlicht werden.
Werden Schalter vom Speicherladedruck PA aus
ausgeschaltet, so fällt deren Ladedruck über den OCO-Blockierdruck
hinaus auf einen Wert SA, der noch deutlich oberhalb des
CO-Blockierdruckes liegt, ab. Ein Nachladen der Speicher
erfolgt erst, wenn der Speicherdruck auf den
CO-Blockierdruck (oder kurz vorher) abgefallen ist, was wegen der
unterschiedlichen Leckraten zu hinreichend
unterschiedlichen Zeitpunkten geschieht. Grundsätzlich wird ein
Antrieb, dessen Druck nach einer Ausschaltung zwischen dem
OCO- sowie dem CO-Blockierdruck liegt, einschaltfähig
gehalten. Das heißt, es können zunächst die Schalter
derjenigen Abzweige, die als störungsfrei erkannt werden,
zugeschaltet werden. Sind dies alle bzw. eine größere
Anzahl von Schaltern, so wird das Zuschalten, das ja ein
zwangsweises Nachladen der Speicher bedingt, selektiv
erfolgen müssen. Im anderen Falle kann gewartet werden, bis
der Speicherdruck auf oder unter den CO-Blockierdruck
abgefallen ist, erst dann lädt die Ladepumpe den Speicher
zwangsweise wieder bis auf den Wert PA auf. Leckverluste
werden dann zwangsweise bei Erreichen von PE durch
Nachladen ausgeglichen.
Es soll noch erwähnt werden, daß Druckmeßgeräte
Verwendung finden, die temperaturkompensiert sind.
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| Anspruch[de] |
- 1. Verfahren zum Steuern von hydraulischen oder
pneumatischen Antrieben von Leistungsschaltern einer
elektrischen Schaltanlage, insbesondere für Hoch- oder
Mittelspannung, wobei die jeweiligen Antriebsspeicher ein
Speichervolumen für einen Aus-Ein-Aus(OCO)-Schaltzyklus
aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß nach einem
Ausschalten aller oder mehrerer in einer Schaltanlage
sich befindlichen Leistungsschalter, bei denen die
Ausschaltenergie jeweils einem voll geladenen, also OCO-
zyklusfähigen Antriebsspeicher entnommen wird, ein
zwangsweises Nachladen ihrer Antriebsspeicher erst dann
vorgenommen wird, wenn der Speicherdruck sich einem Wert
angenähert oder ihn erreicht hat, bei dem noch eine Ein-
und eine Ausschaltung möglich ist (sog.
CO-Blockierdruck).
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß bei voll geladenem Speicher (Ladedruck PA) und
der Schaltstellung "Ein" ein automatisches Nachladen des
Speichers vorgenommen wird, wenn dessen Arbeitsvolumen
infolge Leckverluste auf einen Druckwert (PE) abgefallen
ist, der zwischen dem Ladedruck (PA) und dem
OCO-Blockierdruck liegt.
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