PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE4304758A1 26.08.1993
Titel Trockensieb einer Papiermaschine
Anmelder Tamfelt Oy AB, Tampere, FI
Erfinder Jaala, Erkki, Tampere, FI
Vertreter Richter, J., Dipl.-Ing., 1000 Berlin; Gerbaulet, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 2000 Hamburg
DE-Anmeldedatum 17.02.1993
DE-Aktenzeichen 4304758
Offenlegungstag 26.08.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.08.1993
IPC-Hauptklasse D21F 1/10
IPC-Nebenklasse D03D 1/00   
Zusammenfassung Trockensieb einer Papiermaschine, das aus zwei aufeinanderliegenden Gewebestrukturen ausgeformt ist, d. h. aus einem Obergewebe und einem Untergewebe, welche beiden Gewebe Schußdrähte (1, 3) und Kettendrähte (2, 4) aufweisen.
Sowohl das Ober- als auch das Untergewebe des Trockensiebes weist gleiche Kettendrähte (2, 4) mit einem flachen Querschnitt auf. Die Kettendrähte (4) des Untergewebes laufen in geeigneten Abständen oberhalb der Schußdrähte (1) des Obergewebes zum Zusammenbinden des Untergewebes und des Obergewebes. Für die Schußdrähte des Untergewebes sind ein solcher Querschnitt und eine solche Form gewählt worden, daß der Verbrauch von Kettendrähten (2, 4) sowohl im Ober- als auch Untergewebe wesentlich gleich ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Trockensieb einer Papiermaschine, das aus zwei Gewebeschichten ausgeformt ist, welche beiden Schichten Schußdrähte und Kettendrähte aufweisen, wobei die Gewebeschichten beim Weben aneinander befestigt worden sind.

Trockensiebe einer Papiermaschine werden zum Leiten einer zu trocknenden Papierbahn durch eine Trockenpartie und zum Stützen der Bahn verwendet, so daß die endgültige Faserbahn möglichst wenige sogenannte Markierungen oder dergleichen aufweist, während die Durchlässigkeit und das Benehmen des Siebes an der Trockenpartie den Wünschen möglichst genau entsprechen. Bei Trockensieben ist typisch die Absicht, eine so gleichmäßige und dichte Oberflächenstruktur wie möglich zu schaffen, die als prozentualer Wert einer sogenannten Kettenfüllung bestimmt wird. In der Praxis ist das Ziel eine 100-prozentige Kettenfüllung, obgleich durch theoretische Berechnungen eine Füllung von sogar über 100% erreicht wird. Aufgrund ihrer Lage befinden sich die Trockensiebe in variierenden Verhältnissen, einerseits in heißen und nassen und anderseits in heißen und trocknen. Von einem Trockensieb werden eine gute Dimensionsstabilität und Haltbarkeit in bezug auf dessen Längsbeanspruchung in den erwähnten Verhältnissen respektive Biegsamkeit verlangt, damit es gut funktionieren kann. Somit hat man versucht, Trockensiebe mit verschiedenen Gewebestrukturen aus verschiedenen Kettendrähten zu konstruieren, z. B. hat man flache Kettendrähte verwendet, um gewünschte Trockensiebstrukturen zustandebringen zu können. Eine solche Lösung ist u. a. aus der FI-Patentanmeldung 7 83 268 bekannt.

Das finnische Patent 81858 beschreibt wiederum ein Trockensieb, das aus zwei aufeinanderliegenden, miteinander verbundenen Gewebestrukturen so ausgeformt ist, daß ein Untergewebe aus steiferem, kräftigerem Monofilament besteht und ein Obergewebe hohle Fasern oder mit verschiedenen Schaumpartikeln behandelte, weichere Fasern aufweist. Das Obergewebe und das Untergewebe sind so aneinandergebunden, daß die Schußdrähte des Untergewebes und die Kettendrähte des Obergewebes zwischen einander laufen. Eine Schwäche dieser Struktur besteht darin, daß die Weise, wie die harten und runden Schußdrähte des Untergewebes und die darüber laufenden, harten und runden Kettendrähte in das weiche Obergewebe angeordnet werden, Ungleichmäßigkeit verursacht und auch Markierung veranlassen kann, weil die Struktur des Untergewebes steifer und härter ist als die Struktur des Obergewebes.

Bei für einen verschiedenartigen Anwendungszweck verfertigten Naßsieben, deren Wasserdurchlässigkeit zur Entwässerung einer Faserstoffsuspension sehr groß sein muß, sind auch Doppelgewebestrukturen verwendet worden, in denen eine obere und eine untere Gewebeschicht dadurch miteinander verbunden sind, daß unterschiedliche Kettendrähte von der einen Schicht in die andere eingelegt werden. Eine Schwäche dieser Lösungen ist, daß das Einlegen der Drähte von der einen Schicht in die andere im allgemeinen sowohl Schwierigkeiten beim Weben als auch Markierungsstörungen verursacht, weil die Drähte, wenn sie sich von der einen Schicht in die andere erstrecken, Störungen beim Weben der anderen Schicht verursachen. Solche Strukturen sind unter anderem aus der FI-Patentanmeldung 8 71 230, FI-Patentanmeldung 7 93 140, EP-Offenlegungsschrift 1 16 945 und FI-Patentanmeldung 8 93 301 bekannt. Zum Vermeiden der in diesen Lösungen angeführten Schwierigkeiten bringt die FI-Auslegeschrift 70 947 eine Lösung für ein Naßsieb einer Papiermaschine vor, in dem das Obergewebe und das Untergewebe mittels getrennter Bindungsschußdrähte aneinandergebunden sind, die sich in der Querrichtung des Siebes erstrecken und um die herum die Kettendrähte der beiden Gewebeschichten in geeigneten Abständen laufen. Selbst wenn diese Lösung an sich funktioniert, ist das Weben schwer auszuführen, und es wird vorausgesetzt, daß es beim Weben einer Schicht möglich ist, die Anzahl von zu fördernden Kettendrähten unterschiedlich zu regeln, und deshalb ist eine komplizierte Webmaschine nötig. Als solche können Naßsiebkonstruktionen auch nicht auf Trockensiebe angewandt werden, weil der Anwendungszweck und die gewünschten Eigenschaften der beiden Siebe in vieler Hinsicht sehr verschieden und sogar entgegengesetzt sind. Somit ist die Anwendbarkeit der Naßsiebgewebe als solche nicht selbstverständlich, und man hat auch nicht versucht, sie auf die Herstellung von Trockensieben in entsprechender Weise anzuwenden.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Trockensieb einer Papiermaschine zustandezubringen, bei dem eine doppelschichtige Gewebestruktur ohne die Nachteile des bekannten Stands der Technik verwendet werden kann und das sogar mit einer einfachen Webmaschinenausrüstung leicht zu weben ist.

Das erfindungsgemäße Trockensieb ist dadurch gekennzeichnet, daß alle Kettendrähte des Trockensiebes wesentlich gleich sind und einen flachen Querschnitt haben, daß die Kettendrähte des Obergewebes nur mit den Schußdrähten des Obergewebes zusammengewebt sind, daß das Untergewebe und das Obergewebe dadurch aneinander befestigt sind, daß man Kettendrähte des Untergewebes in geeigneten Abständen über die Schußdrähte des Obergewebes auf der Oberflächenseite des Siebes laufen läßt, und daß die Querschnittsfläche und die Form der Schußdrähte des Untergewebes so gewählt sind, daß der Verbrauch von Kettendrähten pro Längeneinheit des Siebes sowohl im Obergewebe als auch im Untergewebe wesentlich gleich ist.

Die wesentliche Idee der Erfindung besteht darin, daß die Kettendrähte des Obergewebes und die des Untergewebes gleich sind und eine ziemlich flache, vorzugsweise ovale Form haben, wobei es möglich ist, sie geeignet zwischen einander einzulegen, ohne daß das Laufen der Kette des Untergewebes über die Schußdrähte des Obergewebes eine sichtbare oder meßbare Änderung in der Gleichmäßigkeit oder Dichte des Obergewebes verursacht. Weiter besteht die wesentliche Idee der Erfindung darin, daß die Querschnittsfläche und Form der Schußdrähte des Untergewebes so dimensioniert werden, daß der Verbrauch von Kettendraht im Obergewebe und im Untergewebe wesentlich gleich ist, wobei die Ketten beim Weben von einem und demselben Kettenbaum gefördert werden können, weshalb doppelte Kettenbäume und deren Steuerung nicht erforderlich sind. Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Gewebes ist, daß ein gleichmäßiges Obergewebe mit geeigneter Luftdurchlässigkeit einfach und leicht zustandegebracht wird, bei dem die Bindung zwischen dem Ober- und dem Untergewebe in keiner Weise sichtbar ist. Weiter kann zum Beispiel bei Ausformung einer Fugenpartie des Siebes zum Bilden der Fuge eine erforderliche Menge des Untergewebes leicht aufgetrennt werden, ohne daß die Struktur des Obergewebes im Bereich der Fuge irgendwie merkbar oder sichtbar beeinflußt wird. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Siebkonstruktion ist, daß das Obergewebe und Untergewebe in vielen verschiedenen Weisen gewebt oder zusammengesetzt werden können, wobei die Struktur des Obergewebes so geeignet wie möglich für den Anwendungszweck und für die Qualität der zu erzeugenden Bahn geplant werden kann und das Untergewebe entsprechend in vielen Weisen ausgeformt werden kann, ohne daß die Eigenschaften des Siebes beeinflußt werden. Das Untergewebe kann sogar in der Weise ausgeformt und verfertigt werden, daß die Schußdrähte und die Kettendrähte keinen eigentlichen Schuß miteinander bilden, der ohne Obergewebe zusammenhalten würde, wobei es einfach und leicht ist, Untergewebe beim Zusammensetzen der Fuge zu beseitigen.

Die Erfindung wird ausführlicher in den beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1a bis 1c ein bevorzugtes, erfindungsgemäßes Trockensieb schematisch, in der Kettendrahtrichtung abgeschnitten,

Fig. 2a und 2b einen Querschnitt des Trockensiebes gemäß Fig. 1 schematisch in der Schußdrahtrichtung und

Fig. 3 einen zweiten Querschnitt des erfindungsgemäßen Trockensiebes in der Kettendrahtrichtung.

Aus Fig. 1a ist die Struktur eines erfindungsgemäßen Trockensiebes ersichtlich, in der Schußdrähte 1 eines Obergewebes und Kettendrähte 2 des Obergewebes zum Schaffen einer möglichst gleichmäßigen und dichten Oberflächenschicht zusammengewebt sind. Als Webweise können verschiedenschäftige Gewebe je nach der gewünschten Oberflächenstruktur des Siebes verwendet werden. Außerdem ist aus Fig. 1a ersichtlich, wie Schußdrähte 3 und Kettendrähte 4 eines Untergewebes entsprechend so gewebt sind, daß das Ober- und das Untergewebe miteinander verbunden sind. Wie aus Fig. 1a zu sehen ist, sind die Schußdrähte 3 des Untergewebes im Gewebe so angeordnet, daß sie sich an einem Spalt zwischen den Schußdrähten 1 des Obergewebes befinden und somit keine strukturellen Erhebungen in bezug auf die Schußdrähte des Obergewebes verursachen.

Fig. 1b zeigt die Struktur des Obergewebes, aus der ersichtlich ist, wie die Schußdrähte 1 des Obergewebes und die Kettendrähte des Obergewebes wesentlich gleichmäßig und möglichst dicht auf der Oberflächenseite zusammengewebt sind. Auf der Unterseite des Gewebes ist die Struktur dagegen andersartig.

Fig. 1c zeigt, wie das Untergewebe gewebt worden ist, wobei die Kettendrähte 4 des Untergewebes sowohl um die Schußdrähte 1 des Obergewebes als auch um die Schußdrähte 3 des Untergewebes herumlaufen, während die Schußdrähte 1 und 3 sich in einer in Fig. 1agezeigten Weise in eine Lage nebeneinander legen. Die Kettendrähte 2 und 4 des Fördersiebes haben vorzugsweise denselben Querschnitt, und vorzugsweise einen länglichrunden, ovalen Querschnitt, wobei sie sich möglichst gut im Gewebe einander anpassen und geeignet zwischen einander legen. Weiter werden für die Schußdrähte des Untergewebes ein solcher Querschnitt und solche Dimensionen gewählt, daß der Verbrauch von Kettendraht im Obergewebe und im Untergewebe beim Weben des Siebes wesentlich gleich groß ist. Zum Erreichen eines geeigneten Schlußresultats wird dabei zwischen das Untergewebe und das Obergewebe ein gewünschter, kleiner Spannungsunterschied geschaffen, und zwar dadurch, daß für die Schußdrähte des Untergewebes ein Querschnitt gewählt wird, der etwas von dem theoretisch möglichst geeigneten abweicht. Dazu ist jedoch kein zweiter Kettenbaum nötig, sondern dies kann ausschließlich durch die Wahl des Durchmessers des Schußdrahts 3 des Untergewebes ausgeführt werden. Weil das Obergewebe und das Untergewebe auch in dem Sinn verschieden sind, daß das Obergewebe dichter gewebt ist und Schußdrähte 1 in dichteren Abständen aufweist als Schußdrähte 3 des Untergewebes, ist die Anzahl der Schußdrähte des Untergewebes vorzugsweise so gewählt worden, daß in Schlingen der Kettendrähte 4 des Untergewebes sowohl ein zum Binden des Obergewebes und des Untergewebes zu verwendender Schußdraht 1 des Obergewebes als auch ein Schußdraht 3 des Untergewebes läuft. Somit weist jede Schlinge des Untergewebes vorzugsweise sowohl einen Schußdraht der Bindung des Obergewebes als auch einen Schußdraht des Untergewebes auf. Daß sie sich in der in den Fig. 1a und 1c gezeigten Weise nebeneinanderlegen, ist darauf zurückzuführen, daß das Gewebe sie nicht an dieselbe Stelle zwingt, weil sie nicht mit gekreuzten Kettendrähten miteinander verbunden sind. In dieser Weise wird das Schlußresultat ein gleichmäßiges, spannungsloses und sich natürlich legendes Gewebe sein.

Fig. 2a zeigt einen Querschnitt des erfindungsgemäßen Trockensiebes schematisch in der Schußdrahtrichtung, woraus ersichtlich ist, wie sich die Schußdrähte respektive Kettendrähte des Obergewebes und des Untergewebes exemplifikatorisch gezeigt zueinander gelegt haben. Fig. 2a zeigt den Schußdraht 1 der Oberflächenschicht und unterhalb dessen den Schußdraht 3 der unteren Schicht. Wie in den Fällen der Fig. 1a bis 1c, handelt es sich auch hier um ein fünfschäftiges Gewebe, in dem das Obergewebe ziemlich dicht wird, weil die Kettendrähte 2 sich dicht nebeneinander auf die sichtbare, an der Bahn anliegende Oberfläche legen und jeder Kettendraht nur unterhalb jedes fünften Schußdrahts 1 läuft. Aus Fig. 2a ist auch zu sehen, wie die Kettendrähte 4 des Untergewebes inzwischen oberhalb des Schußdrahts 1 des Obergewebes laufen und sich dabei in einen Raum zwischen den an jeweiliger Stelle liegenden Kettendrähten 2a des Obergewebes, unterhalb dieser, legen.

Fig. 2b zeigt eine Vergrößerung der in Fig. 2a schematisch dargestellten, mit einem Kreis A bezeichneten Stelle, aus der anschaulicher hervorgeht, wie der Kettendraht 4 des Untergewebes sich in bezug auf die Kettendrähte 2a des Obergewebes legt. Die Kettendrähte 2 des Obergewebes erstrecken sich in einer Weise gemäß der gewählten Bindungsstruktur auf den beiden Seiten des Schußdrahts 1 des Obergewebes, aber bleiben jedoch immer auf der ersten Seite des Schußdrahts des Untergewebes, so daß der Schußdraht 3 des Untergewebes in keiner Weise mit dem Obergewebe verbunden wird. Der Kettendraht 4 des Untergewebes läuft in gewählten Abständen oberhalb des Schußdrahts 1 des Obergewebes und verbindet das Untergewebe und das Obergewebe miteinander. Dabei legt sich der Kettendraht 4 des Untergewebes zwischen die Kettendrähte 2a des Obergewebes und bringt dadurch zustande, daß der Schußdraht 1 des Obergewebes sich etwas mehr als üblich in Richtung gegen das Untergewebe drückt und die Kettendrähte 2a des Obergewebes sich ein wenig schräg auf den beiden Seiten des Kettendrahts 4 des Untergewebes legen. In der entstandenen Struktur ist jedoch wesentlich keine deutlich merkbare Änderung in der Gleichmäßigkeit des Obergewebes zu entdecken, besonders wenn als Kettendrähte 2 und 4 ovalförmiger oder länglichrunder Draht verwendet wird. Wenn irgendeine andere, ziemlich flache Drahtform verwendet wird, so ist der Einfluß der Kettendrähte 4 des Untergewebes auf die Gleichmäßigkeit des Obergewebes ebenfalls nahezu belanglos, und in der Weise können die Gewebe gut zusammengebunden werden. In einer Situation, in der das Sieb zum Beispiel mit einer Fuge versehen werden soll, kann am Ende des Siebes eine gewünschte Länge des Untergewebes aufgetrennt werden, so daß das Obergewebe zum Bilden der Fuge doppelgefaltet werden kann. Dies ist jedoch nicht von wesentlicher Bedeutung für die Gleichmäßigkeit des Obergewebes des Fugenbereichs, wobei die Oberfläche des Trockensiebes, von dem unmittelbaren Fugenbereich abgesehen, gleichartig ist. Das Vorteilhafte in der Ausführungsform der Erfindung nach den Fig. 1a-1c und 2a-2b basiert darauf, daß sowohl das Obergewebe als auch das Untergewebe nur eine Schicht Schußdrähte aufweist, wobei das Trockensieb dünn und wenig Luft enthaltend gemacht werden kann, ohne daß auf dessen andere Eigenschaften in irgendeiner Weise verzichtet werden muß.

Fig. 3 zeigt eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Trockensiebes in der Kettendrahtrichtung abgeschnitten. In dieser Ausführungsform entspricht das Gewebe der Oberflächenschicht zum Beispiel dem respektiven Gewebe der Ausführungsform nach den Fig. 2a und 2b. Das Untergewebe ist dagegen in einer anderen Weise ausgeformt. In dieser Ausführungsform bildet das Untergewebe allein, ohne das Obergewebe, kein eigentliches Gewebe, sondern durch Beseitigung des Obergewebes würden gegenseitig gekreuzte Schußdrähte 3 und Kettendrähte 4 übrigbleiben. Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, läuft der Kettendraht über den Schußdraht 1 des Obergewebes und kehrt wieder unter den Schußdraht 3 des Untergewebes zurück, wobei der Schußdraht 3 in einem Spalt zwischen zwei nebeneinanderliegenden Schußdrähten 1 der Oberflächenschicht bleibt und sich von den Kettendrähten 4 des Untergewebes gedrückt an die Kettendrähte 2 des Obergewebes preßt. Alle Kettendrähte des Untergewebes laufen in derselben Weise wie der oberst in Fig. 3 sichtbare Kettendraht 4, wobei die nebeneinanderliegenden Kettendrähte keine Schlinge mit dem Schußdraht 3 bilden und somit in keiner Weise zusammengewebt werden.

Oben in der Beschreibung und in den Zeichnungen wird die Erfindung nur exemplifikatorisch beschrieben, und sie ist in keiner Weise darauf beschränkt. Wesentlich für die Erfindung ist, daß die Kettendrähte des Obergewebes und des Untergewebes wesentlich gleichförmig und gleichartig sind und daß die Dicke der Schußdrähte des Untergewebes so gewählt wird, daß der Kettenverbrauch sowohl im Ober- als auch im Untergewebe wesentlich gleich groß ist. Dabei ist es leicht, ein erfindungsgemäßes Trockensieb herzustellen, und das mit einfachen Webmaschinen durchzuführen. Der Kettendraht kann einen verschiedenartig flachen Querschnitt haben, d. h. ein ovales, länglichrundes oder irgendein anderes, flaches Drahtmodell kommt in Frage, mittels dessen ein erwünschtes Schlußergebnis in bezug auf die Gleichmäßigkeit und die Deckung der Oberfläche erreicht wird. Der Querschnitt der Schußdrähte kann eine runde oder flache oder irgendeine andere Form haben, wenn nur die Größe und Form des Schußdrahts beim Weben des Untergewebes so sind, daß der Verbrauch von Kettendraht sowohl im Ober- als auch im Untergewebe wesentlich gleich ist. Bindungsstrukturen zwischen dem Obergewebe und dem Untergewebe und deren Dichte sowie ungleiche Schäftigkeit im Obergewebe sind je nach gewünschten Oberflächeneigenschaften des Siebes zu wählen und beeinflussen die Funktion oder Anwendbarkeit der Erfindung nicht, was das übrige betrifft.


Anspruch[de]
  1. 1. Trockensieb einer Papiermaschine, das aus zwei Gewebeschichten ausgeformt ist, welche beiden Schichten Schußdrähte (1, 3) und Kettendrähte (2, 4) aufweisen, wobei die Gewebeschichten beim Weben aneinander befestigt worden sind, so daß die Kettendrähte (2) des Obergewebes nur mit den Schußdrähten (1) des Obergewebes zusammengewebt sind, daß das Untergewebe und das Obergewebe dadurch aneinander befestigt sind, daß man Kettendrähte (4) des Untergewebes in geeigneten Abständen über die Schußdrähte (1) des Obergewebes auf der Oberflächenseite des Siebes laufen läßt, dadurch gekennzeichnet, daß alle Kettendrähte des Trockensiebes wesentlich gleich sind und einen flachen Querschnitt haben, und daß die Querschnittsfläche und die Form der Schußdrähte (3) des Untergewebes so gewählt sind, daß der Verbrauch von Kettendrähten (2, 4) pro Längeneinheit des Siebes sowohl im Obergewebe als auch im Untergewebe wesentlich gleich ist.
  2. 2. Trockensieb nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt der Kettendrähte (2, 4) oval oder elliptisch ist.
  3. 3. Trockensieb nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schußdrähte (3) des Untergewebes sich in demselben Raum zwischen den Kettendrähten (4) des Untergewebes befinden wie die Schußdrähte (1) des Obergewebes, über die zu laufen die Kettendrähte (4) des Untergewebes veranlaßt sind, und zwar zum Zusammenbinden des Obergewebes und des Untergewebes.
  4. 4. Trockensieb nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schußdrähte (3) des Untergewebes beim Bilden des Untergewebes zwischen allen Kettendrähten (4) des Untergewebes und Kettendrähten (2) des Obergewebes bleiben, so daß die Schußdrähte und die Kettendrähte (4) des Untergewebes kein normales, ohne Obergewebe zusammenhaltendes Gewebe miteinander bilden.
  5. 5. Trockensieb nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Obergewebeschicht des Siebes ausschließlich aus in einer Schicht befindlichen Schußdrähten (1) und damit zu einem Gewebe zusammengewebten Kettendrähten (2) ausgeformt ist, und daß Kettendrähte (4) des Untergewebes zum Befestigen der Gewebeschichten veranlaßt sind, zwischen den Schußdrähten (1) und den Kettendrähten der Oberflächenschicht zu laufen.
  6. 6. Trockensieb nach Patentanspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kettendrähte (4) des Untergewebes veranlaßt sind, sich an einem Spalt zwischen zwei Kettendrähten (2) der Oberflächenschicht zu erstrecken.
  7. 7. Trockensieb nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Untergewebe nur eine Schicht Schußdrähte (3) aufweist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com