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Dokumentenidentifikation DE3512879C2 02.09.1993
Titel Pendellinsenuhr mit einem in die Pendellinse eingebauten batteriegespeisten Uhrwerk
Anmelder Gebr. Staiger GmbH Fabrik für Feinmechanik und Elektrotechnik, 78112 St Georgen, DE
Erfinder Jäckle, Reinhardt, 7742 St Georgen, DE
Vertreter Stellrecht, W., Dipl.-Ing. M.Sc.; Grießbach, D., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Haecker, W., Dipl.-Phys.; Böhme, U., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 7000 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 11.04.1985
DE-Aktenzeichen 3512879
Offenlegungstag 30.10.1986
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.09.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.09.1993
IPC-Hauptklasse G04C 3/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Pendellinsenuhr mit einer um eine feststehende erste horizontale Achse schwenkbaren Pendelstange, die an ihrem freien Ende eine Pendellinse trägt, in die ein batteriegespeistes Uhrwerk eingebaut ist, durch welches über einen Pendelantriebshebel ein Gegengewichtspendel zu Pendelbewegungen um eine zweite, am Uhrwerk vorgesehene horizontale Achse antreibbar ist.

Eine derartige Pendellinsenuhr ist aus der DE-PS 12 47 219 bekannt. Bei der bekannten Uhr ist an der Rückseite des Uhrwerks eine Lagerbrücke vorgesehen, welche nach außen über die Rückseite der Pendellinse vorsteht und der Lagerung eines hantelförmigen Gegengewichtspendels dient, welches an seinem unteren Ende eine Pendellinse trägt und an seinem oberen Ende ein verstellbares Gegengewicht.

Nachteilig an der bekannten Pendellinsenuhr ist es, daß das empfindliche Gegengewichtspendel einschließlich Lagerbrücke und Pendelantriebshebel auf der rückwärtigen Außenseite der Hauptpendellinse frei zugänglich ist, so daß die Gefahr von Beschädigungen und damit von Betriebsstörungen besteht. Weiter ist es nachteilig, daß sich aufgrund der beschriebenen Konstruktion eine relativ große Bautiefe der bekannten Pendellinsenuhr ergibt. Schließlich muß für die bekannte Pendellinsenuhr ein spezielles Uhrwerk bereitgestellt werden, da der Pendelantriebshebel bei konventionellen Pendeluhren, d. h. bei Uhren mit fest montiertem Uhrgehäuse und mit einem einzigen, am Pendelantriebshebel eingehängten längeren Pendel der Pendelantriebshebel in einer zwischen den Ebenen von vorderer und rückwärtiger Fläche des Uhrwerksgehäuses liegenden Ebene schwingt und über das untere Ende desselben vorsteht.

Ausgehend vom Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Pendellinsenuhr anzugeben, bei der das empfindliche Gegengewichtspendel mit seinen Lagerungs- und Antriebseinrichtungen im Inneren der Pendellinse schützend eingeschlossen werden kann und bei der die Bautiefe gegenüber dem Stand der Technik deutlich verringert ist.

Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß das Gegengewichtspendel als das Uhrwerk umgebender, geschlossener Pendelrahmen ausgebildet ist.

Ein wichtiger Vorteil dieser Konstruktion besteht darin, daß für das Gegengewichtspendel kein zusätzlicher Raum auf der Rückseite des Uhrwerks erforderlich ist, so daß sich insgesamt eine geringere Bautiefe der Pendellinsenuhr ergibt. Außerdem kann das Gegengewichtspendel voll vom Gehäuse der Hauptpendellinse umschlossen werden, deren Durchmesser im Hinblick auf eine gute Ablesbarkeit der Uhrzeit im allgemeinen ohnehin wesentlich größer ist als dies allein für die Aufnahme des Uhrwerks - einschließlich Batterie - erforderlich wäre.

In Ausgestaltung der Erfindung hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der das Gegengewichtspendel bildende Pendelrahmen mit einem einstellbaren Gegengewicht versehen ist, welches die gewünschte gegenseitige Abstimmung der Schwingungszahlen des Hauptpendels und des Gegengewichtspendels gestattet.

Ferner ist es besonders vorteilhaft, wenn das Uhrwerk der erfindungsgemäßen Pendellinsenuhr ein quarzgesteuertes elektronisches Uhrwerk mit Pendelantriebshebel ist, welches wie ein Uhrwerk für eine konventionelle Pendeluhr ausgebildet ist, da in diesem Fall einfach eines der in hohen Stückzahlen gefertigten Uhrwerke für konventionelle Pendeluhren mit feststehendem Gehäuse und freischwingendem Pendel bei einer Pendellinsenuhr verwendet werden kann, was die Fertigungskosten, die Lagerhaltungskosten und die Reparaturkosten entsprechend verringert. Dabei ist es besonders günstig, wenn sich das Lager für den Pendelantriebshebel im Inneren des Uhrwerksgehäuses befindet und wenn die Schwenkebene des Pendelantriebshebels zwischen den Ebenen der vorderen und der rückwärtigen Fläche des Uhrwerksgehäuses liegt, so daß auch für den Pendelantriebshebel selbst auf der Rückseite des Uhrwerks kein zusätzlicher Raum benötigt wird.

Weiterhin hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das Lager des Pendelantriebshebels in der Gebrauchslage der Uhr im oberen Teil des Uhrwerksgehäuses liegt, da in diesem Fall das Gewicht des unterhalb der Lagerebene liegenden Teils des Pendelrahmens das (verteilte) Pendelgewicht bildet, welches normalerweise durch eine besondere Pendellinse erhalten wird, so daß nur noch ein vorzugsweise einstellbares Gegengewicht an dem geschlossenen Rahmen angebracht werden muß, und zwar oberhalb des Lagers, während der Pendelrahmen selbst im übrigen preiswert aus Rundmaterial gebogen werden kann.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden nachstehend anhand von Zeichnungen noch näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Vorderansicht einer bevorzugten Ausführungsform einer Pendellinsenuhr gemäß der Erfindung, wobei Teile des Pendellinsengehäuses entfernt sind, und

Fig. 2 eine schematische Seitenansicht der Pendellinsenuhr gemäß Fig. 1, teilweise im Schnitt.

Im einzelnen zeigen Fig. 1 und 2 eine Pendellinsenuhr gemäß der Erfindung mit einem Hauptpendel, welches aus einer Pendelstange 10 und einer Pendellinse 12 besteht. Die Pendelstange 10 ist an ihrem oberen Ende mit einer Lageranordnung 14 versehen, welche mittels eines Befestigungselementes 16 beispielsweise an einer Wand 18 derart fest montiert wird, daß die Lageranordnung 14 zusammen mit dem Befestigungselement 16 eine horizontale Schwenkachse für die Pendelstange 10 definiert. Am freien, in der Zeichnung und im Betrieb unteren Ende der Pendelstange 10 ist die Pendellinse 12 befestigt. Die Pendellinse 12 umfaßt ein aus zwei Halbschalen 12a und 12b bestehendes Pendellinsengehäuse, wobei der innere Teil der vorderen Halbschale 12b als Zifferblatt ausgebildet bzw. mit einem Zifferblatt versehen ist. Das Zifferblatt ist von einem Uhrglas 20 überdeckt. Das Uhrglas 20 ist beim Ausführungsbeispiel in eine Ringnut der vorderen Halbschale 12b eingesetzt. An der Rückseite der vorderen Halbschale 12b ist ein Uhrwerksgehäuse 22 mit einem konventionellen quarzgesteuerten elektronischen Uhrwerk befestigt, insbesondere angeschraubt. In dem Uhrwerksgehäuse 22 befindet sich auch die gestrichelt eingezeichnete Batterie 24.

Im Inneren des Uhrwerksgehäuses 22 befindet sich ein Uhrantrieb, über welchen die Zeiger 26 der Uhr antreibbar sind. Weiterhin wird durch den Uhrantrieb ein Pendelantriebshebel angetrieben, an dem normalerweise ein Pendel mit einer längeren, relativ dünnen Pendelstange eingehängt ist, die an ihrem freien Ende eine Pendellinse trägt. Gemäß der Erfindung ist am äußeren bzw. unteren Ende des Pendelantriebshebels 28 ein Gegengewichtspendel in Form eines das Uhrwerksgehäuse 22 umgebenden, geschlossenen Pendelrahmens 30 befestigt. Der Pendelrahmen 30 trägt an seinem höchsten Punkt ein Gegengewicht 32, welches vorzugsweise mittels einer Schraubverbindung verstellbar ist, um die Schwingungszahl des Pendelrahmens 30 an die Schwingungszahl des Hauptpendels 10, 12 anzupassen. Die Schwenkachse 34 des Pendelantriebshebels 28 liegt, wie in Fig. 1 angedeutet, innerhalb des oberen Teils des Pendelrahmens 30, so daß dessen unterer Teil praktisch das Pendelgewicht bildet, welches mit dem Gegengewicht 32 zusammenwirkt.

Der entscheidende Vorteil der erfindungsgemäßen Konstruktion besteht darin, daß für den Pendelrahmen 30 kein zusätzlicher Platz hinter der Rückseite des Uhrwerksgehäuses 22 benötigt wird; vielmehr liegt der Pendelrahmen 30 in einer mittleren Ebene des Uhrwerksgehäuses 22 und trägt damit nicht zur Bautiefe der Pendellinse bei. Weiterhin ist der als Gegengewichtspendel dienende Pendelrahmen im Inneren des Gehäuses 12a, 12b der Pendellinse 12 vollständig eingeschlossen und damit gegen mechanische Beschädigungen geschützt.

Bei der betrachteten Pendellinsenuhr ist in der hinteren Halbschale 12a der Pendellinse vorzugsweise eine verschließbare Zugriffsöffnung (nicht dargestellt) vorgesehen, die ein einfaches Auswechseln der Batterie 24 gestattet.


Anspruch[de]
  1. 1. Pendellinsenuhr mit einer um eine feststehende erste horizontale Achse schwenkbaren Pendelstange, die an ihrem freien Ende eine Pendellinse trägt, in die ein batteriegespeistes Uhrwerk eingebaut ist, durch welches über einen Pendelantriebshebel ein Gegengewichtspendel zu Pendelbewegungen um eine zweite, am Uhrwerk vorgesehene horizontale Achse antreibbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Gegengewichtspendel als das Uhrwerk umgebender, geschlossener Pendelrahmen ausgebildet ist.
  2. 2. Pendellinsenuhr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Pendelrahmen mit einem einstellbaren Gegengewicht versehen ist.
  3. 3. Pendellinsenuhr nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Uhrwerk ein quarzgesteuertes, elektronisches Uhrwerk mit Pendelantriebshebel für eine konventionelle Pendeluhr ist.
  4. 4. Pendellinsenuhr nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Lager für den Pendelantriebshebel im Inneren des Uhrwerksgehäuses befindet und daß die Schwenkebene des Pendelantriebshebels zwischen den Ebenen der vorderen und der rückwärtigen Fläche des Uhrwerksgehäuses liegt.
  5. 5. Pendellinsenuhr nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Lager des Pendelantriebshebels in der Gebrauchslage der Uhr im oberen Teil des Uhrwerksgehäuses liegt.






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