Technisches Gebiet
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Rückgewinnung der
Energie in metallurgischen Prozessen, bei denen Schrott vorgeheizt wird,
oder bei anderen Prozessen in der Metallindustrie, bei welchen brennbare
Gase, wie beispielsweise Kohlenwasserstoffe, erzeugt werden. Das
Verfahren ist besonders dann vorteilhaft, wenn heiße Gase, beispielsweise von
einem elektrischen Lichtbogenofen, durch einen Korb zur direkten
Erhitzung von Schrott, beispielsweise Eisen, geleitet werden, der mit Lacken
oder Öl verunreinigt ist, wobei diese Verunreinigungen in Form von
Tröpfchen oder Dampf von den freiwerdenden Gasen mitgerissen werden.
Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung eine Einrichtung zur
Ausführung des Verfahrens.
Stand der Technik
In zahlreichen metallurgischen Prozessen gibt es Emissionen heißer
Gase, die häufig stark durch Stäube verunreinigt sind. Diese heißen
Auspuffgase stellen den Hauptanteil der Energieverluste bei derartigen
Prozessen dar. Es wurden daher zahlreiche Verfahren zur Verringerung der
Energieverluste vorgeschlagen, beispielweise durch Übertragung von
Energie von den ausgestoßenen Gasen an das Rohmaterial, welches in dem Prozeß
zugeführt wird. In bestimmten Fällen kann die Wärme in den ausgestoßenen
Gasen auch zum Vorheizen von Verbrennungsluft oder anderen Prozeßgasen
mit Hilfe unterschiedlicher Arten von Wärmetauschern eingesetzt werden.
Es ist seit langem üblich, regenerative Wärmetauscher zur
Übertragung von Energie von einem ausgestoßenen, verunreinigten Gas an ein
zugeführtes Gas zu verwenden. Rekuperative Wärmetauscher, bei denen Wärme
über eine Trennwand übertragen wird, werden erheblich teurer und
erfordern erheblich mehr Wartung. Weiterhin führen sie häufig zu niedrigeren
Energieeinsparungen.
Die regenerativen Wärmetauscher können entweder fest oder beweglich
angeordnet sein. Im erstgenannten Fall wird die Richtung des Gasflusses
periodisch geändert, so daß derselbe Wärmetauscher alternierend durch
ankommendes und herausfließendes Gas durchströmt wird. Im letztgenannten
Fall wird das Wärmetauschermaterial zwischen den Leitungen für das
ankommende und herausfließende Gas verschoben, beispielsweise durch eine
Drehbewegung.
Der auf diese Weise durchgeführte regenerative Wärmeaustausch ist
auch bei anderen Prozessen nützlich, bei denen beispielsweise eine
thermische Oxidation (Verbrennung) auftritt. Ein derartiges Beispiel nennt
die US 3 895 918. Grundsätzlich interessant sind auch u.a. die US
2 121 733 und 3 870 474.
Die Abkühlung von Prozeßgasen, die beispielsweise einen
Elektrostahlofen verlassen, durch das Schrotteisen, welches einen Teil der
nächsten Beschickung in dem Ofen bildet, ist beispielsweise in der US
4 666 402 beschrieben.
Die Erhitzung von Schrott durch heiße Gase führt im allgemeinen zur
Emission beträchtlicher Mengen von Verunreinigungen. Der Schrott enthält
häufig Metallteile, die mit Öl bedeckt sind, lackiert sind, oder auf
andere Weise durch Substanzen kontaminiert sind, die beim Erhitzen
verdampfen. Die Gase, welche den Schrottvorwärmprozeß verlassen, können daher
eine beträchtliche Belastung der Umwelt darstellen.
Zum Reinigen von Gasen sind zahlreiche Verfahren bekannt. Das im
allgemeinen am besten für die Zerstörung von beispielsweise
Kohlenwasserstoffen geeignete Verfahren ist die thermische Verbrennung, wobei das
verschmutzte Gas auf eine so hohe Temperatur erhitzt wird, daß Ölund
Lackreste verbrannt werden und im wesentlichen nur harmlose
Restbestandteile übrigbleiben, Kohlendioxid und Wasser. Ein Beispiel hierfür ist in
der EP-A-82 304 463.1, Veröffentlichungs-Nr. 74 214, genannt.
Zur Energierückgewinnung und daher zur Reduzierung der Kosten für
die Zerstörung der brennbaren Verschmutzungen ist es in der Praxis
üblich, einen Wärmeaustausch zwischen dem der Brennkammer zugeführten Gas
und dem die Brennkammer verlassenden Gas durchzuführen. Beispiele hierfür
sind in den voranstehend genannten Schriften US 3 895 918, US 2 121 733
und US 3 870 474 angegeben.
Kurze Schilderung der vorliegenden Erfindung
Technisches Problem
Sowohl rekuperative als auch regenerative Wärmetauscher enthalten
verhältnismäßig enge Kanäle, durch welche beispielsweise ein Gas fließt.
Ist das Gas verunreinigt, so lagern sich in diesen Kanälen
Verunreinigungen ab und blockieren diese allmählich. Bei rekuperativen Wärmetauschern
führt dies schnell zu einer verschlechterten Leistung der Wärmetauscher.
Zwar sind regenerative Wärmetauscher nicht so empfindlich, jedoch leiden
auch sie an einer beeinträchtigten Wärmeübertragungskapazität und an
einem erhöhten Flußwiderstand bei ansteigender Verschmutzung.
Die voranstehend erwähnten US 2 121 733 und US 3 870 474 beschreiben
daher Einrichtungen zum kontinuierlichen Entfernen verschmutzten
Materials aus den Wärmetauschern und zur Zufuhr neuen oder gereinigten
Materials zu den Wärmetauschern. Wenn die entfernten Verschmutzungen in dem
Prozeß erneut verwendet werden können, aus welchem sie entfernt wurden,
können sie im allgemeinen nicht wiedergewonnen werden, wenn nicht
komplizierte Waschund Reinigungsvorrichtungen eingesetzt werden. Wenn die
Verschmutzungen stark an den Wärmetauscherkörpern anhaften oder sich sogar
chemisch mit Substanzen in diesen Körpern verbinden, so kann eine
Reinigung unmöglich oder so kostenaufwendig werden, daß eine Ablagerung
vorgezogen wird. Dies stellt eine Verschwendung natürlicher Rohstoffe dar und
sollte selbstverständlich vermieden werden.
Lösung des Problems
Um bei verringerten Betriebskosten und geringeren
Verstopfungsproblemen Energie von heißen Prozeßgasen zurückzugewinnen und diese Energie
auf kalte Gase zu übertragen, die in demselben Prozeß zugeführt werden,
schlägt die vorliegende Erfindung ein Verfahren vor, welches auf einem
regenerativen Wärmeaustausch beruht.
Das Verfahren gemäß der Erfindung ist im Patentanspruch 1 angegeben
und die Vorrichtung im Patentanspruch 5. Bevorzugte Ausführungsformen
sind in den Patentansprüchen 2 bis 4 bzw. 6 angegeben.
Bei diesen Verfahren werden heiße und kalte Gase wechselweise durch
zwei oder mehr Betten eines Packungsmaterials geleitet. Die Packung
besteht aus einem Material, welches im Zusammenhang mit der Beschickung in
dem Prozeß zugeführt wird, von welchem die heißen Gase stammen, oder in
einem geeigneten nahen Prozeß. Wenn die Wärmetauscher in einem solchen
Ausmaß verschmutzt werden, daß sie überhaupt nicht mehr zufriedenstellend
arbeiten, wird die Packung entfernt und in den Prozeß eingebracht, und
den Wärmetauschern wird eine neue Packung zugeführt.
Es ist selbstverständlich nicht erforderlich, beide Wärmetauscher
gleichzeitig auszuleeren, und sie können wahlweise nicht immer
vollständig geleert werden.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Fig. 1 ist ein Flußdiagramm einer Einrichtung, die zur Ausführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet ist.
Fig. 2 ist ein Beispiel einer Ausführungsform des kennzeichnenden Teils
der Erfindung.
Beschreibung einer vorgeschlagenen Ausführungsform
Die Erfindung wird nachstehend genauer unter Bezug auf die
beigefügten Zeichnungen erläutert.
In einem elektrischen Lichtbogenofen 1 erzeugte heiße Gase gelangen
durch einen Kanal 2 mit einer Einstelldrossel 3 zu einer Brennkammer 4,
in welcher sie mit Gasen vermischt werden, die über einen Kanal 13 von
dem Schrottvorwärmprozeß zugeführt werden und mit brennbaren
Verunreinigungen belastet sind. In der Verbrennungskammer werden diese
Verunreinigungen verbrannt, und die sich ergebenden Abgase werden teilweise über
einen Kanal 5 dem Schrottvorwärmprozeß zugeführt und teilweise über einen
Kanal 14 zum Kühlen und Reinigen, bevor sie in die Atmosphäre abgegeben
werden.
Der durch den Kanal 5 geleitete Anteil der Gase gelangt zuerst durch
einen ersten Schrottkorb 6, einen Kanal 7 sowie einen zweiten Schrottkorb
8 und verläßt den Schrottvorwärmprozeß, belastet mit brennbaren
Verunreinigungen, über einen Kanal 9, ein Gebläse 10 und einen Kanal 11. Falls
erwünscht, ist es selbstverständlich möglich, eine derartige Verbindung
vorzusehen, daß nur einer der Schrottkörbe 6 und 8 von den Gasen
durchquert wird.
Die gekühlten und verunreinigten Gase gelangen durch den Kanal 11 zu
einem ersten zusätzlichen Schrottkorb 12 mit einer vorher erwärmten
Packung zur Erhitzung der Gase. Die Gase werden dann durch einen Kanal 13
der Brennkammer 4 zugeführt, in welcher sie mit den heißen Gasen von dem
elektrischen Lichtbogenofen gemischt werden, und der Hauptanteil der aus
dem Schrottvorwärmprozeß mitgerissenen Verunreinigungen wird verbrannt.
Sauerstoff oder Luft und, falls erforderlich, zusätzlicher Brennstoff
werden der Brennkammer 4 durch geeignete Einrichtungen (nicht gezeigt)
zugeführt.
Der Anteil der Gase, der von der Brennkammer 4 durch den Kanal 14
gelangt, fließt durch einen zweiten zusätzlichen Schrottkorb 15, der eine
vorher abgekühlte Packung enthält, welche durch die Gase aufgewärmt wird,
und gelangt daraufhin durch einen Kanal 16, einen Gaskühler 17, einen
Kanal 18, einen Staubfilter 19, ein Gebläse 20 und einen Kanal 21 und dann
in die Atmosphäre hinaus.
Die Menge des durch die Schrottkörbe 6 und 8 hindurchgehenden Gases
wird je nach Erfordernis durch das Gebläse 10 eingestellt. Wenn im
Betrieb einer dieser Schrottkörbe geleert wird, so wird das Gas nur durch
den anderen Schrottkorb geleitet.
Wenn der Inhalt des ersten zusätzlichen Schrottkorbes 12 auf eine
vorbestimmte Temeperatur abgekühlt wurde, und/oder der Inhalt des zweiten
zusätzlichen Schrottkorbes 15 auf eine andere vorbestimmte Temperatur
erwärmt wurde, so erfolgt eine Umschaltung der Funktion dieser beiden
zusätzlichen Schrottkörbe, so daß die Gase aus dem Kanal 11 dem Schrottkorb
15 zugeführt werden. Das Gas von dem Kanal 14 wird dann stattdessen zum
Schrottkorb 12 geleitet.
Im erstgenannten Betriebszustand sind daher die Ventile 11a, 13a,
14b und 16b geöffnet, während die Ventile 11b, 13b, 14a und 16a
geschlossen sind. Bei dem letztgenannten Betriebszustand ist dies umgekehrt.
Im Betrieb nimmt der Druckabfall aufeinanderfolgend in den
zusätzlichen Schrottkörben 12, 15 zu, infolge der Ablagerung von Staub und
möglicherweise kondensierten Verunreinigungen, und auch infolge der Oxidation
des Packungsmaterials. Zum geeigneten Zeitpunkt werden die Körbe und/oder
die darin befindliche Packung ausgetauscht, und die verbrauchte Packung
wird in den Lichtbogenofen 1 eingegeben.
Falls erforderlich, ist es möglich mit Hilfe der Ventile 31-42
andere Verbindungen durchzuführen, beispielsweise eine Änderung der
Beziehung zwischen den Schrottkörben 6 und 8, oder eine Umgehung eines oder
mehrerer der Schrottkörbe 6, 8, 12 und 15, wenn dies gerechtfertigt ist.
Fig. 2 zeigt mit mehr Einzelheiten die zusätzlichen Schrottkörbe 12
und 15 mit dem zugeordneten Kanalleitungssystem. Ein abnehmbares Oberteil
22 ist oben auf dem Schrottkorb 12 angeordnet, der auf einen Saugkasten
24 und einen Förderwagen 23 gestellt wird. Die Position der Ventile
entspricht dem voranstehend erwähnten, letztgenannten Betriebszustand, wenn
sich der Schrottkorb 15 stromaufwärts der Brennkammer 4 und der
Schrottkorb 12 stromabwärts befindet.
Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf ihre voranstehende
Beschreibung beschränkt die nur beispielhaft erfolgt, sondern kann auf
zahlreiche unterschiedliche Arten innerhalb des Umfangs der beigefügten
Patentansprüche abgeändert werden.