Eitle, W., Dipl.-Ing., 81925 München; Hoffmann, K., Dipl.-Ing. Dr.rer.nat.; Lehn, W., Dipl.-Ing., 8000 München; Füchsle, K., Dipl.-Ing.; Hansen, B., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Brauns, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Görg, K., Dipl.-Ing., 81925 München; Kohlmann, K., Dipl.-Ing.; Ritter und Edler von Fischern, B., Dipl.-Ing.; Kolb, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte; Nette, A., Rechtsanw., 8000 München
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Behandlung von Prozeßgasen durch Abkühlung
des Prozeßgases in der Anwesenheit von Feststoffpartikeln,
jeweils gemäß dem Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 11.
Verschiedene Hochtemperatur-Prozesse wie etwa das Schmelzen
von Erzen oder Metallkonzentraten und Schmelz-, Reduktions-
und Rauch-Prozesse von metallurgischen Schlacken,
Calcinierung von Zementen, Hochtemperatur-Prozesse der chemischen
Industrie, usw. erzeugen Hochtemperaturgase, wobei die darin
enthaltenen Komponenten dazu tendieren, sich an den
Heizflächen festzusetzen und somit die Wärmerückgewinnung
aus den Gasen sowie auch deren Abkühlung zu erschweren.
Klebrige Verbindungen können auch in gewöhnlichen
Vergasungprozeßen entstehen. Solche Heizflächen
verschmutzende Verbindungen sind z.B.
- im Prozeß verdampfende und beim Abkühlen kondensierende
oder sublimierende Verbindungen,
- beim Abkühlen erstarrende Schmelztropfen,
- zur Sinterung geneigte Partikeln,
- Rauchgase oder Aerosole, gekennzeichnet durch eine sehr
kleine Partikelgröße, in der Regel unter 1 um, und die
Tendenz, sich an anderen Rauchgaspartikeln und den
begegneten Oberflächen festzusetzen,
- als Folge von chemischen oder anderen Reaktionen
entstehende schmelzflüssige oder feste Verbindungen.
Je nach dem Fall kann ein Prozeßgas eine oder mehrere der
obigen Komponenten enthalten. Deren gemeinsames Merkmal
besteht in der Neigung, sich an den Heizflächen des
Wärmetauschers oder des Kessels festzusetzen, wenn sie vom
Gas durchflossen werden. In Folge dessen wird der
Wärmetauscher stufenweise verstopft und seine Leistung
reduziert, was im allgemeinen zum Abschalten des Prozesses
führt.
Die nachteiligen Wirkungen der Verschmutzung können in
vielen Fällen durch verschiedene Blasfegevorrichtungen oder
mechanische Fegevorrichtungen wie etwa Schüttler oder
Blashammer verringert werden. Ein Nachteil bei
Blasfegevorrichtungen besteht im Verbrauch von
Hochdruckdampf sowie der Auswirkung des Fegegases auf die
Zusammensetzung des zu behandelnden Gases. Bei z.B.
reduzierenden Gasen kann in der Regel Luft nicht verwendet
werden.
Schüttler und Blashammer haben sich unter verschiedenen
Verhältnissen als wirksame Fegevorrichtungen erwiesen. Ihr
Nachteil besteht in den durch sie bedingten Einschränkungen
an die Kesselkonstruktion. Außerdem sind Schüttler bei den
Einsatzverhältnissen von Überhitzern unwirksam.
Erfahrungsgemäß ist das Verschmutzungsproblem normalerweise
am größten in einem bestimmten, für den jeweiligen Prozeß
typischen Temperaturbereich, wo die Sinterungsneigung des
"Staubes" am größten ist. Die Ursachen für solch einen
Temperaturbereich werden im folgenden detaillierter
beschrieben.
Folgende, sich unter anderem auf die Sinterung auswirkende
Faktoren sind aus der Pulvermetallurgie und der
Verbrennungstechnik für Keramik bekannt:
- Partikelgröße des Pulvers; je feiner die Partikeln, desto
niedriger die Temperatur der beginnenden Sinterung,
- wenn in einem Mehrkomponentensystem ein Gemish von
Verbindungen eine eutektische Temperatur erreicht, entsteht in
dem System Schmelze, welche Schmelze die Poren zwischen
den Partikeln füllt, was hochwirksame Sinterung sogar in
einem sehr schmalen Temperaturbereich verursacht.
Die im Prozeß verdampften Komponenten, wie Schwermetalle und
Alkalien sind neigen dazu, in einem bestimmten, für sie
typischen Temperatur zu kondensieren oder sublimieren. In
Verbindung mit dem Abkühlen wird entweder Metallschmelze
gebildet, die auf den Heizflächen oder den Staubpartikeln
kondensiert, wobei diese klebriger werden, oder die
verdampften Komponenten sublimieren direkt auf den
Heizflächen. Phänomen dieser Art entstehen z.B. im
Alkali-Bypaßsystem des Zementofens, weshalb
Wärmerückgewinnung in diesem Zusammenhang im allgemeinen nicht erfolgreich
ist. Entsprechende Phänomen kommen in Verbindung mit
Vergasungsprozessen vor, wenn das Produktgas Alkalien und/oder
Restteer enthält.
Beim Abkühlen bis nah an die Erstarrungstemperatur setzen
sich die Schmelztropfen im Prozeßgas entweder leicht an
existierenden Prozeßpartikeln fest, was zum Festsetzen des
Staubes an den Heizflächen beiträgt, oder sie erstarren
direkt an den Heizflächen und sintern darauf.
Bei Rauchgas-Operationen werden aus geschmolzener Schlacke
Metalle absichtlich zwecks Rückgewinnung verdampft. Zum
Beispiel Zn, Pb und Sn werden nach der Verdampfung durch
Veränderung des Sauerstoffpotentials, d.h. durch
Nachverbrennung von der Gasphase getrennt. Dabei werden
besonders feine Partikeln und Tropfen im Rauchgas gebildet.
Die Partikelgröße eines Rauchgases dieser Art liegt
typischerweise im Bereich von 0,1 bis 1 um oder sogar
darunter. Das Rauchgas wird durch eine besonders große
Oberflächenaktivität und die Neigung gekennzeichnet, sich an
den Heizflächen festzusetzen, wobei der Kesselbetrieb
beeinträchtigt wird. Deshalb wird ein Großteil von
Rauchgas-Operationen noch immer ohne Wärmerückgewinnung
ausgeführt.
Ein dem Rauchen sehr ähnliches und heute wohl bekanntes
Phänomen kommt in den elektrischen Reduktionsprozessen von
Ferrogemischen vor. Zum Beispiel bei der Reduktion von
Ferrosilizium und Silizium im Elektroofen sublimiert
Silizium in einem bestimmten Temperaturzone als
Siliziummonoxid, was z.B. in der Haube eines offenen oder
halbgeschlossenen Ofens zu Siliziumdioxid oxidiert und im
Rauchgas SiO&sub2;-Rauch bildet. In Hinsicht auf den
Kesselbetrieb hat sich SiO&sub2;-Rauch bei Temperaturen von über
500 ºC für äußerst schwierig erwiesen. In der Praxis
erfolgt die Produktion von Silizium und Ferrosilizium noch
immer nahezu gänzlich ohne Abhitzeverwertung.
Bei der Reduktion von Ferrogemischen und Silizium in einen
geschlossenen Elektroofen werden variierende Mengen
Siliziummonoxid- und Zink- sowie Alkalimetalldämpfe je nach
den Verunreinigungen des Eingabeguts gebildet. Bei der
Abkühlung eines solchen Gases, dessen Temperatur beim
Verlassen des Prozesses sogar 1000 bis 1300 ºC betragen
kann, oxidiert das Siliziummonoxide zu SiO&sub2;-Rauchgas, und die
anderen obengenannten Dämpfe kondensieren entweder direkt
auf den Heizflächen oder zunächst zu Rauch im Rauchgas.
Anschließend setzt sich der Rauch an den Heizflächen fest,
was ziemlich bald zu einer reduzierten Leistung und in der
Regel auch Verstopfung des Wärmetauschers führt.
Ein Beispiel für durch Abkühlung verursachte chemische
Reaktionen und für als Folge der Reaktionen entstehender
Rauch ist das Schmelzen von Bleikonzentraten auf
Sulfidbasis, welcher Prozeß SO&sub2;-haltiges Pb-PbO-reiches
Rauchgas mit einer Temperatur von 1200 bis 1300 ºC erzeugt.
Beim Abkühlen des Gases im Kessel beginnen das verdampfte Pb
und PbO zu kondensieren und anderseits werden die chemischen
Balancen derart verändert, daß Bleisulfat in einem
Temperaturbereich von ca. 900 bis 500 ºC gebildet wird,
welches Bleisulfat von der Gasphase als rauchartige
Partikeln ausscheidet. Gleichzeitig wird eine erhebliche
Menge Wärme durch die Kondensation und Reaktionswärme aus
den Sulfatisierungsreaktionen freigesetzt. Die Bedingungen
für die Sulfatisierung sind vorteilhaft beim Auftreffen des
heißen Gasstroms auf Heizflächen mit wirksamer Abkühlung,
und weil die Heizflächen gleichzeitig als Unterlage dienen,
auf die das gebildete Bleisulfit ausgeschieden wird.
Durch die Sulfatisierungsreaktion begünstigte Sinterung von
Partikelmaterial kommt in den meisten Schmelzprozessen von
Sulfidkonzentraten vor, wobei Dämpfe, Rauch, Schmelztropfen
oder Partikeln von z.B. Blei, Kupfer, Zink, Nickel und
anderen Metallen und Oxiden gebildet werden, welche Dämpfe,
Rauch, Schmelztropfen und Partikel beim Abkühlen des Gases
sulfatisiert werden. Weil die Schmelztechnologie in
zunehmendem Maße zur Verwendung von angereichertem oder
reinem Sauerstoff übergegangen ist, steigen örtliche
Temperaturspitzen im Prozeß wie auch die Konzentrationen von
Schwefelodixen der Gase an, was eine Steigerung der
relativen Bedeutung der Sulfatisierungsreaktion und folglich
der Verschmutzungsprobleme ergibt. Ein anderes
gleichzeitiges Phänomen hat in der Verwertung von immer
komplexeren und unreineren Konzentratbeständen bestanden,
was z.B. die Zink- und Bleigehalte von Kupferkonzentraten
erhöht und den Anteil von verdampfenden und sulfatisierenden
Komponenten in Prozeßgaspartikeln sowie Verschmutzprobleme
der Heizflächen erheblich vermehrt hat.
Den Problemen der Sulfatisierung kann einigermaßen geholfen
werden, indem zusätzliche Luft in die Strahlungskammer des
Kessels eingeblasen wird. Dies trägt zu einer vollständigen
Sulfatisierung bereits in der Strahlungskammer bei.
Prozeßtechnisch ist dies jedoch nicht sehr vorteilhaft, weil das
Partikelmaterial aus dem Kessel gewöhnlich zum Anfang des
Prozesses zurückgeführt wird. In diesem Fall erhöht die
Rückführung von Sulfat die Zirkulationsbelastung von
Schwefel und den Energieverbrauch des Schmelzprozesses.
Das oben Angeführte gibt eine ziemlich klare Darstellung der
Gründe für die Verschmutzung von Heizflächen. In diesem
Zusammenhang gibt es jedoch keinen Anlaß für eine
detailliertere Annäherungsweise.
Es sind mehrere Mittel zur Lösung der Verschmutzungsprobleme
von Kesseln und Wärmetauschern vorgeschlagen worden. Im
folgenden wird anhand von Beispielen eine ausführlichere
Beschreibung solcher bekannter Lösungen gegeben, bei denen
entweder Wirbelschichttechnik oder Lösungen mit für die
Wirbelschichttechnik charakteristischen Merkmalen ausgenutzt
wird.
Ein Verfahren und ein Apparat gemäß der Einleitung der
Patentansprüche 1 und 11 sind aus EP-A-0 042 638 bekannt.
Dieses Dokument zeigt einen Reaktor zur Entschwefelung von
heißen Rauchgasen in einem zirkulierenden
Wirbelschichtreaktor. In diesem Reaktor findet keine
Abkühlung der Rauchgase und der zirkulierenden
Feststoffpartikeln statt. Der Großteil der im System
rückgeführten Feststoffpartikeln wird nicht abgekühlt. Das
Zirkulationssystem gemäß dieser bekannten Referenz sieht an
erster Stelle Verhältnisse zur Rauchgasentschwefelung vor.
Die Temperatur wird im Reaktor durch die Rückführung eines
Teils des Feststoffes durch einen externen
Wirbelschichtwärmetauscher geregelt. Dabei kann reines
Rauchgas als Fluidisierungmittel im externen Wärmetauscher
verwendet werden und kann daher dem Hauptreaktor als
Transportmittel für den wiedereingeführten Feststoff
zugeführt werden.
US-2,580,635 zeigt ein Verfahren zur Kondensation von in ein
Gas verdampften sublimierenden Verbindungen als feine
Partikel aus dem Gas. Bei dem beschriebenen Verfahren wird
das Gas durch ziemlich groben Feststoff (Korngröße ca. 0,7
mm) in einer vertikalen Kammer abgekühlt, wo das Gas
aufwärts und die Feststoffpartikeln abwärts fließen. Die
Feststoffpartikeln, deren Korngröße sorgfältig proportional
zur Strömungsgeschwindigkeit des Gases gewählt werden soll,
werden in einem getrennten System abgekühlt und dann dem
oberen Ende des Systems zurückgeführt. Die Anwendung des
Verfahrens beschränkt sich auf die Kondensation von
sublimierenden Dämpfen in ein Rauchgas.
US-A-2,583,013 stellt ein Verfahren zur Kondensation von in
ein Gas verdampften sublimierenden Verbindungen dar. Bei
diesem Verfahren werden die Feststoffpartikeln in den
Gasstrom vor dem Wärmetauscher eingegeben, wobei das Gas im
Wärmetauscher in der Anwesenheit von Feststoffpartikeln
abgekühlt wird, und die Sublimation auf der Oberfläche von
im Gas suspendierten Feststoffpartikeln stattfindet. Die
Feststoffpartikeln dienen als Kern für sumblimierendes
Material. Sie vermindern die Rauchgasbildung, tragen zur
Reinigung der Heizflächen bei und verbessern den
Wärmeübergang. Ein tadelloser Betrieb setzt beim
Wärmetauscher eine Suspensionsdichte von über 16 kg/m³ und eine
Gasströmungsgeschwindigkeit von 0,9 bis 2,1 m/s voraus.
US-2,721,626 zeigt ein Verfahren zur Abkühlung von
Feststoffpartikeln enthaltenden, Heizflächen verschmutzenden
heissen Gasen, indem dem Gasstrom Feststoffpartikeln
beigemischt werden, wobei die Partikeln erheblich (z.B. 10
bis 20 Mesh) größer sind als die im Gas vor dem Kühler
vorhandenen Feststoffpartikeln, und indem das
Gas-Feststoff-Gemisch mit einer hohen Geschwindigkeit (3
bis 23 m/s) durch den Kühler geleitet wird, wobei Menge und
Meshzahl des groben Feststoffes derart eingestellt wird, daß
die Abrasion zur Reinhaltung der Heizflächen ausreicht.
Nach dem Kühler werden die im Prozeßgas ursprünglich
enthaltenen feinen und die zugegebenen groben Feststoffe
voneinander getrennt. Die Anwendung des Verfahrens wird z.B.
durch die durch grobe Feststoffpartikeln herbeigeführte
Erosion beschränkt, welche Erosion die Reinhaltung
effektiviert, den Wärmetauscher aber auch abnutzt und seine
Lebensdauer somit verkürzt.
US-A-3,977,846 zeigt ein Verfahren zur Abscheidung von
Kohlenwasserstoffen (Teeren) aus Heißgas durch Kondensation
von Kohlenwasserstoffen auf der Oberfläche von Partikeln
einer abgekühlten Wirbelschicht. Das beschriebene Verfahren
benutzt als Fluidisierungsmittel ein separates Gas und führt
das zu behandelnde Gas durch einen separaten Kanal und Düsen
oder Öffnungen in besagtem Kanal in den mittleren Bereich
der Wirbelschicht, wobei Abkühlung des Gases und
Kondensation der Kohlenwasserstoffe derart schnell ablaufen,
daß die Kohlenwasserstoffe nicht an Reaktorwänden oder
Kühlflächen kondensieren können, die in einer dichten
Wirbelschicht unterhalb der Gaseintrittsöffnungen angeordnet
sind. Das Verfahren wird dadurch beschränkt, daß das zu
behandelnde Gas durch Düsen oder Öffnungen eingeführt werden
soll, denn ist es anwendbar nur, wenn das Gas keine bei der
Eintrittstemperatur sinternden Verbindungen enthält. Ein
getrenntes Fluidisierungsmittel ist auch eine Belastung.
Erfahrungsgemäß sagt eine Anordnung der Kühlrohre am Boden
der Wirbelschicht erhebliche Kosten sowie auch
Sicherheitsrisiken infolge der durch die Wirbelschicht
verursachten Erosion voraus.
US-A-4,120,668 zeigt ein Verfahren zur Abkühlung von
Schmelztropfen und verdampften Komponenten enthaltendem Gas
vor den Heizflächen entweder in einer abgekühlten
Wirbelschicht oder mittels zirkulierender Partikeln, die in
einem zirkulierenden Wirbelschichtreaktor abgekühlt sind.
Das Prozeßgas selbst wird als Fluidisierungsmittel
verwendet, wobei auf externes Gas verzichtet werden kann.
Ferner sind das Temperaturniveau in der Wirbelschicht oder
das Verhältnis des Gasstroms zum Partikelstrom im
zirkulierenden Wirbelschichtreaktor so gewählt, daß die
Mischtemperatur unterhalb dem Erstarrungspunkt von
schmelzflüssigen und kondensierenden Komponenten liegt. Bei einem
zirkulierenden Wirbelschichtreaktor werden Partikeln über
ein getrenntes als Zwischenbehälter des
Wirbelschichtreaktor dienendes Stellventil in den Gasstrom geführt, von
wo die Partikeln mit einer hohen Geschwindigkeit (rund 10
m/s) in den Prozeßgasstrom fließen und somit mit dem
abzukühlenden Gas vermischt werden.
Das Verfahren bezieht sich insbesondere auf die Abkühlung
von Produktgas eines druckbeaufschlagten
Schmelzsaltzvergasers. Wird das Verfahren in Verhältnissen angewendet,
wo eine hohe Temperatur herrscht und eine niedrige
eutektische Temperatur der Partikeln eine gegenüber der
Gaseintrittstemperatur relativ niedrige Mischtemperatur
voraussetzt, ergeben sich in der Regel große Partikelströme
und hohe Suspensionsdichten, die z.B. im Wärmetauscherteil
Erosionsprobleme hervorrufen.
US-A-4,391,880 zeigt Verfahren zur Abscheidung von
verflüchtigten Katalysatoren aus Produktgasen und zur
Wärmerückgewinnung durch Abkühlung des Gasstroms durch
Vermischung mit solch einer Menge abgekühlter
Kalysatorpartikeln, daß das gewünschte Temperaturniveau erreicht
werden kann, und durch Abscheidung der genanten Partikeln
aus dem Gasstrom und Abkühlung derselben in einem getrennten
Wirbelschichtkühler, bevor die Partikeln dem Gasstrom
rückgeführt werden. Ein Nachteil des Systems besteht darin,
daß es sich aus mehreren einzelnen Prozessen zusammensetzt,
zwischen denen es große Feststoffpartikelströme gibt.
DE-A-3439600 zeigt ein Verfahren zur Erzeugung und Abkühlung
von schwefelfreiem Gas durch Leitung des Produktgases in
eine Wirbelschicht. Bei diesem Verfahren wird das
Produktgas entweder von oben oder von der Seite einer
abgekühlten Wirbelschicht zugeführt, die durch nachgekühltes
und gereinigtes Gas fluidisiert wird. Die Anordnung von
Heizflächen in einer dichten Wirbelschicht verursacht im
allgemeinen Abnutzungsprobleme und folglich
Sicherheitsrisiken. Die Leitung des Gases in eine dichte
Wirbelschicht und Verwendung desselben zur Fluidisierung
setzt ein System voraus, wo ziemlich große Druckverluste
überwunden werden sollen, was wiederum die Nennleistung
erhöht.
FI-A-64997 zeigt ein Verfahren, wo die Temperatur eines
Schmelztropfen enthaltenden Gases vor dem Wärmetauscher
unter den eutektischen Temperaturbereich der Schmelztropfen
gesenkt wird, indem im Wärmetauscher abgekühlte, aus dem Gas
abgeschiedene und rückgeführte Feststoffpartikeln dem Gas
beigemischt werden. Bei diesem Verfahren werden
Feststoffpartikeln einfach vom Partikelabscheider
rückgeführt und sofort im Raum oberhalb der
Gaseintrittsöffnung mit dem Gas vermischt.
Das Verfahren setzt einen gewissen Mindest-Prozeßgasstrom
voraus, um einerseits zu verhindern, daß Partikeln durch die
Gaseintrittsöffnungen aus dem System herausfließen und um
anderseits die Partikeln mit dem Gasstrom durch den Kühler
zu leiten. Dies bedeutet eine erhebliche Einschränkung für
die Funktion des Verfahrens in der Praxis. Ferner soll die
Möglichkeit einer überraschenden Unterbrechung des
Produktgasstroms in Erwägung gezogen werden, was die im
System zirkulierenden Partikeln veranlaßt, durch die
Gaseintrittsöffnung nach unten zu fließen.
Bei Anwendungen, wo durch die niedrige eutektische
Temperatur der Partikeln niedrige Mischtemperaturen
vorausgesetzt werden, ergeben sich leicht große Dichten des
Massenstroms, d.h. über 5 kg/Nm³, was größere durch das
System verursachte Druckverluste sowie Erosionsprobleme zur
Folge hat.
Desweiteren soll die Tatsache berücksichtigt werden, daß bei
Anwendungen, wo durch eine niedrige eutektische Temperatur
oder aus einem anderen Grund eine niedrige Mischtemperatur
und anderseits eine hohe Temperatur der Heizflächen
vorausgesetzt werden, die Konstruktion nachteilig ist. Die
Länge (= Höhe) der Heizfläche wächst leicht auf 20 bis 50 m.
Durch die hohe Konstruktion zusammen mit der hohen Dichte
des Massenstroms stellt sich der Druckverlust als Hindernis
heraus, weil der Druckverlust z.B. zur Höhe des
Wärmetauschers proportional ist.
Ein wohl bekanntes und anwendbares Verfahren zur Abkühlung
von Prozeßgasen besteht in der Zirkulierung von abgekühltem
und gereinigtem Gas und in der Vermischung desselben mit
Prozeßgas vor dem Wärmetauscher auf solche Weise, daß eine
Temperatur erreicht wird, die ausreichend niedrig zur
Eliminierung der Klebrigkeit von Partikeln ist. Die
Zirkulierung des Gases ist mit drei Schwachstellen behaftet:
1. Abhängig von der Eintritts-, Misch- und
Austrittstemperaturen soll die Menge des zu zirkulierenden
Gases das 1,5 bis 4-Fache des Prozeßgases betragen. Somit
ist die Menge des im Kessel und in der Gasreinigungsanlage
zu behandelnden Gases das 2,5 bis 5-Fache der Menge des
Prozeßgases, was wiederum hohe Investitions- und
Betriebskosten ergibt.
2. Bei der Abkühlung von Gas durch Vermischung mit Gas
bilden im Prozeß verdampfte und im Kühlsystem kondensierende
oder sublimierende Komponenten wie Alkalien, Schwermetalle
usw. eine sehr fein dispergierte Suspension, d.h. Rauchgas.
Ein Rauchgas wird durch eine gegenüber dem gröberen Staub
desselben Materials niedrigere Sinterungstemperatur
gekennzeichnet, wie früher festgestellt wurde. Desweiteren
wird das Rauchgas durch die Neigung gekennzeichnet, sich an
den Heizflächen festzusetzen, wie bereits ebenfalls erwähnt
wurde. Daher soll eine ausreichend niedrige
Mischtemperatur, d.h. eine ausreichende Menge
Zirkulationsgases verwendet werden, um eine gut funktionierende
Lösung zu bekommen. Die Abscheidung von Rauchgas aus großen
Gasströmen ist technisch sehr schwierig. Somit bedeutet die
Verwendung von Zirkulationsgas sehr kostenintensive
Lösungen.
3. Eine große Erhöhung der Menge von Zirkulationsgas, was
aus den obengenannten Gründen in der Praxis erforderlich
ist, setzt den Teildruck von kondensierenden und
sublimierenden Komponenten erheblich herab. Um Kondensation
und Sublimation zu bewirken, soll die Temperatur folglich
niedriger sein als es bei einem unverdünnten oder wenig
verdünnten Gas erforderlich ist. Dies erhöht anderseits den
Bedarf an Zirkulationsgas.
Die Einspritzung von Wasser oder einer anderen verdampfenden
Flüssigkeit in den Gasstrom kann bei Abkühlungsprozessen
angewendet und das Gas somit vor dem Wärmetauscher auf eine
Temperatur abgekühlt werden, die in Hinsicht auf die
Klebrigkeit der Partikeln niedrig genug ist. Das Verfahren
hat z.B. folgende Schwachstellen:
- wenn Wasser verwendet wird, großer Wasserverbrauch,
erheblicher Anstieg des Wasserdampfgehalts im Gasstrom,
große Veränderung des Sauerstoffpotentials und starke
Rauchgasbildung, was zu einem sehr schwer abzuscheidenden
Partikelmaterial führt, wie bereits festgestellt wurde.
Infolge des gesenkten Temperaturniveaus geht die Menge der
wieder gewinnbaren Wärme zurück, weshalb auf die
Wärmerückgewinnung in der Regel kein Wert gelegt wird.
Wassereinspritzung wird meistens ausschließlich zur
Abkühlung des Gases vor der Filterung benutzt.
- in der chemischen Industrie ist es oft möglich, im Gas
enthaltene und im Prozeß aus dem Gas kondensierte
Flüssigkeit einzuspritzen. Mit anderen Worten handelt es
sich um einen Prozeß, wo die Verdampfungswärme verwertet
werden kann. Die eigentliche Abkühlung oder
Wärmeübertragung vom Prozeß wird durch einen Kondensator erreicht.
Durch Einspritzung der aus dem Gas kondensierten Komponente
ist es leicht, das Temperaturniveau des Gases z.B. bei
selektiver Kondensation oder Sublimation zu regeln, ohne dem
Gas prozeßfremde Komponenten zuzuführen. Wie die
Wassereinspritzung ist auch dieses Verfahren mit großer
Rauchgasbildung verbunden, was die sublimierenden
Komponenten betrifft. Die sublimierten Rauchgase können
gewöhnlich nur durch Filterung oder durch einen
Elektrofilter abgeschieden werden.
Die obige Beschreibung gibt ein ziemlich detailliertes Bild
von den Phänomenen in Zusammenhang mit der Abkühlung von
Hochtemperatur-Prozeßgasen und folglich
Verschmutzungsproblemen von Wärmetauschern, welche Probleme wiederum die
Abkühlung von Gas, die wirtschaftlich wichtige
Wärmerückgewinnung und Gasreinigung erschweren, was sowohl
für die Wirtschaftlichkeit des Prozesses als auch für
Umweltaspekte von Bedeutung ist.
Aus der obigen Beschreibung geht auch eine große Anzahl
bekannter Verfahren und damit verbundener Schwachstellen
hervor.
Durch die vorliegende Erfindung soll ein einfaches und
wirksames Verfahren vorgesehen werden für
- Abkühlung der Gase von Hochtemperatur-Prozessen, welche
Gase verdampfte, geschmolzene und/oder feste Komponenten
enthalten, und
- Wärmerückgewinnung auf eine am besten geeignete Weise,
z.B. als Hochdruck- oder Niederdruck-Dampf oder durch
Erwärmung des pulverisierten Eingabeguts des Prozesses
oder durch eine thermische oder chemische Behandlung des
pulverisierten Materials wie etwa des Eingabeguts des
Prozesses durch Ausnutzung der Wärme des Prozeßgases, und
- Gasreinigung durch Minimierung der Bildung von (fein
pulverisierten) Rauchgasen und durch Adsorption von
Rauchgasen, Schmelztropfen oder Partikeln aus den
abzukühlenden Gasen, und
- Minimierung von unerwünschten chemischen usw. Reaktionen
durch Abkühlung der Gase mit einer ausreichend hohen
Geschwindigkeit über den gewünschten Temperaturbereich, oder
- Herbeiführung einer anderen gewünschten Reaktion oder
eines Phänomens wie etwa einer chemische Reaktion, die
bei einer bestimmter Temperatur, Suspensionsdichte oder
innerhalb einer bestimmten Zeit stattfindet.
Alle obengenannten Alternativen sind im allgemeinen nicht
möglich bei einer und derselben Anwendung.
Das Verfahren und die Vorrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung sind durch die Merkmale der Patentansprüche 1 und
11 festgelegt.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird die Vermischung des
Prozeßgases mit Gas und festen Partikeln vorzugsweise so
ausgeführt, daß das Prozeßgas von der Eintrittstemperatur
auf die gewünschte Mischtemperatur im Mischteil mit einer
hohen Geschwindigkeit, im allgemeinen 10³ bis 10&sup5; ºC/s oder
noch schneller abgekühlt wird, wobei die Abkühlung auf die
Mischtemperatur dem Quenchen ähnlich erfolgt. Die Abkühlung
von der Eintrittstemperatur auf die Mischtemperatur ist so
schnell, daß keine Zeit für unerwünschte chemische
Reaktionen verbleibt. In der Gegenwart von
Feststoffpartikeln erfolgen die Kondensation und Sublimation
heterogen auf der Oberfläche des Feststoffes, wodurch die
Bildung von Rauchgasen verhindert wird, die durch eine
homogene Kernbildung entstehen würden.
Die Mischtemperatur wird vorzugsweise so gewählt, daß die
aus dem Gas abzuscheidenden
(sublimierenden/kondensierenden) Komponenten und Schmelztropfen erstarren
und die möglicherweise sinternden Feststoffpartikeln unter
die Temperatur abgekühlt werden, bei der die Sinterung
einsetzt, und daß mögliche unerwünschte, durch die
Temperatur induzierte chemische Reaktionen infolge des
Nichtvorhandenseins der kinetischen Voraussetzungen durch
die niedrige Temperatur verhindert werden, und daß die
gewünschten Reaktionen in dem kinetisch vorteilhaften
Temperaturbereich stattfinden.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsgweise so
angewendet, daß das Gemisch aus dem auf die Mischtemperatur
abgekühlten Prozeßgas, dem auf die Mischtemperatur erhitzten
abkühlenden Gas und dem Feststoffstrom
weiter auf eine gewünschte Temperatur z.B. in einem
Wärmetauscher abgekühlt wird,
und die Feststoffe auf zweckentsprechende Weise aus dem
Gas abgeschieden werden, wonach eine passende Menge davon
dem Mischteil rückgeführt wird, wo sie mit dem
einströmenden Prozeßgasstrom vermischt wird,
und der Prozeßgasstrom zu den nächsten Stufen des
Prozesses wie der Nachreinigung, Nachkühlung zugeführt wird, und
nach einer passenden Prozeßstufe ein Teil des Gasstroms
möglicherweise dem genannten Mischteil rückgeführt wird,
wo er mit dem einströmenden Gasstrom vermischt wird.
Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens besteht darin, daß
das Verhältnis von Feststoffpartikelstrom zu Gasstrom, die
beide eingesetzt werden, um die Mischtemperatur zu
erreichen, so gewählt werden kann, daß optimale Verhältnisse
erreicht werden, wobei
einerseits die Rauchgasbildung minimiert, d.h. der
Feststoffpartikelstrom dicht genug ist, um als heterogener
Kernbildner zu funktionieren, auf dessen Oberfläche die
sublimierenden und kondensierenden Komponenten
"anwachsen", Rauchgaspartikel adsorbieren und
Schmelztropfen sich festsetzen und erstarren,
und andererseits die Dichte der gebildeten Suspension
minimiert wird, wobei die mit der Behandlung von dichter
Suspension verbundenen nachteiligen Phänomene, wie etwa
großer Druckverlust, Druckvibrationen, Verschleiß,
Trägheit der Regelung usw. gänzlich minimiert oder
eliminiert werden.
Jedes Merkmal der vorliegenden Erfindung wird fallbezogen
hervorgehoben. Wenn z.B. die Wärmerückgewinnung von
primärer Wichtigkeit ist, wird natürlich die höchstmögliche
Mischtemperatur innerhalb der Betriebsgrenzen angestrebt,
bei der die treibende Kraft des Wärmetausches möglichst groß
ist. Anderseits soll jedoch eine ausreichende
Suspensionsdichte gewählt werden, um für wirksame Adsorption
der erstarrenden Schmelzen, Rauchgasen und kondensierenden
Komponenten zu sorgen und die Kosten der Gasreinigung zu
minimieren. Ferner beeinflussen die Menge und
Eintrittstemperatur des Zirkulationsgases die Gesamtmenge
des durch die Heizflächen fließenden Gases, die Dichte und
Strömungsgeschwindigkeit der Suspension und dadurch die
Wärmeübergangszahl und die Gesamtmenge und das
Querschnitt/Länge-Verhältnis der Heizfläche, was ein sehr
wesentlicher Faktor in Hinsicht auf sowohl Konstruktion als
Druckverluste darstellen kann, wie bereits festgestellt
wurde.
In speziellen Fällen kann die Verwendung von gelöste Salze
u.ä. enthaltenden Flüssigkeiten in Frage kommen, um eine
Kühlwirkung zu erreichen. Während in diesem Fall die
Flüssigkeit in das Gas verdunstet, können die in der
Flüssigkeit gelösten Verbindungen gleichzeitig in die
zirkulierenden Partikeln adsorbiert werden, anstelle, daß
zugelassen wird, daß sie fein pulverisiertes schwierig
abzuscheidendes Partikelmaterial bilden.
Somit wird die optimale Lösung durch so viele Faktoren
beeinflußt, daß es unmöglich ist, eine universale Gleichung
zur Berechnung solch einer Lösung zu geben. Die optimale
Lösung soll Fall für Fall auf der Basis von bekannten
Bedingungen herausgefunden werden. Wesentlich für die
vorliegende Erfindung ist ihre Flexibilität, eine gut
funktionierenden Lösung in einem ziemlich ausgedehnten
Rahmen zu schaffen.
Darüber hinaus ist das erfindungsgemäße Verfahren durch ihre
Einstellbarkeit in Hinsicht auf den Prozeßgasstrom
gekennzeichnet. Die Verwendung von zirkulierendem Gas
ermöglicht nämlich bei Bedarf das Verbleiben des Feststoffes
in der Zirkulation, obwohl der Strom des abzukühlenden
Prozeßgases gestoppt würde. Die Gefahr, daß dabei Feststoff
aus dem Kühler herausfällt, ist hierbei eliminiert.
Die Funktionsweise und Vorteile des Verfahrens werden weiter
anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigt
dabei
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Anwendung des
erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 2 eine zweite Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens,
Fig. 3 einen Vertikalschnitt durch eine Einzelheit eines
zur Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens bestimmten
Vorrichtung,
Fig. 4 einen gchnitt entlang Linie A-A aus Fig. 3.
Fig. 1 stellt ein System gemäß der Erfindung dar, bei dem
das Prozeßgas abgekühlt und daraus Wärme zurückgewonnen
wird.
Prozeßgas 1 wird durch eine Eintrittsöffnung 4 im Boden 3
des Reaktors in einen Reaktor 2 eingegeben. Im unteren Teil
des Reaktors ist eine Mischkammer 5 angeordnet, deren
trichterförmiger Boden 6 eine Öffnung 7 in einem Abstand vom
Reaktorboden aufweist. Der Boden des Reaktors und der Boden
der Mischkammer bilden zwischen sich einen Windkasten 8, in
dem Kasten das abgekühlte Zirkulationsgas 9 eingegeben wird.
Im oberen Teil des Reaktors ist ein Wärmetauscher 10
angeordnet. Nach dem Wärmetauscher fließt das Gas 11 einem
ersten Zyklonabscheider 12 zu, in dem Feststoffpartikeln
daraus abgeschieden werden.
Mindestens ein Teil des im ersten Abscheider abgeschiedenen
Feststoffes wird über ein Rücklaufrohr 16 in die Mischkammer
zurückgeführt. Der Feststoff fließt eine geneigte Fläche am
Boden des Rücklaufrohrs entlang der Öffnung 7 zu, wo das
Prozeßgas, das abgekühlte Gas und der rückgeführte Feststoff
aufeinandertreffen. Das im ersten Abscheider teilweise
gereinigte Gas 13 wird einem zweiten Zyklonabscheider 14
zugeführt. Ein Teil 15 des im zweiten Abscheider
gereinigten Gases wird dem Windkasten des Reaktors
zugeführt. Es ist auch möglich, neuen Feststoff durch ein
Rohr 17 in die Mischkammer einzugeben.
Beispiel 1
In druckbeaufschlagten Systemen werden die Vorteile von
zirkulierendem Gas hervorgehoben. Das nachstehende Beispiel
stellt einen früher erwähnten Vergaser für geschmolzene
Salze dar, wobei folgendes angenommen wird:
Druck 10 bar
Eintrittstemperatur des Prozeßgases 1000 ºC
Mischtemperatur vor den Heizflächen 600 ºC
Austrittstemperatur nach den Heizflächen 300 ºC
Sattdampftemperatur 280 ºC
mittlere spezifische Wärme des Gases bei
1000 -> 600 ºC 1,6 kJ/Nm³/ºC
mittlere spezifische Wärme der
zirkulierenden Partikeln 0,8 kJ/kg/ºC
Eintrittstemperatur des Zirkulationsgases 300 ºC
mittlere spezifische Wärme des Zirkulationsgases
bei 300-> 600 ºC 1,4 kJ/Nm³/ºC
Mit relativem Zirkulationsgas als Variable werden folgende
Werte erreicht:
Suspensiondichte
vZirkulation/vProzeß
vGesamt
Partikelzirkulation kg/Nm³
Prozeßgas
Die obige Tabelle zeigt, daß bereits bei einer so niedrigen
Menge von Zirkulationsgas von 75 % der Bedarf an
zirkulierenden halbiert werden kann, wobei die
Suspensionsdichte um nahezu ein Drittel zurückgeht. Bei
einer Menge von 100 % Zirkulationsgas, was oft noch ziemlich
real ist, ist es möglich, die Partikelzirkulation auf ein
Drittel und die Suspensionsdichte auf ein Sechstel der
ursprünglichen Zahlen ohne Zirkulationsgas zu reduzieren.
Sogar bei einer so niedrigen Suspensionsdichte von 1 bis 5
kg/m³ wird eine mittlere Partikeldichte von rund 10&sup7;/m³ und
mehr erreicht, was normalerweise ausreicht, die
obengenannten gewünschten Phänomene herbeizuführen, d.h. die
Rauchgasbildung zu verhindern und bereits gebildete
ultrafeine Partikeln zu adsorbieren. Durch die Einstellung
der Mengen von Zirkulationsgas und Partikelmaterial können
fallweise leicht solche optimale Verhältnisse geschaffen
werden, wo einerseits die Rauchgasbildung minimiert und
anderseits die Suspensionsdichte und der zirkulierende
Partikelstrom und die damit verbundenen nachteiligen
Wirkungen ebenfalls minimiert werden.
Beispiel 2
Bei dem obigen Beispiel ist die Gaseintrittstemperatur von
1000 ºC noch immer ziemlich niedrig. Die Bedeutung des
Zirkulationsgases wird hierbei in erster Linie durch die
Druckbeaufschlagung herausgestellt. Zum Beispiel, bei den
meisten Applikationen bezüglich dem Schmelzen von
Sulfidkonzentraten beträgt die Gaseintrittstemperatur von
1200 bis 1400 ºC und die anwendbare Mischtemperatur von 500
bis 700 ºC. Unter Berücksichtigung der hohen spezifischen
Temperatur des Gases kommt die Bedeutung des
Zirkulationsgases auch in drucklosen Systemen ziemlich
deutlich zum Vorschein, wie das folgende Beispiel zeigt:
Druck 1 bar abs
Eintrittstemperatur des Prozeßgases 1300 ºC
Mischtemperatur vor den Heizflächen 600 ºC
Austrittstemperatur nach den Heizflächen 350 ºC
Sattdampftemperatur 280 ºC
mittlere spezifische Wärme des Gases
bei 1300 -> 700 ºC 1,9 kJ/Nm³/ºC
mittlere spezifische Wärme der
zirkulierenden Partikeln 0,9 kJ/kg/ºC
Eintrittstemperatur des Zirkulationsgases 350 ºC
mittlere spezifische Wärme des Zirkulationsgases
bei 350 -> 700 ºC 1,6 kJ/Nm³/ºC
Suspensiondichte
vZirkulation/vProzeß
vGesamt
Partikelzirkulation kg/Nm³
Prozeßgas
Durch die Verwendung von Zirkulationsgas kann die
Partikelzirkulation somit leicht halbiert werden, was zu
Suspensionsdichteniveaus in der gleichen Größenordnung wie
die Gesamtemission aus dem Prozeß führt, die in Fällen wie
dieser typischerweise 0,1 bis 0,5 kg/Nm³ beträgt. Eine
Suspension unter 1 kg/Nm³ verhält sich einem Gasstrom sehr
ähnlich, was die Realisierung der Anlage sehr viel
vereinfacht.
Fig. 2 zeigt ein Zirkulationsgasssystem, wo die Abkühlung
von Gas nach der Abscheidung von Feststoffpartikeln, d.h.
bei gereinigtem Gas erfolgt. Hier ist das erfindungsgemäße
Verfahren zur Abscheidung der verdampften Alkalien von
Zementöfen aus Bypaßgas vorgesehen, welcher Betrieb eine
niedrige Mischtemperatur voraussetzt.
Fig. 2 unterscheidet sich von Fig. 1 nur dadurch, daß das
Zirkulationsgas 9 durch einen Zwischenkühler 18 geleitet
wird, bevor das genannte Gas dem Windkasten 8 des Reaktors
2 zugeführt wird. Aus diesem Grunde sind die entsprechenden
Teile mit den gleichen Referenznummern versehen.
Beispiel 3
Im folgenden Beispiel wird die Wirkung des
Zirkulationsgases bei der Reinigung des Alkali-Bypaßgases eines
Zementofens sowie bei der Wärmerückgewinnung betrachtet:
Druck 1 bar abs
Eintrittstemperatur des Prozeßgases 1050 ºC
Mischtemperatur vor den Heizflächen 350 ºC
Austrittstemperatur nach den Heizflächen 250 ºC
Sattdampftemperatur 180 ºC
mittlere spezifische Wärme des Gases
bei 1050 -> 350 ºC 1,8 kJ/Nm³/ºC
mittlere spezifische Wärme der
zirkulierenden Partikeln 0,9 kJ/kg/ºC
Eintrittstemperatur des Zirkulationsgases
nach der Zwischenkühlung 150 ºC
mittlere spezifische Wärme des
Zirkulationsgases bei 300-> 600 ºC 1,5 kJ/Nm³/ºC
Suspensiondichte
vZirkulation/vProzeß
vGesamt
Partikelzirkulation kg/Nm³
Prozeßgas
Durch das Zirkulationsgas, das in diesem Fall einfach einer
Zwischenkühlung unterzogen ist, kann die Suspensionsdichte
leicht auf solch ein Niveau herabgesetzt werden, wo
Druckverluste und andere mit der Handhabung von dichter
Suspension verbundene Probleme leicht behoben werden können,
ohne wesentliche Vorteile des Systems einzubüßen. In diesem
Fall ist die Zwischenkühlung eine sehr einfache Operation,
weil mit den Rauchgasen des Zementofens Probleme weder in
Hinsicht auf die Säure-Taupunkte noch auf die
Wasser-Taupunkte des Materials vorkommen. Anderseits
erfolgt die Zwischenkühlung bei ziemlich reinem Gas, weshalb
die Verschmutzung des Zwischenkühlers kein Problem ist.
Beispiel aus der Eisenherstellung:
Im Bereich der Deoxidation von Eisen hat man mehrere
Verfahren entwickelt, um z.B. die Blashochöfen bei der
Eisenherstellung zu ersetzen. Eine interessante Möglichkeit
besteht darin, den Wärmeinhalt und das
Desoxidationspotential des Abgas es eines Konverters mit
Bodenverblasung mittels Kohle und Sauerstoff bei der
Vorwärmung und Voroxidation des Eingabeguts des Prozesses
vor dem eigentlichen Schmelzen und der endgültigen
Desoxidation zu verwerten.
Die Abkühlung eines durch einen Schmelzprozeß erzeugten
Gasstroms oder eines Teils davon durch Wasserstrahl, Dampf
oder durch Zirkulation von mittels Wasserstrahl abgekühltem
Gas ist aus mehreren Zusammenhängen bekannt. Ein Nachteil
dieser Systeme ist z.B. die Veränderung der Gasanalyse oder
der Sauerstoffbalancen, oder daß der Wärmeinhalt des Gases
nicht zurückgewonnen werden kann, wie bereits festgestellt
wurde. Ein weiterer Nachteil besteht bei Gaszirkulation und
Wassereinspritzung darin, daß die Bildung von schwer
abzuscheidenden Rauchgasen nicht verhindert werden kann, wie
ebenfalls schon festgestellt wurde.
Aus der Literatur sind mehrere verschiedene Prozeßkonzepte
bekannt, bei denen die Verwertung der Gase von
Kohle-Sauerstoff-verblasenen Schmelzprozessen bei der
Vorreduktion des Eingabeguts des Prozesses angestrebt wird.
Bei diesen Lösungen hat man vorgeschlagen, das Gas vor dem
Vorreduktionsprozeß abzukühlen, zu reinigen und
wiederzuerwärmen. Die Verfahren sind kompliziert und vor
allem zu teuer, um eine ausreichende Wirtschaftlichkeit zu
erreichen.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren können die Gase des
Blashochofens einfach auf ein für den Deoxidationsprozeß
geeignetes Temperaturniveau abgekühlt werden und von für den
Reduktionsprozeß schwierigen Rauchgasen zu reinigen, bevor
die Gase den genannten Prozessen zugeführt werden, ohne die
Gasanalyse selbst zu beeinflussen. Je nach dem eingesetzten
Deoxidationsprozeß soll das Gas auf ein Temperaturniveau von
700 bis 1000 ºC abgekühlt werden. Das Verfahren kann z.B.
durch eine in Fig. 2 dargestellte Anlagenlösung verwirklicht
werden. Ein geeignetes zirkulierendes Partikelmaterial
kann Fall für Fall im allgemeinen so gewählt werden, daß es
zusammen mit den aus dem Prozeßgas abgeschiedenen Partikeln
dem Prozeß rückgeführt werden kann. Desweiteren können die
zirkulierenden Partikeln so gewählt werden, daß sie auch bei
höheren Temperaturen nicht sintern oder daß den
zirkulierenden Partikeln Materialien beigemischt werden,
die die Sinterung von solchen Partikeln verhindern. Der
Vorteil des Verfahrens liegt darin, daß die Temperatur des
Gases nach Bedarf eingestellt, das Gas von Rauch gereinigt,
und die bei der Abkühlung freigesetzte Wärme bei der
Erzeugung von Prozeßdampf oder Hochdruckdampf verwertert
werden kann, ohne die Gasanalyse selbst zu beeinflussen.
Das oben Dargestellte zeigt die Anwendung des
erfindungsgemäßen Verfahrens zur Temperaturregelung und Reinigung der
Gase eines Sauerstoff-Kohle-verblasenen
Eisenschmelzreaktors, bevor die Gase im Deoxidationsprozeß verwendet
werden. In diesem Zusammenhang gibt es auch eine andere
Möglichkeit, die einigermaßen analog zum Vorwärmen des
Eingabeguts ist. Die Gase des Schmelzprozesses werden hier
in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung geleitet (Fig. 2), wo
die Temperatur mit dem Zirkulationsgas und möglicherweise im
Wirbelschichtreaktor angeordneten Heizflächen auf eine für
die Vorreduktion geeignete Temperatur eingestellt und zu
vorreduzierendes Eisenkonzentrat als zirkulierende Partikeln
eingesetzt wird. Die Eingabe von Konzentrat und die Menge
sowohl des Zirkulationsgases als auch der zirkulierten
Partikeln wird so eingestellt, daß eine für die die
Vorreduktion ausreichende Verweilzeit erreicht wird.
Anschließend wird das heiße vorreduzierte Material entweder
direkt in den Blashochofen eingegeben oder abgekühlt
eventuell zu Briketten verarbeitet und nach einer
eventuellen Lagerung zum Schmelzen verwendet. Die Eingabe
von heißem Material direkt in den Schmelzprozeß ist
natürlich das beste in Hinsicht auf die
Energiewirtschaftlichkeit. In der Praxis kann es andere
Faktoren geben, die für Abkühlung und Lagerung sprechen.
Das die Vorreduktionsstufe mit derselben Temperatur wie das
deoxidierte Konzentrat verlassende Gas ist noch immer ein an
CO-H&sub2; reiches Gas. Dieses Gas wird ferner entweder beim
Vorwärmen, Luftvorwärmen oder Erzeugen von Hochdruckdampf
weiter verwertet.
Die obigen Beispiele stellen durch das erfindungsgemäße
Verfahren geschaffene Voraussetzungen bei der Verwertung des
Wärmeinhalts und chemischen Potentials von Prozeßgasen beim
Vorwärmen des Eingabeguts des Prozesses und bei der
Deoxidation dar. Ferner wird durch die Beschreibung die
Nöglichkeit präsentiert, gewisse Reaktionen durch Abkühlung
des Gases mit einer hohen Kühlgeschwindigkeit durch den
gewünschten Temperaturbereich zu verhindern.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht auch die
Ausführung von gewünschten Reaktionen, indem aus der
Möglichkeit Gebrauch gemacht wird, die Temperatur, die
Verweilzeit des Feststoffes und das chemische Potential des
Gases zu regeln.
Die obige Beschreibung stellt mehrere Vorteile des
erfindungsgemäßen Verfahrens dar. Die obigen Beispiele
zeigen, daß eine Kombination aus zirkulierenden Partikeln
und Zirkulationsgas Fall für Fall optimiert werden kann.
Dies kann jedoch in eine zu niedrige Partikeldichte im
Mischabschnitt in Hinsicht auf Rauchgasbildung und
Adsorption ergeben. Bei der Anlagenlösung soll dieser
Aspekt mitberücksichtigt werden. Bei den obigen Beispielen
handelte es sich um die Dichte der durch den Reaktor
zirkulierten Suspension, die mit dem Zirkulationsgas auf ein
Niveau von 0,5 kg/m³ und sogar darunter eingestellt werden
konnte. In diesem Fall ist die mittlere von der Korngröße
abhängige Partikelmenge 10&sup6;/m³ oder sogar weniger, wobei der
durchschnittliche Abstand zwischen den Partikeln sogar bis
auf 10 mm steigt. Die Rauchgasbildung und Adsorption von
ultrafeinen Partikeln setzten im allgemeinen eine höhere
Partikeldichte, z.B. 10&sup7; bis 10&sup9;/m³ an der Mischstelle
voraus, wobei der Abstand zwischen den Partikeln 5 bis 1 mm
beträgt. Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Anlage dieser
Art zu realisieren. Eine einfache und bevorzugte
Ausführungsform besteht darin, den Mischabschnitt des
Reaktors auf solche Weise zu konstruieren, daß ein größerer
oder kleinerer Teil der Partikeln darin sich in einer
internen Zirkulation im Mischabschnitt befindet und daß nur
ein Teil der Partikeln der durch den Oberteil des als
Förderer dienenden Reaktors geleiteten Zirkulation zugeführt
wird. Dies wird in einfacher Weise z.B. so realisiert, daß
der effektive Querschnitt des Mischabschnitts größer ist als
der des Förderabschnitts. In diesem Fall ist die
durchschnittliche Strömungsgeschwindigkeit im Mischabschnitt
entsprechend kleiner als die im Förderabschnitt, wobei die
im Mischabschnitt herrschende Suspensionsdichte höher ist.
Ferner ist die Geometrie des Mischabschnitts so realisiert,
daß eine interne Zirkulation gebildet wird, die gezwungen
wird, zur Mischstelle zurückzukehren. Auf diese Weise kann
die Suspensionsdichte des Mischabschnitts und insbesondere
der Mischstelle in einem großen Bereich eingestellt werden.
Im allgemeinen ist eine Suspensionsdichte von 10&sup7; bis 10&sup8;
Partikeln/m³ an der Mischstelle ausreichend, wobei die
Suspension je nach Partikelgröße und spezifischem Gewicht
usw. 10 bis 100 kg Feststoffpartikeln pro Kubikmeter
enthält. Es handelt sich somit um keine eigentliche
Wirbelschicht, wo die Suspensionsdichte Hunderte von
Kilogramm pro Kubikmeter beträgt und sich die Druckverluste
entsprechend auf einem erheblich höheren Niveau bewegen.
Fig. 3 und 4 illustrieren eine bevorzugte Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Besagte Figuren stellen
den unteren Teil des in Fig. 1 gezeigten Reaktors 2 dar,
welcher untere Teil die Mischkammer 5 umfaßt, die wiederum
einen nach unten konischen Boden 6 aufweist, an dessen
unterste Stelle ein Gaseintritt 7 angeordnet ist. Mit dem
zwischen dem Reaktorboden 3 und Mischkammerboden gebildeten
Windkasten 8 ist ein tangential daran anschließendes
Eintrittsrohr 29 für Kühlgas 9 verbunden. Am Reaktorboden
ist zentrisch ein Eintritt 4 für Prozeßgas 1 angeordnet.
Mit der Mischkammer verbundene Rückführrohre 16 für
abgeschiedene Feststoffpartikeln leiten die rückgeführten
Partikeln in einer abwärts zirkulierenden Bewegung der
Gaseintrittsöffnung 7 zu. Die Querschnittsfläche des
Mischabschnitts ist größer als die des als Förderer
funktionierenden Reaktors darüber.
Es ist offensichtlich, daß der in Fig. 3 und 4 dargestellte
Mischabschnitt auch auf eine andere Weise ausgeführt werden
kann. So kann der konische Boden der Mischkammer mit
Öffnungen versehen sein, durch die mindestens ein Teil des
abzukühlenden Gases geleitet wird. Ein Teil der
Feststoffpartikeln kann durch das Gaseintrittsrohr 29 in die
Mischkammer eingegeben werden.
Das in Fig. 3 und 4 gezeigte Funktionsprinzip des
Mischabschnitts stellt die Merkmale des erfindungsgemäßen
Verfahrens heraus, wie
a) die Suspensionsdichte und Temperatur des
Mischabschnitts und insbesondere der Mischstelle
können innerhalb eines großen Bereichs auf ein für
jeden Fall passendes Niveau eingestellt werden,
Dichte und Feststoffstrom der Suspension zum
Förderabschnitt und Partikelabscheider können Fall
für Fall auf ein optimales Niveau minimiert werden,
wobei mit einer hohen Suspensionsdichte verbundene
Probleme, wie etwa Verschleiß, System zur Behandlung
von Feststoffpartikeln, Druckverluste, usw. minimiert
werden.
Die Erfindung ist nicht auf die oben beschriebenen
Anwendungen und Lösungen beschränkt, sondern es sind
verschiedene Modifikationen, Anwendungen und Konstruktionen
möglich innerhalb des durch die Patentansprüche festgelegten
Schutzumfangs.
Anspruch[de]
1. Verfahren zur Behandlung von Prozeßgas durch Abkühlung
des Prozeßgases in einem Reaktor, bei welchem Verfahren
- das Prozeßgas mit fluidisierten Feststoffpartikeln in einer
Mischkammer in Kontakt gebracht wird, wonach
Feststoffpartikel in einer Abscheidestufe in einem oder
mehreren Abscheidern aus dem Prozeßgas nach der
Gasbehandlung abgeschieden und hauptsächlich in die
Mischkammer zurückgeführt werden, und
- das Prozeßgas zusätzlich zu den rückgeführten
Feststoffpartikeln entweder gleichzeitig oder mit einem
kurzen Intervall mit rückgeführtem Prozeßgas in Kontakt
gebracht wird, das im Reaktor behandelt worden ist und aus
dem Feststoffpartikeln in der Abscheidestufe abgeschieden
sind, dadurch gekennzeichnet, daß
- das Prozeßgas-Feststoff-Gemisch durch die Heizflächen vor
der Abscheidestufe weitergekühlt wird, so daß die
rückgeführten Komponenten, d.h. die rückgeführten
Feststoffpartikel und das rückgeführte Prozeßgas kühler sind als das
zu behandelnde Prozeßgas.
2. Verfahren zur Behandlung von Prozeßgas durch Abkühlung
gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mit Prozeßgas
aus einem Prozeß abgezogene verdampfte Komponenten auf die
Oberfläche von Feststoffpartikeln in der Mischkammer
sublimiert werden, indem das Prozeßgas unter die
Phasenübergangstemperatur der verdampften Komponenten
abgekühlt wird.
3. Verfahren zur Behandlung von Prozeßgas durch Abkühlung
gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Prozeßgas
enthaltene Rauch hauptsächlich zur Adsorption auf die
Oberfläche der Feststoffpartikeln in der Mischkammer durch
Abkühlung des Prozeßgases veranlaßt wird.
4. Verfahren zur Behandlung von Prozeßgas durch Abkühlung
gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß aus einem
Prozeß mit Prozeßgas abgezogene geschmolzene Komponenten
veranlaßt werden, sich auf der Oberfläche von
Feststoffpartikeln festzusetzen und zu erstarren oder zu
Feststoffpartikeln zu erstarren, indem das Prozeßgas in der
Mischkammer unter die Phasenübergangstemperatur der
geschmolzenen Komponenten abgekühlt wird.
5. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
eine für die gewünschte Reaktion günstige Mischtemperatur
und/oder Feststoff-Suspensionsdichte in der Mischkammer
aufrechterhalten wird, indem die Mengen der mit dem
Prozeßgas in der Mischkammer zu vermischenden rückgeführten
Partikeln und/oder des rückgeführten Gases eingestellt
werden.
6. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Prozeßgas unter die Sinterungstemperatur der im
Prozeßgas enthaltenen Partikeln abgekühlt wird.
7. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Prozeßgas und das rückgeführte Prozeßgas miteinander in
Kontakt gebracht werden, unmittelbar bevor sie mit
Feststoffpartikeln in Kontakt kommen.
8. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
mit dem Prozeßgas zu vermischendes rückgeführtes Prozeßgas
mit einem Feststoffpartikelstrom vermischt wird, unmittelbar
bevor es mit dem Prozeßgasstrom in Kontakt kommt.
9. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Teil der rückgeführten Feststoffpartikeln mit dem
rückgeführten Prozeßgas vermischt und ein anderer Teil mit
dem Prozeßgas vermischt wird, unmittelbar bevor die Gase
miteinander in Kontakt gebracht werden.
10. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
rückgeführtes Prozeßgas mit Prozeßgas und rückgeführten
Partikeln vermischt wird, unmittelbar bevor das Prozeßgas
mit den festen fluidisierten Feststoffpartikeln in Kontakt
kommt.
11. Vorrichtung zur Behandlung von Prozeßgas durch Abkühlung
des Prozeßgases in einem Reaktor, umfassend
- einen vertikalen Reaktor (2) mit einer Eintrittsöffnung
(4) für Prozeßgas in seinem Boden, wobei der Reaktor in
seinem unteren Teil eine Mischkammer (5) aufweist und die
Mischkammer einen konischen Boden (6) mit mindestens einer
unten im konischen Boden oder in dessen unmitelbarer Nähe
angeordneten Eintrittsöffnung (7) hat;
- mindestens einen mit dem oberen Teil des Reaktors
verbundenen Abscheider (12, 14) zur Abscheidung von
Feststoffpartikeln aus aus dem Reaktor abgezogenen
Prozeßgas;
- einen mit der Mischkammer (5) verbundenen Eintrittsrohr
(17) zur Eingabe von frischem Feststoff;
- einen mit der Mischkammer verbundenen Eintrittsrohr (16)
zur Rückführung von abgeschiedenen Feststoffpartikeln aus
dem mindestens einen Abscheider in die Mischkammer;
- einen Kanal (15) für den Abzug von behandeltem Prozeßgas
aus dem mindestens einen Abscheider; und
- einen den Abzugkanal (15) mit der Eintrittsöffnung (7) im
konischen Boden (6) der Mischkammer (5) verbindenden Kanal
(9) zur Rückführung von behandeltem Prozeßgas in die
Mischkammer, dadurch gekennzeichnet, daß
- Heizflächen (10) im oberen Teil des Reaktors vor dem
Abscheider angeordnet sind.
- die Eintrittsöffnung (7) des konischen Bodens der
Mischkammer am untersten Punkt des konischen Bodens und
konzentrisch mit der Eintrittsöffnung (4) des Reaktors
angeordnet ist, und daß
- der unterste Punkt des konischen Bodens (6) der
Mischkammer in solch einem Abstand vom Reaktorboden
angeordnet ist, der einen gleichmäßigen Strom von
rückgeführtem Gas vom Windkasten (8) in die Mischkammer
ermöglicht.
14. Vorrichtung gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
daß das Eintrittsrohr (16) in der Reaktorwand angeordnet ist
und derart mit der Wand einen schrägen Winkel bildet, daß
die rückgeführten Feststoffpartikeln beim Einströmen in den
Reaktor eine nach unten geneigte Bahn bilden.