Die vorliegende Erfindung betrifft einen Rotor oder einen
ähnlichen Kern zur Verwendung in Feuchte- und/oder
Wärmetauschern mit mehreren, feinen Kanälen, die zwischen
den Stirnflächen des Rotors parallel zu dessen Achse
verlaüfen, gemäß dem Gattungsbegriff des Patentanspruchs 1.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Herstellen
eines Rotors dieser Art.
Rotoren der beschriebenen Art, wie sie beispielsweise durch
die US-A-4 228 847 bekannt sind, werden normalerweise durch
Zusammensetzen und Verbinden, üblicherweise durch
Verkleben, abwechselnder ebener und gewellter Lagen
hergestellt, wobei der so erhaltene Aufbau aus einer ebenen
und einer gewellten Lage besteht, der danach aufgewickelt
wird, um einen Rotor oder einen ähnlichen Kern von im
wesentlichen zylindrischer Form herstellen, bei dem die
einzelnen Lagen auch durch das beschriebene Verfahren oder
ein anderes Verfahren miteinander verbunden sind.
Früher wurden Rotoren dieser Art durch Zusammenfügen von
Blättern aus einem nicht-metallischen, faserigen,
anorganischen und nichtbrennbaren Material hergestellt; für
die Rotorschichten wurde dann jedoch weitgehend nur noch
Metall verwendet, vorzugsweise Aluminium, das bei der
Herstellung des Rotors billiger und einfacher zu handhaben
ist und das dem Rotor in gleicher Weise gute
Übertragungseigenschaften verleiht, dabei aber gleichzeitig
das Erfordernis der Nichtbrennbarkeit aufrecht erhält. Die
Foliendicke betrug in der Regel 50 bis 100 u. In
Einzelfällen kann es möglich sein, einen
zufriedenstellenden Rotor auch dann zu erzielen, wenn ein
noch dünneres Material verwendet wird, so daß noch
niedrigere Herstellungskosten erzielbar sind. Die
Verwendung einer Aluminiumfolie mit einer so geringen
Schichtdicke zieht jedoch einige Probleme nach sich. Die
Folienkanten, die an den Stirnflächen des Rotors vorstehen,
sind auf Druck- und Punktbelastungen empfindlich und sie
können demzufolge durch Stöße auf die Stirnflächen
beschädigt werden, die bei der Handhabung und dem Transport
des fertiggestellten Rotors nach der Herstellung auftreten
können. Wenn der Rotor eingebaut und in Betrieb ist, dann
sind seine Stirnflächen, die für die Luft oder das Gas, das
durch den Rotor hindurchfließt, Ein- und Auslässe
darstellen, einem Verschleiß aufgrund von Abdichtungen oder
anderen Wirkungen ausgesetzt, die durch die Luft- und/oder
Gasströmungen verursacht werden, wenn sie Verunreinigungen
enthalten. Ebenso verursachen große und kleine Partikel,
die in der Luft- oder Gasströmung mitgerissen werden, eine
Abnutzung an den Stirnflächen des Rotors oder sie können an
den Stirnflächen oder den unmittelbaren Umgebungsbereichen
der Ränder anhaften.
Die Verunreinigungen bestehen hauptsächlich aus zwei Arten,
nämlich aus chemischen Verunreinigungen, die eine Korrosion
und eine Erosion des Folienmaterials hervorrufen und einer
mechanischen Verunreinigung, wie z.B. Staub oder
verschiedene Arten von Partikeln, die ein Verstopfen der
feinen Kanäle hervorrufen. Es ist festgestellt worden, daß
diese beiden Arten von Verunreinigungen Wirkungen
hauptsächlich auf die Stirnfläche des Rotors ausüben und
zwar bis zu wenigen Millimetern in die Tiefe hinein.
Um den chemischen Verunreinigungen entgegenzuwirken, wird
als Alternative üblicherweise auf die Verwendung einer
Legierung zwischen Aluminium und anderen Bestandteilen
zurückgegriffen, die der Folie einen erhöhten Widerstand
gegen die betreffende Verunreinigung verleihen und
zusätzlich wird die Folien-Dicke erhöht, um einen weiteren
Schutz gegen die Schwächung gegen die korrodiven Angriffe
zu erzielen.
In bezug auf die Verschmutzung oder Verschmutzung der
Stirnflächen des Rotors sind bestimmte Reinigungsarten
durchzuführen, so z.B. das Durchfluten mit einer
Reinigungsflüssigkeit, das Durchblasen des Rotors mit
Druckluft oder Dampf oder Kombinationen dieser Maßnahmen.
Eine solche Durchflutung oder Durchblasung wird unter hohem
Druck durchgeführt und zieht das Risiko einer Verformung
der Stirnflächen nach sich. Auch in diesem Fall besteht das
Gegenmittel darin, die Foliendicke zu erhöhen, um den
Stirnflächen eine größere mechanische Festigkeit und
Widerstandsfähigkeit zu verleihen.
Die Nachteile, die sowohl der Legierung des Folienmaterials
als auch der Vergrößerung der Foliendicke anhaften, sind
klar erkennbar, da beide Maßnahmen die Kosten des Rotors
wesentlich und unnötigerweise erhöhen, da nur die
Stirnflächen eines Schutzes bedürfen, wie er auf diese
Weise erzielt wird.
Es sind bereits Versuche unternommen worden, um die
Festigkeit der Stirnflächen des Rotors zu erhöhen. So
offenbart die US-A-4 228 847 einen Rotor, bei dem die
Kanten der einzelnen Lagen dadurch verstärkt sind, daß das
Streifenmaterial, insbesondere der gewellte Streifen,
umgebogen ist.
Die DE-B-1 776 210 offenbart einen Berührungskörper,
insbesondere für Kühltürme, bei dem die Kanten der
einzelnen Lagen dadurch verstärkt worden sind, daß sie in
ein nicht-metallisches Material eingetaucht sind.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Hauptaufgabe zugrunde,
einen Rotor anzugeben, bei dem die Probleme vermieden
worden sind, wie sie oben beschrieben wurden, sowie ein
Verfahren zum Herstellen eines solchen Rotors, wobei mit
Hilfe des Verfahrens ebene und flache Stirnflächen erzeugt
werden können sowie ein größerer Widerstand gegen
Beschädigung aller Rotorschichten.
Diese Aufgabe wird bei einem Rotor und bei einem Verfahren
zu seiner Herstellung dadurch gelöst, daß sowohl dem Rotor
als auch dem Verfahren die Eigenschaften gegeben werden,
wie sie in den Patentansprüchen 1 und 5 enthalten sind.
Die Erfindung wird nun mit Bezug auf die Konstruktion
beschrieben, wie sie in den Figuren dargestellt ist. Es
zeigen:
Fig. 1 ist eine perspektivische Ansicht eines Rotors, der
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt
ist, das eine Verstärkung der Kanten der
Rotorschichten an einer Stirnfläche zum Ziel hat;
Fig. 2 ist eine perspektivische Ansicht in vergrdßertem
Maßstab einer Einzelheit der Stirnfläche des
Rotors nach Fig. 1.
Der Rotor 10, der in der Zeichnung dargestellt ist, hat die
Form eines Zylinders mit einer Nabe 12, durch die eine
nicht dargestellte Welle hindurchgeht, die den Rotor im
Aufhängungsgestell eines Luftfeuchtigkeits- und/oder
Wärme-Tauscher in Umdrehung versetzen kann. Der Rotorkörper
besteht aus mehreren, abwechselnd angeordneten flachen und
gewellten Lagen 14, 16 (Fig. 2), die miteinander verbunden
und danach spiralförmig auf den zylindrischen Rotorkörper
10 aufgewickelt worden sind, wobei die einzelnen Schichten
gleichzeitig miteinander verbunden worden sind. Wie dies
bereits erwähnt worden ist, bestehen die Lagen oder
Schichten 14 und 16 aus einem dünnen Metall, in erster
Linie aus einer Folie aus Aluminium, einer
Aluminiumlegierung oder dergleichen und die Schichten oder
Lagen sind in dem Fall, in dem der Rotor für eine
Feuchtigkeitsübertragung verwendet wird, hygroskopisch;
dies wird dadurch erreicht, daß die Folien mit einem
hygroskopsichen Material beschichtet werden oder dadurch,
daß das Material auf seiner Oberfläche so strukturiert
wird, daß es hygroskopisch gemacht wird.
Da die Wellungen der gewellten Lagen oder Schichten 16, aus
denen der Rotor aufgebaut ist, in axialer Richtung des
Rotors 10 verlaufen, wird in ihm eine große Anzahl von
durchlaufenden Kanälen gebildet. Die Höhe der Wellungen in
der gewellten Lage 16 ist regelmäßig weniger als 5 mm,
beispielsweise 1 bis 3 mm, was demzufolge die Höhe der
Kanäle darstellt.
Um die Herstellungskosten des Rotors 10 zu vermindern und
ihn leichtgewichtig auszuführen, wird für die Lagen oder
Schichten 14 und 16 eine Folie verwendet, die so dünn wie
möglich ist, beispielsweise Lagen, die dünner sind als
100 u, beispielsweise 35 bis 50 u.
Wie dies in der Beschreibungseinleitung dargestellt worden
ist, macht dies die Stirnflächen des fertigen Rotors 10
empfindlich für eine Belastung, da die Kanten der dünnen
Folienblätter, insbesondere bei einer Punktbelastung,
leicht nachgeben, die dann auftreten kann, wenn der Rotor
betätigt oder gereinigt wird.
Erfindungsgemäß wird die Verstärkung der Kanten der dünnen
Rotorlagen 14, 16 dadurch erreicht, daß auf die Stirnfläche
des Rotors ein Metall aufgesprührt wird; dies bedeutet, daß
fein verteiltes Metall, im vorliegenden Fall Aluminium, in
geschmolzenem Zustand auf die Stirnfläche des Rotors
augesprüht wird. Der Sprühvorgang sollte vorzugsweise ein
Flammsprühen mit drahtförmigem Aluminium sein, das mit
Hilfe einer Gasflamme oder eines Lichtbogens geschmolzen
und in fein verteiltem Zustand auf die Stirnfläche des
Rotors mit Hilfe von Druckluft aufgesprüht wird. Die
Metallpartikel werden in Richtung der Stirnfläche mit hoher
Geschwindigkeit ausgetrieben und wenn sie auf die Kanten
der Lagen 14 und 16 auftreffen, werden sie abgeflacht und
kommen durch Adhäsion mechanisch mit der Oberfläche der
Schichten in Verbindung. Auf diese Weise wird an den Kanten
der Lagen 14 und 16 eine dichte Metallbeschichtung,
Partikel auf Partikel aufgebaut, wobei diese
Metallbeschichtung schnell ihre eigenen Oxide bildet, um
eine Kantenverstärkung zu erzeugen, wie dies in dem
vergrößerten Abschnitt im Kreis in Fig. 2 dargestellt ist.
Bei der alternativen Ausführungsform, die in Fig. 2
dargestellt ist, erstrecken sich die gewellten Lagen 6 über
die ebenen Lagen 14 hinaus, was dazu führt, daß an den
gewellten Lagen eine stärkere Kantenverstärkung erzielt
wird. Da diese gewellten Lagen 16 über die ebenen Lagen 14
hinausragen, kann die Beschichtung demzufolge dicker
gemacht werden, ohne daß der Druckabfall im Rotor
beeinflußt würde, da die zusätzlich verstärkten
Kantenabschnitte der gewellten Lagen 16 über die Öffnung
der Rotorkanäle hinausragen.
Wie dies in Fig. 1 dargestellt ist, wird das Aufsprühen des
Metalls, das heißt des Aluminiums, in einem Winkel zur zu
verstärkenden Endfläche des Rotors 10 durchgeführt, der
beispielsweise 30º beträgt; dies erhöht die Adhäsion
zwischen den Metallpartikeln, die aufgesprüht werden und
den Rotor-Lagen. Die Sprüh-Vorrichtung 18, die eine
bekannte Bauart aufweist, und der Rotor 10, bewegen sich
während dieses Vorganges relativ zueinander, beispielsweise
dadurch, daß der Rotor 10 gedreht wird, damit die gesamte
Stirnfläche beim Sprühvorgang beschichtet wird.
Selbstverständlich können auch mehr als eine
Sprühvorrichtung 18 benutzt werden, wenn dies gewünscht
wird.
Während des Flammsprühens mit Hilfe von Druckluft kühlt der
Luftstrom die Metalltropfen ebenso wie die aufgesprühte
Beschichtung; das heißt, daß der Rotorkörper 10 keiner
zerstörerischen Erwärmung ausgesetzt ist. Sollte dies
jedoch notwendig sein, dann kann während des
Flammsprühvorganges mit Hilfe einer bekannten Kühlanordnung
die überschüssige Hitze vom Rotorkörper abgeführt werden.
Da das Material des Rotors Aluminium ist, wie dies oben
beschrieben worden ist, sollte das aufgesprühte Metall
vorzugsweise reines Aluminium sein, das in einer
schwefeligen Atmosphäre einen ausgezeichneten Schutz bietet
und eine ausgezeichnete Widerstandsfähigkeit gegen Rauchgas
mit hohen Konzentrationen von Schwefeldioxiden oder in
einer sauren Umgebung hat. Bei anderen Installationen und
Anwendungen kann das aufzusprühende Metall in geeigneter
Weise aus Legierungen zwischen Aluminium und einem anderen
Metall, so z.B. Magnesium, Zink oder dergleichen bestehen.
Durch die Behandlung des Rotors gemäß der obigen
Beschreibung werden in bezug auf die Widerstandsfähigkeit
des Rotors gegen Beschädigungen aufgrund von
Punktbelastungen, von Abrieb oder Abnutzung beim Betrieb
oder bei der Reinigung, mehrere Vorteile erreicht. Dem
Rotor wird auf die erf indungsgemäße Weise eine homogene und
haltbare Oberfläche mit einer höheren
Korrosions-Widerstandsfähigkeit gegenüber Luft und
Gasströmungen gegeben, die schwefelig sind oder Salze oder
Säuren enthalten. Durch das Flammsprühen oder Flammspritzen
mit Aluminiumdrähten wird eine viel härtere
Rotor-Stirnfläche erreicht, die das Reinigen des Rotors
durch Aufspritzen oder durch Spülene erleichtert, ohne daß
die Kanten der dünnen Folienlagen unter den hohen
Punktdrücken nachgeben. Es hat sich erwiesen, daß die
Kantenverstärkung, die aufgrund der obigen Beschreibung
erzielt worden ist, keinen wesentlichen Einfluß auf den
Druckabfall im Rotor 10 hat, wobei dies insbesondere dann
der Fall ist, wenn die Ausführungs-Alternative gemäß Fig. 2
angewendet wird, bei der die gewellte Lage 16 über die
ebene Lage 14 vorsteht und bei der die Beschichtung dicker
gemacht werden kann, ohne daß der Druckabfall beeinflußt
würde.