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Dokumentenidentifikation DE4208026A1 16.09.1993
Titel Verfahren zum Färben einer textilen Stoffbahn
Anmelder A. Monforts GmbH & Co, 4050 Mönchengladbach, DE
Erfinder Wersch, Kurt van, 5144 Wegberg, DE
Vertreter von Creytz, D., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 41844 Wegberg
DE-Anmeldedatum 13.03.1992
DE-Aktenzeichen 4208026
Offenlegungstag 16.09.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.09.1993
IPC-Hauptklasse D06B 23/26
IPC-Nebenklasse D06B 3/18   D06P 1/00   D06P 7/00   G01N 21/84   
Zusammenfassung Um die Farbverteilung an einer sich an den Rändern leicht einrollenden, vom Färben her noch feuchten Maschenwarenbahn unmittelbar farbmetrisch mit Hilfe eines Farbmeßgeräts zu erfassen, wird die Bahn über eine Meßwalze geleitet, auf deren Mantel das in Richtung der Achse der Meßwalze verfahrbar gelagerte Farbmeßgerät zu richten ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Färben einer textilen Stoffbahn mit Hilfe eines Färbefoulards steuerbarer Quetschkraftverteilung, bei dem die Quetschkraftverteilung in Abhängigkeit von der auf sich quer zur Transportrichtung erstreckenden Stoffbahnbereichen unmittelbar gemessenen Farbverteilung der noch die Anfangsfeuchte am Foulardausgang aufweisenden Stoffbahn geregelt wird.

Ein solches Verfahren wird in der DE 39 25 444 A1 beschrieben. In dem bekannten Verfahren wird unmittelbar die Farbe einer noch die Anfangsfeuchte am Foulardausgang aufweisenden Stoffbahn gemessen. Es wird also nicht nur die Feuchte der Stoffbahn ermittelt und daraus die Farbtiefe berechnet, sondern es ist vorgesehen, unmittelbar die Farbe der noch feuchten Stoffbahn farbmetrisch zu ermitteln. Das Farbmeßgerät wird im Bekannten auf einen in einer ebenen Fläche aufgespannten Bereich der Stoffbahn gerichtet. Es werden laufend Messungen an den Rändern und in der Mitte der Stoffbahn, das heißt im wesentlichen auf sich quer zur Transportrichtung erstreckenden Streifen der Stoffbahn, vorgenommen.

Das bekannte Verfahren hat sich bei Anwendung auf gewebte Stoffbahn hervorragend bewährt. Probleme ergeben sich jedoch bei der Messung an Maschenware, wenn diese dazu neigt, sich an den Rändern einzurollen. Wenn man Maschenware in einer Ebene ausbreiten will, ohne daß sich die Ränder einrollen, müssen am Rande der Stoffbahn Ausbreitmittel angeordnet werden. Beispielsweise kann eine Maschenwarenbahn in einer Ebene ausgebreitet geführt werden, wenn man sie an den Rändern in Haken oder Klemmen festhält, die an in Transportrichtung der Stoffbahn umlaufenden Ketten befestigt sind. Der entsprechende Aufwand ist aber erheblich.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum unmittelbaren farbmetrischen Ermitteln der Farbe einer in eine Farblösung getauchten und anschließend abgequetschten, aber noch nicht getrockneten Maschenwarenbahn, vorzugsweise bei kontinuierlichem Betrieb, zu schaffen, wobei auf der gesamten Breite - quer zur Transportrichtung - der Bahn gleichwertige Meßergebnisse zu erzielen sein sollen, aber eine ebene Meßfläche nicht zur Verfügung gestellt wird. Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, daß die Farbverteilung an faltenfrei über einen Walzenmantel laufenden Stoffbahnbereichen gemessen wird. Gemäß weiterer Erfindung wird das Verfahren bevorzugt zum Färben einer Maschenwarenbahn angewendet, die sich an den Rändern einrollt, würde wenn man sie ohne Auflage auf einer festen Fläche, insbesondere Walze, in einer Ebene aufspannen.

Erfindungsgemäß wird also die vom Klotzen und nach dem Abquetschen noch feuchte Maschenwarenbahn glatt bzw. faltenfrei über eine Walze geleitet, auf deren Mantel ein Farbmeßgerät gerichtet ist. Dieses Farbmeßgerät wird ebenso wie im Fall der DE 39 25 444 A1 quer zur Transportrichtung der Stoffbahn, insbesondere Maschenwarenbahn, verfahrbar gelagert, derart, daß das Gerät jeden Punkt der glatt über die Walze laufenden Stoffbahn erfassen und farbmetrisch erfassen kann. Grundsätzlich kann irgendeine Walze für den vorgesehenen Zweck als Auflage bei der Farbmessung eingesetzt werden. Die Walze soll einen Durchmesser in der Größenordnung von mindestens etwa 20 cm und eine Länge von mindestens der Stoffbahnbreite haben. In einem Ausführungsbeispiel kann die Messung unmittelbar auf einer Walze des dem Färbetrog nachgeschalteten Quetschwerks vorgenommen werden, wenn die abgequetschte Stoffbahn weiterzuleiten ist.

Das Farbmeßgerät wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren über einen Rechner auf die Steuerung des Quetschdrucks des Quetschwerks geschaltet. Auf diese Weise kann praktisch unmittelbar nach dem Abquetschen die über das Abquetschen eingestellte Farbtiefe einer Maschenwarenbahn gemessen und geregelt werden. Natürlich ist das Verfahren auch anwendbar, wenn eine sich an den Rändern, nicht - zumindest nicht störend - einrollende Stoffbahn, insbesondere Webware, zu behandeln ist.

Anhand der schematischen Zeichnung eines Ausführungsbeispiels werden Einzelheiten der Erfindung erläutert.

In der Anordnung gemäß Zeichnung wird eine mit 1 bezeichnete textile Stoffbahn, insbesondere Maschenwarenbahn, über eine Rolle 2 in einen eine Klotzflüssigkeit 3 enthaltenden Trog 4 geleitet. Die Bahn 1 läuft im Trog 4 über eine Tauchwalze 5 und gelangt im Anschluß an dieses Klotzen in ein insgesamt mit 6 bezeichnetes Quetschwerk, das aus einer angetriebenen Quetschwalze 7 und in einer Ausgangsquetschwalze 8 besteht. Dem Quetschwerk 6 wird ein Quetschkraftregler 9 zugeordnet, mit dessen Hilfe die Quetschkraftverteilung und -größe zwischen den beiden Walzen 7 und 8 einstellbar ist.

Nach Durchtritt durch den Quetschspalt 10 des Quetschwerks 6 wird die Bahn 1 beispielsweise über die eine Quetschwalze 8, eine weitere sich unmittelbar an der Walze 8 liegende Leitwalze 10 zu einer Meßwalze 12 so geführt, daß ein Einrollen der Warenbahnränder nicht erfolgen kann. Dazu wird zweckmäßig die Bahn 1 so über die Walzen 8, 11 und 12 zugeführt, daß ein Einrollen der Warenbahnränder gegebenenfalls in Richtung auf die Oberfläche der genannten Walzen erfolgen würde.

Im Anschluß an die Meßwalze 12 kann die Bahn 1 z. B. - wie gezeigt - über eine weitere Leitwalze 13 auf die Oberfläche einer Warenkaule 14 übergeführt werden. Auf einer solchen Warenkaule soll die Stoffbahn eine gewisse Zeit verweilen. Wenn getrocknet und fixiert werden soll, kann die Stoffbahn 1 aber auch unmittelbar von der Meßwalze 12 oder einer nachgeschalteten Leitwalze 13 in einen Trockner oder dergleichen übergeführt werden.

Erfindungsgemäß wird auf die Oberfläche 15 der Meßwalze 12 ein Farbmeßgerät 16 gerichtet, das es erlaubt, unmittelbar die Farbe der noch feuchten Stoffbahn farbmetrisch zu erfassen. Die vom Farbmeßgerät 16 in kontinuierlicher Folge ermittelten Farbwerte werden über eine Leitung 17 einem Rechner 18 zugeführt, der den Quetschkraftregler 9 so steuert, daß das Farbmeßgearät 16 schließlich an allen Meßpunkten quer zur Transportrichtung der Bahn 1 dieselbe Farbe mißt. Mit anderen Worten heißt das, daß bei jeder Abweichung einer vorbestimmten Farbverteilung automatisch vom Farbmeßgerät 16 ein Korrektursignal zum Rechner 18 gegeben wird, der den Quetschkraftregler 9 so steuert, daß bereits die im Naßzustand ermittelte Farbe der Stoffbahn an den verschiedenen Meßpunkten in der Mitte sowie in der linken und rechten Hälfte der Stoffbahnbreite überall gleich wird.

Wesentlicher Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Messung der Farbe der noch feuchten Stoffbahn auf der Oberfläche 15 einer Meßwalze 12. Bei der Meßwalze 12 kann es sich übrigens um irgendeine in den Transportweg der Stoffbahn 1 eingeschalteten Walze handeln, über die die Stoffbahn 1 faltenfrei geführt und auf deren Oberfläche das Farbmeßgerät 16 gerichtet wird. Das Farbmeßgerät 16 soll unmittelbar die Farbe der Stoffbahn 1 an verschiedenen Meßpunkten auf den Mantel der Meßwalze 12 erfassen können. Im allgemeinen wird es dazu günstig sein, das Farbmeßgerät ähnlich wie in der DE 39 25 444 A1 parallel zur Achse 19 der Meßwalze 12 verschiebbar zu lagern. Schließlich muß eine Meßwalze 12 nicht als eine gesonderte Walze vorgesehen werden, sondern es kann wie eine der Walzen des Quetschwerks 6, z. B. die Ausgangsquetschwalze 8, als Meßwalze mit darauf gerichteten Farbmeßgerät 16 ausgebildet werden.

Bezugszeichenliste

1 Stoffbahn

2 Rolle

3 Klotzflüssigkeit

4 Trog

5 Tauchwalze

6 Quetschwerk

7 angetriebene Quetschwalze

8 Ausgangsquetschwalze

9 Quetschkraftregler

10 Quetschspalt

11 Leitwalze

12 Meßwalze

13 Leitwalze

14 Warenkaule

15 Oberfläche (12)

16 Farbmeßgerät

17 Leitung

18 Rechner

19 Achse


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Färben einer textilen Stoffbahn (1) mit Hilfe eines Färbefoulards steuerbarer Quetschkraftverteilung, bei dem die Quetschkraftverteilung in Abhängigkeit von der auf sich quer zur Transportrichtung erstreckenden Stoffbahnbereichen unmittelbar gemessenen Farbverteilung der noch die Anfangsfeuchte am Foulardausgang aufweisenden Stoffbahn geregelt wird dadurch gekennzeichnet, daß die Farbverteilung an faltenfrei über einen Walzenmantel (15), (12) laufenden Stoffbahnbereichen gemessen wird.
  2. 2. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 1 zum Färben einer Maschenwarenbahn (1).






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