Es ist bekannt, eine optische Lichtfleck-Abtatstvorrichtung bei Fotosetzgeräten
für ein fotoempfindliches Bahnmaterial derart zu gestalten, daß aus einer in einem
ersten Kassettenaufnahmeraum angeordneten Geberkassette das Bahnmaterial einem
Belichtungsabschnitt zuführbar ist, wobei in Transportrichtuntg des Bahnmaterials
hinter dem Belichtungsabschnitt ein Abführungswalzenpaar zum Transport des Bahnmaterials
durch der Belichtungsabschnitt angeordnet ist. Hinter dem Abführungswalzenpaar
ist ein weiterer Kassettenaufnahmeraum für Nehmerkassetten vorgesehen und die Einführungswalzenpaare
und die Abführungswalzenpaare der optischen Lichtfleck-Abtastvorrichtung sind in
ihrer Längsrichtung in mehrere unterschiedliche antreibbare bzw. leerlaufende
Abschnitte unterteilt (DE-C2-33 18 311).
Derzeitige Aufnahmekassetten für Bahnmaterial sind dabei dahingehend
gestaltet, daß durch die Eigenspannung des Bahnmaterials ein Aufrollen entsprechend
der Vorschubgeschwindigkeit des Transportsystems in der Lichtfleck-Abtastvorrichtung
erfolgt. Dergestalt ausgebildete optische Lichtfleck- Abtastvorrichtungen bieten
außerdem die Möglichkeit, über Zahnradgetriebe die Antriebsbewegung für das Bahnmaterial
synchron auf ein anderes Gerät zu übertragen.
Das Aufwickelnt ohne Wickelkern ist außerdem aus der DD-PS 0 154 852
bekannt. Aus der US-PS 4,299,458 ist in einem System eines flachliegenden Bahnmaterials
vorgesehen, das Bahnmaterial innerhalb einer Aufnahmekassette auf einen Spulenkern
zu wickeln. Dieser Spulenkern besteht allerdings aus einer Trommel und mehreren
über den Umfang verteilten Andrückrollen, so daß bei Drehung der Trommel und stillstehenden
Andrückrollen ein Aufwickeln des Bahnmaterials erfolgt. Hierbei ist davon auszugehen,
daß die Andrückrollen auf der nicht mit der fotoempfindlichen Schicht belegten
Seite des Bahnmaterials aufliegen. Es wird daher allgemein davon ausgegangen, daß
bei einem Bahnmaterial, das aus einer belichteten Filmbahn besteht, die belichtete
Seite die innere Oberfläche des Bahnmaterials bildet.
Allen vorbekannten Lösungen ist der Mangel gemeinsam, daß nur eine
geringe Bahnlänge in der Aufnahmekassette gespeichiert werden kann, so daß die
Kapazität bzw. deren Ausnutzung von vorgeschalteten Lichtfleck-Abtastvorrichtungen
gering bleiben muß. Gleichzeitig steigt bei geringer Produktivitätskapazität der
Verbrauch an Belichtungsmaterial, weil erhebliche Längen des Bahnmaterials unbelichtet
verbraucht werden. Die bekannten Aufnahmekassetten besitzen daher nur eine geringe
Aufnahmekapazität, sind bedienungsaufwendig und unterliegen einem hohen Verbrauch
an Belichtungsmaterial.
Der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde,
eine Aufnahmekapazität der Aufnahmekassette für Bahnmaterial zu schaffen, die
der Geberkapazität entspricht, wobei ein vollautomatisches Einfädeln und
Aufwickeln des Bahnmaterials sowie ein vollautomatisches Klemmen des
Bahnmaterialendes und ein Aufwickeln unterschiedlicher Bahnmaterial-Breiten erreicht
werden soll.
Die mit der Ereindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin,
daß durch die Lagebestimmung des Wickelkerns ein automatisches Einführen (Einfädeln)
und nachfolgendes Aufwickeln dadurch erfolgen kann, indem durch eine fixierte Grundstellung
des Wickelkerns das Bahnmaterial leicht eingefädelt werden kann und es alleine
durch das Bahnmaterial möglich wird, diese Fixiermittel wieder auszuschalten. Somit
kann ein vollautomatisches Einfädeln und Aufwickeln erzielt werden, wobei die
Aufnahmekapazität um eine etwa 8- bis 10-fache Steigerung gegenüber bekannten Aufnahmekassetten
erhöht wird.
Hierbei ist es jedoch auch möglich, den Antrieb des Wickelkerns entweder
von der vorgeschalteten optischen Lichtfeleck-Abtastvorrichtung abzuleiten oder
einen Antrieb an die Aufnahmekassette anzuflanschen, der entsprechend gesteuert
werden kann.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Anspruch 2 angegeben.
Danach ist vorgesehen, daß der Wickelkern aus einem ersten Wickelhalbkern und einem
zweiten Wickelhalbkern besteht und daß der erste Wickelhalbkern um eine mittig
angeordnete Schwenkachse drehbar und der zweite Wickelhalbkern starr mit den Endbereichen
jeweils an Drehscheiben angeordnet sind, die um eine gemeinsame Mittelachse in
den Seitenwänden drehbar gelagert sind. Dadurch ist es möglich, die Lage des Wickelkerns
durch die Schwerkraft des drehbar um eine Schwenkachse angeordneten Wickelhalbkerns
zu bestimmen.
Nach weiteren Merkmalen ist vorgesehen, daß die Drehscheiben jeweils
mit Ausnehmungen am Umfang für den Eingriff der Fixiermittel versehen sind und
daß den Ausnehmungen am Umfang etwa gegenüberliegend eine zusätzliche Masse außerhalb
der Mittelachse angeordnet ist. Auf diese Weise wird ein Drehmoment erzeugt, das
eine Bewegung in der Weise unterstützt, daß der Wickelkern stets in die gewünschte
Stellung gedreht wird, in der die Klemmspalt-Eintrittsöffnung nach oben weist.
Damit wird stets eine eindeutige Positionierung des Wickelkerns in die Grundstellung
erreicht.
Dieses Prinzip ist leicht dadurch zu bewerkstelligen, indem die zusätzliche
Masse zur Erzeugung eines Drehmomentes aus einer Nocke besteht. Dadurch kann die
zusätliche Masse an dem drehbaren Wickelhalbkern schon bei der Herstellung angeformt
werden.
Eine weitere Verbesserung der Erfindung besteht darin, daß als Fixiermittel
an Hebeln drehgelagerte Steuerrollen dienen, die in der Grundstellung im die Ausnehmungen
eingreifen, wobei die Hebel jeweils in den Seitenwänden drehbar gelagert und in
Richtung der Drehscheiben-Mittelachse miteinander verbunden sind. Vorteilheafterweise
fixieren die Steuerrollen zunächst die beiden Drehscheiben, an denen der eine
Wickelhalbkern starr befestigt und der andere drehbar gelagert ist, und nach der
ersten Wickelumdrehung werden die Steuerrollen über ihre gegenseitige Verbindung
durch das Bahnmaterial selbst abgehoben und heben somit die Fixierung der Drehscheiben
und damit der beiden Wickelhalbkerne auf.
Hierbei ist es vorteilhaft, daß die Verbindung zwischen den die Steuerrollen
tragenden Hebeln aus einem Führungsbogen besteht, an dem das Bahnmaterial zu Beginn
(beim Einfädeln) und während des Wickelvorgangs Inach der ersten Umdrehung) anliegt.
Die Herstellung der Aufnahmekassette wird wesentlich dadurch erleichtert,
daß der Wickelkern aus zwei formgleichen Wickelhalbkernen besteht. Eine solche
Herstelltechnik erfordert nur ein einziges Spritzgießwerkzeug.
Eine weitere Ausgestaltung besteht darin, daß die Klemmspalt-Eintrittsöffnung
durch eine Abrundung an einem Wickelhalbkern und durch eine gegenüberliegende
Schräge am anderen Wickelhalbkern gebildet ist. Auch hier kann das Prinzip eines
einzigen Spritzgießwerkzeuges angewendet werden, indem die beiden Wickelhalbkerne
mit ihren Innenflächen gegeneinander gelegt werden, so daß die entsprechenden
Klemmspalt-Eintrittsöffnungen am Umfang zweifach entstehen.
Bei Bahnmaterial, das z.B. aus Filmmaterial besteht, ist es vorteilhaft,
daß die beiden Wickelhalbkerne zwischen sich einen Klemmspalt in der Größenordnung
von 0,1 bis 0,5 mm bilden.
Weitere Vorteile ergeben sich dadurch, daß bei Lieferung einer Lichtfleck-Abtastvorrichtung
mit Geberkassette und Aufnahmekassette die Antriebskraft für den Wickelkern vom
Antrieb der Lichtfleck-Abtastvorrichtung abgeleitet ist, so daß eine Anflanschung
eines zweiten Motors entbehrlich wird. Vielmehr kommen damit Lichteleck-Abtastvorrichtung
und Wickelkern mit nur einem gemeinsamen Antriebsmotor aus.
Weitere Vorteile ergeben sich noch dadurch, daß hinter dem Eingangsschlitz
eine rampenartig verlaufende Schiene angeordnet ist, der eine Andrückwälze mit
Spaltabstand gegenüberliegt und daß in Transportrichtung auf die Schiene folgend
eine Umlenkachse zwischen den Seitenwänden des Gehäuses gelagert ist. Die Schiene
und die Andrückwalze sichern die Aufnahmekassette des belichteten Films nicht nur
gegen Eindringen von Licht ab, sondern klemmen außerdem den Anfang des Bahnmaterials
mechanisch und gestatten, den Anfang des Bahnmaterials bei der Weiterbehandung,
z.B. beim Entwickeln des Films, leicht wieder in die Entwicklungsmaschine einzuführen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch die Aufnahmekassette mit vorgeschalteter optischer
Lichteleckabtastvorrichtung,
- Fig. 2
- einen Teil-Längsschnitt durch den Wickelkern mit Fixiermittel,
- Fig. 3
- einen Querschnitt an der Trennlinie zwischen linker Drehscheibe und Wickelkern,
einschließlich der Steuerrolle und des beweglichen Führungsbogens,
- Fig. 4
- einen Querschnitt an der Trennstelle zwischen linker Drehscheibe und Wickelkern
mit Ansicht auf die Drehscheibe mit Steuerrolle und
- Fig. 5
- die beiden Wickelhalbkerne in vergrößerter Darstellung im Querschnitt.
Ein Bahnmaterial 1, z.B. eine Filmbahn, wird aus einer Lichtfleck-Abtastvorrichtung
2 mittels eines angetriebenen Walzenpaares 2a in Transportrichtung 24 in eine
Aufnahmekassette mit einem Gehäuse 13 bewegt. Das Bahnmaterial 1 ist an einer Umlenkachse
3 geführt und gelangt zunächst unter Eigenspannung vorgebogen oder auch an einem
beweglichen Führungsbogen 4 anliegend in einen Wickelkern 5. Der Wickelkern 5
besteht aus einem ersten Wickelhalbkern 5a und einem zweiten Wickelhalbkern 5b.
Beide Wickelhalbkerne 5a und 5b bilden einen Klemmspalt 14, der in einer Grundstellung
15 (Fig. 3 und 5) mit einer Klemmspalt- Eintrittsöffnung 16 nach oben weist. In
Wickelkern-Endbereichen 17 (Fig. 2) befinden sich Fixiermittel 18, die im Ausführungsbeispiel
aus jeweiligen Steuerrollen 6 bestehen, die in der Grundstellung 15 vor dem Einfädeln
des Bahnmaterial-Anfangs in jeweilige Ausnehmungen 10 von Drehscheiben 9 eingreifen
und damit die Grundstellung 15 fixieren. In dieser Situation ist der Wickelkern
5 nicht angetrieben, d.h. er steht in seiner Grundstellung 15 still. In dieser
Position (Fig. 1) transportiert das Walzenpaar 2a das Bahnmaterial 1 durch einen
Eingangschlitz 13a zwischen einer rampenartig angeordneten Schiene 8 und einer
Andrückwalze 7 hindurch in das Innere 13b des Gehäuses 13, wo der Bahnmaterial-Anfang
entweder durch Eigenspannung oder geführt durch den beweglichen Führungsbogen 4
in die Klemmspalt-Eintrittsöffnung 16 bis in die mit 26 bezeichnete Position gelangt.
In dieser Position 26 wird durch die Beweglichkeit des Wickelhalbkerns 5a bereits
ein Einklemmen am Klemmpunkt 27 erzielt. Ebenso erfolgt ein Festhalten des Bahnmaterials
1 am Klemmpunkt 28. Je nach Ausgestaltung der Klemmspalt- Eintrittsöffnung 16 legt
sich das Bahnmaterial 1 auch schon an einem Punkt 29 an. In der Ausführungsform
des Wickelkerns 5 gemäß Fig. 5 ist außer den Klemmpunkten 27 und 28 noch eine
Klemmfläche 30 vorhanden.
Nach Drehung in Transportrichtung 24 durch einen (nicht gezeichneten)
Antriebsmotor (der Lichtfleck-Abtastvorrichtung 2) wird (Fig. 2) der Wickelkern
5 gedreht. Der starre Wickelhalbkern 5b ist mittels Befestigungsmitteln 25 an den
Wickelkern-Endbereichen 17 jeweils starr befestigt, währenddem der bewegliche Wickelhalbkern
5a um eine Schwenkachse 12 drehgelagert ist. Die Einheit, bestehend aus den Wickelhalbkernen
5a, 5b und den Drehscheiben 9, ist um eine Drehachse 9b in den Seitenwänden 13d
drehgelagert mittels Drehlagern 9c. Am Umfang 9a der Drehscheibe 9 ist eine zusatzliche
Masse 11 in Form einer Nocke 11a angebracht. Die Nocke 11a erzeugt (Fig. 3) ein
rechtsdrehendes Drehmoment und der Wickelhalbkern 5a um die Schwenkachse 12 ein
linkdsdrehendes Drehmoment, so daß auch bei ausgefahrenen Steuerrollen 6 eine
Klemmung des Bahnmaterials 1 gewährleistet ist. Die Einheit aus den Drehscheiben
9 und den Wickelhalbkerner 5a und 5b ist um die Mittelachse 19 drehbar.
Sobald nunmehr der Antriebsmotor den Wickelkern 5 über die Scheiben
9 zu drehen beginnt, erfolgt nicht nur eine weitere Klemmung des Bahnmaterials
1, sondern im weiteren Verlauf (Fig. 2) wird der Führungsbogen 4 oder eine andere
Verbindung zwischen die Steuerrollen 6 tragenden Hebeln 20, die um Hebeldrehachsen
21 im den Seitenwänden 13d drehgelagert sind, durch das Bahnmaterial 1 abgehoben,
so daß die Steuerrollen 6 aus ihren Ausnehmungen 10 herausbewegt werden (Fig. 4).
Nunmehr kann der Wickelkern 5 synchron mit der Bewegung des Walzenpaares 2a drehangetrieben
werden, und das Bahnmaterial 1 wird in großer Länge aufgewickelt.
Der Wickelkern 5 ist gemäß Fig. 5 aus zwei herstellungsgleichen Wickelhalbkernen
5a und 5b gebildet. An der Klemmspalt-Eintrittsöffnung 16 ist jeweils eine Abrundung
22 und gegenüberliegend eine Schräge 23 ausgebildet. Zwischen den Wickelhalbkernen
5a und 5b an der Klemmfläche 30 beträgt die Größenordnung des Klemmspaltes 14 etwa
0,1 bis 0,5 mm für eine Filmbahn.
Die dem Antriebsmotor des Wickelkerns entgegenwirkende Energie des
aufgewickelten Belichtunbsmaterials (Drehfeder-Effekt) und die daraus resultierende,
zum Klemmen des Bahnmaterialanfangs erforderliche Zugspannung auf den Punkt 29
des beweglichen Wickelhalbkerns 5a wird durch eine Rücklaufsperre aufrechterhalten.
Damit wird in jedem Betriebszustand ein fester stabiler Bahnmaterialwickel erhalten.
Die Steuerung des fest mit der Lichtfeleck-Abtastvorrichtung 2 verbundenen Wickelantriebs
erfolgt durch die Lichtfleck-Abtastvorrichtung 2.
Die Verbindung der Aufnahmekassette zum Wickelantrieb der Lichteleck-Abtastvorrichtung
2 erfolgt automatisch durch Einsetzen der Aufnahmekassette, wobei im Ausführungsbeispiel
vorzugsweise ein (nicht näher gezeigtes) Zahnradgetriebe verwendet wird. Dabei
weist zumindest eine Seite des Zahnradgetriebes einen Freilauf auf, der automatisch
den Zahmeingriff gewährleistet.
Nach dem Durchtrennen des Bahnmaterials 1 durch eine Schneidevorrichtung
an der Lichtfleck-Abtastvorrichtung 2 wird das Bahnmaterialende von der Andrückwalze
7 fixiert. Die Andrückwalze 7, die gegen die schräge Schiene 8 drückt, verhindert
außerdem das Einfallen von Fremdlicht.
Nach einer ersten Umdrehung des Wickelkerns 5 wird der Führungsbogen
4 durch das aufzuwickelnde Bahnmaterial 1 angehoben, so daß die Steuerrolle 6
aus der Ausnehmung 10 in der Drehscheibe 9 austritt und der Wickelkern 5 in beiden
Drehrichtung entsperrt ist und die Aufnahmekassette zur Bahnmaterial-Entnahme in
ein Entwicklungsgerät eingesetzt werden kann.