Große natürlich Vorkommen an Rohtorf stellen potentiell einen
sehr reichen Vorrat an Brennmaterial dar. Derzeit führen
jedoch die Probleme der Entwässerung von Rohtorf auf eine
Feststoffanteil, bei welchem der Torf autothermisch brennbar
ist, zu dem Ergebnis, daß Torf als Brennmaterial zur
kommerziellen Verwendung nicht in großem Maße verfügbar ist.
Die herkömmliche Art der Entwässerung von Torf umfaßt das
Filtrieren unter Druck; leider ist jedoch die Filtration
schwer durchführbar und kann in der Praxis den Wassergehalt
nicht so ausreichend reduzieren, daß der Torf autothermisch
brennbar wird (d.h. nicht mehr als etwa 60 % Wasser).
Die Entwässerung von Torf kann auch mit Hilfe eines Verfahrens
durchgeführt werden, bei dem der Torf desintegriert wird,
indem er einer Zerkleinerungsstufe unterworfen wird, z. B. in
einer herkömmlichen Torf-"Breaker"-vorrichtung. Der
zerkleinerte Torf wird dann in Wasser aufgeschlämmt, das ein
Flockungsmittel enthält,und danach filtriert. Die Filtration
kann unter Druck erfolgen, z. B. in einem Druckfilter wie z.
B. einer Bandpresse.
Die bekannten Verfahren zum Trocknen von Torf waren entweder
nicht in der Lage, einen ausreichend niedrigen Wassergehalt
zu ergeben, oder sie haben so viel Energie verbraucht, daß sie
ineffizient sind.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Entfernen von Wasser aus
nassem Torf zum Erhalt eines festen, autothermisch brennbaren
Brennmaterials umfaßt die Schritte des Inkontaktbringens des
Materials mit einer entwässernden Flüssigkeit, die ein mit
Wasser nicht mischbares Lösungsmittel und einen gelösten
Wasser-in-Öl Emulgator enthält und das nachfolgende
Extrahieren einer Wasser-in-Öl-Emulsion aus der Mischung.
Es wurde gefunden, daß mit Hilfe des erfindungsgemäßen
Verfahrens Wasser, das in nassem Torf selbst nach
herkömmlichen Trocknungsverfahren verbleibt, entfernt werden kann,und
man ein Produkt erhält, das einen Brennwert (Heizwert) hat,
der es zur Verwendung als Brennstoff geeignet macht.
Um die Wirksamkeit des Verfahrens zu maximieren, wird die
Emulsion, die von der Mischung extrahiert wird, in eine
Lösungsmittelschicht und eine wässrige Schicht aufgespalten,
das Lösungsmittel wird wiedergewonnen und für den
Kontaktschritt wiederverwertet. Das Aufspalten der Emulsion kann mit
Hilfe bekannter Verfahren durchgeführt werden, z. B. durch
Veränderung des pH-Wertes, gewöhnlich indem die Emulsion
angesäuert wird, und umfaßt auch die Zugabe eines gewöhnlichen
Salzes, z. B. Calciumchlorid. Jeglicher Rückstand, der in der
Zwischenschicht verbleibt, wird im allgemeinen verworfen.
Obwohl das wiederverwertete Lösungsmittel einige Reste von
Emulgator enthalten kann, ist es bei einem Recyclingverfahren
im allgemeinen erforderlich, dem Lösungsmittel mehr Emulgator
zuzugeben, um eine zufriedenstellende
Entwässerungsflüssigkeit zu erhalten. Da auch etwas Lösungsmittel mit der
wässrigen Schicht und der Zwischenschicht verworfen wird und
einiges davon im Produkt verbleibt, ist es erforderlich, bei
dem Recyclingverfahren ständig Lösungsmittel zuzugeben.
Gewöhnlich werden mindestens 50 %, vorzugsweise mindestens 75
%, insbesondere mehr als 80 %, z. B. bis zu 90 % des
Lösungsmittels wiederverwertet. Manchmal kann es erforderlich werden,
das Lösungsmittel nach dem Gebrauch bei mehrern Kreisläufen
zu reinigen, um unerwünschte Bestandteile, die im
Lösungsmittel gelöst sind, zu entfernen. Das Lösungsmittel kann z.
B. destilliert werden.
Die Kontaktstufe wird im allgemeinen in Form einer
Aufschlämmung durchgeführt und erfolgt in einem Kessel unter Rühren,
um ausreichendes Mischen der Bestandteile sicherzustellen.
Eine geeignete Mischvorrichtung ist ein Rührer von Typ
"Heidolph", der z. B. in einer Einstellung von 250 bis 300
UpM verwendet wird. Vorzugsweise sollte der Mischer mit
Schaufeln ausgerüstet sein, um einen guten Kontakt, aber keine
intensive Scherwirkung der Komponenten zu erreichen. Die Zeit
des Mischens sollte ausreichend bemessen sein, um
vollständiges Vermischen zu erreichen und beträgt vorzugsweise
wenigstens 1 oder 2 Minuten, braucht im allgemeinen nicht mehr als
60 Minuten zu betragen, gewöhnlich weniger als 30 Minuten,
z. B. 5 bis 20 Minuten. Wenn die entstandene Aufschlämmung
mit höherer Geschwindigkeit gerührt oder Scherkräften
unterworfen wird, verringert sich die Zeit. Es wurde allgemein
gefunden, daß es nicht von Vorteil, sondern eher nachteilig
ist, die Einwirkungszeit der Scherkräfte zu verlängern oder
die Mischintensität über die für einen guten Kontakt der
Komponeten erforderliche Minimalzeit hinaus zu erhöhen.
Das Extrahieren der Emulsion aus der Mischung wird im
allgemeinen mit Verfahren der Art durchgeführt, wie sie zum
Entwässern wässriger ausgeflockter Torfaufschlämmungen
verwendet werden. Das Extrahieren umfaßt also im allgemeinen die
Filtration, vorzugsweise Druckfiltration, z. B. auf einer
Bandpresse. Das Material wird am besten einem Druck von
wenigstens 5 bar, vorzugsweise wenigstens 10 bar, z.B. etwa
15 bar, ausgesetzt.
Der nasse Torf, der den erfindungsgemäß definierten Stufen
unterzogen wird, wurde vorzugsweise bereits einem
vorausgehenden Trocknungsschritt oder einer Vielzahl solcher Schritte
unterzogen. Z. B. kann Torf dem herkömmlichen Aufschlämmen in
Wasser, das ein Flockungsmittel enthält, mit nachfolgender
Druckfiltration unterzogen werden. Das erfindungsgemäße
Verfahren schließt auch Verfahren z. B. mit einem solchen
vorausgehenden Schritt ein.
Alternativ oder zusätzlich kann der Torf in einem
vorausgehenden Schritt getrocknet werden, indem er mit absorbierenden
Materialien, die Feuchtigkeit absorbieren können, in Kontakt
gebracht wird. Solche Materialien werden später aus dem Torf
entfernt. Beispiele geeigneter Materialien sind in Wasser
quellbare, unlösliche Polymerteilchen. Geeignete Polymeren
sind in GB 1.573.201 beschrieben worden und sind vorzugsweise
von der Art, wie sie in EP-A 0.195.550 beschrieben worden
sind. Solche Polymerteilchen werden z. B. verwendet, wenn
desintegrierter Torf mit Polymerteilchen vermischt wird, wobei
das gequollene Polymer dann durch Absieben der Mischung
abgetrennt wird.
Das Material, aus dem die Emulsion extrahiert worden ist, kann
einem nachfolgenden weiteren Trocknungsschritt oder einer
anderen Behandlung unterzogen werden, z. B. um gegebenenfalls
weiteres Lösungsmittel zu entfernen. Solche weiteren Schritte
umfassen das Verdampfen von Wasser und/oder von Lösungsmittel
z. B. durch Erhitzen.
Der nasse Torf hat im allgemeinen vor der Aufschlämmungsstufe
in der Entwässerungsflüssigkeit einen Wassergehalt von weniger
als 90 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 80 Gew.-%, mehr
bevorzugt weniger als 70 Gew.-%. Der Feuchtigkeitsgehalt des
Materials nach der Extraktion der Wasser-in-Öl-Emulsion
beträgt vorzugsweise weniger als 80 %, mehr bevorzugt weniger
als 70%, insbesondere weniger als 60 %. Im allgemeinen beträgt
die Menge an Wasser, die aus dem nassen Material mit Hilfe der
Entwässerungsflüssigkeit entfernt wird, mindestens 10 %,
vorzugsweise mindestens 20 %, und sogar bis zu 25 %, 30 % oder
mehr der gesamten Wassermenge, die in dem Material vor dem
Kontaktschritt vorhanden war.
Es wird bevorzugt, die Menge des in dem Brennstoff
verbleibendem Lösungsmittels minimal zu halten, und die Menge an
Lösungsmittel in dem Brennstoff beträgt vorzugsweise weniger
als 20 Gew.-%, mehr bevorzugt weniger als 15 Gew. %.
Lösungsmittel, die erfindungsgemäß gebräuchlich sind, sind
Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel, im allgemeinen Petroleum-
Lösungsmittel oder andere, nicht-polare Lösungsmittel. Die
Lösungsmittel sollten so wenig wie möglich flüchtig sein, um
die Probleme bei der Handhabung des getrockneten Material
gering zu halten. Andererseits sollten die Lösungsmittel eine
niedrige Viskosität aufweisen, um die Menge zu erhöhen, die
aus dem Produkt extrahiert werden kann,und um eine leichtere
Handhabung der Mischung während des Verfahrens zu garantieren.
Bevorzugte Lösungsmittel sind Kerosine. Kerosine bestehen aus
Petroleum-Kohlenwasserstoffen mit etwa 10 bis 60
Kohlenstoffatomen pro Molekül. Beispiele bevorzugter Kerosine umfassen
Exxol D240/270, Solvent 41 und SBP11.
Als Emulgator kann jeder Wasser-in-Öl-Emulgator verwendet
werden, der in dem Lösungsmittel löslich und fähig ist, bei
dem Kontaktverfahren eine Emulsion zu bilden. Geeignete
Emulgatoren sind nicht-ionische oberflächenaktive Mittel, z.
B. Fettsäureester. Bevorzugte Emulgatoren umfassen ein
Nonylphenyl-ethylenoxid-Kondensat (Span 80) und
Sorbitanmonooleat (Montane 80). Der Emulgator wird in der
Entwässerungsflüssigkeit in ausreichender Menge zur Emulgierung des Wassers
verwendet. Die Menge sollte mindestens 0,1 Gew.-%,
vorzugsweise mindenstens 0,5 Gew.-%, bezogen auf die Menge des
Lösungsmittels plus Emulgator, betragen. Im allgemeinen ist
es nicht erforderlich, mehr als etwa 10 oder nicht einmal mehr
als 5 % zuzugeben.
Die Entwässerungsflüssigkeit kann zusätzlich zu dem
Lösungsmittel und dem Emulgator andere Komponenten enthalten. Solche
Zusatzmittel können die Veränderung der Viskosität der
Flüssigkeit und/oder Emulsion oder die Bildung oder
Aufspaltung der Emulsion bezwecken. Die Flüssigkeit kann auch Wasser
enthalten und kann daher selbst eine Emulsion sein, wobei man
gefunden hat, daß solche Emulsionen als
Entwässerungsflüssigkeit agieren.
Die Entwässerungsflüssigkeit wird im allgemeinen dem nassen
Material in einer Menge von nassem Material: Flüssigkeit im
Bereich von 1:1 bis 1:10 (Gewicht/kg/:Volumen/l),
vorzugsweise 1:2 bis 1:5 zugegeben.
Ein anderes Kontaktverfahren als das Aufschlämmen ist das
Besprühen des nassen Materials mit der
Entwässerungsflüssigkeit. Das Lösungsmittel durchdringt das nasse Material,
welches dann gepreßt wird, um Wasser und überschüssiges
Lösungsmittel zu entfernen. Das Lösungsmittel kann aus dem
Verfahren durch Emulsionsaufspaltung durch Säure, wie vorher
beschrieben, wiedergewonnen und wieder eingesetzt werden.
Das Verfahren kann in kleinem oder großem Maßstab durchgeführt
werden
Ein alternatives Verfahren in großem Maßstab wäre ein
ansatzweises Konditionierungssystem.
Beispiel 1
50 g-Proben von nassem Torf (variierender
Trockenfeststoffgehalt, TG) wurde in 200 ml einer Mischung von Kerosin (Exxol
D240/270), das 5 % Span-80-Emulgator enthielt, aufgeschlämmt.
Die Aufschlämmung wurde mit einem Mischer vom Typ Heidolph bei
Einstellung 0 (280 UpM) 20 Min. vermischt, ehe sie in einer
Laborpresse unter Druck gesetzt wurde. In jedem Falle wurde
ein Filtrat entfernt (etwa 160 ml) und die Endzusammensetzung
des Produktes bestimmt.
Der Torf mit dem höheren Trockenfeststoffgehalt war vorher
unter Verwendung eines Wasser-absorbierenden Polymers
getrocknet worden. Die Ergebnisse werden in Tabelle 1 wie
untenstehend angegeben.
Tabelle 1
Versuch
Emulgator anwesend
TG des Ausgangsmaterials (Gew.-%)
Produkt
Zusammensetzung
ja
nein
Wasser
Kerosin
Bei Versuch 2 und 3 hatte das Filtrat ein weißes Aussehen, was
eine Emulsion anzeigte. Die Ergebnisse zeigen, daß bei
Beispiel 2, das erfindungsgemäß ausgeführt wurde, das
Verhältnis Wasser: Trockenfeststoff von 3,3:1 auf 2,1:1 reduziert
wurde, was auf eine wesentliche Wasserauscheidung hindeutet.
Darüberhinaus wurde in Versuch 3, der ebenfalls
erfindungsgemäß durchgeführt wurde, das Verhältnis von Wasser:
Trockenfeststoff von 1,6:1 auf 1,1.:1 erhöht, was ebenfalls eine
wesentliche Wasserausscheidung anzeigt. Bei Versuch 1, wo das
Kerosin keinen gelösten Emulgator enthielt, schien auch eine
Vergrößerung des Verhältnisses von Wasser:Trockenfeststoff
vorzuliegen, dies dürfte jedoch ein Irrtum sein, und die
Ergebnisse zeigen, daß mit Gewißheit praktisch kein Entfernen
von Wasser stattgefunden hat. Bei diesem Beispiel war die aus
der Aufschlämmung extrahierte Flüssigkeit im wesentlichen
klar, wobei eine sehr kleine Menge Wasser auf dem Grund des
Behälters anfiel, in dem es gesammelt wurde.
Die Durchführung ähnlicher Versuche unter Verwendung anderer
Kerosine einschließlich Exxol 21, Spindle Oil 50 und S 41
ergab ähnliche Verbesserungen. Spindle Oil 50 war am
wenigstens bevorzugt, da es viskoser ist.
Beispiel 2
In diesem Beispiel wurde die Wirkung intensiveren Rührens der
Aufschlämmung untersucht.
95 ml 541 und 5 ml Span-80 wurden zu jeweils 25 g-Proben Torf
gegeben. (Trockenfeststoffgehalt 38,7 %)
Nach dem Pressen bis zur Trockene - wie nach Beispiel 1 -,
wurde die Zusammensetzung der Endprodukte bestimmt. Die
Ergebnisse werden in Tabelle 2 angegeben.
Tabelle 2
Versuch Nr.
%-Anteile der Zusammensetzung
Wasser
Kerosin
Gew.-Verhältnisse der Zusammensetzung
Die Ergebnisse zeigen, daß durch Anwendung von längerem oder
intensiverem Mischen keine Verbesserung hinsichtlich des
Trockengrades des Produktes erzielt wurde. Vom Aussehen der
Filtrate her schien verstärktes Mischen sogar schädlich für
das Wasser/Öl-Emulgierungsverfahren zu sein.
Beispiel 3
Es wurde gefunden, daß die während des Verfahrens gebildeten
Wasser/Öl-Emulsionen durch Zugabe von konzentrierter
Schwefelsäure 'aufgespalten' werden konnten. Dabei entstand eine große
Menge klaren Kerosins und eine kleine Menge abgetrennten
Wassers (einschließlich der Säure) mit einer dünnen Schicht
Schlamm auf der Grenzfläche von Kerosin/Wasser. Wenn das
Verfahren kostengünstig sein soll, dann sollte das Kerosin
wiederverwertbar sein. Es wurde daher ein Versuch
durchgeführt, um die Möglichkeit der Wiederverwertung des Kerosins
zu untersuchen.
25 g Torf (TG 37,8 %) wurden in 100 ml 'wiedergewonnenem' S41
aufgeschlämmt und in einem "Heidolph"-Rührer bei Einstellung
'0' 5 Minuten gerührt. Eine andere Probe des gleichen Torfs
wurde in einer Mischung aus 98 ml S41 und 2 ml Span-80
aufgeschlämmt und in der gleichen Weise vermischt. Nach dem
Abtrennen der Öl/Wasser-Phase in den Labor-Kolben-Pressen bei
15 bar war die Zusammensetzung des Endproduktes wie folgt:
Tabelle 3
%-Anteile der Zusammensetzung
Zugabe von Emulgator
Wasser
Kerosin
keine weitere Zugabe
zusätzlich 2% Span-80
Gew.-Verhältnis der Zusamennsetzung
Das Filtrat der ersten Probe war trüb und von blaß-gelber
Farbe und enthielt einige Tropfen Wasser. Die Probe mit
zusätzlichem Emulgator jedoch ergab ein weißes, homogenes
Filtrat.
Aufgrund dieses Ergebnises ist offensichtlich, daß - obwohl
das wiedergewonnene S41 offensichtlich eine kleine Menge
Emulgator enthält - zusätzlicher Emulgator zugegeben werden
muß, um die Wirksamkeit des Verfahrens aufrecht zu erhalten.
Das Prinzip der Wiederverwendung des wiedergewonnenen Kerosins
wird jedoch bestätigt. Es wurde gefunden, daß 87-90% des
Lösungsmittels wiederverwertet werden konnten.
Beispiel 4
Vergleichsversuche, die mit Torfproben mit einem
Trockenfeststoffgehalt (TG) von 10,8, 23,1 und 38,4 % durchgeführt
wurden, ergaben die folgenden Ergebnisse:
Tabelle 4
%-Anteil der Zusammensetzung
Anfangs-TG (%)
Wasser
Kerosin
Gew.-Anteil der Zusammensetzung
Die Analyse der Endprodukte zeigte eine wesentliche Erhöhung
des Feuchtigkeitsgehaltes bei Erhöhung des
Feuchtigkeitsgehaltes des Ausgangsmaterials. Dieser Trend war wie erwartet.
Der Brennwert des Testproduktes der Probe mit TG 38,4 wurde
unter Verwendung der folgenden Zahlen errechnet:
Brennwert des Torfs (DCM) 18-25 MJ pro kg.
Brennwert des Kerosin = 36,4 MJ pro kg.
Aus diesen Werten und der Wärmekapazität und der Wärme des
verdampften Wassers ergibt sich ein Brennwert des Torfs von
durchschnittlich etwa 12,7 MJ pro kg Produkt. Das entspricht
dem Brennwert der Kohle, die einen Brennwert von 16,75 MJ pro
kg aufweist.
Beispiel 5
1 kg stark befeuchteter Rohtorf "Sphagnum" aus Schweden (TG
11,02 %) wurde mit 3 l Wasser verdünnt und ergab eine
Aufschlämmung mit einem Trockenfeststoffgehalt von 2,49 %.
400 g Aliquot wurden mit einem 80:20 DMAEAqMeCl:ACM-Copolymer
als flüssige Dispersion behandelt und dann unter Druck in der
Labor-Kolbenpresse entwässert.
Die Trockenfeststoffgehalte der kombinierten Produkte ergaben
28,16 %.
Eine 50 g-Probe des entwässerten Torfs wurde in 200 cm³ einer
Mischung aus Lösungsmittel (SBP11) mit 5 % Span-80-Emulgator
aufgeschlämmt. Die Aufschlämmung wurde im "Heidolph"-Rührer
bei Einstellung '0' 5 Minuten gerührt, ehe sie auf der Labor-
Kolben-Presse bei 15 bar gepreßt wurde. Die Zusammensetzung
des Endprodukts war:
Tabelle 5
Wasser
Kerosin
%-Anteil d.Zusammensetzung
Gew.-Verh.d.Zusammensetzung
Das Verfahren kann auf Abwasserschlamm und andere organische
Aufschlämmungen angewendet werden, wie in Beispiel 6
dargestellt:
Beispiel 6
50 g ursprünglicher Schlamm (TG 30,03 %) wurde in 200 m³ einer
Mischung aus Lösungsmittel (SBP11) mit 5 % Emulgator (Montane
80) aufgeschlämmt. Die Aufschlämmung wurde 20 Min. im
"Heidolph"-Rührer vermischt, ehe sie auf der Labor-Kolbenpressse
bei 15 bar gepreßt wurde. Die Zusammensetzung des Endproduktes
war:
Tabelle 6
Wasser
Kerosin
% Anteil d. Zusammensetzung
Gew.-Verhältnis der Zusammensetzung
Anspruch[de]
1. Verfahren zum Entfernen von Wasser aus nassem Torf zum
Erhalt eines festen, autothermisch brennbaren
Brennmaterials, das die Schritte des Inkontaktbringens des
Materials mit einer entwässernden Flüssigkeit, die ein
mit Wasser nicht mischbares Lösungsmittel und einen
gelösten Wasser-in-Öl Emulgator enthält, und das
nachfolgende Extrahieren einer Wasser-in-Öl-Emulsion aus der
Mischung umfaßt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, worin das nicht mit Wasser
mischbare Lösungsmittel ein
Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel umfaßt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, worin das mit Wasser nicht
mischbare Lösungsmittel Kerosin ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin
der Emulgator ein nicht-ionisches oberflächenaktives
Mittel ist, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe der
Fettsäureester.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin
die Menge an Emulgator mindestens 0,1 Gew.-%,
vorzugsweise mindenstens 0,5 Gew.-% der gesamten Menge an
Lösungsmittel und Emulgator beträgt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin
die entwässernde Flüssigkeit dem nassen Torf in einer
Menge zugefügt wird, die ein Verhältnis in Gew. (kg) zu
Volumen (1) von nassem Torf: Flüssigkeit im Bereich von
1:1 zu 1:10, und vorzugsweise im Bereich von 1:2 zu 1:5,
ergibt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin
der nasse Torf vor dem Kontakt mit der entwässernden
Flüssigkeit einen Wassergehalt von weniger als 90 Gew.-
%, vorzugsweise weniger als 80 Gew.-%, insbesondere
weniger als 70 Gew.-% aufweist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
welches weiterhin wenigstens einen vorausgehenden
Trocknungsschritt für den nassen Torf umfaßt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, worin der Trocknungsschritt
das Aufschlämmen des nassen Torfs in Wasser, das ein
Flockungsmittel enthält, gefolgt von Filtration unter
Druck, umfaßt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, worin der
Trocknungsschritt das Inkontaktbringen des nassen Torfs
mit einem absorbierenden Material umfaßt.
11. Verfahren nach Anspruch 10, worin das absorbierende
Material in Wasser quellbare, unlösliche Polymerteilchen
umfaßt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, worin die Polymerteilchen
von dem getrockneten Material durch Sieben abgetrennt
werden.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin
die entwässernde Flüssigkeit mit dem nassen Torf durch
Aufschlämmen unter Verwendung eines Schaufelrührers in
Kontakt gebracht wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, worin die Zeitspanne des
Mischens wenigstens 1 oder 2 Minuten und nicht mehr als
60 Minuten beträgt und vorzugsweise im Bereich von 5 bis
20 Minuten liegt.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin
die Emulsion nachfolgend aufgespalten und das
Lösungsmittel wiederverwertet wird.
16. Verfahren nach Anspruch 1, worin das Kontaktieren das
Besprühen des nassen Torfs mit einer entwässernden
Flüssigkeit nach einem der vorhergehenden Ansprüche und
das Durchtränken des nassen Torfs mit dem Lösungsmittel,
und das nachfolgende Pressen, um Wasser und
überschüssiges Lösungsmittel zu entfernen, umfaßt.