BEREICH DER ERFINDUNG
Diese Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Lactulose
durch Epimerisierung von Lactose durch die Wirkung von Natriumaluminat, das
in industriellem Maßstab implementiert werden kann.
STAND DER TECHNIK
Lactulose ist ein synthetisches Disaccharid, das gegenwärtig in
Sirupform zur Behandlung von Darmkrankheiten und in kristalliner Form als
Süßstoffersatz fur Saccharin verwendet wird. Es wird auch als
Nahrungsmittelzusatz in pädiatrischen und geriatrischen Ernährungen
verwendet.
Viele Verfahren zur Herstellung von Lactulose durch Epimerisierung von
Lactose sind bekannt, wobei letztere ein weithin erhältliches natürliches
Disaccharid ist.
Einige dieser Verfahren beruhen im wesentlichen auf der Epimerisierung
von Lactose mittels starker Alkalien wie etwa Ca(OH)&sub2;, NaOH, KOH und
starken organischen Basen.
Diese Verfahren haben den Nachteil, zur Bildung eines beträchtlichen
Prozentsatzes schwierig abtrennbarer, gefärbter Nebenprodukte zu führen,
welche die Lactuloseausbeute stark reduzieren und es schwierig machen,
sowohl die Lactulose in ihrer Sirupform zu verwenden wie auch sie als
kristallines Produkt herzustellen.
Eine weitere Gruppe von Verfahren verwendet Natriumtetraborat und
Natriumaluminat als Epimerisierungsmittel, doch die Entfernung von
Natriumionen ist schwierig (US-A-3 546 206).
Obwohl diese Verfahren eine höhere Lactuloseausbeute und ein reineres
Produkt ergeben, sind sie unter einem industriellen Aspekt unbefriedigend,
sowohl wegen der Schwierigkeit das Aluminiumhydroxid abzufiltrieren, wie
auch wegen der Schwierigkeit, die Borsäure quantitativ zu entfernen.
Andere Verfahren, die stark alkalische Ionenaustauscherharze zur
Epimerisierung verwenden, sind zu kostenaufwendig und erlauben es nicht,
Lactulose zu Marktpreisen herzustellen.
Verfahren zur Lactuloseepimerisierung durch Magnesiumverbindungen sind
ebenfalls bekannt.
Diese Verfahren haben den Nachteil, sehr hohe Reaktionsvolumina zu
erfordern, um kleine Lactulosequantitäten zu erhalten.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Wir haben nun ein Lactuloseherstellungsverfahren entdeckt, wodurch die
Nachteile des Standes der Technik vermieden werden.
Insbesondere haben wir ein Verfahren entdeckt das die Epimerisierung
von Lactose durch Natriumaluminat umfaßt, das ermöglicht, daß das
Aluminiumhydroxid leicht abfiltriert wird und das Natriumaluminat leicht
zur Verwendung im nächsten Zyklus wiedergewonnen werden kann.
Das Verfahren der vorliegenden Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
daß es in den folgenden Schritten ausgeführt wird:
a) Bildung einer wässrigen Mischung von Lactose mit
Natriumaluminat;
b) kontinuierliches Neutralisieren der Lösung, die aus Schritt a)
erhalten wurde, indem diese Lösung und eine Schwefelsäurelösung
gleichzeitig einem Reaktor zugeführt werden;
c) Abtrennung des Aluminiumhydroxids durch eine
Dekantierzentrifuge;
d) Ultrafiltration oder Mikrofiltration der aus Schritt c)
erhaltenen Lösung;
e) Entionisieren der aus Schritt d) erhaltenen Lösung;
f) Konzentrieren der aus Schritt e) erhaltenen Lösung auf eine
Konzentration von etwa 50 Gew.% Lactulose;
g) Behandlung der aus den Schritten c) und d) erhaltenen
Feststoffe mit einer NaOH-Lösung;
h) Kalzinieren des Produkts von Schritt g) unter Erhalt von
Natriumaluminat, welches zu Schritt a) zurückgeführt wird.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Zur Herstellung von Lactulose nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
wird zunächst eine Mischung von Lactose und Wasser in einem geeigneten
Mischer unter Verwendung eines Wasser:Lactose-Gewichtsverhältnisses von
zwischen 2:1 und 4:1 hergestellt.
Diese Mischung wird einem Reaktor zusammen mit einer 35-45 %igen G/G
Natriumaluminatlösung zugeführt, wonach die Masse durch Rühren
homogenisiert und bei einer Temperatur von zwischen 50 und 70ºC in einem
Zeitraums von zwischen 30 und 60 Minuten umgesetzt wird.
Das Natriumaluminat wird in einem Gewichtsverhältnis zu Lactose von
zwischen 0,3:1 und 1:1 verwendet.
Die aus der Reaktion mit Natriumaluminat erhaltenen Lösung wird
kontinuierlich gleichzeitig mit einer Schwefelsäurelösung einer
Konzentration zwischen 3N und 5N einem Neutralisationsreaktor zugeführt,
wobei solche Zuflußraten verwendet werden, daß eine Verweilzeit von
zwischen 20 und 60 Minuten erhalten wird. Das Zufuhrverhältnis wird
kontrolliert, um Neutralisierung auf einen pH von zwischen 4,5 und 8 und
vorzugsweise zwischen 6 und 7 zu erhalten.
In dieser Beziehung haben wir herausgefunden daß, wenn auf einen pH
von weniger als 4,5 neutralisiert wird, eine gelatineartige Masse sich
bildet, welche unmöglich abfiltriert werden kann, wohingegen, wenn auf
einen pH von mehr als 8 neutralisiert wird, die Ausfällung von
Aluminiumhydroxid unvollständig ist. Indem auf pH 4,5 bis 8 neutralisiert
wird, sind die Niederschlagscharakteristika so, daß seine Suspension
hinreichend flüssig ist, um einfache Filtration zu gestatten.
Die im Neutralisationsschritt erhaltene Suspension wird durch
Zentrifugaldekantieren abgetrennt, wodurch ein Feststoff mit einem
Trockengehalt von etwa 30 Gew.% und eine Flussigkeit, die eine kleine Menge
suspendiertes Aluminiumhydroxid enthält, erhalten wird.
Diese Flüssigkeit wird der Ultrafiltration oder Mikrofiltration
unterworfen, wodurch das suspendierte Aluminiumhydroxid abgetrennt wird.
Eine vollständig klare Lösung wird erhalten und durch Ionenaustauscherharze
nach bekannten Verfahren entionisiert, wonach sie konzentriert wird, um den
gewünschten Lactulosesirup zu erhalten, welcher die folgende
Gewichtszusammensetzung hat:
Lactulose 45-55 %
Lactose 1-3 %
Galactose 2-6 %
Die Feststoffe aus den Schritten der Zentrifugaldekantierung und
Ultrafiltration werden vereinigt, mit 48 % G/G Natriumhydroxid behandelt,
bis pH 11 bis 12 erreicht wird, und die erhaltene Mischung wird bei 700 bis
800º kalziniert, um die enthaltenen organischen Verbindungen abzubrennen
und das Natriumaluminat wiederzugewinnen, das dann zum ersten
Verfahrensschritt rückgeführt wird.
Das folgende Beispiel wird zur nicht-beschränkenden Erläuterung der
Erfindung gegeben.
BEISPIEL 1
1000 kg Lactose werden mit 3000 kg Wasser gemischt und einem Reaktor
zusammen mit 1100 kg einer 40 % G/G Natriumaluminatlösung zugeführt.
Die Mischung wird 20 Minuten unter Ruhren gehalten, wonach die
erhaltene Lösung durch einen kontinuierlichen Reaktor mit einem Durchsatz
durchgepumpt wird, der eine Verweilzeit darin von 40 Minuten ergibt, wobei
die Temperatur konstant bei 60ºC gehalten wird.
Nach dieser Zeit, während der die Reaktion fortschreitet, wird die
Lösung kontinuierlich einem Neutralisationsreaktor zugeführt, während eine
4N Schwefelsäurelösung gleichzeitig demselben Reaktor zugeführt wird, wobei
die Durchsätze der zwei Lösungen so kontrolliert werden, daß ein konstanter
pH von 6,5 erhalten wird.
Eine Suspension wird erhalten, die 6,5 Gew.% Aluminiumhydroxid und
12 Gew.% Lactulose enthält.
Das meiste Aluminiumhydroxid wird in einem Zentrifugaldekanter
abgetrennt, wodurch eine opaleszierende Lösung mit 0,7 Gew.%
Aluminiumhydroxid erhalten wird. Dieses wird durch Ultrafiltration
entfernt.
Die erhaltene Lösung wird durch Ionenaustauscherharze von bekanntem
Typ entionisiert und wird dann konzentriert, wodurch 1250 kg Lactulosesirup
mit der folgenden Gewichtszusammensetzung erhalten werden:
Lactulose 50 %
Lactose 1,7 %
Galactose 4,6 %
Das Aluminiumhydroxid aus den Zentrifugaldekantier- und
Ultrafiltrationsschritten wird vereinigt und mit einer 40 %igen G/G
Natriumhydroxidlösung behandelt, bis pH 11,5 erreicht wird. Die
resultierende Lösung wird bei 750ºC kalziniert, wodurch 400 kg 95 %iges
Natriumaluminat erhalten werden, die zu einem nächsten Kreislauf
zuruckgeführt werden.